Pokémon Go ist kein gutes Spiel. Das ist nicht schlimm, wenn auch etwas schade. Die Liste der Probleme ist lang. Damit sind nicht die Bugs gemeint, die das Spielvergnügen aktuell plagen. Es geht um grundlegende Designfehler in der aktuellen Version des Spiels.

Die Liste ist lang

So werden Spieler ab einem gewissen Level fast schon zum Kaufen von Items genötigt, da der Fortschritt sonst fast unmöglich ist. Weiterhin können Spieler aktuell Pokémon nicht miteinander tauschen. Die Kämpfe der Pokémon in den Arenen sind lächerlich, da man nur auf den Touchscreen hämmert und keine Attacken auswählen kann. Wilde Pokémon kann man nicht schwächen, sondern muss sie mit Beeren anlocken. Wer aufsteigen will, muss Pokémon fangen. So viele, wie möglich. Dann werden diese verschickt und man erhält Sternenstaub und Bonbons. Das Leveln der Pokémon, ein Prozess bei dem der Spieler eine tiefere Verbindung zu dem Tier formt, ist damit nicht existent.

Die Liste ist noch länger, aber ich ziehe hier mal einen Schlussstrich. Trotz alledem ist Pokémon Go ein Hit. Inzwischen flacht der Hype wieder etwas ab und nach nun genau fünf Wochen Spielzeit befinde ich mich an einem Punkt, an dem ich gerne ein Fazit ziehen würde. (weiterlesen…)

Preacher 107

In der 72. Ausgabe des Wowcasts besprechen wir theoretisch die siebte und achte Folge von Preacher. Praktisch vermeiden René und ich das Gespräch so lange wir können, da wir von der Serie mittlerweile dank ihres lahmarschigen Pacings und der konfusen Story halbwegs die Schnauze voll haben und reden statt dessen über den ebenfalls nicht so prallen Ghostbusters, über Kekse und Games, die Filme The Mind’s Eye, The Shallows und Aaaaaaaah!

Das Intro wurde uns freundlicherweise vom großartigen Herrn Kaschke eingesprochen, Musik und Produktion von 3typen, Outro: Mike & The Mechanics – All I need is a Miracle.

Shownotes:

Trailer: The Shallows
Trailer: The Mind’s Eye
Trailer: Aaaaaaaaah!

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast72.mp3 (114,9MB)
Soundcloud: Wowcast 72: Preacher sucks, Ghostbusters sucks, everything sucks
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast
Bildquelle © AMC

ARRIVAL Teaser Trailer

09 Aug, 2016 · Sascha · Film · 9 comments

The Arrival
Paramount Pictures

Ich habe heute Morgen schon ein paar Worte zu Denis Villneuves Arrival verloren, deshalb mache ich es kurz: Fantastischer Trailer, der überhaupt nichts verrät und trotzdem das Interesse des Zuschauers für sich gewinnt. Sieht extrem schick aus. Hypehypehype!

When mysterious spacecrafts touch down across the globe, an elite team – lead by expert linguist Louise Banks (Amy Adams) – is brought together to investigate. As mankind teeters on the verge of global war, Banks and the team race against time for answers – and to find them, she will take a chance that could threaten her life, and quite possibly humanity.

Jack Johnson steht für chillige Melodien und Surferästhetik. Seit 15 Jahren gehört er zu meinen Lieblingskünstlern und ich kann wahrscheinlich bei keinem anderen Musiker so viele Lieder fehlerlos mitsingen wie bei ihm.

Die Leidenschaft eines Fans sollte aber Grenzen haben. Nur, weil man etwas erkennt und sonst prinzipiell gut findet, sollte das nicht die Empfindsamkeit für geschmackliche Ausrutscher lähmen. Zu dem Urteil komme ich, nachdem ich den neuen Dokumentarfilm All At Once gesehen habe. Johnson war vor seiner Musikarriere professioneller Surfer und filmte während dieser Zeit seine Kollegen. Daraus entstand unter anderem der super chillige Film A Brokedown Melody, eine Mischung aus Musikvideo, Surferästhetik und Lebensweisheiten von Sunnyboys. Außerdem gibt es großartige Filme wie En Concert, die ihn auf einer Tour begleiten und nicht nur für die Ohren ein besonderer Schmaus sind.

All At Once ist aber nichts davon. Der Film ist viel zu kurz, um sich mit einem Thema wirklich tiefgehend zu beschäftigten und kann sich nicht entscheiden, was er will. All At Once springt von Konzerten über Gärten und Ackerbau zum grünen Alltag einer umweltfreundlichen Tour-Infrastruktur. All das ist prinzipiell interessant, aber so simpel und oberflächlich erklärt, dass sich der Inhalt binnen Sekunden offenbart. Insofern handelt es sich hier um die Verfilmung der Aufzählungspunkte auf der Rückseite eines Flyers. Auch visuell kann Tyler Mansons Dokumentarfilm wenig bieten. Die schönsten Shots lassen sich bereits im Trailer finden und er findet zu keinem Zeitpuntk spannende oder kreative Wege, um die Missionierung des Films zu verbergen.

While following Jack’s 2014 west coast tour, this film highlights the Johnson‘s Kokua Hawaii Foundation, the work of the All at Once campaign, and several key non-profit partners and businesses focusing on plastic free initiatives and sustainable local food systems. Additionally, the film highlights the unique way in which the Jack Johnson tour is run.

From traveling on biodiesel buses, to eating organic and locally sourced meals and carefully disposing of waste created along the way. The viewers will experience day-to-day life of touring and the band’s commitment to the environment every step of the way. The goal of the tour and this documentary is to inspire people to get involved, make the right choices, and enjoy the music along the way.

All At Once ist kein sehenswerter Dokumentarfilm, aber die Bewegung an sich ist ein unterstützenswertes Projekt, das Jack und Kollegen seit Jahren mit großer Leidenschaft verfolgen. Das ist zumindest im Film zweifellos zu erkennen.

Comic Woes

09 Aug, 2016 · Sascha · Comics · 2 comments

Sascha Lobo hat in seinem Vortrag auf der diesjährigen re:publica angedroht, Blogger und Internetmenschen mit peinlichen Beiträgen zu erpressen, um sie für sich und sein “Age of Trotzdem” zu rekrutieren. Ich schreibe diese Worte gerade in dem vollen Bewusstsein, dass dies so ein Beitrag sein wird. Ich habe auch lange darüber nachgedacht, ob ich ihn wirklich veröffentlichen soll. Nun lag er hier, fertig geschrieben, seit Monaten in der Entwurfablage und ich habe mich, das ist für euch zu diesem Zeitpunkt keine Überraschung mehr, doch dafür entschieden. Weil mich da eine Sache sehr nervt; und ich vielleicht einen da draußen erreiche, der mich versteht.

divbar

Auf meiner ewigen Suche nach dem ultimativen First World Problem bin ich auf einen vielversprechenden neuen Kandidaten gestoßen. Ich bin ein großer Fans des brasilianischen Comic-Künstlers Léo, dessen Science Fiction Reihen mir über die Jahre sehr ans Herzen gewachsen sind. Vor allem seine Trilogie um die retrofuturistischen Siedler nahe den Sternen Betelgeuze und Aldebaran sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die Geschichte, auch wenn sie in der Zukunft spielt, kann sehr gut das Frontierleben des Wilden Westens darstellen, inklusive einem cleveren Twist, der die Exploration der neuen Planeten zu einem spannenden Mix aus Science Fiction und einer Jules Verne Abenteuergeschichte aus dem 19. Jahrhundert gestaltet.

Betelgeuze und Alderbaran gibt es von Epsilon seit Jahren als Gesamtband. Dabei handelt es sich um wunderschöne, massive Comics im Din A4 Format von Epsilon. Als die beiden Teile vor vielen Jahren erschienen, kaufte ich sie mir und verschlang sie binnen Stunden. Seither warte ich auf die Fortsetzung Antares, die der Verlag Epsilon nur mit einiger Verzögerung mehrteilig auf den Markt brachte. Die Versprechungen, dass auch Antares, sofern die Reihe abgeschlossen ist, als Gesamtband erscheinen würde, gibt es schon ewig. Seit mehr als einem halben Jahrzehnt checke ich regelmäßig Updates im deutschen Comicforum. Der Frust dort ist groß. Selbst die einzelnen Teile erschienen dort nur mit massiver Verzögerung. Mein Lieblingszitat: “Anatares 6 erscheint bei Epsilon auch im November. Unklar ist nur in welchem Jahrhundert.” Das gleiche Problem betrifft übrigens auch die Reihe Golden City, ebenfalls von Epsilon verlegt.

antares
Splitter

Doch zur Jahreswende dann der Knaller: Der Splitterverlag hatte angekündigt, dass man in Zukunft die Leo-Lizenz für Deutschland übernommen hätte und die Comics fortan veröffentlichen würde. Dieser Veröffentlichungsmarathon geht nun endlich Anfang Oktober zu Ende, wenn der sechste Teil der Antares-Reihe auf den Markt kommt. Eigentlich wäre das ein Grund zur Freude – und das ist er auch, ich warte seit Jahren auf den Ausgang der Geschichte um die Hauptfigur -, aber eine Gesamtausgabe ist nicht geplant. Schlussendlich werden die Comics dann im Regal lieblos nebeneinander stehen und ich finde es als Sammler nervig, wenn dann dort nicht drei Gesamtausgaben, sondern zwei dicke neben sechs dünnen Comics stehen, die dazu noch nicht einmal die gleiche Größe haben.

splitter epsilon vergleich

Wie oben beschrieben, handelt es sich hier um das größte Nicht-Problem aller Zeiten. Dann kaufe ich mir halt einfach in Zukunft die gesamten Ausgaben bei Splitter und kann die Geschichte zeitnah ohne größeren Frust und Ärger konsumieren. In einem Interview mit Comic-Report hat Horst Gotta vom Splitter-Verlag ebenfalls die Bedenken der Fans aufgegriffen und diverse andere Serien in Aussicht gestellt.

Für 2016 sind einige Überraschungen bekannt gegeben worden. Der Einzug des Science-Fiction-Kosmos von Leo hatte sich zwar zuletzt mit Centaurus angekündigt, aber jetzt kommen mit Antares und Namibia auch Serien zu Splitter, die Konkurrent EPSiLON im Programm hatte. Wie kam es dazu?

Mit den Problemen auf anderer Seite wurden diese Lizenzen allgemein frei (auch weitere Leo-Serien) und wir wurden direkt gefragt, ob wir sie alle bringen wollen. Wir entschieden uns, erst einmal ein Angebot für zwei Serien abzugeben und den Rest der Entscheidungen auf 2017 zu verschieben. Das ist Status. …

Was kommen wird, entscheidet sich nach dem Erfolg dieses Kern-Universums. Die Autorenpflege ist ein großes Grundprinzip unseres Handelns … trotzdem sind diese Lizenzen – unseres Wissens nach – weiterhin frei, von uns nicht blockiert.

Wir haben beim Lizenzgeber jedoch angesprochen, dass wir, bei Erfolg, das Leo Universum komplett verlegen werden. Das war ein wichtiges Anliegen des Lizenzgebers Dargaud, da sie diese in Frankreich sehr erfolgreichen Serien in Deutschland bei einem Verlag sehen wollen.

Das ist auch der Wunsch der Fans von Leos Serien. Sie würden gerne alle seine Comics bei Splitter sehen, weil sie über viele Jahre – wider besseren Wissens – von anderer Seite stiefmütterlich behandelt wurden. Deshalb gezielt gefragt: Wie stehen die Chancen, das auch Aldebaran, Kenya & Co. eine Heimat bei Splitter finden?

Meine Antwort zuvor nimmt den Gedanken schon auf. Wir bringen erst einmal diesen aktuellen Katalog hinter uns … eine weitergehende Entscheidung fällt frühestens Sommer 2016. Der massive Start soll jedoch klar machen, dass wir es (wie immer) ernst meinen. Viele Leo-Fans haben lange genug gewartet.

Na das hört sich doch fantastisch an. Centaraus gefällt mir auf Anhieb und auch die restlichen Comic haben mich immer interessiert, aber die Veröffentlichungspolitik des früheren Verlags hat mich stets abgeschreckt.

Insofern ist dies ein langer Post, der
1. Freude über das langjährige Warten ausdrücken will,
2. die “Neuigkeit” über diese Comicveröffentlichung (mit einiger Verspätung) verkündet,
3. aber über die visuelle Darstellung im Regal nach so langer Wartezeit jammern will.

Meh.


Paramount Pictures

USA Today gibt uns mit diesen zwei Bildern einen ersten Eindruck von Denis Villeneuves neuem Film Arrival. Dieser hieß früher einmal The Story of Your Life und ist nicht umsonst sehr weit oben auf meiner Liste der diesjährigen Filmhighlights gelandet: Im Film landen überall auf der Welt UFOs. Niemand kann mit den Außerirdischen kommunizieren, es herrscht Angst und Verwirrung. Amy Adams spielt eine Linguistin, die in einem Team von Experten zur Kommunikation mit den Außerirdischen herangezogen wird. Amy Adams lobt im Artikel auf USA Today die Ästhetik des Films, aber es sind vor allem Jeremy Renners Worte, die mich durchdrehen lassen.

Arrival feels like “if you blended a (Stanley) Kubrick and a (Steven) Spielberg movie,” Renner says, and instead of a “big Michael Bay alien movie,” the new film is more along the lines of Close Encounters of the Third Kind (!) and Contact (!). (!!!) (emphasis mine)

“If you’re a parent, it’s going to wreck you,” he adds. “It’s big and there are thriller elements and tension, but it’s going to lean much more into a thinking person’s film.”

I-ich… ich muss mich mal setzen… Denis Villeneuve hat noch keinen schlechten Film gemacht (einer der wenigen Gründe, neben dem Cast, weshalb ich gegenüber dem Blade Runner Sequel unter seiner Regie nicht nur negativ eingestimmt bin) und das hier hört sich nach einem Film an, der wie für mich gemacht wurde. Kinostart ist der 10. November und einen Trailer dürften wir daher wohl auch bald erhalten. Die ersten Bilder zeigen noch nicht viel, aber sie kreieren definitiv den Eindruck, dass hier nachdenklich, besonnen und vorsichtig seitens der Figuren agiert wird. Set mood to hype!


Paramount Pictures

Devin Faraci von Birth.Movies.Death hat außerdem bereits Szenen aus dem Film auf der CinemaCon sehen dürfen und war ebenfalls schwer beeindruckt.

Das ist etwas im System schiefgelaufen. Die BBC hat ausversehen zu einer Tierdoku die Untertitel von einem Aziz Ansari Special eingeblendet und das Ergebnis ist zum Totlachen.

Ich mag den leicht metaphysischen Flair und dass der Trailer sehr viel zeigt, ich habe keine Gefühl dafür habe, wie ich das Footage kohärent ordnen könnte. Regisseur/Drehbuchautor Kim Nguyen soll sich außerdem für seine Geschichte an den Werken von Haruki Murakami orientiert haben. Sold.