Dieses Mashup-Video aus Netflix’ The O.A. und den Power Rangers hat wahrscheinlich eine verschwindend geringe Schnittmenge, aber hey, wer es schnallt, wird sich wohl völlig zu Recht kaputtlachen. Als großer Fan von Brit Marling und Zal Batmanglijs Werken (Another Earth, The East und vor allem Sound of my Voice) hatte ich immense Hoffnungen für die gemeinsame Netflix-Serie. Und ja, es ist der Schauspielerin und dem Regisseur gelungen, das Indie-Feeling und die Low-Fi-Qualität der Filme in einem Serienformat einzufangen.The O.A. ist, wenn auch nicht viel mehr als das, gänzlich eigentümlich.

Die Serie bietet starke, ambitionierte, hingebungsvolle Darsteller (Jason Isaacs, Brit Marling und insbesondere der verletzliche Emory Cohen) und mit der wissenschaftlichen Erforschung von Nahtoderfahrungen vielversprechende Komponenten, die eine gute Serie ausmachen könnten. Dazu ist die eigenwillige Umsetzung des Serienformats, mit seiner geringen Episodenanzahl und sehr ambivalenten Episodenlaufzeit, ebenfalls interessant. Die Traurigkeit der zerfallenden Vorstadt, sowohl die Häuser als auch die Träume ihrer Bewohner war spannend, ebenso wie die langsame Erzählung, angelehnt an die langsame Aufarbeitung eines Traumas.

Aber – und das ist ein ziemlich großes ABER – der Midpoint der Story bringt eine so unerwartete, so bizarre, so lächerlich schwach umgesetzte Wendung mit sich, dass der Dramaturgie schlicht der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Die magischen Fähigkeiten von Interpretivkürtanz könnte ich gerade so noch ertragen, wäre da nicht das völlig geschmacklose Finale um den – deus ex machina! – Schoolshooter. Ich weiß nicht, ob eine tatsächliche Rettung durch den Tanz und eine vollkommene Flucht in das Übernatürliche die Peinlichkeit des Moments irgendwie hätten schmälern können, doch die Chance ist gering. Schade drum. Eine zweite Staffel würde ich mir trotzdem anschauen.

  • Flocked

    Also an sich fand ich die Idee ganz nett, dass man selbst bis zum Schluss nicht weiß, ob die übernatürliche Wirkung des Tanzes und die ganze erzählte Geschichte der Protagonistin nur ein Hirngespinnst ist oder nicht… Entweder der Tanz hat den Schoolshooter einfach nur perplex abgelenkt (wer tanzt schon so bescheuert bei einem Amoklauf) oder der Tanz hat wirklich eine übernatürliche Fähigkeit.

    Das ganze hat etwas von Life of Pi. Einmal die völlig verrückte, “unglaubwürdige” Story (Mit Tieren Wochen auf dem Boot Übernatürliche Nahtoderlebnsse) vs. der wahrscheinlichen Realität (Mit anderen Leuten auf dem Boot Traumatische Kindheit mit Entführung). Beide versuchen ihr Trauma mit einer besseren Story zu verarbeiten. Oder auch nicht… der Glauben daran entscheidet :)

    Aber ja… Der plötzliche Amoklauf wirkt extrem dahingeklatscht. Als hätten die Autoren keine bessere Möglichkeit gefunden das Ende so schön offen zu lassen. Man hätte z.b. stattdessen einfach das Shooting weglassen können, sie in die Psychatrie stecken und dort in der Psychatrie passiert dann irgendetwas als Clifhanger, bei dem man sich nicht sicher ist, ob es ihr Hirngespinnst ist oder die übernatürliche Realität.

  • Für mich war klar, dass der Tanz nur abgelenkt hat. Dass ihre Geschichte aber wahr ist, glaube ich schon. Der FBI-Typ hat bestimmt die Bücher unter dem Bett dort verstaut, um Zweifel zu beseitigen. Ich glaube da an eine Verschwörung. Und selbst wenn nicht, sie könnte sich die Bücher ja auch neu gekauft haben. Sie sahen sehr ungelesen aus. Wie gesagt, eine zweite Staffel würde ich mir direkt anschauen. Die Serie hatte schon was.

    Den Vergleich mit Life of Pi finde ich gut, da kam ich gar nicht drauf.

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