Fernsehen - PewPewPew

“Everything’s food for something else.”

Ich sage das ja fast nahezu jede Woche seit ein paar Folgen, aber damn, das ist bisher meine Lieblingsfolge. Der Titel der Episode, “Secrets”, hat nicht zu viel versprochen und trotz des vielen Setups für den großen Bang im Mid-Season-Finale in der nächsten Folge passiert einiges. Zunächst einmal erfährt Dale von Glenn über Loris Schwangerschaft und die Walker in der Scheune. Glenn wurde hier für meinen Geschmack in seiner Unbeholfenheit zu stark überzeichnet, er wirkte fast comichaft, aber naja: das Geheimnis ist raus. Und Dale konfrontiert auch Hershel direkt und wir lernen erneut, dass Hershels Bild der Realität durch sein abseitiges Leben auf der Farm verzerrt wurde und die Zombies in der Scheune, seine Frau, Stiefsohn, Nachbarn, etc. seiner Ansicht noch geheilt werden können.

Seine Tochter Maggie teilt diese Ansicht – bis Glenn und sie erneut zu der Apotheke im Nachbarort reiten und sie dort von einem Lurker angegriffen wird. Irgendwie komische Szene, denn eigentlich ist die Apotheke ja abgeschlossen und der Lurker stand direkt auf der anderen Seite des Regals und man hätte ihn sehen müssen und und und – aber das ist egal, denn es ist ein wichtiger Moment, in dem Maggie umgestimmt wird. Sie teilt nun die Meinung von Glenn und den Anderen, dass Zombies keine Menschen mehr sind – wow, way to go, girl.

Auf einen vollkommen realistischen Ansatz wurde auch bei der Weiterentwicklung von Andreas Charakter verzichtet. Klar, Andrea ist die Scharfschützin/Waffenbadass der Gruppe im Comic und ihre Entwicklung ist bis auf die Geschichte mit Dale ziemlich nahe am Comic umgesetzt, aber niemand lernt so schnell – in den wenigen Tagen, in denen sie auf der Farm sind – so gut zu schießen. Aber damit kann ich leben, es ist immerhin noch Fernsehen und Fiktion. Außerdem war es einfach ein genialer Moment voller Awesomeness und es gab Zombies. Daher will ich hier nicht meckern. Jedoch muss ich meckern im Bezug auf die Haussiedlung allgemein: Waren das jetzt die Wiltshire Estates? Kommt da noch was? Denn wenn sie jetzt wieder eine anfänglich leer stehende Häusersiedlung antreffen und dann wieder Walkers plötzlich von überall auftauchen, wäre das irgendwie redundant.

Zwischendurch poppt Shane noch mit Andrea, Dale kriegt davon Wind, wie von allem, weil er Dale FUCKING Horvath ist und konfrontiert ihn. Dale erinnert Shane daran, dass er weiß, was für ein Typ: Einer, der auf seinen besten Freund mit einer Waffe zielt und bereit wäre abzudrücken. Shane belächelt Dale und meint, dass, wenn er wirklich so ein Typ wäre, er wohl mit Leuten, die ihm am Arsch vorbeigehen wie Dale, noch kürzeren Prozess machen würde. Ich bin ganz ehrlich, das war cool. Shane entwickelte sich am meisten in dieser Staffel, wir haben Gründe ihn zu hassen, aber wir sind auch froh, wenn er bei der Gruppe ist, um sie zu beschützen, und allgemein ist er einfach ein unglaublich interessanter Charakter, der irgendwie noch lange nicht ausgespielt scheint. Inzwischen bin ich wirklich froh, dass die Serie hier dem Comic nicht folgt – auch wenn der Grundstein natürlich gelegt wurde: Shane bringt Carl das Schießen bei; also tötet später der Schüler den Meister/Lehrer… fände ich thematisch sehr toll.

Natürlich läuft aber gegen Ende alles darauf hinaus, dass Lori und Rick endlich mal Tabula Rasa machen. Lori würgte die Pillen wieder hoch und wird jetzt doch das Baby bekommen. Rick kommt damit ganz gut zurecht und auch, dass da etwas mit Shane war, kann er verkraften, denn Lori dachte, er wäre tot. Starke Szene, wunderschön gespielt und sie hat natürlich Implikationen für weitere Episoden aber auch das Geheimnis von Dr. Jenner aus dem CDC, das er Rick im Finale der letzten Season anvertraute. Es war also weder die Schwangerschaft noch Shanes versuchte Vergewaltigung / ehemalige Beziehung / romantische Tendenzen zu Lori (außer Rick weiß es, aber behält einen kühlen Kopf und schweigt, weil er Shane noch braucht, was ich aber nicht glaube. Rick hätte Shane längst konfrontiert und ihm “verziehen” bis er ihn nicht mehr braucht). Nein, ich glaube inzwischen, dass es wirklich so ist, wie ich es bereits sagte: Dr. Jenners Geheimnis (“Nothing we didn’t know already”) wird sein, dass der Virus bereits in ihnen allen ist – genau wie im Comic – und dass jeder, der stirbt, zum Zombie wird – no matter what. Das passt auch mit dem Titel der nächsten Woche zusammen, der da lautet: “Pretty much dead already”, which, quite frankly, they are.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E04 – “Cherokee Rose”
The Walking Dead S02E05 – “Chupacabra”

A Tribute to Ryan Dunn

30 Nov, 2011 · Sascha · Featured,Fernsehen · 1 comment

Am 20. Juni diesen Jahres verunglückte Ryan Dunn mit seinem Auto und starb, inklusive seinem Beifahrer und Freund Zac Hartwell. Es war nicht nur das Ende zweier noch so junger und aufregender Leben, es war auch in vieler Hinsicht das Ende von Jackass. Es war das Ende der verlängerten Adoleszenz und Leichtigkeit, die die Crew und ihre Stunts ausmachten. Kindliche Naivität geht mit dem Tod verloren. Und vielleicht hört sich das ein wenig theatralisch an, aber ich fiel damals genau in die Zielgruppe und habe mit Freunden selbst solch unnötigen Blödsinn gemacht – und es war gut. Deshalb, den guten Erinnerungen zuliebe, hat MTV auch Ryan Dunn ein langes Tribute gewidmet, in dem von den Produzenten und Regisseuren wie Jeff Tremaine und Spike Jonze, über seine Freunde Bam Margera oder Chris Raab und der gesamten Jackass-Crew, auch seine Eltern zu Worte kommen.

Trauriges Video, wenn man zu der Generation gehört. Ich hoffe mal, dass MTV die Videos nicht geofickt, aber ist schon möglich; deshalb anschauen solange noch möglich.

My latest contribution to PLANET-PULP. This month we’re celebrating all things time travel and I couldn’t resist creating something based on argubly the greatest tv show ever.

And if you didn’t like the ending then we can’t be friends just so you know. Be sure to visit the gallery to see the other great pieces this month!

Amen.


via Planet Pulp

Diese Recap enthält relativ große Spoiler für den Comic. Von Spoilern bzgl. der TV-Serie, also zu kommenden Folgen, bitte ich in den Kommentaren Abstand zu nehmen.

“You weren’t supposed to see this.”

Ich hatte es ja bereits letzte Woche vorausgesagt und wurde bereits diese Woche bestätigt: Die Scheune voller Zombies wird endlich enthüllt. Ich hatte zwar Episode 6 gesagt (spätestens), aber so wurde es eben diese Woche eingeführt und nächste Woche geht es los. Los ging es auch bereits schon zu Beginn der dies wöchigen Folge im ganz großen Stil mit einem Flashback auf einem Highway, wo Carol, Ed, Sophia, Carl, Lori und Shane im Stau stehen. Über ihnen sind plötzlich Kampfhubschrauber zu sehen (Hubschrauber werden langsam ein festes Motiv der Serie, oder?). Lori und Shane folgen ihnen um von einer Anhöhe aus zu sehen, dass das Militär Atlanta mit Napalm und Teppichbomben platt macht. Es gab zwar keine Anzeichen dafür im Piloten der Serie, aber Atlanta ist ja ganz groß. Trotz dieses eventuellen Faux-pas finde ich diese Szene unglaublich stark, da sie erstmals – sowohl für den Comic als auch die TV-Serie – zeigt, wie das Militär, stellvertretend für die Menschheit, im großen Stil zurückkämpft – und mit welch verzweifelten Maßnahmen. Sehr starke Szene.

Und stark geht es auch weiter mit der Episode. Erneut gehen verschiedene Teams wieder in den Wald nach Sophia suchen. Shane und Rick bilden ein Team und faseln über Shanes rasantes Liebesleben an der Highschool. Das Gespräch driftet jedoch zum gefühlt 100. Mal ab und Shane spielt sich erneut als Führer auf, der die harten Entscheidungen durchziehen kann, die Rick, wie z.B. die Suchaktionen nach Sophia abzubrechen, nicht treffen kann. Überhaupt Sophia: Die ganze Storyline zieht sich viel zu viel heraus als dass sie jetzt demnächst einfach so gefunden wird. Nein, Sophias Storyline war die erste, die in der zweiten Staffel aufkam und ihre Rückkehr wird wie ein Buchende für die zweite Staffel (oder jetzt die kommende Winterpause) wirken und eine neue Geschichte bzw. Charakter einführen (Daumen gedrückt halten für Michonne; inbesondere, da man Michonne bereits früher in der Serie eingeplant war).

Doch der große Fokus lag in dieser Folge auf Daryl, das war seine Episode. Daryl war schon mehrmals alleine im Wald unterwegs und diese Woche nahm er ein Pferd mit – ein schreckhaftes, sodass es sich von einer Schlange erschrecken lässt und Daryl abwirft, der daraufhin einen Hang hinunterfällt. Unten stürzt Daryl in eine Quelle und sein letzter Armbrustpfeil hat sich durch seine linke Hälfte gebohrt. Seine Versuche den Hang zu ersteigern scheitern und er fällt erneut hinunter und wird ohnmächtig. Plötzlich steht sein Bruder Merle vor ihm, doch wir erkennen nach einem kurzen Dialog (in dem Merle Daryl als Schwächling beschimpft), dass Merle nur Daryls Einbildung und Unterbewusstsein ist. In Wahrheit steht nämlich nicht sein Bruder vor ihm, sondern der dümmste Zombie der Welt, der – statt an Daryl – an dessen Stahlkappenschuhen herumknabbert. Meryl kann ihn mit einem Stock überwältigen, doch es kommt bereits ein Weiterer. Er zieht sich den Pfeil aus seinem Bauch heraus und erschießt den Walker. Fantastische Szene. Dennoch finde ich, dass man hier Michael Rookers Rückkehr als Merle, also, seiner wirklichen Rückkehr als wahrhafter Charakter, durch diese Quasi-Rückkehr als Einbildung einiges an “Wow” verloren hat. Finde ich schade irgendwie.

Daryl erklimmt daraufhin den Hang und auf den letzten Metern erscheint ihm wieder Merle, der ihn beschimpft und gleichzeitig zu höheren Leistungen anspornt. Merle sagt, dass Daryl doch gar nicht zu diesen Leute gehört und er sein eigenes Ding durchziehen sollte. Interessant hierbei ist natürlich, dass dies Daryl eigene Gedanken sind, die seinen inneren Identifikations- und Beziehungskonflikt widerspiegeln. Dann reicht ihm Merle die Hand und sagt: “Take your friend Rick’s hand.” Woah. Gänsehaut, denn ich erwartete Rick oben, doch er ist nicht da. Daryl ist immer noch alleine. Aber dieser Satz könnte natürlich auch zwielichtig sein: Wie wir wissen, verliert Rick seine Hand durch den Govenor – wird Daryl diese Rolle in der Serie übernehmen, nachdem er sich von der Gruppe getrennt hat? Die Beziehung zur Gruppe wurde sicherlich auch nicht durch Andreas Schuss auf ihn verbessert…Das wäre eine kontroverse Entscheidung, gerade bei dem Fanfavorite Daryl.

Apropos Andrea: Liebe Schreiber, nicht jeder Charakter braucht eine große Szene in jeder Folge. Besonders bereits charismatisch angeschlagene Charaktere brauchen mal etwas Ruhe. Andrea und Dale sind Fanlieblinge im Comic und brauchen nicht noch mehr Szenen, die sie noch nerviger machen. Dale soll Glenn seinen Spaß haben lassen und Andrea wird sich nach einer ruhigen Phase im Gefängnisplot ohnehin genug beweisen dürfen.

Alles in allem aber eine verdammt starke Episode. Erneut viele kleine Momente, deren Folgen alle in der nächsten Episode kulminieren werden, die “Secrets” heißt und laut der Beschreibung auf AMCs Homepage werden einige davon herauskommen: Wohl oder übel die Schwangerschaft Loris, die Zombies in der Scheune und was der General Rick im Finale der letzten Staffel gesagt hat – und nein, das ist nicht doppelt gemoppelt. Ich bin nämlich der Meinung, dass das nichts mit Shanes Vergewaltigungsversuch noch Loris Schwangerschaft auf sich hat. Wer sich an die Blutproben und deren Ergebnis (“Nothing we didn’t already know”), Ricks Monolog an Morgan in S02E01 erinnert (“He told me… ahh… not important”) und Ricks “Das-kann-ich-nicht-hinnehmen”-Einstellung, der wird mit mir übereinstimmen, dass das Geheimnis wohl oder übel die Namensgebung der Serie sein wird: Nämlich, dass sie bereits alle infiziert, es keine Hoffnung gibt und in Wahrheit sie selbst die “Walking Dead” sind.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E04 – “Cherokee Rose”

“You’re a plain-spoken man.” – “I’m a father.”

Wow. Endlich. Das ist sie, die Folge, die die Maßstäbe setzen sollen. Zu mindestens in Sachen Drama und Ablauf. Ich weiß, dass ich da wahrscheinlich ziemlich allein auf weiter Flur stehen werde, aber die Wartezeit zahlt sich endlich aus, die Figuren beginnen zu atmen, zu leben und wirken authentisch. Ich brauche keine Zombies (jeder, der sich jetzt schon über das Fehlen oder geringer Anzahl selbiger beschwert, soll mal spätere Handlungsorte abwarten) damit Spannung aufkommt – das hier ist genau das, was ich von The Walking Dead erwarte. Und ich sage euch auch warum.

Es ist das Abschließen von Geschichtssträngen bei gleichzeitiger Fortführung und Errichtung anderer. Die Serie mag noch so lahmarschig voranschreiten (immerhin sind nur grob 2 Wochen vergangen seit Rick aufgewacht ist, während im Comic bereits der Winter beim Erreichen der Farm Einzug gehalten hat), solange die Seitenstränge mindestens rudimentär abgeschlossen werden, ist das eine gute Sache. So sind endlich alle auf der Farm, Carl ist über den Berg, T-Dog ist geheilt und Otis bekam eine symbolische Bestattung. Lediglich Sophia ist immer noch verschwunden, was aber nicht nervt, sondern uns den vielleicht schönsten Moment der Serie, der weiterhin der Folge ihren Namen verleiht, zwischen Daryl und Carol schenkt. Weiterhin werden neue Plots eingeführt: Dürfen Rick und seine Gruppe auf der Farm bleiben und was genau verheimlicht Hershel auf seiner Farm? Beziehungen zwischen nahezu allen Charakteren werden weitergeführt und teilweise intensiv. Maggie und Glenns Beziehung beginnt aufzuflammen, Lauri will, dass Shane bleibt und ihre Schwangerschaft wird in die Serie eingeführt und natürlich gibt es noch ominöse Shots der Farm und Blicke zwischen Maggie und Hershel, die dem Normalzuschauer kaum auffallen dürften, den Fans des Originals wissende Hinweise gibt, die sagen wollen: We’ll get there.

Also ist alles gut im Zombieland? Wenn es nach mir geht, inzwischen ja. Das Farmgelände wird langsam eingeführt und man muss inzwischen sich einfach damit abfinden, dass man viele geliebte Setpieces und Charaktere erst in kommenden Staffeln zu sehen sein werden, die aber bei den momentanen Einschaltquoten als gesichert gelten dürften.

Die Serie hat ein ähnliches Maß an Exposition wie ‘Breaking Bad’. Erinnert sich jemand an die tollen Momente aus Episode 403? Nein. Aber jeder hat auch noch nach Wochen die finalen Momente der letzten Folgen vor dem Auge. Man darf nur hoffen, dass es bei The Walking Dead ähnlich verlaufen wird und die erste Staffel durch ihre kurze Episodenzahl nicht wirklich ihr Potential entfalten konnte. Spätestens ab Folge 6 herum wird man sich dem Scheunenmysterium nähern und dann kann man erst abschätzen, wohin es mit der Serie geht und ob am Ende endlich mal die Scheiße den Ventilator trifft, wie man im Englischen so schön sagt.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E03 – “Save the Last One”
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”

“Maybe this isn’t a world for children anymore.”

Es geht weiter und es ist immer noch kein Erzähltempo vorhanden. Stunde für Stunde, Schritt für Schritt wird penibel erzählt, fast ähnlich wie bei 24. Was ich in den ersten zwei Folgen als negativ sah, empfinde ich inzwischen gar nicht mehr so schlimm, denn es gibt einige positive Veränderungen, die das Tempo inzwischen rechtfertigen. So ist zum einen diese Folge weniger Rick-zentriert, was endlich anderen Figuren langersehnten Platz gibt sich zu entfalten. So kriegt auch mal Serienherz Glenn seit einer gefühlten Ewigkeit eine kurze Szene mit Maggie, die, das muss man zugeben, einfach perfekt besetzt ist.

Aber auch andere Figuren haben kleine Momente, die sie endlich besser definieren. Nahezu alle Gespräche drehen sich, wie könnte es anders sein, um den Tod. Ob Daryl von sich als verlorenem Kind im Wald, Andrea über ihren neu erwachenden Lebensmut, Maggie über Gott oder Dale über seine Schuldgefühle gegenüber Andrea erzählt – alles ist verdammt gut und wirkt natürlich. Höhepunkt ist die Diskussion von Lori und Rick, in der Lori vorschlägt, Carl einfach sterben zu lassen, um ihm das Leid und den Schrecken in dieser Welt zu ersparen, was ihrem Charakter eine ganz neue Facette verleiht.

Das langsame Erzähltempo hat noch eine weitere Facette: Realismus. Dadurch, dass jeder Schritt, jeder Akt selbst erledigt werden muss und den Charakteren nichts in die Hände fällt, wirkt alles sehr realistisch. Man hat sich entschieden teilweise tiefer zu gehen als der Comic, was inzwischen durchaus positiv zu bewerten ist. Doch dann wirft man dieses neu geschaffene Potential teilweise wieder über den Haufen.

Während sich letzte Woche das Gitter öffnete und Otis und Shane in der Falle saßen, beginnt diese Folge mit ihnen in einem Schulgang, rennend. Wie haben sie sich Zugang verschafft? Spielt keine Rolle. Später sind sie plötzlich auf einer Tribüne, 4 Meter hoch über dem Boden und die Zombies unter ihnen. Wie sind sie dorthin gelangt? Wird nicht erklärt. Dann müssen sie entkommen und Otis lenkt die Zombies ab, rennt zu einer Tür in die Umkleidekabine, sodass Shane sich aus einem Fenster schleichen und 6 Meter tief auf den Boden springen kann. Wieso rennen sie nicht beide in die Umkleidekabinen? Sowohl Otis als Shane verletzen sich bei ihren Sprüngen und müssen nachher von den – für meinen Geschmack ein bisschen zu schnellen Zombies – retten.

Danach trifft Shane alleine an der Farm mit den Medikamenten und Werkzeugen ein. Bereits aus der Eröffnungsszene wissen wir, dass Shane diese Episode überleben wird und sein verrückter Blick in den Spiegel lässt erahnen, dass etwas mit Otis passiert ist. Der Twist kommt am Ende der Episode kommt daher nicht überraschend. Ich halte ihn aber für nicht angebracht. Die Schreiberlinge meinen wohl, dass sie aus Shane einen gewissen Antagonisten machen müssen, damit sein eventueller Tod gerechtfertigt sein wird. Doch gerade das halte ich für gefährlich. Shane war in den Comics kein guter bester Freund, aber auch kein komplettes Arschloch. Ja, kurz vor seinem Tod drehte er durch und der Mord an ihm war wohl gerechtfertigt in dieser Situation, aber die Serie stilisiert ihn zu einem Superarschloch, das Menschenleben gegeneinander abwiegt. Das schafft Realismus, wirft aber das Vorbild irgendwo über den Haufen.

Aber vielleicht ist in dieser verkehrten Welt, in der Otis stirbt und Shane lebt, an der Zeit die Vergleiche mit dem Comic völlig über den Haufen zu werfen. Das finde ich schade, aber es befreit auch und gibt der Serie Luft zum Atmen. Mal sehen, was sie damit macht.

Vorher auf PEWPEWPEW:
The Walking Dead S02E02 – “Bloodletting”
The Walking Dead S02E01 – “What Lies Ahead”

Beim Schauen des Piloten der neuen Walking Dead Staffel habe ich mir genau dasselbe gedacht, wie der Typ hinter dem Video.


via The Island Isn’t Done With You Yet, der / die vielleicht daraus einen Print machen wird.

Me too, Brotha, me too…