Der Teaser zur neuen Star Wars Kindershow beweist, dass Disney planlos mit Star Wars umgeht - PewPewPew

In which Lucasfilm asks the important question: Whawt if evewyone was BB-8?

Ja, es ist kein Geheimnis mehr. Lucasfilm verliert unter Disneys Führung die nächste Generation an jungen Fans. Aus den unterschiedlichsten Gründen scheinen die Kids sich nicht mehr für Star Wars zu interessieren. Galaxy’s Edge ist leer, die Filme beginnen zu floppen, die Trailer brechen keine Rekorde mehr und selbst die Spielzeuge versauern in den Regalen. Was bis vor wenigen Jahren noch als Verschwörungstheorie im Fandom abgetan wurde, steht inzwischen Schwarz auf Weiß in Bloomberg.

Bereits zu Beginn des Jahres setzte ich mich mit dem verrückten Push auseinander, ikonische Momente in schicken Animationen auf YouTube als Teaser für die Filme neu zu verpacken. Lucasfilm nennt das Galaxy of Adventures, ich nenne es ein grundsätzliches Missverständnis für die Magie des Franchises. Es steht so ziemlich alles im Mittelpunkt außer die Filme selbst. Diese wirken zu lassen, darauf reagiert die Führung unter Kathleen Kennedy allergisch.

Es sind noch knapp vier Monate bis zum Kinostart von The Rise of Skywalker. Vor vierzehn Jahre zur gleichen Zeit hatte ich bereits das Revenge of the Sith-Poster an meiner Tür kleben, etliche Trailer-Clips und Werbespots auf meiner Festplatte abgespeichert und die ersten Spielzeuge aus meinem Comic-Shop gekauft. Derweil haben wir einen roten Comic-Con-exklusiven Stormtrooper (in rot!) bekommen. Lucasfilm scheitert daran, das absolute Minimum an Fanfürsorge zu liefern und veröffentlicht gleichzeitig eine Masse an bedeutungslosem Content. Stattdessen wird alles auf der Celebration sorgfältig präsentiert, seelenlos zur Schau gestellt und dem Fandom zum Fraß vorgeworfen.

Gleiches gilt auch für Galaxy of Adventures: Die Videos werden bisher ausschließlich auf dem Star Wars Kids YouTube-Kanal veröffentlicht und auch wenn die Animation entzückt, ist es doch fraglich, ob die Ressourcen an der richtigen Stelle verteilt sind, wenn Star Wars: Resistance das fehlende Budget bisweilen stark anzusehen ist. Weiterhin gibt es Videoreihen wie “Star Wars by the Numbers”, in denen zum Beispiel alle Droiden oder Raumschiffe einer Fraktion aufgezählt werden. Sachen, die es eben seit mehr als zehn Jahren auf YouTube gibt – nur eben jetzt offiziell und schlechter bzw. langweiliger geschnitten.

Die nächste Reihe ist ein weiteres Animationsprojekt namens Star Wars: Roll Out, in dem alle Figuren den Körper von BB-8 bekommen. Eine kreative Bankrotterklärung? Nicht unbedingt, eher richtet sich die Serie offenbar an das jüngstmögliche Publikum, um die Kinder so frühzeitig an das Franchise zu binden. Genau das ist das Ziel laut Lucasfilm-Produzent Josh Rimes: “Over the years, I’ve had so many of my friends who are parents tell me how much they wanted to introduce their kids to Star Wars but didn’t feel that their kids were quite ready for the movies yet. They wanted a way to celebrate the universe they love.”

Roll Out tut natürlich niemandem weh. Die Existenz dieser hässlichen Idee sagt mehr über die Verzweiflung und Selbstwahrnehmung des Konzerns aus als ein öffentlicher Kommentar dies könnte. Trotzdem bleibt diese gesamte Kampagne verwirrend. Scheinbar will man auf der einen Seite die jungen Fans haben und steckt Geld in diesen Kanal, andererseits ist es schwer mitanzusehen, wie lieblos diese Projekte gestaltet sind. Die Serie wirkt als sei sie von einer Person an einem Nachmittag kreiert worden, die erste Episode kommt ohne Witz, Charme oder Plot daher.

Lucasfilm produziert gerade unglaublich viel Content. Nichts davon ist abgrundtief schlecht, aber diese unkreativen Ansätze, die nie neue Wege einschlagen und die Galaxie vergrößern, beweisen wie ideen- und orientierungslos die Führung wirklich ist.

Beispielhaft war das Interview mit Autor Timothy Zahn, der in der letzten Episode der Star Wars ungewollt die Grenzen der Kreativität in einer weit, weit entfernten Galaxie offenbarte. Der Mann, der Admiral Thrawn erschuf, darf drei Bücher über den Aufstieg des Admirals im Imperium schreiben, die sich alle eng an existierende Geschichten schmiegen, aber nicht die Zukunft seiner eigenen Figur bestimmen, was der Mann, der einmal Star Wars ganz alleine wieder mit Leben einhauchte, auch leicht gekränkt zugibt.

Wenn jede mediale Veröffentlichung Teil des gleichen Kanons sein soll, dann kann eine jede Veröffentlichung in den weniger relevanten Büchern und Comics eben auch nur ein zaghafter Vorstoß sein, um Lücken zu füllen, die Filme und Serien hinterließen. Bis sich Dave Filoni also entscheidet, was mit Ezra und Thrawn nach dem Finale in Rebels passierte, liegt die Figur auf Eis und die restlichen Kreativen müssen herumwurschteln, während sich Star Wars im Kreis dreht.