Gewinner der 66. Emmy Awards

26 Aug, 2014 · Sascha · Fernsehen · 4 comments

Emmys2014

So, das war dann die diesjährige Emmy-Verleihung. Die Veranstaltung selbst war ganz okay, Seth Meyers ist eben nur ganz nett und er macht artig ein paar Witze,  blieb ansonsten brav. Das Highlight der Show war definitiv Weird Al, der sich Lyrics für die Theme Songs eingier Shows ausdachte und George R.R. Martin eine Schreibmaschine in die Hand drückte. Wobei ihm Bryan Cranstons Kussattacke auf JLD Konkurrenz machte – dieser Schnurrbart ist von dieser Welt! Billy Crystals emotionaler Abschied von Robin Williams war auch sehr schön, dezent und persönlich.

In Sachen Comedy ist das eine einzige Blamage für die Academy. Modern Family so oft auszuzeichnen, dazu z.B. in der Regie-Kategorie, ist für mich eine absolute Blamage.

Mit der Ausnahme von Julianne Margulies und Cary Joji Fukunaga, die beide höchst verdient gewinnen, schnappt sich Breaking Bads Abschied alle Awards im Drama – ebenfalls höchst verdient, auch wenn Aaron Paul trotz natürlich überzeugender Arbeit seinen dritten Emmy mit Dean Norris hätte teilen müssen. Die letzte Staffel hing in großen Teilen von Hank ab und Dean Norris hat für seine Arbeit in all den Jahren nicht einmal eine Nominierung erhalten. Eine Schande.

Fargo gewinnt den Preis für die beste/r Miniserie/Film, kann jedoch kaum punkten. Denn Sherlock wurde anscheinend inzwischen von der Academy gesehen und bekommt nun seine Awards, u.a. einen für Steven bloody Moffat, was ich gar nicht abkann und Cumberbatch war in Staffel 3 nicht besser als die schauspielerische Gewalt eines Billy Bob Thornton.

Große Verlierer des Abends sind HBO und Netflix. Orange is the New Black und House of Cards gehen bis auf einen Preis für Uzo Aduba und fürs Casting leer aus. HBO wird sich wohl in den Hintern beißen, dass man True Detective nicht in die Miniseries-Kategorie gesteckt hat – wo die Serie auch hingehört. Da hatte man wohl zu großes Selbstvertrauen.

Persönlich freut mich natürlich die Auszeichnung für Louis C.K.s “So Did The Fat Lady”, die Episode des Jahres. Ärgern tut mich besonders der Emmy für Jim Parsons. Es liegt nicht an Parsons, der einen okayen Job macht und sich scheinbar sogar für den Gewinn entschuldigte, sondern an der Serie selbst.  (weiterlesen…)

Wolfang M. Schmitt setzt sich der aktuellen Ausgabe von Die Filanalyse mit den hiesigen Programmkinos und der Filmkultur Deutschlands auseinander. Er beschreibt darin sehr gut meine Suche nach guter Filmkultur hier am Rande Deutschlands, die mich in den letzten Woche erneut häufiger über die Grenze des Landes hinweg nach Luxemburg führte. Dort laufen nämlich Gia Coppolas Palo Alto oder Jonathan Glazers Under The Skin im Kino. Ein sehr treffender und wichtiger Beitrag:

Das Politische wie das Ästhetische wird als Bedrohung wahrgenommen. Das Wellness-Kino setzt die Politik der ‚Neuen Mitte‘ auf der Leinwand um. Lieber frönt man einer kulinarischen Kultur der Unterforderung, als sich noch Kritik oder gar Kunst auszusetzen. Die Kinobetreiber, die eher Therapeuten gleichkommen, die ihren Patienten/Zuschauern ein Sedativum nach dem anderen verschreiben, machen fröhlich bei dieser Verflachung mit, sie verdienen gut daran und schreiben sich weiterhin ‚Arthaus‘ auf die Fahnen, wenn auch nur die Kuschel-Version gemeint ist. Das ist ein großes Unglück, da es keineswegs weniger großartige Filme gibt. Das Problem ist, daß man diese Filme fast nur noch auf Festivals zu sehen bekommt oder auf die DVD-Veröffentlichung hoffen kann.

Dazu passend zwei äußerst passende Artikel von Rajko Burchardt:
Ziemlich beste Freunde, ziemlich großer Mist
In der Gewalt des Wohlfühlkinos

the leftovers hbo 108
© HBO

Mit Cairo gelingt The Leftovers der Ausbruch aus dem bisherigen Schema. Showrunner Damon Lindelof produziert eine grandiose Folge, dank der inszenatorischen Gewalt von Michelle MacLaren, abseits der feinfühligen Charakterbeobachtungen in vorangegangen Folgen. Hier ein Auszug, die gesamte Recap wie immer auf Moviepilot.

Es ist ironisch. Mit Cairo strahlte HBO vorgestern die erste Folge von The Leftovers aus, die nicht von Showrunner Damon Lindelof geschrieben wurde. Doch seine Fingerabdrücke am Skript sind unverkennbar. Wieso genau The Walking Dead Produzent Curtis Gwinn und der relativ unbekannte Fernsehfilmautor Carlito Rodriguez dafür engagiert wurden, bleibt wohl ein Produktionsmysterium. Denn gerade in Cairo offenbart Lindelof bisher nicht genutzte Spannung und Emotionalität, Innenleben und Gesamtgefüge. Es ist vielleicht die zentrale Folge der Staffel. Figuren werden vollendet, andere zeigen neue Seiten an sich, Beziehungen gehen zu Ende und der interessante Handlungsort, eine Hütte im Wald mit Personen, die zwar vor einem stehen, deren Existenz man jedoch zumindest anzweifeln kann, erinnert an sein umstrittenes Magnum Opus Lost.

Die Gastautoren meistern ihre Aufgabe jedoch auf beeindruckende Art und Weise. Sie balancieren ihre Handlungsstränge besonnen und schreiben authentische Dialoge für spannende Szenen. Die Figuren mögen leiden, der Zuschauer darf jedoch genießen. Dazu ist die Folge von Michelle Maxwell MacLaren inszeniert, dieser faszinierenden TV-Regisseurin, die sich in den letzten Jahren mit grandiosen Folgen in Breaking Bad sowie einigen markanten Folgen in The Walking Dead sowie Game of Thrones einen Namen in der Branche machte. Ihre Regiearbeit verleiht der Serie eine ganz neue Qualität. Ihre Übergänge sind flüssiger, ihre Bilder des Suburbanen mythisch und das Finale wirkt nahezu biblisch. Im buchstäblichen Kammerspiel im Wald gegen Ende der Folge fängt sie Kevins klaustrophobische Paranoia mit einer unruhigen Kamera und vielen Rahmen im Bild stimmig ein. Aber das sind nur einige von vielen Bildern, die aus dieser Folge deutlich länger hängen bleiben.

Moviepilot: Wir schauen The Leftovers – Staffel 1, Folge 8

DisneyLucasFilm_489x295_0

Dank der Verwirrungen, den geleakten Photos und allen Gerüchte der letzten Tage scheint man nun in der Causa Star Wars alles behaupten zu können – und es wird diskutiert. Anything goes! Ich bekenne mich hiermit schuldig und gehe diesen Leuten willentlich auf den Leim, da diese Meldung schon eine nähere Betrachtung wert ist. ComicBook.com vermeldet nämlich, dass laut ihren Quellen die originale Version der Star Wars Trilogie für eine Kino- und Heimkinowiederauflage auf Blu-ray vorbereitet wird.

According to our sources, Disney has plans to release the original cut of the Star Wars trilogy on Blu-ray. Our sources indicate that the project has been under way for quite some time, but it’s been challenging because of some damage to the original negatives they are utilizing. The goal is to release A New Hope, Empire Strikes Back, and Return of Jedi in their complete, unaltered, original form without the redone special edition SFX.

Our sources did not have an exact date as to when the original cut of the Star Wars Trilogy would be released on Blu-ray, due to the challenges Disney has encountered in pulling everything together. However, our sources indicated the goal is to have it ready and released before Star Wars Episode VII is released in theaters.

Das halte ich für höchst unwahrscheinlich. Die Herausforderungen, mit denen sich Disney hier konfrontiert sehen würde, wären nämlich nicht nur technischer Natur. (Obwohl ein Großteil der Arbeit hier bereits vor Jahren geleistet wurde.) Dazu käme noch ein Rechtekampf mit 20th Century Fox; das Studio besitzt nämlich die kompletten Vertriebsrechte für Episode IV, die Rechte an Episode V und Episode VI fallen sowie den restlichen Filmen verfallen erst ab Mai 2020.

Komplett unwahrscheinlich ist es jedoch nicht, dass Disney mit einem großen finanziellen Zugeständnis an Fox einen Deal planen könnte. Im Gespräch ist nämlich eben nicht nur eine Heimkinoveröffentlichung für Puristen, sondern eben auch ein Kino-Rerelease, der seitens Disney mit Hinblick auf den Start von Episode VI sehr vielversprechend ist. Natürlich stellt ein neuer Star Wars Film alleine mit seiner Marke eine Attraktion wie keine zweite dar, doch auch dem Franchise eher nur leicht zugewandte Kinogänger müssten wieder für den Mythos und die Bilder sensibilisiert werden.

Als Fan kann man nur darauf hoffen, dass doch etwas an dieser Geschichte dran ist. Die Krux der Special Edition und George Lucas’ Spielereien in der aktuell Blu-ray Version lag ja nie alleine an den streitbaren Veränderungen, sondern vor allem an der Tatsache, dass es sich dabei um die einzige restaurierte und erwerbbare Version handelte. Lucas hätte seine Vision ja weiter vollenden können, solange es einen alternativen Zugang zu der originalen Trilogie gegeben hätte.

Dennoch bleibt all dies höchst unwahrscheinlich. Bis dahin müssen wohl die alten Laserdiscs reichen.

Höchst beeindruckender Kickstarter-Pitch für den Anime-Thriller Under The Dog nach einer Geschichte von Videospielemacher Jiro Ishii und Regisseur Masahiro Ando, der u.a. an Fullmetal Alchemist, Ghost in the Shell, Neon Genesis Evangelion mitgearbeitet hat.

Under The Dog KickstarterThe year is 2025 in the city of Tokyo Bayside Special District, five years following the devastation wrought by a specially enhanced groups of terrorists at the 2020 Summer Olympics. Out of the ashes of that desolation, the UN formed a special covert branch headquartered in Tokyo Bay solely purposed with searching out and eliminating the forces responsible for the attack along with anyone even bearing a remote resemblance to them.

As a cover, the International School for Boys and Girls was established for the ongoing covert operation of discovering and recruiting gifted high school students, each with their own special abilities, and to coerce them in the service of an elite death squad. These troops are tasked with ferreting out and exterminating all individuals with powers like their own.

There is no choosing sides for these recruits and failure is not an option. Failure on the field assures not only their own, but also their loved ones’ deaths. In order to assure compliance, each agent’s dearest loved ones have been secretly outfitted with a micro cranial bomb and all agent’s actions and speech are closely monitored and recorded through a battle chip embedded in their brain. In the event the UN commanding officer determines an agent falls out of protocol, their loved ones immediately suffer the consequences.

Kickstarter: Under The Dog – “An anime science fiction action thriller that will explore what it means to live and die well, testing the limits of all we hold dear” (via)

Alien: Isolation – CGI Trailer

16 Aug, 2014 · Sascha · Games · 0 comments

Hier der sehr nette CGI Trailer zu Alien: Isolation von Creative Assembly, die nicht hinter der Ballerkatastrophe Colonial Marines stecken. In Isolation hat man nämlich das Gegenteil von CM produziert und lässt die Tochter von Ripley auf einer Station rumschleichen, die von einem einzigen Xenomorph bedroht wird. Das hat was von Outlast und den ganzen restlichen Indiehorrorgames der letzten Jahre, besticht aber mit äußerst hübscher Grafik und einer stichhaltigen Erweiterung des Alien-Universums. Insbesondere das Nostromo-Preorder-DLC lässt mich an das Projekt glauben: Sigourney Weaver (Ellen Ripley), Veronica Cartwright (Lambert), Harry Dean Stanton (Brett), Tom Skerritt (Dallas) und Yaphet Kotto (Parker) kehren zurück und leihen den Figuren erneut ihre Stimmen:

Players will be able to explore the Nostromo from habitation deck down through to engineering as they race to escape the terror that confronts them from within the depths of the ship.

Das klingt für mich so, als ob wir da tatsächlich Ridley Scotts Alien spielen können. Das Spiel erscheint am 7. Oktober 2014. IGN hat noch ein Gameplayvideo mit “Console Creative Lead” Al Hope, der das Gameplay vorstellt. Sieht ziemlich geil aus.

Fifty Shades of Frozen

14 Aug, 2014 · Sascha · Film · 1 comment

Oh my! Creepy, wie gut das passt… Bin mal gespannt, wie lange das oben bleibt. Disney dürfte das sicherlich nicht gefallen.

the leftovers hbo 107
© HBO

Nicht jede Woche kann ein Highlight sein, doch die Qualität sinkt nur leicht ab. In der neuen Episode, die in ihren Motiven und Charakterzeichnung an LOST erinnert, zieht The Leftovers das Tempo an und schafft es alle Handlungsstränge voranzutreiben und zu verbinden. Sogar eine übergeordnete Lösung könnte sich anbahnen – gibt es doch eine Erklärung für all die Vorgänge? Hier ein Auszug, die gesamte Recap wie immer auf Moviepilot.

Es ergeben sich in dieser Folge ein paar nette visuelle und narrative Parallelen zwischen Vater und Sohn. Da wäre einmal der Briefkasten und dann das Handy, das beide zerstören. Beide werden an der Hand verletzt und stürmen in ein Zimmer, wo sie nach jemandem suchen, der nicht da ist. Beide finden sich enttäuscht von ihren Vaterfiguren hilflos und alleine in ihrem Schlamassel wieder. Vielleicht macht eine dieser Parallelen bald einen Knick, sodass sich die Beiden wieder treffen können. Tommy hat Waynes Lügen satt und fühlt sich bestätigt: Christine gebärt nämlich ein Mädchen. Dennoch bleibt diese Storyline trotz beeindruckender und einnehmender Darbietungen am schwammigsten. Basierend auf den bisherigen Entwicklungen dürfte es aber als sicher gelten, dass auch Waynes Geschichte durch eine besondere Betrachtung an Gewicht zunehmen dürfte. Die bewusst gewählte narrative Struktur steht dieser Gewichtszunahme nur leider im Weg und die Aufschiebung der Auflösung wirkt mit fortschreitender Laufzeit frustrierend.

Und genau deshalb ist The Leftovers wohl so faszinierend. Lindelof und Buchautor Perrotta wurden vor dem Start der Serie nicht müde zu betonen, dass der Zuschauer sich keine Hoffnungen machen braucht, dass das zentrale Mysterium gelüftet werden wird. Und soweit funktioniert die Serie auch ohne diese Hoffnung. Selbst wenn sie wie letzte Woche kaum ins Übernatürliche abdriftet, ist die Atmosphäre und Inszenierung dieser Realität mit ihren Figuren so interessant, dass man keine Auflösung braucht. Doch Lindelof kann es wohl nicht lassen oder will bewusst seine Zuschauer ablenken, denn er streut hier und da mit zielgenauen Hinweisen Hoffnung.

Moviepilot: Wir schauen The Leftovers – Staffel 1, Folge 7