Ich bin eigentlich recht bewandert, was YouTube Gaming angeht, aber ich habe vorsichtshalber mal noch “DayZ” in den Titel eingefügt… vielleicht habe ich ja etwas übersehen. Trotzdem hat sich mein Lieblingsyoutuber in Sachen Gaming, FrankieonPCin1080p, mit seinem neuen DayZ-Video selbst übertroffen.

Frankie sticht aus der Masse an YouTubern heraus. Er betreibt als einer von ganz wenigen Leuten, die auf seinem Klickniveau agieren, den Job als Nebenberuf und veröffentlicht eher, wenn er wirklich etwas zu sagen oder zeigen hat. Er verweigert sich dem Du-musst-stetig-uploaden-Algorithmus auf YouTube und investiert selbst mehrere Tausend Euro in seine Videos. Die Minigun, die man am Ende des Videos sieht, hat er selbst bei den Entwicklern in Auftrag gegeben und mit seinem Geld aus Werbeeinnahmen bezahlt.

Ich schaue Frankie seit nun etwas mehr als vier Jahren. Besonders seine großartige DayZ-Serie zog mich stets in ihren Bann, weil sie so kongenial normales Gameplay mit einer Brise Rollenspiel und einem Schnitt verbindet, der auf das Erzählen einer Geschichte ausgelegt ist. Frankies Videos sind nicht wie der große Rest der Let’s Play einfache Spielevorstellungen, Reviews oder einfaches Gameplay, sondern wirken fast wie Episoden einer Serie.

Besonders eben dieses neue Video sticht aus dem Rest nochmals hervor. Die Momente, die er dieses Mal verbindet, erzählen in Zusammenarbeit mit der erheblich besseren Arma 3: DayZ Mod, die DayZ Standalone locker in den Schatten stellt, eine tolle Geschichte. Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr YouTuber an Frankies Leidenschaft und Arbeitsethos orientieren würden.

Stranger Things Poster
Netflix

Manchmal passiert es, dass man selbst als Blogger, der ja aus Prinzip vielen unterschiedlichen Kanälen im Internet folgen muss, etwas verpasst. Und so geschah es, dass ich bis vor wenigen Minuten nichts von Stranger Things wusste; eine Serie, die nun wahrscheinlich zu meinem Jahreshighlight werden könnte. Die Referenzen von Netflix’ neuer Serie sind offensichtlich, aber das Endprodukt scheint wie für mich gemacht: Verschwörungsgedöhns, Achtziger, Vorstadt, Spielbergs Amblin-Vibe, Stephen King und… Aliens? Yes, please!

Stranger Things startet am 15. Juli 2016 auf Netflix. Es ist nicht der erste Versuch, diesen ikonischen Nostalgiemix wieder aufleben zu lassen, doch vielleicht gelingt es Stranger Things mit seiner seriellen Erzählung mehr als zum Beispiel Super 8 zu schöpfen. JJ Abrams schuf eine charmant besetzte und süße Geschichte um eine Gruppe von Kids, die einen Film drehen wollten. Das Problem war nur, dass Abrams mit Super 8 auch einen Film über ein Alien drehen wollte.

Set in Hawkins Indiana in the 1980’s, Stranger Things chronicles the search for a young boy who vanishes into thin air under highly suspicious circumstances. His mother (Winona Ryder) opens an investigation into the boy’s disappearance with local authorities that unravels a series of mysteries involving top-secret government experiments, terrifying supernatural forces and one very strange little girl. A love letter to the ubiquitous cult classics of the 80’s, Stranger Things is a coming of age story for three boys that draws this quaint community into a world where mysteries lurk beneath the surface.

Wie gewohnt wird Netflix alle 10 Folgen auf einmal veröffentlichen und wenn man mir kurz den Exkurs erlauben wird (müsst ihr, mein Blog), ich finde das bedauernswert. Gerade eben bei einer Mysterieserie. Aber insgesamt war ich nie ohnehin ein großer Freund des Bingewatchingmodells und die Zahlen bei Netflix belegen schließlich, dass eher weniger Leute bingewatchen als uns das Marketing und das zum Mythos gewordene Meme glauben weismachen wollen.

Netflix hat ein Pacing-Problem. Als House of Cards damals zum ersten großen Erfolg mutierte, konnte man Kevin Spacey posaunen hören, dass Netflix der Pilot-Season die Stirn geboten hat. Viele andere Sender wären interessiert gewesen, aber David Fincher hätte zuerst einen Piloten drehen sollen bevor eine gesamte Staffel produziert worden wäre. Netflix dagegen finanziert ganze Staffeln in einem. Für Spacey ein Glücksfall, immerhin muss nicht alles in einen Piloten gesteckt werden, das später in einer Staffel wichtig wird. Sicherlich hat er dort einen Punkt, aber ein guter Pilot agiert auch oftmals wie ein Paukenschlag. Was vielleicht damals bei House of Cards gut funktionierte, wurde jedoch zum Netflix-Modell: 13 Episoden, in einem produziert, direkt in einem Rutsch veröffentlicht.

Nur das Modell passt eben nicht zu allen Serien, sprich es lässt sich nicht auf alle Geschichten gleich gut anwenden. Die Struktur einer seriellen Veröffentlichung wirkt sich eben stark auf die Narration aus. Normale Networkshows können es sich nicht leisten, mal ein paar Episoden zäh wie Gummi zu erzählen, sondern müssen um die Aufmerksamkeit des Zuschauers Woche um Woche kämpfen. Dass dieser Druck natürlich jahrelang auch oft negative Nebeneffekte hatte, möchte ich gar nicht von der Hand weisen. Aber nach Marco Polo und anderen Reinfällen hat man bei Netflix gelernt. Inzwischen experimentiert man mit dem Format. Bloodline senkte seine Episodenzahl von 13 auf 10 Stück in der zweiten Staffel, Master of None kam mit nur acht aus, ebenso Marseille und Flaked. Netflix lernt.

Was würde ich mich freuen, wenn man nun auch mit der Veröffentlichung ähnlich experimentieren würde. Gerade eine gute Mysterieserie würde doch wöchentlich, ähnlich wie Game of Thrones oder LOST, Buzz generieren, der Netflix auch zusätzliche Abonnenten einbringen würde. Anyway, ich freue mich riesig auf Stranger Things und bin so oder so froh, dass die Serie produziert wurde.

We’ll Sleep When The Fire Dies

11 Jun, 2016 · Sascha · Kunst · 0 comments

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Super hübscher Glow-in-the-Dark Screenprint bei Arsenal Handicraft für $50.

Fuck CinemaSins

11 Jun, 2016 · Sascha · Film · 7 comments

Ich bin schuldig. Natürlich. Auch ich habe die viralen CinemaSins-Videos gepostet, die auf zunächst ganz unterhaltsame Art und Weise einige Logiklöcher aus Filmen visuell aufbereiteten. Die Videos brachten auch Klicks, was natürlich eine Motivation ist, sie zu posten. Ich hörte vor etwas mehr als zwei Jahren damit auf.

Ich hätte es früher tun sollen. (weiterlesen…)

Und hier die zwei für mich rätselhaftesten Werbeclips für Filme seit langer, langer Zeit. Ich meine, ich versteh’s. Es geht um Aufmerksamkeit um jeden Preis. Die Marke muss raus an die Leute gebracht werden und wenn nun die Fußballeuropameisterschaft für vier Wochen alle in ihren Bann zieht, macht sich der normale Kinogänger weniger Gedanken darum, was am Donnerstag in den Lichtspielhäusern anläuft. Aber muss man sich deshalb derart anbiedern? Wie unglaublich unsexy sind diese zwei Clips denn bitte?! Und überhaupt: Als ob jetzt die Schnittmenge zwischen den Fußballfans und diesen zwei Filmen so groß wäre, als dass sich das lohnt. Nein, nein. Bäh!

Die neue Ausgabe der WASD – das beste Gaming-Magazin der Welt – ist draußen! Ich bin super stolz, dieses Mal auch einen Beitrag über das apokalyptische Ende meines geliebten Star Wars Galaxies beigesteuert zu haben und zur Feier des Tages verlose ich eine Ausgabe hier im Blog.

Um teilzunehmen, hinterlässt du mir einen Kommentar mit deiner Lieblingsgeschichte in Videospielform sowie einer Begründung unter diesem Post bis zum kommenden Sonntag (12. Juni 2016, 24 Uhr). Den Gewinner zieht wie immer random.org.

Schlüpfrige Fanfiction, berühmte Computerspielerzähler, abgedroschene Story-Klischees und – natürlich! – elaborierte Betrachtungen zum Trendgenre der „Bonsai-Simulatoren“: Das alles erwartet Euch in Ausgabe Nr. 9. Wir streiten über Zwischensequenzen, beschweren uns über das Niveau vieler Computerspielgeschichten, machen aus Klassikern der Weltliteratur die Spieleblockbuster der Zukunft und halten das alles zusammen mit viel Wahnsinn und dem schönsten Layout aller Spielemagazine.

WASD 09 – Once Upon A Game: Über das Geschichtenerzählen in Computerspielen

Mal abgesehen davon, dass J.K. Rowling gerade mit ihrem Vermächtnis einen auf George Lucas macht und diese ganze Cursed Child-Geschichte auch nur dazu dient, eine Vorlage für den ohnehin unausweichlichen Legasequel-Film in 10 Jahren zu haben ohne aber ein Buch veröffentlichen zu müssen, finde ich diese revisionistische Art von Rowling bezüglich Hermine und ihrer Vergangenheit höchst befremdlich.

Natürlich soll sich dies nicht gegen die Besetzung von Noma Dumezweni, eine Schauspielerin mit schwarzer Hautfarbe, als Hermine Granger richten. Die Figur kann natürlich neu besetzt werden und in einer neuen Erzählung problemlos nun neu interpretiert werden. Das kann und muss so klar ausgesprochen werden, angesichts der widerlichen rassistischen Kommentare im Internet.

Die Art, wie Rowling gegen diese Leute online vorgeht, mag jedoch verwirren. Als wäre eine klare Fürsprache der Autorin des Stücks und Erfinderin der Figur nicht genug, geht sie einen Schritt weiter: Sie erklärt, dass die Hautfarbe Hermines nie offiziell kanonisch geregelt war. Die Idee der Beschwichtigung ist nobel. Nur stimmt es schlicht nicht. (weiterlesen…)

Oh, it’s brutal! Die E3 steht vor der Tür und Youtuber CrowbCat haut eines der vernichtesten Videos raus, das ich seit langer Zeit gesehen habe. Auf ganz nüchterne Weise zeigt er, wie sich Momente und Szenerien aus den Vorführungen der Spiele, die Ubisoft bei den E3-Präsentationen der letzten Jahre zeigte, grafisch dramatisch von dem Endprodukt unterscheiden.

Dabei unterscheidet sich nicht nur die Grafik extrem vom fertigen Spiel, sondern es sind auch viele zusätzliche Elemente zu sehen, die die Spielewelt besser, größer und belebter erscheinen lassen. Das liegt mitunter daran, dass – sofern überhaupt Gameplay-Szenen gezeigt werden – oftmals außerhalb dieser Präsentation wenig vom Spiel bis dato existiert. So gab Sean Vanaman, der Chef des Entwicklerstudios hinter Firewatch, jüngst gegenüber IGN zu, dass man bei der Veröffentlichung des Gameplay-Videos noch kein Stück mehr des Spiels erschaffen hatte. Dies ging für Campo Santo jedoch gut aus. Die Szenen in Firewatch spielen sich fast identisch so wie im Video ab und auch der Rest des Spiels ist stimmig.

Ich stolperte vor ein paar Tagen dank diesen Facebook-Jahresmeldungen auf einen Post von mir aus dem Jahr 2012, als ich wie viele andere völlig begeistert den Watch_Dogs Trailer teilte, lediglich mit dem Kommentar “Wow.” versehen. Als das Spiel dann erschien, habe ich es mir auf Grund der Downgrade-Debatte nicht einmal mehr gekauft. Erst heute, weil Watch_Dogs 2 bald erscheinen wird, habe ich mir den Titel als unschlagbares Schnäppchen bei Steam gekauft, wo er wohl unangespielt in der Bibliothek versauern wird. Nach der Ankündigung des Sequels, das seinen Protagonisten (als ob es an ihm gelegen hätte) und das Setting für eine Art Spin-off-Staffel von Mr. Robot hinter sich lässt, fängt die Diskussion aber von Neuem an. Mich lässt das Footage kalt. Dieses pre-gerenderte Zeug soll lediglich den Hype generieren, um die Vorbestellungen anzukurbeln. Das hat nichts mit dem fertigen Spiel zu tun. Mir ist dies klar, vielen jüngeren Konsumenten aber nicht. Man lernt eben dazu. Gut, dass dieses Video dabei hilft.