PUBG bekommt im Cinematic Trailer eine Hintergrundgeschichte und das ist enttäuschend - PewPewPew

PUBGs neue Season kommt mit einem Cinematic Trailer daher, der eine Hintergrundgeschichte für die erste (und beste) Map Erangel bietet. Ein unbekannter Junge überlebt alleine das Bombardement der Insel, woraufhin er anschließend seine ehemalige Heimat zu seinem Battle Royale Schlachtfeld umwandelt. PlayerUnknown’s Battlegrounds ist geboren.

Aber das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Ich hatte in meinem Artikel über PUBG gerade den Mangel einer Rahmenhandlung oder einer externen Motivation bewundert. Dadurch offenbarte und reduzierte zugleich das Spiel nämlich genau die menschliche Natur, die bereits in DayZ die Gemüter vieler Fans plagte: Die Spieler wollen gar nicht zusammenspielen, das Schießen und Töten des Gegenübers macht zu viel Spaß als dass sich tiefsinnige Beziehungen entwickeln könnten.

Nun fügt das Spielt eine zusätzliche Ebene hinzu, die nicht ausreicht, um die Ethik des Spiels komplexer zu gestalten, noch schmiegt sie sich an Spielemechaniken, die eine tiefgehendere Erfahrung ermöglichen. Naja, immerhin ist die Grafik ganz nett.

Die „Killerspiel“-Debatte möge bitte begraben bleiben. Doch es ist durchaus interessant, dass das Spiel völlig ohne Kontext die menschliche Natur offenbart. Klar, Shooter werden gespielt, weil geschossen werden soll. Doch prinzipiell gibt es bei Battlegrounds keine Rahmenhandlung, keine im Game eingebauten Mechanismen, die ein gemeinsames Überleben in friedlicher Koexistenz bis zum Schließen des letzten Kreises verhindern. Selbst in dem viel gescholtenen Counter-Strike kämpfen immerhin Räuber gegen Gendarmen. Bei PUBG? Fehlanzeige. Ein Halsband wie im genredefinierenden Film „Battle Royale“, das zur Einhaltung der Regeln konditioniert? Irgendwelche Storyfetzen, die das Töten erklären? Nichts. Die letzte Immersion wird neuerdings durch Sticker auf den Wänden brutalistischer Gebäude geraubt, die für Memes, eSport-Teams oder die Electronic Sports League Werbung machen. In PUBG soll es scheinbar kein größeres Ziel geben, als den anderen Spieler zu töten. Am besten auf ganz spektakuläre Weise. Mehrere auf einmal oder abwarten und den finalen Kill ganz cool abliefern.

Und das reicht. Die Belohnung durch den Loot getöteter Spieler ist selten so hoch wie durch dieses Spieldesign. Da der Sieg nur wertlose Punkte mit sich bringt, geht es um den Moment, den anderen Spieler zu überwältigen. Ihn zu überraschen. Ihn bloßzustellen. Schlicht: besser zu sein. Der Sieg ist nicht alles. Eine gute Runde mit einigen Kills hinter sich zu bringen, reicht oft auch. Hunderttausende klicken jede Woche auf die Zusammenstellungen der besten Kills und unglücklichsten Spielmomente auf YouTube, um zu staunen oder zu lachen. Dort werden gut ausgerüstete Spieler mit einer Bratpfanne erledigt, Gegner aus mehreren hundert Metern mit einer Menge Glück umgelegt oder mit dem Auto überfahren. Je schräger, desto besser.

Selten war das Ziel so simpel. Selten hat Schießen mehr Spaß gemacht.