Stell dir vor, du bist erfolgreicher Indie-Developer eines Videospiels und jemand schnappt sich die Rechte, um den Stoff zu verfilmen. Eigentlich in vielfacher Hinsicht ein Jackpot, vor allem finanzieller, aber dann lernst du, dass es sich bei dem Käufer um YouTuber Mark Fischback b.k.a. Markiplier handelt. Uff, lol! Doch das Ding ist jetzt: Im Fall von Iron Lung erstmal kein Abbruch!
Im Spiel von David Szymanski aus dem Jahr 2022 gibt es keine großen 3D-Gameplay-Welten oder teure Animationen. Stattdessen schlüpfen Spieler*innen in die Rolle eines Sträflings, der gezwungen wird, in einem kleinen Uboot durch einen Ozean aus Blut auf einem abgelegenen Mond zu tauchen. Nur ein Radar und ein paar Hebel sind Möglichkeiten mit der Spielewelt zu interagieren, doch die große Trumpfkarte des Spiels ist seine Atmosphäre und die große Angst vor dem Unbekannten, die in uns Menschen wohnt (mehr dazu von Videospiel-Essayist Jacob Geller hier ab Minute 35). Denn der Ozean ist vielleicht doch nicht so leer, wie gedacht.
Markiplier, ein Let’s Player, der in den Amnesia-Tagen groß (und reich) wurde ähnlich wie z.B. PewDiePie, mochte das Spiel so sehr, dass er es nun verfilmte. Er führte Regie, schrieb das Drehbuch, finanzierte das Ding aus eigener Hand und spielt sogar die Hauptrolle selbst. Mit dabei ist auch Voice-Action-Gigant Troy Baker. Der Trailer zum Film haut mich jetzt nicht um, aber ich finde die Produktionsgeschichte äußerst sympatisch, so ein Passion Project ist schon der Traum vieler Fans. Aber: Fans sind nicht notwendigerweise gute Filmemacher. Schlecht sieht es nicht aus, auf Letterboxd sind die Reviews auch bisher ganz positiv.