Comic-Con! In der berühmt-berüchtigten Hall H des San Diego Convention Centers gab es übers Wochenende wieder viel Hype um neue Filme und Serien. Hier ein kleiner Überblick über das, was ich grundlegend interessant finde.

Fangen wir doch mit Stranger Things an. Ich habe zu der Serie ein wohl dokumentiertes, eher gespaltenes Verhältnis und will sie eigentlich mögen. Doch die leeren Referenzen und der pathologische Achtzigerjahre-Eskapismus stören mich sehr. Die zweite Staffel steht der ersten in scheinbar nichts nach. Die Kinder retten verkleidet als Ghostbusters erneut ihr Dorf und wohl auch ihre Freundin Eleven. Mir soll’s recht sein.

Es sollte mich nicht mehr überraschen, aber es ist immer wieder erstaunlich wie viel diese großen Superheldenfilme in den letzten Jahren auf den Bildschirm zaubern und wie egal mir das gleichzeitig ist. Dabei hätte ich eigentlich großes Interesse an einem ernsteren Film, der sich den existenziellen Qualen von Superhelden widmet. Das ist aber vorbei, das DCEU kann nämlich auch witzig sein. Teilweise erkennt man hier schon eine Dichotomie in der Regiearbeit, wahrscheinlich ausgelöst durch die Übernahme von Joss Whedon.

Dass der Bösewicht bisher kaum in Erscheinung tritt, wird wohl bestimmt nichts damit zu tun haben, dass interessante Aspekte bis zum Kinostart geheim gehalten werden sollen. Stattdessen fokussiert sich der Film erneut darauf, dass die Figuren zusammenfinden müssen, ihre Unterschiede überwinden und dann alle einmal draufhauen dürfen. Naja. Auf der einen Seite entspricht das dem ausdrücklichen und fairen Wunsch vieler Fanboys, die ihre Helden einmal versammelt auf der Leinwand sehen wollen. Auf der anderen Seite verspricht das eher einen flachen Film.

Ich mag Taika Waititi sehr, weshalb es mir das Herz bricht, dass sein Thor: Ragnarok bis auf wenige Ausnahmen wie eine Episode aus der Neuauflage der Power Rangers aussieht. Das durchaus Kirby-eske Design ist lobenswert und dass Thors Abenteuer eher zu einem Guardians of Asgard-Film mutiert, macht mir wenig aus. Aber muss alles immer wie Plastik aussehen?

Ready Player One – Dieser Film wird die Gemüter spalten. Noch haben wir nicht genug gesehen, um den Film zu diskutieren. Lediglich die Idee alleine scheint mir zugleich trefflich sowie überdreht für unsere Zeit. Ich bin nach wie vor kein Fan davon, dass Steven Spielberg quasi seinen eigenen Fanfilm dreht. Der Großmeister könnte aber vielleicht dieses Ausschlachten der Achtzigerjahre und Nerdästhetik auf den Kopf drehen und ein mitreißendes Drama daraus bauen. Da ich das Buch bewusst gemieden habe, kann ich die Wahrscheinlichkeit davon nicht einschätzen, aber die Idee gefällt mir. Aber egal, die Hauptsache ist: Ein neuer Spielberg!

Ein stylisher Trailer für eine stylishe Show! Westworld kehrt erst 2018 wieder zurück auf die Bildschirme, aber dieser Teaser lässt bereits jetzt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Passend zu Sammy Davis Jr.s Song “Gotta Be Me” reiten die Androiden endlich ihrer Selbstbestimmung nach und töten die Parkbesucher. Die Konzeption der Serie erweist sich dabei als Geniestreich. Die erste Staffel agiert als philosophisches Sequel zu dem, was Filmkenner eigentlich erwartet haben. Das Chaos kriegen wir in den kommenden Staffeln, zuvor wurden jedoch die Basis für die Figuren, ihre Beziehungen sowie ihre Existenzängste und -fragen gelegt. Jetzt hat die Action auch Bedeutung und ist weniger random bzw. exploitative als im Original.

Randnotiz: Der ertrunkene Tiger scheint das Versprechen des ersten Staffelfinales zu halten: Die anderen Parks werden eine nicht zu verachtende Rolle spielen. Die kommenden Staffeln dürften ein Genuss werden.

Ich konnte mit Saw noch nie wirklich viel anfangen. Ein Schulkamerad schwärmte einmal in einer Pause von diesem Film, den ich unbedingt sehen müsste. Am nächsten Tag brachte er die DVD mit in die Schule und ich eine große Enttäuschung mit nach Hause. Der Twist am Ende ist zwar nett, wirkte dann aber in den kommenden Filmen wie aufgesetzt. Die Fallen wurden ekelhafter, hatten weniger Charakter und insgesamt wurden die Sequels nur noch für das Geld produziert.

Die Pause war also notwendig, aber mit Jigsaw kehrt das Franchise zurück. Und überraschenderweise habe ich tatsächlich Lust auf den Film.

Wenn es um Franchise mit Star im Namen geht kommt Wars vor Trek, danach -ship Troopers vor Gate und irgendwann am Ende Battle. Ich identifiziere mit Star Trek als TOS und NG Fan Technobabble, moralische Dilemmata und Sensoranomalien. Vieles davon scheint Star Trek: Discovery aus dem Fenster zu werfen. Obwohl die Serie nur zehn Jahre vor der TOS spielt, orientiert man sich wenig am Design oder dem Look. JJ Abrams mag Star Trek modernisiert haben, in positiver und negativer Hinsicht, aber er hatte immerhin Respekt vor dem Material. Stattdessen gibt es hier erneut total überdesignte Klingonen-Rüstungen, total generisches Sci-Fi Design und jede Menge Action, die für uns momentan wenig Bedeutung hat. Dazu hasse ich die Uniformen. Die Technik sieht auch ziemlich modern aus. Da kann man jetzt vielleicht mit dem Alien-Argument kommen, dass das ein besonderes Schiff ist, aber das hier ist Star Trek. Wo dürfen solche Nerd-Nit-Picks angebracht werden, wenn nicht hier? Insgesamt habe ich kein gutes Gefühl bei der Sache.

 

David Ayers dreht Bright für Netflix, basierend auf dem Drehbuch von Max Landis. Dieser hatte vor einigen Jahren mal in einem Twitterrant angemerkt, wie schwer es Fantasystoff abseits der abgegrasten Herr der Ringe Region hat. Hier vermischt er Ayers’ End of Watch mit Orks und trotz guter Intentionen sieht das alles nicht ganz fresh aus.

Preacher macht momentan extrem viel Spaß als Serie und dieser Trailer ist das perfekte Aushängeschild für diese zweite Staffel.

Ich wusste bisher nichts über Ninjago, aber ich habe mich an dem Look der The Lego Movies noch nicht satt gesehen und ein Film, in dem eine Katze eine Stadt aus Lego-Bausteinen zerstört, steht bei mir selbstverständlich enorm hoch im Kurs.

  • DerBesserwisser

    Wird Zeit das Leute, die in den 90er aufgewachsen oder geboren wurden in den Aufmerksamkeitsfokus der Werbefuzzies geraten, ich bin des ganzen “Hey look its from the 80s” schon dermaßen überdrüssig….

  • DerBesserwisser

    Hach, und das wichtigere Gemecker vergessen: Ich finde dass JJ Abrams Star Trek nur dahingehend “modernisiert” hat, als dass er aus Science Fiction, Science Fantasy gemacht hat – denn was ist schon gegen Blockbuster Kino einzuwenden, man wird ja schließlich am Ende eines harten Arbeitstages, nachdem man wahrscheinlich über Einsteins allgemeine Relativitätstheorie noch mal ganz anders nachgedacht hat, ja wohl noch sein Hirn ausschalten dürfen…die ganze Zeit.

  • Penk Penk

    Immer wenn ich mir denke “Hey, gib Discovery eine Chance! BSG Stills fand ich auch blöd, aber die Serie war dann doch großartig.” schießen mir die Bilder von diesen absolut lächerlichen Klingonen in den Kopf… und ich hasse ST Discovery durch und durch. Mit den Generic-SciFi-Movie-Köpfen der Klingonen kann ich besser leben als mit den kackhässlichen goldenen Rüstungen.

    Die Frage bleibt: Wieso!? Sie haben eien funktionierenden Franchise, mit vielen und treuen Fans. Es gibt absolut keinen Grund die Klingonen derart extrem umzukrempeln. Modernisieren, ja, dafür habe ich Verständnis.

    Ich weiß nicht wie geschmacksverirrt man sein muss um das neue Klingonendesign gut zu finden.

  • paulborn

    Ich bin immer noch gepannt auf Discovery und ehrlich gesagt mag ich diesen Mass Effect look. Bin da selbst überrascht, aber hey, warum nicht… Grundsätzlich stimmt es ja auch das man eine eingeschworene Fanbase hat und alles ja so funktioniert, auf der anderen Seite halte ich es aber auch für richtig auf das alles einfach mal kräftig zu scheissen und sein eigenes Ding zu machen… wenn es denn dann auch ne gute spannende Story mit tighten Ideen, cleveren Figuren und Entdeckungsdrang gibt. Die Wahrheit ist doch das sowieso jeder die Filmweisheiten mit dem Löffel usw, seit den 80ern regelmäßig österreichische Importversionen hier nicht bekannter Bootlegs guckt und egal was sie machen was dran auszusetzen hat. Machen sie 1:1 TNG/Voyager/Enterprise Style weiter werden andere wieder nörgeln das ihnen nichts neues einfällt. Ernst? Wo is das Herz… Augenzwinkern? Star Trek ist kein Ponyhof!
    Ne, ne ich bin doch schon gespannt… wenns nix wird wirklich schade, aber ich bin froh das es ersteinmal nicht nach Fanboypleasing aussieht… denn auch bei aller Kritik an dem neuen Filmuniversum: Star Treks Tod war immer noch der fürchterliche Nemesis…. da möchte ich wirklich nicht hin zurück.

  • Naaaaja. ;)

  • Bin ich ganz bei dir.

  • Ich hätte eine Serie in der Zukunft besser gefunden. So geht’s nur wieder ums Anknüpfen.