Film - PewPewPew

NEON

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Bestes Beispiel: Brandon Cronenberg, Sohn von David Cronenberg, drehte den Film Possessor, der auch gut und gerne von seinem Vater stammen könnte. Entfremdung, Kontrollverlust, Bodyhorror, dafür ist Cronenberg bekannt und der vielversprechende SciFi-Horror-Thriller seines Sohnes schlägt in die gleiche Kerbe.

Tasya Vos (Andrea Riseborough) is a corporate agent who uses brain-implant technology to inhabit other people’s bodies, driving them to commit assassinations for the benefit of the company. While she has a special gift for the work, her experiences on these jobs have caused a dramatic change in her, and in her own life, she struggles to suppress violent memories and urges. As her mental strain intensifies, she begins to lose control, and soon she finds herself trapped in the mind of a man (Christopher Abbott) whose identity threatens to obliterate her own.

Manchmal definiert sich eine Ästhetik auch darüber, was man nicht macht: George Lucas verbot vor über vierzig Jahren seinen Kostümdesignern zum Beispiel Knöpfe und den Figuren das Tragen einer Brille. Klar, es gibt Schutzbrillen oder Sichtschutz bei den Helmen, aber keine Figur sollte eine alltägliche Sehhilfe tragen. Dies würde den Look des Sternenmärchens durch den realweltlichen Bezug zerstören.

Dennoch fanden Brillen ihren Weg in eine weit, weit entfernte Galaxie. Und das schon bereits recht früh: Ein älterer Herr im Holiday Special trug eine Sehhilfe, was das Alleinstellungsmerkmal dieser Produktion beweist. Schon ein Jahr nach dem Megaerfolg wurde klar, was geht und was nicht – und wie eng gefasst die Star Wars Ikonographie eigentlich ist. Daran beißt sich ja aktuell auch Disney die Zähne aus, denn Neues zu erzählen fällt dadurch ohne klare Vision schwer.

Es blieb aber nicht bei diesem einen Zwischenfall. In den vergangenen 40 Jahren Star Wars trugen noch diverse Figuren eine Brille, die der großartige YouTuber EC Henry in seinem Video vorstellt. Auslöser war der Doktor aus The Mandalorian, dessen aufdringliche Gläser viele zum ersten Mal über Brillen im Star Wars Universum nachdenken ließen. Henrys Video ist jedoch unvollständig, da er nicht die coolen (das muss ich sagen, ich trug sie nämlich immer) Brillen aus Star Wars Galaxies miteinschließt. Diese bekam man nur mit der in den USA verkauften Special Edition, die mein erster internationaler eBay-Kauf wurde.

Hier sind ein paar Screenshots der unterschiedlichen Modelle:


hmetalmanic

Batman, Ghostbusters, ja selbst Roland Emmerichs Godzilla hatte eine. Viele Blockbuster aus vergangenen Jahrzehnten hatten Kino-Sequels, aber auch oft Ableger auf dem kleinen Bildschirm in Form von Zeichentrickserien. Auch der Mega-Erfolg von Jurassic Park sollte zu einem Saturday Morning Cartoon führen. Vor fünf Jahren erschienen Konzeptzeichnungen von Künstler William Stout zu einer geplanten Zeichentrickserie, die jedoch nie das Tageslicht erblicken sollte.

Dank Netflix wird Universal mit Cretacious Camp den langgehegten Traum vieler Fans endlich wahr machen. Nur wird diese Serie eben weder die dazugehörige Ästhetik der Neunziger einfangen, noch die Abenteuer der originalen Figuren fortführen, mit denen Fans des Franchises nostalgische Verbindungen pflegen. Ohnehin sind Spielzeugmarkt und Zeichentrickserien eng miteinander verbunden. Mattel kreiert wunderschöne Dinosaurier, steht aber immer noch weiter hinter den Werken Kenners von vor fast 30 Jahren.

Vielleicht ist daher Cretacious Camp mit seinem Neuanfang auch keine schlechte Idee und in einer Jugendserie im Jurassic World Outbreak sehe ich jede Menge Potenzial. Trotzdem ist es ja doch schade, dass wir das nie richtig zu sehen bekamen. Das dachten sich auch nun die Sammler von Collect Jurassic und produzierten ihr eigenes Zeichentrickintro.

Besonders charmant und erfreulich für die langjährigen Spielzeugfans wie mich sind nicht nur die detailgetreuen Nachbildungen der Figuren und Fahrzeuge, die Kenner für Jurassic Park entwurf, sondern auch die Nachstellungen einiger Szenen aus den dazugehörigen Sammelkarten sowie die Nennung einiger berühmten Ideen, die nur für den Spielzeugmarkt erstellt wurden. Wirklich sehr, sehr hübsch gemacht.


hmetalmanic

Ich mag Josh Gad nicht. Dass er gerade mit vielen Schauspielern in Videokonferenzen abhängt und Geld für einen guten Zweck sammelt, lässt mich unterm Strich natürlich ein positives Fazit ziehen. Aber ich sag euch, es ist knapp!

Gad ist nervig und seine völlig überproduzierte, auf ihn ausgelegte Webshow mit Eröffnungsmonolog, geplanten Witzchen und B-roll Footage nervt noch mehr. Vor allem weil diese digitalen Wiedersehen weit hinter den Erwartungen zurückbleiben und das Potenzial nicht ausgeschöpft wird.

Da sitzen zum ersten Mal seit wohl Jahre alle – und auch wirklich alle – noch lebenden Schauspieler der Herr der Ringe Trilogie zuammen und die Atmosphäre knistert. Man kann spüren, wie viel das Wiedersehen den Leuten bedeutet und wie selten das trotz besten Absichten ist. Und statt diese einmalige Chance zu nutzen, springt Gad immer wieder belästigend ins Geschehen, um die Schauspieler kleine Szenen oder One-Liner vortragen zu lassen und dabei mit seiner irritierenden Olaf-Lache in den Ohren zu dröhnen, statt die Kreativen teilnahmslos in Erinnerungen schwelgen zu lassen und zuzuhören.

Das hat er jetzt schon in vorangegangen Folgen mit Zurück in die Zukunft und den Goonies so gemacht und es ist einfach ärgerlich.

Der großartige Nick Lutsko hat einen neuen Knallerhit mit den Dialogen aus Uncut Gems komponiert: Howard Ratners “This is how I win” im Stil eines neueren Post Malone Songs. Ich habe jetzt einen Ohrwurm.

Wer ist James Bond? Klar, Bond bedeutet heiße Frauen, schnelle Autos, coole Gadgets und außergewöhnliche Action. Wer aber nicht nur die Lackierung genießen, sondern unter der Motorhaube nachschauen will, der findet sich recht schnell mit einigen Logiklöchern und hanebüchenen Verbindungen zwischen den Filmen konfrontiert, die Fans seit Jahren diskutieren. Die Suche nach der perfekten Chronologie, der großen Theorie, gleicht dem Versuch der Zelda-Ultras, die aus den Storyfetzen der Spiele eine einheitliche Timeline nähen wollen.

IGN-Redakteur Clint Cage hat sich in der Corona-Flaute einen Spaß erlaubt und versucht, die größte Bond-Frage aller Zeiten zu klären. Nein, nicht geschüttelt oder gerührt. Sondern: Echte Person oder Codename? Wenn es nur ein Codename wäre, dann funktionieren sie Filme ganz leichter. Doch so funktioniert wiederum das Nerd-Brain eben nicht. Wie also könnte man alle 25 Filme in einer überhängenden Geschichte bündeln?

Inspiriert vom Superheldengenre versuchte sich Casino Royale mit Daniel Craigs Bond nicht nur ästhetisch neu zu erfinden, sondern erzählt auch eine recht zusammenhände Geschichte. Zumindest stärker als in den vorangegangen Bond-Äras. Damit entsteht ein Bruch, der durch einen tonalen Wechsel in Skyfall die Gesamtgeschichte noch schwieriger macht. Cage versucht in seinem Video zu erklären, wieso dieser Bruch entsteht, wieso der Wechsel der Figuren und Schauspieler über die Jahre zu erklären ist und wie man alles dennoch (halbwegs) schlüssig zusammenführen kann.

Natürlich ist das unterm Strich alles Quatsch. Ich bin kein Bond-Experte, aber für mich ist klar, dass sich die Ären Connery bis Brosnan als Einheit sehen lassen, wo wir immer dengleichen Bond haben. Während mit Craigs Bond ein tatsächlicher Reboot stattfand, und nicht nur ein Schauspielerwechsel. Trotzdem ein netter Spaß drüber nachzudenken, besonders wenn wir noch länger auf No Time To Die warten müssen.

Das legendäre Claymation Meisterwerk Thingu, eine perverse Mischung aus Pingu und The Thing, verhalf dem Künstler Lee Hardcastle zum Durchbruch. Gleichzeitig brach es auch einen ein Jahrzehnt andauernden Rechtsstreit mit den Inhabern der Pingu-Marke los. Hardcastles Pingu war ein klassicher Fall von Fair Use, doch die Anwaltsschreiben hörten nicht auf und das Video wurde trotz Anpassungen offline genommen. Nun scheint ein zugegeben lustiger Hinweis im Video, dass es sich nämlich um “(not) Pingu” handelt, zu reichen und das Video ist wieder online. Dazu in höherer Auflösung. Klasse!

Niemand leidet unter dem aktuellen Kinoverbot so stark wie Christopher Nolan. Ganz abgesehen von der eigenen Meinung zu seinen Filmen, fordert der jahrelange Kampf des Regisseurs für die Kinoerfahrung und das Filmmedium. Große Filme mit größeren Ideen auf der möglichst größten Leinwand. Damit hat sich Nolan in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht nur bei eingefleischten Filmfans einen Namen gemacht. Sein Name steht stellvertretend für den Smart Blockbuster, High Brow Entertainment für die Masse, und sein neuer Film Tenet passt genau ins Muster.

Tenet prahlt dazu erneut mit einer beeindruckenden Riege an Darstellern. John David Washington mimt den Protagonisten, während Robert Pattinson, Elizabeth Debicki, Dimple Kapadia, Aaron Taylor-Johnson, Clémence Poésy, Kenneth Branagh und natürlich Michael Caine als Nebendarsteller mitwirken. Dass der Trailer dazu nicht nur Nolans andere Werke, sondern ikonische Bilder aus den Filmen einblendet, unterstreicht das Vertrauen des Studios in die Marke Nolan.

Ähnlich schon wie bei Inception ist sein neuer Film ein ästhetisches Bewerbungsvideo für den nächsten Bond und wie immer geht es bei Nolan um die Zeit. Ich werde nicht vorgeben, den Plot basierend auf dem Trailer zu verstehen. Verwirrend und gleichzeitig so einnehmend, dass man den Stoff tiefer durchdringen und verstehen möchte. Das ist der Reiz an Nolans Kino und ich hoffe sehr, dass der Film den Weg in die Lichtspielhäuser finden wird und das Rätsel dort lüften wird. Seit Wochen erscheinen Berichte, dass Nolan hinter den Kulissen um die Veröffentlichung seines Films im Juli kämpft. Jetzt erscheint der neue Trailer mit mehr Informationen zur Geschichte, aber ohne Startdatum. Dafür aber mit einem Versprechen: Coming. To. Theaters. Ein Versprechen an Filmfans und die Kinoketten zugleich.

Ich bin mir sicher, dass Tenet auch so der größte Film des Sommers werden würde. Der Trailer verspricht einen atemberaubend spannenden Film mit unglaublicher Action und riesigen Set-Pieces. Wann auch immer es wieder möglich sein wird, in großen, dunklen Räumen in andere Welten abzutauchen… es ist gut zu wissen, dass Christopher Nolan uns bereits erwartet.