Dokumentarfilm CLERK über Kevin Smith wird wohl leider nur ein Egotrip - PewPewPew


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Es ist kaum zu glauben. Dieser Mann mit der Cappy, der heute hauptsächlich für tränenreiche Social Media Posts von fremden Filmsets bekannt ist, wurde vor knapp 30 Jahren in einem Atemzug mit Filmgrößen wie Quentin Tarantino, Paul Thomas Anderson oder Richard Linklater genannt. In den Augen mancher ist Kevin Smith tief gefallen, wahrscheinlich würde er denen sogar zustimmen, doch er hat sich laut eigener Aussage gefunden. For better or worse. Zurückgezogen in der Nerdhöhle, wo ihn beim Heimspiel niemand mehr verletzen kann, besuchte den Allrounder ein Kamerateam, um auf drei Jahrzehnte Karriere zurückzublicken.

Natürlich klingt das alles hart formuliert. Aber ich meine es auch so. Selbst beim eigenen Dokumentarfilm macht es sich Smith einfach zu leicht. Der Regisseur, der hier mit ihm zusammen auf Karrierehighlights und Tiefpunkte blickt, ist Malcolm Ingram, ein persönlicher Freund Smiths. Zuvor haben die beiden in den Neunzigern einen Film produziert. Ingram ist darüber hinaus häufiger Gast bei Smiths Podcast. Daher wird Clerk wohl leider nur ein fragliches Puff-Piece, parallel zum bald erscheinenden Abschluss der Clerks-Trilogie, Smiths womöglich letztem Höhepunkt.

Dabei wäre Smith durchaus ein total spannender Charakter, dessen Karriere eine aufrichtige Betrachung verdient. Welchen Einfluss hat Wohlstand auf kreatives Treiben? Wie vielseitig kann Kreatives Schaffen sein und wo die Grenzen gesetzt sind? Wo setzt sich der Mensch selbst bewusst oder unbewusst Grenzen? Wahrscheinlich wird das alles schon irgendwo angerissen, Smith ist und bleibt ja eine gute Seele, trägt sein Herz auf der Zunge. Doch es ist jetzt schon klar, dass nicht zu tief gegraben wird. Emotional wird es schließlich nur noch an Sets von DC-Filmen.