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Im 75. Wowcast nehmen wir die Pilotfolge von HBOs Serien-Remake/Sequel von Michael Crichtons Westworld auseinander. René und ich sind von der ersten Folge beide äußerst begeistert und wir reden eine Stunde lang – also: tatsächlich fast auf die Sekunde genau eine Stunde lang – über existenzielle Fragen der Künstlichen Intelligenz, Sexbots, Gunslingers, Milchblut, die Grenzen des Bewusstsein, Roboter-Ethik und Fliegen, die jungen Damen durchs Auge laufen. Die großen Fragen des Lebens halt, die die Serie aufwirft.

Das Intro wurde uns freundlicherweise vom großartigen Herrn Kaschke eingesprochen, Musik und Produktion von 3typen, Outro: Chris Farlowe – Paint It Black.

Shownotes

Vulture: Our Biggest Questions After Westworld, Episode One
Vulture: The Long, Weird History of the Westworld Franchise
Vulture: TV’s Serial-Drama Slump: „Longform dramas ushered in the Golden Age of Television. So why is it so hard to get one right in 2016?“
/Film: ‘Westworld’ Has Five Seasons Completely Mapped Out
NC: Westworld-Reviews: Gut bis sehr gut mit ein paar Macken
PewPewPew: Podgast II: Die Emmy-Verleihung 2016

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MP3: wowcast75.mp3 (87,5MB)
Soundcloud: 75: Westworld
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Bildquelle © HBO

Fast sechs Jahre sind seit der letzten Star Wars Review von Mr. Plinkett vergangen. In der Zwischenzeit ist einiges passiert, nicht nur hinsichtlich des Film-Franchises. Deshalb wadet Mike Stoklasa als Mr. Plinkett in seinem neuen Video, das nicht umsonst “The Star Wars Awakens Review” und nicht “The Force Awakens Review” heißt, durch etliche Neuerung und Konversationen der letzten Jahre. Und daher argmuentiert er gegen die Anhänger der Star Wars Ring Theory und die Prequel Fan Renaissance bevor er sich endlich mit The Force Awakens auseinandersetzt, den er ja eigentlich recht toll fand.

Dies ist punktuell durchaus unterhaltend und man erhält ein gutes Gefühl, weil man die eigene Meinung vorgetragen bekommt, aber das ist zu großen Teilen auch sehr langweilig oder zumindest langatmig, da die Theorien und Internetphänomene erst erklärt werden müssen, bevor Mike sie auseinandernimmt. Wer sich damit seit Längerem beschäftigt, findet hier wenig Neues.

Dann aber gibt es in dem letzten Drittel des neuen Videos von Red Letter Media endlich die Review zu Episode VII. Mike ist inzwischen wie viele der zunächst begeisterten Fans etwas desillusioniert (da TFA spätestens beim zweiten Viewing seine Schwächen brutal offenbart), aber immer noch recht positiv. Er wiederholt viele bekannte Talking Points aus dem Netz und stört sich im Unterschied zu mir zum Beispiel wenig an der Mystery Boxification des Franchises. Stattdessen bietet er seine eigene Version des Films, da dieser laut ihm hauptsächlich an verpassten Chancen leidet. Den einzigen wirklich interessanten Punkt, den ich so kaum bisher irgendwo sah, ist die Sache mit dem sterilen Storytelling. Ja, das wurde sicherlich bereits mehrfach an Abrams’ Arbeit kritisiert, aber an der Entsexualisierung des Films hat das so kaum bisher einer festgemacht.

Insgesamt aber muss man als langjähriger Fan dieser Videos enttäuscht sein. Ich schaue mir die Prequel Reviews bestimmt einmal im Jahr an, weil es unglaublich unterhaltsame und lustige Videos sind. Nicht, weil ich dabei meine Jar Jar Binks Voodoo Puppe in einem Ritual quäle. Diese Review passt eigentlich zur gesamten neue Flut an Star Wars Filmen, die jetzt nicht mehr abebben wird. Es geht weniger um die vielen Probleme an The Force Awakens, als um die generelle Müdigkeit des Fan-Seins, die sich seit der Disney’schen Wiedergeburt bei vielen älteren Anhängern der Filmreihe eingebürgert hat. Das war wohl notwendig und das kann ich verstehen. Ironischerweise verwandelt Stoklasa sein Video damit jedoch zu einer verpassten Chance.

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© AMC

Fear The Walking Dead hat vielleicht ein zentrales Anliegen, aber keinen Plot. Noch nie zuvor wurde das so deutlich wie in dieser Episode, in der die Autoren die Handbremse ziehen. Szenen, die eigentlich in moralischer Hinsicht spannende und aufregende Momente bieten sollten, schläfern nur ein.

Zwei Folgen vor dem Staffelfinale verspürt man bei der neuen Folge von Fear the Walking Dead keine wirkliche Aufregung. Bei dem Spin-off handelt es sich um eine Serie, die komplett in Ruhe ihre Geschichte erzählt. Und während dies nicht unbedingt einen Abfall der Qualität bedeuten muss, wie zum Beispiel die Folge mit Nick in der Wüste bewiesen hat, kann in der neuen Folge Date of Death kein Aspekt des Storytellings überzeugen. Wenn man für Fear the Walking Dead ein Todesdatum feststellen müsste, es wäre wohl der Ausstrahlungszeitpunkt dieser Folge der 2. Staffel.

Die Folge untergräbt die potentielle Spannung binnen der ersten Minuten. Fast schon pathologisch zeigt Fear The Walking Dead, welche Handlungen und Aktionen gut und welche schlecht für die Gruppe waren, anstatt wenigstens einmal im Ansatz ambivalente Geschichten zu erzählen. Madisons (Kim Dickens) Idee mit der Neonschrift am Ende der letzten Folge hat nämlich etliche Flüchtlinge angelockt, die nun an verschlossenen Toren abgewiesen werden. Eine ziemlich offensichtliche sowie ironische Metapher, so bauen schließlich selbst in Mexiko nun die Amerikaner Mauern, um die Einwohner auszuschließen. Madisons Entscheidung war dumm und sie nur bisweilen als latent hysterisch zu charakterisieren, erklärt so eine fadenscheinige Entscheidung nicht, die – so will uns das Ende der Folge beweisen – natürlich Tod und Unheil im Staffelfinale von Fear the Walking Dead bringen wird.

Darüber hinaus ist die Darstellung der Frauen allgemein einen Blick wert. Wieso müssen es eigentlich immer Madison oder Lori oder Deanna aus der letzten Staffel der Mutterserie sein, die dumme Handlungen in einer Führungsposition begehen? Damit möchte ich der Serie keinen böswilligen Sexismus unterstellen, dafür fehlt schlicht Absicht, aber wenn alle Frauen entweder als übermenschliche Kämpferinnen oder als schwächelnde Weiber dargestellt werden, ist ein Muster zu erkennen. Madisons Begründung und bisherige Reise als Figur reichen schlicht nicht aus, um basierend auf den bekannten Informationen diese Entscheidung zu rechtfertigen.

Nein, stattdessen ist es ein offener Bruch mit der Figur, die normalerweise alles tun würde, um ihre Familie zu beschützen. Das Neonlicht lässt lediglich alle Figuren pünktlich zum Staffelfinale am Hotel eintreffen, sodass viele Redshirts sterben können, es mehrere Antagonisten gibt und man ein großes Chaos inszenieren kann. Und das ist generell ein enormes Problem, das sowohl The Walking Dead als auch Fear The Walking Dead plagt. Dass ein gewisses Muster aus „Flucht – Versteck – Attacke – erneute Flucht“ in einem lange andauernden post-apokalyptischen Narrativ entstehen kann, lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Comic-Vorlage gibt jedoch auch einen alternativen Weg vor, weshalb insbesondere die kommende 7. Staffel von The Walking Dead interessant sein könnte.

Aber bis dato gleichen sich ganze Staffelhälften nahezu identisch. Es gibt nette Bottle Episodes, die als Lichtblicke agieren und ansonsten teilt man die Figuren auf, um den Plot in die Länge zu ziehen, um im Finale auf die Kacke zu hauen. Die sehenswerten Folgen einer Staffel im Walking Dead-Universum lassen sich an einer Hand abzählen und es ist stets der Auftakt, das Mid-Season-Finale und das Staffelfinale. Dazwischen herrscht oft große Leere. Und so wären wir bei Date of Death angekommen. (weiterlesen…)

JFK vs. NIXON vs. TRUMP

28 Sep, 2016 · Sascha · Film · 1 comment

Presented without comment.

Firewatch wird verfilmt

27 Sep, 2016 · Sascha · Film · 0 comments

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THR berichtet, dass Campo Santos Firewatch verfilmt wird. Der Spieleentwickler schließt sich zusammen mit dem Filmproduzenten Good Universe, um die Grenzen zwischen Videospielen und Filmen zu überbrücken. Eine Adaption von Firewatch, einem der besten Spiele des Jahres, sei ein erstes gemeinsames Projekt.

“When we met Good Universe we were floored by how they recognize, cultivate and produce incredible stories. It’s rare you meet another group that shares so many of your values and makes the process of creating things even more exciting. We can’t wait to see what we make together,” said Campo Santo founder Sean Vanaman, who announced the deal with co-founder Jake Rodkin and Good Universe’s co-founder Joe Drake and vp international Akshay Mehta.

Ich bin kein großer Fan der Filme, die Good Universe bisher produziert hat. Firewatch funktioniert vor allem auf Grund der einmaligen grafischen Gestaltung sowie einer hoch emotionalen Story, die dem Spieler nicht das gibt, was er will. Gerade dieser Punkt macht das Spiel und das Ende so besonders. Sollte man daraus eine treue Adaption produzieren können, eventuell sogar mit den Sprechern Cissy Jones und Rich Sommer aus dem Spiel und einem talentierten Indie-Regisseur, hätte der Film definitiv Chancen auf Preise, zum Beispiel beim Sundance Filmfestival. Das halte ich für gar nicht unabwegig.

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Look at this beauty! Look at it! Mhmhmhhhmm! Ich hatte Victo Ngais Art Print für In The Mood For Love aus einer privaten Commission Group, in der ich Mitglied bin, bereits mehrfach angeteast. Da die Prints nun endlich angekommen sind, kann man auch öffentlich darüber berichten. Ich könnte nicht glücklicher mit diesem Print sein. Victo Ngai zählt zu den talentiertesten Illustratoren ihrer Generation und hat kein alternatives Poster für uns geschaffen, wie das in der Poster-Szene leider viel zu oft der Fall ist, sondern ein echtes Kunstwerk.

Hier sind die drei originalen Entwürfe, von denen der dritte dann endgültig gewonnen hat. Es gab einen Lagerkampf zwischen dem Sieger und dem ersten Entwurf. Ich bin froh, dass dieser nostalgische Rückblick gewonnen hat.

Beide Konzepte haben zweifellos etwas für sich. Der erste Entwurf verkörpert eher die Spannung zwischen den beiden Hauptfiguren und die Zurückhaltung, die sie vor einer Affäre bewahrt, während natürlich ihre Ehegatten stets im Hintergrund und im Hinterkopf bleiben. Der dritte Entwurf ist aber stärker. Nicht nur, dass er die vielleicht schönste Szene des Films einfängt, er verkörpert auch den nostalgischen und länger anhaltenden Schmerz, den Mr. Chow und Mrs. Chan spüren werden. Die Fantasie, die die Beiden aufrecht erhalten haben, ist vorbei. Als enormer Fan des Films, könnte ich nicht glücklicher sein.

Hier noch zwei Close-ups, die aber wie so oft der tatsächlichen Qualität der Lady Lazarus Druckerei nicht gerecht wird.

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Vor ein paar Monaten hatte Matt Vince diese fantastischen Fake-Poster für einen Zelda-Film im Stil von Studio Ghibli gemalt. Die Dinger gingen viral, auch ich habe sie hier irgendwo auf dem Blog and that was that. Dachte ich jedenfalls! Dieses großartige Hirngespinst hat Matt weitergesponnen und in einen Trailer verwandelt. Check it out!

Kann das bitte echt sein? Bitte? Wieso ist das nicht echt? Nintendo wird das Ding wahrscheinlich noch eher löschen als Matt Vince für dieses wunderschöne Video irgendwelche Kompensationen oder Kooperationen anzubieten. Ich habe auch nicht wirklich mehr zu sagen. Alles passt. Es ist einfach so wunderschön.