Live: Fleet Foxes – I’m Not My Season - PewPewPew

Robin Pecknold, Frontmann der Fleet Foxes, performte mit Unterstützung des Resistance Revival Chorus ein einmaliges Konzert in der Brooklyner St. Ann & the Holy Trinity Kirche. Pecknolds Bruder Sean führte Regie bei dem Konzertfilm, der unter dem Titel A Very Lonely Solstice Livestream kurz vor Weihnachten streamte und dann dank großer Fanbegeisterung etwas verlängert bis Silvester online blieb. Es existieren illegale Kopien im Netz, meine Hoffnung bleibt es aber, dass Robin die Aufnahme noch offiziell veröffentlichen wird. Nun erschien eine erste Auskopplung zu “I’m Not My Season”.

Das neue Album der Fleet Foxes, Shore, welches Pecknold im Alleingang während des Lockdowns ohne die restlichen Bandkollegen produzierte, war nicht nur mein persönliches Lieblingsalbum des Jahres, sondern wahrscheinlich auch einer der wenigen Lichtpunkte im vergangenen Jahr. Wir besprachen das Album in der Kulturindustrie und ich überschlug mich quasi mit Lob. Aus meiner Sicht aber völlig gerechtfertigt natürlich. Musik ist ein ständiger Begleiter in meinem Leben, der gute Momente besser und schlechte Momente weniger schlimm macht. Sie ist ein emotionale Zündholz und oft ein nostalgisches Tor in andere Zeiten. Shore ist für mich ein perfektes Album, welches die schwierigen Lebensphasen mit goldenen Sonnenstrahlen erwärmt. Das hatte im letzten Jahr natürlich einen besonderen Effekt. Selten hat mich Musik so intim berührt, mit jedem Song so gepackt. Ein Meisterwerk.

Für Stephen Colberts Late Show und das Intro des Films sang Robin zusammen mit dem Chor zwei Lieder ein, doch für den Rest des Konzerts sitzt er hoch über den Kirchenbänken neben der Orgel und singt in der scheinbar völlig leeren Kirche nur mit seiner Akkustivgitarre ausgestattet Songs vom neuen Album und dem Œuvre der Band. Besser kann es die Fleet Foxes eigentlich nicht treffen, denn der pastorale Klang der Band verbunden mit den existenziellen Zweifeln in den Texten Pecknolds kommen hier getragen von der Architektur einer zum Himmel reichenden Elegie gleich. Der gefeaturete Titel oben markiert den Abschluss des relativ kurzen Konzerts und fasst mit dem wunderbaren Vers “I’m not the season I’m in.” alles zusammen, was dieses intime Konzert so besonders machte.