iOS Autocomplete Song

12 Oct, 2014 · Sascha · Musik · 3 comments

Der wunderbare Jonathan Mann komponiert in der 2110. Ausgabe seines A Song A Day Projektes ein Lied aus der iOS Autocomplete-Funktion, die ich schon längst entnervt abgestellt habe. Ich schätze Mann als Künstler wirklich sehr, insbesondere wenn er aus so schierbar unmöglichem Kauderwelsch wie hier einen Song dreht, den man so im Radio spielen könnte, obwohl er sich wie dieses uralte 4chan Meme anhört: Has Anyone Really Been Far Even as Decided to Use Even Go Want to do Look More Like?

In Episode 160 des Scriptnotes Podcasts von John August und Craig Mazin widmen sich die beiden Drehbuchautoren dem Phänomen, dass Menschen ihrer Kunst fast automatisch, nach einer gewisser Zeit, ans Ende der Welt denken müssen. Ich konnte mich da sehr wiederfinden. Fast jedes Mal, wenn ich einen kreativen Ansporn erhalte, hat es was mit dem Ende der Welt zu tun und Craig Mazin hat mir da total die Augen geöffnet: Ich bin Piggy:

John: Well, at a certain point, it stops becoming just, you know, exponentially more tragic and just becomes, wow, it’s completely new framework for how you have to think about sort of what’s there and what’s next.

I think you also hit on that sense of it’s self-loathing but we also have this inner question about like, well, what would I do if I didn’t have all these things.

Craig: Mm-hmm.

John: In sort of a stoicism that kicks in where I don’t need all these trappings around me. If I can get back to a primitive, more simpler time, I could be great. I could be a king in an earlier time.

Craig: Mm-hmm.

John: And that I think is a fascination as well. It’s that question of, what would it be like if I were in a time back before we had all these things.
Craig: Absolutely.

John: Even back to Twain’s like, you know, a Connecticut Yankee at King Arthur’s Court, that sense of like what it would be like to be transported back to a place that was simpler.

Craig: And this is particularly seductive for writers.

John: Yeah.

Craig: Writers typically don’t grow up as the head of the cheerleading squad or the quarterback. When writers sit down to imagine starting with a blank slate, they very often drift into a classic conflict between might makes right, and rationality and what we would call enlightened wisdom.

John: Yes.

Craig: And of course, the screenwriter, the novelist, they [laughs] tend to represent the power of the mind and goodness as opposed to I’m going to hit you over the head and drag you away. If you want to look at the cleanest, simplest version of that, screenwriters are Piggy in Lord of the Flies and the people that used to beat up screenwriters are Jack [laughs] from Lord of the Flies.

Men Women Children Poster
Paramount Pictures

Jason Reitman kehrt nach seinem schlecht vermarkteten Film Labor Day wieder mit einer Literaturadaption zurück und es geht um den Internetgebrauch von Men, Women & Children. Ein fürchterlicher Titel, aber er beruht auf dem Roman von Chat Kultgen aus dem Jahr 2011. In diesem geht es um eine Gruppe von vernetzten Kleinstadtmenschen, die übers Netz Erlösung für ihr eingeschlafenes Sexleben suchen oder durchs Netz erst Probleme kriegen. Der erste Teaser ist verdammt stark und atmosphärisch.

A look at the sexual frustrations that young teenagers and adults face in today’s world.

Der richtige Trailer überzeugt dann schon eher weniger. Filme, die sich mit dem Internet befassen, leiden prinzipiell unter dem Problem, dass sie bereits in dem Moment ihrer Premiere outdated sind. Dazu sind die Themen allesamt nicht neu und sie kompakt in einem Film zu behandeln ist gefährlich, da man leicht in ammenmärchenhafte Territorien abdriften kann und nur eine Kariktur dessen zeigt, was eigentlich sorgfältig abgebildet gehört. Immerhin zeigt uns der Film Adam Sandler mal wieder in einer seriösen Rolle und dazu gibt es eines der schönsten Poster des Jahres, das ist ja auch eine Leistung.

Ob Jason Reitman wieder überzeugen kann, wird man in Deutschland ab dem 11. Dezember herausfinden. Dann startet Men, Women & Children nämlich unter dem Namen #Zeitgeist in den hiesigen Kinos. Das ist übrigens einer der seltenen Fälle, in dem die deutsche Übersetzung einen Titel wahrhaftig verbessert.

Bleiben wir beim Thema: Tony Zhou hat in seiner Video-Essay-Serie Every Frame A Picture höchst interessant dargestellt, wie Regisseure seit ein paar Jahren das Texting ihrer Figuren visualisieren.

Mission Accomplished

10 Oct, 2014 · Sascha · Fernsehen,Personal · 3 comments

Twin Peaks Uni

Ich habe mich auf Grund der frohen Kunde zu Beginn der Woche mal in mein iPhone Photoarchiv begeben und diese Perle aus meinen Studententagen ausgegraben.

Tomorrowland – Teaser Trailer

10 Oct, 2014 · Sascha · Film · 0 comments

Damon Lindelofs Tomorrowland, das Brad Bird für Disney mit George Clooney in der Hauptrolle verfilmte, hat nun einen ersten Teaser Trailer. Viel wird natürlich ganz in der Tradition von Abrams’ Mystery-Box nicht verraten, aber Clooney wird ein Tüftlergenie mit einer Verbindung zum realen Disney-Tomorrowland und dem Disney Imagineering Team spielen, das eine Entdeckung machen wird, die die Welt retten kann. Oder so. Die Bilder erinnern jedenfalls an die utopischen und futuristischen Gemälde von Robert McCall und das ist ein dickes Plus.

Mit dabei sind Judy Greer, Britt Robertson aus Under The Dome und Hugh Laurie als böser Walt Disney Verschnitt (oder einfach nur Walt Disney; kommt drauf an, wen man fragt). Disney hat hier viel Talent ins Boot geholt, so wird Lindelof/Bird Kollaborateur Michael Giacchino die Filmmusik komponieren. Ich erhoffe mir viel von dem Film. Kinostart ist der 28. Mai 2015.

tomorrowland
Disney

Bound by a shared destiny, a teen bursting with scientific curiosity and a former boy-genius inventor embark on a mission to unearth the secrets of a place somewhere in time and space that exists in their collective memory.

jurassic_world

Da ich in den letzten Wochen nicht so regelmäßig zum Bloggen gekommen bin, wie ich mir das wünsche, hatte ich es verpasst die zwei coolen Set-Tweets von Jurassic World Regisseur Colin Trevorrow hier erwähnen. Einmal widmete er dem verstorbenen Großmeister Sir Richard Attenborough zu dessen Tod ein In Memoriam sowie ein Photo der Statue für die Figur des Schauspielers. John Hammond dürfte wohl leider ähnlich wie sein Schauspieler zum Zeitpunkt des neuen Films verstorben sein, schon 1997 erschien die Figur in Lost World: Jurassic Park als angeschlagen und krank.

Weiterhin twitterte der Regisseur das East Dock Sign, das Nedry im ersten Teil mit seinem Jeep umfährt. Ich bezweifle, dass sich der Plot, wie zum Beispiel Telltales Videospieladaption es tat, näher mit den dort verschollenen Embryos auseinandersetzen wird. Aber ich sehe es als weiteres Zeichen dafür, dass ich in der Einschätzung richtig liege, dass wir im Laufe des Chaos auch in die alten und verlassenen Gebiete der Insel kommen.

Ich empfinde die Bilder nicht als Spoiler, aber für den Fall der Fälle habe ich die sie erst nach dem Klick eingefügt. (weiterlesen…)

Ich bin mir eigentlich fast sicher mal über Scout Tafoyas Video-Essay-Reihe The Unloved gebloggt zu haben, aber ich kann den Beitrag gerade nicht finden. Anyway, Scout widmet sich Filmen, die, wie der Name schon, sagt nicht wirklich beliebt sind. In seiner Reihe gibt er Filmen wie Transcendence, The Sorcerer oder Alien³ eine zweite Chance und beleuchtet Aspekte, die in der Netzdebatte untergangen sind und die für ihn den Film durchaus sehenswert machen. Ich finde mich da sehr selten in der Position wieder, wo ich ihm widersprechen würde. Er behandelt aber auch fast immer Filme, die ich – mit wenigen Ausnahmen – ohnehin bereits in mein Herz geschlossen habe. So verhält es sich auch mit M. Night Shyamalans The Village, dessen erste vier Hollywoodstreifen ich leidenschaftlich bis in den Tod verteidigen werde. Inzwischen produziert er seine Videos sogar für RogerEbert.com und widerspricht (korrekterweise) dem großen Meister vehement. (Scout Tafoya hat übrigens weniger Twitter-Follower als ich, was ich absolute Schande empfinde. Bitte ändert das.)

The Great Martian War

08 Oct, 2014 · Sascha · Alles sonst so · 0 comments

Ancient Alien Guy Der History Channel hatte letztes Jahr ein zweiteiliges Special zum fiktiven (nur zur Erinnerung) Great Martian War ausgestrahlt, in dem Wissenschaftler und Augenzeugen 100 Jahre später über die Invasion vom Mars sprechen und einen außerirdischen Code enthüllen wollen. In der heftig an H.G. Wells angelehnte Mockumentary sieht man dann Tripods durch echte Aufnahmen des 1. Weltkriegs laufen. Hammer!

Vor einer Woche dann hat die Digitalschmiede Plazma ein enorm schickes Video mit all den Mashupaufnahmen aus dem Special hochgeladen, unterlegt mit dem absoluten Kickass-Track “88” von Working for a Nuclear Free City. Hier noch ein Portrait der unterschiedlichen Tripods und hier eine Gallerie mit Bildern der fiktiven Kämpfe. Ich wünsche mir ja fast, dass es so gewesen wäre und nicht anders. (via René)

Das Ganze gibt es auch als Table Top namens “All Quiet on the Martian Front“. Hihi! (Danke Herwig)