17 Jan, 2026 · Sascha · Fernsehen
Passend zu den Filmhighlights möchte ich auch wieder auf das vorliegende Serienjahr blicken und habe mit großer Enttäuschung festgestellt, dass mich bis auf so ein paar Rückkehrer in teilweise schon echt fortgeschrittenen Staffeln kaum etwas wirklich begeistern kann. Dazu gibt es bisher auch keine wirklichen Highlights an originellen Serien. Wie auch im Film geht im TV der Trend hin zu Sequels, Spin-offs und Revivals. Ich bin mir sicher, dass sich das im Laufe des Jahres noch bessern wird und noch einiges nicht absehbar ist. Doch so beim Jahresstart ist der Überblick etwas trist.
Natürlich werde ich als Millenial und ehemaliger ProSieben-Stammzuschauer die Scrubs– und Malcolm in the Middle-Revivals auschecken. Ich denke eigentlich nicht, dass sich das bei Scrubs auszahlen wird. Malcolm in the Middle hat immerhin mit Bryan Cranston und Jane Kaczmarek zwei Schauspieler, die das Ding vielleicht retten könnten. Die erste Staffel von Monarch: Legacy of Monsters habe ich – und das ist mir selbst wirklich ein Rätsel – ganz treu Woche für Woche mitverfolgt und trotzdem dabei nie wirklich etwas gefühlt. Dass Gareth Edwards für zwei Folgen zückkehrt, ist mir aber Anlass genug, dran zu bleiben. Sollte Tomb Raider dieses Jahr noch erscheinen, wovon ich nicht ausgehe, sollte es auf der Liste eigentlich einen Platz bekommen. Phoebe Waller-Bridge geht immer und Sophie Turner sieht mega aus in der Rolle. Gleiches gilt für die dritte Staffel von Silo, bei der ich hoffnungsvoller bin.
Definitiv zurückkehren wird Dune: Prophecy. Trotz eher mauen Kritiken und keiner messbaren Fanreaktion, selbst unter Herbertheads, produziert HBO die Serie weiter. Für mich nicht nachvollziehbar, aber als Dune-Fan ist man schlechte Adaptionen gewohnt, insofern kommt das auch mit rein. Bei The Handmaid’s Tale war ich nach der zweiten Staffel raus. Ich konzentrierte mich in meinem Anglistikstudium u.a. auf Dystopien und bin daher mit Atwoods Werk sehr wohl vertraut. Dass die Serie diesen guten Anfang verschenkte und den Stoff derart in die Länge zog, empfand ich als nervtötend und sprang ab. The Testaments ist nun ein Spin-off, welches die Geschichte weitererzählt und Chase Infinit in der Hauptrolle (fragt sich, angesichts ihres Breakouts, wie lange noch) hat – nun gut, vielleicht schaue ich da mal wieder rein. Dann gibt es noch Margo’s Got Money Troubles von TV-Legende David E. Kelley mit Elle Fanning als OnlyFans-Model auf AppleTV sowie Bait mit Bait Riz Ahmed auf der Sinnsuche als Schauspieler. Begeistert mich auf anhieb nichts von, könnte aber womöglich doch Potenzial haben. Abwarten!
10. Euphoria – Staffel 3
Ich habe bei Euphoria den Anschluss verpasst. Die zweite Staffel ging an mir vorbei, nachdem ich keine Lust mehr hatte, die gerade so mittelmäßigen Covid-Einzelfolgen da zu schauen. Die Schauspieler haben das eigentlich alle abgehakt und auch Sam Levinson ist nach scheußlichen Film Malcolm & Marie sowie der Serie The Idol mehr als angezählt. Aber Euphoria war schon ein Event und das Finale möchte ich mitholen. Auch fast alle Schauspieler*innen sind weiterhin heiß begehrt und vieldiskutiert, daher dürfte der Diskurs spannend werden. Da will ich dabei sein! Deshalb schafft es die Serie gerade so in die Top 10, fast schon widerwillig.
9. Lanterns – Staffel 1
Ich habe VisionQuest hier an keiner Stelle bisher erwähnt und würde das auch nicht tun, sondern nutze das nun nur als ironische Einleitung, um meiner Abscheu gegenüber Superheldenserien kundzutun. (Ich meine, selbst Spider-Noir wird doch trotz seiner verrückten Prämisse kaum jemanden vom Hocker hauen?) Ich habe keinen Bock mehr auf diese Erzählungen. Aber Lanterns ist die neue Serie von LOST-Schöpfer Damon Lindelof und hat mit Kyle Chandler, Aaron Pierre, Jason Ritter sowie Garret Dillahunt Gesichter, die ich gerne sehe. Das sind schon Argumente. Nathan Fillion ist auch mit dabei, aber er bzw. eher der 20 Jahre alten Fanhype um ihn nervt mich nur noch.
8. Lord of the Flies – Miniserie
Showrunner Jack Thorne kann nach Serien wie This Is England oder der His Dark Materials Adaption für HBO auf eine breite Erfahrung im Serienkosmos zurückblicken und ich bin mir sicher, dass er aus Lord of the Flies eine den ersten Bildern nach zu urteilen sehr stimmige und originalgetreue Adaption produzierte. Das wäre auch mal höchste Zeit und dürfte dazu in die Zeit passen: Zusammen mit Stephen Graham bewies er schließlich bei Adolescence, dass er da ein Gespür für das hat, was das männliche Geschlecht gerade plagt. Dass er nächste Schritt zum Urtext führt, ist für mich nur logisch.
7. A Knight of the Seven Kingdoms – Staffel 1
Kommen wir nun zu Serien, auf die ich mich schon durchaus mehr freue: A Knight fo the Seven Kingdoms! Die Geschichten von Dunk & Egg sind eine süße Möglichkeit, Westeros wieder von einer leichtherzigen Seite zu erkunden, in der Figuren nicht durch engmaschig gezogene Frontlinien getrennt sind. Die Trailer waren allesamt sehr gut. Das dürfte schöner Ritterfluff werden.
6. Blade Runner 2099 – Staffel 1
Die Serie war schon letztes Jahr auf meiner Highlightsliste und deshalb kopiere ich das einfach nochmal hier hin:
Ein Sequel zu Sir Ridley Scotts ewigem Meisterwerk schien lange Zeit ein Sakrileg und dann kamen Denis Villeneuve und Michael Green. Die von Green und Hampton Fancher verfassten Anime-Kurzfilme fand ich höchst interessant. In genau der gleichen Art wie die AniMatrix konnte das Universum klug erweitert werden ohne auf der eigenen Notwendigkeit zu beharren.
Fans großer Franchise konnten in den letzten Jahren vermehrt animierte Projekte ihrer Lieblingswelten betreten, größtenteils unbemerkt einer größeren Öffentlichkeit. So war es auch bei Blade Runner: Black Lotus. Ich kenne niemanden, der darüber jemals ein Wort verlor. Aber ich werde nochmal vor Blade Runner 2099 reinschauen. Ich bin aber grundsätzlich kein Freund des großen Zeitsprungs; dazu kann das Format Fernsehn dieser Vision nicht gerecht werden. Ich setze auch kein Vertrauen in die unerfahrene Showrunnerin Silka Luisa.
Dennoch bin ich natürlich gespannt, wie die Serie am Ende aussehen wird und was sie zu erzählen hat. Der größte Reiz für mich ist tatsächlich der Cast: Tom Burke, Michelle Yeoh und Hunter Schafer, die wohl für ein Cyberpunk-Narrativ geboren wurde.
5. Dark Matter – Staffel 2
Für mich war Dark Matter eine der großen Überraschungen im Serienjahr 2024. Ich sehe Joel Edgerton sehr gerne und halte ihn für einen der besten Schauspieler seiner Generation. Wenige können diese besondere Art von müder Gebrochenheit so gut spielen wie er, was perfekt zur Figur Jason Dessen passt. Der Physiker ist erschöpft, weil er sich als Opfer eines besonderen Verbrechens durch etliche Paralleluniversen kämpfen muss, um wieder einen Weg zu seiner eigenen Welt und Familie zu finden. Dark Matter ist nicht unbedingt großartig, hat aber zwei Momente bzw. Wendungen, die extrem kicken und die ich so niemals kommen sah. Besonders ab der vierten Episode beginnt die Erzählung wirklich spannende Wendungen einzubauen und davon könnte es unbedingt bitte wieder mehr geben. Von diesen kreativen Alternate History Momenten gab es trotz einigen Spielereien immer noch nicht genug. Die Serie endete sehr einvernehmlich und man hätte das auch bei einer Staffel belassen können. Da es nun aber weitergeht, bin ich sehr gespannt, welch krassen Momente da noch auf uns Zuschauer warten.
4. From – Staffel 4
Es gibt auf diesem Blog zu wenig zu From, der Serie, die ich von Beginn an leidenschaftlich begleitete und die mich im Spirit (wenn auch nicht hinsichtlich ihrer Qualität) in Teilen oft an LOST erinnert. Das liegt bestimmt an Regisseur und Produzent Jack Bender, der dieses ABC/Network-Feeling immer noch wie damals elevated, aber auch dem schrecklich spannenden Schicksal der Hauptfiguren. Nach den Entwicklungen in der dritten Staffel wäre ich tatsächlich bereit, dass die Serie mal bald endet. Bisher ist das eine ausgewogene Mischung aus Melodrama und Horror, die zwar in die Länge gezogen wird wie Kaugummi, aber dennoch nie langweilig wurde. Die vierte Staffel sollte nun endlich mehr Antworten liefern und die Geschichte gut zu Ende bringen. Außerdem brauchen wir wieder mehr Todesmomente und eine Eskalation der Gefahresituation. Zum Beispiel ein Reveal, dass diese Amulette nie in Wirklichkeit funktionierten oder was es mit diesen Spinnenweben auf sich hatte. Einfach … mehr! An der Kleinstadt hat man sich als Zuschauer inzwsichen etwas sattgesehen und es bräuchte frischen Wind.
3. Star City – Staffel 1
Star City wird gleichermaßen Spin-off und Prequel sein: In Der Serie For All Mankind landen die Soviets zuerst vor den Amerikanern auf dem Mond. Diese alternative Timeline geht davon aus, dass der russische Raketenkonstrukteur Sergei Koroljow nicht bei seiner OP im Jahr 1996 stirbt und die Sowjetunion daher durch seine Künste weiterhin die Nase vorn hat im Space Race. For All Mankind beginnt mit unseren NASA-Helden, die die Landung live im TV sehen. Star City soll die andere Seite beleuchten und das Wettrennen zum Mond im Yuri Gagarin Cosmonaut Training Center in dieser Welt zeigen. Rhys Ifans übernimmt die Hauptrolle. Worauf ich mich besonders freue ist die Rückkehr zum Design und der Ästhetik der 1960-Jahre.
2. House of the Dragon – Staffel 3
Ja, es ist schon richtig, dass da etwas in der zweiten Staffel am Ende fehlt. Das hatte man gemerkt. Aber bis dahin fand ich auch die zweite Staffel von House of the Dragon extrem unterhaltend und grandios geschrieben. Die Geschichte ist ja schon bekannt, weshalb angesichts des Plots die Serie bei mir weiterhin hoch im Kurs steht: Die dritte Staffel wird wohl direkt mit einer riesigen Schlacht beginnen und mit einem series defining highlight enden. Nach vier Staffeln wird Schluss sein, daher sind meine Erwartungen enorm hoch. Olivia Cooke, Emma D’Arcy und Matt Smith bocken extrem in diesen Rollen.
1. For All Mankind – Staffel 5
Am Ende der vierten Staffel For All Mankind springt die Serie ins Jahr 2012. Zwischen jeder Staffel vergeht immer ungefähr ein Jahrzehnt und der Kicker am Ende mit der Musik von M83 gehört zu meinen Lieblingsserienmomenten aller Zeiten. Ganz ehrlich, so könnte man auch das Ganze enden. Doch da es nun weitergeht, stellen sich mir so viele Fragen! Verlassen wir den Mars und wenden uns den Gasgiganten zu? Fliegt Margo zum Titan? Oder gibt es einen Unabhängigkeitskrieg der neuen Marsianer? Läuft am Ende alles auf eine Reise hin zu Alpha Centauri? Wie schrecklich wird das Uropa-Makeup von Joel Kinneman diese Staffel aussehen? Nein, aber ehrlich: Keine Serie hat mir in den letzten Jahren so viel Spaß gemacht wie For All Mankind und ich freue mich so sehr, dass es dieses Jahr endlich wieder weitergeht.