The National touren gerade durch Deutschland. Ihr Konzert in der Elbphilharmonie war phänomenal. Die Band erhält live durch das Publikum, viel Alkohol und die besondere Atmosphäre einfach nochmal einen ganz besonderen Verve, der sich hören lässt. Für mich spielten sie dort die definitive Version ihres neues Albums.

Heute veröffentlichten sie die vierte Single-Auskoppling aus Sleep Well Beast. “I’ll Still Destroy You” ist für mich das Highlight der zweiten Hälfte des Albums und das Video lässt sich ebenfalls sehen, wie eine wilde Party-Version von “Apartment Story“.

“I’ll Still Destroy You” was directed by Allan Sigurðsson and Icelandic performance and installation artist Ragnar Kjartansson. Ragnar, who also appears in the video, collaborated with The National for “A Lot Of Sorrow” which saw the band play their song “Sorrow” for six hours in front of a live audience at MOMA’s PS1. “I’ll Still Destroy You” was filmed in Copenhagen, Denmark during the Aaron and Bryce Dessner created HAVEN Festival. It was shot in one hour at Dope & Korruption, a pop-up bar created by Ragnar offering arancini, chocolate truffles, prosecco, classical music and a sailor striptease. During the video shoot the bar was shut down by Danish security officials and destroyed the day after.

Ich sehe die Band am Donnerstag endlich einmal dann tatsächlich live und freue mich vielleicht so ein bisschen.

PHANTOM THREAD Trailer

23 Oct, 2017 · Sascha · Film · 0 comments

Und noch so ein Ding der Schönheit. Ich kann mich gar nicht entscheiden, was ich schöner finde: Den Trailer oder doch das Poster zu Paul Thomas Andersons neuem Film Phantom Thread. Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis lässt bereits im Trailer erahnen, wie sehr er erneut in seiner letzten Filmrolle versinken wird. Musik kommt von Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood, der Oscar für das beste Kostümdesign scheint jetzt schon sicher.

Set in the glamour of 1950s post-war London, renowned dressmaker Reynolds Woodcock and his sister Cyril are at the center of British fashion, dressing royalty, movie stars, heiresses, socialites, debutants and dames with the distinct style of The House of Woodcock. Women come and go through Woodcock’s life, providing the confirmed bachelor with inspiration and companionship, until he comes across a young, strong-willed woman, Alma, who soon becomes a fixture in his life as his muse and lover. Once controlled and planned, he finds his carefully tailored life disrupted by love.

PTA findet nach Punch-Drunk Love endlich wieder den Weg zurück zur Liebe. Ich freue mich ungemein. In den USA startet der Film zu Weihnachten, bei uns schon vor den Oscars dann ab dem 1. Februar in den deutschen Kinos. Das ist doch was!

Trotz über 1000 gespielter Stunde hatte ich diesen Move bis vor wenigen Minuten noch nie gesehen. Ich bin völlig hin und weg. Ich meine, schaut euch das doch einfach an! Ein Ding der Schönheit. Mhhhh, yeeeeessss! (via)

Ein halbes Jahr ist seit dem ersten Teaser zur ersten deutschen Netflix-Serie vergangen. Trotz Pressemitteilungen ist Dark von den Showrunnern Baran bo Odar und Jantje Friese, respektive Regisseur und Autorin des deutschen Kinofilms Who Am I, jedoch noch immer von einem Schatten des Mysteriums umhüllt. Das ist gewollt. Die Mystery-Serie will auch in ihrem zweiten Teaser mit vagen Bildern über Experimente, Entführungen, Zeitreisen und traurigen Familien nicht mehr verraten als notwendig.

The disappearance of two kids in the German small-town of Winden opens abysses that turn the concept of time on its head. The question is not who has kidnapped the children…but when.

Bis jetzt lässt sich nicht wirklich viel sagen. Wäre dies nicht die erste deutsche Netflix-Serie, würde mich nichts an diesem Trailer reizen. Für Netflix sind diese Bilder und der Trailer absoluter Standard und genau das erhoffe ich mir eigentlich nicht von der Serie. Gerade die nationalen Eigenheiten machen eine Serie doch erst wirklich interessant. Breaking Bad wäre zum Beispiel in Deutschland viel schneller und langweiliger erzählt worden. Und eben mal kurz Nena abspielen hilft auch nicht wirklich.

How Twitter Died

21 Oct, 2017 · Sascha · Politik · 2 comments

Mike Monteiro ist Twitter-User der ersten Stunde. Er verfasste auf Medium einen langen Text über seine ersten Erfahrungen mit der Plattform, aber auch über das völlige Versagen der Führungskräfte, das Twitter heute in jeder Faser prägt.

Twitter ist immer noch mein Liebling der sozialen Medien. Die Lernkurve ist immer noch sehr steil. Ich habe Freunde, die seit den Neunziger das Internet nutzen und bis heute keinen Nutzen in Twitter sehen. Das macht Twitter speziell und auch anders. Man ist dort in gewisser Weise immer noch “unter sich”. Oder man war es zumindest.

Ich will auch gar keine Predigt oder nostalgische Jammereien hier aufschreiben, Monteiro hat das ohnehin viel besser gemacht. Eigentlich wollte ich nur so einen Linkschleuder-Post draus machen. Aber mich hat der Text sehr berührt; so sehr, dass ich an manchen Stellen laut “Ja!” zustimmend rufen wollte.

Twitter, which was conceived and built by a room of privileged white boys (some of them my friends!), never considered the possibility that they were building a bomb. To this day, Jack Dorsey doesn’t realize the size of the bomb he’s sitting on. Or if he does, he believes it’s metaphorical. It’s not. He is utterly unprepared for the burden he’s found himself responsible for. […] There was a time where Twitter was a place you went to fuck around, and accidentally made friends and got smarter. It’s been years since I’ve felt smarter after being exposed to Twitter, but trust me, those days were real. They happened.

Oida, de spinnen doch de Ösis! De san olle deppad! Österreichs Verschleierungsverbot traf nun ein armes Lego-Männchen der Marke Ninjago. Ich meine, ich würde ja eigentlich gerne darüber lachen, aber… puh. (via)


© AMC

Fear The Walking Dead beendet die 3. Staffel mit einem Knall. Das zweistündige Finale hat es in sich und könnte trotzdem der letzte Höhepunkt einer Serie sein, die bald immense Veränderungen durchleiden wird.

Etwas Komisches ist passiert. In den Fear the Walking Dead-Finalfolgen Things Bad Begun und Sleigh Ride gibt es bis auf eine kurze Sequenz zum Beginn der Folge keinen einzigen Zombie zu sehen. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen sind die Folgen die Krönung einer glorreichen Staffel, die eine deutlich ambitioniertere, interessantere, mitreißendere und schlicht bessere Serie aus Fear The Walking Dead machte.

Was für ein Finale. Was für eine Staffel. Wenn man mir vor dem Start gesagt hätte, dass dies die beste Staffel des gesamten Walking Dead Franchises werden würde, hätte ich die Person für verrückt erklärt. Nach der frustrierenden 2. und der zaghaften 1. Staffel stellten viele Fans der Serie jedoch plötzlich fest, dass dieser 3. Versuch in der Planungsphase etwas dazu gewann, was so ziemlich jeder anderen Staffel des Serienuniversums fehlte, nämlich Dringlichkeit. Cliffhanger existieren, aber die Serie spielt nicht mit ihnen. Nichts wird unnötig in die Länge gezogen. Jede einzelne Episode hat eine tickende Uhr, eine metaphorische Bombe unter dem Tisch – wir wissen, dass sie hochgeht. Nur eben nicht wann. Fear The Walking Dead ist spannend! Dazu sehen wir Menschen auf dem Bildschirm, keine unverletzbaren Superhelden. Und wir fiebern mit ihnen mit, während sie sich gegenseitig verletzen, obwohl die eigentliche Gefahr doch gemeinsam angegangen werden könnte. Fear The Walking Dead ist dramatisch!


Erst im Finale eingeführt und schon jetzt ein spannender Gegenspieler: Proctor John
© AMC

Insbesondere die Charakterzeichnung machte einen unglaublichen Sprung. In der Staffel, die bis auf das Ende ohne einen wirklich fiesen Bösewicht auskam, gibt es eigentlich nur Verlierer. Manchen verlieren ihr Leben, andere ihre Unschuld und wiederum andere mehr als sie vertragen können – mit tragischen Konsequenzen. Weiterhin gibt es Abwechslung am Laufband. Fear war entgegen der Mutterserie nie anhänglich was Schauplätze angeht. Doch die konsequente Darstellung durchdachter Handlungsorte, die thematisch passen und Figuren einführen, die begeistern, ist verblüffend. Besonders in der zweiten Hälfte der dritten Staffel geht Fear The Walking Dead mit seinen Figuren und der Welt so um, als hätte die Serie nichts mehr zu verlieren.

Der spürbare Drang des scheidenden Showrunners Dave Erickson, Fear The Walking Dead zu einem emotional aufreißenden und befriedigenden Ende zu führen, hebt die Serie um etliche Level an. Die Ranch ist futsch, der Damm ist kaputt, Ofelia stirbt, Lola und ihr Wasserfreund werden getötet, Troy bekommt ein gebührendes Ende – und all passierte gerade einmal in den letzten vier Folgen. Eine Serie muss nicht ihren ganzen Cast töten, um spannend zu sein. Doch die konsequente Fokussierung auf eine kleine Geschichte mit menschlichen Figuren, die es gut meinen und dennoch Fehler machen, ist spannender als der Kampf gegen einen Comic-Bösewicht.

Die Drehbücher, die Kameraarbeit, das Schauspiel und die Regie machen diese Staffel erheblich besser als die vorangegangen und stellen das, was die Mutterserie seit nun sieben Jahren versucht, völlig in den Schatten. Das Finale vollendet eine großartige Charakterentwicklung und bietet kathartische Todesmomente. Nick wird buchstäblich eingeschlossen und von uns, nein, Daniel befragt, wieso Troy noch immer am Leben ist. Seine Zeit sollte eigentlich bereits vor etlichen Folgen abgelaufen sein, doch die moralische Frage um sein Schicksal beschäftigt die Figuren weiterhin – bis es nicht mehr geht. Bis Madison feststellen muss, dass in dieser neuen Welt neue Regeln herrschen müssen und sie sich an sie halten muss. Wahrscheinlich auch, um nicht selbst den Verstand oder ihr Leben zu verlieren. Die Folge spielt mehrfach mit der Idee, Madison sterben zu lassen; inklusive mehrfachen bedeutungsschwangeren Traumsequenzen. Ihre Reinigung und Wiedergeburt im Wasser am Ende der Folge ist jedoch nur konsequent für die Hauptfigur, mit der Dave Erickson noch viel vorhatte.


Madisons Geschichte sorgt für die visuellen Höhepunkte im Finale.
© AMC

Sturm und Drang dominierten plötzlich diese Staffel. FTWD sollte eigentlich nur ein guilty pleasure sein; ein Zusatz zur Hauptserie, der vielleicht ab und an überrascht. Aber ich war von dieser Staffel wie weggeblasen. Die gesamte Staffel war höchst erfrischend. So war auch die Action nie nur Mittel zum Zweck. Stattdessen war sie voller netter Charaktermomente. Zum Beispiel war die Rückkehr von Crazy Dog im Finale ein Moment gefüllt mit Style und Schwung, der Szenen vergessen macht, in denen sonst nur die Fähigkeiten des Make-Up Departments präsentieren.

Die Abfolge des Plots war stets packend, erfrischend und überraschend. Die Charakterentwicklung war ebenfalls dominiert von unvorhergesehenen Wendungen und allgemein komplex. Es gab weder dumme noch schwer nachvollziehbare Figuren. Selbst Troy, der in dieser Folge sein überraschendes Ende findet, kann in seinem finalen Monolog durch die Darstellung von Verlust der Identität, Eigentum und einer bekannten Existenz Sinn machen. Seine Entwicklung vom durchgeknallten Bösewicht, der an Menschen und Zombies experimentiert, hin zum funktionsfähigen Mitglied der Gruppe (immerhin ist er es, der Madison warnen will) ist glaubhaft. Sonst verhalten sich diese Entwicklungen eigentlich anders herum. Wenn wir urteilen, müssen wir Troy nicht zustimmen, doch er hat schon einen Punkt. “I had every right, you gave me that right”, sagt er und wir können ihm vielleicht widersprechen, ihn jedoch voll nachvollziehen. Es ist genau diese glaubhafte Darstellung der menschlichen Konflikte, die Fear The Walking Dead so großartig haben werden lassen.

So.

Doch das spielt alles keine Rolle. (weiterlesen…)

Der Twitter-Account Congress-edits fängt alle Wikipedia-Edits ab, die von einer IP-Adresse aus dem US-Kongress abgesendet werden. So geschah es jetzt bei einem Eintrag über Luke Skywalker, bei dem es einem Mitarbeiter, einem Abgeordneten oder sogar einem Senator womöglich sehr wichtig war, Luke Skywalker als “total bamf” zu deklarieren. Endlich mal eine ordentliche Initiative, die wir alle unterstützen können.