Games - PewPewPew

Skepsis war durchaus angesagt bei der spaßig anmutenden Kommerzparty von The Lego Movie; am Ende überraschten die Filmemacher Lord & Miller aber viele, inklusive mich (hier meine äußerst positive Review). Seitdem hat LEGO die ebenso cleveren wie spaßigen Batman und Ninjago Filme herausgebracht und nun kehrt das Franchise zurück zum Everyman Emmett. Dieser muss nun seine entführte Kickass-Freundin retten und wird gecuckt von bekommt dabei Hilfe von Rex, einer Mashup-Version von Chris Pratts berühmtesten und vielleicht zukünftigen Filmrollen. Puh.

Obwohl der Fanmade-Look immer noch einen fantastischen Touch der Filmreihe darstellt, packt mich dieses Sequel nicht mehr wirklich – was nicht nur an den Friends-style Minifiguren. Lord & Miller steuerten zwar erneut das Drehbuch bei, aber dafür wirkt der Plot überraschend altbacken und die Gags landen bis auf wenige Ausnahme nicht wirklich. Aktuell riecht das noch nach großer Kapitalismusmaschinerie vom Band, was der erste Teil natürlich auch irgendwo war, aber mit Herz, Witz und Liebe fürs Detail überzeugen konnte und die Problematik im Kern direkt adressierte.

Happy 20th Half-Life

20 Nov, 2018 · Sascha · Games · 0 comments

Greift eure Brechstange, pfeift Dog herbei und ladet eure Schutzanzüge auf. Denn es gibt etwas zu feiern, Half-Life wird heute auf den Tag genau 20 Jahre alt. Das bedeutet zwanzig Jahre endlos geile Mods, FPS-Revolution und Storytelling-Werkzeuge, die die Szene bis heute prägen. Was könnte ich noch sagen, was andere nicht schon vor mir gesagt haben? Stattdessen möchte ich es wie diese tolle Oral History auf digg halten und einfach kurz einen Eindruck festhalten.

Mein Weg zu Half-Life führte nämlich über Umwege. Ich schaffte den Wechsel von der Konsole zum PC erst recht spät mit dem ersten Teil von Mafia (2001) und hatte zu dieser Zeit noch kein reguläres Internet. Plötzlich spielten aber alle in der Schule Counter-Strike und im darauffolgenden Sommer jointe ich ihren Server. Obwohl ich fortan eine Kopie von Half-Life (und all den anderen Spielen) haben sollte, kam ich zu Half-Life erst nach dem Release des zweiten Teils. Die Trailer, die Screenshots aus den Spielemagazinen und das Drama um die Source-Engine entwickelten einen riesigen Hype in mir, der im September 2004 in mehreren Sitzungen aus gänzlicher Immersion und einem Gefühl aus Angst und Verwirrung gipfelte.

Half-Life 2 ist die erinnerungswürdigste Spieleerfahrung meines Lebens. Alles hat irgendwie geklickt, als ich in Ravenholm angekommen bin. Natürlich waren mir Bilder und Videos aus Half-Life 1 vertraut, aber ich erwartete nicht diesen erlebbaren Horrorfilm. Es war schlicht eine ganz neue Spielerfahrung für mich. Valve zeigte mir, was mit dem Medium tatsächlich möglich war. Das Sounddesign war fast alleine dafür verantwortlich, dass ich das Spiel nicht weiterspielen wollte – und trotzdem immer wieder kam. Die wirklich einzigartige Welt mit ihrer immensen Science Fiction Hintergrundgeschichte faszinierte mich glücklicherweise genug, sodass ich das Spiel neben einer stets angeschalteten Lampe an einigen dunklen Herbsttagen doch durchspielte.

Jede einzelne Session war ein sorgsam abgestimmtes Erlebnis, das eine vollgeladene emotionale Rüstung voraussetzte. Schlussendlich quälte ich mich durch zombieinfestierte Tunnel, bekämpfte zahlreiche Antlions und erledigte massenweise Combine für die Resistance. Ich habe das Spiel nur einmal durchgezockt und kann wahrscheinlich trotzdem einen kompletten Walkthrough nacherzählen. Die Theorien zur wahren Story im Hintergrund und die weiteren Episoden vertieften mein Fandom nur weiter, sodass ich irgendwann auch mal den Ursprung, Half-fucking-Life, spielen musste. Es war alles, und noch mehr. Es folgten Jahre in Counter-Strike und Custom HL: Deathmatch Maps und vor allem endlose Studi-Nächte in Garry’s Mod und Zombie-Maps.

Danke, Valve. Ich hoffe wirklich inständig, dass ihr niemals auf die dumme Idee kommt und einen dritten Teil macht.

This is the 100 Year Anniversary of the End of WW1. On the 11th Hour we stopped fighting. from r/Battlefield

Am 100. Jahrestag des Ende des ersten Weltkriegs ging ein Clip viral, in dem Spieler auch in Battlefield 1 die Waffen niederlegten. Es gibt bisher keine Bestätigung, dass dies ein serverübergreifendes Phänomen war, aber die Aktion an sich finde ich schon spannend – auch wenn ich nicht weiß, wie ich dazu stehe. Ich bin mir sicher, dass bereits fähigere Schreiber dazu schlauere Thinkpieces geschrieben haben, als ich das je könnte. Sicherlich handelt es sich hierbei um ein ziemlich einzigartiges, soziales Event in der Videospielgeschichte, das besonders weil es eben nicht durch DICE angeordnet bzw. per Code aufgezwungen wurde (siehe z.B. Fortnites Events) so viel Beachtung bekommt.

Trotzdem bleiben meine Gefühle gemischt, ganz ähnlich wie bei dem Spiel selbst, das zwar nicht offiziell endet, aber mit dem Start von Battlefield V in der nächsten Woche wohl so gut wie aussterben wird. JackFrags hat ein ziemlich schick geschnittes Video-Tribute und ich bin überrascht, wie emotional mich das macht, weil ich Battlefield 1 in über einem Jahr nicht gespielt habe.

Mein Freund Daniel erzählte mir von dem Konzept, dass Fans der Tony Hawk Skateboarding-Videospiele Soundtracks für ein imaginäres Sequel erstellen und dabei nur bisher ungebrauchte Songs benutzen dürfen. Als immenser Fan dieser Reihe und Skateboarding generell, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen eine eigene Liste zu erstellen (Daniels Liste findet ihr hier).

Ich stelle mir dabei eine Art Reboot der Spielereihe vor, back to the roots, vollgestopft mit dem besten Punkrock des Jahrtausendwechsels – aber eben auch mit Retro-Story und deshalb viel Dream Pop für chillige Strand-Level in Dogtown, die die Anfänge der heutigen Pro-Szene schildern.

Hier ein bisschen Gameplay, damit das vom Flair her auch stimmt.

Wenn die Welt morgen untergeht, werde ich zufrieden sterben, denn ich habe wenigstens einmal Frieden auf Erden erlebt. Die ersten zwei Wochen dem Release von Pokémon Go waren trotz meiner Kritik Himmel auf Erden. Bevor Trump die Welt übernehmen sollte, gab uns Gott ein Geschenk in Form dieses Mobile-Games.

Ein Rentner in Taiwan erfuhr davon durch seinen Enkelsohn und ist seit zwei Jahren sowas wie der lokale Arenaleiter geworden. Er schnappte sich nämlich jede Menge Handys und fuhr damit durch die Gegend, sammelte fröhlich Pokémon, aber aus Fairnessgründen möchte er nicht gegen andere kämpfen. Nein, der Mann möchte sich einfach alle Pokémon schnappen.

Er will ganz offensichtlich der Beste sein, wie keiner vor ihm war. Ganz alleine fängt er sie sich. Sein Fahrrad hat er hinter sich gelassen, denn er kennt die Gefahr. Nun streift er mit diesem monströsen, Cronenbergian Handy-Powerbank-Rig durch das ganze Land. Er sucht weit und breit das Pokémon, um zu verstehen, was ihm diese Macht verleiht.

Absolute Legende. Ab sofort haben die Elite Four ein neues Mitglied. (via)

Ich konnte mit Blizzard noch nie viel anfangen. Die Berührungspunkte mit dem Videospielgiganten lassen sich an einer Hand abzählen:

Irgendwann im Winter 2001: Es ist ein arschkalter Tag, doch das angesetzte Fußballtraining, das erste nach der Winterpause in der Halle, findet trotz Nieselregen statt. Mein Mannschaftskollege Julian und ich halten uns mental warm, indem wir während der Übungsphasen über Videospiele labern. Er erzählt mir von Diablo 2, das ich unbedingt spielen muss. Ich kenne das Spiel bereits von einem anderen Freund aus der Nachbarschaft und kann – bis heute – null mit Höllenästhetik anfangen. Weder Iron Maiden, noch Diablo werden mich jemals für sich gewinnen, auch wenn Julians Schwärmen von Clans und Permadeaths neugierig macht.

Sommer 2002: Meine Freunde Martin und Christian haben gute Laune, denn heute erscheint ein Spiel, auf das sich die Beiden extrem freuen. Zusammen fahren wir nach der Schule gemeinsam mit dem Fahrrad zum örtlichen ProMarkt, wo sie sich Warcraft III kaufen. Mir missfällt die Verpackung, aber das Intro des Spiels ist ziemlich toll. Schlussendlich werde ich Warcraft III erst Jahre später (schlecht) spielen, gezwungermaßen in den Pausen auf LAN-Partys, wenn der Rest keinen Bock mehr auf Counter-Strike hat. Gut werde ich nie und ich bin immer wieder überrascht, welche Armeen Gegner in der kurzen Spielzeit aufstellen können. An RTS reizt mich generell bis heute nichts. Starcraft bitte auf den Mond schießen.

Weihnachten 2005: Ich habe mich endlich breit schlagen lassen. Obwohl mich seit geraumer Zeit (und noch für viele weitere Jahre) nichts mehr beschäftigt als Star Wars Galaxies, tausche ich einen Media Markt-Gutschein gegen World of Warcraft ein. Sofort wird mir bewusst, wieso das Spiel so ein gigantischer Erfolg ist. Alles ist gestraffter, besser und zugänglicher als in den anderen MMOs, die ich bisher gespielt habe, und die RPG-Elemente sind gar nicht so zahlreich. Ich vermisse Städtebau, echte Customization-Optionen für meine Figur, die mich einzigartig machen, und von Rollenspiel ist zu der Zeit noch nicht wirklich viel zu merken. Dazu kenne ich die tiefgehende Hintergrundgeschichte nicht. Also gebe ich auf. Was mich jedoch begeistert, ist die von Blizzard kreierte Welt. Daher mache ich für zwei Wochen den Frodo und wandere als LVL 20 Dwarf Mage durch die Welt, bereise Städte der Horde, springe von hohen Brücken und ende irgendwann auf der Suche nach meinen RL-Freunden in der “Brennenden Steppe”, wo ich immer wieder direkt sterbe und pro Leben 50 Meter weit komme und wahrscheinlich heute noch stecke.

Daran erinnern sich diese Freunde heute noch gerne, auch als wir am Freitag uns für den BlizzCon-Stream zusammenfanden. Alle spielen bis heute noch World of Warcraft, insbesondere nach den neuen Erweiterungen sind Pläne außer der Reihe schwer abzuklären, Zeit für Raids ist schließlich heilig. Die Stimmung war tatsächlich sehr ausgelassen, auch weil ein neuer Diablo-Titel vermutet wurde, mindestens ein Diablo 2 Remaster! Ich bin dabei, interessiere mich neben Pizza und Freunden aber hauptsächlich für die Trailer, deren CGI und Storytelling ich schon immer imposant fand.

Was jedoch folgte, war pure Comedy. Die Enttäuschung über die Ankündigung des Mobile Games Diablo Immortal war direkt zu spüren, die Reaktion aber verhalten und gemäßigt (weshalb ich u.a. auch die Thinkpieces einiger Gaming-Journalisten jetzt ziemlich lächerlich finde). (weiterlesen…)

Gestern war ich auf der Jagd nach einem legendären Bär. Mein langjähriger Partner versichert mir, es sei der größte, den je gesehen habe. Nun soll er zur Strecke gebracht werden. Sein Fell und Fleisch werden uns reich, seine Tötung berühmt machen. Der Weg durch das Tal zur Höhle des Bären ist felsig und der Pfad scharfkantig. Bereits beim ersten Anblick unseres Ziels schreckt mein Pferd Chip hoch. Chip und ich sind frisch liiert, er war mein erster Hengst, gerade erst am vorherigen Tag kaufte ich ihn für den stolzen Preis von 45 Dollar. Als Chip seine Hufe wieder auf den Boden drückt, bricht ein Stück des Felsvorsprungs ab und wir stürzen in die Tiefe.

Ich bin verletzt, kann mich aber aufrichten. Der Bär hat den Lärm nicht bemerkt, doch er scheint unruhig. Ich klopfe mich ab, um mich von Staub zu befreien und Verletzung zu erkennen. Eine Rippe könnte gebrochen sein, aber mir geht es gut. Das Atmen fällt mir schwer, eine schnelle Flucht ist jetzt unmöglich. Chip, mein guter Freund, wird es dagegen nicht schaffen. Seine Mähne ist getränkt von Blut und Sand, der offene Bruch des rechten vorderen Beins ragt mir empor entgegen. Ich muss meinem Freund den Gnadenschuss geben. Seitdem bin ich nicht mehr der gleiche Mann. Immerhin geht es nicht nur mir so.

Pferde scheinen aber nicht mein einziges Problem in Red Dead Redemption 2 zu sein, wie dieser Murphy’s Law Clip beweist, aber sie können biestige Kameraden sein. Das beweist definitiv das Video der Streamerin Kiwo. Much relate.

I C A N S M E L L T H E H O R S E
I C A N S E E I T S B A L L S

Acht Jahre! ACHT JAHRE!