This should go without saying, but here we go: Nein, ich habe natürlich kein Problem damit, dass 4 Schauspielerinnen nun als Geisterjäger in einem neuen Film zu sehen sind. Die Manchildren, die sich darüber aufregen, gehören von allen Seiten für ihren widerlichen Sexismus verurteilt. Und trotzdem: Paul Feigs Ghostbusters sieht richtig, richtig mies aus. Ich selbst finde natürlich auch, dass man einen Film nie nach seinem Trailer beurteilen sollte und unsere Trailer-Kultur (Der Teaser für diesen Trailer wurde vor zwei Wochen veröffentlicht!) völlig überdreht ist. Aber gerade bei einem so umstrittenen Film sollte der erste Trailer doch viele Zweifel beseitigen und Vorfreude auf den Film schaffen. Und er tut das exakte Gegenteil. Ich mache das mal in Listenform:

– Das Franchise: Der Trailer faselt etwas von vier Wissenschaftlern, die vor 30 Jahren New York retteten (Falsch: Winston war kein Wissenschaftler). Dann zeigt er uns, während unsere Ohren mit einer nervigen und völlig unpassenden Klavierversion des Theme Songs bombadiert werden, das Hauptquartier der alten Filme. Wieso? Nostalgie. Es hat keine einzige Beziehung zum endgültigen Film zu haben, der ein hard reboot ist. Das bedeutet, dass nichts von den alten Filmen vorkommen wird. Slimer ist zwar da, ja, aber nur wegen der Nostalgie. Es wird Cameos von Hudson, Murray und Akroyd geben, die aber nicht ihre Geisterjäger, sondern irgendwelche anderen belanglosen Figuren spielen werden. Warum? Damit Zuschauer im Kino ihre Freunde mit dem Ellbogen anstupsen, lächelnd auf die Leinwand zeigen und sagen können: “Kennste, kennste?”. Mario Barth lässt grüßen. Es ist völlig unverständlich, wieso der Film ein hard reboot sein muss, wenn doch gerade in dem so erfolgreichen, vergangenen Kinojahr so viele “Legacy Films” erfolgreich waren, wie zum Beispiel Jurassic World, The Force Awakens oder Creed.

– Dieser Punkt ist insofern noch ärgerlicher, wenn man in einem alten Teil quasi die perfekte Vorlage für ein Sequel bereits erhalten. Im zweiten Teil interviewt Bill Murray eine Frau, die die Apokalypse für den Valentinstag im Jahr 2016 vorhersagt. Wieso wird diese grandiose Vorlage nicht aufgegriffen? Ein neues Ghostbustersteam, angeführt von Baby Oscar, muss schnell von den gealterten Geisterjägern trainiert werden, um die Apokalypse abzuwenden. Perfekt. Unverständlich, dass so etwas liegen gelassen wird; immerhin sind doch diese Vernetzungen inzwischen Teil des Mainstreamkinos und nicht mehr nur in Fanforen zu Hause.

– Okay, die Nichtbeachtung der Apokalypse ist noch kein Weltuntergang. Ein Reboot also, das ein nahezu identitsches Remake ist. Okay. Wieso nicht? Ich dachte zu diesem Zeitpunkt, dass das trotzdem sicher noch etwas werden kann. Und dann das: Die allererste Szene, der allererste Versuch eines Witzes und der wahrhaft erste Geschmack auf den Ton dieses Films besteht daraus, dass Kristen Wiig von einem Geist vollgekotzt wird. Wow.

– Und es geht weiter. Klar, Humor ist subjektiv und ich kann auch sehr wohl einen lustigen Spruch anerkennen, selbst wenn ich nicht lache. Aber wo waren hier die funny lines? Wo?

– Am vielleicht ärgerlichsten: Der Film schreibt sich seine Progressivität auf die Fahne: “Schaut her, Frauen können auch Ärsche kicken”. And fuck yes, they can. Aber eben anscheinend nur weiße Frauen. Leslie Jones, die bei SNL noch einen lustigen Sketch zu verantworten hat, besitzt buchstäblich zero range und spielt erneut die angry, sassy, black woman, die keine Wissenschaftlerin, dem Team aber insofern helfen kann, dass sie sich auf den Straßen New Yorks auskennt. Weil sie bei der U-Bahn arbeitet. Holy fucking shit, das ist sowas von stereotypisch eine Darstellung, die den Film weder in humortechnischer Hinsicht sowie seiner selbst verschriebenen Progressivität kein Stück weiterbringt. Vielleicht mögen einige Leute Leslie Jones tatsächlich lustig finden. Ich hingegen stimme Adam Quigley zu, der sagt: “I wish Leslie Jones would stop”.

– Dat shitty dubstep remix bullshit. IF YOU GOT ONE OF THE CATCHIEST THEME SONGS IN ALL OF FILM HISTORY, USE IT.

– Der originale Ghostbusters hat etwas hinbekommen, was vielleicht nur eine Handvoll anderer Filme gut hinbekommen haben. Ghostbusters war nämlich nicht nur eine Komödie über Geister, nein. Ghostbusters was fucking scary. Like, legit scary. Die gewählte Perspektive dieses Geisterjägerfilms war eben nur die von vier sehr lockeren, zynischen, lustigen Wissenschaftlern, die dieses apokalyptische Szenario mit Humor nahmen. Und was macht Paul Feig daraus? Der Film sieht zunächst einmal rein visuell absolut billig aus. Die Geister sind ausschließlich blau und grün und nach und nach Kino sieht das überhaupt nicht aus. Völlig bizarr, dass dieser Film einen Hauch von Goosebumps entfernt ist.

– Rowan. Kommt im Trailer nicht vor, bekommt aber trotzdem einen Platz auf dieser Liste. Because fuck that.

So. Ein Trailer ist ein Trailer. Es gibt gute Trailer für schlechte Filme und es gibt schlechte Trailer für gute Filme. Aber was hier präsentiert wird, ist dem Anschein nach so integral, dass ich große Zweifel habe. Ich hoffe, dass der endgültige Film mich eines Besseren belehrt. Für wahrscheinlich halte ich das jedoch nicht. Ich werde mir den Film aber natürlich ansehen, alleine schon für Kate McKinnons weibliche Version von Egon aus The Real Ghostbusters.