“Can you please stop acting like a fool?” Das denke ich mir häufig auch, wenn ich The Walking Dead schaue. Trotz dem immensen Hype und dem vielen Geld, das sich seit Jahrzehnten mit Zombies machen lässt, bleibt die AMC-Serie das traurige Fernsehhighlight des Genres. Die französische Produktionsfirma Les Productions Du Quatre Janvier, hinter der die Schöpfer Christelle Grasund und Yohan Labrousse stecken, wollten das ändern. (via)

Ihr TV-Pilot Reset konnte sich, das habe ich mit meine verkümmerten Französischkenntnissen und ein bisschen Googlen herausfinden können, zunächst über eine Crowdfundingkampagne finanzieren, dann jedoch trotz positivem Feedback und aufrichtigem Interesse keinen Sender finden, der die 10 Episoden produzieren wollte. Ihre Serie hätte von einer Gruppe Überlebender erzählt, die nach dem Ausbruch einer nicht näher spezifizierten Seuche im Großraum Paris zwischen Gangs und Zombies überleben müssen.

Wie der jetzt online gestellte Pilot beweist, ist das eine wirkliche Schande. Die Serie wirkt wie ein Gegengift zu dem wöchentlich verabreichten Schund, den AMC seinen willigen Zombiezuschauern zum Fraß vorwirft. Im Unterschied zu den Abenteuern im Wald gibt es in Reset sofort ein Gefühl für Größe und den Ort, an dem die Geschichte spielt. Es ist dazu erfrischend, wie die Figuren sich eher notdürftig von einer Situation zur nächsten hangeln, ohne dass es dabei immer große “Events” geben muss, mit denen The Walking Dead fast ausschließlich agiert.

Gleichzeitig gibt es weder überlange Monologe noch bedeutungsschwangere Dialoge, die Menschen reden und handeln für mein Gefühl sehr authentisch. Dazu konzentriert sich die Darstellung der Gewalt weniger auf die Zombiebisse, sondern die Taten, die sich die Überlebenden gegenseitig antun. Mir gefällt hier insbesondere der Nahkampf im Hochhaus, so kurz und “indie” er auch sein mag. Hier wird für mich ein spannendes Gefühl der Nähe erzeugt, etwas, das ich bei The Walking Dead seit jeher vermisse. Auch der eher ruhige Sound Mix vermittelt für mich ein Gefühl von Realität.

RESET focuses his story on 5 survivors in the midst of infected, but also gangs can be even more dangerous, in a post apocalyptic Paris. The world is gone and these 5 very different personalities will have to reveal themselves to survive.

Unterm Strich ist es ziemlich beeindruckend, wie viel Gefühl und Story bereits hier mit wenig Geld in kürzester Zeit realisiert wird. Dass der Pilot viral gehen wird, halte ich leider eher für unwahrscheinlich. Sonst hätte die Serie vielleicht doch noch eine Chance, ihre interessanten Ansätze fortzuführen.

Die aktuelle, deutsche Fernsehsensation ist übrigens eine Produktion von Amazon-Prime mit Matthias Schweighöfer in Anlehnung an Eagle Eye und die Black Mirror Folge, in der jemand gehackt wird (doofes Timing, Matze). Gleichzeitig jährt sich der großartige Brief von Clara bald zum fünften Mal. Kein Kommentar. Immerhin gibt es noch Jerks.

Okay, klar: Das ist ein guter Trailer. Trotz des bisher ausgezeichneten Marketings frage ich mich aber, ob Guardians of the Galaxy Vol. 2 der erste Marvel-Film sein wird, der den Sequel-Fluch des Studios brechen kann. Iron Man 2, Civil War, Age of Ultron – jeder Film, bei dem der gefeierte Regisseur eines Marvel-Erfolgs zurückkehrte, hat im Anschluss darauf versagt. Ob das James Gunn nun auch aus den diversen Gründen, die diese Filme plagten, passieren wird, kann ich nicht einschätzen. Dafür verfolge ich die diese Filme nicht aufmerksam genug. Aber es ist schon ein interessantes Phänomen. Vor einiger Zeit war sich Gunn nämlich nicht sicher, ob er einen dritten Film in der Produktionslinie Marvels machen möchte.

Aber ist auch nicht so wichtig. KURT RUSSELL!

Set to the backdrop of ‘Awesome Mixtape #2,’ Marvel’s Guardians of the Galaxy Vol. 2 continues the team’s adventures as they traverse the outer reaches of the cosmos. The Guardians must fight to keep their newfound family together as they unravel the mysteries of Peter Quill’s true parentage. Old foes become new allies and fan-favorite characters from the classic comics will come to our heroes’ aid as the Marvel cinematic universe continues to expand.

Steven Spielberg, Francis Ford Coppola, Guillermo del Toro, Paul Greengrass und Lawrence Kasdan mit der Unterstützung von Meryl Streep als Erzählstimme präsentieren in einer neuen Netflix-Seire die Weltkriegsarbeiten von Frank Capra, John Ford, John Huston, George Stevens und William Wyler. Die Serie wird sich den Dokumentarfilmen selbst widmen, aber auch verfolgen, wie die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs die Filmemacher und ihr Werk nachhaltig beeinflusst hat. Spielberg und der Zweite Weltkrieg ist immer interessant und zusätzlich wird Netflix noch einige der Dokumentarfilme von Ford, Wyler und Co. passend zum Start von Five Came Back am 31. März online stellen. Passt jetzt nicht unbedingt zum sonstigen Portfolio und dem stereotypisch wahrgenommen Netflix-Zuschauer, aber wenn das Streamingunternehmen seine Fühler ausstreckt, soll mir das recht sein.

In conjunction with the launch of Five Came Back, Netflix will also present 13 documentaries discussed in the series, including Ford’s The Battle of Midway, Wyler’s The Memphis Belle: A Story of a Flying Fortress, Huston’s Report from the Aleutians, Capra’s The Battle of Russia, Stevens’ Nazi Concentration Camps, and Stuart Heisler’s The Negro Soldier.

La Flama Blanca vs. Xenomorphs – was könnte mein Herz mehr wollen? Der zweite und letzte Trailer, den ich für Alien: Covenant sehen werde, gefällt mir wesentlich besser als unsere erste Vorschau auf Scotts neuen Film, wo alles noch etwas zu formelhaft aussah. Klar, auch hier wird erneut eine Crew auf einem Planeten landen, Eier in einem Hufeisenraumschiff finden und dann von Monstern wegrennen, aber insgesamt wird der Film sich (und das wissen wir schließlich aus dem ersten Trailer) doch deutlich an Prometheus anlehnen.

Im Trailer sehen wir viele neue Szenen, die der geschulte Kinogänger leider viel zu leicht zu den jeweiligen Akten zuordnen kann. Ich bin mir nicht sicher, ob dies daran liegt, dass die Alien-Formel inzwischen einfach ausgelutscht ist (Gott bewahre!) oder Fox einfach keine guten Trailer mehr schneiden kann. Bereits die Prometheus-Trailer, so sehr ich sie auch gefeiert habe, zeigten viel zu viel.

Fans, die mit Prometheus nichts anfangen konnten, werden hier bereits im Trailer mit jeder Menge Xenomorph-Action belohnt. Gleichzeitig aber handelt es sich um CGI-Aliens, die wohl keiner so richtig will. Die Nahkämpfe, sowieso die mit dem “neuen” weißen Xenomorph, bleiben aber wohl practical. Immerhin. Übrigens kichere ich gerade darüber, dass Ridley Scott Drachen ziemlich scheiße findet, hier seine Kreatur aber das Fliegen lernt.

Im Großen und Ganzen bleibt dies aber ein höchst hübscher Trailer für einen Film, der das Alien-Franchise zurück zu seinen Wurzeln führt. Ich finde das ein bisschen schade, denn ich hätte gerne den Ancient Alien Aspekt weiter verfolgt. Vielleicht findet dies abseits des hier angeteaseten Massakers auch noch mit David und Swan statt, aber insgesamt wirkt das alles ein wenig wie eine Kurzkorrektur; eine Reaktion auf die negativen Rückmeldungen einiger Fans.

Ridley Scott returns to the universe he created, with ALIEN: COVENANT, a new chapter in his groundbreaking ALIEN franchise. The crew of the colony ship Covenant, bound for a remote planet on the far side of the galaxy, discovers what they think is an uncharted paradise, but is actually a dark, dangerous world. When they uncover a threat beyond their imagination, they must attempt a harrowing escape.

Letzte Woche wurde übrigens bereits dieses hübsche “Viral” (wieso benutzt das Wort eigentlich keiner mehr?) veröffentlicht, in Anlehnung an die großartigen Prometheus-Clips, die einfach im Film oder eben dem Director’s Cut hätten enthalten sein müssen. In dem kleinen Clip sehen wir bereits James Franco als Captain der Covenant. Lange wird es ihn laut Gerüchten aber nicht dort halten.

Außerdem wird zum ersten Mal in der langen Filmreihe ein schwulen Pärchen gezeigt. Da es sich bei den Astronauten ausschließlich um Kolonialisten und Pärchen handelt, gab es große Fragezeichen bei einigen Fans. Ich finde die Debatte diskriminierend und konservativ (als ob man die hochqualifizierten Menschen nur auf ihre sexuelle Orientierung und ihre Fortpflanzungsfähigkeit reduzieren könnte), aber insofern interessant, da Alien ohnehin schon immer stark sexuelle und insbesondere homosexuelle Bilder und Themen anschlug. Da kann Scott einiges mit machen.

Gleichzeitig könnte man auch direkt Diskriminierung am Arbeitsplatz ansprechen. Immerhin hat Weyland-Yutani dieses Pärchen ausgewählt, um dorthin zu reisen. Also wird an Charakter, Qualifikationen und vielleicht auch kulturelle Einflüsse gedacht, nicht nur um den reinen Fortpflanzungszweck. Anyway… dumme Debatte, passt aber sowieso gerade zur Zeit.

Die diesjährige Oscarverleihung war eine der langweiligsten und uninspiriertesten Ausgaben in der Geschichte des wichtigsten Filmpreises überhaupt und dann geht diese bis dato schon chaotisch wirkende Produktion tatsächlich doch noch in die Geschichte ein. Erst holt man sich mit Jimmy Kimmel den Freund der Celebs als Moderator um die Bühne, um dann Justin Timberlake die Show tanzend und singend starten zu lassen. Danach kommen weder gute Skits (mit der Ausnahme von der We Bought a Zoo Verarsche) noch ein lustiger Monolog, kreative Montagen oder auch nur ein paar verstreute Jokes. Das Highlight besteht darin, dass man überraschte Normalos vor die Bühne holt. Wow. Die Preisverleihung selbst läuft auch ganz belanglos ab ohne wirkliche #Upsets, aber dann:

Hier natürlich das Ganze direkt schon mit der Titelmusik von Curb your Enthusiasm. Aber Spaß beiseite, das ist echt ein richtig beschissener Moment. Das Team hinter La La Land darf nicht so blamiert werden (aber super reagiert von Jordan Horowitz. A class act!) und die Kreativen hinter Moonlight sollten den Preis nicht einfach so dann in die Hände gedrückt bekommen. Man stelle sich den Saal vor, wenn die Überraschung mit Moonlight nach Plan über die Bühne gegangen wäre. Alles doof. Aber naja, immerhin gut für die Memes.

There is a hell. This is worse.

Na wenn das mal nicht eine Tagline ist, dann weiß ich auch nicht. The Void ist ein vielversprechender Indie-Horror-Streifen mit Bezügen zu The Thing und Lovecrafts kosmischen Horror, der jetzt einen ersten richtig coolen Trailer bekommen hat. Ich finde es ja immer wieder lehrreich, wie viel mit wenig Geld möglich ist. Ich meine, diese synchron agierenden Figuren in den weißen Gewändern, die das Haus umzingeln, sind so ziemlich das Einfachste und gleichzeitig Schlimmste, das ich mir vorstellen kann.

When police officer Carter (Aaron Poole) discovers a blood-soaked man limping down a deserted road, he rushes him to a local hospital with a barebones, night shift staff. As cloaked, cult-like figures surround the building, the patients and staff inside start to turn ravenously insane. Trying to protect the survivors, Carter leads them into the depths of the hospital where they discover a gateway to immense evil.

The Void erscheint am 7. April auf VOD. Der Film finanzierte sich übrigens durch eine Crowdsourcingkampagne auf Indiegogo, wo es viele weitere nette Zitate, Bilder und Informationen zu den Zielen und der Umsetzung der Filmidee gibt.

With this project we are pooling over ten years of experience to conjure up a terrifying film that will combine the aesthetic attitude of modern horror cinema as it emerged in the 1970s with the splatter and sophisticated practical special effects that ruled the creature features of the 1980s and early 90s.

Da ist also das Ding! Tyler Stouts Captain American: Civil War Print von Mondo ist das wohl begehrteste Objekt des Jahres in der alternativen Posterszene (BDM hat die Details). Wieso eigentlich? Tyler Stouts Prints sind doch ziemlich öde. Hat man einen gesehen, hat man alle gesehen. Seine Köpfe-Ansammlung ist eben oft genau das, was sich viele Fans wünschen. Sie haben Wiedererkennungswert, sprich maximal viele Figuren aus dem Lieblingsfilm auf einem Poster.

Ich verstehe den Hype nicht. Stout gehört aber zu der ersten Generation von Mondo-Künstlern und seine Poster sind bis heute äußerst begehrt, auch wegen den unglaublich hohen Preisen, die sie auf dem Sekundärmarkt erzielen.

Deshalb treffen heute professionelle Scalper auf Mondo-Trufans™ sowie Marvel-Casuals, die das Poster einfach gut finden. Das wird trotz den relativ hoch angesetzten Preisen für die Variant-Editionen und den 750 Exemplaren der regulären Version ein absoltues Blutblad. Good luck, gentlemen. May the f5 be with you.

La La Land von David Lynch

23 Feb, 2017 · Sascha · Film · 1 comment

Ich habe von diesen ganzen Mashups à la “EY, STELL DIR MAL VOR WES ANDERSON HÄTTE…” eigentlich genug, aber das hier ist sehr gut und ich würde mir das sofort wünschen, aber das gibt es schon. Der Film heißt Mulholland Drive. (via)

Everyone knows that La La Land is the feel-good, singing and dancing movie of the year. And with Damien Chazelle nominated for “Best Director” in this weekend’s Academy Awards, we wondered what the film would look like with an entirely different director and tone. This episode of Trailer Mix brings you a darker, more surrealist version courtesy of David Lynch.