Wenn ich Freunden beim Spielen der neuen Pokémon-Versionen über die Schulter blickte, fühlte sich immer irgendwasetwas falsch an. Natürlich liegt es u.a. daran, dass es inzwischen Pokémon in der Form einer Eistüte und eines Schlüsselbundes gibt, aber darüber hinaus störte mich etwas am Design einiger Exemplare, die nicht total befremdliche Körper aufwiesen.

Redditor IanMazgelis hat jedoch nun herausgefunden, wieso die neuen Pokémon von vielen – inklusive mir – als weniger ansprechend empfunden werden. Der wahre Grund: Es liegt eindeutig an den Augen, die bei den Pokémon der ersten Generation mehrheitlich aggressiv, dreieckig waren, während die neueren Generationen zum großen Teil alle große, runde, softe Augen aufweisen.

Und der Schnelltest zeigt, dass das total funktioniert. Im Thread auf Reddit gibt es noch weitere Beispiele zu finden.

Marvel hat einen ersten Teaser zu Thor: Ragnarok online gestellt und siehe da: Auch wenn die Marvel-Ästhetik scheinbar unüberwindbar scheint, kann Regisseur und all around cool dude Taika Waititi seinen Stil wenigstens ein bisschen retten.

Ich habe mich noch nie zuvor auf einen Thor-Film gefreut, das hat sich gerade geändert. Hohe Erwartungen habe ich dennoch nicht wirklich, das wird mit ein paar Abänderungen durch Waititi natürlich wieder großer Marvel-Müll. Der Film erscheint hier nur leichtfüßig und spaßig, da ihn die Thanos-Verbindungen, die im Film großzügig eingebaut sein werden, noch nicht runterziehen. Sollte der Film jedoch Tom Hiddleston, Tessa Thompson, Karl Urban (!), Cate Blanchett (!!), Jeff Goldblum (!!!) und Sam fucking Neill fürs Franchise-Building verbraten, wird es schwer sein, ihm das zu verzeihen.

Del Rey veröffentlicht im Oktober anlässlich des vierzigjährigen Geburtstags von Star Wars einen Kurzgeschichtenband, der 40 Geschichten über Randfiguren aus A New Hope beinhalten wird. Die passend betitelte Sammlung From A Certain Point Of View wird sich mit X-Wing Piloten, Droiden-suchenden Stormtroopern oder vielleicht auch Mon Mothma oder Tarkin beschäftigen. Die Geschichten werden von so ziemlich allen Autoren des neuen Kanons beigesteuert, aber auch Drehbuchautoren wie Gary Whitta (Rogue One) sind mit dabei.

Neu ist diese Entwicklung nicht. Bereits in vergangenen Jahrzehnten gab es Veröffentlichungen wie Tales from Mos Eisley Cantina oder Tales from Jabba’s Palace, aber auch im neuen Kanon finden sich solche Sammlungen wie Tales From a Galaxy Far, Far Away oder die Adventures in Wild Space Reihe.

Ich freue mich sehr auf diese Kurzgeschichten, die mir als Genre schon immer sehr im Star Wars Universum gefallen haben. Was mich ein wenig nervt, ist die Begrenzung auf Episode IV, auch wenn die Veröffentlichung zum Geburtstag diese Entscheidung verständlich macht. Sofern wir also 2020 eine Sammlung zu The Empire Strikes Back erhalten, bin ich glücklich.

Randnotiz: Disney verscharrt die Prequels. Es ist ja in Ordnung, wenn man bei den Filmen zunächst einmal nahe der Alten Trilogie bleibt und es gab ja auch mehr als ein Jahrzehnt an großartigen Expanded Universe Stories rund um die Prequel Trilogie, aber dass es bisher kaum neue Geschichten bis auf zwei, drei stiefmütterliche Comic-Einwürfe (5 Ausgaben oder weniger jeweils)  fünf Jahre nach der Übernahme gibt, ist schon bezeichnend.

Haltet die Taschentücher bereit. Erik Wernquist (of Wanderers fame) durfte für die NASA das Abschiedsvideo für die Cassini Raumsonde kreieren. Cassini wird nach 20 Jahren im All im September in der Atmosphäre des Saturns versenkt, um die mögliche Existenz von Leben auf den Saturn-Monden vor Fremdeinwirkungen zu beschützen. Zuvor absolviert die erfahrene Raumsonde jedoch noch ein letztes Manöver, ein “Grand Finale”, bei dem die NASA Cassini zwischen dem Saturn und seinen Ringen fliegen lässt, bevor sie dann endgültig irgendwann in der Atmosphäre verglüht.

Ein ziemlich spektakuläres Ende für eine äußerst großartige Mission. Cassini hatte auch die Huygens-Probe an Bord, welche auf dem Titan landete – die erste Landung auf einem Körper des äußeren Sonnensystems überhaupt. Während Cassini atemberaubende Bilder lieferte (hier mein Favorit), erhielten Wissenschaftler der NASA unglaubliche Datenmenge, die u.a. Metanflüsse auf dem Titan oder den globalen Ozean auf Enceladus bestätigten.

Die tollen Bilder aus dem Kurzfilm gibt es bei der NASA kostenlos als Wallpaper.

Lord Trump

08 Apr, 2017 · Sascha · Photographie · 1 comment

Vielleicht die besten Pressephotos des Jahres: Trump wird auf der Air Force One interviewt, während dort Rogue One als in-flight movie läuft. Die Stelle könnte nicht passender sein.

Happy 10th Birthday, Sunshine!

05 Apr, 2017 · Sascha · Film · 6 comments

Danny Boyles Sunshine, mein liebster Science-Fiction Film des neuen Jahrtausends (neben Interstellar), wird heute offiziell 10 Jahre alt. Am 5. April 2007 lief der Film offiziell in den britischen Kinos an. Ich habe den Film erst am 27. April gesehen, als ich direkt nach meiner letzten Abiturprüfung ins Kino hüpfte. Ich hatte ohnehin seit etlicher Zeit vor, viel über und mit Sunshine zu machen, wurde jetzt aber leider von dem Jubiläum völlig überrumpelt, deshalb oben nur der erste, unglaublich geile Trailer von offizieller Quelle (damalige Social Media Betreuerin, dazu später mehr). Zu meinem persönlichen Jubiläum werde ich dann in drei Wochen noch mehr schreiben. Das Zehnjährige wollte ich aber nicht ohne Blogeintrag verstreichen lassen. Also: Alles Gute und vielen Dank, Danny Boyle und Alex Garland!

Übrigens total kurios: Heute hatte ich mein Icarus II Shirt von Last Exit to Nowhere an, das mir der gute Alex vor einiger Zeit geschenkt hat. Das nennt man wohl Schicksal.

Der Epic German Zwillenmann Jörg Sprave, der deutsche Ingenieur hinter dem Slingshot-Channel, ein inzwischen höchst erfolgreicher Kanal auf YouTube und seit über einem halben Jahrzehnt ein großer Pew-Favorit, hat Probleme mit YouTube und der Daily Mail. Auf dem Slingshot-Channel baut der Deutsche seit Jahren hobbymäßig exotische Zwillen und andere kreative Waffen, die er mit stark deutschem Akzent in englischer Sprache vorstellt und testet. Es geht Sprave nicht um den Einsatz der Waffe in einem echten Szenario, sondern um die Herausforderung beim Bau kreativer Ideen, oft in Verbindung mit popkulturellem Hintergrund.

Nun zum Problem: Sprave hat eine auf Amazon erhältliche Schutzweste reviewt, die vor Messerstichen schützen soll. Dass Sprave, wie die Daily Mail berichtet, in dem Video Terroristen zeigen soll, wie man die Schutzweste am besten umgeht, halte ich persönlich für schwierig. Sprave zeigt im Reaktionsvideo, dass er die Weste in dem Zentrum an der vermeintlich stärksten Stelle testete.

Die billige Qualität des Produkts sollte hier offenbart werden. Trotzdem ist das Video mit dem clickbait-y Titel “How To Pierce A Stab Proof Vest” versehen worden. Ich habe das Video nicht gesehen, kenne Sprave und seine Videos aber seit sehr langer Zeit. Trotzdem glaube ich, dass das Video durchaus falsch aufgenommen werden konnte. Früher ging es nur um den Abschuss von Schleuderprojektilen auf Kartons, später kamen mit größerem Budget und höheren Zuschauerzahlen Zombieköpfe aus Gelee und andere Ziele hinzu.

Als Reaktion auf den Artikel aber nahm YouTube das Video offline und versah Spraves Kanal mit einem Strike. Sollten zwei weitere folgen, verliert Sprave seinen Kanal und damit sein Einkommen, denn er betreibt sein Hobby inzwischen vollberuflich. Diese Kritik kommt kurz nach dem so genannten Westminster Attack in London, bei dem der Terrorist u.a. einen Polizisten mit einem Messer tötete, der eine Schutzweste trug. Die Daily Mail zieht explizit die Parallele in ihrem Artikel, berichtet über Aussagen der Innenministerin, die das Video explizit kritisierte.

Die Reaktion YouTubes ist bedauerlich. In jüngster Zeit hagelte es teilweise berechtigte, teilweise unberechtigte Kritik an einigen Videos bekannter YouTuber wie PewDiePie, den ein Wallstreet Journal Hitpiece traf. Gleichzeitig ist die hysterische Reaktion aber auch eine Reaktion auf die Nachricht aus der letzten Woche zu sehen, wo Unternehmen wie AT&T und Verizon ihre Werbespots von YouTube nahmen, nachdem diese vor Videos mit rassistischen und andersweitig kontroversen Inhalten und Aussagen liefen. Es steht also der Vorwurf im Raum, dass das Alphabet-Unternehmen mit diesen Inhalten Gewinn produziert.

Der PR-Move YouTubes ist daher verständlich. Trotzdem muss man bei den Inhalten unterscheiden und diese notwendige Trennschärfe fehlt bei dem Unternehmen seit Jahren. Interessanter als die internen Entscheidungen bei YouTube finde ich diesen Vorfall jedoch im Kontext der letzten Meldungen über gleiche Vorfälle. Der Artikel schlägt in die gleiche Kerbe wie andere in den vergangenen Monaten und die (wahrgenommene) Kluft zwischen neuen und alten Medien wird scheinbar bewusst vertieft, wie viele User jetzt in den Kommentaren berichten. Sie beklagen die journalistische Arbeit der Daily Mail, eine Schmierkampagne bekannter Kanäle auf dem neuen Medium finde statt.

Bei PewDiePie, mit seinen Millionen jungen Fans und als Gesicht der Plattform, einer Rolle, der er sich schlicht verweigert, ist all dies im Grundgedanken noch nachvollziehbar. Bei Sprave ist der Kontext seiner langjährigen Produktion jedoch wichtig. Eine kurze YouTube-Suche offenbart viele ähnliche Videos ohne diese Formulierungen und ich glaube, ohne das Video gesehen zu haben, dass Sprave eher stolz auf seine Speer-Kreation war als alles andere. Es geht immerhin nicht darum, dass Sprave offenbart, wo und wie man Menschen tötet, sondern er zeigt wie leicht seine Waffe durch die billige Produktion schneiden konnte. Dass Jörg Sprave nun zwischen die Fronten gerät, ist einfach schade. Er sieht die Sache vielleicht ein bisschen zu naiv und einige seiner Videos finde ich vielleicht von den Formulierungen und Darstellungen selbst etwas zu krass, aber als langjähriger Zuschauer weiß ich, dass hier keine Böswilligkeit mit im Spiel war. Nur weil seine Videoinhalte teilweise als anstößig empfunden werden können, sollte er seinen Kanal nicht verlieren.