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31 Aug, 2016 · Sascha · Internetgold · 2 comments

Warcraft CGI Ork

Es gab lange bereits lange vor dem Release Gerüchte um den endgültigen Schnitt und die Länge von Warcraft. Dass es fertige Szenen gibt, die sehr wichtig für die Kohärenz und wahrscheinlich mit Blick auf die Länge des Films traurigerweise herausgeschnitten wurden, belegte die Veröffentlichung eines 90-sekündigen Clips vor ein paar Tagen. Man kann nur vermuten, wieso eine Szene, die jede Menge Kohle gekostet haben muss, aus einem Film geschnitten wurden, in dem sowieso jeder Szenenwechsel einer Teleportation von einem Kontinent zum anderen gleicht. Viele Hoffnungen ruhten auf einem Director’s Cut, der den Film besser machen würde, doch den schlug Duncan Jones bereits vor Wochen aus. In einem sehr lesenswerten Interview auf Thrillist hat er nun verraten, wieso:

Is there a three-hour version of Warcraft?
No, there’s not. A lot of people ask me, “When is the director’s cut coming out?” There will never be a director’s cut. With a film like this, where there are so many visual effects, every concession that you make you lose those shots. They cease to exist because the effects work never gets done. Some of it’s not even at that stage. You go through a writing stage right up to the deadline of shooting the thing. [You lose] ideas in the writing process. Then sets change for whatever reason and notes come in. You’re changing things around a three-and-a-half-year process. You get these little changes which are constantly course-correcting you. So there is no possibility of there ever being a director’s cut. It’s purely in my head.

Mit einer immer größer werdenden Kluft zwischen Blockbuster und Indie scheint es wohl dazu zu kommen, dass DCs immer seltener werden, besonders bei einem Film wie Warcraft, der zu großen Teilen im Computer entsteht. Ein Indiefilmemacher hat natürlich seine Budgetbegrenzungen, aber ansonsten sehr große Freiheiten und regelmäßig einen Final Cut. Dieses Privileg genießen in dieser Größenordnung nur sehr wenige Regisseure. In dem Interview geht Jones als Regisseur mit Erfahrungen in beiden Welten darauf ein.

Die Effekte für einen Film dieser Größenordnung aber fertigzustellen, ist schlicht zu teuer. Gerade wenn es sich um einen eher zaghaften Erfolg wie hier handelt. Und umso größer und effektlastiger die Filme werden, umso seltener werden DCs. Dass diese einen Film nicht unbedingt besser machen, bewies zuletzt der Ultimate Cut von Batman v. Superman, aber bei Warcraft habe ich die Vermutung, dass sehr wichtige Elemente mit Sorge um das Pacing und die Aufmerksamkeit der normalen Kinogänger rausgenommen wurden.

Übrigens auch sehr interessant ist sein Verhältnis zu Mute, seinem langwährenden Science Fiction Projekt, das er gerade in Berlin preppt.

Now you’re in Berlin prepping Mute. You didn’t take a break.
Mute is massively therapeutic for me. It really is. I’m equally proud and furious about Warcraft. I love it. I spent so much time on it. I put all my heart into trying to make it work. Parts of it, I think, work, but it also drives me crazy that I wasn’t able to push through everything that I knew needed to happen in order to make the film I knew it could be.

Höchst interessante und offene Worte von einem Filmemacher, der damit sicher nicht alleine dasteht.

FroxikonCover

Mein Buddy Owley bringt heute seinen zweiten Bildbuch, das Froxikon, ein Lexikon über Frösche heraus! Das Büchlein enthält süße Zeichnungen von vielen Froscharten und wissenswerte Fakten. Erhältlich ist das Werk beim Machaon-Verlag für 18 Franken.

Und mit dem Kauf wird auch noch eine gute Tat vollbacht: Für jedes verkaufte Exemplar gehen 5 Franken an Amphibian Survival, ein vom Zoo Zürich betreutes Projekt zur Erhaltung gefährdeter Amphibienarten.

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AMC

Nach einer großartigen Folge à la Into The Wild mit Nick geht es zurück in die Zivilisation – oder das, was davon übrig ist. Fear The Walking Dead geht dabei keine Risiken ein und zeigt uns Altbekanntes. Schade.

Wie befürchtet, geht es in der 9. Folge von Fear The Walking Dead weiter mit einer der anderen Fluchtgruppen aus dem Halbzeitfinale der 2. Staffel, nämlich Strand, Madison, Ofelia und Alicia. Je weniger über diesen Handlungsstrang gesagt wird, desto besser. Wann immer die Folge zu dem Quartett schneidet, stoppt das Pacing mit quietschenden Reifen. Fear The Walking Dead folgt hier erneut dem verschlissenen Muster aus „Suche nach Unterschlupf“ gefolgt von „vermeintlich sichere Unterkunft“ und „Überraschung, Zombies!“

Ein großer Hotelkomplex am Strand soll nach mehrtägiger Suche nach Nick eine sichere Zuflucht bieten (ein Modell zeigt uns die immense Größe des Anwesens; hier keine Zombies zu vermuten, ist schlicht naiv.), doch die Folge endet mit einer Hommage an die Bar-Szene aus Shaun of the Dead. Ein Cliffhanger, der nicht wie offensichtlich gewollt dem Zuschauer einen kalten Schauder über den Rücken laufen lässt, sondern schlicht zum Lachen anregt.

Strand (Colman Domingo) und Madison gehen an diese Bar, Ofelia und Alicia nach oben in höhere Stockwerke. Dort ergibt sich dann ein hübsches Bild mit Zombies am Balkon, das jedem Ballermann-Urlauber bekannt sein dürfte. Diese fallen hinunter, können mysteriöserweise trotz gebrochener Knochen weitergehen und greifen die Erwachsenen an, die sich an der Bar angetrunken und gegenseitig die Herzen ausgeschüttet haben. So erfahren wir zum Beispiel, dass Madison (Kim Dickens) den Selbstmord ihres Mannes verschwiegen und in einen Autounfall umgedichtet hat.

Dies ist insofern eine dramatische Situation, als dass Madisons Schuld die Beziehung zu ihren Kindern stört und die Situation zuvor mit dem depressiven Vater sicherlich nicht einfach gewesen sein muss. Trotzdem wirkt die Szene, wie so oft in Fear The Walking Dead, angehängt und aufgeklebt. Sie ergibt sich nicht organisch aus einem Spannungsbogen über mehrere Episoden oder als ultimativer Schlag in die Magengrube, nachdem sich der Zuschauer lange Gedanken über die Probleme gemacht hat. Es wird einfach so mitgeteilt, und dabei handelt es sich um eine höchst lieblose Charakterzeichnung.

Dagegen ist Nicks (Frank Dillane) Geschichte auch nicht unbedingt interessanter, aber immerhin origineller. Er wacht in einem leeren Dorf auf und geht den Hügel hinunter zu einer großen Ansammlung der Dorfbewohner. Diese opfern einen bereitwilligen Mann an „die Mauer“ – freilaufende Zombies in einem abgegrenzten Bereich zwischen der Siedlung und dem Rest von Tijuana. (weiterlesen…)

Und Spike Jonze im Pitch-Meeting so: “Ich mach’ einfach nochmal Weapon of Choice, aber mit einer Tänzerin, ist das okay für euch?”
Und Kenzo World so: “Ja, geil!”

Das ist übrigens Margaret Qualley, bekannt aus der Serie The Leftovers aka “Die Beste Serie, die niemand schaut”. Dort weint sie auch ganz oft, tanzt dann aber nicht. So ist das.

Absolutely based. Praise be, Waititi, praise be. Darauf hat das ganze MCU hingearbeitet.

Eigentlich hatte Uwe Boll genug. Er sagte “Fuck you all” zu Hollywood, Crowdfunding und dem Filmemachen. Nun kommt Rampage 3 aber trotz der fehlgeschlagenen Kickstarter-Kampagne am 28. Oktober in die deutschen Heimkinos. Seinem Versprechen in Rente zu gehen hält er jedoch ein. Zum Abschied gab es nun also die einmalige Chance für Moviepilot, Boll während der PR-Kampagne für den Filmcheck zu verbuchen und ihm in einem Rundgang durch eine Videothek ein bisschen auf den Zahn zu fühlen.

Und siehe da, Herr Boll hat einen ziemlich treffsicheren Geschmack. Was auch wieder beweist: Nur weil man Filme schaut und “versteht, was sie gut macht”, heißt doch noch lange nicht, dass man auch gute Filme machen kann. Eine wichtige Lektion für viele Hobbykritiker. Seine Aussagen zum Independentfilm und den Streamingdiensten sind zwar völliger Quatsch, aber insgesamt ist das doch ein süßes Video geworden. Mit Uwe würde ich gerne mal einen trinken gehen.

Und ich möchte bitte ein Gif von ihm vor den ganzen Young Adult Filmreihen und dem Untertitel “Und der ganze Scheiß hier!”.

Update! Danke Stefan! uwe boll young adult