03 Apr, 2025 · Sascha · Fernsehen
Das hatte sich George Lucas sicherlich genau so vorgestellt für die Zukunft von Star Wars, als er 2012 Lucasfilm an Disney verkaufte: Sein ehemaliger Schützling Dave Filoni als Chief Creative Officer, der fröhlich Löcher stopft.
Ich bin zugegebenermaßen ein großer Fan des Expanded Universe und habe über die Jahre immer wieder viel dazu geschrieben. Die neuen Geschichten missfallen mir jedoch oft. Die Krux des neuen Kanons ist, dass – bis auf wenige Ausnahmen wie die High-Republic-Veröffentlichungsoffensive – nahezu alle Geschichten nur noch innerhalb abgesteckter Eckpunkte der Timeline irgendwelche Lücken füllen.
Während Bücher wie Tales from Jabba’s Palace das Universum durch skurrile Figuren und spannende Kniffe bereicherten, geht es in der Anthologieserie Tales of nur noch darum, was mit welcher Figur wann passierte. Ein ständiges “und dann, und dann, und dann”.
Zusammen mit dem lieben Thilo von Antenne Alderaan habe ich ausführliche Podcast-Besprechungen zu sowohl Tales of the Jedi als auch Tales of the Empire aufgenommen. Es gibt durchaus einige positive Aspekte hervorzuheben, besonders die qualitativen Sprünge in Animation und Texturen sind deutlich und willkommen.
Mit der Ausnahme von Count Dookus Prequel-Geschichte aus der ersten Staffel bleiben die restlichen Erzählungen jedoch an der Oberfläche des Machbaren. Die Visions-Kurzgeschichten zeigen, dass auch komplett neue Entwürfe funktionieren können. Warum nicht eine Geschichte über einen Jedi, der an Lukes neuer Akademie studiert? Eine Regierungsintrige in der Neuen Republik? Wo bleiben die Geschichten aus der Alten Republik? Es gäbe so viele Freiräume, doch stattdessen hält man sich konstant am kleinsten gemeinsamen Nenner fest.
Es überrascht daher nicht, dass im dritten Teil der Serie wieder zwei bekannte Figuren auftreten – Cad Bane und Asajj Ventress –, deren Schicksal nur bereits etablierte Fans der Clone Wars-Animationsserie vor die Bildschirme lockt. Gleiches Spiel bei Barriss Offee, einer der Hauptfiguren aus Tales of the Empire: Ihr ungewisses Schicksal bleibt auch nach knapp 40 Minuten zusätzlichem Material genauso offen wie zuvor. Jede Figur, besonders Fan-Favorites, kann schließlich jederzeit zurückkehren – Star Wars operiert inzwischen nach Comic-Logik.
Dazu kommt, dass Asajjs unmotivierter Auftritt in The Bad Batch nun wie ein Backdoor-Pilot wirkt. Ihre Hälfte von Tales of the Underworld bietet zwar definitiv das größere Potenzial, aber auch hier etabliert sich scheinbar schnell wieder eine Post-Order-66-/Lehrer-Schüler-Narrative – alles schon dagewesen. Mit Blick auf das heiß diskutierende Fandom bleibt wohl nur eine Frage: Ist der Schüler nun Jon Na Nawood oder eher doch Baylan Skoll? Wie gesagt: Löcher stopfen.