Die im Juni aufgenommene Live-Show von The National in Paris, bei der einige Songs aus “Sleep Well Beasts” zum ersten Mal vor Publikum gespielt wurden, ist wieder online. Pitchwork nahm den Auftritt damals zum großen Unmut vieler Fans nach ein paar Tagen wieder offline, wahrscheinlich aus irgendwelchen rechtlichen Gründen. Nun ist das Teil wieder online, grandioser Auftritt. Ich habe mir inzwischen übrigens jetzt doch Karten besorgen können und blicke überglücklich dem Oktober entgegen.

Setlist:

0:32 – Nobody Else Will Be There
4:53 – Day I Die
9:35 – Matt discusses his coffeepot of wine
10:02 – Walk It Back
16:25 – The System Only Dreams in Total Darkness
20:48 – Guilty Party
26:48 – Carin At the Liquor Store
30:36 – Apartment Story
34:29 – Daughters of the Soho Riots
39:20 – Sleep Well Beast
46:48 – Fake Empire
51:35 – Terrible Love
56:21 – Turtleneck

Aaron Dessner von The National hat für sich und seine Band ein perfektes Aufnahmestudio aufs Grundstück gebaut, welches man auch auf dem Cover des neuen Albums “Sleep Well Beast” in Szene gesetzt bestaunen darf. Die fünf Bandmitglieder sowie einige bekannte Gesichter haben sich dort zusammen vor einiger Zeit mit dem Oscar-nominierten Filmemacher Marshall Curry getroffen, um die Aufnahme der neuen Platte in 360°/VR zu dokumentieren. Herausgekommen ist ein annehmlich Bandportrait, das nie an das Meisterwerk Mistaken for Strangers von Berningers eigenem Bruder herankommen kann. Trotzdem ist es auf jeden Fall auf Grund der Soundbites und Einblicke in die Entstehung von “Sleep Well Beast” wert gesehen zu werden.

Der Live-Auftritt auf der runden Bühne im Video war Teil einer CBS This Morning Performance, die auch den Weg online gefunden hat. (weiterlesen…)

Dieser Artikel erschien zuerst in der 11. Ausgabe des WASD-Magazins.

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Videospiele sehen schwarz und zeigen extreme Konsequenzen und Reaktionen auf den Klimawandel

Spoiler-Warnung: Dieser Text verrät das Ende einiger Spielewelten. Und noch eine Spoiler-Warnung: Wenn das mit der Umweltzerstörung so weitergeht, dann verabschiedet sich irgendwann auch die echte Welt. Für diese deprimierende Tatsache, haben einige Videospiele ein paar faszinierende Antworten parat.

Die Ozeane erwärmen sich schneller als befürchtet, das Arktiseis schmilzt, jedes Jahr erleben wir neue Hitzerekorde, in Afrika kommt es zu immer schlimmeren Dürren und die Waldbrände in den USA mutieren zu einem ganzjährigen Phänomen. Es stimmt schon: Der Planet hat schlimmere Phasen in seiner Geschichte durchlebt – der Mensch allerdings nicht.

Meteoriteneinschläge, Ausbrüche von Supervulkanen, Eiszeiten – insgesamt hat das Leben auf der Erde bisher fünf Phasen des Massenaussterbens überlebt. Biologen warnen, dass aktuell die sechste Phase ansteht: Das Anthropozän, das durch den Menschen geprägte Zeitalter, könnte bis zu 75 Prozent der Spezies ausrotten. Aber es will uns einfach nicht gelingen, das Ruder herumzureißen, um das Absterben der Flora und Fauna aufzuhalten.

Extremfall als Normalität

In Videospielen sind lebensfeindliche Umgebungen ja nicht gerade eine Rarität. Die “Fallout”-Serie handelt von der Welt nach einem verheerenden Atomkrieg, in “Half-Life” muss Gordon Freeman die Menschen vor Außerirdischen retten und in zahllosen Spielen wollen uns Zombies an den Hals. Einige Konzepte jonglieren mit den Genrekonventionen, wie jüngst “Everybody’s Gone To The Rapture”, aber im Kern geht es meist ums nackte Überleben. Und so bedrohend diese Momente auch sein können, meist beschränkt sich die Gefahr auf das Individuum, den Spieler, nicht den Planeten.

Hier und da allerdings, lassen Videospiele den Helden in der Postapokalypse nicht mehr nur kosmetische Großtaten vollbringen, sondern gleich ein neues Zeitalter einläuten. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Spieler in der tristen Klima-Apokalypse verweilen oder zaghaft versuchen musste, die Zivilisation wiederaufzubauen. Im Gegenteil: In manchen Spielen, kann er den ganzen Quatsch gleich ganz beenden – und der Welt so etwas Erholung gönnen. Dass diese Geschichten dann eben oft mit einem herben Dämpfer für die Menschheit enden, ist dann ein Teil der Botschaft, ganz so als wolle man uns sanft anstupsen und darauf hinweisen, es bitteschön erst gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Und vielleicht ist die Hoffnung dahinter, dass sich Spieler und Spielerinnen vom Couchpotato zu AktivistInnen entwickeln, wenn sie sehen, welche radikalen Schritte irgendwann nötig wären, um die Flora und Fauna zu retten.

Under The Sea

Während das Great Barrier Reef letztes Jahr von Wissenschaftlern für quasi tot erklärt wurde, konnten sich Indiegamer immerhin noch “Abzûs” Korallenriffe bewundern. Entgegen der religiösen Wanderung durch düstere Täler und Wüsten des spirituellen Vorgängers *Journey bietet “Abzû” flinkes Gameplay in einem lebhaften Ozean. Trotz der zahlreichen Bewohner und farbenfrohen Pflanzenwelt ist diese Unterwasserwelt aber nicht so paradiesisch, wie es auf den ersten Blick scheint. In Wahrheit bedroht nämlich eine von Menschenhand kreierte Technologie die Natur.

In “Abzû” verleiht eine natürliche Machtquelle der Zivilisation ihre Kraft, doch ihre Gier nach mehr führt zu ihrer technologischen Apokalypse, die selbst nach dem Verschwinden der Menschen die Bewohner des Meeres nachhaltig bedroht. Der Twist: Der spielbare Sporttaucher entpuppt sich als menschenähnlicher Roboter, der realisiert, dass nicht der stereotypische weiße Hai sein Feind ist, sondern er selbst ausgerechnet die Macht zerstören muss, die ihm Leben einhaucht. Denn nur so hat die Natur eine Chance und symbolisch wächst am Ende Gras in Zeitraffer über die technologischen Wunden vergangener Zeiten.

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Mondo

Ich hatte Anfang des Jahres Wind River auf meine Liste der Filmhighlights 2017 geschrieben. Jeremy Renner und Elizabeth Olsen im Schnee, in Szene gesetzt von Taylor Sheridan, der sich nach seinem Megadurchbruch als Drehbuchautor mit Sicario und Hell or High Water jetzt auch als Regisseur probieren will – das klingt spannend.

Bisher weiß ich noch nicht recht, worum es in dem Film geht und einen Trailer habe ich ebenfalls nicht gesehen. Nun haben sich die Genies von Mondo haben sich gedacht, dass sie den Film schon jetzt mit einem Poster von Matt Tobin ehren wollen. Das Ergebnis ist extrem genial, es funktioniert ohne Vorwissen zum Film und schafft gleichzeitig Vorfreude. Tolles Ding, das leider ohne vorherige Ankündigung und auf Grund der geringen Stückzahl recht schnell ausverkauft war.

Chaostheorie als Videospiel: Jurassic World Evolution wurde als große Überraschung in einem Teaser zur Gamescom angekündigt. Das Game ist ein spiritueller Nachfolger von JP: Operation Genesis, in dem der Spieler seinen eigenen Park bauen konnte. Fans hielten das Spiel lange durch Mods am Leben, doch schlussendlich musste einfach ein neues Spiel folgen, schließlich ist das Spielkonzept schlicht so reizvoll.

Als ein riesiger Fan der Filmreihe und Rollercoaster Tycoon, das ich als Kind so lange spielte wie kein anderes Spiel, kann ich den Release dieses Titels kaum abwarten. Dass ehemalige Entwickler von RCT bei dem Spiel nun beteiligt sind, lässt meinen Hype auch nicht schrumpfen.

Build your own Jurassic World, bioengineer new dinosaur breeds, and construct attractions, containment and research facilities. Every choice leads to a different path and spectacular challenges arise when ‘life finds a way.’

Jurassic Park Videospiele haben eine lange Tradition und eine noch längere Liste an Kritikpunkten. So richtig konnte kein Spiel überzeugen oder langfristig das Interesse packen. Das LEGO-Spiel war definitiv spaßig, aber auch weit von einem aufregenden Kanon-Titel entfernt; zuletzt enttäuschte Telltales Quick-Time-Event-Orgie im großen Stil.

Bis zur Verkündigung von Jurassic World Evolution lag meine Hoffnung eher auf einigen Indie-Titeln, die Isla Nublar Ehre erwiesen könnten. Bis vor wenigen Wochen schien die größte Leistung der JP-Spiele die Karriere von Michael Giacchino zu sein, doch das ändern sich hoffentlich. Nun scheint die Insel gerettet. Bis das Chaos ausbricht natürlich. Aber das ist alles Teil des Plans.

Black Mirror Title Gif

Via Variety gibt es erste konkrete Informationen zur neuen Staffel von Black Mirror, die aktuell noch ohne genaues Startdatum demnächst beim Netflix starten wird. Die letztjährige Staffel fing im Oktober an, weshalb ich auch dieses Mal von einem zeitnahen Release ausgehe.

Ob ich es überhaupt notwendig fand, weitere Folgen der Serie über scary tech nach dem Aus bei Channel 4 zu produzieren, klammere ich hier einfach mal aus. Trotzdem ist es weird, dass eine Serie, die bisher so grounded war, jetzt auf einmal eine Star Trek Parodie zu machen scheint. Vielleicht ist das aber ja nur ein Twist, am Ende nehmen alle die VR-Brillen ab und gehen wieder ihre eigenen Wege.

Ansonsten berauscht mich das Lineup der Schauspieler nicht wirklich. Was Mut macht ist die Ansammlung der Regisseure: Jodie Foster, John Hillcoat, David Slade sowie Tim Van Patten, der mir für seine grandiosen Leistungen bei Boardwalk Empire sowie den Sopranos sehr gut im Gedächtnis blieb. Außerdem bin ich sehr darauf gespannt, was Colm McCarthy in der Folge Black Museum treiben wird. Seinen Film The Girl With All The Gifts fand ich großartig.

USS Callister, which stars Jesse Plemons, Cristin Milioti, Jimmi Simpson and Michaela Coel, takes on a “Star Trek” vibe. It is directed by Toby Haynes.
Arkangel appears to tackle the theme of medicine. The episode stars Rosemarie Dewitt, Brenna Harding and Owen Teague, was written by Charlie Brooker, and is directed by Jodie Foster.
Black Museum stars Douglas Hodge, Letitia Wright and Babs Olusanmokun. It is directed by Colm McCarthy.
Crocodile stars Andrea Riseborough, Andrew Gower and Kiran Sonia Sawar. It is directed by John Hillcoat.
Hang the DJ stars Georgina Campbell, Joe Cole and George Blagden. It is directed by Tim Van Patten.
Metalhead stars Maxine Peake, Jake Davies and Clint Dyer. It is directed by David Slade.

Reviews zu den bisherigen Netflix-Folgen und dem Winter-Special gibt es von mir und René im Werewolves on Wheels Podcast.


Black Mirror, Netflix

Black Mirror is an anthology series that taps into our collective unease with the modern world, with each stand-alone episode a sharp, suspenseful tale exploring themes of contemporary techno-paranoia. Without questioning it, technology has transformed all aspects of our lives; in every home; on every desk; in every palm – a plasma screen; a monitor; a Smartphone – a Black Mirror reflecting our 21st Century existence back at us.

Mir kam heute Mittag beim Warten auf die neue Platte meiner Lieblingsband The National die Idee, dass ich jeden einzelnen Song der Band noch einmal vorher hören könnte. Die Veröffentlichung von “Sleep Well Beast” ist bei uns im Haus sowas wie ein Feiertag und die Marvelnerds gucken das ganze MCU ja schließlich auch noch einmal von vorne bis hinten durch bevor sie im Kino den neuen Thor-Streifen sehen. Also habe ich angefangen und es tatsächlich vor Mitternacht geschafft.


The National

Ich dachte, ich verewige den Reviewthread auch im Blog.

The National (2001): It’s all there already but not really fully realized. Besides a general moodiness, nothing sticks. Lacks melodies.

Sad Songs for Dirty Lovers (2003): Matt found his voice, the instruments are let loose. Strong instrumental parts, yet no real coherence. Incredibly strong standouts, but it kind of fizzles out toward the end and lingers too much on Matt’s lost loves. “Lucky You” is GOAT tho.

Cherry Tree EP (2004): This EP is better than some albums. The precursor of what’s to come with Alligator & the tune that’ll come to define ’em. A stronger emphasis on riffs & drums. There’s a more melodic variety and a balance between a catchy corus and meaningful lyrics. It also features “About Today,” perhaps the most beautiful song about a failing relationship. A start for the emotional anxiety of Boxer.

Alligator (2005): And there it is, the band we love so much. The screaming, the elegiac lyrics, the build-ups, the “sound.” Fully realized.

Boxer (2007): Hard to overstate the importance, timeliness and perfection of this album. Every song lands, the progression is flawless.

The Virginia EP (2008): A mixed bag, although I prefer some of the live recordings to the studio versions. “Blank State” is a lot of fun.

High Violet (2010): Stellar! Lyrically their best album imho and on par with Boxer. Love how the piano balances out the pounding guitars. Extra tweet just to say how much I love the “You’re the voice that’s swallowing my soul” line: Immensely. It’s also the album on which Matt sounds most inebriated which adds, like, so much.

Trouble Will Find Me (2013): I don’t really have an opinion on this album other than it’s their most accessible one. There is a slight shift towards a faster tempo and more pushing drums. Which feels like the natural next step in the evolution of the band. “Don’t Swallow The Cap” is my favorite here. It’s their most pop song ever, while still staying true to their tunes. Great stuff.

Die Posterreihe 59 National Park Series macht genau das, was im Namen steht: Jeder einzelne Nationalpark in den USA erhält einen Print von einem Künstler, welche dann online verkauft werden.  Es gibt zwar durchaus limitierte Versionen der Poster, der Fokus liegt aber eher auf der Aktion an sich und somit sind auch alle Bilder nach wie vor zu erwerben und auf jeden Fall einen Blick wert.

Ich bin schon lange stiller Beobachter der Aktion. Bisher variieren die Resultate stark in der Qualität und in ihrem Vermögen die Charaktere der Parks tatsächlich einzufangen. Für jeden großartigen McCarthy, Danger oder Danthony Print findet sich ein eher enttäuschendes Stück.

Besonders schade wird es dann, wenn es die eigentlich großen und bekannten Parks wie Yellowstone oder Yosemite trifft. Sie sind zwar nicht unbedingt schlecht, aber auch irgendwie bläh.

Ganz im Gegenteil dazu hat Rory Kurtz es mit seinem Double Punch bei den Rocky Mountains gemacht. Ich bin jetzt schon seit knapp zwei Wochen am überlegen, welche Variante ich mehr mag und welche Version dieses wunderschönen Moments am Ende einen Platz an meiner Wand finden darf, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden und bitte daher um Mithilfe in den Kommentaren. Aktuell tendiere ich zu der Alpenglow-Variante.

Mein geliebter Glacier National Park hat übrigens noch keinen Print abbekommen, aber ich bin höchst gespannt und bange um ein gutes Ergebnis.