Stefan Raab kehrt zurück. Leider nicht ins Fernsehen, sondern nur einmalig auf die Bühne am 18. Oktober 2018 in Köln. Und ich werde dabei sein. Gerade habe ich mir Karten für dieses großartige Event gekauft, bei dem etliche Raab-Begleiter und Gäste aus dem Showbusiness auftauchen werden. Raab war schon immer mehr Showman als alles andere und ich bin ein riesiger Fan seines pompösen Gehabes, weshalb mein Hype für dieses Event nicht unbedingt gering ist. Der kölsche Jung war der größte Komiker, Stand-up kann er auch nicht, moderieren war so lala und Interviews, besonders auf Englisch, waren in seinen letzten Jahren immer wieder ein glatter Autounfall. Und trotzdem bin ich ein immenser Fan des Kölners. Raab ist ein echter self-made man, dessen verbissenen Ehrgeiz insbesondere bei Wettkämpfen ich immer gut nachvollziehen konnte.

Seine kreativen Showeinfälle, später durch alljährlichen ProSieben-Zwang totgesendet, waren urkomisch und mitreißend. Seine frühen Raab in Gefahr Segmente reichen sicherlich nur zum Kichern, haben bei mir aber aus Nostalgiegründen irgendwie Kultstatus. Will sagen: Ich freue mich riesig. Raab wird sich extrem ins Zeug legen, um dort eine gute Show abzuliefern. Wenn er musikalisch wird, wurde ich ohnehin noch nie enttäuscht.

Raabs größtes Problem, vor allem gegen Ende seiner Fernsehkarriere, war die offen zur Schau getragene Lustlosigkeit. TvTotal verkam zur buchstäblichen Dauerwerbesendung für ProSieben-Events und Kram der Gäste. Es fehlte an Witz, Geist und Willen. All das erwarte ich in rund einem Jahr. Ich glaube, der hat Bock.