Yvonne Catterfeld sagte ‘Fast & Furious 6’ ab - PewPewPew

Das hier wird das erste und einzige Mal sein, dass ich auf die BILD verlinke, aber das Thema ist einfach zu gut um es mir nicht ins Blog zu hauen. Yvonnete Catterfeld hat in einem Interview mit Bild Online (wegen TV-Film und neuer Platte, aha!) jetzt verlauten lassen, dass sie im neuen Fast & Furious Teil hätte mitspielen können, aber es dann doch nicht tat. Wieso sie das so gemacht hat, erklärt sie uns folgendermaßen:

Ich hatte ein Rollenangebot für ‘Fast and Furious 6’. Für den Film habe ich mich in zwei Castings in Berlin und London durchgesetzt und war schon ganz aufgeregt. Alles stand auf grün. Doch als ich den Vertrag und das Drehbuch las, bekam ich ein ganz schlechtes Gefühl. Da habe ich den Mut aufgebracht und Nein gesagt.
Na ja, manche haben zu mir gesagt, ich hätte meine Eintrittskarte nach Hollywood zerrissen. Dennoch glaube ich, dass meine Entscheidung richtig war.
Ich hätte mich vier Monate komplett dieser Maschinerie unterordnen müssen. Die vertraglichen Konditionen waren völlig daneben. Bis auf den Gang zur Toilette war am Drehort alles geregelt und ich hätte ständig auf Abruf bereitstehen müssen.

Moment, ich muss kurz in den Keller lachen gehen, weil das so durch und durch deutsch ist. Als nächstes erzählt sie uns, dass sie dachte, es handle sich eigentlich um einen Arthaus-Film. Fàst et Fúrious? Also bitte, was für ein dummes Gequarke. Natürlich, sofern die Geschichte überhaupt stimmen sollte, hat sie hier eine völlig dumme Entscheidung getroffen. An das letzte woran ich mich von Frau Catterfeld erinnern kann ist ihr hochnotpeinlicher Auftritt beim Bambi 2011 und so ein Lied, das ihr Dieter Bohlen geschrieben hat. Oder so.

Wen hätte sie denn überhaupt spielen wollen? Ich habe Furious Six zwar noch nicht gesehen, aber die Frauenrollen sind doch stark limitiert. Da gibt es die Freundin von Paul Walkers Figur, Michelle Rodriguez ist wieder dabei und Gina Carano mischt jetzt auch mit. Vielleicht ist auch die Gehilfin vom Rock aus Teil 5 dabei. Versteht ihr was ich sage? Frauenrollen sind jetzt nicht wirklich der Fokus des Franchises. Ja, Frauen in Bikinis – immerhin kennen sie ihre Zielgruppe -, aber keine weiteren neuen Teammitglieder. Würde mich mal schwer interessieren, wen sie hätte spielen sollen. Insbesondere dazu eine Rolle, die 3 Monate Drehzeit in Anspruch nehmen würde. I call bullshit on that. Mich regt vor allem diese unglaublich elitäre Haltung auf. Na klar ist da alles durchgeplant. Das ist ein Franchise, das hunderte Millionen Dollar einspielt – und kostet. Aber nein, Frau Catterfeld bleibt den Deutschen treu, denn dort kann man sich ja immerhin in den Glauben flüchten, dass man Filme mit Wert macht.

Zugegeben, dass Fast and Furious einen großen Mehrwert, will nicht behaupten. Aber die Stunts und over-the-top Actionsequenzen, die sich das kreative Team um Regisseur Justin Lin seit nunmehr vier Filmen ausdenkt, sind ebenfalls eine Kunst für sich. Vielleicht keine komplexe, verkopfte Dramakunst, aber Kunst. Die verhältnismäßig harten Kritiker, die eben nicht nur den eigenen Kram in den Himmel loben, wie das hierzulande des Öfteren passiert, sind sich ebenfalls einig: 71% fresh rarting auf RT. Christoph Waltz, ein Schauspieler, der den Sprung nach Hollywood schaffte, bringt das Problem in einem Interview mit dem SPIEGEL auf den Punkt.

SPIEGEL ONLINE: Liegt das auch daran, dass die USA die deutsche Trennung von E- und U-Kultur nicht kennen – und Schauspieler sich daher viel leichter austoben können?

Waltz: Ich empfinde das als wahre Wohltat, dass diese Kategorie nicht existiert. Wir setzen uns als Europäer gerne mit viel Missachtung und Herablassung über diesen unglaublichen Vorteil des Geschichtenerzählens hinweg. Wolfgang Liebeneiner hat in den fünfziger Jahren mal gesagt: “In Amerika wird Film hergestellt wie Kunst und verkauft wie Ware, und in Deutschland ist es genau umgekehrt.