Comics - PewPewPew

Enthält womöglich kleine Spoiler.

Mit das Wichtigste bei Adaptionen ist das Casting. Klar, ein Schauspieler mag jetzt nicht immer so aussehen, wie man sich den oder die Titelhelden/in vorgestellt hat, aber solange das Gefühl, die Performance und die Ausstrahlung des/der Schauspielers/in sitzt, dann passt das. Bei Adaptionen von Comics ist das Ganze jedoch eine etwas andere Sache, denn immerhin haben wir hier eine gewisse Vorgabe, wie der Charakter aussehen sollte.

Bei der Besetzung von ‘The Walking Dead’ gab es sicherlich Treffer und Fehlschläge. So wurde mit Joe Bernthal definitiv der beste Shane gefunden, den man sich vorstellen kann. Auch Sarah Wayne Callies (Lori), Steven Yeun (Glenn), Lauren Cohan (Maggie) und Chandler Riggs (Carl) wurden passend besetzt. Bei Andrew Lincolns Rick sehe ich das zu mindest anders, dafür stimmen Haare, Gesicht und vor allem der gezwungene Südstaatenakzent einfach nicht. Andrea (Laurie Holden) ist meiner Ansicht nach ein wenig zu alt, genau wie Scott Wilson für Hershel. Aber das funktioniert alles noch. Immerhin sind die Serie und der Comic zwei verschiedene Universen, der Comic lediglich Inspiration und Orientierungspunkt in der Ferne. Ohnehin waren die Performances nie das Problem der Serie.

Dennoch spielt die Besetzung eine große Rolle. Und neben den Hauptcharakteren lag den Fans Niemandes Besetzung so am Herzen wie die des Governors, dem fiesen Bösewicht für einen Großteil der Comicserie. Der “Governor” heißt eigentlich Philip Blake und ist der Anführer einer Gruppe Überlebender, die sich in der Stadt Woodbury niedergelassen haben. Inwieweit dies mit Rick und seiner Gruppe zu tun hat, möchte ich euch selbst herausfinden lassen. Dass Blake jedoch deutlich lateinamerikanischer Abstammung ist, dürfte klar sein. Deshalb war der Wunschkandidat schlechthin schnell Danny Trejo. Ebenso wurde Tom Savini genannt, der ziemlich offensichtlich die Inspirationsquelle für die Äußerlichkeiten der Figur war. Doch dann wurde es David Morissey, ein Brite und Theaterschauspieler. Und ich bin froh.

Der Governor ist ein richtig fieser Zeitgenosse, doch ich bin der Ansicht, dass der Prison-plot, der bisher wohl intensivste und beste Part des Comics, nicht in einer Staffel verheizt wird. Da wird einiges gestreckt werden und Blake muss zunächst freundlich oder immerhin vielseitig erscheinen, bevor er umschwenkt und böse Dinge tut. Es wird definitiv noch um einiges vielschichtiger als im Comic. Deshalb bin ich froh, dass ein Schauspieler kommt, der das kann.

Ein weiterer Schauspieler, der das gekonnt hätte, wäre John Hawkes gewesen. Dieser war laut Gerüchten Wunschkandidat der Produktion und wenn es nach mir gegangen wäre, hätte er den Part bekommen. Spätestens nach Winter’s Bone kannten ihn viel und seine Rolle als Sektenanführer in Martha, Marcy, May, Marlene sitzt ihm wie angegossen. Er hätte den Part locker hingekriegt, lehnte jedoch ab:

“They offered me the role, and I just felt there would be someone else who could do it better. I was flattered, and I took a look at the series. It held interest for me, but I just didn’t feel like I was the guy for it. I have to be careful of what TV shows I choose, particularly ones that have commercials in them, because it’s going to be a different kind of television show. There are going to be sponsors. No matter how good the show is, if there are commercials, it’s going to be a different show, to me. That’s just my personal feeling. Yeah, it was nice of them to ask, and it’s a good show, but, again, I just didn’t feel I was the guy. They came to me and sent me the graphic novel and the first two seasons. I took a look at them, and just didn’t feel like it was for me.” (via)

Finde ich jetzt einfach wenig ausweichend, aber auch verständlich. Hawkes hat sich seit einem Jahrzehnt durch viele kleine Rollen und gute Performances in Indieproduktionen einen Namen gemacht, sodass man es sich dreimal überlegen möchte, inwieweit man mit “einer Zombie-Show” in Verbindung gebracht werden möchte.

Morissey sieht sicherlich nicht aus wie der Governor. Das macht aber nichts, denn ich bin mir sicher, dass die Figur in der Show noch interessanter sein wird als im Comic, immerhin hat man das mit Shane auch geschafft.

Eine meiner großen Leidenschaften, neben Filmen natürlich, sind Comics. Seit Jahren probiert man meinen Lieblingscomic Y – The Last Man, in dem von einem Moment auf den anderen alle, bis auf unseren Helden Yorrick und sein Äffchen Ampersand, männlichen Säugetiere sterben, für die große Leinwand zu adaptieren. Das hielt und halte ich immer noch für eine schlechte Idee. Vor Jahren war einmal das Gerücht aktuell, dass D.J. Caruso Y mit Shia Labeouf verfilmen will, als die beiden gerade das Remake Disturbia in die Kinos brachten. Die Idee war damals eine ganze Trilogie zu machen. Das würde ich noch in Ordnung finden, immerhin kann nichts unter drei Filmen der 60-teiligen Comicserie gerecht werden. Shia würde auch in Ordnung gehen, auch wenn Zachary Levi die perfekte Wahl wäre.

Aber bereits damals wie heute gilt: Es ist ein episodischer Comic mit vielen Themen, Figuren und einer Reise rund um die Welt – also sollte es eine TV-Serie werden und nichts anderes. Erfolgreiche Comics wie The Walking Dead haben es vorgemacht. Die Zeit ist also reif. Stattdessen hat das Kinoprojekt aber ein neues Zuhause beim Studio New Line sowie neue Produzenten gefunden. Matthew Federman und Stephen Scaia sollen ganz von vorne beginnen, die Geschichte komplett neu für das Kino definieren; Caruso scheint damit raus. Die Beiden waren zuvor bei der TV-Serie Jericho, die die Geschichte einer Stadt in Kansas erzählt, nachdem in allen Hauptstädten der USA Atombomben explodiert sind. Jericho war gut und vom Ton her würde das sehr zu Y passen. Dann haben die Zwei aber auch Human Target, Warehouse 13 und zuletzt Charlie’s Angels ins Fernsehen gebracht – kein wirklich gutes Zeichen.

Wie auch immer das enden wird, lasst euch eins gesagt sein: Das gehört ins TV.

 

Ich habe gerade Issue 96 von Robert Kirkmans ‘The Walking Dead’ gelesen, welches der Abschluss des 16. Story-Arcs (‘A Larger World’) ist. Und heilige Scheiße, ging das ab. TWD hatte ja seit dem großen Kampf um Alexandria Anfang der 80er Issues einige Pacing-Probleme, wenn man viele Fans fragt (auch wenn ich da widersprechen würde, immerhin brauchen wir auch mal ein wenig Ruhe), aber jetzt kann man wirklich nichts mehr meckern. Die Zombies sind in den letzten Büchern immer mehr zu lästigen Nebensächlichkeiten geworden, die von Michonne schnell behandelt werden können, doch was sich jetzt anbahnt, wird alles verändern.

Seit Monaten ist in den Letter Hacks, der Abschlussteil der Comics in denen Kirkman Fanmail beantwortet, zu lesen, dass Issue 100 einen riesigen Meilenstein in der Geschichte darstellen wird. Drohend auch der Titel des Arcs: ‘Something to Fear’. Ich freu mich wie ein Schnitzel, werde aber spoilerfrei bleiben. Ähnlich wie das obige Variant-Cover für Issue 100 von Marc Silvestri. Das eigentliche Cover von Hauptzeichner Charlie Adlard habe ich unten angehangen, da es sehr, sehr viel spoilt, wenn man die Comics nicht gelesen hat.

Hier die Pressemitteilung von Image Comics:

THE WALKING DEAD #100
story ROBERT KIRKMAN
art CHARLIE ADLARD & CLIFF RATHBURN
cover a CHARLIE ADLARD
cover b MARC SILVESTRI
cover c FRANK QUITELY
cover d TODD McFARLANE
cover e SEAN PHILLIPS
cover f BRYAN HITCH
cover g RYAN OTTLEY
cover h CHARLIE ADLARD WRAP-AROUND
JULY 11
40 PAGES / BW / M
$3.99
“SOMETHING TO FEAR” CONTINUES!
This extra-sized chapter contains one of the darkest moments in Rick Grimes’ life, and one of the most violent and brutal things to happen within the pages of this series. 100 issues later, this series remains just as relentless as the debut issue. Do not miss the monumental 100th issue of THE WALKING DEAD!

THE WALKING DEAD #100 CHROMIUM EDITION
story ROBERT KIRKMAN
art CHARLIE ADLARD & CLIFF RATHBURN
cover CHARLIE ADLARD chromium wraparound
JULY 11
40 PAGES / BW / M
$9.99

THE WALKING DEAD #100 POSTER
art CHARLIE ADLARD & CLIFF RATHBURN
The epic cover for THE WALKING DEAD #100 cover is now available as a poster! No fan should be without this undead wall candy.
JULY 11
24×36
$9.99
via ComicBookResources

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Darth Vader and Son

10 Apr, 2012 · Sascha · Comics,Kunst · 4 comments

Jeffrey Brown hat sich ein Paralleluniversum vorgestellt, in dem Darth Vader und Luke eine normale Vater-Sohn-Beziehung haben. Kommt am 5. Mai in die Buchläden. Hier (Amazon-Partnerlink) kann man es vorbestellen. via Gizmodo

The Walking Dead for Kids

02 Apr, 2012 · Sascha · Comics · 0 comments

via nerdpride

Today Robert Kirkman announced at his Skybound panel that he would be teaming up with G-Man creator Chris Giarrusso to release THE WALKING DEAD: FOR KIDS.

Robert described the series as follows:

“THE WALKING DEAD: FOR KIDS is going to be word-for-word, panel-for-panel like the regular Walking Dead books, with all the violence, all the sex… but for kids!”

Giarrusso added: “It’ll be adorable.”

Good one, Robert.

Huzzah! Schöpfer Brian Lee O’Malley und OniPress haben angekündigt, dass Scott Pilgrim in wunderschönen, großen Hardcovern (6×9 inches) neu veröffentlicht wird – iN FARBE, denn Nathan Fairbairn wird den gesamten Comic colorieren. Fantastische Neuigkeiten, denn die ersten paar colorierten Seiten in Band 4 fand ich toll und ich kann nur hoffen, dass Nathan seinen Job ähnlich großartig machen wird wie damals O’Malley. Angesichts der ersten online veröffentlichten Bilder mache ich mir da aber keine Sorgen:

Comic Book Resources hat noch ein interessantes Interview mit O’Malley zu bieten:

CBR: Overall, after working on this with Nathan, do you think working in color is going to become a regular part of your comics moving forward, or will you stick to black and white for most things?

I think it’ll vary from project to project. The process of coloring can be incredibly expensive, and it wouldn’t have even been an option at the start of “Scott Pilgrim.” But it feels good as a project with a collaborator. I don’t think I’d ever want to color my own comics. It’s a lot of work. But Nathan’s been great, and I’d love to work with him on future stuff.

Im August kommt der erste Band, der zweite ist für den Oktober geplant. Das ist ein Grund zu feiern. Dazu habe ich auch etwas passendes:

Autor: Warren Eliis
Artwork: Colleen Doran
Lettering: Clem Robins
Colorierung: Dave Stewart
Verlag: DC Vertigo (2003)
Kaufen: Amazon-Partnerlink

Warren Ellis’ ‘Orbiter’ ist einer der wichtigsten Comics, die jemals geschrieben wurde. Das sage ich voller Überzeugung. Obwohl der Comic 2003 erschien und er bereits damals zeitgenössische Bedeutung besaß, könnte er heute kaum aktueller und wichtiger sein, denn es geht um nichts Geringeres als die Zukunft der bemannten Raumfahrt.

Die Geschichte ist äußerst spannend. Seit 10 Jahren – nachdem das Space Shuttle Venture nach dem Start verschwand – war kein Mensch mehr im Weltall. Zu gefährlich ist alles und das Verschwinden des Shuttles war zu unerklärlich. Kein Risiko mehr. Doch plötzlich taucht das Shuttle wieder auf und macht eine Bruchlandung auf dem inzwischen als Shanty-Town dienenden Kennedy Space Center. Schnell wird die NASA wiedereingesetzt und ein Team aufgebaut. Die führenden Köpfe bilden die Biologin und letzte lebende Astronautin Michelle Robinson, der Ingenieur und Raketenexperte Terry Marx und Anna Bracken, der die vielleicht schwierigste Aufgabe zufällt, denn sie muss John Cost interviewen, den einzigen Astronauten, der noch an Bord der Venture war.

Wenn schon die erste Seite einem den Atem raubt, dann weiß man, dass man ein gutes Buch in den Fingern hält. Warren Ellis’ Idee, den Comic mit einem Splash-Panel des aufgegebenen und inzwischen als Shanty-Town genutzen Kennedy Space Centers zu beginnen, ist ebenso fantastisch wie erschreckend. In seinem Vorwort schreibt Ellis, dass der Comic eigentlich erst wesentlich später erschienen wäre, man aber nach dem Absturz der Columbia im Januar 2003 das Gefühl hatte, dass er direkt raus musste – denn er hat etwas zu sagen. Etwas ganz Bedeutendes. Es ist ein Comic der Hoffnung.

Nach dem Absturz, ähnlich wie bereits nach der Challenger-Katastrophe, sollte später kein Shuttle mehr für 18 Monate starten. Schlussendlich aber starteten sie wieder. Und das ist das Wichtigste. In seiner bewegenden Rede am Abend der Explosion richtete sich Ronald Reagan insbesondere an die vielen Kinder, die die Katastrophe live am Fernsehen miterlebten, weil eine Lehrerin mit an Bord war: “[…] it is part of taking a chance and expanding man’s horizons. The future does not belong to the faint hearted, it belongs to the brave.”

Darauf aufbauend, zeigt uns Warren Ellis, was mit dem Menschen passiert, wenn er aufhört. Wenn er stehen bleibt. Er degeneriert. Das Bild des Kennedy Space Centers symbolisiert was passiert, wenn wir unsere Bestrebungen ruhen lassen. Diese Botschaft ist heute noch wesentlich wichtiger als 2003. Die NASA hat die autonome, bemannte Raumfahrt komplett eingestellt. Kein Shuttle startet mehr. Die nächste Generation bemannter Raumschiffe soll frühestens Ende des Jahrzehnts ihren ersten Einsatz haben. Momentan sind die Amerikaner nur Beifahrer der Russen. Nichts könnte der amerikanischen Gesellschaft, und der Welt allgemein, mehr helfen die Wirtschaftssorgen und Krisen besser zu verarbeiten, als wenn wir wieder ein gemeinsames Ziel hätten. Wir verbauen gerade unsere Zukunft. Und die unserer Kinder. Denn die müssen erst lernen zu träumen. In unserer Zeit fällt das momentan schwer.

Der Comic hat ein paar kleine Längen in der Mitte, da man sich als pfiffiger Leser schnell ausmalen kann, was passiert ist. Doch dann kommt es ganz unerwartet. Ich kann die immense Awesomeness des Comics nicht aufzeigen, ohne euch zu spoilern, deshalb nur weiterlesen, wenn ihr euch ganz sicher seid. [Markieren]Als Cost und seine Crew an die ISS andocken wollen, schießen sie plötzlich weg und sind binnen Sekunden auf der Rückseite des Mondes. Panik bricht aus. Dann erscheint ein Licht. Eine Stimme ist in den Köpfen der Astronauten zu hören. Es sind unsere Freunde von anderen Sternen. Sie haben auf uns gewartet. Doch wir waren zu ängstlich. Zu zögerlich. Sie haben gewartet, doch es ging ihnen nicht schnell genug. Sie wollen Freunde zum Spielen, zum weniger alleine sein. Cost und seine Crew erleben in den nächsten 10 Jahren, und das ist dank Biologin und Raketenphysiker (aka Warren Ellis) gar nicht mal so dumm erklärt, eine Rundreise durch die Galaxie. Cost kehrte lediglich zurück um den “Rest” zu den Sternen zurückzuholen. [Spoilerende] Der finale Moment ist so rührend, das Papier wurde ein wenig nass.

Besser kann ein Comic nicht sein. Ich lege ihn jedem ans Herzen, der schon einmal nachts in den Himmel schaute und sich fragte, warum wir aufgehört haben zu träumen.

Story finde ich jetzt ehrlich gesagt ziemlich mau, insbesondere, da man das nicht aufs Papier bringen muss, die Erklärungen im Comic selbst reichten und gerade, da man nicht ins Detail wusste, vergrößerte das den Charakter doch umso mehr. Auch das mit ihrem Katana. Das ist hier sehr entmystifizierend. Schade, dass Kirkmans Fokus in letzter Zeit hauptsächlich auf der Serie und dem Marketing liegt und die Comics vor sich her dümpeln. Da kann mir jetzt keiner mehr was von Pacing erzählen. Mal sehen ob #100 etwas daran – wie seit Monaten versprochen – ändern wird. Die 6-seitige Story erschien im US-Playboy und kann hier, dank René, gelesen werden.