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Gamer kriegen heute noch feuchte Höschen, wenn sie an The Last Guardian von Team Ico denken. Der Trailer des Spiels vom legendären Studios, das Ico und Shadow of the Colossus, produzierte, hat längst Kultstatus in der Spielewelt erreicht. Doch dann wurde es still um das Projekt, das Spiel versauerte trotz großen Hoffnungen und Kaufbereitschaft eines jeden Konsolenbesitzers diesseits des Mondes in der Produktionshölle. Spätestens mit der kompletten Nullnummer auf der diesjährigen E3 starb jede Hoffnung, dass sich das Spiel irgendwann demnächst käuflich erwerben lässt. Die Gerüchteküche besagt ohnehin schon länger, dass das Projekt eingestellt wurde.

Dazu verlassen auch einige Entwickler das sinkende Boot. Rui Guerreiro und Rasmus Deguchi haben die Arbeit an einem neuen Spiel beim Indiestudio Friend & Foe begonnen. Das Spiel soll Vane heißen und scheint, basierend auf einer kurzen Synopsis und einigen Gifs und Bildern, ein spiritueller Cousin von Journey zu werden. Im Gegensatz zu Journey soll Vane aber für den PC erscheinen und veröffentlicht werden “when it’s done.”. Das hat ja schon bei The Last Guardian prima funktioniert. Hoffen wir, dass Vane ein anderes Schicksal ereilt, der Art Style ist nämlich fantastisch.

A child with an odd ability stuck in a strange land. A dangerous natural environment inhabited by a strange civilization. Vane is an open-world adventure game based on mystery and exploration.

Der Event-Fan

30 Jun, 2014 · Sascha · Sport · 7 comments

Sehr schöne Kommentar des Quer Magazins vom Bayrischen Rundfunk zu den schrecklichen Public Viewing Veranstaltungen, die mit Fußball nichts mehr zu tun haben. Ich hatte das Video gestern zunächst nur in meinem persönlichen Facebookfeed gepostet, aber ich will es auch hier im Blog haben, denn es spricht etwas an, das mich massiv stört momentan. Ich liebe Fußball, habe es jahrelang selbst gespielt und verfolge auch Bundesliga und Co. Und trotzdem hatte ich vor der WM eher wenig Vorfreude und war nicht aufgeregt. Ich wünschte mir lediglich einen ruhigen Ablauf der Spiele, keine Gewaltübergriffe der Polizei auf Demonstranten und ein paar schöne Spiele. Klar, natürlich bin freue ich mich für Deutschland, aber schöner Fußball ist mir wichtiger.

Auch ich war natürlich 2006 von den Public Viewings zunächst begeistert und dabei. Das nahm jedoch mit der Zeit stetig ab. Insbesondere ab 2010, spätestens aber bei der EM vor zwei Jahren, hatte ich immer weniger Lust darauf. Während 2006, zumindest bei unserer Veranstaltung in Saarlouis, sich die Zahlen noch im Zaum hielten, explodierten die Besucherzahlen in den darauffolgenden Jahren. Immer mehr wurde dieses gemeinschaftliche Fußballschauen zu einer Partyveranstaltung. Auch ich trug ein Trikot, aber der restliche Ablauf ähnelte immer mehr einer Karnevalverstaltungs und das sorgte für Unmut – das ist nichts gegen den Karneval, aber es geht doch schließlich um den Sport.

Ein Moment der EM 2012 blieb mir besonders im Gedächtnis hängen, als sich eine Gruppe junger Mädels im Alter 14 bis 16, geschminkt und verkleidet in Schland, zwischen mir und meinem Kumpel durchquätschten. Das Spiel lief bereits, doch das interessierte sie nicht. Es war eng, tausende Leute waren vor Ort, aber sie mussten sich nach vorne durchquätschten. Nicht, weil sie klein waren und mehr vom Spiel sehen wollten. Nein, ein Randkommentar entblößte die wahren Intentionen:

“Der Timo is da vorne.” – “Oh ja, der ist so heiß.”

Ehrlich. Das war die Konversation. Ich fuhr in der Halbzeit nach Hause. Public Viewing ist Dicso. Mehr nicht. Dazu kommt natürlich noch das Problem der Stammtischbundestrainer und des Nationalismus, denn es gibt keinen “Party Patriotismus” – das mal am Rande. Patriotismus und das angeblich schöne und viel umworbene “Wir-Gefühl” führen schlussendlich nur zu Nationalismus. Wo ein “Wir” ist, gibt es auch immer ein “Ihr”. Blackfacing und rassistische Tweets sind dabei wohl leider nur die Spitze des Eisberges.

Ich habe die laufende WM bisher zu Hause verfolgt. Jedes Spiel habe ich zu Hause vor meinem Fernseher gesehen und guten Fußball genossen (Seriously though, this world cup is nuts!). Eventfans kriege ich nur über Facebook und hupende Autos mit – und das ist gut so.

People-vs-George-Lucas-2-Poster

Sehr schöne Nachricht für alle, die ersten Film sehr mochten (wie ich) oder generell an der Kultur um Star Wars interessiert sind: Regisseur Alexandre O. Philippe dreht eine Fortsetzung zu The People vs George Lucas. Der erste Film hat jetzt schon einige Jährchen auf dem Buckel und dazu hat sich ja einiges hinter den Kulissen verändert in der Zwischenzeit. Der erste Teil, wenn auch recht unfokussiert, kommentierte das recht komplexe und ambivalente Verhältnis der Fans zum Star Wars Schöpfer sehr gut und dient seither als ultimativer Go-To-Guide für Newcomer der Debatte.

There is a great disturbance in the world of STAR WARS fandom.

While many seem delighted that George Lucas finally handed over the reins, and excited about the future of the franchise; others are worried about the Disneyfication of the galaxy far, far away that has defined their childhood.

THE PEOPLE vs. GEORGE LUCAS – EPISODE II will draw the curtain on the examination of the most complex relationship between a creator and his fans in the world of popular culture, asking the question: what does the future of STAR WARS look like without George Lucas?

Momentan plant man die zweite Episode passenderweise zum Start der neuen Trilogie ebenfalls im Dezember 2015 zu veröffentlichen, was ich für einen Fehler halte. Ich glaube nämlich, dass sich die Beziehung durchaus noch etwas abwechslungsreicher und eventuell sogar wieder versöhnlicher gestalten wird, sobald Abrams’ Episode VII in den Kinos gelaufen ist. Immerhin wird es hier wohl mehr um das Erbe an sich gehen, das jetzt von vielen Indieregisseuren, wie George selbst einer war, im Disney-System fortgeführt wird, was höchst interessante Ergebnisse und Debatten verursachen dürfte. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir uns – der Macht sei Dank – nicht wieder an den Prequels abarbeiten müssen.

Randnotiz: Alexandre O. Philippes Doc of the Dead über Zombiefilme, Romero, etc. ist gerade auf Netflix zu sehen. (via)

Die Kommentare sind deaktiviert, der Like/Dislike-Leiste hält sich die Waage und das Video hat dramatisch mehr Views als die anderen Ankündigungen des Kanals. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass das Video, in dem uns Frederikke Hoff von der Lego Idea (früher Cuusoo) Abteilung das neue Winter Set vorstellt, umstritten ist. Gewonnen hat nämlich das Female Minifigure Set von Lego-Bauerin und Geologin Ellen Kooijman mit Wissenschaftlerinnen, die Dinosaurierskelette untersuchen, das Universum erforschen und im Labor Entdeckungen machen.

Das steht im krassen Gegensatz zu den bisherigen Sets, die von Fans zunächst gewählt, dann von Lego bewertet und bei grünem Licht in Produktion geschickt wurden. Zunächst gewannen ein Tiefseetauchboot sowie eine Nachbildung eines Satelliten, als das Cuusoo-Projekt ausschließlich in Japan startete. Später, mit der weltweiten Öffnung des Wahlprozesses, gewannen popkulturelle Themen die Oberhand. Kurz darauf folgten ein Minecraft-Set, der Mars Curiosity Rover sowie die der DeLorean aus Zurück in die Zukunft und der Ecto-1 der Ghostbusters.

Das Projekt von Ellen Kooijman setzte sich gegen andere Domänen der Popkultur durch. Sherlock. Zelda. Adventure Time. Daneben sehen zwei aufwendig produzierte Eigenproduktionen wie ein traditionell japanisches Haus oder ein nostalgischer Anime-Roboter aus den Achtzigern, die ebenfalls die Mindestpunktzahl erreichten, blass aus in den Augen der meisten Kunden.
female mini set
Photo: © Ellen Kooijman

Und nun bringt Lego Wissenschaftlerinnen als Set heraus. Ein wirklich nobles Produkt, das nichts für die berechtigte Kritik kann, die jetzt im Kontext dieser Ankündigung ausgesprochen wird. Denn die dänische Firma hat ein Kommerzproblem, welches bisher zumindest im Lego Film selbstironisch akzeptiert und kommentiert wurde. Immer mehr des Angebots wird von Partnern übernommen. Was mit Star Wars und Harry Potter vor rund 15 Jahren begann, endet heute in Produkten zu cineastischen Flops wie The Lone Ranger sowie Figuren der Simpsons.

Die traditionellen Produkte werden an den Rand gedrängt, wodurch es viel weniger Platz gibt, um auf natürliche Weise Frauenfiguren für junge Mädchen einzuführen, wie es eigentlich sein sollte. Wieso gibt es kein Labor mit weiblichen Figuren, wenn in der City Produktreihe Polizeiwachen und Feuerwehren für Jungs bereitstehen? Es ist nicht schwer zu erkennen, dass Lego klugerweise diese Möglichkeit nutzt, um das Genderproblem des Konzerns aus der Welt zu schaffen. Seit Jahren nämlich versucht Lego sich attraktiver für Mädchen zu positionieren und scheitert dabei teilweise spektakulär, jüngst mit der Friends Produktreihe, die nicht mehr viel mit traditionellen Lego-Produkten gemein hat, wie Pia Volk in der Taz aufzeigt.

Von einer Firma, die in vergangenen Jahrzehnten mit bis heute einzigartigen Werbeplakaten warb, würde man doch im Jahr 2014 ein solches Set als gegebenen Standard erwarten – und eben nicht als glorreich zelebrierte Ausnahme. Es handelt sich hier eben buchstäblich nur um eine Idee. Normalität sieht anders aus. Auf das Set freue ich mich persönlich als Cuusoo/Ideas-Sammler und Feminist natürlich trotzdem, aber es bleibt der bittere Beigeschmack, dass das Produkt als Schuldeingeständnis ausgewählt wurde und man wohl in Zukunft deutlich darauf verweisen wird, sollte wieder Kritik an neuen Produkten geäußert werden.

Life-After-Beth-poster-1© A24

Gut ein Jahrzehnt nach dem Wiederaufleben der Zombiemania scheint sich das Phänomen dank Redundanz und Übersättigung langsam aber sich wieder selbst zu vergraben. Hollywood leistet jedenfalls jährlich seinen Beitrag dazu. Und weil man vergeblich nach Innovation sucht, wird fröhlich einfach alles links und rechts adaptiert, auf das man am Ende die Zombieplakette schrauben kann.

Ein junges Beispiel für diese enttäuschende Wendung, die das Genre nahm, wurde von dem sonst so talentierten Jonathan Levine mit Warm Bodies abgefilmt, der erste Zombie RomCom, in der Teresa Palmer Nicholas Hoult dabei half, das Zombiedasein hinter sich zu lassen.

Während dort der zündende Effekt der großen Liebe als Auslöser für den Heilungsprozess agiert, finden wir in Life After Beth bereits eine blühende Beziehung zwischen den Indieschätzelchen Dane DeHaan und Aubrey Plaza vor. Letztere stirbt jedoch vorzeitig, steht aber schon bald wieder als Zombie vor der Tür. Junge Beziehungen sind oft turbulent, während sich die beiden Partner erst noch selbst finden müssen, doch wenn deine Freundin Menschen fressen muss, bedeutet das schon ein überdurchschnittliches Stresslevel für den jungen Romeo.

Zach is devastated by the unexpected death of his girlfriend, Beth. When she miraculously comes back to life, Zach takes full advantage of the opportunity to experience all the things he regretted not doing when she was alive. However, the newly returned Beth isn’t quite the way he remembered her, and before long, Zach’s world takes a turn for the worse.

Imitating what Dr. Frankenstein did with his monster, writer/director Jeff Baena assembles disparate parts of his film into a new whole and jolts fresh life into it. By fusing elements of a young love story and a zombie movie, he concocts a wickedly funny and shockingly poignant film. With its killer soundtrack and all-star cast, including Aubrey Plaza, whose distinctive delivery has never been used to greater effect, and Dane DeHaan, who perfectly embodies the suffering of a young man with a broken heart and a rotting girlfriend, Life After Beth will leave you dying to see it again

In den Nebenrollen sind Anna Kendrick, Matthew Gray Gubler, Alia Shawkat und John C. Reilly als Zombiepapa zu sehen. Der Trailer weiß schon einmal den Zombieaspekt nicht allzu ernst zu nehmen und den mehr Fokus auf die komödiantischen Aspekte zu legen. Die Kritiker sind zumindest leicht positiv gestimmt. Der Film startet am 15. August in den USA, vorher feiert er jedoch bereits auf DirecTV Premiere. Kollege Alex Matzkeit hat über dieses Veröffentlichungsmodell übrigens einen sehr lesenswerten Beitrag verfasst. Ein deutscher Kinostart steht natürlich noch nicht fest.

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Photo: NASA

Kein Jahr ohne Twin Movies! Weil Ridley Scott sich nun entschieden hat, Andy Weirs The Martian mit Damon bereits im Herbst zu verfilmen, muss dieses Prestigeprojekt natürlich schnell thematisch eingeholt werden, weshalb in Hollywood alle Studios in ihre Schubladen kramten.

In The Martian (meine Review des Romans) wird Matt Damon in einem Crossover aus Apollo 13 und Robinson Crueso einen Astronauten spielen, der bei einer Mission auf dem Mars fälschlicherweise für Tod gehalten und alleine sowie ohne Hilfe zurückgelassen wird.

Währenddessen wurde FilmNation Entertainment fündig und hat das Drehbuch In The Event Of A Moon Disaster von Mike Jones herausgekramt, welches 2011 auf der Blacklist landete, gekauft wurde und dann in der Produktionshölle versauerte.

Nun wird dem Projekt neues Leben eingehaucht. Besonders wohl auch dank des “Hard” Sci-Fi Erfolgs durch Gravity im letzten Jahr wird In The Event Of A Moon Disaster nun von The Help-Regisseur Tate Taylor auf die große Leinwand gebracht. Der Film soll sich um den alternativen Ausgang der Apollo 11 Mission drehen. 2009 erblickte nämlich die geheime, gleichnamige Rede von William Safire das Tagelicht, die Nixon, ganz ähnlich wie Reagan, dem amerikanischen Volk hätte vorlesen müssen, wenn die Mondlandefähre abgestürzt wäre oder der Graviation des Mondes nicht mehr hätte entfliehen können.

Viel mehr ist zur Mondkatastrophe noch nicht bekannt, aber Autor Mike Jones meinte, dass er ab einem gewissen Zeitpunkt die Fakten hinter sich ließ um ein effektiveres Drama zu kreieren. Was auch immer das zu bedeuten hat, ich freue mich jetzt schon auf die notorisch lächerliche Nasenprothese des Nixon-Darstellers, den anscheinend außer Hopkins und Langella niemand seriös auf die Leinwand bringen kann. Ein jüngstes Beispiel hierfür wäre der neue X-Men Steifen. Vielleicht benutzt man auch Archivbilder und beschäftigt sich mehr mit den Hintergründen, was natürlich die interessantere Version wäre.

Wie auch immer, beide Filme dürfte man wohl nächstes Ende nächsten Jahres in den Kinos erleben können. Im Anschluss die gesamte Rede, die Nixon dank den sachkundigen NASA-Technikern niemals vorlesen musste. (weiterlesen…)

Hier ein dreißigminütiges Making Of der ersten Staffel von The Leftovers. Die Serie startet am Sonntag auf HBO, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tom Perrotta und wird von Showrunner Damon Lindelof (LOST) adaptiert. Als Ausgangsevent dient eine Art der biblischen Entrückung bei der 2% der Weltbevölkerung spurlos verschwindet. Die Welt geht jedoch nicht unter. Stattdessen schlagen sich die Überlebenden drei Jahre weiter durch das globale und private Chaos. Dort steigen wir dann auch bei der Serie ein.

Das Making Of verrät recht viel, insbesondere zu Charakterkonstellationen – wer sich also bei der neuen Serie vom Co-Creator von LOST ein wenig des Mysteriums aufheben will oder sehr empfindlich ist, was Spoiler angeht, sollte vielleicht bis Montag warten; SkyGo bringt die Staffel nämlich auch nach Deutschland. Die reguläre Ausstrahlung mit deutscher Synchronisation soll im Herbst beginnen. Ich werde die Serie übrigens bei Moviepilot begleiten und wöchentlichen Rezensionen zu den einzelnen Folgen schreiben, hier auf dem Blog aber dann bei Zeiten auch drauf verweisen. #Hype

Ein vulgärer und mit Waffen um sich schießender Waschbär in einem Marvel Film? Vor ein paar Jahren klang es noch abgefahren und fast unmöglich, aber James Gunn scheint mit Guardians of the Galaxy tatsächlich ein Homerun im Studiosystem gelungen zu sein, das zwar einige festgefahrene Merkmale des Marvel Cinematic Universes aufweist und dennoch frisch und anders wirkt. Trailer und Teaser können uns zwar schwer täuschen, wie man im vergangenen Kinojahr jüngst feststellen musste, aber ich glaube, dass das hier kein Totalausfall wie Man of Steel oder Star Trek Into Darkness werden kann.

Im neuen TV Spots gibt es ein wenig Origin sowie mehr vom Nova Corps, unterlegt zu Cherry Bomb von The Runaways. Musikalisch ist das jetzt nach Hooked On A Feeling und Spirit In The Sky der dritte musikalische Hammer. Hoffentlich gibt es da noch mehr Überraschungen in Sachen Soundtrack im August, wenn der Film in die Kinos kommt.