Ich bin so glücklich, dass sich The Leftovers in den vergangenen zweieinhalb Jahren zu einem Kulthit entwickeln und eine echte Fangemeinde erarbeiten konnte. Als ich damals mit den Reviews für Moviepilot anfing, war ich nur froh darüber, die nächste Serie von Damon Lindelof covern zu können, nachdem sein LOST mich über Jahre fasznierte und viele Freunde, Möglichkeiten und Unterhaltung verschaffte.

Doch dass sich The Leftovers als solch ein großartiger, wunderschöner Rohdiamant entpuppte, überraschte auch mich. Dass Lindelof und sein Team diesen in der zweiten Staffel noch verfeinern konnten, nicht unbedingt. Als großer Fan seines Werkes und auch ihm persönlich so als Typ, konnte ich genau verspüren, was er mit The Leftovers ausdrücken will. Einmal, weil ich während der Ausstrahlung der ersten Staffel mich mit den Figuren persönlich identifizieren konnte und zweitens, weil die Serie scheiße geil gemacht ist. Die Liebe zum Detail, die Lindelof bereits vor Jahren bei LOST auf 23 Folgen streichen musste, kann er beim Premiumsender HBO richtig dick auftragen. Ich liebe es. Deshalb sind meine Erwartungen für die dritte und letzte Staffel immens hoch. Wahrscheinlich viel zu hoch.

Dass nach der dritten Staffel nun Schluss ist, mag aber vielleicht die beste Lösung sein. Zwar könnte man unendliche Szenarios in der Welt von The Leftovers erzählen (und ich habe bereits mehrfach für ein adaptierbares Franchisemodell für unterschiedliche Länder und Sender plädiert), aber es fühlt sich so an, als ob die Geschichte um die Garvey-Familie und ihre Freunde sich dem Ende neigt. Deshalb passt auch die Tagline der Staffel: The End Is Near. Das Ende des Leidens, kehren die Departed also zurück? Oder gibt es tatsächlich einen zweiten, großen Sudden Departure? Wie auch immer, die Garveys zieht es erst einmal vorher nach Australien, wo Kevin wieder ein Cop wird. Australien ist übrigens für Fans bereits seit den ersten Folgen der ersten Staffel ein großes Thema gewesen, das immer weniger subtil mit dem Verlauf der Serie angeteaset wurde. Daher freut es mich, dass wir nun Kevins Dad nach Down Under folgen.

Übrigens werde ich noch bis zum Start im April die gesamte zweite Staffel hier im Blog Episode für Episode reviewen. Mehr Lindelof-Goodness gibt es bei Andy Greenwalds Podcast The Watch und IndieWire hat mit ihm vor ein paar Monaten ein Interview zum Ende der Serie geführt, in dem er “No tricks, no twists” verspricht.

Semi-related: Variety hat ein kleines Portrait über Damon Lindelofs persönliches Museum Büro anzubieten.