06 Sep, 2012 · Sascha · Fernsehen
Clara schreibt mir:
guten tag sascha,
ich hätte eine bitte an dich, könntest du diesen offenen brief an die öffentlich-rechtlichen tv-sender auf deinen blog posten? [...]
Clara ist noch Schülerin der 10. Klasse, was diesen Brief noch wichtiger macht, weil sie noch mehr “Zukunft ist” als ich. Außerdem bin ich angehender Lehrer und wenn Schüler so etwas tolles fabrizieren, bin ich sofort gewillt da mal bisschen Werbung für zu machen. Stimme dem Brief natürlich in jedem Wort zu. Deutschland kann Qualitätsfernsehen machen, aber die Frage ist, ob die Verantwortlichen das auch wollen.
Sehr geehrte Verantwortliche der Öffenttlich-Rechtlichen Sender,
“Denken Sie daran einen deutschen Ableger ihres Senders HBO ins Leben zu rufen?”, wurde der Chef eben dieses amerikanischen Erfolgssenders gefragt. Seine Antwort darauf war: “Wieso sollte ich, wenn die ARD und das ZDF kein ordentliches Fernsehen machen, ist es euer Problem.”¹
In dem Artikel der TV Spielfilm², der mich auf die Idee gebracht hat, diesen Brief zu schreiben, stand auch, dass Deutschland die Chance auf eigenes hochkarätiges Fernsehen hat, ähnlich dem, welches HBO oder auch die BBC produzieren. Zusätzlich wurden drei Sender genannt, die sich zu einem deutschen HBO mausern könnten. Denn ein Erfolgsgeheimnis für gutes und anspruchsvolles Fernsehen liegt darin, nicht von Quoten abhängig zu sein und dementsprechend auch Experimente wagen zu können.
Diese Vorraussetzung erfüllen in Deutschland, neben Sky, die Öffentlich-Rechtlichen. Es ist eine Freiheit, die Ihnen unglaubliche Möglichkeiten bietet und sie außerdem privilegiert. Dieses Privileg sollten Sie nutzen allein schon in Ihrem eigenen Interesse, denn Ihre Daseinsberechtigung besteht nur noch darin, dass Sie die Tagesschau produzieren, zur Belustigung der Senioren beitragen und hin und wieder mal einen guten Tatort liefern.
Wenn Sie also wieder als bedeutende Fernsehsender gelten wollen, die zu Recht die Plätze eins und zwei auf unseren Fernbedienungen belegen und das nicht nur in den Altersheimen der Republik, dann seien Sie mutig!
Sie haben den Freiraum, um großartige Serien und Filme zu produzieren und ich bin sicher, dass es genügend kreative, junge Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler gibt, die sich riesig über die Chance freuen würden, gutes Fernsehen machen zu können! Auch bin ich mir sicher, dass niemand, der heute die GEZ-Gebühren bezahlt, sich darüber aufregen wird, dass Sie neue Pfade beschreiten, selbst wenn es kein Erfolg werden sollte.
Und wenn Sie diese Pfade beschreiten, dann machen Sie auch darauf aufmerksam!
Zeigen Sie, was Sie haben und zwar nicht zu undankbaren Zeiten (Anm.: Beispiel 1 und 2), sondern zur Primetime und nicht auf einem der kleinen Ableger, sondern im Hauptprogramm! Und wenn Sie diese Highlights in Ihrem eigenen Programm ankündigen, dann bitte auch im Geiste der Sendung und nicht wie den neuen Rosemunde-Pilcher-Film, denn damit haben Sie schon potentielle Zuschauer verloren und falsche Erwartungen bei Ihren Zuschauern geweckt.
Bitte tun Sie sich und uns den Gefallen, endlich gutes Fernsehen genießen zu können, ohne extra dafür bezahlen zu müssen und geben Sie uns die Hoffnung in das deutsche Fernsehen wieder, das gefühlt nur noch der akuten Volksverdummung oder als Schlafmittel für die über 60-Jährigen dient. Lasst uns nicht mehr in dem Glauben, nur die Amerikaner und Briten können hochkarätiges Fernsehen machen und zeigen Sie, dass Ihnen nicht nur die alte Generation wichtig ist, sondern auch die Hoffnung auf eine Zukunft Ihnen etwas bedeutet!Mit freundlichen Grüßen,
Clara Siepmann¹ Bezug auf ”Fernsehen für Profis” von Rüdiger Meyer, erschienen in der TV Spielfilm XXL 18/12, Seiten 8-9.
² Rüdiger Meyer, aaO.
Ich habe Clara gefragt, ob Sie damit einverstanden ist, wenn ich ihre Mail-Adresse veröffentliche und sie hat zugestimmt und um Feedback gebeten. Dann mal auf. Kommentare gehen natürlich auch. Und einen Blog sollte sie sich auch anschaffen, wenn es nach mir geht.
Recht hat das Mädchen! Und das sage ich schon seit Jahren! Wenn ich mir die Kurzfilme der ifs oder der Filmakademie ansehe, dann mangelt es nicht an Ideen, sondern an Investoren. Durch das verkorkste deutsche System der Filmförderungen ist das Geld nur in den Händen der GEZ und der Länder. Und solange die noch von alten verkrusteten Deppen geleitet werden, wird sich auch in Deutschland nix tun.
Überraschenderweise hat ausgerechnet Ex-RTL Chef Zeiler vor kurzem im Interview gesagt, dass das dt. Fernsehen in einer Sackgasse steckt und Dokutainment und Scripted Reality ein Ende finden müssen.
Tja… da hat er Recht! Leider leitet aber die Schäferkordt RTL… und die führt einen rigideren Sparkurs als Angela Merkel…
Furchtbares Interview mit Schäferkordt hier: http://www.sueddeutsche.de/kultur/rtl-anke-schaeferkordt-im-gespraech-wir-ernten-die-fruechte-1.127397
Yep. Absolut wünschens- und unterstützenswert. Sie hat eindeutig Recht damit, dass gerade die jüngere Generation GEZ für nichts und wieder nichts zahlt und das Programm bei weitem nicht dem Bedürfnis der meisten potentiellen Zuschauer angepasst ist. Viel Erfolg!
Super Ansatz! Es ist ja schon erschreckend, wie sehr sich die ÖR in die private Schiene zwängt. Deswegen bin ich sehr, sehr hungrig nach Inhalten und einer mitreissenden Wissens- oder Philosophiesendung. Bildung und Unterhaltung sind einander näher als man es vermutet. Es bedarf einer großen Menge an jungen Leuten, die sich Gehör verschaffen und dieser offene Brief scheint mir ein schöner Anfang zu sein. Es mangelt ja nicht an guten Beispielen. Weiter so!!
Ziemlich gut geschrieben. Allerdings wird mit keinem Wort Phoenix erwähnt. Oder Arte. Gerade für Phoenix produzieren die öffentlich-rechtlichen ziemlich aufwändige, teure Dokumentationen. Klar, kein Vergleich mit den “großen Amerikanern”. Filme und Serien auf ARD und ZDF sind und bleiben schlecht. Aber so richtig schlecht. Das alles ist totes Material und verschwendetes Geld. Deutsche TV-Produzenten haben weder den Mumm, noch das Wissen, große Unterhaltung zu bringen. ARD und ZDF sind bloß so langweilig wie das Land, in dem gedreht wird.
Man ignoriert sehr leicht, dass es durchaus hervorragende Serien in der Primetime gibt – z.B. “KDD-Kriminaldauerdienst”. Auf Seiten der ARD wäre z.B. auch “Berlin, Berlin” zu nennen, für die, die’s etwas leichter mögen. Hat einen Emmy gewonnen. Ebenso die Miniserie “Die Wölfe” vom ZDF. Wenn die Leute da dann nicht einschalten muss man sich nicht wundern, wenn die nächste Produktion vergleichbarer Qualität nur noch bei Arte o.ä. läuft oder eben gar nicht erst produziert wird. Die Einstellung, die ÖR seien Fernsehen für Leute über 60 ist eine selbsterfüllende Prophezeihung. Wer nicht hinschaut, wenn’s was Interessantes gibt, der muss sich nicht wundern, wenn Fernsehen für die, die hinschauen gemacht wird.
Da hat Clara absolut Recht! Es wäre wünschenswert, wenn die Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender diesen gelungenen Brief nicht nur zur Kenntnis sondern sich auch zu Herzen nehmen. Vermutlich nur eine vergebene Hoffnung, aber wie wir alle wissen: Die Hoffnung stirbt zuletzt ;)
ARD und ZDF haben sich schon ab und zu etwas getraut. Leider findet das aber häufig nicht das Publikum. Ich erinnere an den “KDD – Kriminaldauerdienst” im Zweiten. Das war eine grandiose Serie. Natürlich müssen sich ARD und ZDF mehr trauen. Aber ein bisschen Publikumsbeschimpfung wäre hier an dieser Stelle auch angebracht.
Das tragische ist ja, dass die gutes TV machen könnten… es aber nicht tun :(
Offener Brief einer Schülerin an ARD und ZDF…
Sascha hat Post von Clara Siepmann, einer Schülerin der 10. Klasse, bekommen, mit der Bitte einen offenen Brief ans öffentlich-rechtliche Fernsehen in seinem Blog zu veröffentlichen. Bei dem was die junge Frau dann schreibt, fällt es natürlich nicht sc…
Guter Brief, sie hat vollkommen recht – weshalb ich das ganze auch weiter verbloggt habe: http://eay.li/1lw
Und ich hoffe mal, der Brief ist auch direkt zu ARD und ZDF (und den Dritten?) geschickt worden.
Ich hätte es wohl nicht so milde ausgedrückt aber ich stimme in allen Punkten zu. Allerdings habe ich die Hoffnung (und das fernseh schauen) seit 4 Jahren aufgegeben. Mit nur ein bisschen Intelligenz ist es einfach nicht zu ertragen. Bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen ich mit dem Programm in Berührung komme, stellt sich bei mir jedes Mal sofort ein Ekelgefühl ein.
Kritik an RTL und Co finde ich prinzipiell sehr unangebracht, da es sich um private Sender handelt. Diese sind verpflichtet das zu senden, womit sie sich am Besten über Wasser halten können. Das ist bei einem Querschnitt durch unsere heutige Gesellschaft leider auch viel “Unterschichtenfernsehn”.
Bei den öffentlich-Rechtlichen liegt das Problem an den viel zu hohen laufenden Kosten!!
Es ist halt teuer, wenn jeder Sender (RBB, MDR, SWR; BR etc.) eigene Verwaltungs- (Geldvernichtungs) maschinen besitzt. Da würde auch ein zentrales Studio in Berlin reichen, aus dem alle Landesschaus gesendet werden, die aus von freien Journalisten in den Bundesländern recherchiert werden.
Ebenfalls bedenklich ist die teure Berichterstattung von Champions League und Olympia. Für Olympia reisten dieses Jahr erstmals mehr Öffentlich-Rechtliche Mitarbeiter als Sportler aus Deutschland nach London. Das darf einfach nicht sein!!! Zudem kostet es halt einfach viel Geld, wenn man immer mit allen Angestellten in den besten Hotels absteigt oder sich ganze Kreuzfahrtschiffe mietet (Olympia 2000).
–> Es würde auch reichen, wenn ARD ODER ZDF nach London reist.
Wenn man sich die BBC oder das ORF anschaut, ist es anscheinend möglich, mit wesentlich weniger Ausgaben gutes Öffentlich-Rechtliches TV zu machen.
Tv Spielfilm <3
Für die Vollprogramme (ARD/ZDF/Dritte) mag das stimmen, aber grade bei den Digitalkanälen hat sich doch unheimlich was getan in den letzten Jahren. Einsfestival, EinsPlus, ZDFNeo und ZDFKultur haben viel jüngeres und alternatives Programm (Spielshows, viele viele Festival- und KonzertStreams, Dokus, gute Serien etc pp) und heben sich damit erfrischend von den Vollprogrammen ab. Diese produzieren natürlich 0815 Zeug, da Omma Gerda einfach nur Fernseher an machen und zwischen 1,2 oder 3 wählen muss.
Ich denke jüngere Zuschauer werden da als aktiver und Technikaffiner angesehen und finden auch die Digitalkanäle bzw. deren Streams.
Als ich vor 7 Jahren bei den ÖR angefangen habe hätte ich das ausnahmslos unterschrieben. Inzwischen sehe ich die ÖR da aber auf dem richtigen Weg, wenn auch noch lange nicht am Ziel.
Naiv. Was meistens gut is. Ich mag die ;)
Bravo Clara! – In der Tat trauen sich die über die GEZ finanzierten Sender nur in den verschiedenen Nischenprogrammen wie z.B. ZDFneo etwas mehr zu. Eine Belebung und vor allem ein spürbarer Unterschied zu all den hohlen, werbefinanzierten Mainstreamsendern sollte man von öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten erwarten dürfen, ja müssen. Diesbezüglich meine volle Zustimmung.
Aber! Unsere Gesellschaft wird älter. Das heißt dann demographischer Wandel. Es ist halt so, daß ARD und ZDF dem Rechnung tragen. Zumal sich ja viele junge TV-Konsumenten mit den privaten Sendern sehr einverstanden erklären wie die Einschaltquoten dokumentieren.
Wer heutzutage ein bestimmtes auf ihn bzw. auf sie zugeschnittenes Programm konsumieren möchte, kann das in der Regel auch. Aber gerade diese “Segmentierung” stellt das eigentliche Problem dar. Medien sollten informieren, und gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist das Aufgabe. Doch leider beugen sich immer mehr Verantwortliche vermeintlichem Quotendruck.
Mit Einführung werbefinanzierter Sender war abzusehen, daß das Niveau verflachen musste. Das führt auch dazu, daß sich Intendanten gegenüber den Rundfunkräten rechtfertigen müssen, warum sie für immer weniger werdende Zuschauenzahlen immer mehr Gelder haben wollen. Das Problem ist die konsequente Durchökonomisierung unseres Lebens. Der Tribut, den wir dafür zahlen, ist der Verlust an Kultur und Innovation.
Ich hoffe sehr, daß Clara sich entscheidet, ein Journalistikstudium in Angriff zu nehmen, dann den Gang durch die Institutionen antritt und hoffentlich kurz vor ihrer Verrentung ein wenig verbessern konnte.
Man muss bei solchen Aktion imer im Auge behalten, dass die privaten Sender In D einiges dafür tun, gegen die Öffentlich-Rechtlichen zu schießen. Auch und gerade im Social-Media-Bereich. Ich weiß nicht, ob dieser offene Brief insgeheim Teil einer solchen Kampagne ist, aber man sollte es nicht ganz außer Acht lassen. SOO schlecht sind ARDZDFect. ja gar nicht. Sie könnten besser sein, ja. Und sich an HBO und der BBC orientieren ist NIE falsch. Aber lasst die Kirche im Dorf. Auch Du, @Clara.
Ich kann den Brief uneingeschränkt unterschreiben. Habe ihn soeben auch mit der Bitte um Weiterverteilung auf Facebook verlinkt.
Grüße CL
Jörg: Die Demografie in den BBC-Hauptzielgruppen-Ländern dürfte mit der in Deutschland vergleichbar sein.
@All die die Spartensender ansprechen: Denkt ihr es macht zum gegenwärtigen Zeitpunkt irgend einen Sinn, eine teuer&aufwändig produzierte Sendung in Auftrag zu geben, damit diese von lediglich ein paar tausend Leuten auf einem Sender gesehen wird, den viele der Leute nicht empfangen können oder kennen? Wenn man sowas produziert hat, will es auch beworben werden und einen attraktiven Sendeplatz haben…
Liebe Clara: Ja, aber….
Ja: die öffentlich-rechtlichen Sender sollten mehr auf Qualität und Vielfalt setzen. Qualität, weil sie nicht auf Werbeeinnahmen und höchste Quoten angewiesen sind. Vielfalt, weil die örS einen Auftrag für alle haben, nicht nur für die, die am lautesten schreien oder die wirksamste Lobbyarbeit treiben. Auch sollte der Verwaltungsüberbau zugunsten der eigentlichen Macher, Kreative wie Technik, reduziert werden.
Aber: bitte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Auch Gruppen wie Senioren haben ein Recht auf ihnen gemäße Sendungen (tunlichst auf hohem Niveau). Und bitte nicht ein Programm nach dem “Bedürfnis der meisten potentiellen Zuschauer” (siehe ein Kommentar). Es gibt schon genug Castingshows, Musiksendungen, Talk-(besser: Quassel-)Runden und Selbstdarsteller.
Eine Bitte: damit wir sinnvoll diskutieren können, wäre es gut, Ross und Reiter zu nennen. Also Beispiele für gelungene und misslungene Sendungen samt Gründen für die jeweilige Bewertung. Salopp gesagt: wie sich etliche Kommentatoren auskotzen, kotzt mich an. Die reden viel und sagen nichts. Bitte konkret werden!
Ich vermute, dann wird sich herausstellen, dass die örS eine enormes Verbesserungspotenzial besitzen, aber dennoch besser sind, als manche wahrhaben wollen. Und nicht vergessen: Ohne Bereitschaft zu gegenseitiger Rücksichtnahme und Kompromissen werden immer zu viele Zuschauer auf der Strecke bleiben.
Die Diskussion ist eröffnet. Äußert euch.
Habe mehrere Jahre in UK gelebt und bin jetzt seit 2 Jahren in Kanada und lade jeden gerne ein sich mal ueber einen laengeren Zeitraum mit den Fernsehkulturen auseinanderzusetzen. Was am Standard-BBC Programm so toll und viel besser sein toll erschliesst sich mir meistens nicht. Klar, die haben ein paar Show-Highlights im Jahr, aber die muessen ja auch viele, viele Stunden Sendezeit fuellen. Und wer glaubt, dass HBO nur aus ‘The Wire’ oder ‘Boardwalk Empire’ besteht der kann sich dann die 15-18 Stunden Dauerwiederholungen am Tag anschauen, die man vorgesetzt bekommt, inklu der knapp 4 monatigen ‘Sommerpause’ wo man offenbar per Gesetz kein attraktives Programm senden darf. Schade auch, dass PBS eigentlich nie in der Diskussion auftaucht, da die ja einem oeffentlich-rechtlichen Modell eigentlich naeher stehen als die gewinnorientierten Sender wie AMC oder HBO. Die deutsche Fernsehkultur schneidet eigentlich gar nicht so schlecht ab. Wenn ARDZDF nicht ALLE innovativen Programme aus den Hauptsendern ins digitale Angebot verlagern wuerden und das Standardprogramm ein bisschen besser gestalten waeren die vorne mit dabei. Wie gesagt, Clara, Auslandsjahr in England, USA oder Kanada verbringen und dann vergleichen-denn junge Zuschauer sucht man in den Laendern auch vergeblich :)
Ich glaube nicht, dass es die Zehntklässlerin tatsächlich gibt. Trotzdem ein guter Text.
Das ÖR TV hat doch – in fairness – zum Teil griechische Verhältnisse! Wenn du da zum Vehikel gehörst, hast du es geschafft. Damit ist es ineffizient, es wird zu viel Geld hinaus geschmissen, und Leute haben “Versorgungsposten”, auch aus politischen Gründen zb Proporz. Es gibt viele Parallelen zum ORF, dort kann man die Zustände in Reinkultur studieren.
Drum wird auch oft nach Abschaffung und Privatisierung gerufen, denn über die Politkaste herrscht bereits privater Einfluss von Cliquen.
Mir ist auch öfter eine ungemeine Arroganz begegnet, denn die Person hat den Posten und entscheidet, und muss sich nicht einmal vor einem Markt rechtfertigen.
Dazu kommt privater Einfluss zugunsten von Künstlern. Es ist fast unmöglich, eine gerechte und objektive Entscheidung zu treffen, welcher Sänger, Komponist, Drehbuchautor, Produzent usw. die Bandbreite der Woche bekommen soll.
Nach aussen hin sieht man eine nicht nachvollziehbare Überhöhung irgend einer Avantgarde, besonders beim ORF, und eine tiefe Verachtung des “Kommerzes”. Das halte ich für vollkommen bekloppt und vor allem destruktiv. Erstens stellt sich allzu oft heraus, dass die Avantgarde in Wirklichkeit auf Promibeziehungen beruht, wo Verwandschaft noch über der Kunst steht, oder es sich um den geschmacklichen Egotrip eines Apparatschiks handelt, der mangels Konkurrenz in abgesteckten Gefilden den Leuten seinen depperten Geschmack rein drücken will.
Und da zeigt sich die Unvernunft, die in der Verachtung und Denunzierung erfolgreicher Künstler als Kommerz steckt. Denn ohne Erfolg ist niemand jemals relevant und wird nie etwas bewirken. Und – das Fernsehen in D und A ist so kaputt, dass es keinen Erfolg erschaffen kann, nur einen kurzzeitigen Trash-Hype. Was sollen die ganzen Onkel-Typen und Zicken-Tanten?! Das ist fürwahr zum Kotzen, das ist KEIN künstlerischer Erfolg sondern Schlafmittel und Quotenprostitution.
Wir haben auch nicht das geringste davon, dass irgend ein Avantgarde-Typ im Ausland ein paar gute Kritiken von Intellektuellen bekommt. Da ist schon die Politik vor.
Für mich ist genauso fraglich, ob Lena ohne Promiverwandtschaft irgend einen Erfolg gehabt hätte!
Man muss es leider extra sagen: Es geht um die Mainstream Qualität.
Der Irrtum lautet, dass Mainstream “Unterschichtenfernsehen” bedeutet. Es wurde nur dazu gemacht, aus mehreren, jedoch niemals guten Gründen.
Das ÖR Fernsehen müsste seinen Kulturauftrag zusätzlich so verstehen, dass das eine Annäherung der Menschen bedeutet, also wie hier zu bemerken, besonders die Kluft zwischen Senioren und Jüngeren zu verkleinern, indem man das Tabu bricht, dass die nicht gemeinsam vor der Glotze sitzen können, wenn was relevantes und kurzweiliges gezeigt wird. Für die Jüngeren bedeutet das, genauer hinzusehen, und Dinge zu entdecken, auch wenn sie einem nicht wie Nutella ums Maul geschmiert werden, und auf den ersten Blick nicht cool sind, und für die Älteren, ihre Wahrnehmung nicht einschlafen zu lassen, und sich moderneren Darstellungen der Welt und Kultur zu öffnen. Das bedeutet natürlich einen Bedarf an Knowhow und Analyse. Es bedeutet eine Politik, die die Generationen nicht spaltet und wirtschaftlich gegen einander ausspielt. Das steckt dahinter, warum wird das nicht angegriffen, sondern immer nur auf dem Zoff Trittbrett gefahren?
Die Frage ist auch, hat das ÖR TV überhaupt eine Identität ausserhalb der Regierungsparteien? Oder dient alle Oberfläche nur dem Verbergen der Abhängigkeiten?
Engagierte Journalisten nützen ja nichts, wenn sie per Interventionitis zurück gepfiffen werden.
Aber welche Identät wäre das überhaupt? Die einer Kulturclique und Schattenregierung der Eliten? Das betrifft alle heutigen Gesellschaften.
Der Unterschied ist nur in der Offensichtlichkeit, und der Kritikfähigkeit.
Ein gefährlicher Faktor ist der Import, und zwar wegen des versteckten Protektionismus. Viele Shows werden zu Preisen angeboten, die nicht real sein können, aber auch zum Teil der Grösse des Herstellerlandes zu verdanken sind, wo eben die Spitze hoch und die Wirkung gross ist – wenn man sich entschliesst, zu klotzen statt zu kleckern. Aber gerade in der Kultur gibt es Unterschiede und lokale Interessen, von denen die Gesellschaft abhängt, die nun mal eine Mediengesellschaft ist. Da mit der Globalwalze drüberzufahren, sollten sich die Menschen nicht gefallen lassen. Denn – wer bin ICH denn, wo ist MEINE Identität? Die Verbindung eines deutschen Jugendlichen mit dem Justin Bieber der Saison ist wesentlich trügerischer und weniger Zusammenhalt stiftend als die eines amerikanischen Zusehers!
Die Privatsender machen Gegengeschäfte, und je nachdem, sind sich die Zuseher viel zu wenig bewusst, dass hier Politdynastien dahinter stecken, mit einseitigen internationalen Beziehungen, die sich nur hinter den Kulissen betätigen, aber nicht ihr Gesicht der Öffentlichkeit zeigen.
Die Öffentlichen haben das Nachsehen, ihnen fehlt diese Unterstützung, deren Preis natürlich politischer Einfluss ist. Das Budget-Druckmittel gegenüber den Öffentlichen Machern wirkt hingegen meist negativ, nicht positiv wie bei den Privaten.
http://www.youtube.com/watch?v=8XU6WyZTcrI
Diese Show, die demographisch eine Mischung aus Dome und Stadel darstellt, ist der faszinierende Gegenentwurf zu unserem offenbar veralteten Fernsehen hier. Sie zeigt, dass dieses private Netzwerk in Wahrheit viele Aufgaben erfüllt, die bei uns die Öffentlichen wahrnehmen _sollten_. Sie fördern Zusammenhalt und lokale Kultur, und halten den Trash auf einem Level, der nicht beleidigt, und niemanden wie einen Affen vorführt. Das Budget ist sehr begrenzt, aber es ist alles Live. Der Stil ist für uns natürlich teils “World Music”, aber sollte man mal ansehen, sehr abgerundet und opulent. Das Publikum lärmt wirklich so, Beweis durch zahllose fan-cams. Die künstlerischen Ideen für 2 Stunden netto pro Woche alleine diese Show, sind mit grossem Engagement und mit Freude am Schaffen ausgedacht. Die Künstler – obwohl meist Angestellte – zeigen keinerlei “Ostblock” Verhalten, sondern sind mit einer riesigen Begeisterung dabei, als eingeschworenes Team, und das spürt man. Der Oligarch zeigt sein Gesicht, rechtfertigt sich, und teilt seine Vorstellungen offen mit, und ist am Feedback interessiert, um die Zuseher einzubeziehen. Da er öffentliche gesellschaftliche Zustimmung braucht, muss er auch etwas bieten, das sich positiv auf seine Gesellschaft auswirkt, und damit verbietet sich genau der Trash, der in unseren Privatsendern spukt, und damit verbietet sich die Arroganz, die auch im ÖR herrscht. Zugleich gibt es harten Wettbewerb durch ein ähnliches Netzwerk.
Das Beispiel sollte sich das Publikum einmal ansehen, denn bei den Fernsehmachern ist jede Liebesmüh verloren. Es geht nur was, wenn auch das letzte Publikum mit den Zappern abstimmt, und sich am besten über internationale Online-Angebote unterhält.
Also ich war jetzt 10 Tage in Asien und durfte dort im Hotel mir HBO Asia zuführen. Ich kann nur sagen, es ist der Knaller. Ein Programm zum Verlieben in höchster Qualität. Davon ist man hier noch Lichtjahre entfernt.
Die Frage ist ja ob ARD & ZDF überhaupt Interesse haben den jungen Zuseher mit solch einem Programm zu Erobern. Der Umgang mit dem Internet, Smartphones, PlayStations,Laptops etc. produziert ja ein ganz anderen Umgang mit der Unterhaltung bei der jungen Generation. Da spielt der TV mit all seinen Sendern ja nur einen Teil im Gesamtkonsum. Wenn sich also ARD & ZDF im Quotenkampf sein Programm gestaltet, ist doch klar das mit der älteren Gerneration wesentlich schneller und einfacher Anteile zu sichern sind. Nur muss auch klar sein, das dieser Markt irgendwann austrocknet und dann ARD & ZDF bei weiten nicht mehr den Stellenwert bei der aufrückenende Generation haben.
“Denn ein Erfolgsgeheimnis für gutes und anspruchsvolles Fernsehen liegt darin, nicht von Quoten abhängig zu sein und dementsprechend auch Experimente wagen zu können.”
Was ist denn der Indikator für gutes Fernsehen, wenn nicht die Quote?
In Deutschland kann man keine Amerikanischen Geschichten schreiben. Hier zulande gibt es nun einmal kein Baltimore oder New York – bestenfalls ein Portland (Oregon).
Zu welchen Themen könnte man wohl in Deutschland dramatische Geschichten erzählen? Müsste man dafür nicht etwas negativ werden und die Dinge von Ihrer schlechtesten Seite zeigen? Geht das hier z.B. mit den schlimmsten Auswüchsen der Religion? Im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen? Bestimmt nicht ohne dass sich die Autoren anhören müssen, sie hätten schon den Zug für diese Menschen auf einem Gleis geparkt.
Und wie steht es mit der Komödie? Schon 1819 hat sich der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer in seinem Buch „Die Welt als Wille und Vorstellung“ darüber beklagt, dass sich die albernen deutschen „Hanswürste“ aufzuwerten versuchen, in dem sie ihre Darbietung mit dem englischen Wort „Comedian“ betiteln.
Über 100 Jahre später führt der einzige Weg aus der Albernheit für Deutsche über die vollkommende Imitation der angelsächsischen Vorbilder. Harald Schmidt ist David Letterman in Gestik, Mimik und Sprachrhythmus bis rauf zur runden Brille.
Einen Comedian mit der Auffassungsgabe eines Ricky Gervais, dem die BBC „The Office“ zu verdanken hat, wird man in Deutschland schwer imitieren können. Seine Serien und auch sein geniales Hollywood-Debüt: „The Invention Of Lying“ über eine Welt in der niemand lügen kann, sind den allerwenigsten Deutschen überhaupt ein Begriff. Bei HBO hat er mit der animierten Trickfilm-Version seines erfolgreichen Podcasts eine der lustigsten Sendungen aller Zeiten geschaffen. Nebenbei bemerkt, eine Sendung die sich wohl unmöglich ins Deutsche übersetzen lässt.
Ich hoffe der Brief kommt an. Meine Gebühren sehe ich tagtäglich verschwendet (außer bei arte). Selbstfeiernde Preisverleihungen (Dt. Radiopreis, Echo), Unterstützung der Sportmafia (Bundesliga), Billigproduktionen im Kinderfernsehen (die nur der Merchandisingindustrie gut tun) – unsere zwangsbezahlten Sender scheinen nur aus Korruption und Wahnsinn zu bestehen.
wie unkreativ und schnarchnasig die verantwortlichen Redakteure sind, zeigt sich doch schon wieder “fantastisch” an dem Beispiel des Wiederauferlebenlassens eines Spiel-/Quizshow-Formats aus den 80er Jahren -> Die Pyramide
Seeehr innovativ und natürlich müssen wieder sogenannte Promis dafür herhalten um evtl. den ein oder anderen Zehntelprozentpunkt Quote herauszuquetschen…. einfach nur armselig
Jo, schon schön irgendwie. Andererseits: im Gegensatz zu dem was uns gewisse Menschen in der TV-Werbeindustrie seit vielen Jahren einredeten, steckt ein Großteil der Kaufkraft nun einmal in den Brieftaschen der alten Säcke und Säckinnen. Das Programm für die zu optimieren, ist kaufmännisch betrachtet also nicht das Unklügtste. Zudem ist der Fernsehmarkt ja auch ein “Markt” von Angebot und Nachfrage. Würden die Menschen in Scharen zu Angeboten des Types strömen, wie sie die junge Dame propagiert, gäbe es sicherlich viele Fernsehmacher, die das auch hierzulande produzieren würden (und ihre Controller würden sie dafür loben).
Die immer wieder – auch in diesem Brief – hochgelobten Formate von Sendern wie HBO stellen übrigens auch in den USA nicht die Mehrheit des Programmangebots dar. Im Tagesschnitt und über alle Sender hinweg läuft da vermutlich genauso viel “preiswert” Produziertes wie bei uns in D …
Selbstverständlich könnten die ÖR-Medien sagen: “Kümmert uns alles nicht. Wir haben ja die Gebühren, machen einfach gutes Programm und schielen nicht auf die Quote.” Ich befürchte nur, dass sie dadurch nicht weniger in der Kritik stehen würden, als heute. Die Kritiker wären nur andere … und vielleicht sogar zahlreicher.
BBC besser als ARD+ZDF und ihre Spartenkanäle? Ahahahahahaha. Die Frau hat doch keine Ahnung.
Klar bin ich für Qualitäts-TV, kann dieses auch per Sky sehen – dort kommt auch sehr viel Schrott.
Aber auch auf ARD-/ZDF, Arte und Phoenix kommen sehr gute Sachen. In den ARD/ZDF-Digitalkanälen kommen auch sehr gute Sachen – Wiederholungen, die man vorher noch nicht gesehen hatte oder gerne noch einmal ansieht.
HBO ist ein PayTV-Sender, der seine Zielgruppe hat. Dementsprechend kann HBO seine Programme entwickeln.
ARD/ZDF bedienen die gesamte Bevölkerung, zumindest als Auftrag.
Würden sich die Sender auf “Qualitätsfernsehen” beschränken, würde sich dies vermutlich in den (niedrigen) Quoten niederschlagen – diese Art von TV hat wohl nur eine eingeschränkte Fanbasis.
Die niedrigen Quoten sind dann sicher Auslöser für Diskussionen, dass ARD/ZDF mit den “Zwangsgebühren” am Publikum vorbeiproduziert.
Wem soll man es Recht machen?
Vorab etwas allgemein Wichtiges: Die ÖR Sender sind offen für Kritik. Wenn man innovative Sendungen unterstützen, oder konkrete Beschwerden einreichen möchte, wendet man sich tatsächlich am besten an den Zuschauerservice von ARD und ZDF*. Bitte solche Briefe auch dorthin schicken. Die registrieren das und so etwas wird dort eher wahrgenommen als über andere Wege (Blogs).
Den Brief finde ich sehr gut und spricht sicher manchem von uns aus der Seele. Für mich ist das Programm der Sender meistens erst nach 23 Uhr erträglich (Kultursendungen und so ein Zeug). Natürlich sollte man 3Sat, Arte und allen voran ZDF Neo nicht außer Acht lassen. Schade ist jedoch, dass diese Sender nach wie vor nur Nischen im TV-Alltag darstellen. ZDF Neo kann ich nicht mal mit DVBT empfangen. :/
Was fehlt, sind tatsächlich große und vor allem gute Produktionen. Hier fällt mir keine konkrete TV-Produktion ein, die mich von den Socken gehauen hätte. (Manchmal werden tolle Filmproduktionen von ARD Degeto oder dem ZDF Fernsehspiel gefördert, aber Kino ist noch ein anderes Thema.) Und mit den Top-Sendungen von BBC und HBO kann das deutsche Fernsehen bei weitem nicht mithalten. Erinnert mich auch gleich an diese Spitfire-Werbung: http://www.spitfireale.co.uk/uploads/spitfire-ads/main/157-german-sitcom.jpg
In Anbetracht der Tatsache, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu den am besten ausgestatteten/finanzierten Senderfamilien weltweit zählt, ist das Hauptprogramm der Sender ein Armutszeugnis.
*Links:
http://www.ard.de/home/kontakt/-/id=6424/w13kxy/index.html
http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/Service-und-Hilfe/8075320/21494042/43c7be/Kontakt-zum-ZDF.html)
Ich hab denen schon mal geschrieben aber offensichtlich will man nicht reagieren. Einerseits beschweren sich die öffentlich rechtlichen darüber das ihnen “die jungen” Zuschauer weglaufen. Andererseits rühren sie aber auch keinen Finger um dies zu ändern.
Sollen sie doch die weiß der Geier wievielte Wiederholung von Heinz Rühmanns Feuerzangenbowle senden besser wird die dadurch nicht auch das gesammte Programm ändert sich nicht.
Ein Hoch auf die Rentnersender ARD/ZDF. Einer so schlecht wie der andere und das seit zig Jahren.
Das Problem ist in Deutschland ja auch: Das gesamte System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird in einer unerträglichen Regelmäßigkeit durch das Trash-Programm der Privaten bestätigt. Wenn ich mir anschaue, was da für ein Schrott produziert wird, habe ich ernsthafte Bedenken gegen jede Reform, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schwächt.
Auf der anderen Seite: ARD und ZDF haben den Auftrag der Grundversorgung. Das heißt, sie müssen ein Programm produzieren, das möglichst alle Bevölkerungsschichten erreicht. Senioren genauso wie Kinder, Akademiker wie Ungelernte. Eine einheitliche inhaltliche Linie ist schon deshalb gar nicht möglich und Schwankungen in der Wahrnehmung der Qualität sind systembedingt.
Ich sehe das ähnlich wie teekay. Es gibt ein Programm mit dem man BBC schauen kann, egal wo man ist, und was soll man sagen… so wirklich umhauen tut es mich nicht. Klar habe ich ein paar Serien bei der BBC die ich liebe, und sie produzieren ja sehr gute Sachen. Aber nicht ausschließlich. Der Großteil… nunja. HBO und AMC ähnlich, ein paar Hits, und dann vermutlich viele eher mäßigen Sendungen. Bei uns kommen dann meist halt nur die guten Sachen (wenn überhaupt) an, und dann schauen die Sender eben auch gut aus.
Übrigens hat BBC ja auch ziemlich hohe Einnahmen durch Sendungen wie Doctor Who und Top Gear, der Markt ist quasi die ganze Welt. An wen können denn die Deutschen verkaufen? So werden die Briten vermutlich auch deutlich mehr Geld zur Verfügung haben.
Nebenbei ist irgendein ÖR eigentlich immer an dem neuestem Lars von Trier Film beteiligt, und auch viele andere guten Produktionen sind irgendwo auch mit ÖR Geldern finanziert worden. Weiß man eben nicht. Genauso eben wie auch die Spartensender oft übersehen werden.
Ich lebte eine Zeit lang in Finnland und nun in Südostasien, und was soll ich sagen. Das finnische Fernsehen… nicht sehr überzeugend. Und hier in Südostasien bereue ich es fast einen Fernseher gekauft zu haben. Der dient hauptsächlich dazu die ZDF Mediathek anzuzeigen. Das Fernsehprogramm hier ist unterirdisch und extrem zensiert, wobei das Niveau doch ein gutes Stück höher ist als bei den Privaten in Deutschland. Nur hochwertige Sendungen und Filme gibt es nicht, bis auf 2 vom BBC gekaufte Produktionen (sonst läuft die x-te Wiederholung von Americas Funniest Homemovies und dutzende Sendungen wie Wipeout (man denke an Takeshis Castle)).
An die Qualität der ÖR kommt vermutlich kaum ein Sender ran, bis auf evtl. ein paar Pay per View Sender in den USA. Das liegt nun eben leider nicht an Eigenproduktionen, aber die Einkäufer leisten sehr gute Arbeit. Nur dass sowas eben in der Regel weit nach Mitternacht ausgestrahlt wird (dafür eben völlig unzensiert, was ja auch etwas wert ist). Allerdings ist ein Videorekorder oder Arbeitslosigkeit/ein Studentenleben (zumindest wenn man geschickt Kurse belegt hat) Pflicht um davon auch etwas zu haben. Zumindest helfen die Spartensender inzwischen nach, und senden auch zu besseren Zeiten ein tolles Programm. Wo laufen denn Sendungen wie Six Feet Under, Mad Men oder Breaking Bad? Immer ein ÖR (zugegebenermaßen hat sich zuerst VOX mit SFU versucht, anfangs mit viel Werbung, allerdings im Laufe der Zeit zu immer schlechteren Sendezeiten, bis dann die letzten Staffeln ohne Ankündigung weit nach Mitternacht ihre Premiere feierten. Sicherlich auch mangels Publikum). (Im übrigen waren auch etliche der DTCP Produktionen und Ausstrahlungen bei den Privaten ziemlich gut, aber ich glaube das läuft auch nicht mehr.)
Jedenfalls wäre das ÖR eins der Hauptgründe für mich wieder nach Deutschland zurückzukehren. Man muss eben nur wissen was man meiden muss (ARD vor Mitternacht, ZDF vor 22 Uhr, Spartensender kann man eigentlich meist anschauen, und die Dritten gehen nach dem 8:15 Slot (also kurz vor 22 Uhr) oftmals auch.
Guter Vorschlag, hoffe das regt zum denken an. Ich bin ja schon froh dass es seit gewisser Zeit zumindest einen Radiosender (in Bayern) gibt, der Erste, welcher junge Leute als Zielgruppe hat (EgoFM). Was ein langsamer Fortschritt.
Am Montag lief “Soul Kitchen” um 20:15 Uhr in der ARD. Ein Film, co-produziert vom NDR, an einem prominenten Sendeplatz.
Im Mittwochskino der ARD lief vor kurzem u.a. “Homevideo”, es gab im vergangenen Jahr die Mehrteiler “Im Angesicht des Verbrechens” und im ZDF “Die Wölfe”.
Die Serie “Der Tatortreiniger” wurde zwar erst unprominent im Nachtprogramm der Dritten, später dann aber doch an Pfingsten zu relativ guten Sendezeiten in der ARD gezeigt.
Die neuen Doku-Projekte des ZDF “ZDFzoom”, “TerraX” und “planet.e” sind auch Beispiele, wie die ö.r. Sendeanstalten beginnen, ihren “jüngeren” Zuschauern ein sehenswertes Programmangebot aufzubauen.
Die Digitalkanäle beherbergen zwischenzeitlich auch jede Menge “Fernsehperlen”, die einen Blick lohnen: Zum Beispiel “Pixelmacher”, “German Angst”, “Bambule”, “Bauerfeind” oder (wer’s mag) “NeoParadise” von und mit Joko & Klaas, oder “SWR Latenight” und “Es geht um mein Leben” mit Pierre M. Krause.
Außerdem sind dort auch viele musikalische Highlights verortet, zum Beispiel das “SWR New Pop Festival” aus Baden-Baden oder “Auf den Dächern”, sowie Liveübertragungen und Aufzeichnungen aller wichtigen Rock&Pop-Festivals des Jahres.
Auch bei den Talkshows hat sich einiges getan: “Roche & Böhmermann”, “Bauerfeind 28:30″ und “1Live Talk mit Frau Heinrich” sind vorwiegend für’s junge und jüngere Publikum gemacht.
Dass die Produktion innovativer Serien und Spielfilme noch so hakt und so selten vorkommen, liegt auch mit daran, dass die ARD und das ZDF “ihren Altstars” treu ist und diese regelmäßig mit auf deren Möglichkeiten zugeschnittenes Drehbuchmaterial zuspielt und auf den Schirm holt. So sind Schauspieler wie z.B. “Götz George”, “Christine Neubauer”, “Marianne Sägebrecht” oder “Christiane Hörbiger” jährlich mit mindestens 2 bis 5 Spielfilmen in der ARD, “Marielle Millowitsch”, “Dominik Raacke”, “Wayne Carpendale”, “Armin Rohde” und “Walter Sittler” mit einer ebensolchen Anzahl an Drehaufträgen vom ZDF “versorgt”. Dies verhindert natürlich freies Kapital für Experimente in großem Maße – zum Beispiel für eine experimentierfreudige Serie wie “Mad Men”, “Sherlock” oder “Downton Abbey”.
Es gibt bereits “gute, deutsche, öffentlich-rechtliche” Produktionen und Sendungen, man muß sie nur “finden”. Aber Clara hat recht: Sie sind zu versteckt, zu selten – und deswegen “leider” zu oft am Publikum vorbei-produziert und -gesendet.
Der Wunsch der jungen Dame ist absolut berechtigt.
Allerdings habe ich die Hoffnung längst aufgegeben und schon vor Jahren sowohl Radio wie auch Fernseher abgeschaft – GEZ darf ich aber weiterhin zahlen.
Und ich fürchte, es wird sich aller Wünsche zutm Trotz auch nichts ändern.
Irgendwie und ein bisschen hat sie ja schon recht, aber es klingt auch etwas drastischer, als es eigentlich ist. Wie oben schon mehrfach erwähnt gibt es mit Arte, Phoenix, ZDF Info, ZDF Doku und ZDF neo einige Kanäle die mutig und informativ sind. Gut, es wird auch richtig erkannt, dass es sich um Spartenkanäle handelt – aber einen Kanal machen immer auch ein wenig die Zuschauer zum Spartenkanal. Und das mit der Primetime… na gut, als Net-Citizen bin ich nicht im Besitz eines ordinären Fernsehempfanggerätes; ich schaue wann und wie und wo ich will per Mediathek und Co. Und übrigens sehe ich HBO und BBC qualitativ nicht unbedingt an der Spitze der Evolution der Unterhaltungs- und Informationssender. Die haben auch ihre Leichen im Keller, gell!
Insofern: Gut gedacht, aber irgendwie geht mir der Brief zu sehr den ausgetretenen Pfad der eintönigen, omnipotenten Fernsehkritik. Und – no offense – eigentlich ist der Brief nur sympathisch, weil eine 10-Klässlerin den bereits seit vielen Jahren andauernden Niedergang der Qualität im deutschen Fernsehen (allgemein!) erkannt hat. Andererseits auch beruhigend, dass sich die Jugend Gedanken darüber macht und in der Lage ist, diese auch zu artikulieren.
cheers
Peter E. Hack
ein Glück, dass ich meine freizeit mit kreativität,meinen Tieren und arbeit fülle, und mir über so einen quatsch, wie das * Fernsehen* keine gadanken machen muss ^^
Nachtrag – schaue gerne die 3Sat “HiTec – Dokumentationen” an.
Sind gut gemachte, informative Sendungen mit Niveau.
Leider werden immer wieder die gleichen Sendungen wiederholt – vermutlich wird jede Sendung fünf Mail pro Jahr wiederholt.
Mail an die Redaktion – warum so viele Wiederholungen, keine neuen Sendungen?
“Wir haben leider ein geringes Budget”
Da frage ich mich – warum werden meine GEZ-Gebühren nicht für Qualitätsbeiträge wie HiTec verwendet?
Alleine mit den Ausgaben für die Champions League des ZDF könnte man Qualitätsfernsehen rund um die Uhr mit wenigen Wiederholungen ausstrahlen.
Hoffnung – an die Intendanz schreiben und mailen und gute Sendungen benennen, umso eher kommt da was. Nachfrage belebt hoffentlich die Qualität
Bravo, gefällt mir gut! Kann ich sofort unterschreiben. :-) Als Schauspieler werden wir ja sowieso nur noch in “Quotenschädel oder nicht” eingeteilt. (Und da ist es egal, ob Dich die Leute nur kennen, weil Du öffentlich Krabbeltiere frisst und auch oft egal, ob Du überhaupt was kannst.) Da sieht man dann eben immer wieder die selben 5 Kollegen, die manchmal auch schon gar keiner mehr sehen will. Ich denke auch, wir haben in diesem Land viel mehr Möglichkeiten und sollten sie nutzen.
Fernsehen ist was Frau und Mann daraus macht. Es stimmt nicht das die Begründung für hohe Quoten die Qualität der Sendungen ist sondern die Langeweile und die Alternativlosigkeit. Fernsehehn wurde einst auch als Bildungsmedium verstanden. Der Umkehrschluss bedeutet: es wird einfach kein Wert mehr auf Bildung gelegt. Volksverdummung durch ein Mindestmaß von qualitativ hochwertigen Sendungen. Ein verdummtes Volk ist nicht mehr Souverän und das ist die Absicht der alten Männer und Frauen in den Führungspositionen. Erschreckend das dieses Denken und Handeln mittlerweile auf eine neue nur scheinbar junge Generation durchgeschlagen hat. Da verdirbt Geld jegliche Absicht auf Veränderung. Ist der Posten erst bezogen wird geklammert anstatt vorwärts gedacht und gehandelt. Der betörende Glanz der Dummheit blendet und lässt den Konsumenten verblöden. Liebe Clara vielen Dank für Deinen Brief!!! Ich wünsche Dir und uns weiter Wut und Mut die auch im öffentlichen Raum zu äußern.
Glückliche Clara, wenn sie keine anderen Probleme hat!!!!!!!!!!!!!!
Einer der Vorrschreiber will Ross und Reiter genannt haben, bitteschön:
Gestern, Samstagabend, 8.9.2012 Primetime, 20.15 Uhr
ARD: VOLKSMUSIK, HANSI HINTERSEER
ZDF: 1,2,3!-Kindersendung im Zweiten
… Und dafür zahlen wir GEZ, bzw. ab 2013 jeder Haushalt Zwangsgebühren
Da hilft m.E. nur auswandern, wenn sich nicht Entscheidendes ändert
Clara, willst du mich heiraten?
Nein, aber mal im Ernst, sie hat schon recht, deutscjes Fernsehen hätte eigentlich so viel Potenzial. Es fehlt eben die Risikobereitschaft und das Marketing, hab zum Beispiel letztens erst zufällig mitbekommen dass,”Lammbock” und “Soul Kitchen” gelaufen sind. Gibt schon jetzt viele gute deutsche Produktionen, die auch ohne diesen Tatort-08/15-Müll auskommen.
Gruß von einem 17-Jährigen.
Leute mit Ideen nutzen heutzutage viel lieber das Internet, um ihre Ideen zu veröffentlichen. Daher sollten die ÖR mal machen, was sie wollen, denn Amerika ist mal wieder einen Schritt voraus und zeigt, dass Low-Budget-Produktionen, die nur online veröffentlicht werden, sehr erfolgreich sind (The Guild, Dr. Horrible’s Sing Along Blog). Man benötigt nur EINEN halbwegs bekannten Darsteller und dann läuft das auch. Nur hat man kein deutsches Pendant zu beispielsweise einer Felicia Day, die ihre Bekanntheit maßgeblich durch das Internet ausgebaut hat.
Es gibt außerdem UNHEIMLICH viele intelligente Menschen in Deutschland, die ihr wahres Potenzial leider nicht abrufen können, da sie durch das deutsche Bildungssystem zu sehr eingeschränkt sind, da dieses nur 0815-Schüler mit guten Noten fördert. Querdenker werden ausgegrenzt und kriegen schlechte Noten. Um diese Leute schert sich dann niemand. Aber das ist eine ganz andere Diskussion.
Was Qualitätsfernsehen angeht. Solche Sachen sind meist sehr innovativ und haben eine Fanbase, die eher kleiner ist, als das Durchschnittspublikum. Sowas können sich die ÖR nicht leisten und machen deshalb lieber Volksfernsehen – das ist am Ende doch weitaus profitabler als irgendein Nischenkram. Dinge von jungen Leuten wird nur von jungen Leuten geschaut und die werden nun mal immer weniger. Der “Durchschnittsdeutsche” ist zudem sehr, na ja, möchtegern-intellektuell und sieht etwas innovatives erst als Qualität, wenn es sehr bekannt ist und es jeder toll findet. Neuen Sachen ist man ja immer abgeneigt und man beschwert sich darüber.
Was ich damit sagen will: Für kreative, junge Leute bietet das Internet mehr Möglichkeiten als die ÖR. Und die ÖR sollten gar nicht erst probieren, HBO etc. zu kopieren, da die Amis sowas einfach am besten können und garantiert mehr Ouoten bekommen werden als ARD/ZDF und co. mit ähnlichen Versuchen.
Recht hat sie in dem Punkt, dass das die öffentlich rechtlichen sehr viel ungenutztes oder verschwendetes Potential haben und da tatsächlich mehr möglich ist.
ABER:
Es gibt auch tatsächlich ein haufen sehr guter Sachen neben der Tagesschau und dem Tatort, z.B. zdf ZOOM, Titel-Thesen-Tempramente, div. Talkshows (die vllt. 10-Klässer überfordern und auch def. nicht für die Rentner gemacht werden). Und wer sagt, dass die Amis oder die Briten gutes Fernsehen machen? Wer mal länger in einem der beiden Länder war (und ich war in beiden Ländern länger) wird feststellen, dass das Fernsehen dort der mega Trash ist. RTL zum quadrat und zwar auf allen Sendern. Und es kommt gefühlt doppelt soviel Werbung wie Sendeinhalt… also, alles was ich mir fürs Fernsehen wünsche ist, dass es auf garkeinen Fall so wird wie in den USA oder GB…
Clara, du hast Recht. Leider dind die besten Sendezeiten für die Merkels, Schäubles und die weiteren korrupten A*** dieser Republik reserviert. Das is die beste Zeit und mit Eurorettung und diesem unheilvollem Eurosch*** zuzulullen. Damit die abgehängten dieser Gesellschaft die Fresse halten
und sich fügen, gibts noch Hartz-Tv auf den Privaten…..
Würden die öffentlich rechtlichen das tun wofür sie unabhängig sind(nämlich das Volk wachzu rütteln und klar zu sagen wie schlimm es um uns steht) , glaube mir, dann stehen selbst die braven Deutschen auf….
Das vielgelobte HBO ist ein Privatsender (im Besitz von Time Warner), für den man sehr wohl bezahlen muss. Der Brief und die Situation von ARD/ZDF sind eher ein Argument für die Abschaffung derselben, als für einen weiteren Versuch, in dieser Bürokratiemaschine noch irgendetwas zu richten.
Ich gehöre zu diesen im Brief erwähnten jungen, kreativen Filmschaffenden und kämpfe seit Jahren um Jobs in diversen Projekten auch in den ÖR. Doch abgesehen von Praktika hat man es schwer einen Fuß in die Tür zu bekommen. Die Praktika halten auch bei weitem nicht das, was sie versprechen. Im Gegenteil. Ich kann das Wort Praktikum schon nicht mehr hören, so viele habe ich schon hinter mir. Und so bleibt einem als kreativer Regisseur keine andere Wahl als auf das Internet auszuweichen.
Klasse Brief, vielleicht rüttelt er endlich die Programmdirektion wach. Dass die Öffentlich-Rechtlichen im Stande sind, tolle Formate zu produzieren, spreche ich ihnen nicht ab. Das Problem sehe ich vielmehr darin, dass diese in Randzeiten oder nciht von jederman empfangbare Spartenprogramme gepackt werden. zdf_neo ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber warum wird das “junge” Publikum ausgelagert? Sollten wir nicht auch zur Zielgruppe des “Ersten” und “Zweiten” gehören? Leider kennen viele die neuen Digitalsender noch nicht einmal!
Nach einem halbjährigem Auslandsaufenthalt in den USA habe ich, zurück in Deutschland, erst mal meinen Fernseher verschenkt. Ich stimme Clara vollkommen zu!
Mich würde mal interessieren, wieviel vom Gesamtbudget der Sender wirklich in die Produktion vom Programm geht und wieviel in die Verwaltung oder einen “Wasserkopf”.
Die Sender müssen ja angeblich immer mehr sparen. Warum? – Die Gebühren werden doch nicht weniger, sondern eher mehr. Trotzdem werden die Budgets für Filme und Serien städnig gekürzt. Kann mir das mal einer erklären?
Ist ja nett gemeint, aber der Ansatz ist naiv. Die Öffentlich-Rechtlichen haben als Zielgruppe sicherlich nicht 10. Klässler im Visier, denn davon gibt es weit weniger, als Rentner, Frührentner, Mittfuffziger oder Altachtundsechziger. ARD und ZDF sind demographisch anders ausgerichtet – Hochglanzproduktionen für einen Bruchteil des demographischen Spektrums sind einfach nicht drin, vor allem auf Grund der Finanzierung durch GEZ-Gebühren.
Ich lebe seit fast 2 Jahren in Irland und habe in Ermangelung genügend irischer TV-Sender (3 oder 4 glaub ich) das komplette UK-Programm und fast alles Sky-Sender.
Nach 2 Jahre mit diesem TV-Programm muss ich sagen, dass die zwar einige gute Sachen mal dazwischen haben (zu fast 95 % von HBO oder amerikanischen Sendern), aber uns hier auch bergeweise mit Mist und/oder elendigen Wiederholungen zuwerfen.
Es ist anderswo also nicht unbedingt besser als zuhause in Deutschland.
Jedes Mal wenn ich dann mal zuhause in Deutschland bin, bin ich erstaunt, wieviel Mist mal wieder im TV läuft. Und das quer über alle Sender, nicht nur die Privaten, sondern auch die ÖR.
Es ist nicht alles schlecht. Wie schon mehrfach erwähnt wurde, gibt es die Sender wie Phönix, ZDF Neo und Co. die echt gutes Material haben, aber leider oft auch zu nachtschlafener Zeit.
Es muss auf jeden Fall etwas in der deutschen TV-Landschaft passieren, damit wir nicht so langsam nach und nach verblöden.
Und wer, wenn nicht die ÖR, sollten doch endlich mal ihre Möglichkeiten nutzen und gutem Film-Nachwuchs Chancen geben, was tolles für die Prime-Time zu produzieren.
Ich bin zur Zeit echt froh, dass ich durch meinen Umzug nach Irland keine Gema-Gebühren mehr zahlen muss.
Stimme voll mit TeeKay ueberein.
Zunaechst einmal muss ich aber Clara loben, sie hat unheimich viel Mut aufgebracht und sich toll engagiert, weiter so.
ABER, leider fand ich Deine Meinung schlecht recherchiert.
Ich lebe in den USA und arbeite fuer unseren oeffentlich-rechtlichen PBS Schwestersender als Produzentin.
ARD/ZDF kann man in keinem Fall mit HBO vergleichen. HBO ist ein privater Sender, den man nur beziehen kann, wenn man sich in den USA teures, privates Kabelfernsehen leistet. Dazu muss man dann auch noch HBO selber abbonieren, nochmal teures Geld, was dann zusammen im Monat einige hundert Dollar kosten kann. HBO kann so schoene Programme herstellen, weil sie eben so viel Geld verdienen. Ebenfalls in der gleichen Sparte liegt Showtime, bekannt fuer die geniale Serie Dexter.
Ein Vergleich mit den amerikanischen oeffentlichen Sendern waere da viel angebrachter, denn diese produzieren zwar einige wunderbare Programme, allerdings sind diese auch eher auf die aeltere Generation ausgerichtet – oder auf die ganz jungen. Ausnahmen bestaetigen hier natuerlich die Regel. Einige schoene Produktionen gibt es dort dann schon, aber das kann man ja, wie Du auch erwaehnst, im deutschen Fernsehen ab und zu mitbekommen.
Trotzdem muss ich Dich hier eben mal kuerz ruegen, denn die Recherche, liebe Clara, lag leider daneben. Die ARD und ZDF mit privaten, millionen schweren Produzenten wie HBO zu vergleichen, ist Dir leider nicht gelungen.
Ich verstehe allerdings, was Du damit bezwecken moechtest. Die Idee ist gut. Ich stimme voll mir Dir ueberein, dass oeffentlich-rechtliche Sender mehr Wert auf juengere Zuschauer legen sollte.
Aber wenn Du hoffst, demnaechst eine deutsche Game Of Thrones oder True Blood Produktion zu sehen, muss ich Dich enttaeuschen. :-)
Ja, das ARD und ZDF sollten mutiger werden! Wenigstens so mutig, wie sie es einmal waren!
@Reinhard
also das Gesamtbudget der ÖR ist ca. 9 Milliarden Euro pro Jahr (nur durch eure Gebühren. Werbung machen die inzwischen ja auch obwohl es ursprünglich ja verboten war. Hier wurden einfach die Gesetze entsprechend “angepasst” von den Politikern die – um die ganze ÖR-Sache noch komplizierter, unflexibler und teurer machen – mit in den Verwaltungsräten der Länder sitzen und trotz völliger Ahnungslosigkeit mitbestimmen können.
was gestrichen werden könnte ist meiner Meinung nach ganz einfach. Schaut man sich die
inflationäre Entwicklung der Anzahl der öffentlich-rechtlichen Radio und TV Sender in Deutschland an kann man nur den Kopf schütteln. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/36329/umfrage/radiosender-anzahl-oeffentlich-rechtliche-und-private-seit-1987/
Hier mal ein paar Haarsträubende Auszüge aus der ÖR Verschwendungssucht:
- öffentlich-rechtliche Radiosender: 62
- öffentlich-rechtliche TV Kanäle: 36
- Die Anknüpfung der Gebührenpflicht an das “Vorhalten” eines “Rundfunkempfangsgerätes” ist antiquiert und absurd. Die GEZ könnte abgeschafft und die Kosten von ca. 300 Mio. Euro im Jahr eingespart werden.
- Jauch kassiert 4500 Euro pro Minute (ca. 10 Mio. Vertrag) (hätte es sicher günstigere gegeben)
Polit-Magazinen kommt „Fakt“ (MDR) mit 3284 Euro pro Sendeminute
„Monitor“ dagegen verbraucht 5009 Euro – 52 Prozent mehr.
„Anne Will“ ist mit 3164 Euro
Menschen bei Maischberger“ (1552 Euro)
Maybrit Illner“ (ZDF, 1893 Euro).
- 450.000 Euro bekommt Monica Lierhaus dafür bekommen, dass sie für die ARD-Fernsehlotterie wirbt. Bischen viel für die paar Minuten Arbeit!! (einer meiner pers. Favoriten)
- Innerhalb der Gebührenperiode (2009 bis 2012) hat sich der Aufwand für die Spartenkanäle (ZDFneo, ZDFinfo und ZDFtheaterkanal) sogar versiebenfacht.
- Onlinekosten: 610 Millionen Euro. So werden für die Seite „sportschau.de“ allein in diesem Jahr 1,75 Millionen Euro, für „boerseard.de“ 1,48 Mio. Euro und für die Digitalkanäle 1,17 Mio. Euro bewilligt. Für neue Portale wie „KiKaninchen“ und „KiKaplus“ gibt es jährlich 500 000 Euro.
- Der ARD-Videotext kostet den Gebührenzahler in diesem Jahr stolze 78 Mio. Euro.
- Aus aktuellem Anlass (Stichwort Rente): Allein für Kosten der Altersversorgung wollen die Anstalten 228,7 Millionen Euro mehr. Insgesamt erhalten ARD und ZDF bis 2012 unglaubliche 2,35 Milliarden Euro allein für Pensionskosten. Durch geringere Zinserträge fehlen bei der Altersvorsorge 320 Millionen Euro. Aus den Gebühren erhält die ARD deshalb seit Jahren extra einen zweckgebundenen Anteil von 25 Cent.
- Sport ist mit Abstand der größte Kostenblock (Z.B. im ersten Fernsehprogramm 27,7 % der Erstsende-Selbstkosten, Stand 2010) und da außer Fussball ja nichts brauchbares in der Sportschau kommt ist klar wer die abstrusen Gehälter der Herren Fussballer bezahlt. Danke ÖR…
Auch wenn man nur kurz an der Oberfläche kratzt sieht man schnell dass hier durch Korruption und Parteieinfluss einiges schief läuft. Ziel der ÖR sollte ursprünglich mal dazu dienen die Menschen in Deutschland mit einem minimum an Informationen zu versorgen. Von Geld zum Fenster raus werfen (Pokerspiele um millionenschwere Fussballrechte etc.) und Unterhaltung war nie die Rede. Außerdem sollen die ÖR keine Konkurrenz zu den privaten sein. Sie sollten eigentlich unabhängig sein. Ist leider nicht (mehr) der Fall.
Man sollte ganz einfach die Wahl haben ob man für so ein Sender zahlt oder nicht. Dann können die von mir aus auch das nächste Dschungel Camp ausstrahlen. Die sollten sich auf dem Markt genauso rechtfertigen müssen wie jeder private Sender auch.. dann ist die Motivation ganz anders, an der Qualität des Senders zu arbeiten. Das Problem ist man wird es nie schaffen den Geschmack von jedem Zuschauer zu treffen auch wenn Tatort noch so toll sein soll. Irgenwelchen Leuten gefällt es nicht und die müssen dann für etwas Zahlen was sie nicht nutzen wollen!
Liebe Clara!
Ich selbst arbeite in der Medien-/TV-Branche und habe einen netten Einblick in jene.
ARD und ZDF mögen nicht das Potential zu einem “HBO”-Kanal haben, denn ihre Art der Finanzierung ist eine andere und ich vermute, dass die Aufträge an einen Sender wie HBO, oder generell die Aufträge an Sendeanstalten im Ausland anders ausfallen, als der Gesetzgeber in Deutschland es von den ÖR-Sendern (und auch den Privaten) fordert.
In Deutschland müssen die Sender Bildung, Information, Unterhaltung und xxxxx (ich vergesse Nummer 4 stets) in einem festgelegten Maß liefern. Ein Sender darf also nicht ausschließlich Unterhaltung oder nur Bildung senden. Das ist sehr wichtig, denn im zweiten Weltkrieg wurden die Medien für Meinungsmache und Propaganda missbraucht, danach wollte mit dem sog. Adenauer-Fernsehen weiterhin die Politik in den Medien mitmischen. Das hat man erfolgreich unterbunden – und darauf sollten wir stolz sein. Man sollte auch wissen, was die Medien NICHT tun.
Zugegebenermaßen hat man viele viele Jahre den öffentlich-rechtlichen Zug in eine Sackgasse gefahren. Besonders um die junge Zielgruppe hat man sich wenig bemüht.
Der Weg heraus führt, und das machen die ÖRs hier gar nicht mal so schlecht, über die Spartensender. Schau dich mal in der Senderlandschaft um, wie viele ÖR-Spartenkanäle es gibt – es sind beeindruckend viele. Und ihr Programm ist auch für junge Menschen attraktiv.
Die privaten Sender machten es vor: Vox war lange Zeit der “Ausprobierkanal”, und sobald eine Sendung gut ankam, hat man sie auf die Hauptsender portiert. Das Gleiche passiert nun auf den ÖR-Spartenkanälen.
Es gibt Hoffnung.
Der größte aktuelle Fehler: Gutes Programm kommt zu unmöglichen Zeiten. Eine Umprogrammierung seitens der Sender wäre der wichtigste Schritt.
Liebe Clara,
ein schöner Brief, Danke für Dein Engagement.
Die Sache hat nur einen Haken:
HBO lebt von Abonnenten. Das sind Menschen, die sich freiwillig entschieden haben, für das Programm von HBO monatlich Geld zu zahlen, weil ihnen dieses Programm gut gefällt. HBO muss also ein gutes Programm machen, um diese Abonnenten nicht zu verlieren.
ARD und ZDF sind so dermaßen unabhängig, dass sie es überhaupt nicht nötig haben, gutes Fernsehen zu machen. Sie bekommen Ihr Geld von Menschen, die einen Fernseher besitzen. Ob diese Menschen ARD und ZDF schauen, oder ob sie überhaupt Fernsehen schauen, das ist völlig egal. Sie müssen zahlen. Und bald wird es für ARD und ZDF noch besser: Dann muss jeder für ihr Programm zahlen, auch wenn er keinen Fernseher besitzt. Was Du bei ARD und ZDF siehst, ist deshalb nicht das, was den Zuschauern gefällt, sondern das, was Politiker, Intendanten und sogar Kirchenleute für gut halten.
Liebe Clara, schreib Deinen Brief lieber an Sky oder RTL.
Beste Grüße,
Daniel
Ich habe den Brief auf Facebook auch mal geteilt, obwohl ich mich nicht zu den über 60-jährigen zähle und dennoch auch ARD oder ZDF sehe. Leider fehlt mir in dem Brief, was das Mädel konkret unter Qualitätsfernsehen und mutige Experimente versteht. Ich lese da nur Spielfilme. Ich finde aber dass es dort schon recht gute Dokus gibt. Und neben Unterhaltung sollte Qualitätsfernsehen auch Bildung enthalten und zwar mehr als nur Quizze. Dennoch finde ich den Brief lesens- und bedenkenswert
wenn ich so etwas schon wieder lese–seniorenfernsehen–JA UND? haben die kein recht “IHR” programm sehen zu können? die privaten machnen doch eh nur programm für die jahre 0 – 49–reicht das angebot da nicht? ich bin heilfroh dass bei den öffentlich rechtlichen der anspruch ein anderer ist–außerdem ist bei den digitalen sendern der öfftl. rechtl. ein immenses programm für die jugend täglich zu empfangen–ich verstehe die diskussion nicht!
Ist ja ein ganz netter Brief, doch solange das Staatsfernsehen indirekt von der Politik bezahlt wird, sieht man eben nur noch Talkshow mit Politikern (wie uebrigens in keinem anderen Land der Welt) und Belustigungen der alternden Gesellschaft (was ja an sich nicht schlecht ist). Zuletzt kommt noch dazu, dass Fernsehen einen ganz anderen Stellenwert hat als in USA zum Beispiel und Einschaltquoten mit der (weltweit) geringen deutsch-sprechenden Bevoelkerung eben auch nur bedingt vermarktbar sind. Das alles fuehrt dazu, dass die Budgets eben nicht dar sind.
Zuletzt muss man auch realistisch sehen, dass eine staatlich-finanzierte Behoerde niemals effektiv arbeiten wird. Der gut geschrieben Brief erinnert mich irgendwie als fordere man von der Deutschen Post, dass sie Weltkonzerne wie UPS oder Fedex in USA angreifen.
männlich, Anfang 30, gebildet, selbst in der Film- und Fernsehbranche, sucht adäquates Fernsehprogramm. Bin leider nicht Soap-Kompatibel, Volksmusik-Affin oder Pilcher-Freundlich.
Mag zwar gute Dokus, aber es darf gerne mehr Fiction sein- aber vielleicht mal nicht zum 100.000tausendesten mal aus sicht des sympathischen Ermittlerteams der Polizei. Vielleicht mal was über deutsche Rockerkriege? Oder libanesische Mafiosi in Berlin? Oder die badische Revolution von 1848? Oder den Krieg gegen Frankreich 1871? Oder mal ne abgrundtief schwarzhumorige Politik-Satire (Stoff hätten wir ja zur genüge)? Oder.. hoppala! Da gibt es ja DOCH spannende deutsche Themen @ Christian S!
Es geht ja nicht darum, den Rentnern das Alpenglück am Freitag Abend oder den Kids die gefallene Eisprincess im Vorabendprogramm wegzunehmen. Es geht um Ausgewogenheit. Und an der fehlt es, das ist einfach nicht von der Hand zu weisen.
Danke, der Brief spricht mir aus der Seele.
Auch für den “älteren Normalo” (um die 40, mittlerer Bildungsabschluß) findet sich heutzutage kein Sender. Und wenn tatsächlich einmal (in meinen Augen) gutes Unterhaltungsfernsehen in den ÖR läuft, wird so wenig Werbung dafür gemacht, dass es sich doch wieder niemand ansieht. Schlimmstenfalls wird komplett abgesetzt, weil kein Interesse zu sehen ist.
Gegenbeispiel ist die in den USA preisgekrönte Serie “Breaking Bad”, welche bei uns bereits 3 Staffeln lang im Programm von arte zu sehen ist. Werbung? Null. Ohne Mundpropaganda hätte ich diese intelligente, facetten- und actionreiche Serie einfach verpasst. Oder – wie wenige andere, sehensreiche File und Serien – einfach (illegal) aus dem Internet geladen. Ohne Quotenmessung.
Zu einem anderen Punkt, der oben bereits erwähnt wurde: den Sendezeiten.
Tatsächlich werden interessante Programme selten zur Prime Time ausgestrahlt, sondern am späten Abend nach 22.15 Uhr – einer Zeit, an der es arbeitenden Menschen schwer fallen dürfte, sich noch 45 Minuten oder länger vor dem TV aufzuhalten, ohne am nächsten Tag ziemlich müde dreinzuschauen. Ja, es gibt technische Möglichkeiten, zeitversetzt zu schauen, ob per Heimaufnahme oder Mediathek. Aber dann fehlt der Impuls des Sendetermins, und so verpassen die ÖR wieder ein breites Publikum.
Das sind natürlich nur erste Gedanken, gespickt mit sehr persönlichen Erfahrungen.
Ich hoffe, dass der Brief und auch die Kommentare dazu beitragen, die Fernsehlandschaft in Deutschland zu verbessern.
Also ich finde es schade, dass die ganzen interessanten Wissenschaftssendungen, Politsendungen und Dokus der ÖR immer nach 21/22 Uhr kommen, wo man eigentlich sich bald überlegt ins Bett zu gehen, um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein.
Direkt wenn man nach Hause kommt, kommt leider nur Schrott. Vor allem diese unnötigen billig produzierten Laber-Serien regen mich auf (Marien-Hof-dings, etc.). Ich weiss nicht, warum man hier nur eine Zielgruppe bedient…Warum können diese Serien nicht nachts kommen?
Hallo,
ist eigentlich die Echtheit des Briefes durch mehr belegt als eine Mailadresse? Zum Beispiel welche Schule in welcher Stadt?
Neben dem Satzbau und der Inhaltstiefe ist vor allem die Wortwahl sehr untypisch für eine Schülerin der zehnten Klasse, denn es sind viele branchenspezifische Worte und auch unbekanntere Worte dabei: privilegiert, Primetime, Geiste der Sendung, Rosamunde-Pilcher-Film.
Dazu noch eine Perspektivübernahme, um die Lage aus der Sicht der ARD zu kommentieren: “denn Ihre Daseinsberechtigung besteht nur noch darin…”
Kurz: Ich traue sprachlich und inhaltlich keiner Schülerin der zehnten Klasse zu, diesen Brief tatsächlich selbst geschrieben zu haben.
Mutiges Mädchen, toll geschrieben und den Nagel absolut auf den Kopf getroffen. Die Hoffnung auf eine Verbesserung des deutschen Fernsehens besteht, doch ist die aufkeimende Resignation ob der Ignoranz der Verantworlichen leide rnicht von der Hand zu weisen.
Ich freue mich über einen so angenehmen, recht sachlichen und treffend formulierten Brief einer 10.-Klässlerin. Liebe Clara, ich kann Dir nur zustimmen! Vor zwei Jahren haben meine Familie und ich das Fernsehen aufgegeben, die Kiste ist nur noch mit dem DVD-Player verbunden, um gute Filme und Dokumentationen sehen zu können. Der Grund liegt auf der Hand: Wir haben alle besseres zu tun als uns irgendwelche langweiligen oder gar bösartigen Sendungen, wie Sie von manchen Privaten produziert werden, anzusehen. ARD und ZDF sehen wir schon lange nicht mehr – die Filme sind langweilig, der Polittalk ist langweilig – es ist alles verstaubt und uninteressant. Selbst die Tagesschau sehen wir nicht mehr. Warum gibt es nicht mehr Dokumentationen? Die BBC hat mit ihren Doku-Reihen doch hervorragende Vorreiter-Arbeit geleistet. Wieso ist das nicht auch hier in Deutschland möglich? Warum werden keine kritischen Berichte zu politischen oder gesellschaftlichen Themen mehr gebracht? Wo überhaupt ist unsere Kritik an den Missständen in Politik und Gesellschaft hin? Ist sie nicht, ebenso wie der mündige Bürger, Basis unserer Demokratie? Häufig stoße ich bei Entscheidungen, die ich treffen soll, an meine eigenen Wissensgrenzen – wie soll ich als mündiger Bürger fungieren, wenn mir Infos fehlen, die ich leicht aus mehr Transparenz gewinnen könnte? Sind denn die öffentlich-rechtlichen Sender, für die wir alle Monat für Monat Gebühren zahlen, nicht durchaus in der Lage, diese Transparenz verfügbar zu machen? Und wenn sie dazu in der Lage sind – wovon ich mal schwer ausgehe – warum tun sie es dann nicht? Wissen ist Macht und die gehört wieder zurück in die Hände des mündigen, wissenden Bürgers! ARD und ZDF haben den öffentlichen Auftrag, hier ihren Beitrag zu leisten. Ich unterstütze den Brief. In allen Punkten.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/2.1756/champions-league-im-zdf-irgendwann-laeuft-jedes-fass-ueber-1626519.html
Hallo Zusammen,
dieser Brief hat mir so unfassbar aus der Seele gesprochen …
wir suchen für unsere Webserie/TV Serie schon seid Jahren Investoren oder einen Sender der uns ausstrahlt. Leider fehlt hier der Mut bei den Sendern.
Tatsächlich haben wir mit unserer Serie einfach mal so konzipiert das wir sie uns selber angucken würden und nicht so, das sie gekauft wird da sie dem akutellen TV-Trend entsprechen:
http://www.notrb.biz/media-center/player/flash/video/story/11.html?tx_mediacenter_pi1reiter=story#v11
Sicherlich unternehmerisch ein Fehler – ideologisch aber genau das was den öffentlich rechtlichen bzw. der gesamten deutschen TV Landschaft fehlt und gefördert werden sollte.
Ein umdenken bei öffentlich rechtlichen – weg von: was sind die Erfolgsrezepte der Privaten zu einem: wir bereichern das Programm der Privaten – wäre durchaus angebracht, und ist ja auch der ursprüngliche Auftrag.
liebe Grüße und höchste Achtung an Clara
Frank Dahlmann
Jubel. Applaus. Auf den Punkt. Leider fehlen immer noch überzeugende Programm-Konzepte.
Eigener Rentnersender als Ghetto für Menschen, die lieber Volksmusik und seichte Serien sehen?
Aktuell gibt es zu viele Sender die angeblich Spartenprogramme machen. Es erinnert ein wenig an die Landschaft der politischen Parteien. Offensichtlich glauben die “Macher” immer noch an alte demographische Werte. Jaguar fahren, Grüne wählen, als aktiver alleinerziehender DJ nachts auflegen, morgens den Sohn zur Schule bringen, mittags Tom Waits hören und über dem Bett hängt ein Bild von Jacques Tati. Wessen Zielgruppe ist das?
Also von mir aus könnte arte zu ARD werden. Tagesthemen runderneuern und rein damit, die wirklich guten Magazine dazu, alle zwei Wochen einen wirklich ausgesuchten NEUEN Tatort beilegen, weniger Werbung, dafür mehr Zuschauerbeteiligung. Das sollte im Zeitalter von social media networking technisch kein Hexenwerk sein.
Ich befürchte, das wird durch allgemeine Mutlosigkeit und unkreatives Duckmäusertum, durch Controller ohne Sinnlichkeit und durch Programmdirektoren mit Schützenverein-Mentalität vereitelt. Da ist kein Durchkommen. Und kein Geld? Im ZDF werden jednefalls weiterhin peinliche bis ärgerliche Spots für Prostata-Problemlöser und Abführpillen gesendet.
Budgetprobleme alleine sind jedenfalls nicht der Grund:
Immerhin verdient die BBC ziemlich viel Geld mit der Rechteverwertung von zum Teil beeindruckenden Dokumentationen. Einige davon wurden sogar selbst produziert. Fantasie und kultivierter Geschäftssinn sind sicher gute Ratgeber.
@Bastian: Deine Evaluation macht mich traurig.
Ich bin zwar schon im Rentenalter, aber ich denke wie viele, dass die ÖR sich nicht an privatem Niveausenken
beteiligen sollten. Und es gibt viele “Ältere Menschen”, die interessante und aufrüttelnde und künstlerisch anspruchsvolle Filme nicht nachts um 01:00 Uhr anschauen wollen.
Bei den meisten Sendungen zur Hauptsendezeit fühle ich mich für dumm und geistig nicht ansprechbar eingestuft. Und dafür muss ich entweder zahlen oder bei nicht enden wollenden (noch verdummendere) Werbeblocks in den Weinkeller flüchten!
Na, das spricht uns doch allen aus der Seele!
Ich darf als ebenfalls über 60-jährige (Hallo, Gerhard Fehn!) jedoch anmerken, dass es auch jede Menge hervorragende, innovative und hoch motivierte ÄLTERE AutorInnen, RegisseurInnen und SchauspielerInnen gibt, die ein spannendes Programm gestalten könnten! Viele von uns sind – wie ich – als AutorInnen zur Prosa übergewechselt, weil wir zu e i n e m wirklich zu alt sind: uns auf Mainstream und Programme Marke “Eierlegende Wollmilchsau” zurechtstutzen zu lassen! Und als über 60-jährige brauche ich definitiv kein Einschlafprogramm, da ich – wie die meisten meiner AltersgenossInnen! – weder verblödet, noch vergreist noch vorgestrig bin und hervorragend schlafen kann, nachdem ich mir bis spät in die Nacht hinein downloads von “Game of Thrones”, “Breaking Bad”, “Damages” und “True Blood” reingezogen habe… ;o)
Vielen Dank an Clara und die Kommentatoren hier – ARD und ZDF haben das Geld, aber kein Interesse an Stoffen, die sie nicht selber in Auftrag gegeben haben, geschweige denn dem Publikum die Möglichkeit zu bieten mit zu entscheiden, was es sehen will (beispielsweise wie im Ansatz im ZDFneo TVlab, nur bitte mal für Serien und Fernsehfilme)
Wie so eine Auseinandersetzung mit den Sendern seitens der Filmemacher aussieht, dokumentiere ich seit knapp einem Jahr exemplarisch auf diesem Produktionsblog des gleichnamigen Filmprojekts: http://www.generation89.de – einschließlich Briefverkehr mit dem Bayrischen Rundfunk.
Ich habe zum Thema “Öffenttlich-Rechtliche Sender” das im November 2012 erschienene Buch “Die Nimmersatten – Die Wahrheit über das System ARD und ZDF” im Buchhandel gefunden und mit Begeisterung gelesenen. Hier ist aus den zahlreichen kritischen Beiträgen auf dieser Seite, sowie der Printmedien in den letzten Monaten ein aktuelles “Zusammenfassendes Werk” entstanden. Ich kann es nur ALLEN empfehlen, die sich mit den Medien auseinander setzen möchten. Und wer es gelesen hat, sollte es nicht im heimischen Bücherschrank verstauben lassen, sondern seinem Landtagsabgeordneten zu Weihnachten schenken …. Damit sich mal überhaupt endlich etwas ändert, müssen unsere Landtagsabgeordneten zu Stellungnahmen der hier geschilderten Kritiken aufgefordert werden. Denn nur sie können durch eine entsprechende Änderung des Rundfunkstaatsvertrages etwas bewirken. Denn sie sitzen in den 16 Landtagen, Ausschüssen und Rundfunkgemien.
Hier unter http://www.abgeordnetenwatch.de/ habe ich ein aktuelles Thema aufgegriffen:
Zur bis Ende März 2013 laufenden ARD-ZDF-Kampagne “Freie Medien für freie Meinungen – Dank Ihres Rundfunkbeitrags.” habe ich drei Landtagsabgeordneten meines Bundeslandes, die dem Ausschuss für Kultur und Medien angehören, folgenden Brief geschrieben:
” Sehr geehrter Frau / Herr ……….,
was soll denn diese Kampagne? Wir müssen ab dem 01.01.2013 A L L E einen Beitrag (Haushaltsabgabe = 17,98 €) für die öffentlich-rechtlichen Sender an den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (neue GEZ) bezahlen. Egal ob wir überhaupt HÖHREN oder SEHEN wollen oder können. Wozu dann noch so eine kostspielige Männer-Werbe-Kampagne?
Reklame macht Sinn, wenn man ein Produkt verkaufen möchte, wenn der Verbraucher frei über den Kauf, die Nutzung entscheiden kann, aber Reklame für eine “Zwangsmaßnahme” – mit dem durch diese Zwangsmaßnahme eingenommenen Geldern – ist zynisch und nichts anderes als eine Machtdemonstration der Öffentlich-Rechtlichen. Aus dem jährlichen 7,5 Milliarden-Topf. Auf Kosten der Gebührenzahler ….
Ihr
Michael Paul”
Ich habe zum Thema “Öffentlich-rechtliche Sender” das im November 2012 erschienene Buch “Die Nimmersatten – Die Wahrheit über das System ARD und ZDF” im Buchhandel gefunden und mit Begeisterung gelesenen. Hier ist aus den zahlreichen kritischen Beiträgen auf dieser Seite, sowie der Printmedien in den letzten Monaten ein aktuelles “Zusammenfassendes Werk” entstanden. Ich kann es nur ALLEN empfehlen, die sich mit den Medien auseinander setzen möchten. Und wer es gelesen hat, sollte es nicht im heimischen Bücherschrank verstauben lassen, sondern seinem Landtagsabgeordneten zu Weihnachten schenken …. Damit sich mal überhaupt endlich etwas ändert, müssen unsere Landtagsabgeordneten zu Stellungnahmen der hier geschilderten Kritiken aufgefordert werden. Denn nur sie können durch eine entsprechende Änderung des Rundfunkstaatsvertrages etwas bewirken. Denn sie sitzen in den 16 Landtagen, Ausschüssen und Rundfunkgremien.
Hier unter http://www.abgeordnetenwatch.de/ habe ich ein aktuelles Thema aufgegriffen:
Zur bis Ende März 2013 laufenden ARD-ZDF-Kampagne “Freie Medien für freie Meinungen – Dank Ihres Rundfunkbeitrags.” habe ich drei Landtagsabgeordneten meines Bundeslandes, die dem Ausschuss für Kultur und Medien angehören, folgenden Brief geschrieben:
” Sehr geehrter Frau / Herr ……….,
was soll denn diese Kampagne? Wir müssen ab dem 01.01.2013 A L L E einen Beitrag (Haushaltsabgabe = 17,98 €) für die öffentlich-rechtlichen Sender an den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (neue GEZ) bezahlen. Egal ob wir überhaupt HÖHREN oder SEHEN wollen oder können. Wozu dann noch so eine kostspielige Männer-Werbe-Kampagne?
Reklame macht Sinn, wenn man ein Produkt verkaufen möchte, wenn der Verbraucher frei über den Kauf, die Nutzung entscheiden kann, aber Reklame für eine “Zwangsmaßnahme” – mit dem durch diese Zwangsmaßnahme eingenommenen Geldern – ist zynisch und nichts anderes als eine Machtdemonstration der Öffentlich-Rechtlichen. Aus dem jährlichen 7,5 Milliarden-Topf. Auf Kosten der Gebührenzahler ….
Ihr
Michael Paul”
Interessantes Thema. Muss ich mal noch genauer drüber nachdenken.
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