Review - PewPewPew

“Everything’s food for something else.”

Ich sage das ja fast nahezu jede Woche seit ein paar Folgen, aber damn, das ist bisher meine Lieblingsfolge. Der Titel der Episode, “Secrets”, hat nicht zu viel versprochen und trotz des vielen Setups für den großen Bang im Mid-Season-Finale in der nächsten Folge passiert einiges. Zunächst einmal erfährt Dale von Glenn über Loris Schwangerschaft und die Walker in der Scheune. Glenn wurde hier für meinen Geschmack in seiner Unbeholfenheit zu stark überzeichnet, er wirkte fast comichaft, aber naja: das Geheimnis ist raus. Und Dale konfrontiert auch Hershel direkt und wir lernen erneut, dass Hershels Bild der Realität durch sein abseitiges Leben auf der Farm verzerrt wurde und die Zombies in der Scheune, seine Frau, Stiefsohn, Nachbarn, etc. seiner Ansicht noch geheilt werden können.

Seine Tochter Maggie teilt diese Ansicht – bis Glenn und sie erneut zu der Apotheke im Nachbarort reiten und sie dort von einem Lurker angegriffen wird. Irgendwie komische Szene, denn eigentlich ist die Apotheke ja abgeschlossen und der Lurker stand direkt auf der anderen Seite des Regals und man hätte ihn sehen müssen und und und – aber das ist egal, denn es ist ein wichtiger Moment, in dem Maggie umgestimmt wird. Sie teilt nun die Meinung von Glenn und den Anderen, dass Zombies keine Menschen mehr sind – wow, way to go, girl.

Auf einen vollkommen realistischen Ansatz wurde auch bei der Weiterentwicklung von Andreas Charakter verzichtet. Klar, Andrea ist die Scharfschützin/Waffenbadass der Gruppe im Comic und ihre Entwicklung ist bis auf die Geschichte mit Dale ziemlich nahe am Comic umgesetzt, aber niemand lernt so schnell – in den wenigen Tagen, in denen sie auf der Farm sind – so gut zu schießen. Aber damit kann ich leben, es ist immerhin noch Fernsehen und Fiktion. Außerdem war es einfach ein genialer Moment voller Awesomeness und es gab Zombies. Daher will ich hier nicht meckern. Jedoch muss ich meckern im Bezug auf die Haussiedlung allgemein: Waren das jetzt die Wiltshire Estates? Kommt da noch was? Denn wenn sie jetzt wieder eine anfänglich leer stehende Häusersiedlung antreffen und dann wieder Walkers plötzlich von überall auftauchen, wäre das irgendwie redundant.

Zwischendurch poppt Shane noch mit Andrea, Dale kriegt davon Wind, wie von allem, weil er Dale FUCKING Horvath ist und konfrontiert ihn. Dale erinnert Shane daran, dass er weiß, was für ein Typ: Einer, der auf seinen besten Freund mit einer Waffe zielt und bereit wäre abzudrücken. Shane belächelt Dale und meint, dass, wenn er wirklich so ein Typ wäre, er wohl mit Leuten, die ihm am Arsch vorbeigehen wie Dale, noch kürzeren Prozess machen würde. Ich bin ganz ehrlich, das war cool. Shane entwickelte sich am meisten in dieser Staffel, wir haben Gründe ihn zu hassen, aber wir sind auch froh, wenn er bei der Gruppe ist, um sie zu beschützen, und allgemein ist er einfach ein unglaublich interessanter Charakter, der irgendwie noch lange nicht ausgespielt scheint. Inzwischen bin ich wirklich froh, dass die Serie hier dem Comic nicht folgt – auch wenn der Grundstein natürlich gelegt wurde: Shane bringt Carl das Schießen bei; also tötet später der Schüler den Meister/Lehrer… fände ich thematisch sehr toll.

Natürlich läuft aber gegen Ende alles darauf hinaus, dass Lori und Rick endlich mal Tabula Rasa machen. Lori würgte die Pillen wieder hoch und wird jetzt doch das Baby bekommen. Rick kommt damit ganz gut zurecht und auch, dass da etwas mit Shane war, kann er verkraften, denn Lori dachte, er wäre tot. Starke Szene, wunderschön gespielt und sie hat natürlich Implikationen für weitere Episoden aber auch das Geheimnis von Dr. Jenner aus dem CDC, das er Rick im Finale der letzten Season anvertraute. Es war also weder die Schwangerschaft noch Shanes versuchte Vergewaltigung / ehemalige Beziehung / romantische Tendenzen zu Lori (außer Rick weiß es, aber behält einen kühlen Kopf und schweigt, weil er Shane noch braucht, was ich aber nicht glaube. Rick hätte Shane längst konfrontiert und ihm “verziehen” bis er ihn nicht mehr braucht). Nein, ich glaube inzwischen, dass es wirklich so ist, wie ich es bereits sagte: Dr. Jenners Geheimnis (“Nothing we didn’t know already”) wird sein, dass der Virus bereits in ihnen allen ist – genau wie im Comic – und dass jeder, der stirbt, zum Zombie wird – no matter what. Das passt auch mit dem Titel der nächsten Woche zusammen, der da lautet: “Pretty much dead already”, which, quite frankly, they are.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E04 – “Cherokee Rose”
The Walking Dead S02E05 – “Chupacabra”

Diese Recap enthält relativ große Spoiler für den Comic. Von Spoilern bzgl. der TV-Serie, also zu kommenden Folgen, bitte ich in den Kommentaren Abstand zu nehmen.

“You weren’t supposed to see this.”

Ich hatte es ja bereits letzte Woche vorausgesagt und wurde bereits diese Woche bestätigt: Die Scheune voller Zombies wird endlich enthüllt. Ich hatte zwar Episode 6 gesagt (spätestens), aber so wurde es eben diese Woche eingeführt und nächste Woche geht es los. Los ging es auch bereits schon zu Beginn der dies wöchigen Folge im ganz großen Stil mit einem Flashback auf einem Highway, wo Carol, Ed, Sophia, Carl, Lori und Shane im Stau stehen. Über ihnen sind plötzlich Kampfhubschrauber zu sehen (Hubschrauber werden langsam ein festes Motiv der Serie, oder?). Lori und Shane folgen ihnen um von einer Anhöhe aus zu sehen, dass das Militär Atlanta mit Napalm und Teppichbomben platt macht. Es gab zwar keine Anzeichen dafür im Piloten der Serie, aber Atlanta ist ja ganz groß. Trotz dieses eventuellen Faux-pas finde ich diese Szene unglaublich stark, da sie erstmals – sowohl für den Comic als auch die TV-Serie – zeigt, wie das Militär, stellvertretend für die Menschheit, im großen Stil zurückkämpft – und mit welch verzweifelten Maßnahmen. Sehr starke Szene.

Und stark geht es auch weiter mit der Episode. Erneut gehen verschiedene Teams wieder in den Wald nach Sophia suchen. Shane und Rick bilden ein Team und faseln über Shanes rasantes Liebesleben an der Highschool. Das Gespräch driftet jedoch zum gefühlt 100. Mal ab und Shane spielt sich erneut als Führer auf, der die harten Entscheidungen durchziehen kann, die Rick, wie z.B. die Suchaktionen nach Sophia abzubrechen, nicht treffen kann. Überhaupt Sophia: Die ganze Storyline zieht sich viel zu viel heraus als dass sie jetzt demnächst einfach so gefunden wird. Nein, Sophias Storyline war die erste, die in der zweiten Staffel aufkam und ihre Rückkehr wird wie ein Buchende für die zweite Staffel (oder jetzt die kommende Winterpause) wirken und eine neue Geschichte bzw. Charakter einführen (Daumen gedrückt halten für Michonne; inbesondere, da man Michonne bereits früher in der Serie eingeplant war).

Doch der große Fokus lag in dieser Folge auf Daryl, das war seine Episode. Daryl war schon mehrmals alleine im Wald unterwegs und diese Woche nahm er ein Pferd mit – ein schreckhaftes, sodass es sich von einer Schlange erschrecken lässt und Daryl abwirft, der daraufhin einen Hang hinunterfällt. Unten stürzt Daryl in eine Quelle und sein letzter Armbrustpfeil hat sich durch seine linke Hälfte gebohrt. Seine Versuche den Hang zu ersteigern scheitern und er fällt erneut hinunter und wird ohnmächtig. Plötzlich steht sein Bruder Merle vor ihm, doch wir erkennen nach einem kurzen Dialog (in dem Merle Daryl als Schwächling beschimpft), dass Merle nur Daryls Einbildung und Unterbewusstsein ist. In Wahrheit steht nämlich nicht sein Bruder vor ihm, sondern der dümmste Zombie der Welt, der – statt an Daryl – an dessen Stahlkappenschuhen herumknabbert. Meryl kann ihn mit einem Stock überwältigen, doch es kommt bereits ein Weiterer. Er zieht sich den Pfeil aus seinem Bauch heraus und erschießt den Walker. Fantastische Szene. Dennoch finde ich, dass man hier Michael Rookers Rückkehr als Merle, also, seiner wirklichen Rückkehr als wahrhafter Charakter, durch diese Quasi-Rückkehr als Einbildung einiges an “Wow” verloren hat. Finde ich schade irgendwie.

Daryl erklimmt daraufhin den Hang und auf den letzten Metern erscheint ihm wieder Merle, der ihn beschimpft und gleichzeitig zu höheren Leistungen anspornt. Merle sagt, dass Daryl doch gar nicht zu diesen Leute gehört und er sein eigenes Ding durchziehen sollte. Interessant hierbei ist natürlich, dass dies Daryl eigene Gedanken sind, die seinen inneren Identifikations- und Beziehungskonflikt widerspiegeln. Dann reicht ihm Merle die Hand und sagt: “Take your friend Rick’s hand.” Woah. Gänsehaut, denn ich erwartete Rick oben, doch er ist nicht da. Daryl ist immer noch alleine. Aber dieser Satz könnte natürlich auch zwielichtig sein: Wie wir wissen, verliert Rick seine Hand durch den Govenor – wird Daryl diese Rolle in der Serie übernehmen, nachdem er sich von der Gruppe getrennt hat? Die Beziehung zur Gruppe wurde sicherlich auch nicht durch Andreas Schuss auf ihn verbessert…Das wäre eine kontroverse Entscheidung, gerade bei dem Fanfavorite Daryl.

Apropos Andrea: Liebe Schreiber, nicht jeder Charakter braucht eine große Szene in jeder Folge. Besonders bereits charismatisch angeschlagene Charaktere brauchen mal etwas Ruhe. Andrea und Dale sind Fanlieblinge im Comic und brauchen nicht noch mehr Szenen, die sie noch nerviger machen. Dale soll Glenn seinen Spaß haben lassen und Andrea wird sich nach einer ruhigen Phase im Gefängnisplot ohnehin genug beweisen dürfen.

Alles in allem aber eine verdammt starke Episode. Erneut viele kleine Momente, deren Folgen alle in der nächsten Episode kulminieren werden, die “Secrets” heißt und laut der Beschreibung auf AMCs Homepage werden einige davon herauskommen: Wohl oder übel die Schwangerschaft Loris, die Zombies in der Scheune und was der General Rick im Finale der letzten Staffel gesagt hat – und nein, das ist nicht doppelt gemoppelt. Ich bin nämlich der Meinung, dass das nichts mit Shanes Vergewaltigungsversuch noch Loris Schwangerschaft auf sich hat. Wer sich an die Blutproben und deren Ergebnis (“Nothing we didn’t already know”), Ricks Monolog an Morgan in S02E01 erinnert (“He told me… ahh… not important”) und Ricks “Das-kann-ich-nicht-hinnehmen”-Einstellung, der wird mit mir übereinstimmen, dass das Geheimnis wohl oder übel die Namensgebung der Serie sein wird: Nämlich, dass sie bereits alle infiziert, es keine Hoffnung gibt und in Wahrheit sie selbst die “Walking Dead” sind.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E04 – “Cherokee Rose”

USA, Neuseeland 2011
Originaltitel: The Adventures of Tintin
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Stephen Moffat, Edgar Wright & Joe Cornish
Darsteller: Jamie Bell, Andy Serkis, Daniel Craig, Simon Pegg und Nick Frost
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Start: 27. Oktober 2011

Jahrelang haben Steven Spielberg und Peter Jackson an einer Verfilmung der “Tim und Struppi” Comic-Bücher von Hergé gearbeitet, sich Talente wie Edgar Wright und Joe Cornish zusätzlich zu Stephen Moffat an Bord geholt, die Charaktere fantastisch besetzt, Studiowechsel durchmachen und Tim umbesetzen müssen. Es ist dabei fast schon bemerkenswert, wie leichtfüßig und unbeschwert Tim und Struppi als Projekt dann doch daherkommt. Nichts ist zu spüren von all dem Stress der Produktion, der Film ist rasant, witzig, atemberaubend und eine Umsetzung, die man sich als Fan des Originals nur wünschen kann.

Das beginnt natürlich mit der Besetzung und Auswahl der Comics. Auch wenn es keine direkte Adaption ist, sondern eine Vermischung von drei Comics aus den 40ern, sind zumindest die Charaktere bis in die Poren genauestens umgesetzt. Die Animation ist nahezu perfekt und die Sorge um den “Uncanny Valley”-Effekt verflüchtigt sich nach wenigen Minuten. Dazu schaffen es die Schauspieler, insbesondere Andy Serkis als Kapitän Haddock, die Charaktere so zu beleben, wie man das aus Kindertagen noch in Erinnerung hat.

Das ist ein glücklicher Umstand, denn viel Zeit bleibt den Schauspieler nicht, ihren Charakteren prägnante Fassaden zu verleihen, denn das Drehbuch peitscht die Geschichte von einem Setpiece zum Anderen. Da befinden wir uns einmal im einer schönen belgischen Villa, dann auf Haddocks Schiff, dann im Mittelmeer, nur um dann mit einem Flugzeug in der Sahara abzustürzen. Von einem kurzen Flashback und genialst choregraphierten Kampf zweier Schiffe im offenen Ozean springt das Drehbuch zu einer der besten Szenen in CGI-Filmen überhaupt hin ins nasse Frankreich. Und all das in gerade einmal 107 Minuten.

Da schaffen es wenige Figuren, darunter auch leider Tim, nicht eindimensional zu wirken. Aber das kennen wir ja schon aus den Comics. Tim ist eher der Erzähler und Träger / Medium für die Geschichte, während Haddock der Charakter ist, mit dem und dessen Fehlern wir sympathisieren. Struppi ist ebenfalls toll und stiehlt jede Szene, in der er agieren darf. Darunter fällt auch jene Verfolgungsszene durch ein Dorf am Hang in Marokko, die atemberaubend inszeniert ist. Spielberg zeigt ganz ähnlich wie Brad Bird in der Verfolgungsszene von “The Incredibles”, dass es in Animationsfilmen keinerlei Beschränkungen für die Kamera gibt. Teilweise wirklich lange, fast schon im “Children of Men”-Stil von Alfonso verfolgt die Kamera Tim, Struppi, Haddock und den Roten Rackham durch das Dorf, das durch eine Wasserflut und einen Panzer langsam in sich zusammenfällt. Alleine für diese Szene lohnt sich das Kinoticket, besonders in 3D.

Spielbergs “Tim und Struppi” ist ein Animationsfilm, der an eine Achterbahnfahrt erinnert. Er baut langsam auf um dann ohne Rücksicht auf Verluste durchzubrettern bis zum Schluss. Das mag so manchen vielleicht zu schnell sein, aber am Ende muss man feststellen, dass man eine Menge Spaß hatte und am liebsten gleich sitzen bleiben würde für Runde zwei, die Peter Jackson dank erfolgreichen Einspielergebnissen nach ‘The Hobbit’ für 2014 inszenieren wird.

9/10

‘Real Steel’ Review

15 Nov, 2011 · Sascha · Film,Review · 1 comment

USA, Indien 2011
Regie: Shawn Levy
Drehbuch: John Gatins
Darsteller: Hugh Jackman, Evangeline Lilly, Dakota Goyo, Kevin Durand & Anthony Mackie
Länge: 127 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
Start: 3. November 2011

Obwohl ‘Real Steel’ nach allen Regeln der Kunst ‘Rocky’ und ähnlichen Vorgängern folgt, ohne dabei selbst originell zu sein, kann ich trotz coolen Momente und einer Menge Spaß im letzten Drittel, dem Film nicht viel abgewinnen. Das beginnt schon kurz nach dem eher stimmungsvollen und passenden Opening, als Hugh Jackmans Roboter gegen einen Stier kämpft. Was erst letztes Jahr, nach Jahrhunderten der Tierquälerei, in Katalonien endlich verboten wurde, ist wohl im Bible Belt in 10 Jahren Alltag.

Aber man sollte der Geschichte Zeit geben, denn in der Mitte des zweiten Aktes haben weitere Impulse ein realitätsnahes und abschreckendes Amerika 2020 gezeichnet. In bankrott gegangen Zoos haben sich Gangs eingenistet, die illegale Kämpfe mit Robotern veranstalten, ganz dem großen Vorbild, der Robot Boxing League, nachempfunden. Laut Jackmans Charlie, einem ehemaligen Profiboxer, wollte die Gesellschaft immer mehr Blut und rohere Kämpfe sehen, bis man irgendwann ganz auf Roboter umstieg – ein perfektes Metallgemetzel bis zum Versagen des letzten Stromkreises.

Diese unterschwellige Thematik wird aber nur dieses eine Mal angesprochen und ansonsten nur sporadisch visuell aufgegriffen und vom Zuschauer gefunden, wenn er denn danach sucht. Was er natürlich nicht tut, denn das Zielpublikum ist jung und will Roboter kämpfen sehen. Davon gibt es natürlich eine Menge und das ist stets gut choreographiert und toll inszeniert, da ist der Film dem visuellen Jumpcut-Müllberg namens Transformers um Längen voraus. Aber das war’s dann auch schon an guten Impulsen.

Dafür gibt es einiges an negativen Aspekten. Der Fokus auf das Geld und der gesamte Plot um Kevin Durands Charakter hätten – insbesondere da dies ein Film ist, der auf Kinder abzielt – dramatisch heruntergespielt bzw.

weggelassen werden müssen. Weiterhin erzählt der Film die falsche Geschichte. Der Junge findet den Roboter und hat einige nette Momente mit ihm, die andeuten, dass unter der Hülle mehr abgeht als ein paar Prozesse. All dies wird komplett liegen gelassen, damit Jackmans Charakter gegen Ende seinem Sohn mit Schattenboxen helfen kann zu gewinnen.

Stattdessen hätte der Film aber bereits damit beginnen müssen, Jackmans Charlie nicht als kompletten Arsch zu charakterisieren. Charlie kämpft gegen Bullen, interessiert sich NULL(!) für sein Kind, verkauft es auch noch und ist nur auf Geld aus. Das ändert sich erst – und dann auch nur minimalst – als Atom, der Roboter des Jungen, Erfolg hat und Geld einspielt. Durch Jackmans Hilfe wird der Roboter besser. Nie wird die Beziehung zwischen Charlie und seinem Sohn vertieft, alles bleibt beim alten – bis auf den Erfolg der Roboter.

Hier hätte eine archetypische Mythenkreation mit einem klassischen Helden wesentlich besser funktioniert. Charlie ist am Boden und hat kein Glück. Trotz seiner finanziell schlechten Situation nimmt er seinen Jungen auf, der dann den Roboter findet. Zusammen arbeiten sie, um den Roboter zu verfeinern und zu trainieren und wachsen dadurch stärker zusammen. Am Ende darf ruhig das klischeebehaftete “Dad” statt “Charlie” fallen, das man im Film irgendwie vermisste. Als Atoms Steuerung zum Schluss defekt ist, übernimmt er selbst und das Produkt ihrer Vater-Sohn-Beziehung überkommt den Bösen. Das ist zwar jetzt nicht all zu weit vom eigentlichen Film entfernt; dennoch hätten diese wenigen Nuancen und Impulse einen wesentlich besseren Film abgegeben.

Alles in allen ist Shawn Levys ‘Real Steel’ einer dieser Filme nach denen man nach Hause geht und Roboter bauen will – wenn man 8 Jahre alt ist. Die Problematik erschließt sich aber eben nicht nur dadurch, dass ich inzwischen dreimal so alt bin, sondern dass der Film auch kein wirklich guter Kinderfilm ist und eben die falsche Geschichte erzählt.

6/10

“You’re a plain-spoken man.” – “I’m a father.”

Wow. Endlich. Das ist sie, die Folge, die die Maßstäbe setzen sollen. Zu mindestens in Sachen Drama und Ablauf. Ich weiß, dass ich da wahrscheinlich ziemlich allein auf weiter Flur stehen werde, aber die Wartezeit zahlt sich endlich aus, die Figuren beginnen zu atmen, zu leben und wirken authentisch. Ich brauche keine Zombies (jeder, der sich jetzt schon über das Fehlen oder geringer Anzahl selbiger beschwert, soll mal spätere Handlungsorte abwarten) damit Spannung aufkommt – das hier ist genau das, was ich von The Walking Dead erwarte. Und ich sage euch auch warum.

Es ist das Abschließen von Geschichtssträngen bei gleichzeitiger Fortführung und Errichtung anderer. Die Serie mag noch so lahmarschig voranschreiten (immerhin sind nur grob 2 Wochen vergangen seit Rick aufgewacht ist, während im Comic bereits der Winter beim Erreichen der Farm Einzug gehalten hat), solange die Seitenstränge mindestens rudimentär abgeschlossen werden, ist das eine gute Sache. So sind endlich alle auf der Farm, Carl ist über den Berg, T-Dog ist geheilt und Otis bekam eine symbolische Bestattung. Lediglich Sophia ist immer noch verschwunden, was aber nicht nervt, sondern uns den vielleicht schönsten Moment der Serie, der weiterhin der Folge ihren Namen verleiht, zwischen Daryl und Carol schenkt. Weiterhin werden neue Plots eingeführt: Dürfen Rick und seine Gruppe auf der Farm bleiben und was genau verheimlicht Hershel auf seiner Farm? Beziehungen zwischen nahezu allen Charakteren werden weitergeführt und teilweise intensiv. Maggie und Glenns Beziehung beginnt aufzuflammen, Lauri will, dass Shane bleibt und ihre Schwangerschaft wird in die Serie eingeführt und natürlich gibt es noch ominöse Shots der Farm und Blicke zwischen Maggie und Hershel, die dem Normalzuschauer kaum auffallen dürften, den Fans des Originals wissende Hinweise gibt, die sagen wollen: We’ll get there.

Also ist alles gut im Zombieland? Wenn es nach mir geht, inzwischen ja. Das Farmgelände wird langsam eingeführt und man muss inzwischen sich einfach damit abfinden, dass man viele geliebte Setpieces und Charaktere erst in kommenden Staffeln zu sehen sein werden, die aber bei den momentanen Einschaltquoten als gesichert gelten dürften.

Die Serie hat ein ähnliches Maß an Exposition wie ‘Breaking Bad’. Erinnert sich jemand an die tollen Momente aus Episode 403? Nein. Aber jeder hat auch noch nach Wochen die finalen Momente der letzten Folgen vor dem Auge. Man darf nur hoffen, dass es bei The Walking Dead ähnlich verlaufen wird und die erste Staffel durch ihre kurze Episodenzahl nicht wirklich ihr Potential entfalten konnte. Spätestens ab Folge 6 herum wird man sich dem Scheunenmysterium nähern und dann kann man erst abschätzen, wohin es mit der Serie geht und ob am Ende endlich mal die Scheiße den Ventilator trifft, wie man im Englischen so schön sagt.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”

‘Apollo 18’ Review

12 Nov, 2011 · Sascha · Featured,Film,Review · 3 comments

USA, Kanada 2011
Regie: Gonzalo López-Gallego
Drehbuch: Brian Miller
Darsteller: Warren Christie, Lloyd Owen, Ryan Robbins
Länge: 86 Minuten
FSK: ab 16
Start: 13. Oktober 2011

Found Footage Filme brauchen einen Leap of Faith des Zuschauers um zu funktionieren. Ob es nun Dämonen in ‘Paranormal Activity’ sind, die Menschen heimsuchen, ein Seemonster, das in ‘Cloverfield’ Man hatt

an klein stampft, oder ob eine Gruppe von jungen Menschen sich in einem Wald verwirrt und unter mysteriösen Umständen in ‘Blair Witch Project’ sterben, das Found Footage Genre braucht einen Zuschauer mit dem richtigen Mindset um überhaupt seriös wahrgenommen zu werden. Daher wird der Zuschauer, der sich schon vorher im Klaren ist, was ihn erwartet, seinen Spaß finden, während uninformierte Kinobesucher, also der normale deutsche Kinogänger, womöglich seine Probleme haben wird, den Film in seiner Gänze zu genießen. Da ist Apollo 18 natürlich keine Ausnahme – mit einer geheimen Mondmission der NASA, Russen auf dem Mond und, oh, ja… Aliens.

Apollo 18 eröffnet daher auch mit einem für das Genre typischen Schriftzug, der uns weis machen will, dass dies wirklich total authentitsches, gefundenes Material der NASA ist. In seine Geschichte steigt der Film mit einem unnötigen Prolog auf der Erde. Wir lernen die Astronauten kennen und erfahren welche Missionsziele Apollo 18 verfolgt. Die Irrelevanz des Versuchs der ansätzlichen Charakterisierung der Figuren wird erst im späteren Teil des Films richtig schmerzhaft, wenn die Astronauten versuchen nach Hause zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt bedürfen die Charaktere aber keinerlei innerer Motive mehr den Mond verlassen zu wollen, da um sie offenbar nicht mehr die einzigen Lebewesen auf dem Mond sind und somit externe, existenzielle Gründe größere Plottreiber den Film pushen.

Aber das ist alles halb so schlimm. Der Film vergeudet keine weitere seiner passenden 86 Minuten, ist strikt und rasend erzählt, und sein Low-Budget merkt man ihm keine Sekunde an. Wodurch Apollo 18 jedoch wirklich überzeugt, ist seine atmosphärische Dichte und Ausstattung. Die Bilder der über den Mond hüpfenden Astronauten sind so ins Kollektive Gedächtnis impregniert, dass man sehr schnell dank der so authentischen Cinematophie und Ausstattung im Film versinkt und die Geschehnisse im Film nicht mehr hinterfragt – das Hauptziel des Genres. Die Cinematographie ist allgemein äußerst überzeugend, insbesondere in den “Kratzer-Szenen” wird so interessant mit Licht, Dunkelheit und Jump Scares gespielt, sodass man sich wünscht, dass Apollo 18 mehr Außenszenen gehabt hätten.

Apollo 18 war ein Film, der auf PEWPEWPEW extensiv gecovert wurde in der Hoffnung, dass der Film ein Fanfavorite wird oder vielleicht am Ende nicht ganz enttäuschen würde, was er auch nicht völlig tut. Dennoch verbleibt ein bitter-leerer Nachgeschmack, dass hier nicht das gesamte Potential genutzt wurde, ohne aber wirklich genau aufzuzeigen, wo genau. Vielleicht erwartet man von einem solchen Film auch irgendwie eine tiefere Nachricht, die er natürlich nicht hat. Für Fans der Wissenschaftsfiktion ist dies zweifelsohne ein Film, den man schauen kann, aber eben nicht muss. Trotzdem dürfte die dichte Atmosphäre, die wirklich guten Außenszenen und die letzten, intensiven 10 Minuten des Films Fans des Found-Footage-Genres erfreuen.

7/10

Vorher auf PEWPEWPEW:
ROFL: NASA wants you to know that ‘Apollo 18? is a work of fiction
Finaler Trailer zu Apollo 18
Apollo 18 Trailer #2
Russisches Apollo 18 Poster
Apollo 18 – Trailer
Apollo 18 Teaser Poster

“Maybe this isn’t a world for children anymore.”

Es geht weiter und es ist immer noch kein Erzähltempo vorhanden. Stunde für Stunde, Schritt für Schritt wird penibel erzählt, fast ähnlich wie bei 24. Was ich in den ersten zwei Folgen als negativ sah, empfinde ich inzwischen gar nicht mehr so schlimm, denn es gibt einige positive Veränderungen, die das Tempo inzwischen rechtfertigen. So ist zum einen diese Folge weniger Rick-zentriert, was endlich anderen Figuren langersehnten Platz gibt sich zu entfalten. So kriegt auch mal Serienherz Glenn seit einer gefühlten Ewigkeit eine kurze Szene mit Maggie, die, das muss man zugeben, einfach perfekt besetzt ist.

Aber auch andere Figuren haben kleine Momente, die sie endlich besser definieren. Nahezu alle Gespräche drehen sich, wie könnte es anders sein, um den Tod. Ob Daryl von sich als verlorenem Kind im Wald, Andrea über ihren neu erwachenden Lebensmut, Maggie über Gott oder Dale über seine Schuldgefühle gegenüber Andrea erzählt – alles ist verdammt gut und wirkt natürlich. Höhepunkt ist die Diskussion von Lori und Rick, in der Lori vorschlägt, Carl einfach sterben zu lassen, um ihm das Leid und den Schrecken in dieser Welt zu ersparen, was ihrem Charakter eine ganz neue Facette verleiht.

Das langsame Erzähltempo hat noch eine weitere Facette: Realismus. Dadurch, dass jeder Schritt, jeder Akt selbst erledigt werden muss und den Charakteren nichts in die Hände fällt, wirkt alles sehr realistisch. Man hat sich entschieden teilweise tiefer zu gehen als der Comic, was inzwischen durchaus positiv zu bewerten ist. Doch dann wirft man dieses neu geschaffene Potential teilweise wieder über den Haufen.

Während sich letzte Woche das Gitter öffnete und Otis und Shane in der Falle saßen, beginnt diese Folge mit ihnen in einem Schulgang, rennend. Wie haben sie sich Zugang verschafft? Spielt keine Rolle. Später sind sie plötzlich auf einer Tribüne, 4 Meter hoch über dem Boden und die Zombies unter ihnen. Wie sind sie dorthin gelangt? Wird nicht erklärt. Dann müssen sie entkommen und Otis lenkt die Zombies ab, rennt zu einer Tür in die Umkleidekabine, sodass Shane sich aus einem Fenster schleichen und 6 Meter tief auf den Boden springen kann. Wieso rennen sie nicht beide in die Umkleidekabinen? Sowohl Otis als Shane verletzen sich bei ihren Sprüngen und müssen nachher von den – für meinen Geschmack ein bisschen zu schnellen Zombies – retten.

Danach trifft Shane alleine an der Farm mit den Medikamenten und Werkzeugen ein. Bereits aus der Eröffnungsszene wissen wir, dass Shane diese Episode überleben wird und sein verrückter Blick in den Spiegel lässt erahnen, dass etwas mit Otis passiert ist. Der Twist kommt am Ende der Episode kommt daher nicht überraschend. Ich halte ihn aber für nicht angebracht. Die Schreiberlinge meinen wohl, dass sie aus Shane einen gewissen Antagonisten machen müssen, damit sein eventueller Tod gerechtfertigt sein wird. Doch gerade das halte ich für gefährlich. Shane war in den Comics kein guter bester Freund, aber auch kein komplettes Arschloch. Ja, kurz vor seinem Tod drehte er durch und der Mord an ihm war wohl gerechtfertigt in dieser Situation, aber die Serie stilisiert ihn zu einem Superarschloch, das Menschenleben gegeneinander abwiegt. Das schafft Realismus, wirft aber das Vorbild irgendwo über den Haufen.

Aber vielleicht ist in dieser verkehrten Welt, in der Otis stirbt und Shane lebt, an der Zeit die Vergleiche mit dem Comic völlig über den Haufen zu werfen. Das finde ich schade, aber es befreit auch und gibt der Serie Luft zum Atmen. Mal sehen, was sie damit macht.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”

“You are in way over your head, aren’t you?” – “M’am, aren’t we all?”

Dieses Zitat könnte nicht näher an der Realität der Serie liegen. Ich verstehe, dass die Serie ihren eigenen Weg gehen will und muss und es bei solchen Adaptionen einen gewissen Fohlenschutz geben sollte, gerade bei einer sich ernstnehmenden Zombie-Serie im amerikanischen Kabel-Fernsehen (Das kann man nicht oft genug sagen). Hinzu kommt, dass man sich dennoch immer unweigerlich an dem Vorbild messen lassen werden muss, da man nicht einen komplett eigenen Weg geht, sondern mal hier und da etwas weglässt, bei anderen Punkten etwas länger verharren will und hinzufügt oder komplett neue Sachen zeigen möchte.

Damit tut sich The Walking Dead keinen Gefallen. Die Serie fühlt sich schwer und langatmig an. Es mag sein, dass die Suche im Wald, das Herumirren und das Dehnen von vielen Szenen sinnbildlich für die Welt der Serie und die Gemüter der Figuren stehen soll, aber das kann auch einfach nur zu viel interpretiert sein und dem gekürzten Budget geschuldet sein (Und wenn hier das Geld für Rubicons zweite Staffel draufgeht, dann wäre das verdammt schade). Fakt ist aber, dass die Serie ihre besten Momente hat, wenn sie Kirkmans Vorlage folgt. Nicht umsonst sind sich Kritiker und Fans einig, dass die erste Folge – eine strikte Kopie (mit ganz wenigen, subtilen und guten Additionen (Morgans Frau, “I’m sorry this happened to you”) vom ersten Issue – mit Abstand die beste der Serie ist.

Mit einem Flashback zu Beginn versucht man Kontrast zur Thematik der Episode aufzubauen und der Figur Loris als auch dem Love-Triagle neue Dynamik zu geben, was aber bei mir nicht ankommt. Wir wissen bereits, dass bei Rick und Lori nicht alles perfekt war und Shane sich um sie kümmerte und wohl bereits schon länger neidisch auf Ricks Familienglück war. Carl wurde von einem gewissen Oties versehentlich angeschossen und verspricht Hilfe bei Dr. Hershel. Soweit, so adaptiert. Doch nun driften wir schon wieder ab. Carls Verletzung und Operation wird wesentlich ausgeweitet als im Vergleich zum Comic, womit wir ausgehen können, dass wir uns auf Hershels Farm für den größten Teil der Staffel aufhalten werden.

Das könnte ganz interessant werden, wären die Charaktere – bis auf Rick – nicht so unglaublich schlecht geschrieben im Vergleich zu ihren Vorlagen. Die Dialoge zwischen allen Personen wirken hölzern, Leben und echte Konflikte fehlen bis auf Rick völlig. Jede Figur scheint momentan problemlos austauschbar. In Abetracht, dass einige dieser Charaktere für eine verdammt lange Zeit bei uns bleiben werden, sollte man sich ganz schnell etwas ausdenken, wie man das verbessern kann. Die Farm bietet dazu beste Möglichkeiten.

Vielleicht liegt es daran, dass ich weiß, dass gewissen Figuren nichts passieren kann, während andere sehr wohl sterben werden, aber es kommt trotzdem nie wirkliche Spannung auf. Insbesondere wenn die Serie mit Logiklöchern und sehr dummen Aktionen daherkommt (Vielleicht nicht alle Lichter verschwenden und ein paar für die Flucht zur Ablenkung aufheben?), wenn der Comic so sehr auf Realismus pocht und Kirkmans Werk stets wasserdicht gegenüber Logiklöchern erscheint. Als positives Fazit bleibt jedoch, dass es “schöne” Bilder (Der Babysitz) als auch Momente gibt (Daryls “Shut up” ) und ich mehr sehen will – und das war gegen Ende der letzten Staffel eher nicht der Fall.

PS an Fans von AMCs Breaking Bad: Aufpassen, was Daryl da alles so in seinem Plastikverschluss hat. ;)

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E01