Neil deGrasse Tyson - PewPewPew

Mir gefällt Stephen Colberts Late Show sehr gut. Ich vermisse Dave natürlich, aber Colbert war schon immer interessanter als seine gleichnamige Kunstfigur und da er sich nun nach ein paar Jahren eingelebt hat, kann er sich auch austoben. Mir bleibt das Ganze leider oft zu politisch, was Colberts Neigungen, aber wohl auch mehr den Umständen geschuldet ist. Deshalb erfreut es mich immer sehr, wenn kleine Gag-Segmente wie die Fahrt mit Neil deGrasse Tyson im Mars-Auto den Weg in die Show finden.

Neil deGrasse Tyson bestätigte bereits vorgestern, dass die großartige und preisgekrönte Wiederauflage von Carl Sagans’ Cosmos zurückkehren wird und nun gibt es bereits einen ersten Teaser zur zweiten Staffel, die den vielversprechenden Untertitel Possible Worlds trägt.

Die erste Staffel beschäftigte sich hauptsächlich mit der Entstehung des Sonnenystems und des Lebens bzw. der Entwicklung des Lebens auf der Erde. Ob das Raumschiff der Vorstellungskraft wohl nun zu diversen Kepler-Kandidaten fliegen und dort die möglichen Bedingungen für außerirdisches Leben untersuchen wird? Erst in mehr als einem Jahr werden wir die Antwort herausfinden, dann kehrt Cosmos auf FOX und National Geographic zurück.

Ich habe es ein bisschen versäumt, die großartige Marketingkampagne zu Ridley Scotts The Martian hier auf dem Blog zu verfolgen. Da der Film heute in den deutschen Kinos anläuft, wollte ich die tollen Virals noch einmal alle in einem Post zusammenfassen.

//Wise-asses

Nach dem ansprechenden ersten Viral-Clip, der die Crew der Ares 3 vorstellt, hat mich dieser Clip etwas beunruhigt – und ich fürchte mich wegen ihm auch ein wenig vor dem Film. Mark Watney ist ein witziger Kerl, ja, aber der Rest der Crew kommt im Buch sehr nüchtern rüber.

Ich weiß nicht, wer den Clip geschrieben hat, aber laut diversen Kritiken spiegelt der Clip die Persönlichkeiten der Crew-Mitglieder sehr gut wider. Das halte ich für ein Problem. Watney war der Spaßvogel der Truppe – das Herz der Crew. Nun klopfen alle Figuren hier klischeehafte Sprüche, ein One-Liner nach dem anderen. Das ist mir zu Marvel-esk. Das funktioniert in Superheldenfilmen, nicht bei Astronauten. Die dürfen prinzipiell sicherlich auch menschlich und spaßig sein, aber müssen es alle sein?

//Muskelastronaut

Watney ist ein Scherzkeks und ein unglaublich intelligenter wie auch cleverer Mann. Doch neben all der Wissenschaft wurde auch oft von vielen Lesern vergessen, wie actionreich die Geschichte ist – und wie Watney auch körperlich ackern muss. Das ist natürlich eine Folge der Erzählung Weirs durch die Einträge ins Logbuch, aber der Film kann sich davor nicht drücken. Matt Damon hatte diese Herausforderung auch angenommen und ordentlich trainiert, wie man in diesem Video deutlich erkennt. Für mich ist er schon fast eine Spur zu trainiert im Vergleich zu regulären Astronauten. Insgesamt aber sehr schön und gut zu wissen, dass Astronauten sowie ihre Arbeit in der Zukunft so großartig in Szene gesetzt werden.

//Star Talk 2030

Zweifellos das coolste Video und Herzstück der ganzen Reihe: Neil deGrasse Tysons wird um 15+ Jahre gealtert und moderiert auch noch in vielen Jahren seine spannende Sendung StarTalk. Inzwischen wurde sie visuell ein wenig aufgepeppt und gleicht Tysons Cosmos-Reboot. Das ist kein Zufall. 20th Century Fox hat The Martian produziert und Cosmos lief auf FOX.

Tyson übt auch in der Zukunft seine Funktion als nationaler science communicator aus und informiert die Bevölkerung hier über die Aufgaben und die Mission der Ares 3 – vor dem Unglück. Sehr, sehr toll gemacht. Nach seinen Tweets zu Gravity und Interstellar gab es von ihm auch mal keine Kritik: Tyson fand den Film sehr gut.

//Bring Him Home Memes

Der Film scheint noch viel stärker als das Buch die Perspektive der auf der Erde verbliebenen Menschen einzunehmen. Die Rettung Watneys muss im Buch ebenfalls ein riesiges Medienspektakel gewesen sein, doch wir erfahren lediglich ein wenig davon durch diverse Pressekonferenzen und Debatten über die Medienstrategie innerhalb der NASA. Das allerneuste Viral schildert eindrucksvoll, wie die Menschheit tatsächlich auf die Situation reagieren würde und welche Memes und Promovideos existieren würden. Ziemlich schnieke gemacht.

Ich bin, wie man zweifellos sieht, äußerst angetan von dieser Marketingkampagne. Sie beweisen, dass hoch produzierte Virals immer noch eine Daseinsberechtigung haben. Lediglich vom offiziellen Poster bin ich ein wenig enttäuscht. Das Buchcover mit dem Astronauten gefiel mir nämlich sehr gut. Dass man auf Matt Damons Starpower setzen will, kann man aber selbstverständlich nachvollziehen. Diese äußerst hübschen alternativen Poster lindern für mich zumindest aber den Schmerz.

Key & Peele geben in ihrer letzten Staffel noch einmal alles. Ihr neuer Sketch über das Cosmos Reboot mit Neil deGrasse Tyson trifft den Nagel auf den Kopf. (via)

Hier das wunderbare Finale der Neuauflage von Cosmos mit Neil deGrasse Tyson, der uns noch einmal an die ethischen Grundlagen eines guten Wissenschaftlers erinnert, während Carl Sagans Pale Blue Dot Monolog noch einmal komplett in seiner wahren Größe, unterstützt mit neuen Animationen, strahlen darf. Eine wahrhaft fantastische Serie, die Seth MacFarlane da produziert hat. Als man am Ende den leeren Stuhl im Raumschiff der Phantasie sieht, wie er auf die nächste Generation wartet, verdrückte ich nicht die erste Träne im Laufe dieser Staffel.

Question Authority. No idea is true just because someone says it is. Think for yourself.

Question Yourself. Don’t believe anything just because you want to. Believing something doesn’t make it so.

Test Ideas by the evidence gained from observation and experiment. If a favorite idea fails a well designed test, it’s wrong. Get over it.

Follow the evidence wherever it leads – If you have no evidence, reserve judgement.

Remember you could be wrong. Even the best scientists have been wrong about some things.

Neil deGrasse Tysons Cosmos Wiederauflage erfreut sich gerade großer Beliebtheit, doch natürlich gab es auch eine starke Opposition von der religiösen Rechte der USA. Über Wochen hinweg hat Tyson oftmals in kleinen animierten Geschichten die Leidenswege großer Köpfe in früheren Zeiten aufgezeigt. Bereits in der ersten Episode erzählte man vom Leben von Giordano Bruno und seiner Exekution.

Doch das ist momentan nicht der große Aufreger. Viel mehr nerven tut Tyson in den Augen dieser Kritiker wegen seinen Ausführungen zum Klimawandel (dem er die gesamte letzte Folge widmete und auch Gegenargumente auseinander nahm) und seiner Stellungnahme in der letzten Episode, dass er befürchtet, dass Aliens auf Grund unseres mangelnden Intellekts oder unserem Willen gemeinsam zu arbeiten gar kein Interesse an uns haben – wie zum Beispiel im Kampf gegen den Klimawandel.

Das nahm man sich jetzt bei Fox News zum Anlass Tyson runterzumachen und zu beschimpfen. Ähnlich wie bei Obama und sonstigen Gegner erfindet Fox News da eine Person, die es nicht gibt. Das Theater wirkt, wenn man es nicht besser wüsste, wie eine Parodie oder ein Sketch von SNL. Wir sind 10 Jahre von Ow! My Balls! entfernt, ich sag’s euch. Oh, und Gavin McInnes kann sich ins Knie ficken. Wichser.

Die Leute von CinemaSins haben mit ihrer üblichen Masche großen Erfolg. Das kann man mögen, oder eben nicht. Dass es mit der Zeit jedoch etwas eintönig wird, steht jedoch fest. Um dagegen anzukämpfen, hat man nun einen Gast eingeladen, der ebenfalls ein spezielles Verhältnis zum diskutierten Film hat: Astrophysiker und Pluto-Killer Neil deGrasse Tyson, der gerade mit dem Sequel von Cosmos riesigen Erfolg feiert und allgemein ein ziemlich cooler sowie popkulturell gebildeter Kerl ist, wie er in seinen StarTalks beweist. Mit seinen Tweets zu Gravity ging er damals viral und für CinemaSins hat er sie jetzt wieder aufgesagt. Nette Zusammenarbeit.

Erst Pluto, dann die James Camerons Titanic-Sterne, dann Jon Stewarts Globus im Vorspann und nun Zombies. Gibt es denn nichts mehr, was vor dem Black Science Man sicher ist? Dass Zombies dank Insekten und wilden Tieren langfristig kein Problem darstellen, kann ich akzeptieren. Aber dass das ganze Konzept des Romero-Zombies flöten geht, finde ich jetzt auch doof. Wobei ich jedoch ohnehin immer ein größerer Fan der 28 Infizierten bin und mich jetzt bestätigt fühle. Danke, Black Science Man!