Ich bin kein Techblogger, aber habe genug Ahnung, um mich über die negativen Rückmeldungen bezüglich Apples Ankündigung, die Kopfhörerbuchse zu entfernen, zu wundern. Das soll jetzt gar kein Thinkpiece werden, aber diese Fortschrittsfeindlichkeit nach derartigen Keynotes finde ich immer sehr befremdlich. Natürlich ist das aktuelle Design der Apple-Stöpsel fürchterlich und sie fallen insbesondere beim Sport ständig aus dem Ohr (oder habe ich nur eine schlechte Gehörgangsform?). Ich werde Apples AirPods auch selbst nicht kaufen. Zumindest nicht die erste Generation.

Wichtig ist jedoch: Dieser Schritt ist natürlich revolutionär. Und jetzt werden Apple-Feinde wie Tech-Geeks sagen, “Neee, das gab es alles vorher schon, Apple macht nur wieder nach!” – ohne natürlich den springenden Punkt zu betrachten.

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Joaquin Phoenix in Her (2013) / © Annapurna Pictures

Das Revolutionäre an Apples Schritt ist nicht die Technologie selbst, sondern dass eine breite Masse an Kunden mit ihr vertraut gemacht wird. Diese Kopfhörer werden sich natürlich in den nächsten Jahren zu kleinen Computern entwickeln werden, die weitaus mehr als nur Töne anspielen können. Das geht ja bereits jetzt schon mit Siri usw. etc. pp.

Ich würde gerne das Motto des Techniktagebuchs zitieren und leicht anpassen: “Ja, jetzt ist das langweilignervig. Aber in zwanzig Jahren!”. Und ich bin mir sicher, dass es weniger als zwanzig Jahre dauern wird, bis zumindest dieser Aspekt aus Spike Jonzes Her Realität wird. Und bis dahin gibt es auch angenehme AirPods oder Hearables von anderen Herstellern. Die eingeschlagene Richtung ist aber jedoch der wichtige Punkt. Manchmal braucht Fortschritt einen kleinen Stupser. Danke, Apple.

Happy 50th Star Trek!

08 Sep, 2016 · Sascha · Film · 3 comments

Heute ist der 50. Jahrestag der Erstausstrahlung von Star Trek (TOS) und da ich gar kein so großer Star Trek Fan bin (nicht aus Prinzip, liebe den Serienethos, einfach zu wenig gesehen und freue mich riesig auf Discovery) und schon so viele wunderbare Artikel heute geschrieben haben, möchte ich nur dieses Bild teilen, das mir eine enorme Gänsehaut bereitet hat. Auf die nächsten 50 Jahre!

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AMC

Eine neue Woche, eine neue Folge von Fear The Walking Dead, in der es der Serie erneut gelingt, selbst aus den gekünstelt spannenden Szenen nichts zu machen und aus vielversprechenden Prämissen pure Klischees zu entwickeln.

Es muss einen Punkt geben, an dem sich die Autoren von Fear The Walking Dead dem Potential ihrer Geschichte bewusst werden und aus dieser neuen Chance eine bessere Zombie-Serie machen. Insgesamt schenkt sich ein Vergleich der Qualität der beiden Shows nichts, da sowohl The Walking Dead als auch die Schwesterserie ihre positiven Episoden und Anhänger hat – aber auch beide Shows deutliche Schwächen aufweisen. Doch Dave Ericksons Serie steckt nicht in den groben Zügen von Robert Kirkmans Comic fest, der bei dem wiederholten Adaptationsversuch seiner Welt wesentlich stärkeres Mitspracherecht hat (und das von Anfang an), und die Figuren sind, zumindest in ihren Ansätzen, interessanter als ihre mittelmäßig adaptierten Serienpendants.

Und manchmal gibt es da diese Lichtblicke. Nick (Frank Dillane) erhielt in der 8. Folge der 2. Staffel seine gebührende Aufmerksamkeit und sobald sich die Geschichte auch nur ansatzweise auf die Entwicklung einer Figur fokussiert, macht die Qualität in nahezu sämtlichen Belangen einen Quantensprung. Ähnlich verhält sich das mit der Schwesterserie. Sobald Carol und Daryl durch Atlantas Innenstadt streifen, ergeben sich imposante Bilder, tatsächliche Spannung und kleine Momentaufnahmen einer postapokalyptischen, gleichgültigen Welt, in der sich die Figuren neu definieren müssen/können/dürfen. All das ist unterhaltend und spannend, wenn es gut gemacht wird.

In der 10. Folge von Fear the Walking Dead mit dem urkomischen Titel Do Not Disturb, ein ironischer Hinweis von der Autorin Lauren Signorino mit Hinblick auf das Hotelsetting, gelingt das alles jedoch nicht – oder höchstens nur im Ansatz, als eine Andeutung dessen, was sein könnte. Genau dieses Hotel gibt uns im Cold Opening einen interessanten Einblick in die ersten Momente der Apokalypse. Fear wagt deutlich häufiger den Blick in das Leben der Figuren vor der Apokalypse oder auch einfach nur den Moment des gesellschaftlichen Verfalls als die Schwesterserie und profitiert deutlich davon. In wenigen Sekunden wird erneut die Zombiemythologie von Robert Kirkman visuell stimmig nacherzählt: Es gibt bereits Gerüchte über eine Krankheit, aber da sich niemand mit einem Virus infiziert und es keinen Patient Zero gibt, muss man ab der “Stunde Null” auf den ersten Todeskandidaten warten, der wiederkommt. Und mal ehrlich: Wie oft kommen die meisten Menschen in ihrem Alltag mit einem Toten, rein räumlich gesehen, in näheren Kontakt? (weiterlesen…)

Jurassic Bork

07 Sep, 2016 · Sascha · Internetgold · 0 comments

Majestic!

Norm McDonald erzählte Conan vor sieben Jahren von seinem Film über Sully Sullenberger und nun gibt es den Trailer zum echten Film mit seinem Pitch als Voice-Over. <3 Norm

Can Jimmy Fallon Host?

03 Sep, 2016 · Sascha · Internetgold · 0 comments

Dafür hat sich nach all dem Schmerz Stranger Things am Ende doch gelohnt.

Untitled 13

31 Aug, 2016 · Sascha · Internetgold · 2 comments

Warcraft CGI Ork

Es gab lange bereits lange vor dem Release Gerüchte um den endgültigen Schnitt und die Länge von Warcraft. Dass es fertige Szenen gibt, die sehr wichtig für die Kohärenz und wahrscheinlich mit Blick auf die Länge des Films traurigerweise herausgeschnitten wurden, belegte die Veröffentlichung eines 90-sekündigen Clips vor ein paar Tagen. Man kann nur vermuten, wieso eine Szene, die jede Menge Kohle gekostet haben muss, aus einem Film geschnitten wurden, in dem sowieso jeder Szenenwechsel einer Teleportation von einem Kontinent zum anderen gleicht. Viele Hoffnungen ruhten auf einem Director’s Cut, der den Film besser machen würde, doch den schlug Duncan Jones bereits vor Wochen aus. In einem sehr lesenswerten Interview auf Thrillist hat er nun verraten, wieso:

Is there a three-hour version of Warcraft?
No, there’s not. A lot of people ask me, “When is the director’s cut coming out?” There will never be a director’s cut. With a film like this, where there are so many visual effects, every concession that you make you lose those shots. They cease to exist because the effects work never gets done. Some of it’s not even at that stage. You go through a writing stage right up to the deadline of shooting the thing. [You lose] ideas in the writing process. Then sets change for whatever reason and notes come in. You’re changing things around a three-and-a-half-year process. You get these little changes which are constantly course-correcting you. So there is no possibility of there ever being a director’s cut. It’s purely in my head.

Mit einer immer größer werdenden Kluft zwischen Blockbuster und Indie scheint es wohl dazu zu kommen, dass DCs immer seltener werden, besonders bei einem Film wie Warcraft, der zu großen Teilen im Computer entsteht. Ein Indiefilmemacher hat natürlich seine Budgetbegrenzungen, aber ansonsten sehr große Freiheiten und regelmäßig einen Final Cut. Dieses Privileg genießen in dieser Größenordnung nur sehr wenige Regisseure. In dem Interview geht Jones als Regisseur mit Erfahrungen in beiden Welten darauf ein.

Die Effekte für einen Film dieser Größenordnung aber fertigzustellen, ist schlicht zu teuer. Gerade wenn es sich um einen eher zaghaften Erfolg wie hier handelt. Und umso größer und effektlastiger die Filme werden, umso seltener werden DCs. Dass diese einen Film nicht unbedingt besser machen, bewies zuletzt der Ultimate Cut von Batman v. Superman, aber bei Warcraft habe ich die Vermutung, dass sehr wichtige Elemente mit Sorge um das Pacing und die Aufmerksamkeit der normalen Kinogänger rausgenommen wurden.

Übrigens auch sehr interessant ist sein Verhältnis zu Mute, seinem langwährenden Science Fiction Projekt, das er gerade in Berlin preppt.

Now you’re in Berlin prepping Mute. You didn’t take a break.
Mute is massively therapeutic for me. It really is. I’m equally proud and furious about Warcraft. I love it. I spent so much time on it. I put all my heart into trying to make it work. Parts of it, I think, work, but it also drives me crazy that I wasn’t able to push through everything that I knew needed to happen in order to make the film I knew it could be.

Höchst interessante und offene Worte von einem Filmemacher, der damit sicher nicht alleine dasteht.