2017 ist jetzt schon zur Hälfte rum, Zeit einen Blick zurück auf das bisherige Serienjahr zu werfen. Da die Werewolves on Wheels bisher nur LOST in diesem Jahr abgehakt haben, gibt es einiges zu besprechen. Es folgt: Die Geschichte von René und Sascha und den vierzig Serien.

Wir haben die folgende Liste ein wenig gestreckt und Serien mitgenommen, die wir nur zum Teil oder gar nicht gesehen haben, aber damit müssen wir jetzt alle leben. Spiel, Spaß und Überraschung! Da dürfte ja für jeden was dabei sein.

1. Handmaid’s Tale
2. Fargo
3. Star Wars Rebels
4. The Walking Dead
5. Fear The Walking Dead
6. Blood Drive
7. Taboo
8. The OA
9. The Expanse
10. Crashing
11. The Mist
12. Master of None
13. Attack on Titan
14. Girls
15. Silicon Valley
16. The Young Pope
17. Real Time with Bill Maher
18. Feud
19. The Leftovers
20. Dear White People
21. House of Cards
22. Lemony Snicket
23. Prison Break
24. Preacher
25. South Park
26. American Gods
27. Legion
28. Twin Peaks
29. Supergirl
30. House of Cards
31. Macgyver
32. New Girl
33. Dirk Gently
34. 13 Reasons Why
35. Glow
36. Rick & Morty
37. Game of Thrones
38. Better Call Saul
39. Star Trek Discovery
40. Stranger Things

Shownotes:

Böhmi blockt Saschi
Scientist Man Analyzes Ghostbusters (2016)
The OA Review

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast88.mp3 (212MB, 1:56h)
Soundcloud: Wowcast 88: 40 aus 2017
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast

Schickes Video-Essay von WIRED über die Evolution von Opening Credits. Während sie früher einem eher den Plot erklärten (bestes Beispiel wohl Fresh Prince of Bel Air), entwickelten sich die Intros in den letzten Jahren eher zum eigenen Kunstgenre und zu längeren Mood Pieces, um die Zuschauer in die richtige Stimmung für die folgende Episode zu bringen.

Nostalgie-Outrage steht hoch im Kurs und seit Robin Williams’ Tod ist die Unruhe um das langerwartete Jumanji Sequel/Reboot noch größer. Daher ist der Trailer zu dem Film mit The Rock, Jack Black, Kevin Hart und Karen Gillian eine willkommene Überraschung. Statt einer Wiederauflage des verstaubten Brettspiels aus dem durchaus düsteren Kinderfilm der Neunzigerjahre verwandeln sich in der scheinbaren Videospieladaption des Stoffes die Figuren Avatare.

Das Konzept ist ziemlich aufregend und einige Momente im Trailer brachten mich zum Schmunzeln, jedoch strotzt der Trailer aktuell nicht vor wiedererkennbaren Videospielmechaniken oder bekannten Referenzen. Einige der Einstellungen erinnern kurz an 2D-Kampfspiele und die Figuren haben leichte RPG-Elemente, aber der von Sony produzierte Film erinnert aktuell eher an die Pixels-Enttäuschung von vor ein paar Jahren. Das Potential ist jedoch vorhanden, was meine Vorfreude von 0% auf 5% hebt.


AMC

Ein Wunder ist geschehen. Fear The Walking Dead hat die grausige 2. Staffel hinter sich gelassen, findet im Midseason-Finale zurück zur Anfangsgröße und kann thematisch tiefgehend und aufrichtig einen uramerikanischen Konflikt klären. Ach, Zombies gibt’s auch.

Nach kurzen fünf Wochen ist bereits alles vorbei. Die 3. Staffel von Fear the Walking Dead geht mit einem zweistündigen Midseason-Finale vorläufig in Sommerpause und kehrt erst in einigen Monaten wieder zurück. Und doch ist in dieser kurzen Zeit einiges passiert, was die Serie qualitativ um Längen nach vorne bringt und das Spin-off stärker von der Mutterserie abgrenzt.

Zunächst einmal wäre da erneut die gute Arbeit der Regisseure zu erwähnen, respektive Jeremy Webb und Andrew Bernstein. Fear The Walking Dead setzte sich visuell bereits in der Vergangenheit stark von anderen Geschichten innerhalb des Walking Dead-Universums ab, doch in der 3. Staffel legte man noch einmal eine Schippe drauf. Man nimmt sich dem Setting vollkommen an, arbeitet oft mit Kamerafahrten und Totalen der Natur, die die Weite der Ländereien unterstreichen, über die hier in den Folgen ganz besonders gestritten wird. Gleichzeitig versinken die Figuren oft in der Landschaft, werden von der Natur quasi verschlungen oder teilweise bedeckt. All dies betont den Sieg der Natur, eine Rückkehr zu einem Zustand, der vor einigen Jahrhunderten noch hier an diesen Plätzen herrschte. Der Kampf um Gerechtigkeit der Natives rückt somit direkt ins Zentrum des visuellen Storytellings, doch der blutige Ausgang wird von der Weite des Landes untergraben. In einem so großen Land wird am Ende um eine kleine Ranch und das umliegende Land gekämpft und getötet? Es tut sich die Frage auf: Wieso muss es so weit kommen?

Darüber hinaus spinnt sich Fear The Walking Dead keinen bedeutungsschwangeren Konflikt wie die Mutterserie zusammen, sondern arbeitet mit realitätsnahen Szenarios. Nicht umsonst zieht sich die Frage nach der Wasserversorgung durch die gesamte Staffel. Der trockene Südwesten der USA an der Grenze zu Mexiko vermag vielleicht in der Border-Story in der 2. Staffel als Handlungsort enttäuscht haben, hier blüht das Szenario jedoch tatsächlich auf. Nicht zuletzt dank der interessanten Natives, die leider etwas zu kurz gekommen sind und bisher hauptsächlich durch grimm guckende Clan-Mitglieder und den sympathischen, wenn auch ruchlosen Anführer Qaletaqa Walker (Michael Greyeyes) verkörpert werden. Die Gefahr einer klischeehaften Darstellungen mit dem sensiblen Thema des Konflikts der Ureinwohner Amerikas wurde bis auf wenige Ausnahmen gut umschifft, auch wenn bisher das Individuum repräsentativ für das Kollektiv herhalten muss. In der zweiten Staffelhälfte jedoch wird man dies hoffentlich noch nuancierter gestalten.

Im Midseason-Finale erhalten wir einen Einblick in die lange Konfliktgeschichte zwischen Jeremiah Otto und der Walker-Familie des Black Hat Clans. Es ist zu begrüßen, dass der Anlass des jetzigen Konflikts durch die Wassernot in der Apokalypse pragmatischer Art ist, die Austragung jedoch basierend auf älteren Missetaten eskaliert. So vermeidet man die zu blanke Darstellung von Rassismus, wobei dieser schon recht früh in der Finalfolge gegenüber Ofelia (hello again!) und “braunen Menschen” Ausdruck findet. Trotzdem bleiben der Patriarch auf der Ranch sowie sein Gegenspieler niemals langweilige Stereotypen. Unschuldige starben in beiden Lagern, beide Seiten haben ihre nachvollziehbaren Gründe und jeder hat ein bisschen Recht. In der Mitte befinden sich unsere Hauptfiguren, die sich nun für eine Seite entscheiden müssen. Ihre Entscheidung, Troys Taten zu decken und Jake (Sam Underwood) bei diplomatischen Versuchen zu unterstützen, stellt sich am Ende als erfolgreich heraus.

Das Interessanteste an diesem Ende der Halbstaffel ist jedoch der überraschende Ausgang des Konflikts. So aufrichtig und nuanciert die Serie die Spannungen zwischen weißen Amerikanern und den jahrhundertelang diskriminierten und unterdrückten Natives auch auf den Bildschirm bannen will, Fear The Walking Dead bleibt eine Zombieserie. Als solche ist sie getrieben von wiederkehrenden Plots, Archetypen und Situationen. Während Madisons (Kim Dickens) Charakterisierung etwas holprig erscheint, ist ihre schlussendliche Entscheidung jedoch spannend und fast schon revolutionär. Sie entscheidet sich zwar für die Ranch, da diese ihrer Familie – deren Schutz nach wie vor das einzige und oberste Ziel ist (und somit erhält Travis‘ Tod rückwirkend doch eine Bedeutung) – bessere Ressourcen bietet. Gleichzeitig baut sie jedoch einen Friedensvertrag auf einer Lüge auf, die sie mit Walker fast schon auf freundschaftliche Art verbindet. Madison kann vielleicht nicht die Missetaten von Jeremiah aus der Welt schaffen, doch sie kann zumindest für etwas Genugtuung sorgen.


AMC

In der andauernden Feindschaft der Männer kann die “weiße Frau” womöglich Abhilfe schaffen. Madison und Ofelia erleben nicht umsonst Frauen- und Fremdenfeindlichkeit, Alicia wird in der Folge sogar quasi als Ware angeboten. Selbst Walker missbraucht Ofelias Vertrauen. Dabei sind es aber trotz aller Feindseligkeiten insbesondere die unterdrückten Frauen, die in der Staffel das Ruder an sich reißen. Madison entscheidet sich endlich für eine härtere Gangart, Alicia weiß Jake um den Finger zu wickeln, während Nick grübelt, Jeremiah sich in den Alkohol flüchtet und Troy Freunde ermordet, um Kontrolle zu wahren. Besonders die beiden Otto-Brüder sind trotz ihrer Anlehnung an Kain und Abel doch die interessantesten Neuzugänge der Staffel und sie bleiben – ebenso wie der schwelende Konflikt – Gott sei Dank erhalten. Diese geschundenen Männer müssen nun mit einer Welt klarkommen, in der eine Frau herrscht, die einen geheimen Vertrag mit dem Erzfeind ihres toten Vaters hat. Ein toller Nährboden für Konflikte! The Walking Dead liebt es, Männlichkeit zu propagieren. Wer will schon Eugene sein, wenn er Abraham, Rick oder Negan sein könnte? Fear The Walking Dead hingegen hinterfragt nicht nur diese toxische Männlichkeit auf einer persönlichen Ebene, sondern deckt auch die strukturellen Gräueltaten auf. Nicht umsonst werden in den finalen Momenten der Folge zwei Väter (Madisons Vater in der Erzählung) und Otto einige Minuten später (durch den Ziehsohn gleichwohl!) getötet.

Dazu endet endlich ein Midseason-Finale nicht in einem großen Shootout, bei dem unsere Helden fliehen und in alle Winde verstreut werden. Auch die Zombies werden im Zaum gehalten. Stattdessen übernehmen die Clarks Kontrolle über ihr Schicksal und das bedeutet in diesem Szenario auch Verantwortung gegenüber der Vergangenheit Amerikas und dem Boden, auf dem sie jetzt Zuflucht finden.

Zuletzt sei noch Strand erwähnt, dessen Geschichte nicht so wirklich in das Finale passen will. Daniel bleibt bis auf eine Vision ganz dem Finale fern, doch Victor erhält einen ganzen Handlungsstrang. Er findet nämlich auf der Suche nach Proviant sein verschollenes Schiff Abigail, das auf Grund gelaufen ist. Er entledigt sich der Zombiecrew und feiert ein letztes Mal auf dem Schiff. Er scheint dem Ende nahe, doch dann empfängt er einen russischen Kosmonauten von der ISS auf seinem Funkgerät (über den sich bitte(!) die nächste Webserie drehen muss). Ein kleines Gespräch folgt und er schöpft neuen Mut. Er fackelt sein Schiff ab und betritt wie Phoenix aus der Asche den Strand (Ha!) als neuer Mann.

Fear The Walking Dead hatte sich in der ersten Staffelhälfte viel vorgenommen und mehr erreicht. So richtig passen all die Puzzlestücke noch nicht zusammen, doch nach der katastrophalen letzten Hälfte der 2. Staffel besteht nun wieder die Hoffnung, dass das Spin-off tatsächlich zu wahrer Größe heranwachsen kann. Die ersten Anzeichen waren in der 1. Staffel zu sehen, die 3. Staffel wartet nun wieder mit großen Ambitionen auf. Insbesondere, auch das sei wieder hervorgehoben, durch die Regie und die Kameraarbeit, aber auch durch das Szenenbild, die Kostüme und die Schauspieler lohnt es sich wieder der Serie eine Chance zu geben.

Wondermouth

08 Jul, 2017 · Sascha · Internetgold · 0 comments

Die ersten Forces of Destiny Folgen sind da. Der Disney-Kanal auf YouTube veröffentlicht aktuell täglich kleine Episoden, in denen ausschließlich Star Wars Heldinnen wie Leia, Rey oder Ahsoka in zwei- bis dreiminütigen Geschichten kleine Abenteuer erleben. Ich muss gestehen, dass ich die Minifolgen schon ganz süß finden würde, wenn die Animation besser und der Kunststil, naja, sagen wir “anders” wäre. Das ist leider alles zu statisch, zu flach, zu langweilig.

Aber eine höhere Qualität lag den Produzenten auch gar nicht am Herzen. Billig produzierte YouTube-Massenware soll billig produzierte Puppen verkaufen, das ist das Ziel von Lucasfilm. Die Serie, die sich an ein hauptsächlich junges und weibliches Publikum richtet, startet gleichzeitig mit einigen neuen Actionfiguren, die jedoch eher Puppen ähneln und vor allem eben Mädchen für die Marke Star Wars begeistern sollen. Und wisst ihr was? Das ist völlig okay. Bis auf Fans der Reihe wird sich ih in ein paar Jahren niemand mehr an diese Serie erinnern, lediglich Star Wars Fans werden sie vielleicht ähnlich wie die damalige TV-Serie Droids im Regal stehen haben – als Teil der Sammlung, den man sich jedoch nie anschaut.

Ich persönlich empfinde den Hype um die Folgen an sich viel nerviger, als die Feminismus-Debatte um die Heldinnen. Besonders viele Blogs und Fans flippen regelrecht aus, sprechen von “Story Gaps”, die die Serie füllen würde, was natürlich lächerlich ist.

Hier wird nämlich erzählt, wie Rey mit BB-8 nach Hause fährt, wie Leia ihre Kleider wechselt und wieso Ahsoka zu spät zu einem Treffen mit ihren Meistern Anakin und Yoda kommt. Selbstverständlich muss nach Kathleen Kennedys aufgedrückter Badass-Maxime jede einzelne Figur auf ihrem Weg kämpfen, was ich etwas schade finde. Vielleicht entsteht der Eindruck durch die Auswahl der bisherigen Charakteren, aber wenn zum Beispiel auch später Padmé als Diplomatin kämpfen wird, anstatt sie schlicht ihren Beruf ausübt, wäre das eine verpasste Chance.

Episode 1 – Sands of Jakku

Episode 2 – BB-8 Bandits

Episode 3 – Ewok Escape

Episode 4 – The Padawan Path

Zum Jaws-on-Water Event des Alamo Drafthouses, bei dem Kinogänger in Austin Der Weiße Hai auf einem See schwimmend schauen konnten, haut der Popkultur-Arm Mondo noch ein paar geile Sachen raus. Einmal wäre da die ziemlich schicke Vinyl-Platte des Scores von John Williams und dieses überaus hübsche Poster, beides gezeichnet vom Künstler Phantom City Creative, der bereits im letzten Jahr einen Print zu dem Event beisteuerte. Es gibt meiner Ansicht nach ja sowieso viel zu viele Prints zu Spielbergs Meisterwerk, aber die entsättigte Variante oben gefällt mir doch ziemlich gut.

Ach, Internet. Es war mal wieder ein Tag ohne große Nachrichten. Marvel hatte keine Trailer zu verkünden und selbst aus einer weit, weit entfernten Galaxie drangen keine neuen Informationen zu uns durch. Schade. Wie generiert man also Klicks, um die Miete zu bezahlen? Man zieht sich etwas aus den Fingern und spekuliert selbst bei der klarsten Sachlage überhaupt. Mit einem Fragezeichen im Titel lässt sich schließlich alles rechtfertigen.

So geschehen nachdem ein Trailer zur Rückkehr von Close Encounters in die Kinos zum 40. Jubiläum des Films im Internet auftauchte. Das Video hatte den Titel “This Means Something”, nach dem bekannten Zitat von Richard Dreyfuss’ Figur Roy. Was dies jedoch eigentlich bedeutete, war eigentlich klar.

Ich sah das Video bereits vor den vielen Artikel, wie zum Beispiel diesem Beitrag von Slashfilm, in dem munter über ein Sequel geschrieben wird. Immerhin kann man basierend auf der Idee von Night Skies sogar Bilder von Rick Baker einbauen und einige hundert Wörter posten. Google wird sich freuen!

Die Seite war sicherlich nicht alleine. Basierend auf dem “mysteriösen” Video kann man gut und gerne über Remakes (und dann natürlich eventuell direkt ein Hot Take zum Remake-Wahn Hollywoods einstreuen), Prequels oder Sequels spekulieren. “Würde es Sinn machen, wenn Roy nach all den Jahren zurückkehrt?” Blabla, alles dummer Quatsch, der sich auf das kleine Wörtchen “still” (engl. “noch”) im Titel der eingeblendeten Webseite am Ende des Videos stützt. Auf der Seite erkennt man schnell, dass sich die versprochenen “UFO-Updates” auf Heimkinoveröffentlichungen beschränken und es sich um kein cooles Viral-ARG handelt, das ein Sequel ankündigt. Das ist alles sehr schade, denn natürlich wird eher über den Sinn oder Unsinn von Remakes/Sequels gestritten als dass die mit modernen Grafiken wiederaufgelegte Szene aus dem Flugkontrollzentrum erwähnt wird.

Close Encounters hat einen festen Platz in meinem Herzen. Ich liebe Spielbergs Film über ein sanftmütiges Treffen von Menschen und Aliens über Sprache, Barrieren, Sprachbarrieren und das was uns vereint. Die Einstellung, als Barry in der Tür steht und die Aliens ihn entführen, ist meine erste Filmerinnerung überhaupt. Ich freue mich überaus auf die 4K-Heimkinoversion sowie eine kurze Rückkehr ins Kinos, aber ärgere mich über die dummen Mechanismen des modernen Filmjournalismus, deren Finanzierungsquellen solche Irreführungen scheinbar notwendig machen.