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Wir Sind Die Flut ist eine Anomalie in der deutschen Filmlandschaft. Ein independent Science-Fiction Film mit wuchtigen Bildern, einem mysteriösen Thriller-Plot ohne Killer und poetischen Monologen über das Heranwachsen. Das gibt es eigentlich so nicht bei uns. Und schlimmer: Der moderne deutsche Film kennt bis auf wenige Ausnahmen gar kein Science-Fiction Genre.

Vor 15 Jahren ist vor der Küste von Windholm das Meer verschwunden. Seitdem strahlt eine beklemmende Ruhe auf die Umgebung aus, wirft Fragen auf, bereitet Unbehagen. Die Ursache für die Anomalie ist bis heute ungeklärt.

Mit einer neuen Theorie ist der ehrgeizige Physikstudent Micha einer von vielen Nachwuchswissenschaftlern, die um die rar gesäten Forschungsaufträge an der Uni kämpfen. Nach jahrelanger Arbeit muss er jedoch erleben, wie sein gewagtes Vorhaben am verknöcherten System scheitert – er darf sein Projekt nicht fortsetzen.

Heimlich macht sich Micha mit seiner Kollegin Jana auf den Weg, um seine Hypothese auf eigene Faust zu überprüfen.

Im 27. PewCast veröffentliche ich daher nochmal mein Interview mit Regisseur Sebastian Hilger. Mein Dank geht an Lucas Barwenczik für seine hingebungsvolle Darbietung eines YouTube-Kommentars, den größten (offiziell jetzt retrospektiv gekürt) Wowcast-Fan Dan Draper, der mir die MP3 dieser Folge nochmal zur Verfügung stellen konnte, und natürlich Sebastian Hilger für das tolle Gespräch.

Shownotes:
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Wir Sind die Flut auf Amazon Prime anschauen
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Wir Sind die Flut auf imdb erforschen


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Hier die Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:
MP3: pewcast027.mp3 (89,5 MB)
Soundcloud: PewCast 027: Wir Sind Die Flut mit Regisseur Sebastian Hilger
iTunes: PewCast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/pewcast

RedLetterMedia’s VHS Collection

02 Mar, 2019 · Sascha · Film · 0 comments

Für das Format Best of the Worst, in dem der beste schlechte Filme unter drei Exemplaren gesucht wird, haben die Jungs von RedLetterMedia immer wieder obskure Filmeinsendungen ihrer Fans erhalten. Die beeindruckende Sammlung füllt bereits seit vielen Jahren die Hintergründe der Videos, doch nun gibt es eine Präsentation der gesamten Titel, die jede Videothek anno 1987 vor Neid erblassen lässt.

Ich habe nicht alles geguckt, aber ein bisschen durchgescrollt. Auf jeden Fall interessant für alle, die auf weirde, oldschool Cover-Ästhetik stehen.

Im Rahmen der Marketing-Tour für Alita: Battle Angel traf Christoph Waltz auf AI Kizuna, eine Anime-Figur mit künstlicher Intelligenz, die in Japan scheinbar ein echter YouTube-Superstar ist. So weit, so normal. Als Waltz ihr dann eine Frage stellen darf, informiert sich der alte Charmeuer direkt über den Beziehungsstatus von Kizuna. Waltz ein Weaboo? Ehrlich gesagt nicht das weirdeste, das er jemals gemacht hat.

Alex Honnold bestieg als erster Mensch die 1km hohe Granitfelswand El Capitan ohne Sicherungsseile. Diese Leistung macht den Free Soloisten schon zum Superstar, doch nun hat der Dokumentarfilm über hin auch noch den Oscar gewonnen. Honnold ist nicht nur in aller Munde, sondern inzwischen der Experte und Ansprechpartner für Klettersport generell. Höchste Zeit also, dass man ihn vom sicheren Selbstmord für eine halbe Stunde kurz ablenkt und Kletterszenen aus Hollywood-Filmen bewerten lässt. Dabei geht es um natürlich Cliffhanger, das Point Break Remake oder Vertical Limit und auch um das Cold Open aus Mission Impossible 2. Ihr erinnert euch sicher, Zuka Zuka Mama! Wie immer macht Tom natürlich alles richtig. #cantbruisethecruise

Super schnittiges Video über die Schnittmengen der Star Wars Trilogien. Erinnert mich total an das emotionale Video über Georges Idee von “Star Wars Poetry”, das ich irgendwann schon mal verbloggt habe, aber gerade nicht finden kann.

Alle Action RPGs sind gleich lame

26 Feb, 2019 · Sascha · Film · 1 comment

Videogame Dunkey ist mal wieder zynisch unterwegs und nimmt die immergleichen postapokalyptischen Action RPGs der letzten Jahre aufs Korn. Er schert da alles über einen extrem breiten Kamm, aber in seinen Kernpunkten stehe ich vollkommen bei ihm. Daher habe ich auch nur einen Bruchteil dieser Spiele angetastet und bin allgemein kein großer Fan.

Die YouTube-Kommentare sind pures Gold: “Warum hast du denn so viele komplizierte Worte verwendet wenn man alles auch einfach “neoliberal” nennen kann?”

Das war kein gutes Jahr für die Oscars. Populäre Filmkategorie ausgedacht, schnell wieder in die Schublade geschoben. Verleihungen in den Werbepause geplant, unter Protest von Nominierten und Filmschaffenden schnell wieder zurückgezogen. Und zwischendrin zuerst keinen Gastgeber gefunden, dann verloren und ohne durchgezogen. Am Ende sollte das Chaos aber irgendwie in einer sehr befriedigen Zeremonie enden, die zwar keine wirklichen Highlights hatte, dafür aber auch nicht mit anstrengenden Show-Einlagen nervte. Nach all den Ärgernissen der letzten Monate bleibt tatsächlich dann doch dieser Gedanke: Es geht auch ohne.

Natürlich fehlte der Monolog schon. Die lahmen Witzchen verleihen der altehrwürdigen Veranstaltung dann doch einen gewissen Charme, der die Oscars vom Rest der Awards-Season abhebt. Das kollektive Twitter-Seufzen über Pizza fürs Publikum und andere fehlgeleitete Ansätze machen schon Spaß. Ganz zu schweigen von den Memes, die, sobald formuliert, bereits vergessen sind. Ein You-had-to-be-there-Event für alle, die von Zuhause aus zuschauen. Und trotzdem lief alles glatt über die Bühne. Die Witzchen der Präsenter reichten auch und die Lichter gingen schon über eine Stunde früher als gewohnt aus.

Die Revolution blieb aber aus. Green Book gewann den Oscar für den Besten Film, ein wahres Ärgernis. Das liegt nicht unbedingt an dem Film, ein crowd pleaser if there ever was one, sondern eher an dem Erfolg trotz der so viel besseren, diverseren Konkurrenz und albtraumhaften PR-Skandale. Da wäre eher Bohemian Rhapsody der angenehmere, weil auch schnell vergessliche Gewinner à la The Artist gewesen. Erfolg gibt normalerweise Recht, aber die Streamingdienste werden auch weiterhin angesichts der Qualität ihrer Filme nicht massenhaft Preise einheimsen. Roma und vor allem sein Regisseur Alfonso Cuaron sind eine Anomolie. Trotzdem sollte man es Netflix anrechnen, immerhin wollte sonst kein Studio in den Film investieren. Grund zur Freude gab es trotzdem nicht. Neben Roma, Spike Lee, Regina King, Olivia Colman und Free Solo waren viele meiner Favoriten erst gar nicht nominiert oder gingen leer aus.

Into The Spider-Verse war eine erfrischende Spritze ins Herz des verfetteten Superheldengenres und vor allem dank seines Animationsstils aufregend. Ein verdienter Sieg im Unterschied zu Bao, dem drölften Eltern-Kind-Film von Pixar über das Erwachsenwerden, Loslassen und beständige Liebe sowie in seiner Darstellung befremdlich. Dahingegen gewinnt Spike Lee endlich mal einen Oscar für seine beachtliche Karriere. Gleichzeitig bekommt Black Panther drei Oscars, darunter völlig unverständlich den für die Beste Musik, und Bohemian Rhapsody gewinnt in beiden Soundkategorien dafür, dass sie Musik von Queen abspielten. Uff. So ging es den ganzen Abend. Ein erfreulicher Sieg gefolgt von zwei teils unerklärlichen Gewinnern, wie zum Beispiel Rami Malek als Bester Hauptdarsteller. First Reformed geht mit leeren Händen nach Hause, ignoriert von der Academy wie die Ursachen des katastrophalen und lähmenden Klimawandels. Er wird seine volle Wirkung erst in den kommenden Jahrzehnten entfalten. Passt.

In der Kategorie Bester Dokumentarfilm setzt sich mit Free Solo auch endlich mal der beste Film durch. Lange wurde die Kategorie für Filme missbraucht, die sich am Zeitgeist orientieren und ihre Wichtigkeit behaupten. Die Dokumentation von Alex Honnolds atemberaubender wie verrückkter Leistung, eine Herausforderung in sich, erforderte nicht weniger geschickliche Fähigkeiten wie die der Hauptfigur selbst.

A Star Is Born ging wie zu befürchten war mit weitaus weniger Statuen nach Hause als der Film das verdient. Dafür wird Lady Gagas Auftritt mit Bradley Crooper lange im Gedächtnis bleiben. Ihre Live-Darbietung von “Shallow” war das Highlight der Show und berührte durch seine überrachend zur Schau getragene Intimität der beiden Hauptdarsteller.

Nächstes Jahr dann aber bitte wieder billige Witzchen von Billy Crystal. Nach dem Klick noch ein paar schöne Momente und Eindrücke. (weiterlesen…)