Wolfgang M. Schmitt jun. hat sich am Wochenende in seiner Filmanalyse ausnahmsweise einmal nicht mit Filmen beschäftigt, sondern auf Wunsch seiner Zuschauer über Fernsehserien gesprochen und weshalb er diese ablehnt, nicht als Kunst und als reine Zeitverschwendung empfindet. In der neuen Ausgabe des PewCasts widme ich mich zusammen mit Miriam (@galbrush) und Sebastian (@smoitzheim) Schmitts Thesen.

Shownotes:
Die Filmanalyse-Analyse: Warum ich keine Bücher mag!
Rhein-Zeitung: Im Elfenbeinturm der schönen Künste
Intro: @laut-malerei
Outro: @HANSEMANN

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Auf Reddit tauchten Bilder einer Jurassic World Broschüre auf, die wohl beim Dreh mit den tausenden Extras benutzt wurde. Jemand wollte wohl ein kleines Souvenir behalten und hat Bilder davon online gepostet. Kann sich natürlich auch um einen bewussten “Leak” handeln, immerhin gibt die Broschüre jetzt nicht allzu viel preis. Oder? (weiterlesen…)

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© HBO

The Leftovers hat am vergangenen Sonntag die bisher beste Folge abgeliefert, die sich aber auch im Vergleich mit dem restlichen Serieskosmos nicht verstecken muss. Ein kleines Meisterwerk. Hier ein Auszug, die gesamte Review wie immer auf Moviepilot.

Two Boats and a Helicopter ist die bestimmende Folge der Serie. Das ungewohnt schnelle Tempo der zweiten Hälfte der Folge lässt ironischerweise die Atmosphäre dichter, das Drama greifbarer werden. Wer sich jetzt noch nicht angesprochen fühlt, wird der Serie wohl nicht viel abgewinnen können. Damon Lindelof folgt der strukturellen Ästhetik aus Lost mit großem Erfolg und gestaltet zusammen mit seiner Co-Autorin Jacqueline Hoyt ein erneutes „Walkabout“, indem er sich mit einer bisherigen Randfigur beschäftigt, ihr komplexes Innenleben ausleuchtet und ihr Schicksal mit der Erkundung der zentralen Thematik verknüpft. Das Ergebnis ist ein kleines Meisterwerk, das fast ohne Kontext auskommt und mit nur minimal mehr Exposition auch als eigenständiger Kurzfilm funktionieren könnte.

Christopher Eccleston überzeugt in dieser Episode völlig. Sein Casting ist perfekt, seine ebenso getriebene als auch stoische Darstellung des Pfarrers ist der Anker dieser Folge und er verleiht dem zentralen Wunsch nach Antworten ein meisterhafte Gravität. Wenn er weint, weinen wir als Zuschauer. Freuen wir uns, ist es auf Grund des herzerwärmendsten Lachens der letzten Fernsehjahre. Seine Wut kennen wir, ebenso wie seine dunklen, hässlichen Momente, wenn wir uns getroffen fühlen und wild um uns schlagen, gerne auch verbal, in der Hoffnung einem anderen den Schmerz zuzufügen, den wir verspüren. Es trifft, wie so oft, die, die uns am Nächsten stehen, die es am wenigstens verdienen. Wir kennen sie am besten, wir wissen, wie man ihnen weh tun kann. Matt Jamison ist nicht nur eine komplexe Serienfigur, dessen tiefe, emotionale Zerrüttung wir mitfühlen können, sondern Matt ist in seinem Leid ein Mensch wie jeder andere. Es geht in The Leftovers nicht um das Finden von Antworten, sondern um das Mitgefühl und Verständnis für die gravierendsten Probleme und schwersten Fragen unserer Existenz. Mehr Fernsehen geht nicht.

Moviepilot: Wir schauen The Leftovers – Staffel 1, Folge 3

Oh Jesus, wie sehr kann man schon die Ninja Turtles verhauen? Ich meine, es sind Ninja Turtles, die Pizza mögen und gegen das Verbrechen kämpfen! Aber… HOLY FUCK, Michael Bay und Jonathan Liebesman schaffen es den Mythos und die Coolness in gerade einmal 30 Sekunden zu zerstören. Jetzt wurden die Turtles in einem Labor entwickelt, werden von Meister Splinter dort trainiert und kämpfen am Ende gegen den Shredder-Transformer. Aber okay, okay, eins nach dem anderen:

1. Wieso müssen Helden jetzt “erschaffen” werden? Das trifft auch schon auf das Reboot von Spider-Man zu. Wieso können diese Helden nicht einfach zufällig in ihre Rolle gestolpert sein? Und dazu noch dieses “Weapons”-Ding. Boah, nee, ey!

2. Megan Fox wird als April wohl nicht viel zu haben außer schön auszusehen. Vielleicht wird man noch irgendeinen dummen Kommentar auf den Tod von tradtionellen Medien und dem “neuen” Internet reinquetschen, aber das war es wohl dann. Shut up and look sexy, oder? Nein, April wird wohl noch eine größere Rolle haben. Wie macht man die Rolle größer? Natürlich indem man ihren Vater als Erschaffer der Turtles einbindet. Raises the stakes, you know? Alle Figuren müssen heute irgendwie miteinander verbunden sein. Heute kann keiner mehr wie Ernie Hudsons Winston einfach irgendwo hinkommen, sich vorstellen und Mitglied der Ghostbusters werden. Wo kämen wir denn da hin?

3. Ich mag Will Arnett, deshalb will ich nichts wirklich gegen ihn sagen, aber wieso spielt er nicht Casey Jones? Wenn wir die Figuren schon verändern, wieso kann er nicht ein cooler, abgehalfterter 80s-Guy sein, der den Schuss nicht gehört hat und immer noch versucht zu kämpfen und… ach, spielt ja eh keine Rolle. Er darf die Beta-Male/Comic-Relief Rolle übernehmen, weil er als einfacher Mensch sowieso nichts gegen Shredder ausrichten könnte. Vorbei die Zeiten, in denen man mit Hockeyschlägern die Welt retten konnte. Und überhaupt… warum muss es immer die Welt sein? Wieso können die Turtles nicht einfach mal einen fiesen Bösewicht umnieten und Manhattan sicherer machen?

4. Shredder-Transformer.

5. Ich will mich nicht wieder über das Design der Turtles beschweren, aber wieso muss Donatello jetzt zum “Nerd” werden und dieses Ghostbusterdings auf dem Rücken und dazu eine Brille tragen? Klar, Donnie war immer freundlich und hilfsbereit, fast schon ein wenig schüchtern, und interessierte sich darüberhinaus für Technik, aber muss er dadurch direkt zum stereotypischen Nerd werden, nur um die Turtles ein wenig individueller zu gestalten? Dann inszenier halt die Action anders, wenn du Probleme hast, deine Figuren auseinanderzuhalten.

6. Meister Splinters Design. Holy fucking shit, sieht das unecht aus. Es sieht aus wie ein Videospiel! Ich sage es mal voraus: Die werden wohl zunächst ihre Versuche an einer Ratte gemacht haben, bevor sie sich an Schildkröten wagten. Wieso Schildkröten? Keine Ahnung, auf die Auflösung bin ich schwer gespannt.

Ich höre jetzt lieber auf, das macht ja alles keinen Spaß mehr. Fuck this movie.

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Hier die millionste Parodie zu Pharrells “Happy”, die aber von Weird Al Yankovic kommt und daher natürlich relevant ist. Weird Al veröffentlicht im Verlauf dieser Woche täglich ein neues Musikvideo aus seinem neuen Album Mandatory Fun. Das erste Video ist mit Promis wie Jack Black oder Kristen Schaal ganz gut bevölkert, aber da geht noch mehr. Ich bin gespannt. Edit: Habe das Video jetzt nach dem Klick hier eingebunden, da sich das Autoplay nicht ausstellen lässt. Gnah. (weiterlesen…)

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Mashup-Trailer gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer und es braucht schon etwas mehr um der Masse hervorzustechen. Diese zwei Exemplare tun das: Einmal gibt es ein wunderbares Mashup zum Trailer von Richard Linklaters Boyhood, in dem Andy Serkis’ Caesar statt Ellar Coltrane zu sehen ist. Beim zweiten werden Tom Hanks und sein Trupp aus Soldaten zu Expendables. Das klang zunächst etwas geschmacklos, ist es vielleicht auch immer noch, aber es gehört schon eine Menge Talent dazu, um aus dem Film eine Actionkomödie zu schneiden. (weiterlesen…)

Kino – Dafür werden Filme gemacht. Richtig? Ein Werbespruch der deutschen Filmwirtschaft, dem ich im Geiste schon immer zustimmte, macht ja eigentlich keinen Sinn. Schließlich laufen nicht alle produzierten Filme im Kino. Es gibt eigens fürs Fernsehen produzierte Filme oder solche, die direkt im DVD-Regal landen, wo auch die Kinofilme ein paar Monate nach ihrer Veröffentlichung in den Lichtspielhäusern enden. Und dann werden sie millionenfach zu Hause konsumiert. Klar, es geht ja bei dem Spruch darum, die Filmpiraterie zu bekämpfen und prinzipiell ist dem als cinephiler Mensch zuzustimmen, doch das Problem der Piraterie lässt sich zum großen Teil schon durch bequeme legale Möglichkeiten bekämpfen. Viele dieser Menschen schauen die Filme bereits lieber zu Hause, dann kann man ihnen die Möglichkeit auch legal geben.

Mit dem Verschwinden der physischen Filmkopie und der Entstehung von bequemen Streamingservicen sowohl im Ausland  als auch hier in Deutschland (wobei da der Qualitätsunterschied in den Angeboten gravierend ist) bin auch ich merklich weniger ins Kino gegangen und bleibe meistens in meinem eigenen Heimkino. Eigentlich war ich mit diesem bisher sehr zufrieden, für meine Möglichkeiten war das schon eine exzellente Sache, die dem Genuss des Films oder auch einer Serie nicht im Weg stand. Das hat sich nicht verändert. Stattdessen wurde ich Zeuge der wahren Kraft einer Heimkinoanlage in Form von Beamer und Leinwand, wie ich das bisher nicht für möglich gehalten habe. (weiterlesen…)

Neues aus der örtlichen Parallelwelt: Im Netz ist ein angebliches Video aus Nordkorea aufgetaucht, in welchem die Nachrichtensprecherin vom glorreichen Durchmarsch der Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien berichtet. Ich spreche kein Koreanisch und kann daher nicht überprüfen, ob es sich hierbei um echte Kommentare handelt, aber mir ist das auch gar nicht so wichtig, ehrlich gesagt. Alleine der Fakt, dass es man so etwas von Nordkorea erwarten könnte, finde ich schon erstaunend traurig. Wobei ich schon sagen muss, dass die Gruppenergebnisse entweder nach großartiger Satire klingen, oder sie tatsächlich tief in die nordkoreanische Psyche blicken lassen. Die Ergebnisse:

Nordkorea – Japan 7:0 = “Fuck ‘em to hell”
Nordkorea – USA 4:0 = “Fuck those guys as well!”
Nordkorea – China 2:0 = “Fuck ‘em a little bit. No wait, please don’t leave me! I didn’t mean it!”

Am Ende wird der “Oberste Führer” dann an der Copa Cabana von Touristen auf der Fanmeile umjubelt.