Warner Bros.

Ich habe es Ende letzten Jahres verpasst, meine Filmhighlights 2018 aufzulisten (werde ich noch nachholen bald), aber The Meg wäre sicherlich sehr weit oben gewesen. Langjährige Lesers des Blogs wissen um meine Liebe für Haifilme, weshalb natürlich ein Film, in dem Jason Statham gegen einen Megalodon kämpft, bei mir ganz hoch im Kurs steht.

Ich warte bereits seit mehreren Monaten auf diesen Trailer, ohne wirklich viel über den Film zu wissen, und bin nun ziemlich weggeblasen. Ich wusste nicht, dass die Nebendarsteller so interessant besetzt sind und allgemein sieht das unglaublich spaßig und self-aware aus. Der Einsatz von “Beyond the Sea” sagt ja eigentlich schon alles.

Regie führt Jon Turteltaub, der seit dem Flopp mit The Sorcerer’s Apprentice im director jail sitzt und nur einige TV-Episoden und Last Vegas drehen durfte. Ich hoffe, dass The Meg ein richtiger Sommererfolg wird (Start: 30. August) und er somit endlich die National Treasure Trilogie beenden kann.


Lucasfilm

Während die Möglichkeit natürlich bestehen bleibt, dass der Film ziemlicher Quatsch wird, hinterlässt dieser erste Trailer zum Solo-Solofilm ein richtig gutes Gefühl bei mir. Das fängt schon beim Poster an, das nicht nur wegen der an die EU-Romane anknüpfende Farbgebung das beste unter Disney ist. Dazu wird Solo eine Geschichte erzählen, die Lucas und Kasdan bereits vor der Disney-Übernahme planten und irgendwas wird sie schon an der Idee gepackt haben. Ich glaube daran.

Ich entdecke auch langsam, was mich so unglaublich an den neuen Saga-Filmen stört, nämlich der Komplettausfall des Worldbuildings. Neben einigen kreativen Entscheidungen hinsichtlich der Figurenentwicklung kann ich nicht verstehen, wieso sich diese neuen Filme so wenig für ihre eigentliche Welt interessieren. Vor allem Aliens werden zu Wegwerf-Extras reduziert und komplett in den Hintergrund gedrängt. Das haben sogar die Prequels (Return auch mit den oft gehassten Ewoks!) besser hinbekommen, in denen neue Planeten, Aliens sowie ihre Kultur präsentiert werden und eine große Welt entsteht. Die neuen Filme sind so tempogeladen, dass am Ende nur eine Pastiche der alten Filme entsteht ohne eine eigene Atmosphäre zu schaffen oder die bestehenden Elemente weiterzuentwickeln. In The Force Awakens und The Last Jedi findet man stattdessen häufig nur einsame, leere Planeten mit wenigen Figuren und militärischen Außenposten, was die Galaxie erheblich kleiner wirken lässt und den Mythos schmälert.

Das bringt uns zu Solo; ein Film, den viele für überflüssig halten. Ich habe mal ähnlich über die Idee eines Boba Fett Films geurteilt und vielleicht muss ich bald meine Meinung revidieren, denn Ron Howard scheint viel von George gelernt zu haben. Corellia blüht bereits in dem Trailer förmlich auf. Die wenigen Shots der Sabacc-Szene alleine haben bereits besseres Alien-Design zu bieten als die gesamten Sequels zusammen.

Dazu gibt so viele kleine Momente in dem Trailer, die mein Fanherz höher schlagen lassen: Beckett (im Han Solo TFA-Concept-Art-Gedächtnisoutfit) gibt Solo seinen Blaster, Chewie rettet Malla (?), L3-37 ist süß, Chewie rammt einen Typen buchstäblich in den Boden und, und, und. Ich mag, dass Qi’ra und Han sich bereits kennen. Donald Glovers Lando ist das perfekteste Casting ever. Speaking of, der viel gescholtene Alden Ehrenreich gefällt mir immer besser in der Rolle und könnte das tatsächlich rocken. Dazu scheint der Kessel Run keine freiwillige Aktion gewesen zu sein, was ich ziemlich lustig finde. Ich bin positiv gestimmt, viel zu verlieren hat das Franchise für mich nicht mehr. Also erhoffe ich mir ein bisschen Spaß mit bekannten Freunden in einer vertrauten Galaxie. Punch it.

Eine neue Ausgabe mit zwei eher enttäuschenden Titeln. Einmal ein lustig anmutender Film, dem aber die letzte Würze fehlt und eine ambitionierte ZDF-Serie, die außer dieser Tugend – narrativ und hinter der Kamera – wenig zu bieten hat.

Dafür gibt es uns jetzt auf Spotify. Das ist doch was.

Shownotes:

01:09 – The Death of Stalin
17:37 – Bad Banks
37:04 – Empfehlungen

Links zur Sendung:
Castlebeat – VHS
Szczepan Twardoch – Drach
Detektiv Conan – Der purpurrote Liebesbrief
Queer Eye
Love

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Seit vielen Jahren fasziniert mich der YouTuber Forger, der sich auf seinem Kanal hauptsächlich mit Analysen von Animes und Filmkritiken beschäftigte. Zumindest nannte er seine Videos so. In ihnen fand man jedoch neben der Besprechung der Filme auch erhebliches Unwissen, jege Menge Arroganz und vor allem Polemik, die ich kritisch auf meinem Tumblr-Watchblog Forgerwatch festhielt.

Vor einigen Monaten hing Forger mangels finanziellem Erfolg seine YouTube-Karriere an den Nagel und kündigte an, sich ab sofort größeren Projekten widmen zu wollen. Lange mussten seine Fans auch nicht warten. Forger aka Thomas Hanak veröffentlichte bereits Ende März seinen ersten Fantasy-Roman namens Yanomar, dessen kontroverse Besprechung in einer Kritik auf Amazon den Autor so verärgerten, dass er sich mit ihr sehr leidenschaftlich in einem episch anmutenden Video auseinandersetzte. Der Jäger wurde zum Gejagten.

PewPewPew ist stolz, Kontakte zu diesen Kritikern geschlossen zu haben und nun das erste Interview mit Oliver Straatmann und Toyota Jochen präsentieren zu können. (weiterlesen…)

Laurent Durieux und der bekannte Comiczeichner François Schuiten haben einen neuen Print für Francis Ford Coppolas The Conversation entworfen. Das Projekt war eine Zusammenarbeit von Mondo und dem frankobelgischen Äquivalent auf der anderen Seite des großen Teiches, Natilus Art Prints, ebenfalls geführt von Durieux und seinem Bruder.

Als ich mit dem Hobby anfing, war Durieux vor allem dank dem Wirbel um seinen inzwischen legendären Jaws-Print der König der Szene (Spielberg kaufte ~25 Prints für Freunde und Produzenten des Films). Heute ist es etwas stiller um ihn geworden, was auch vielleicht an seinem recht einseitigen Stil liegt, der entweder zu einem Thema passt oder nicht.

Hier stimmt die Chemie schon, dazu ist Schuitens Geschick für clevere Kompositionen zu erkennen. Man vermischt Gene Hackmans Pose des originalen Posters mit dem Missverständnis des Films, dazu lässt der kaputte Fußboden bereits erahnen, wohin die Reise führt. Insgesamt eine schöne Erinnerung für alle Fans des Films. Die Idee, dass das Loch im Boden in der Form von Audiowellen abgebildert ist, halte ich für großartig und das würde mir als Motiv eigentlich schon reichen.

Mondo/Natilus Artprints
24″ x 36″ screen print. Hand numbered.
Edition of 150 (Regular). Edition of 75 (Variant).
Printed by S.P. Productions (Brüssel)

So richtig läuft hier nicht ein Motiv ins andere, besonders bei der Krawatte fange ich ein wenig an zu grummeln. Definitiv kein fantastischer Print, aber dennoch ziemlich clever. Wer Interesse hat, darf heute auf Mondo und Natilus ab ~18 Uhr F5 drücken und beten.

Joachim Trier gehört zu meinen Lieblingsregisseuren und sein großer Durchbruch Oslo, August 31 zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Also passte es mir sehr gut, als mich Lucas zum nunmehr sechsten Mal in den Longtake Podcast einlud – ich schätze, dass ich damit irgendeinen Rekord halte.

Ausnahmsweise waren wir mal einer Meinung, denn Joachim Triers neuer Film Thelma ist zweifellos gut, aber teilweise diffus und dann doch irgendwo ein Stilbruch mit dem bisherigen Werk des Regisseurs und eine Annäherung an den Mainstream ohne aber zu enttäuschen oder das ganz eigene Flair zu verlieren.

In Folge #105 sprechen Lucas B. und Sascha (von PewPewPew) über Joachim Triers Mystery-Coming-of-Age-Drama „Thelma“. Dabei geht es um göttliche Liebe, Symbolismus, dramatische Opernbesuche und den Horror moderner Architektur.

Für Feedback oder Fragen schreibt ihr den Leuten bitte eine Mail an feedback@longtake.de oder ihr folgt @longtakede direkt auf Twitter.


Lucasfilm

Vereinigte Staaten, USA, Irland 2017
Regie: Rian Johnson
Drehbuch: Rian Johnson
Darsteller: Daisey Ridley, Adam Driver, Mark Hamill, Carrie Fisher, John Boyega, Oscar Isaac
Länge: 152 Minuten
FSK: 12
Rating: ★★★★½

April, April…

“This is not going to go the way you think.”

Fan zu sein ist manchmal schwer. Das wissen nach diesem Wochenende nicht nur die Borussen. Eine so intensiv geführte Beziehung vieler Fans wie die zu Star Wars gibt es jedoch selten. Die Dortmunder haben wenigstens nächste Woche die Chance sich neu zu beweisen. Star Wars als Franchise ist enorm, aber es ist immer wieder ernüchternd sich zu erinnern, dass es gerade einmal etwas weniger als ein dutzend Filme in über vier Jahrzehnten gab und davon nur eine Handvoll richtig gut war. Fan sein, besonders von Star Wars, ist also nicht leicht. Das weiß auch der Regisseur und Drehbuchautor der achten Episode der Skywalker Saga, Rian Johnson. Rians Fandom ist lange dokumentiert in Interview und Auftritten, noch lange bevor überhaupt an neue Filme aus dem Hause Disney zu denken war. Als Fan weiß er aber auch, dass die Herzen ihre Dosis an Fanservice bereits mit JJ Abrams’ A New Hope Kopie erhalten haben. The Last Jedi hingegen bricht auf zu neuen Ufern, revitalisiert das Franchise mit neuem Blut und schafft das Alte elegant ab.

Misserfolge sind das Thema des Films. Nahezu jegliche Mission scheitert, doch Rian Johnson gelingt damit eine Annäherung des Mythos an die Realität. Luke Skywalker war der Jugendheld vieler Fans, doch neben seinem triumphalen Erfolg auch ein grimmiger junger Mann mit vielen Fehlern. Die alte Star Wars Trilogie stellte somit eine reine Space Fantasy dar, in der die Figuren größer als im wahren Leben erscheinen und die richtigen Entscheidungen in schwierigen Momenten treffen. Millionen von Menschen waren inspiriert und unterhalten von diesen Szenen. Es handelte sich um archetypische Figuren, die das Publikum erbauen und nicht depressiv machen. George Lucas erbaute einen neuen Mythos aus alten Traditionen, der gleichzeitig Eskapismus und Karthasis anbot. Doch genau dort setzt Johnson klug an. Indem er die Figuren wie Luke oder Leia und ihr realistisches Schicksal hinterfragt, kann er die dunklen und traurigen Wahrheiten dieses Franchises offenlegen. Er injiziert Star Wars mit einer notwendigen Dosis Zynismus und denkt so die hängengebliebenen Fäden aus The Force Awakens konsequent zu Ende. Somit korrigiert er auch gleichzeitig die Fehler des ersten Teils und beseitigt langweilige Ansätze wie Snoke, die Knight of Rens oder eine Jedi-Akademie, sodass wir uns auf die wichtigen neuen Figuren wie Rose konzentrieren können. Ein Geniestreich.

Auch die Spezialeffekte aus der Schmiede von Industrial Light & Magic setzen die Welt wieder wunderbar in Szene. Eine Wüste mit Las Vegas-Verschnitt, eine Salzwüste mit verlassenem Außenposten, eine einsame Insel mit dem letzten Jedi und eine versteckte Rebellenbasis auf einem toten Planeten. Noch nie zuvor kam die Galaxie mit so wenig derart wunderbar aus. Das Endergebnis lässt sich auch wahrlich sehen; das große Highlight ist sicherlich die Fathiers-Fluchtszene, in denen ein dutzend Nutztiere von Rose und Finn befreit werden, während ihre Freunde ums Überleben kämpfen. Allgemein ist der Kurzausflug nach Canto Bight ein absolutes Highlight. Spätestens seit den Occupy Wall Street Protesten wissen wir, dass alle reichen Menschen schlecht sind. Wieso also unnötige Screentime in Planeten oder die Politik der Galaxie verschwenden, wenn man die Grenzen zwischen Gut und Böse einfach so vermischen kann, sodass all dies nicht mehr notwendig ist und die Welt von Star Wars sich unserer vielschichtigen Welt einfach annähert? Dies ist nur ein weiterer der vielen, sorgfältig geplanten Momente in The Last Jedi, in denen die Erwartungen des Zuschauers unterwandert werden.

Genau dies ist auch die Maxime bei der Ausgestaltung der Figuren. Wo JJ Abrams das Fundament legte, reißt Johnson es nieder. Wo Rian selbst Figuren erschafft, lässt er ihnen Raum, sich zu entfalten. Die Subversion vieler Vorstellungen ist genau das, was Fans brauchen. Ich hatte ehrlich gesagt lange meine Probleme damit, Lukes Schicksal zu akzeptieren. Doch nachdem ich selbst nun einige Jahrzehnte in dieser Galaxie verbracht habe, kann er erkennen, dass Luke – obwohl er selbst das Gute in seinem Vater Darth Vader erkennen konnte – zu viel Angst vor seinem Neffen bekam und ihn umbringen wollte. Ein Moment der Schwäche, der für alle Zuschauer nachvollziehbar ist. Das ist eine bittere Pille für Fans des archtetypischen Helden, aber wenn man wirklich überlegt, macht es schon Sinn. Ebenso macht Prinzessin Leia Platz für Admiral Holdo – eine Figur, die wir sie heute brauchen.

Weiterhin bleibt uns mit der Dynamik aus Kylo Ren und Rey ein glühender Kern erhalten, der das Franchise voranbringen wird. Dass Rey weiterhin alles problemlos gelingt, wird die Menschen weltweit inspirieren. Ich jedenfalls verließ das Kino mit einem weinenden und einem lachenden Auge sowie dem Wissen, dass Star Wars in guten Händen ist.

Eine Zusammenstellung direkt aus einem dystopischen Film. Verantwortlich ist die Sinclair Broadcasting Group, die ideologisch rechts neben Fox News liegt und etliche Local TV Stations in den USA verkauft übernommen hat. Viele Amerikaner verlassen sich auf ihre lokalen TV-Sendungen. Mit Fox News weiß man immerhin, was man kriegt. Sinclair hingegen hat die lokalen Fernsehsender unterwandert und zwingt die Sprecher Trump-Propaganda zu verbreiten. John Oliver hatte dazu letztes Jahr bereits ein Segment.