Als Saarländer kenne ich die besondere Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft wie kaum andere Europäer direkt aus dem Alltag und als Fernsehhipster bin ich natürlich auch Freund von arte. Wird also längst mal Zeit, dass ich davon auch mal im Blog was erzähle; immerhin konsumiere ich relativ viele der tollen Angbote. Da darf man auch ein wenig Lob zurückgeben.

Erwähnung sollte auf jeden Fall die sehr coole neue Laborentwicklung “Young Fiction” sein, bei der man Studenten der Filmakademie Ludwigsburg dazu aufforderte, junge und kreative Inhalte im seriellen Format zu entwickeln.

Aus etlichen Bewerbungen hat die Jury die besten drei ausgewählt und nun dürfen die Zuschauer den Sieger bestimmen. Die drei Pitch-Videos kann man sich online ansehen. Neben der chaotischen und abgeschlagenen Improvisationstheatersendung In freier Wildbahn gibt es noch die eher traditionelle Liebesgeschichte mit Netzeinbindung Paris Berlin & in between, die mit ihrer vertrauten Prämisse und der relativ hohen Produktionsqualität bisher die meisten Wähler begeistern konnte.

Mein Favorit ist jedoch “Broken Links” von L. H. Jung und D. Siebold über einen Computervirus, der zunächst das Internet und dadurch auch unser Leben ins komplette Chaos stürzt. Ich mag diese High Concept Idee und mir gefällt das Verständnis und die Einstellung der Machern zum Netz:

Links sind die Essenz der Netzkultur. Eine Information ohne Verknüpfung ist wertlos. Erst die Verknüpfung macht eine Bewertung und Einordnung möglich. In „Broken Links“ werden alle Verknüpfungen neu sortiert.

divbar

Weiterhin hat sich das Onlinekulturmagazin BiTS (jeden Mittwoch, ganz großartig. Die letzten Folgen gingen zum Beispiel über die Ninja Turtles, Halloweenkonsumismus, Transmediafranchiseforschung über z.B. Pokémon, etc.) diese Woche mit Netflix, Fernsehen und Algorithmen beschäftigt.

Ängste schüren, Kontrollverlustpanikmache und das alte System verteidigen, wenn auch mit einem Funken Wahrheit – das hätte man jetzt befürchten können. Stattdessen predigt das Video Eigenverantwortung und ich kann da nicht stärker beipflichten. Netflix zeigt einem nie wirklich das volle Angebot, das ist schon alleine auf Grund des Layouts und der großen Datenbank nicht möglich. Dafür muss man wohl zusätzliche Dienste oder schlicht Watchlists benutzen. Letterboxd gibt zum Beispiel unter den Filmeinträgen direkt die Möglichkeit den Film bei diversen Diensten wie Amazon, iTunes oder eben Netflix zu sehen, wenn er dort angeboten wird. Der Haken: Wirklich nützlich ist dies nur für Nutzer des amerikanischen Markts. Pfiffige deutsche Nutzer können sich aber über Umwege dort behilflich sein.

Die Sache mit der Einschätzung des Geschmacks trifft meiner Ansicht nach jedoch zu. Auch wenn das vorgeschlagene Angebot inzwischen mehr Marketingoberfläche geworden ist und man (minimal) nach den guten Titeln graben muss, sofern man nicht nach einem spezifischen Film sucht, trifft die Sterneeinschätzung stes meinen Geschmack. Wer also sehr wenig Zeit hat und seine Streamingstunden genau abwägen muss, kriegt hier eine gute Einschätzung. Allgemein ist es aber ein guter Tipp, nicht so naiv zu sein und sich immer auf diese Dienste zu verlassen und dann hinterher zu beschweren.

Jede Menge Hintergrundinformationen, Links, Bonus-Videos, etc. gibt es auf der offiziellen Seite zur Epsiode.

Mike Tyson hat eine neue Serie namens Mike Tyson Mysteries, die letzte Woche auf dem amerikanischen Sender Adult Swim zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Soweit bekannt. Ich hatte eigentlich trotz meiner Faszination für Tyson, basierend auf diversen Compilation Videos verrücktester Aussagen des Boxers und Taubenliebhabers, kein Interesse daran. Tyson bleibt eben trotz neuerlichem Charme ein Arschloch und Vergewaltiger.

Dass man jetzt mit einem bereinigten, popkulturell aufgeladenen Image dank Hit-Cameos (The Hangover) eine humorvolle Serie machen will, lässt mich eigentlich nur den Kopf schütteln. Und trotzdem bin ich nach diesem Clip oben irgendwie an der Serie interessiert. Einmal weil die Serie sich ihrer Probleme bewusst zu sein scheint und Tyson zur Zielscheibe des Spottes macht. Und andererseits weil die Prämisse einfach so abgefahren ist, dass man sich wenigstens eine Episode mal geben kann. Es muss nämlich geklärt werden: Wie kann Mike Tyson Cormac McCarthy helfen? Wobei benötigt er Hilfe? Wird McCarthy in der Serie zu sehen sein? Wie high war der Autor zum Zeitpunkt des Verfassens?

The Room – The Musical

03 Nov, 2014 · Sascha · Film,Musik · 0 comments

Die genialen Musikkünstlern Jon und Al Kaplan von Legolambs haben sich für ihr neues Musicalmashup mit Tommy Wiseaus The Room eine weitere Trashperle als neues Opfer herausgesucht. Im Video singt Tommy Wiseau nun den Plot des Films und jede einzelne Kultszene kommt natürlich vor, nur noch besser. Tommy hört sich zwar hier eher an wie eine Mischung aus Arnold Schwarzenegger und Kermit The Frog, aber wer weiß schon wie sich ein singender Tommy Wiseau anhört? Der Mann ist ein Enigma.

twd 502
AMC

Auf unserer Suche nach René stoßen Miriam(@galbrush, Facebook) und ich (@reeft,Facebook) auf Matthias (@beeeblebrox,Facebook), der erste offizielle Gast des Podcasts, der sich mit uns über Justin Theroux, Harry Potters Stimmbruch, The Wire Alumni, Bibelabschreiber, Georgias Demographie, das Zombie-Action-of-the-Week-Schema, Schockeffekte und Kannibalen unterhält. Matthias’ schriftliche Review zur Folge findet ihr auf Moviepilot.

Kurz ein paar Worte noch: The Walking Dead hat mit Scott M. Gimple endlich einen würdigen Ersatz für Frank Darabont gefunden. Auch wenn wir leider nie herausfinden werden, wie gut die Serie tatsächlich einmal unter ihm gewesen wäre, kann ich inzwischen immerhin eine Episode anschauen ohne vor Wut zu explodieren. Die zweite Folge hat zwar wieder einige kleine Probleme, wie z.B. die Zombie-Action-of-the-Week (aka kleinster gemeinsamer Nenner) und die Einführung von Gabriel, aber die Geschichte schreitet in einem Tempo voran, das angenehm ist und gleichzeitig orientiert man sich spürbar am Comic. Das ist alles sehr angenehm. Ich bin guter Dinge. Mehr im Podcast.

Krang Halloweenkostüm

31 Oct, 2014 · Sascha · Alles sonst so · 0 comments

krang cosplay

Redditor Guimancreative gewinnt Halloween. Mehr Photos. (via)

Der herrlich schiere Blogname The Objective Reviewer verrät schon, wieso der Blog es direkt mit seinem ersten Beitrag in die Liste meiner Lieblingsblogs aller Zeiten schafft. Ich hoffe, dass es nicht dabei bleibt, denn die Idee ist grandios: hier werden Filme im Videospieljournalismussprech für “Filmer” reviewt.

Als erstes Beispiel wird Citizen Kane besprochen, der bekanntlich von vielen Filmern als einer der besten Filme aller Zeiten gehandelt wird, hier jedoch nur mit einem dürftigen “objective score” von 48/100 wegkommt. Die Review ist eine einzige Goldgrube mit Sätzen wie “Citizen Kane was unveiled at an unboxing ceremony on January 1, 1941, at the Pantages Theatre, 6223 Hollywood Boulevard.” oder “Even in its initial release, Citizen Kane had problems. The images didn’t have any colors at all, which destroyed the illusion of looking at people doing things.”, die man wohl nur wirklich wertschätzen kann, wenn man sich ein bisschen mit Videospielreviews beschäftigt.

Citizen Kane doesn’t take full advantage of this, though: it only changes the dots 24 times every second, just like its original release. So even on my underpowered, out-of-date system, Citizen Kane only uses one third of the available framerate. Hardcore filmers who have invested in better gear can configure it to make the dots change color as much as 240 times each second, creating a much smoother look, which should make it look much better and more accurate and in line with the tastes of modern consumers.

Passend zu Halloween und den ganzen Horrorfilmen, die ihr im Rahmen des #Horrorctober gesehen habt, gibt es hier nun ein Video von GoodBadFlicks über Joss Whedon und Drew Goddards modernen Klassiker The Cabin in the Woods. Während man vielleicht nicht vorgeben sollte, dass der Film mehr als eine nerdige Dekonstruktion des Genres und Spielerei mit Horrorfilmklischees ist, macht es dennoch Spaß alles gesammelt in einem Video aufgezeigt zu bekommen – egal wie viele Referenzen man vorher bereits erkannt hat. (Also keine besserwisserischen Kommentare!) Denn wusstest ihr zum Beispiel, dass ein Left 4 Dead 2 Tie-In geplant war, das dann aber durch MGMs Bankrott doch nicht umgesetzt wurde? Die Welt ist einfach nicht fair.

buzzaldrinhoverboard

Redditor BattleRoyali arbeitet bei der Firma, die letzte Woche das erste funktionierende Hoverboard der Welt vorgestellt hat. Es ist zwar noch nicht einmal 2015 und ich habe eigentlich jetzt schon die ganzen Hoverboard Jokes satt, aber das ist Buzz Aldrin auf einem Hoverboard! The future is now.