Film - PewPewPew


Netflix

Netflix hat Gefallen an Stephen King Adaptionen gefunden und bisher gab es keine wirkliche Nullnummer wie das noch früher der Fall war. Vincenzo Natali kämpfte seit Jahren um seine Adaption von In The Tall Grass, eine Novelle von King und Autor Joe Hill über ein magisches Feld am Straßenrand, in dem die Naturgesetze verrückt spielen und noch ganz andere Gefahren lauern. Netflix macht das alles endlich möglich.

Obwohl ich nicht viel von King gelesen habe, sondern eher seine Ideen von anderen interpretiert sehe, gefiel mir In The Tall Grass besonders gut aufgrund der simplen wie verstörenden Ausgangssituation, die jede Menge Urängste in uns wachruft. Der Cast stimmt (Patrick Wilson ist sowas wie ein Qualitätsstempel für Horror geworden) und ich könnte mir keinen besseren Regisseur wie Natali vorstellen, der bereits mit Cube natürlich bewies, dass er ein Gespür für Horror auf engen Raum hat.

Kein Wunder also, dass der Stoff ihn so angezogen hat. Die bereits auf dem Papier sehr kurzgefasste Geschichte wurde für den Film wohl etwas erweitert und hat hoffentlich – ich weiß, Klischee… aber wahr – ein anderes Ende als das Original. Sieht aber top aus im Trailer sonst.

Into The Tall Grass erscheint bereits in knapp drei Wochen am 4. Oktober auf Netflix.

Some places have a mind of their own.

Based on the novella by Stephen King and Joe Hill, when siblings Becky and Cal hear the cries of a young boy lost within a field of tall grass, they venture in to rescue him, only to become ensnared themselves by a sinister force that quickly disorients and separates them. Cut off from the world and unable to escape the field’s tightening grip, they soon discover that the only thing worse than getting lost is being found. Written and directed by Vincenzo Natali.

Es sind noch rund zwei Jahre bis zum nächsten und finalen Jurassic World Film, doch das Franchise ruht nicht. Mit Camp Cretacious bringt Netflix die lang ersehnte Jurassic-Zeichenserie auf die Bildschirme und Fans wissen bereits seit Monaten, dass JW-Mastermind Colin Trevorrow einen weiteren Braten in der Röhre hat. Die Gerüchteküche brodelte nämlich bereits zu Jahresbeginn, dass ein neuer Dreh stattfand und im Sommer erschienen “Battle At Big Rock” Spielzeuge mit der typischen Aufschrift “As seen in”.

Doch es gab noch nichts zu sehen. Sollten die Spielzeuge ein ähnliches Schicksal wie die damalige Chaos Effect Reihe erhalten? Vor einigen Wochen gab es dann die Auflösung: Battle At Big Rock ist ein Kurzfilm, der vor Hobbs & Shaw gezeigt werden sollte, aber nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte und an einem anderen Zeitpunkt veröffentlicht wird.

Dieser Zeitpunkt ist jetzt. “Battle At Big Rock is an all-new short film directed by Colin Trevorrow, premiering on FX on Sunday, September 15.” Das ist die offizielle Ankündigung wenige Tage vor dem heutigen Release und auch die bisher einzige Stellungnahme.


Universal

Bereits vor der Premiere heute auf FX wissen wir bereits jede Menge über den Kurzfilm dank den Spielzeugen. Das Poster zeigt eine typische Szene einer Familienreise durch die beliebten Nationalparks Amerikas. Der fiktive Big Rock National Park liegt 20 Meilen entfernt von Lockwood Manor, dem finalen Handlungsort aus Jurassic World 2. Am Ende wurden dort eine Menge Dinos in die Freiheit entlassen, unter anderem ein Nasutoceratops und ein Allosaurus, die im Film aufeinandertreffen und den Trip einer Familie interessanter gestalten werden.

Der Film spielt ein Jahr nach den Events des letzten Films und Dinosaurier leben nun Seite an Seite mit den Menschen. Es ist noch unklar, ob das der Menschheit bereits bewusst ist oder ob der Kampf im Kurzfilm zu Panikausbrüchen führen wird. Ich halte diesen Kurzfilm jetzt schon für ziemlich großartig. So spannend die grundlegende Idee eines Planet der Affen Spins in der Jurassic World Trilogie auch ist, Fallen Kingdom ließ mich etwas ratlos zurück, wie man das nun umsetzen würde und im dritten Teil abschließen würde – wenn man denn überhaupt in die Richtung geht.

Colin Trevorrow kehrt nach seinem Star Wars Flirt zurück auf den Regiestuhl und Emily Carmichael (Pacific Rim 2) zeichnet sich sowohl für den Kurzfilm als auch das Drehbuch zu Jurassic World 3 verantwortlich. Battle At Big Rock darf daher als wegweisend für die Zukunft des Franchises angesehen werden.

Das Poster alleine hat mich in seinen Bann gezogen. Wie der simple Zusatz des Logos die Situation drastisch verändert … ziemlich clever. Über eine Onlineveröffentlichung ist noch nichts bekannt, aber Universal wäre blöd, wenn sie das Ding nicht wegen des Hypes einfach auf YouTube stellen.

Ein japanischer Modellbauer hat ein District 9 Diorama gebastelt und Johannesburg im Maßstab 1/8000 nachgebaut. Das Raumschiff der Prawns schwebt über der Stadt und kann sich sogar drehen. Der Mechanismus scheint mit Angelschnur zu funktionieren, ich hatte kurzzeitig auf diese Schwebemagnete gehofft, die schon so manches Modell auf das nächste Level gehoben haben. Dennoch ist die Detailarbeit hier atemberaubend, besonders weil nur der Film selbst als Referenz diente.


AMC

Nach dem Ende von Breaking Bad wird Jesse Pinkmans Geschichte von Netflix als Film fortgesetzt. Wird das der späte Höhepunkt der Serie oder verzocken sich hier die Autoren?

Es wird wieder gekocht. Ein erster Teaser kündigt die Rückkehr von Aaron Paul als Jesse Pinkman in einem Breaking Bad Spin-off an. El Camino: A Breaking Bad Movie wird bereits am 11. Oktober bei Netflix erscheinen und von Jesses Zeit nach dem Serienfinale erzählen. Das gesamte Team hinter der Kamera kehrt ebenfalls zurück und über mögliche Cameos darf wild spekuliert werden.

Breaking Bad ist also wieder da. Das klingt natürlich zunächst einmal toll. Ich muss jedoch gestehen, dass eine Fortsetzung von Breaking Bad für mich immer mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachtet wurde. Selbst als die Serie noch auf AMC lief, verfolgte ich jede Ankündigung einer weiteren – aber nicht unbedingt letzten – Staffel argwöhnisch. Wie hoch können Vince Gilligan und sein Autorenteam schließlich das Kartenhaus bauen, bis alles in sich zusammenfällt, nein, zusammenfallen muss?

Breaking Bad ist eine sehr besondere Serie. Wie keine zweite Serie vereint sie harte Gewalt mit sanft gezeichneten Figuren, aussichtslose Momente mit kühnen Plottwists. Keine Staffel hat einen Durchhänger, kein Handlungsstrang ließ die Serie zappeln. Alles führte immer zu dem großartigen Finale hin und baute stetig auf allem Vorangegangen auf, sodass die erwartbare Explosion am Ende riesig und stimmig war. Nichts hat gewackelt, nichts fiel in sich zusammen. Eine seltene Perfektion in der Serienlandschaft.

Tread lightly, oder: Wieso der Breaking Bad Film vielleicht keine so gute Idee ist

Gilligan und seine Autoren machten in Interviews keinen Hehl daraus, dass man ganz bewusst Herausforderungen suchte. Gemeinsam schrieben sie sich in eine Ecke, um dann wie Walter (Bryan Cranston) und Jesse verzweifelt eine Lösung zu finden. Method-writing quasi. Das ist höchst riskant und trotzdem immer wieder geglückt. Doch wie lange kann das gut gehen? (weiterlesen…)


Warner Brothers

Die Ankündigung eines neuen Matrix-Films stimmte mich sehr emotional. Das lag einmal an den nach wie vor großartigen Filmen – ja, genau: Plural – und meiner Verbindung zu dem Franchise generell, was wiederum viel mit dem ganzen Theater hier zu tun hat. Der erste Matrix-Film kam für mich als Teenager genau zur richtigen Zeit und beeinflusste mich nachhaltig.

Doch es blieb nicht beim ersten Film, sondern es folgte ein ganzes Universum und wer sich darin verlieren wollte, der durfte wie Neo herausfinden, wie tief der Kaninchenbau wirklich ist. Ich verliebte mich in Animatrix, ging extra für den Kurzfilm in den für mich damals zu krassen Dreamcatcher und spielte natürlich Enter The Matrix mindestens zehn Mal durch. Alles wirkte neu und frisch und unverbraucht. Das Matrix-Franchise zeigte mir in dem Alter, in dem man für noch so vieles empfänglich ist, ganz neue Welten und Medien und erzählte Geschichten, die abwechslungsreich waren und zum Nachdenken anregten.

Irgendwann zwischen Reloaded und Revolutions kreierte ich eine Fanseite auf Beepworld, der leider in den tiefen Kanälen des Internets irgendwo verschwand. Ich habe häufig noch die Hoffnung, dass ich irgenwdie wieder darauf stoße, aber die Chancen stehen schlecht. Ultimativ war das jedoch der Beginn davon, dass ich das Internet nicht nur nutze, um mit anderen Menschen Counter-Strike zu spielen, sondern es selbst mit Inhalten befülle. Dass ich nun darüber für Moviepilot und auf meinem eigenen Blog darüber schreiben kann, macht die Sache für mich rund.

Matrix 4 kommt und wird bestimmt großartig. Mit der Rückkehr des originalen Casts, einer direkten Fortsetzung und dem Talent hinter der Kamera ist der Erfolg sicher.

Die Matrix hat uns wieder! Nach Jahren der Gerüchte und Diskussionen um ein Reboot, Sequel oder eine andersartige Erweiterung des Matrix-Franchises ist es offiziell: Lana Wachowski kehrt zurück und dreht eine direkte Fortsetzung mit Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss als Neo und Trinity.

Neben Wachowski arbeiteten Aleksander Hemon und David Mitchell am Drehbuch. Hemon ist ein Schauspieler aus Sens8, der von Fans vergötterten Netflix-Serie der Wachowskis, während David Mitchell als Autor einst die Romanvorlage zu dem ambitionierten Cloud Atlas – Alles ist verbunden bot. Dazu kehren die ursprünglichen Konzeptzeichner Geof Darrow und Steve Skroce zurück, um erneut den Look des Sequels zu sichern.

Es steckt also jede Menge Talent hinter dem Sequel, dessen Dreh nächstes Jahr beginnt und das bereits tief in der Vorproduktion steckt. Eigentlich ein Grund zur Freude für alle Fans, doch die Ankündigung reißt alte Wunden im Fandom auf und befeuert alt bekannte Diskussionen mit neuem Leben. (weiterlesen…)

Der tolle YouTube-Kanal The Director’s Cut schneidet Interviewsegmente von Regisseuren über ihre Filme und lässt nette Video-Essays entstehen, in denen nicht irgendein gesichtsloser Typ erst mal eine Minute lang seine Philosophie erklären muss, bevor er auf die Kommentare des letzten Videos eingeht. Irgendwie sind gute Video-Essayisten selten geworden. Vielleicht waren sie das schon immer und es kamen nur so viele schlechte in den letzten Jahren hinzu. Jedenfalls ist das eine tolle Zusammenstellung, Villeneuve kommt unglaublich klug rüber, Arrival beeindruckt jetzt mich noch mehr und Dune kann nicht schnell genug kommen.

Ganz neu ist die Idee nicht, Kees van Dijkhuizen hat das mal vor ein paar Jahren zum Beispiel mit Derek Cianfrance probiert (Wo ist der überhaupt abgeblieben?). The Director’s Cut hat dazu noch Tarantino über Inglourious Basterds oder PTA über The Master anzubieten.

RIP Peter Fonda

19 Aug, 2019 · Sascha · Film · 0 comments

Der große Peter Fonda ist gestorben. Im Wörterbuch neben “mühelos cool” ist ein Bild von ihm. Als Easy Rider verkörperte er eine ganze Generation, aber auch seine späteren, ruhigen Rollen bleiben mir in Erinnerung. Ich kenne keinen zweiten Schauspieler, der diese innere Ruhe und den Glauben an die eigenen Überzeugungen besser verkörpert. Jemand, der niemandem etwas beweisen muss und elegant durch die Welt schreitet, Eindrücke aufnimmt und sich nicht mitteilen muss, aber etwas zu sagen hat, wenn man ihn fragt. RIP

Der Mandela-Effekt beschreibt ein soziologisches Phänomen, bei dem Kollektive falsche Erinnerungen aufweisen. So war beim namensgebenden Beispiel eine Vielzahl von Menschen im Jahr 2013 überrascht vom Tod Nelson Mandelas überrascht worden, schließlich sei er bereits im Jahr 1980 in seinem südafrikanischen Gefängnis gestorben. Durch das Internet angetrieben und verbreitet entwickeln sich in den letzten Jahren immer mehr solcher Mandela-Effekte, was ziemlich interessante Fragen zu unserem Verständnis des Netz und unseren Erinnerungen aufwirft.

Persönliche Erfahrungen mit dem Mandela-Effekt durfte ich vor fast zwei Jahrzehnten machen, als ich völlig davon überzeugt war, einen Kinotrailer mit Spider-Man und den Twin Towers gesehen zu haben. Durch die begrenzte Informationsverbreitung im Netz oder vielleicht auch durch jugendliche Ignoranz war das schwer direkt zu beweisen. Ich sollte Recht aber behalten. Es gab einen solchen Teaser Trailer, der in den Kinos lief, nach dem 11. September jedoch aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr gespielt wurde. (The Wrap hat eine ziemlich coole Liste an Filme und Serien, die die Twin Towers als PTSD-Schutz aus ihren Bildern entfernten.) Trotzdem wollten mir viele meiner Freunde nicht glauben, was mich irgendwann selbst an den eigenen Erinnerungen zweifeln ließ. Eine doofe Erfahrung, die erst einige Jahre durch das YouTube-Streaming gelöst werden konnte.

Seit Jahren existierte der “Twin Tower Teaser” auf YouTube als interessantes Artefakt für den Umgang mit 9/11 in Hollywood. Nun macht das Ding wieder eine Runde durchs Netz, da die alte 35mm Filmkopie neu gescannt und in eine 4K-Variante für die Nachwelt verwandelt wurde. Tolle Aktion!