Fernsehen - PewPewPew

Ach JJ, wir kennen uns schon lange… irgendwann muss eine Beziehung mal wieder ein wenig aufgepeppt werden. Aber du strengst dich einfach nicht mehr genug an, bringst dich nicht mehr genug ein. Ich bleibe bei dir, aus Treue und Erinnerungen an vergangene Tage als du mit Felicity, Alias und LOST die Serienlandschaft langfristig verändert hast. Mit Super 8 hast du viel richtig gemacht, aber mit den Serien will es in letzter Zeit nicht mehr so wirklich klappen. Erst vor kurzem hat FOX deine Serie Alcatraz abgesetzt und nun hast du wieder eine Serie am Start, bei der das Mysterium im Vordergrund steht?

Revolution erzählt die Geschichte des globalen Blackouts. Von heute auf morgen geht kein elektrisches Gerät mehr, Flugzeuge stürzen vom Himmel, die Zivilisation bricht zusammen und …Großstädte werden von Pflanzen überwachsen? Bullshit. Ich habe “The World Without Us” (Amazon-Partnerlink) von Alan Weisman gelesen und das passiert nicht in 15 Jahren. Jaaaa, JJ, ich weiß bescheid! Und was ist denn mit Atomkraftwerken? Aha, daran habt ihr auch nicht gedacht. Bleibt bestimmt nicht der einzige Punkt, der mich an der Serie stören wird. Aber immerhin habt ihr Giancarlo Esposito (Gus aus Breaking Bad) als Bösewicht gecastet und immerhin eine Sache richtig gemacht.

Aber ich kann jetzt schon sagen, dass die Serie auch so eine Enttäuschung wird. Seit dem Erfolg von LOST scheint jede Serie mit einem Mysterium zu starten. Mysterien und diese Geheimnisse eignen sich perfekt für Piloten. Die Auflösung, sofern sie denn nicht durch die Absetzung der Serie ausfällt, ist meistens eine Enttäuschung (Im Gegensatz zu LOST, wo alles perfekt aufgelöst und beantwortet wurde. Ich bin bereit in den Kommentaren diese Behauptung zu verfechten). Das Problem liegt bei JJ selbst, der, wie er in seinem bewegenden TED Talk über die Mystery Box, die sein Großvater ihm schenkte, eher am Mysterium interessiert ist als an der Auflösung. Aber ich kann mich auch irren und Revolution kann ganz toll werden.

Viele wissen ja gar nicht, dass die Teenage Mutant Ninja Turtles eigentlich ein Comic waren, bevor sie später eine Animationsserie und Kinofilme bekamen. Jetzt ist der allererste Entwurf von Kevin Eastman gefunden worden, der bald versteigert wird. Eastman schreibt:

“Late in November 1983, (co-creator) Peter Laird and I were sharing a studio (our living room) in Dover, New Hampshire. One work night, in an effort to make Peter laugh, I drew a sketch of this character I called a ‘Ninja Turtle’ and threw it onto Peter’s desk. He did laugh, and did a version of his own — to which I needed to take it one step further, and did a pencil sketch of four different Turtles, each holding a different weapon — and gave it to Peter, who wanted to ink it in — and when he did, he added ‘Teenage Mutant’ to the ‘Ninja Turtle’ part of the logo, and we both fell off our chairs!

The next day, we both looked at the drawing, and decided that we really needed to come up with a story about how these characters came to be — and began to hammer out the story details. Deciding to make it an homage/parody to some of our heroes and inspirations (and dedicating it to them) we worked through the winter of 1983-84 and, after finding a local New England printer, we borrowed money from my Uncle Quentin and we printed the first 3,000 copies — premiering the book at a local Portsmouth comic convention May 5, 1984.

“From that day forward, and for the next 30 years, the TMNTs became a worldwide phenomenon (cartoons, toys, and movies) that even to this day we still try to completely understand — and it all started with this drawing.” via The Daily What

Wer die Zeichnung ersteigern will, kann das gerne versuchen. Die Auktion beginnt am 10. Mai und startet bei 6000$. Schnäppchen.


via Nerdapproved

Ich sage mir ja immer, dass die Zeit des Figurensammeln vorbei ist, aber ich belüge mich immer. Es ist zwar nicht mehr so schlimm wie in der Jugendzeit, als meine Zimmerwände voller Star Wars Figuren waren (natürlich in OVP!!!), aber so eine Figur von etwas, das mir sehr gefällt, geht dann schon. So kam es dann auch, dass ich zu Weihnachten die Comic-Version von Rick Grimes aus The Walking Dead von meiner tollen Freundin bekam und mir inzwischen auch Michonne gekauft habe. Die Zombies fand ich ziemlich langweilig. Das ändert sich jetzt mit der zweiten Wave, die im Sommer kommt: Neben Rick (wieso schon wieder er? Ich würde auch nichts gegen Glenn oder Andrea oder so haben…) und Shane gibt es drei Specialzombies. Den Brunnen- und RV-Zombie aus Staffel 2 und das Bicycblegirl aus der ersten, das komischerweise hier noch Beine hat, welche aber bestimmt abnehmbar sind. Coole Sache, muss man aber nicht haben. (Wenn ich es mir noch drei Mal selbst sage, glaube ich es vielleicht.)

Enthält womöglich kleine Spoiler.

Mit das Wichtigste bei Adaptionen ist das Casting. Klar, ein Schauspieler mag jetzt nicht immer so aussehen, wie man sich den oder die Titelhelden/in vorgestellt hat, aber solange das Gefühl, die Performance und die Ausstrahlung des/der Schauspielers/in sitzt, dann passt das. Bei Adaptionen von Comics ist das Ganze jedoch eine etwas andere Sache, denn immerhin haben wir hier eine gewisse Vorgabe, wie der Charakter aussehen sollte.

Bei der Besetzung von ‘The Walking Dead’ gab es sicherlich Treffer und Fehlschläge. So wurde mit Joe Bernthal definitiv der beste Shane gefunden, den man sich vorstellen kann. Auch Sarah Wayne Callies (Lori), Steven Yeun (Glenn), Lauren Cohan (Maggie) und Chandler Riggs (Carl) wurden passend besetzt. Bei Andrew Lincolns Rick sehe ich das zu mindest anders, dafür stimmen Haare, Gesicht und vor allem der gezwungene Südstaatenakzent einfach nicht. Andrea (Laurie Holden) ist meiner Ansicht nach ein wenig zu alt, genau wie Scott Wilson für Hershel. Aber das funktioniert alles noch. Immerhin sind die Serie und der Comic zwei verschiedene Universen, der Comic lediglich Inspiration und Orientierungspunkt in der Ferne. Ohnehin waren die Performances nie das Problem der Serie.

Dennoch spielt die Besetzung eine große Rolle. Und neben den Hauptcharakteren lag den Fans Niemandes Besetzung so am Herzen wie die des Governors, dem fiesen Bösewicht für einen Großteil der Comicserie. Der “Governor” heißt eigentlich Philip Blake und ist der Anführer einer Gruppe Überlebender, die sich in der Stadt Woodbury niedergelassen haben. Inwieweit dies mit Rick und seiner Gruppe zu tun hat, möchte ich euch selbst herausfinden lassen. Dass Blake jedoch deutlich lateinamerikanischer Abstammung ist, dürfte klar sein. Deshalb war der Wunschkandidat schlechthin schnell Danny Trejo. Ebenso wurde Tom Savini genannt, der ziemlich offensichtlich die Inspirationsquelle für die Äußerlichkeiten der Figur war. Doch dann wurde es David Morissey, ein Brite und Theaterschauspieler. Und ich bin froh.

Der Governor ist ein richtig fieser Zeitgenosse, doch ich bin der Ansicht, dass der Prison-plot, der bisher wohl intensivste und beste Part des Comics, nicht in einer Staffel verheizt wird. Da wird einiges gestreckt werden und Blake muss zunächst freundlich oder immerhin vielseitig erscheinen, bevor er umschwenkt und böse Dinge tut. Es wird definitiv noch um einiges vielschichtiger als im Comic. Deshalb bin ich froh, dass ein Schauspieler kommt, der das kann.

Ein weiterer Schauspieler, der das gekonnt hätte, wäre John Hawkes gewesen. Dieser war laut Gerüchten Wunschkandidat der Produktion und wenn es nach mir gegangen wäre, hätte er den Part bekommen. Spätestens nach Winter’s Bone kannten ihn viel und seine Rolle als Sektenanführer in Martha, Marcy, May, Marlene sitzt ihm wie angegossen. Er hätte den Part locker hingekriegt, lehnte jedoch ab:

“They offered me the role, and I just felt there would be someone else who could do it better. I was flattered, and I took a look at the series. It held interest for me, but I just didn’t feel like I was the guy for it. I have to be careful of what TV shows I choose, particularly ones that have commercials in them, because it’s going to be a different kind of television show. There are going to be sponsors. No matter how good the show is, if there are commercials, it’s going to be a different show, to me. That’s just my personal feeling. Yeah, it was nice of them to ask, and it’s a good show, but, again, I just didn’t feel I was the guy. They came to me and sent me the graphic novel and the first two seasons. I took a look at them, and just didn’t feel like it was for me.” (via)

Finde ich jetzt einfach wenig ausweichend, aber auch verständlich. Hawkes hat sich seit einem Jahrzehnt durch viele kleine Rollen und gute Performances in Indieproduktionen einen Namen gemacht, sodass man es sich dreimal überlegen möchte, inwieweit man mit “einer Zombie-Show” in Verbindung gebracht werden möchte.

Morissey sieht sicherlich nicht aus wie der Governor. Das macht aber nichts, denn ich bin mir sicher, dass die Figur in der Show noch interessanter sein wird als im Comic, immerhin hat man das mit Shane auch geschafft.

via The Daily What

Großes Jubliläumsjahr für Homer und Familie! Vor kurzem lief die 500. Episode der Simpsons, die in diesem Jahr – wie Euer lieber Blogautor – ihren 25. Geburtstag feiern. Schöpfer Matt Groening hat sich deshalb mit Claudia De La Roca vom Smithsonian zusammengesetzt und ein langes Interview absolviert, in dem er unter anderem den Seriengag schlechthin auflöste: Wo genau liegt Springfield?

OK, why do the Simpsons live in a town called Springfield? Isn’t that a little generic?
Springfield was named after Springfield, Oregon. The only reason is that when I was a kid, the TV show “Father Knows Best” took place in the town of Springfield, and I was thrilled because I imagined that it was the town next to Portland, my hometown. When I grew up, I realized it was just a fictitious name. I also figured out that Springfield was one of the most common names for a city in the U.S. In anticipation of the success of the show, I thought, “This will be cool; everyone will think it’s their Springfield.” And they do.

You’ve never said it was named after Springfield, Oregon, before, have you?
I don’t want to ruin it for people, you know? Whenever people say it’s Springfield, Ohio, or Springfield, Massachusetts, or Springfield, wherever, I always go, “Yup, that’s right.”

Springfield ist als Stadtname in den USA so geläufig wie der Nachname Schmidt oder Meyer bei uns. Deshalb könnte Springfield eigentlich überall liegen, woraus sich der Sinn der ‘Simpsons’ ergibt: Amerikanisches Kleinstadtleben der Normalo Familie parodieren. Aber insgeheim wusste Groening immer wo genau sein Springfield liegt: Nämlich im US-Staat Oregon.

Warnung: Spoiler für Comic und Folge

“It’s my farm!” – “Not anymore.”

Tja, ferner ab der Realität hätte meine Schätzungen für das Finale nicht sein können. Mit der Farm wird wesentlich schneller und in einem besseren Weg, wie von mir vermutet, abgeschlossen. Das Finale war ein guter Abschluss für eine mittelmäßige Staffel mit ganz wenigen Lichtblicken, aber vielen Hoffnungsschimmern – vor allem Dank der Comics. Hier liegt auch eine Tendenz, die für die gesamte Staffel gilt: Umso näher am Comic, desto besser die Episoden.

Goodbye, Hershel Farm

Die Zombies kommen und Rick kann sich mit Carl noch schnell in die Farm retten. Zuvor wird im Cold Opening schön gezeigt, wie über Monate hinweg eine “Herd” entsteht, die ihren Ursprung im Serienpiloten hatte. Schön. Weniger schön wird es für die Verbleibenden auf der Farm, die mit der dümmsten Idee aller Zeiten ankommen: Lasst uns wild in Autos umherfahren und die Zombies aus den fahrenden (!) Autos heraus erschießen. Das ist stylisch, aber extrem dumm und uneffektiv. Es zerstört den langsam und mühseelig aufgebauten Realismus der vorherigen Episoden. Natürlich klappt nicht alles wie es soll und die Gruppe wird in alle Richtungen verstreut. Carol wird von Daryl gerettet, T-Dog, Beth und Lori können sich mit dem Auto retten, müssen aber Andrea zurücklassen, und Glenn und Maggie nehmen auch die letzte Chance zur Flucht. Währenddessen wird Jimmy zerfleischt, weil er statt mit dem Wohnwagen weiterzufahren, die Tür aufmacht – äußerst dumme Szene. Dafür stirbt Patricia interessant, die Beth nicht loslassen möchte (oder ist es andersrum?). Jedenfalls nette Anspielung auf Issue 83.

Carl und Rick können entkommen, doch sie retten vorher noch Hershel, der standhaft blieb und wohl ohne Ricks Rückkehr überrannt worden wäre.

Eigentlich hätte Hershel sterben sollen. Das verrieten Showrunner Glen Mazarra und Comic-Schöpfer letztens in einem Interview. Doch als sie Hershels Gesicht bei der Flucht von Farm sahen, waren alle Bedenken verflogen und sie waren froh, dass sie es nicht getan haben. Halleluja, nicht nur sie! Jungs, was geht ab? Hershel? Really?

Entry: Badass

Andrea muss zu Fuß flüchten durch den Wald. Verfolgt von vielen Walkern schlägt sie sich wacker, doch das Gewicht der Waffen verlangsamt sie und ihr droht die Munition auszugehen. Sie schafft es relativ weit, doch 3 letzte Walker stehen ihr gegenüber und sie hat keine Munition mehr. Als der letzte Walker auf sie fällt und ihr in den Hals zu drohen beißt, wird der Kopf des Zombies von einem Katana abgetrennt.

Es ist der coolste Moment der Serie: Michonnes Auftritt. Den Serienzuschauer noch unbekannt, ist Michonne eine der Fanfavorites. Die Einstellung ist genau wie ihr Reveal im Panel des Comic. Fantastisch. Die wird in der kommenden Staffel von Danai-Gurira dargestellt und wenn das mal nicht ein fantastisches Casting ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

Staffel 3 – Hinter Gittern

Alle treffen auf dem Highway wieder zusammen. Sie fahren erstmal planlos weiter, bis sie keinen Sprit mehr haben. Sie schlagen ihr Lager neben der Straße auf. Der Streit eskalisiert. Rick gibt zu, dass er Shane getötet hat. Lori flippt aus, weil Carl Zombie-Shane getötet hat. Und die Gruppe verliert das Vertrauen zu Rick, weil er ihnen verschwiegen hat, dass sie alle bereits infiziert sind – das große Geheimnis von Dr. Jenner aus dem Finale der ersten Staffel. Hat entgegen der Aussagen der Produzenten letztlich doch relativ lange gedauert bis das Geheimnis rauskam. Soviel zu “Wir sind kein LOST.”

Am Ende verliert Rick seine Geduld und weist die Anschuldigungen von sich. Jeder kann jederzeit gehen, doch wenn sie bleiben, ist er der Anführer: “This isn’t a democracy anymore.” Keiner geht, doch die Gesichter zeigen, dass dieses Spannungsfeld interessante Wendungen in der Staffel 3 bringen wird, besonders, wenn sie im Gefängnis sind und der Lagerkoller kommt. Und ja, richtig: Gefängnis. Das ist der große Cliffhanger – für Fans weniger, aber immerhin wurde es bestätigt. Staffel 3 geht’s hinter Gittern.

The Governor Called

Dies eröffnet natürlich Raum für Spekulationen. Major Spoilers Ahead: In der Review zur letzten Folge bemängelte ich Shanes Potential zum Antagonisten. Der Comic kannte bisher nur einen wirklichen Bösewicht, wenn auch einen der fiesesten aller Zeiten: Den Governor. Dieser ist bereits gecastet und wird von David Morrissey verkörpert. Das ist kein typisches Casting, zumal Philip Blake stets etwas lateinamerikanisches an sich hatte in Charlie Adlards Zeichnungen, aber Morrissey ist wesentlich besser ausgestattet die feinen Nuancen des Charakters herauszukitzeln, als ein von Fans gewolltes Type-Casting Danny Trejos – so gut das auch äußerlich passen mag.

Der Govenor wird meiner Ansicht nach sich als Anführer der Gruppe von Randall herausstellen. Wie Comicsfans wissen, wird er Rick die Hand abhacken und das Gefängnis später mit einem Panzer stürmen. Dabei stirbt Lori und das inzwischen geborene Mädchen Judy. Ob das so kommen wird, mag ich bezweifeln. Die Serie wird sich bestimmt wieder einige Freiheiten nehmen und einiges weglassen. Tyrese scheint nun bisher außen vorgelassen zu werden – immerhin lebt T-Dog noch, was aber mehr ein Zeichen guten Willens der Schreiber ist à la “the black guy doesn’t die first for once” als guter Ersatz für Tyrese. Das Gefängnis wird bestimmt von ein paar Leuten noch bewohnt sein. Ob der Governor bereits in den frühen Episoden mitspielen wird, bezweifel ich stark. Oder ich hoffe es. Aber ob man 16 Folgen nur mit dem Gefängnis füllen kann ohne einen erneuten Lagerkoller wie auf der Farm zu haben? Erst gegen Ende würde es Sinn machen, wenn man dem Comic folgt. Und der Cliffhanger, dass er Ricks Hand abhackt, wäre doch genial.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E04 – “Cherokee Rose”
The Walking Dead S02E11 – “Judge, Jury, Executioner”
The Walking Dead S02E05 – “Chupacabra”
The Walking Dead S02E06 – “Secrets”
The Walking Dead S02E07 – “Pretty Much Dead Already”
The Walking Dead S02E08 – ‘Nebraska’
The Walking Dead S02E09 – ‘Triggerfinger’
The Walking Dead S02E10 – “18 Miles Out”
The Walking Dead S02E11 – “Judge, Jury, Executioner”
The Walking Dead S02e12 – “Better Angles”

Warnung: Spoiler für Comic und Folge

“The Governor called, you’re off the hook.”

Ich habe die Zombies schon mehr als einmal als Naturkraft in meinen Reviews beschrieben. Wie eine Naturkatastrophe ziehen sie durch das Land und werden durch Zerstörung und Tod noch stärker. Dennoch, sobald man über den initialen Schock “Oh Scheiße, Zombies!” hinweg ist, und das sind unsere Charaktere seit Langem, brauch man mehr um zu unterhalten. The Walking Dead hat das langsam begriffen. Ziemlich spät, denn wir sind eine Folge vom finale der zweiten Staffel entfernt und die lauernde Gefahr durch die andere Gruppe ist gut, aber noch nicht personifiziert und dadurch schwach. Die Show braucht einen Antagonisten.

Es gibt interessante Momente in dieser Folge. Andrea und Glenn reparieren den RV und zollen Dale damit einen gebührenden Serienabschied. Inbesondere die hübsch geschnittene Begräbnisszene setzt einen passenden Ton für die Folge, der ausnahmsweise mal aufrecht erhalten wird. Weiterhin: Die Camper ziehen endlich ins Farmhaus ein. Die Leute sind emotional zusammengewachsen, es ist also an der Zeit, dass sie auch zusammen wohnen – immerhin steht der Winter vor der Tür.

Decisions, decisions…

Aber hauptsächlich funktioniert die Folge, weil der Status Quo geändert wird. Endlich werden Nägel mit Köpfen gemacht. Es werden Entscheidungen getroffen und Charaktere kommen weiter, ja sogar T-Dog hat tatsächlich einmal ein paar Zeilen – das naht ja schon an Character Development! Lori entschuldigt sich bei Shane. Sie gibt zu, dass sie Gefühle hatte, dies aber nun vorbei ist und Rick ihr Mann ist. Punkt. Doch gerade dieser Versuch alles zu glätten, bringt das Unheil herbei. Shane braucht Loris Unentschlossenheit. Es gibt also nur eine Möglichkeit Lori zu gewinnen: Er muss Rick töten.

Um dies zu tun, entführt er Randall und erledigt diesen im Wald. Shane war noch nie der Schlaue in der Gruppe… Er erfindet die Geschichte, dass Randall ihn überwältigt und in den Wald entkommen ist. Shane, Rick, Glenn und Daryl folgen ihm also. Inzwischen ist es Nacht. Glenn und Daryl finden Randall ALS ZOMBIE. Sie erledigen ihn und entdecken, dass er nicht gebissen wurde, sondern nur auf Grund eines Genickbruches starb. Währenddessen kann Rick Shane austricksen. Er verwickelt ihn in ein Gespräch, doch er merkt, dass Shane zu entschlossen ist und er ihn nicht überreden kann. Er täuscht vor, ihm seine Waffe zu geben, und zieht schnell ein Messer und ersticht ihn. Shane stirbt. Doch nicht ganz. Rick wartet – er ahnt etwas. Er muss es wissen! Währenddessen erleben wir, wie tobende Zombies als Flashcuts über den Screen huschen – zum ersten Mal wird die Zombietransformation visuell subjektiv dargestellt.

Wie der Sohn, so der Vater

Doch bevor Rick dies merkt, steht Carl vor ihm. Was hat sein Vater da getan? Er hebt die Waffe und schießt – und trifft Shane, der inzwischen zombifiziert nahe hinter Rick stand. Der Schuss wird gehört – von einer Horde im inzwischen getrockneten Sumpf. Vater und Sohn sehen sich einer nahenden Naturgewalt gegenüber.

Alles in allem finde ich das gut. Ja, doch. Zunächst fand ich es blöd, weil nicht Carl Shane umbrachte – da hatte wirklich jeder Comicfan drauf gewartet, denn die Szene lief genau so ab. Doch es macht mehr Sinn, dass Rick derjenige ist, der ihn umbringt. Shane war kein wirklicher Antagonist, er hat immer nur gekuscht und sich den Kopf gerieben und bei den Anderen beschwert. Seine Transformation zum Verrückten in dieser Episode war notwendig, doch sie kann nur von kurzer Dauer sein. Alles andere lässt Rick nicht zu. Damit ist der Konflikt, der die Gruppe und die gesamte Staffel lähmte überstanden. Alas, es ist vorbei. Dass Carl Shane jedoch trotzdem erschießt, erscheint mir wie eine lahme Ausrede der Autoren, à la: “Schaut, Carl HAT Shane erschossen, nur eben als Zombie.” Oder es könnte auch sein, dass man nicht zeigen konnte/wollte, wie ein Kind einen Charakter erschießt.

Spekulation über das Finale

Hershels Aufforderung kam die Gruppe nie nach. Sie blieben auf der Farm, Rick rettete Hershel aus der Bar und insgesamt wuchsen alle zusammen. Es gibt keinen Grund die Farm zu verlassen. Dort draußen gibt es nur Unheil, die Farm war den Sommer über sicher, wieso nicht auch noch länger? Ein paar Anpassungen hier, ein paar Nachbesserung dort, und man kann sich dort ein gutes Leben machen. Das stimmt auch, nur wäre das keine gute Serie. Bereits die erste Hälfte litt stark darunter. Ich denke, dass die Horde die Farm überrennen wird und unsere Helden sich verbarrikadieren müssen. Ein paar könnten sogar sterben. Meine Tipps wären T-Dog, Patricia und noch jemand, dessen Tod den Fans wirklich weh tun wird. If you burn down the house, YOU BURN DOWN THE HOUSE!

Weiterhin denke ich, dass Ricks Gruppe diese riesige Horde nicht alleine bewältigen kann. Deshalb wird wohl im letzten Moment die Rettung kommen. Als passende Transition und Cliffhanger für die dritte Staffel könnte ich mir da sogar den inzwischen gecasteten Govenor vorstellen, sodass diese Storyline in der dritten Staffel dominiert und der lahme, der Farm ähnliche Gefängnisplot komplett übersprungen wird. Irgendwas oder irgendjemand wird am Ende kommen müssen. Ich wette mein Geld darauf.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E04 – “Cherokee Rose”
The Walking Dead S02E11 – “Judge, Jury, Executioner”
The Walking Dead S02E05 – “Chupacabra”
The Walking Dead S02E06 – “Secrets”
The Walking Dead S02E07 – “Pretty Much Dead Already”
The Walking Dead S02E08 – ‘Nebraska’
The Walking Dead S02E09 – ‘Triggerfinger’
The Walking Dead S02E10 – “18 Miles Out”
The Walking Dead S02E11 – “Judge, Jury, Executioner”

Warnung: Spoiler für Comic und Folge

“Heaven is just a lie, and if you believe in it you’re an idiot!”

Es hat sich für die Autoren der Serie wohl inzwischen eingebürgert, dass man nicht zwei actionreiche Episoden hintereinander schalten kann. Dies kann vielleicht dem Budget geschuldet sein, aber dennoch wäre es möglich, nicht immer “Slow Burn”-Episoden nach eventreichen zu bringen. Aber nun gut. In dieser Folge kulminiert die seit Beginn der Serie allgegenwärtige Thematik des Verlusts des Rechts und der Ordnung. Das dürfte doch interessant werden, oder? Nunja, ein bisschen?

Randall weiß also von Maggie und der Farm. Er muss sterben, denn er stellt ein zu großes Risiko für die Gruppe dar. Das will Dale nicht einfach so hinnehmen und versucht mit allen in Einzelgesprächen eine Front gegen Rick und Shane aufzubauen. Währenddessen ist Carl mal wieder ein ziemliches Balg, beleidigt Carol am Grab ihrer Tochter, stiehlt Daryls Waffe und macht sich alleine auf in die Sümpfe, in denen er einem feststeckenden Walker begegnet.

Hier steckt das Potential der Folge, das mal wieder achtlos verschwendet wird. Carls Charakter ist neben Rick der interessanteste im Comic für mich und das lässt sich auch auf die Serie übertragen. Die Zombieapokalypse ausschließlich durch die Augen eines Kindes zu betrachten, zu mindest für mal eine Episode, wäre fantastisch gewesen. Stattdessen ist die Episode eine Mischung aus einem Bisschen Carl und einer Prise Diskussion um den Verlust jeglicher Zivilisiertheit. So ist beides nur halbherzig umgesetzt worden und nichts zahlt sich am Ende voll aus.

Hätte die Episode vollkommen Carls Sicht geschildert, so hätte sich auch Dales Tod am Ende besser ausgezahlt. Carl ist ein bockiges Kind, das kein Wort mitzureden hat, und seine Grenzen sucht. Immerhin gibt es nichts mehr für ihn zu tun: Keine Spielkameradin mehr, keine Kinderserien im TV und keine Schule. Er muss, um der Situation gewachsen zu sein, seine Kindheit loslassen, wird aber dennoch nicht als volles Mitglied in der Gruppe wahrgenommen. Es ist ein interessanter Konflikt, dessen Oberfläche mit dieser Episode nur leicht eingekratzt wurde. Diese emotionale Verworfenheit hätte man noch mehr darstellen und erkunden können.

Aber auch ohne diese Veränderung, wäre die Episode gut gewesen, wenn da nicht die letzten 5 Minuten gewesen wären. Sophias Tod hatte für die Serie eine ähnliche Wirkung wie das Abhacken von Ricks Hand im Comic. Der Leser bzw. Zuschauer weiß, dass sie nur zuschauen werden können und Kirkman bzw. die Autoren der Serie mit den Charakteren machen werden, was sie wollen. Und das ist auch gut so. Dennoch finde ich es schade, dass Dales Tod so verschwenderisch daherkommt. Okay, man muss ein wenig Platz machen für neue Charaktere in der dritten Staffel, aber rein inhaltlich ist er fast sinnlos. Hätte die Episode komplett Carls Sicht gezeigt, wäre es besser gewesen, denn es hätte eine noch stärkere Wucht auf Carl gehabt. Es hätte ihm klar gemacht, dass auch er und seine Taten Konsequenzen mit sich führen und den Arc der Episode schön abgerundet. Es wäre aber noch besser gewesen, wenn Randall ausgebrochen und Dale überwältigt und eventuell getötet hätte. Das hätte Sinn gehabt. Ein bittersüßes Ende. Nun ist es lediglich der dumme Fehler eines Kindes.

Aber Dale wurde in der Serie ja bei weitem nicht so sehr ausgebaut wie im Comic. Daher ist es kein wirklicher großer Verlust. Dennoch ist es ärgerlich. Und überhaupt, wenn sie den Tod wenigstens ei wenig glaubhafter gemacht hätten, wie zum Beispiel Dale nicht in mitten der Nacht in einem nebligen Feld herumlaufen lassen, dann würde ich ja gar nichts sagen…

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E04 – “Cherokee Rose”
The Walking Dead S02E05 – “Chupacabra”
The Walking Dead S02E06 – “Secrets”
The Walking Dead S02E07 – “Pretty Much Dead Already”
The Walking Dead S02E08 – ‘Nebraska’
The Walking Dead S02E09 – ‘Triggerfinger’
The Walking Dead S02E10 – “18 Miles Out”