Die Deutschen lieben ihren Krimi. Ein bisschen zu sehr für meinen Geschmack. Ohne Krimi geht eigentlich gar nichts. Drama? Okay, aber es muss sich irgendwie um Kommissare drehen – oder eben das erweiterte Feld, wie beim Tatortreiniger. Und ohnehin: Tatort. Tatort. Tatort.

Nun versucht sich Radio Bremen mit einer kleinen Variation und einem neuen Genre: In der Crime-Comedy “Unter Gaunern” sollen die Verbrecher nun die Helden sein, während die Familientochter als Polizistin auf der Wache versuchen muss, wider Willen ihre Familie zu beschützen. Hilarity ensues. Drehbuchautor Christian Jeltsch war von den immergleichen Parametern ebenfalls ermüdet und erklärt:

Nach so vielen Geschichten, in denen die Ermittler als Helden agierten, war es einfach mal an der Zeit, sich auf die Seiten der Gauner zu schlagen. Das hatten sie verdient. Mit Annette Strelow (Redaktion) und Michael Polle (Produzent) waren schnell die perfekten Komplizen gefunden, um die Idee zu einer Serie zu formen.

,Unter Gaunern’ erzählt von den Schulzens. Eine Familie von ‚rechtschaffenen‘ Verbrechern. Im Zentrum Tochter Betty, die ihren ganz eigenen Weg der Rechtschaffenheit geht. Heimlich. Bei der Polizei. All das eigen und politisch unkorrekt zu erzählen, war nur möglich, weil es keine Vorgaben und kein Korsett gab, in das die Geschichten gezwängt werden mussten. So konnten wir immer unseren Figuren folgen. Ihren Irrungen und Wirrungen. Ihrer Verzweiflung, ihrem Lachen und Weinen. Ihren Momenten des Glücks.

Bei aller Turbulenz des täglichen Überlebens, in die wir unsere Figuren stürzen, blieb eines jedoch entscheidend: Betty, die Schulzens und all die anderen Charaktere in ihren Emotionen immer wahrhaftig zu erzählen.

Mehr Informationen zu Sendezeiten, Cast und Crew sowie ein kurzes Featurette gibt es bei Radio Bremen.

Den Trailer finde ich schon mal sehr ansprechend geschnitten und ich werde auch reinschauen, wenn die Serie am 27. Januar starten wird. Insgesamt sieht es aber doch leider wieder nach seichter Fernsehabendunterhaltung für den deutschen Vorabend aus. Natürlich ist und war keine Revolution von diesem Format zu erwarten, aber es ist doch bezeichnend, wenn dies dann tatsächlich der Krimi von morgen sein soll, von dem Christian Jeltsch in diesem Interview sprach.
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