Film - PewPewPew

Frank Herberts Dune ist natürlich eher Science-Fantasy statt Science Fiction, doch die neue Filmadaption von Denis Villeneuve bietet genug Anschlusspunkte, sodass sich Astrophysiker Dr. Andy Howell in seiner Serie Science vs. Cinema den Filmideen überraschend aufschlussreich widmen kann.

Weiterhin fasst Dune-Lore-Tuber Quinn’s Ideas Dunes verwobene Politikwelt zusammen, welche im Film nicht wirklich vollends dargestellt wurde. Relativ viel wird nur impliziert, angerissen oder komplett den Buchlesern überlassen, die ihre Freunde nach dem Kinobesuch aufklären müssen. Hoffentlich zeigt uns Villeneuve im nun ja recht wahrscheinlichen Sequel dann mehr Szenen mit der Spacing Guild, Imperator Shaddam IV. und aus dem Landsraad.


1091 Pictures

Es ist kaum zu glauben. Dieser Mann mit der Cappy, der heute hauptsächlich für tränenreiche Social Media Posts von fremden Filmsets bekannt ist, wurde vor knapp 30 Jahren in einem Atemzug mit Filmgrößen wie Quentin Tarantino, Paul Thomas Anderson oder Richard Linklater genannt. In den Augen mancher ist Kevin Smith tief gefallen, wahrscheinlich würde er denen sogar zustimmen, doch er hat sich laut eigener Aussage gefunden. For better or worse. Zurückgezogen in der Nerdhöhle, wo ihn beim Heimspiel niemand mehr verletzen kann, besuchte den Allrounder ein Kamerateam, um auf drei Jahrzehnte Karriere zurückzublicken.

Natürlich klingt das alles hart formuliert. Aber ich meine es auch so. Selbst beim eigenen Dokumentarfilm macht es sich Smith einfach zu leicht. Der Regisseur, der hier mit ihm zusammen auf Karrierehighlights und Tiefpunkte blickt, ist Malcolm Ingram, ein persönlicher Freund Smiths. Zuvor haben die beiden in den Neunzigern einen Film produziert. Ingram ist darüber hinaus häufiger Gast bei Smiths Podcast. Daher wird Clerk wohl leider nur ein fragliches Puff-Piece, parallel zum bald erscheinenden Abschluss der Clerks-Trilogie, Smiths womöglich letztem Höhepunkt.

Dabei wäre Smith durchaus ein total spannender Charakter, dessen Karriere eine aufrichtige Betrachung verdient. Welchen Einfluss hat Wohlstand auf kreatives Treiben? Wie vielseitig kann Kreatives Schaffen sein und wo die Grenzen gesetzt sind? Wo setzt sich der Mensch selbst bewusst oder unbewusst Grenzen? Wahrscheinlich wird das alles schon irgendwo angerissen, Smith ist und bleibt ja eine gute Seele, trägt sein Herz auf der Zunge. Doch es ist jetzt schon klar, dass nicht zu tief gegraben wird. Emotional wird es schließlich nur noch an Sets von DC-Filmen.

Der gute Brickstory vom bald eröffnenden Lego-Museum, das er zusammen mit Städtebauer Bob Brickman gründete, hat endlich diesen Schaukasten in seinem Star Wars Raum fertiggestellt, in dem jede jemals veröffentlichte Minifigur drin ist. Sogar nach Jahreszahlen geordnet und schön organisiert. Das würde ich mir gerne mal aus der Nähe anschauen.

Diese Art von Remix war vor rund zehn Jahren mega in, bis es dann jeder machte und die Resultate mehr als durchwachsen waren. Inzwischen ebbt diese 80s-Nostalgie-Welle wieder ab, doch Nerdist hat jede Menge Energie in dieses Revival gesteckt, angesichts der vielen Parallelen zwischen Lynchs und Villeneuves Verfilmungen auch irgendwo naheliegend und durchaus unterhaltend. Wie eben bei allem: Man muss es eben nur richtig und nicht halbherzig machen.

Ich weiß immer noch nicht so recht, was Edgar Wright mir mit Last Night in Soho außer eine Giallo-Hommage – wie einige Kritiker beteuern – erzählen will. Eines ist aber jetzt schon sicher: It’s gonna be very easy on the eyes.

Zum 30. Jahrestag des Releases ihres formativen Albums haben Simply Red den Konzertfilm A Starry Night, aufgenommen 1992 in Hamburg, sowie einen älteren Dokumentarfilm über die Band, ihren Erfolg und das Album Stars.

In January 1992 Simply Red set off on tour. They had just released their 4th album “Stars”. In the 14 months that followed, they played 131 shows to 1.5 million people and sold 9 million albums around the world.

This extraordinary film captures Simply Red in concert in Hamburg at the peak of their success on this sell-out tour. It features songs ranging from the band’s early hits “Holding Back the Years” and “Money’s Too Tight To Mention” to “Thrill Me”, “For Your Babies” and “Something Got Me Started” from the “Stars” album.

Ich habe bereits seit Oktober 2019 Karten für ein Konzert hier liegen, welches im November letztes Jahr hätte stattfinden sollen und nun wahrscheinlich erst im November 2022, also drei Jahre nach dem Kauf, gespielt werden wird. Das wird dann für mich das offizielle Ende der Pandemie.

Spider-Man: Into the LEGO-Verse

29 Sep, 2021 · Sascha · Film · 2 comments

Kein geleaktes Footage vom Spider-Verse Sequel, sondern ein fangemachter Clip von Animator David Mackenzie. Super liebevoll und detailverliebt gemacht, die ganzen Häusern sind zum Beispiel auch echte Sets, dazu halt auch den Stil der LEGO-Filme und Spider-Verse perfekt nachgemacht. Wahnsinn, hoffe die stellen den ein.

Vor einem Jahr veröffentlichten Fleet Foxes bzw. hier ausnahmweise Robin Pecknold im Alleingang das inzwischen vierte Studioalbum Shore und es ist keine Übertreibung von dem Album inzwischen als modernen Klassiker zu sprechen. Sicherlich mögen die anderen Alben komplexer, geradezu undurchdringlich und prätentiöser gewesen sein, aber gerade die offenherzige Wärme und entwaffnende Ehrlichekti der Platte begeisterte jeden Fan für die harten Wintermonate. Die Veröffentlichung zum Äquinoktium war auch kein Zufall, sondern Teil des Plans: Die neu gefundene Balance in Pecknolds Schaffen kreierte einen Sound, der mit sich im Reinen ist und eine innere Stärke zeigt sowie verleiht.

Shore ist ein einzigartiges Werk und auf den sozialen Kanälen der Band lässt sich erkennen, wie sehr diese Musik den Menschen im schweren letzten Jahr geholfen hat. Mich natürlich eingeschlossen. Wir haben das Album in meinem Podcast Kulturindustrie besprochen und da habe ich ein bisschen mehr gesagt. Ganz in Worte fassen kann und ich will aber auch öffentlich gar nicht, wie viel mir das Ding bedeutet.

Die Zelebrierung dieses Releases hätte mir heute an diesem wunderschönen Herbsttag schon gereicht, doch Pecknold arbeitete wieder zusammen mit seinem Bruder Sean an einem neuen Musikvideo für “Featherweight”. Wahrscheinlich fasst kein anderer Song das Album textlich und musikalisch besser zusammen:

May the last long year be forgiven
All that war left within it
I couldn’t, though I’m beginning to
And we only made it together
Feel some change in the weather
I couldn’t though I’m beginning to

Das Video benutzt erneut Multi-Plane-Stopmotion und benutzt die wunderschönen Visuals von Illustrator Sean Lewis. Es geht natürlich um einen Vogel, der strauchelt im Wind, abstürzt und sich am Ende eingesteht, dass er Hilfe braucht. Ich find’s so schön, dass der Wolf dann auch ein Bein zu wenig hat, also auch einen überwundenen Kampf symbolosiert. Was ein Meisterwerk! Und hier ein tolles Making Of, welches den Stopmotion-Prozess gut zeigt und die Kreativen ein paar schöne Sachen sagen lässt.