06 Feb, 2025 · Sascha · Musik
Das letzte Jahr war sehr gut. Es war auch oft gut, weil mich meine Lieblingsband King Gizzard And The Lizard Wizard oft täglich begleitete. Die Band, die bereits Fans kostenlos Alben gab oder aktiv Bootlegger ermutigt und supportet und überhaupt durch ihre kreative Freiheit ein einzigartiges Verhältnis zu ihrer Musik und ihren Anhängern pflegt, begeistert mich mit jedem Release aufs Neue. Und bei 26 Studioalben mit immer wechselnden Genres ergibt sich bei Live-Konzerten jedes mal ein einzigartiger und einmaliger Abend.
Und die Band will das mit allen Fans teilen, nicht nur denen vor Ort. Deshalb wurde die gesamte Nordamerika-Tour auf YouTube gelivestreamt. Es ist ja nicht so, als hätten Fans das nicht schon länger selbst gemacht. In diversen Facebook-Fangruppen fanden sich immer wieder Supergroupies, die der Band hinterher reisen und über Handykameras in Umhändetaschen das Konzert für alle teilten. Das geht der Band natürlich nicht unbemerkt vorbei. Was King Gizzard so einzigartig in meinen Augen daher macht, ist, dass man Diskussionen darüber, wo die Grenze zwischen freiem Austausch und Respekt für die künstlerische Integrität liegt, mit Lichtgeschwindigkeit durchbricht und einfach alle Konzerte selbst livestreamt mit mehreren Kameras und einer richtig anspruchsvollen Produktion mit Live-Switching und einem guten Auge für cineastische Shots in den oft chaotisch anmutenden Live-Interpretationen der Songs.
Mein Lieblingsabend, auch wegen der Setlist, war der Auftritt in Cleveland. Super Stimmung, fantastische Location, Horology Trilogy, kompletter Metal-Closer mit Gila Monster nach Magma Opener und der wohl besten Le Risque Live-Version, die genau die goldene Mitte trifft für mich.
Der offizielle Mitschnitt hat einen leicht besseren Ton, aber das nachträgliche Color Grading gefällt mir nicht.