Fernsehen - PewPewPew

Ich kann meine Freude kaum in Worte fassen, dass man da bald eine neue Version nach der neuen Paramount Plus Serie machen muss. Jackass, forever, truly.

Ich bin unheimlich angetan von Scavengers, dem fantastischen und super originellen Kurzfilm von Joseph Bennett und Charles Huettner, der von einer fehlgeschlagenen Weltallerkundungsmission erzählt. Die Figuren müssen nach dem Absturz auf dem unbekannten Planeten Gefahren ausweichen und Aufgaben erfüllen, um wieder nach Hause zu kehren. Grafisch mutet das wie eine Mischung auf Ghibli, ganz besonders Nausicaä, und Moebius an und könnte in seinem frankobelgischen Retrostil also nicht mehr für mich gemacht sein.

HBO Max hat sich der Sache angenommen und wird noch in diesem Jahr eine ganze Serie namens Scavengers Reign basierend auf dem Short rausbringen. Keine Ahnung, ob das in Serienlänge und dem Format funktioniert, aber das Setting und der Stil sind ziemlich ansprechend und die Abfolge an weirdem Shit ziemlich einzigartig und schlichtweg mega originell. Überhaupt, ey: Mehr Animation für Erwachsene!

Aha, da ist das Ding, auf das ich gefühlt seit einem Jahrzehnt warte. Tales of the Walking Dead ist eine neue Anthologie-Serie von AMC, die einzelne und wohl auch abgeschlossene Geschichten pro Episode im Walking Dead Universum erzählt. Sechs Stück gibt es ingesamt und wir begegnen bekannten Figuren wie Alpha (Samantha Morton). Weitere Gastauftritte sind geplant, doch die meisten Geschichten konzentrieren sich auf neue Figuren, besetzt u.a. durch bekannte Gesichter wie Terry Crews oder Olivia Munn.

Die Geschichten spielen augenscheinlich auch teilweise zu Beginn der Zombieapokalypse und ich hoffe sehr, dass Showrunner Channing Powell, der ein paar Episoden bei Fear The Walking Dead beisteuerte, das Potenzial seiner Serie ausschöpfen kann. Narrativ kann sich das sicherlich an dem Origin-Comic Here’s Negan orientieren, wo man vom Outbreak bis zu einem besonderen Punkt in ihrer Erzählung begleitet.

Sicherlich wären auch Ansätze, die in der weiten Zukunft (nach dem Ende/Epilog von The Walking Dead, sofern man sich am Comic orientiert) oder in anderen Ländern angesiedelt sind (Brian K. Vaughans Alien Comic über Rick Grimes’ Bruder könnte hier inspirieren), sicherlich spannend. Wahrscheinlich wird das wie alles unter der Führung von Scott M. Gimple auch dank AMCs klammem Budget wieder zu kurz greifen. Es wäre ja schon ein Anfang, wenn die Folgen dann nicht doch schlussendlich zusammenführen (wie bei der zweiten Staffel von Telltale’s The Walking Dead), sondern man das Konzept strikt durchzieht.

Ich bin so unfassbar raus bei The Walking Dead. Nachdem der Comic für mich mehr als zufriedenstellend zu Ende ging und die Show Entscheidungen traf, die dieses Ende in der Form unmöglich machen, ist bei mir die Luft einfach raus. Seit ich für Moviepilot nicht mehr für die Reviews zu Fear The Walking Dead bezahlt werde, hatte ich auch da aufgehört. Zumal die fünfte Staffel sowieso ein Affront an die Zuschauer, wenn nicht sogar den guten Geschmack selbst (da schließe ich jetzt Bad Taste Connoisseure mit ein) war. World Beyond konnte mich für drei oder vier Folgen halten, aber dass bereits die erste Folge im klassisch abgewrackten Look daherkam und sich auch nahtlos an die restlichen Worldbuilding-Elemente anschloss, obwohl man hier hätte wirklich Chancen für neue Erzählungen hatte, war einfach maßlos enttäuschend.

Die letzten Staffeln der Mutterserie waren besser, ja. Der Whisperer-Arc war an und für sich nicht schrecklich (im PewCast hatten wir die sehr stimmungsvollen Anfänge hervorgehoben), er zog sich nur etwas zu lange hin. Bei der Umsetzung des finalen Arcs um den Commonwealth bin ich nicht mehr wirklich drin. Teile davon, wie die Einsatzkommandos, sind fabelhaft adaptiert worden. Das wäre erfreulich, wenn auch im gleichen Zug für die finale Staffel genügend Budget übrig hätte, das Commonwealth als die große Enthüllung zu inszenieren, die es ist. Statt eben wieder Figuren über Episoden in ein paar Räume zu stecken.

Jetzt kommt im Herbst die finale Staffel und bis dahin möchte ich wieder aktuell sein. Da ich die Serie seit Anbeginn hier im Blog über Staffeln hinweg episodisch besprach, zunächst über Reviews, später in Podcasts, kann mich die Anspannung vor dem Ende schon durchaus packen. Daher werde ich da auch in einer Form wieder mehr dazu bringen, zumindest ist das mein Wunsch und Plan. Was man in dem turnusmäßigen Comic-Con Trailer erblicken kann, reißt mich allerdings nicht vom Hocker. Erneut laufen Gruppen von Nebenfiguren durch Wälder oder lieblos geschmüchte Straßen, während Greg Nicoteros Team sich mit den Zombies austoben darf. Emotional dürfte es sicherlich schon werden, wenn man dem Comic-Vorbild folgt. Mit natürlich unpassenden Neubesetzungen der Rollen.

Vielleicht ist das verschmerzbar, aber die Ankündigung diverser anderer Serien wie Isle of the Dead mit Maggie und Nega oder der Mini-Serie mit Rick und Michonne lassen mich an der Finalität und der damit verbundenen Emotionaltiät schon zweifeln.

Ich bin so unfassbar froh, dass bald House of the Dragon erscheint. Nicht nur, weil ich mich aufrichtig auf den Tanz der Drachen freue, sondern damit sich endlich diese elendige Diskussion um das Ende von Game of Thrones vielleicht auflöst oder zumindest leiser wird. Selbst ich rede schon seit Jahren nicht mehr über die Sequels. Get a grip, guys!

Davon abgesehen gibt es aber auch keinen Grund zum Nörgeln. HBO weiß um die Popularität von Game of Thrones und die potenziellen Gewinnmaximierungen durch Spin-offs – sofern diese Erfolg haben. Bei der Auswahl der Pitches und teilweise abgedrehten Piloten war man scheinbar mehr als wählerisch. Den Blood Moon Piloten darf scheinbar nicht einmal George R.R. Martin sehen, so schlecht muss er sein (wobei das nichts zu heißen hat, auch der originale GoT-Pilot war offenkundig von Problemen geplagt). Die Geschichte um den Untergang der Targaryens ist daher aus unterschiedlichsten Gründen so safe wie möglich, bietet aber gleichzeitig natürlich massive Möglichkeiten für noch bombastischere Bilder als in der Mutterserie.

Zusätzlich sichert man sich über Miguel Sapochnik als Showrunner ab, der nach seinem unterhaltsamen Filmversuch mit Finch nun wieder bei altvertrauten Geschichten und Crews landet. Dazu ist das Ende bereits bekannt, es droht also kein großer Aufschrei. Innerhalb dieser Grenzen kann durchaus große Freiheit gefunden werden und das ist durchaus auch erfreulich, sind einige der ikonischsten Szenen und Dialoge (z.B. “Chaos is a ladder”) doch Eigenschöpfungen der Serienautoren. Drei bis vier Staffeln soll es geben. Bereits ab der ersten wird es dieses Mal mit großem Vertrauensvorschuss und riesigem Budget neben Intrigen auch an visuellen Häppchen nicht mangeln. Für mich klingt das, inklusive der netten Schauspielerriege, voll und ganz überzeugend. Das wird ein Fest!

Einen offiziellen Podcast werden sie auch wieder machen. Ich übrigens auch. :)

Darf man als Comic-Fan zugeben, dass man The Sandman nicht gelesen hat oder verliert man sofort jeglichen street cred? Natürlich gab es etliche Situationen und Möglichkeiten, aber irgendwie haben mich Thema und Gaiman, mit dem ich irgendwie nicht so viel anfangen kann als Person, nie wirklich genug packen können, um dann beherzt zuzugreifen. Dennoch ist mir die Geschichte durchaus vertraut und hätte ich als Fan die Geschichte des Wegs dieser Adaption durch die Produktionshölle hier verfolgt, würden die frühesten Posts zum Beginn des Blogs zurückreichen. Insofern zunächst einmal ein herzliches YAY! für alle Fans, hoffen wir auf eine vernünftige Adaption.

Dass sich Netflix diesem Ding dann am Ende annimmt, scheint angesichts der problematischen Produktion einiger anderer Fanfavorites aus der Vergangenheit auch irgendwie unausweichlich, inklusive dem Meme-Castings wie Patton Oswalt als Matthew the Raven oder Mark Hamill als Mervyn Pumpkinhead. Folgerichtig ist dann auch nur der gehobene Mittelklasse-CGI-Look des Ganzen, der einfach nicht an die visuell gesetzten Standards des Comics rankommt, es aber durchaus löblich versucht. Gaiman selbst scheint happy zu sein mit dem Endprodukt, wie er Vanity Fair in einem Shot-by-Shot Reaction Video mitteilt.

In der erneut maßlos enttäuschenden Obi-Wan Kenobi Fernsehserie gab es gewissenhaft Momente, die auch größte Nörgler packen konnten. Dass das “Rematch of the Century” zwischen Vader und Kenobi am Ende doch relativ befriedigend ablief, nachdem das erste Aufeinandertreffen in jeglichen Belänge kolossal versagte, zählt sicherlich dazu. Und dennoch gab es dort einige Aspekte, die nicht nur mich genervt haben. Die echten Lichtschwerter am Set mögen durchaus mehr Atmosphäre beim Dreh oder in den Gesichtern erzeugen, aber wenn in den leider oft sehr dunklen Szenen alles in der Farbe des Schwerts erhellt wird, kann das nicht Sinn der Sache sein. Ebenso ärgerlich war, dass musikalisch nicht auf John Williams in zentralen Momenten zurückgegriffen wurde – geschweigedenn die Musik von Komponistin Natalie Holt Williams direkt zitierte. Dieses oben eingebundene Video korrigiert einige dieser Fehler und sieht sich insgesamt schon viel besser. Noch besser wäre es natürlich gewesen, hätte man diese Serie nie gedreht.

Wir haben das letztens in unseren Episoden zur finalen Better Call Saul Staffel bereits beschrieben: Alle Figuren sehen signifikant älter aus, als sie eigentlich sind. Stören tut das wohl keinen, sollte es jedenfalls nicht, aber es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, der sich auch die Schauspieler bewusst sind. Erst letztens las ich in einem Interview mit Bob Odenkirk, wie sehr er sich darüber freut, wie “gracious” Kritiker und Zuschauer sind in Hinsicht.

Keine Ahnung, ob ich ultimativ via Deepfake eine Verjüngung haben würde, immerhin kommen wir dann in solch komische Andy Serkis Diskussionen, ob die Technologie das Schauspiel verdeckt, etc. Dazu sind die Fakes nie 100% perfekt, kleinste Artefakte bleiben immer übrig. Aber beeindruckend sind diese Videos, die die Figuren age-appropriate machen, durchaus. Keine Ahnung, wo genau ich jetzt mit meinem Urteil lande. Unnötig? Ja, aber durchaus schon nett und der Perfektionist bzw. Komplettist findet das schon ganz nett. Jedenfalls ist es schon erstaunlich, was inzwischen ein Typ mit einem Computer machen kann.