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Comic Con Saar 2025

01 Aug, 2025 · Sascha · Alles sonst so

Wer diese Woche an der Saarlandhalle vorbeifuhr, konnte eine Menge verkleideter Leute sehen. Dort fand nämlich die erste Comic Con Saar Edition statt. Science Fiction-, Anime- und Fantasiefans konnten sich dort in ihren Kostümen präsentieren, shoppen gehen, Freunde treffen und Stars der Szene treffen.

Es war das erste Mal, dass eine Comic Con in Saarbrücken stattfindet, auch wenn sie sich nicht wirklich von dem Aufgebot und der Größe der landesweit bekannten FarK unterschied. Das ist kein Wunder, denn der gleiche Organisator steckt dahinter, der in Zusammenarbeit mit der originalen Comic Con Stuttgart hier dieses Event nun ins Saarland bringt.

Insgesamt war es sicherlich ein gelungenes Event, das viele Cosplayer*innen und Fans anzog. Es gab mehr als eine Handvoll guter Stars zu sehen und wer mit vollem Geldbeutel kam, fand sicherlich auch Wege, diesen für die Heimfahrt zu schmälern.

Die saarländische Landespolitik erfand mit dem Slogan “Großes entsteht immer im Kleinen” einen charmanten und passenden Werbespruch für das Saarland. Stahl der Dillinger Hütte wird weltweit in Großbauprojekten genutzt. Viele bundesweit bedeutsamen Politiker*innen wurden hier geboren. Der Globus-Fleischkäsweck!

Und so bin ich mir sicher, dass die nächstjährige Comic Con Saar auch etwas größes wird. Ich frage mich nur, wie das passieren soll. Die Saarlandhalle bietet bereits den größten und mittigsten Treffpunkt. Als Ort für solche Veranstaltungen empfand ich sie jedoch unpassend. Die Saarlandhalle ist nicht zeitgemäßg und die Congresshalle wäre wohl nicht groß genug. Die Saarlandhalle ist dazu sehr verschachtelt. Die Organisation der Comic Con Saar hat das Beste daraus gemacht, ideal fand ich es aber nicht.

Der Eintrittspreis mit 29€ pro Tag (50€ für ein Wochenendticket) war sicherlich konkurrenzfähig und die Halle sowie ihre Gänge wurden gut genutzt. Insgesamt machte diese erste Saar Edition aber einen kleinen Eindruck auf mich als Besucher, was bestimmt nicht dem organisatorischen Aufwand im Hintergrund gerecht wird. Besonders was die anwesenden Händler anging aber, war ich ein wenig enttäuscht. Es ist schon bezeichnend, wenn nur 2,5 Läden tatsächliche Comic Con anbieten. Ansonsten waren Händler und Artists bunt gemischt, da steckte für mich wenig Konzept oder Idee dem Layout des Showfloors.

Wer für ganztägige Treffen mit Freunden, Shopping und Panels kam, dazu den ein oder anderen Star treffen wollte, kam sicherlich auf seine Kosten. Wer jedoch nur einmal für eine Stunde oder zwei drüberlaufen wollte, muss schon genau hinschauen, um nicht überrollt zu werden von einer riesige Welle Kunststoff. Da verliert man schnell den Überblick und muss schon tief drinstecken in manchen Fandoms, vor allem im Anime-und-Manga-Game – was bei mir eben gar nicht der Fall ist. Womöglich liegt dieser Entfremdungseffekt bei mir auch bei einer gewissen Nerd-Müdigkeit. Vor fünfzehn Jahren hätte mir so ein Event hier bei uns sehnsüchtig gewünscht.

Dennoch: Es gab hier Einiges und der Besuch lohnte sich. Vor allem gefielen mit die Kunstwerke von Sina Rathai, die für ihre NASA-Kunstwerke Stoffe aus ehemaligen Space Shuttle Missionen benutzt – hier griff ich natürlich sofort zu. Ganz tolle Idee! Auch die aus alten Autoteilen hergestellten Figuren haben mir sehr gefallen. Es gab sicherlich ganz viel zu staunen und zu lernen, u.a. gab es ein medizinisches Panel über Supermans Kräfte. Es zeigt sich aber durchaus wieder, wie wichtig einzelne Stimmen wie das Saberprojekt von Tim Dagott oder die Leute von der Jedi Bibliothek sind, um solchen Events Leben einzuhauchen – abseits von Kommerz und Stars. Da hatte im Vergleich die kostenlose FarK dieses Jahr fast mehr zu bieten. Es ist ein zweischneidiges Schwert.