26 Jan, 2026 · Sascha · Toys
Es ist nach langen Gerüchte und einer groß aufgelegten Enthüllung wirklich schwer in Worte zu fassen, wie enttäuschend und peinlich LEGOs neues Smart Bricks System ist – sowohl als Konzept als auch in der Umsetzung. Warum und wieso will ich so kurz festhalten, wie die hoffentliche Lebensdauer dieser Idee in den Verkaufsregalen.
Was sind Smart Bricks? Nun, verkürzt gesagt: Es sind Klemmbausteine, die Geräusche machen. Diese Steine werden ab dem 1. März in drei Sets der Star Wars Themenreihe erhältlich sein. Die Designs sind eigentlich keine Bemerkung wert: Ein klumpiger X-Wing, ein Darth Vaders TIE Advanced ohne Heck sowie ein Kampf zwischen Luke und Vader, der an das allererste Set erinnern soll.
Die genauen Details sind bisher under wraps; bis die Steine in unseren Händen sind, zerlegt und ausgewertet werden können, müssen wir noch Genaueres abwarten. So viel aber sei gesagt: Die aufladbaren Dinger können wohl mithören, es ist ein Mikrofon drin für wohl später folgende Befehle. Besonders enttäuschend: Die Steine haben recht wenig gemein mit dem ikonischen Ben Burtt Sounddesign, sondern geben stattdessen recht beliebige Beeps und Boops von sich. Das sind Geräusche wie aus einer Geburtstagskarte aus den Neunzigerjahren. Null Punkte von der ehrwürdigen PewPewPew-Jury.
Wieso ich sie auch für mich nie ins Augen fassen werde liegt an ihrer Ästhetik. Es sind klobige Steine, die nicht verdeckt werden. Der Stein soll mit Farben und Figuren interagieren können, weshalb er recht offen und prominent “in den Sets liegt”. Die guten Leute von Beyond The Brick haben von allen LEGO-Botschaftern das wohl beste Video gedreht, das die möglichen Interaktionen gut abbildet.
Ich prophezeie, dass die Smart Bricks sich vielleicht dennoch durchsetzen könnten. Die klobigen Super Mario-Figuren, die ich grässlich finde, kommen bei einer jüngeren Zielgruppe sehr gut an. Auch sie können Geräusche machen und mit anderen Bauten interagieren. Womöglich steckt diese Technologie erst in den Kinderschuhen und sie wird noch besser mit den Jahren. Bisher kommt sie für mich nicht in Frage, auch weil die mitgelieferten Minifiguren mit Aufdrucken (aha, dann geht es wohl?) versehen sind, die davor warnen, sie in einen Mülleimer zu werfen – schließlich sind Batterien enthalten.
Kinder sind hier sicherlich die Zielgruppe. Dann aber: Wieso sind die Sets so teuer? LEGO war immer teuer, klar, aber diese Preise ähneln eher denen von Displaymodellen. Dazu wäre natürlich auch der philosophisch größere Kontrapunkt zu nennen, dass Kinder vielleicht selbst mit ihrem Raumschiff durch die Gegend swooshen sollten. Versteht das Traditionsunternehmen noch seine Zielgruppe? Da ist auch die Lizenz keine Hilfe, wenn die Raumschiffe nicht klingen wie im Film. The worst of both worlds quasi.
Markentechnisch verstehe ich es auch nicht so recht. Fast alle elektronischen Sachen aus der Vergangenheit sind vergessen und auch der letzte Versuch mit LEGO Vidiyo scheiterte kläglich. Die Musikapp wurde vorgestern eingestellt, sodass man die gekauften Produkte gar nicht mehr benutzen kann. Auf mich wirkt diese Idee aus dem oberen Management heraus geboren. Es muss etwas Neues her – Innovation steigerte die Umsätze – neue Märkte erschließen – Ahhhh! Obwohl die LEGO Group gar kein börsennotiertes Unternehmen ist, denkt es wie eines. Man kann förmlich den Impetus spüren, Elektrotrends in der Spielzeugbranche hinterherlaufen zu wollen statt sich auf Altbekanntes zu konzentrieren, das sich in der Vergangenheit bewährt hat oder die Qualität der Sets zu erhöhen und auf Fanfeedback einzugehen.