Karl Fitzgerald gehört zu den Breakout-Stars des Jahres der Printszene. Sein Blade Runner Print aus einer Commission Group ist absolut fantastisch und sobald er fertig gedruckt ist, kann ich ihn auch endlich veröffentlichen. Für die BottleNeck-Gallery hat er sich H.G. Wells’ The War of The Worlds angenommen und obwohl sein Handwerk an sich wieder extrem großartig ist, verfehlt der Print die Intention des Autoren. Ich zitiere mich mal kurz selbst aus meiner Prüfungsarbeit:

The Martians reverse the order on Earth and release man from his position in power. It is a clear allusion to man’s own imperialistic endeavors across the globe and to the British hegemony over their territories in Africa, Australia and Asia. Wells puts the reader in the position of one of these indigenous peoples and makes them experience the pain and the hardship under the new leaders.

Solid Picture Frame: https://www.tuxpi.com/photo-effects/mat-picture-frame

screen print, 24 x 36 inches, numbered edition of 105

Und da passen weder der Soldat noch die Waffe für mich nicht wirklich ins Bild. Auch der namenslose Erzähler, sowie sein Bruder in London, sind einfache Bürger, die nie eine echte Chance im Kampf gegen die Marsianer sehen (selbst nach dem kurzzeitigen Erfolg der Thunder Child im Buch). Die Hommage an Caspar David Friedrichs “Der Wanderer über dem Nebelmeer” ist eine nette Verbindung der Romantik und Wells frühen scientific romances, aber da hat sich Fitzgerald leider zu stark am Original orientiert. Der Wanderer mit seinem Gehstock muss nicht zum Soldat Gewehr führen, auch wenn es gesenkt ist und die Haltung des Soldaten eher Ehrfurcht als Widerstand ausdrückt. Vielleicht können andere Freunde des Werks oder der Printwelt darüber hinwegblicken, aber für mich zerstört dieses Detail trotz der ansprechend übertriebenen Größtenverhältnisse Wells eigentliche Botschaft.

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Stranger Things / © Netflix

In der neuen Ausgabe des The Canon Podcasts von Devin Faraci und Amy Nicholson ging es um Stand By Me und ob Rob Reiners Klassiker gut genug ist, um in den Kanon der besten Filme aller Zeiten aufgenommen zu werden.

Inspiriert durch die Rahmengeschichte im Film hat Faraci für mich wunderbar festgehalten, wieso Stand By Me auch noch nach Jahren funktioniert sowie mit zukünftigen Generationen eine emotionale Verbindung aufbauen wird und wieso Stranger Things, in der Stand By Me direkt zitiert wird, nur ein 80s-Eskapismus-Referenzen-Flickwerk ist.

“I’m not wild about the era that I grew up in, which is the era Stranger Things is set in. I’m not wild about it. But here’s the interesting thing about nostalgia and Stand By Me. […] The reason why [Stand By Me] resonated with me as a 12-year-old kid in ’86 – I have no connection to the 50s – is that it’s nostalgia for a state of being and not nostalgia for a thing. It’s not predicated on nostalgia for, even though it’s full of songs, it isn’t predicated on nostalgia for the songs, it isn’t predicated on nostalgia for a certain kind of soda pop, it isn’t predicated on a certain tv show, it’s predicated on that state of being, that state of being a 12-year-old boy, in this weird moment between being a child and an adoslescent. […]

One of the things I love about this movie is the line that these kids walk, which is that they walk a line between being silly and childish and sort of aware of death and bad things in the world. And they live in an exact moment, you know, it’s gonna get beaten out of them any minute now where they can sit there and cry to each other. They live in that exact moment. And I think that’s really beautiful and it’s a beautiful little moment in your life that I think that this movie really captures. It’s nostalgia for that moment as opposed to nostalgia for 1956 or nostalgia for 1983, it’s nostalgia for what was it like to live right on the line between innocence and knowledge.”

Ich bin kein Techblogger, aber habe genug Ahnung, um mich über die negativen Rückmeldungen bezüglich Apples Ankündigung, die Kopfhörerbuchse zu entfernen, zu wundern. Das soll jetzt gar kein Thinkpiece werden, aber diese Fortschrittsfeindlichkeit nach derartigen Keynotes finde ich immer sehr befremdlich. Natürlich ist das aktuelle Design der Apple-Stöpsel fürchterlich und sie fallen insbesondere beim Sport ständig aus dem Ohr (oder habe ich nur eine schlechte Gehörgangsform?). Ich werde Apples AirPods auch selbst nicht kaufen. Zumindest nicht die erste Generation.

Wichtig ist jedoch: Dieser Schritt ist natürlich revolutionär. Und jetzt werden Apple-Feinde wie Tech-Geeks sagen, “Neee, das gab es alles vorher schon, Apple macht nur wieder nach!” – ohne natürlich den springenden Punkt zu betrachten.

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Joaquin Phoenix in Her (2013) / © Annapurna Pictures

Das Revolutionäre an Apples Schritt ist nicht die Technologie selbst, sondern dass eine breite Masse an Kunden mit ihr vertraut gemacht wird. Diese Kopfhörer werden sich natürlich in den nächsten Jahren zu kleinen Computern entwickeln werden, die weitaus mehr als nur Töne anspielen können. Das geht ja bereits jetzt schon mit Siri usw. etc. pp.

Ich würde gerne das Motto des Techniktagebuchs zitieren und leicht anpassen: “Ja, jetzt ist das langweilignervig. Aber in zwanzig Jahren!”. Und ich bin mir sicher, dass es weniger als zwanzig Jahre dauern wird, bis zumindest dieser Aspekt aus Spike Jonzes Her Realität wird. Und bis dahin gibt es auch angenehme AirPods oder Hearables von anderen Herstellern. Die eingeschlagene Richtung ist aber jedoch der wichtige Punkt. Manchmal braucht Fortschritt einen kleinen Stupser. Danke, Apple.

Happy 50th Star Trek!

08 Sep, 2016 · Sascha · Film · 3 comments

Heute ist der 50. Jahrestag der Erstausstrahlung von Star Trek (TOS) und da ich gar kein so großer Star Trek Fan bin (nicht aus Prinzip, liebe den Serienethos, einfach zu wenig gesehen und freue mich riesig auf Discovery) und schon so viele wunderbare Artikel heute geschrieben haben, möchte ich nur dieses Bild teilen, das mir eine enorme Gänsehaut bereitet hat. Auf die nächsten 50 Jahre!

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AMC

Eine neue Woche, eine neue Folge von Fear The Walking Dead, in der es der Serie erneut gelingt, selbst aus den gekünstelt spannenden Szenen nichts zu machen und aus vielversprechenden Prämissen pure Klischees zu entwickeln.

Es muss einen Punkt geben, an dem sich die Autoren von Fear The Walking Dead dem Potential ihrer Geschichte bewusst werden und aus dieser neuen Chance eine bessere Zombie-Serie machen. Insgesamt schenkt sich ein Vergleich der Qualität der beiden Shows nichts, da sowohl The Walking Dead als auch die Schwesterserie ihre positiven Episoden und Anhänger hat – aber auch beide Shows deutliche Schwächen aufweisen. Doch Dave Ericksons Serie steckt nicht in den groben Zügen von Robert Kirkmans Comic fest, der bei dem wiederholten Adaptationsversuch seiner Welt wesentlich stärkeres Mitspracherecht hat (und das von Anfang an), und die Figuren sind, zumindest in ihren Ansätzen, interessanter als ihre mittelmäßig adaptierten Serienpendants.

Und manchmal gibt es da diese Lichtblicke. Nick (Frank Dillane) erhielt in der 8. Folge der 2. Staffel seine gebührende Aufmerksamkeit und sobald sich die Geschichte auch nur ansatzweise auf die Entwicklung einer Figur fokussiert, macht die Qualität in nahezu sämtlichen Belangen einen Quantensprung. Ähnlich verhält sich das mit der Schwesterserie. Sobald Carol und Daryl durch Atlantas Innenstadt streifen, ergeben sich imposante Bilder, tatsächliche Spannung und kleine Momentaufnahmen einer postapokalyptischen, gleichgültigen Welt, in der sich die Figuren neu definieren müssen/können/dürfen. All das ist unterhaltend und spannend, wenn es gut gemacht wird.

In der 10. Folge von Fear the Walking Dead mit dem urkomischen Titel Do Not Disturb, ein ironischer Hinweis von der Autorin Lauren Signorino mit Hinblick auf das Hotelsetting, gelingt das alles jedoch nicht – oder höchstens nur im Ansatz, als eine Andeutung dessen, was sein könnte. Genau dieses Hotel gibt uns im Cold Opening einen interessanten Einblick in die ersten Momente der Apokalypse. Fear wagt deutlich häufiger den Blick in das Leben der Figuren vor der Apokalypse oder auch einfach nur den Moment des gesellschaftlichen Verfalls als die Schwesterserie und profitiert deutlich davon. In wenigen Sekunden wird erneut die Zombiemythologie von Robert Kirkman visuell stimmig nacherzählt: Es gibt bereits Gerüchte über eine Krankheit, aber da sich niemand mit einem Virus infiziert und es keinen Patient Zero gibt, muss man ab der “Stunde Null” auf den ersten Todeskandidaten warten, der wiederkommt. Und mal ehrlich: Wie oft kommen die meisten Menschen in ihrem Alltag mit einem Toten, rein räumlich gesehen, in näheren Kontakt? (weiterlesen…)

Jurassic Bork

07 Sep, 2016 · Sascha · Internetgold · 0 comments

Majestic!

Norm McDonald erzählte Conan vor sieben Jahren von seinem Film über Sully Sullenberger und nun gibt es den Trailer zum echten Film mit seinem Pitch als Voice-Over. <3 Norm

Can Jimmy Fallon Host?

03 Sep, 2016 · Sascha · Internetgold · 0 comments

Dafür hat sich nach all dem Schmerz Stranger Things am Ende doch gelohnt.