SciFi Short Collection IX

15 Nov, 2015 · Sascha · Featured,Kurzfilm

Genau ein ganzes Jahr ist nun seit der letzten SciFi Short Collection vergangen. Es liegt durchaus an mir selbst, da ich persönlich ein wenig müde wurde von der Kategorie mit den stetig gleich aussehenden Filmchen. Andererseits fällt es mir aber immer schwerer, der ursprünglichen Mission dieser Reihe gerecht werden.

Die SciFi Short Collection sollte aus der Masse an Kurzfilmen im beliebten Genre die wirklich sehenswerten Perlen herauspicken und hervorheben. Leider wird dies immer schwieriger. Nahezu alle Regisseure wollen die Neill Blomkamp Route fahren und ihren Kurzfilm teuer an ein Studio verkaufen und verfilmen.

Das Endresultat? Jeder Kurzfilm wird zum Pitch. Entweder für einen längeren Film, ein Crowdsourcingprojekt oder ein längeres Drehbuch, das irgendwo in einer Schublade liegt. Kaum ein Kurzfilm erzählt mehr eine Geschichte – und wenn, dann endet sie lange bevor der Plot wirklich interessant wird oder zu so etwas wie einem Ende kommt. Dies trifft auch auf die fünf Kurzfilm in der neunten Ausgabe der Collection zu. Trotzdem haben sich diese Kurzfilme länger in meinen Entwürfen angestaut, weshalb es nun eine Pitch-Edition gibt.

Leviathan

Nicht unbedingt als Kurzfilm zu klassifizieren, sondern eher als “Proof of Concept”: Leviathan von Last Days On Mars (toller Streifen!) Regisseur Ruairi Robinson handelt von, nunja, Walen im Weltall. Sein eigens erstellter Clip ist aber so beeindruckend, dass Sci-Fi Wunderkind Simon Kinberg als Produzent das Projekt mit ihm bei 20th Century Fox umsetzen soll. Neill Blomkampf soll als Exec Producer agieren. Moby Dick in space? Dürfte ziemlich nett werden. Das Creature Design finde ich zumindest mal hervorragend.

Phoenix 9

Kostüme? Dialoge? Ein Plot? Ja, vielleicht sogar so etwas wie Charaktere? Das ist äußerst selten. Phoenix 9 kann trotz einigen Schwächen überzeugen – um dann am Ende leider den Schwanz einzuziehen und auf ein Drehbuch in Spielfilmlänge zu verweisen. Bis dahin gefiel mir das aber.

Atropa

Wow! Atropa hat alles. Akzeptable Schauspieler, eine interessante Prämisse und vor allem exzellente Effekte und sogar so etwas wie Produktionsdesign. Leider endet auch hier der Kurzfilm genau an dem Punkt, wo es interessant wird.

I.R.I.S.

Hasraf HaZ Dululls Kurzfilm zeigt einen Supercomputer, der die militärische Kriegsführung via Nanadrohnen komplett autark übernommen hat und nun gestoppt werden muss. Dabei bedient er sich sowohl inhaltlich als auch visuell bei der offensichtlichen Inspiration, The Matrix. Als Pitch funktioniert I.R.I.S. – als auch Kurzfilm nur bedingt. Da war Project Kronos, sein letzter Kurzfilm, doch ein gutes Stück besser.

300 000 Kilomètres / Seconde

Inspiriert von den klassischen Science Fiction Filmen der Fünfzigerjahre, verbindet Regisseur Stephane Rethore Noir-Elemente mit einer Geschichte um einen Zeitreisewissenschaftler. Sieht ganz schick aus und ist, da französisch, auch passenderweise etwas schrullig, stellt sich aber wieder nur als Pitch für einen längeren Film heraus. Schade, das nervt wirklich. Als könne man in zwanzig Minuten keine interessante Geschichte mehr erzählen…