Dass The Force Awakens es nicht schaffte, unsere Helden aus Return of the Jedi noch einmal versammelt wie am Ende im Dorf der Ewoks auf die Leinwand zu bringen, war ein ganz großer Kritikpunkt für mich. Dass Mark Hamill und Harrison Ford nie wieder im gleichen Frame stehen würden, galt für mich als gesichert.

Da es sich aber bei dem Film um eine Kopie von Episode IV handelt, hatte ich Geduld. Lando taucht ja auch erst im zweiten Teil der alten Trilogie auf, also wird er nun in Rian Johnsons The Last Jedi mitwirken. Billy Dee Williams zerstörte heute aber nun diese Träume. Lando wird nicht in Episode VIII dabei sein. Das macht mich enorm wütend, da nun auch ein Wiedersehen von Leia und Lando nicht drin ist. Vielleicht kann Colin Trevorrow ihm mehr Gebühr zollen. Mit Legacy-Charakteren kennt der Jurassic World Regisseur sich schließlich ganz gut aus.

Spoiler-Warnung [Markieren zum Lesen]: Das bedeutet auch, dass Lando _nicht_ bei Han Solos Beerdigung anwesend sein wird. Fuck. This.

Ein bisschen erfreulicher ist diese Foto von einem Panel zu Star Wars Rebels, bei dem Captain Rex in dem Kommando-Outfit der Rebellen Allianz zu sehen ist, das die Truppen auch im Kampf auf Endor tragen. Schon bevor Rex in Rebels wieder auftauchte, gab es Fantheorien zu dem alten Kämpfer in den Reihen der Rebellen, der dem Klon sehr ähnlich sieht. Dies wird nun scheinbar zum Teil des offiziellen Kanons. Man muss nicht immer alles verbinden, eine Andeutung oder Wahrscheinlichkeitsrechnung der Fans hätten auch gereicht, aber okay — das ist schon cool.

Hier mal ein Video-Essay der etwas anderen Art: InfoWars-Chef Alex Jones verbindet antisemitische, rassistische Verschwörungstheorien über die “Globalisten” (read: JUDEN!) mit Ridley Scotts Alien: Covenant. Das leuchtet ein. Ich meine, die Verbindung liegt ja auf der Hand. Guardians of the Galaxy spielt da auch mit rein. Natürlich.

Mit dem Panel zum 40. Geburtstag von Star Wars begann heute die Celebration in Orlando. Zu Gast waren alle bekannten und wichtigen Gesichter des Franchises. Warwick Davis moderierte durch die Show und brachte zunächst George Lucas und Kathleen Kennedy auf die Bühne. Später kamen noch Mark Hamill, Harrison Ford, Anthony Daniels, Billy Dee Williams und Peter Mayhew hinzu, aber auch Hayden Christensen und Ian McDiarmid sprachen mit George über die Prequels und Lichtschwertgeräusche.

Liam Neeson sowie Samuel L. Jackson wurden per Video reingeschaltet. Jackson wurde auch in diesem kleinen Clip nicht müde zu betonen, dass Jedi Stürze aus sehr großer Höhe überleben können. Süß. Ewan McGregor ist ebenfalls sehr bemüht, seine Rückkehr zu Star Wars auf Instagram anzuteasen. Er war nicht Teil des Panels, sondern wird wohl im Laufe des Wochenendes offiziell zur Ankündigung seines Obi-Wan Standalone-Films auf die Bühne finden.

Ebenfalls schmerzlich vermisst wurde Carrie Fisher. Ihr widmeten Lucas, Kennedy und Fishers Tochter Billie Lourd herzerwärmende Worte, bei denen kein Auge trocken blieb. George Lucas via THR:

“She played a part that was very smart, and she was having to hold her own against two big lugs, goofballs that were screwing everything up,” Lucas said. “She was the boss. It was her war, and when I cast it, I said I want somebody young to play the part. I want somebody very young. When Carrie came in, she was that character. She was very strong, very smart, very funny, very bold, very tough, and there really wasn’t much of a question. There are not very many people like her. They are one in a billion. For this particular part, it was absolutely perfect. … She wore a dress through the whole thing, but she was the toughest in the group. She was very challenging in terms of pointing out that certain pieces of dialogue were a little hard to say. She was brilliant, and obviously we will all miss her, but she will always be the princess who took command and never backed down, never was in jeopardy. She was always helping the other guys get out of the messes she created. We’ll all love her forever and ever.”

Emotionales Highlight war dann dieses grandiose Tribute Video, nach dem der Vorhang neben der Bühne fiel und John Williams samt einem Orchester “Leia’s Theme” spielte. Das “Main Theme” und der “Imperial March” folgten, danach war Schluss. Keine Ankündigungen, stattdessen ein Blick zurück auf Freundschaft, Liebe zum Franchise und eine Ehrung von Carrie. Sehr geschmackvoll und emotional.

Noch vorab dem heutigen Start der Star Wars Celebration in Orlando, Florida gab es einen ersten Vorgeschmack auf das aufregende Wochenende für Fans der weit, weit entfernten Galaxie.

Zunächst leakte bereits gestern ein ziemlich kurzer, aber dafür umso krasser Trailer zum Battlefront Sequel von DICE. Es ist schon ein Dick Move, wenn man kurz bevor der eigentliche Trailer auf der Celebration in einer geplanten Vorführung leakt, aber jetzt wo das Teil eben draußen ist, möchte ich es auch nicht unbesprochen lassen.

Ich fand Battlefront unglaublich genial, insbesondere die Grafik und das Sounddesign waren phänomenal. Der DLC war äußerst mitreißend und abwechslungsfähig. Die ganze Debatte um den Season Pass und ob jetzt genug Content im Basisspiel enthalten war, empfand ich als total nervig und nicht angebracht. Das Fehlen einer Kampagne hat dem Spiel aber durchaus geschadet. Ich vermute, dass man mit Battlefront – wie man jetzt im Trailer sieht – durchaus großartige Geschichte erzählen kann und dies auch so von Lucasfilm geplant war und weiterhin auch ist.

Zum damaligen Zeitpunkt jedoch war wohl einfach noch nicht genug von der Lucasfilm Story Group ausgemacht, die Franchise-Pläne waren zu jung. Nun kann man die Geschichte einiger Imperialer erzählen, die nach dem Ende von Return of the Jedi wohl ein Jahr lang in der Galaxie herumkämpfen werden, bevor die Schlacht von Jakku meiner Einschätzung nach das Finale des Spiels darstellen will. Wobei man jedoch auch bereits die Starkiller Base sieht, aber das kann aus dem Multiplayer sein. Oder die Imperialen hatten die Basis schon zu OT-Zeiten? Wie auch immer, mit dem DLC zu Rogue One hat DICE bewiesen, welche Kraft in diesem Franchise steckt und ich kann die kommenden Spiele und Geschichte kaum erwarten.

Und wen das nicht überzeugt, für den verspricht DICE bereits in diesem kurzen Trailer Kämpfe aus allen Trilogien, inklusive Helden aus The Last Jedi – heißt das im Umkehrschluss, dass auch einige Schlachten und Kämpfe aus dem Film bereits enthalten sein werden? Exciting times!

 

Weniger aufregend finde ich dahingegend die Ankündigung von Forces of Destiny, einer Zeichentrickserie mit nur wenigen Episoden, die sich alle Heldinnen aus dem Star Wars Universum widmen werden. Kurze Geschichten zu Leia, Sabine, Rey, Maz Kanata und Jyn sind geplant. Was wieder auffällt: Wieder einmal ignoriert Disney komplett die Prequels, als gäbe es dort keine Heldinnen, die eine Episode verdient hätten. The Clone Wars gab Padmé doch einiges zu tun und Aurra Sing und andere Figuren könnten ebenfalls interessant sein.

Ärgerlich ist auch der unglaublich billige Grafikstil, der an Motion Comic Tie-ins aus dem vergangenen Jahrzehnt erinnert. Sehr schade jedenfalls, denn eine richtige Zeichentrickserie wie Tartakovskys Clone Wars ist überfällig. Wenn man sich jedoch die Ansammlung der Figuren anschaut, insbesondere die Spielzeugfiguren, wird schnell klar, dass sich die Serie an eine sehr junge, hauptsächlich weibliche Zielgruppe richtet. Das entschuldigt nicht den billigen Stil, stellt aber auch gleichzeitig keinen Grund dar, auf die Barrikaden zu gehen.

Im März habe ich relativ wenig gebloggt und bin auch ein wenig davon abgerückt, zu dem Trailer unbedingt schnell ein Posting zu haben. Daher hole ich jetzt alles nach, was ich verpasst habe. Wie immer ist das natürlich keine komplette Zusammenfassung, sondern eher eine Selektion der Filme, die ich auch schauen will.

Ich mag Edgar Wright als Person sehr, seine Filme fand ich jedoch nie so wirklich kultig wie viele andere Moviegeeks. Klar, ich mag sie allesamt und Scott Pilgrim ist die bis heute beste Comic-Adaption, aber ich vergöttere ihn nicht.

Having said that… Baby Driver looks fun. Fine? I dunno. Die ganzen Trailer bisher versprechen einen richtig schönen Actionfilm mit großartigen Verfolgungsszenen und witzigen Figuren. Sieht für mich insgesamt wie das cineastsiche Äquivalent von Fast Food aus. Man will es, man isst es, man genießt es – und ist das noch hungrig und denkt fünf Minuten später nicht mehr drüber nach. (weiterlesen…)

Ich bin in den letzten Wochen mit den Trailern zu all den tollen Serienhighlights kaum nachgekommen. Deshalb hier gesammelt erste Einblicke ins Peak TV der kommenden Wochen.

Vielleicht war ich mit dem “Peak TV” auch ein bisschen voreilig, aber keine Sorge, das kommt gleich. Zuvor gibt es einen ersten Einblick in Spike TVs (of all places) The Mist, eine Adpation von Stephen Kings Novelle. Ich habe erst neulich wieder Frank Darabonts Film gesehen, in glorreichem Schwarzweiß, und halte ihn auch zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung für einen außerordentlichen Monsterfilm und ein gruselig-prägnantes Portrait der amerikanischen Gesellschaft. Genau deshalb brauche ich keine in die Länge gezogene, verwässerte Adaption, in der der Nebel die Leute irgendwie verrückt macht, und sei es noch so nahe an Kings Vorlage. (weiterlesen…)

Das Netflix-Stigma

12 Apr, 2017 · Sascha · Featured,Film · 3 comments

Dieser Tweet hatte einigen Zuspruch erfahren und ich wollte das Gefühl noch einmal ganz kurz in einer etwas längeren Form auf dem Blog festhalten. Und genau das soll es auch sein, die Beschreibung eines Gefühls, ohne große Zahlen (die Netflix ohnehin nicht preisgibt) und Box-Office-Crunching.

Das Netflix-Original Branding hat keine besondere Bedeutung. Netflix drückt seinen “Original”-Stempel auf Eigenproduktionen, eingekaufte Serien und Filme sowie Serien, die zum Beispiel nur über Netflix ausgestrahlt werden, sonst aber nichts mit Netflix am Hut haben (siehe z.B. Better Call Saul in Deutschland). Das verwässert die Marke ungemein und lässt alles sehr undurchsichtig erscheinen.

Von Netflix produzierte Filme mit Oscar-Hoffnungen werden im gleichen Atemzug wie Adam Sandlers neuer Urlaubsdreh genannt. Netflix veröffentlichte im gleichen Jahr Ridiculous Six und Beasts of No Nation und während dieser Move natürlich die Bandbreite des Streamingdiensts unterstreicht, gibt es aber auch einen ungewollten Nebeneffekt. Ich vermute, dass das sonstige Line-Up aus The Do-Over, Tallulah, XOXO, Spectral oder Special Correspondents anderen prestigeträchtigeren Filmen die gewisse Aura eines Awardsfilms raubt.

Der direkte Vergleich zwischen Amazons Manchester by the Sea und Netflix’ Beasts of No Nation bietet sich an. Netflix kaufte die internationalen Rechte an Beasts auf, veröffentlichte den Film in einigen Kinos und zeitgleich online. Dies rief einen Boykott einiger Kinobetreiber hervor. Amazon kaufte Manchester by the Sea nach einer erfolgreichen Premiere auf dem Sundance Filmfestival (Netflix tat dies jetzt ebenso mit The Discovery). Amazon Studios brachte Manchester zunächst in die Kinos, bevor der Film im Januar online erschien.

Als Netflix vor einem Jahr bei den Oscars leer ausging, wurde dies teilweise als eine Absage an Streamingdienste wie Netflix und dergleichen angesehen. Der Film Manchester by the Sea konnte jedoch, der eben nicht nur halbherzig wie Beasts in einigen Kinos in Los Angeles und New York lief, um sich für die Oscars zu qualifizieren, in diesem Jahr zwei Trophäen mit nach Hause nehmen und insgesamt 6 Nominierungen für sich verbuchen, unter anderem die für den besten Film. (weiterlesen…)

Als Kultfilm lässt Blade Runner seit 35 Jahren die Fanherzen höher schlagen. Besonders das Produktionsdesign von u.a. Syd Mead ist so ikonisch und bis heute futuristisch, dass Künstler einfach nicht von Ridley Scotts Meisterwerk ablassen können. Der Film selbst hat mehrere großartige Poster hervorgebracht, die bis heute gerne an Wänden gesehen werden und auf eBay für viel Geld den Besitzer wechseln.

Grafikdesigner Kilian Eng widmete sich Blade Runner vor einigen Jahren, damals ging es um die Veröffentlichung des OSTs auf Vinyl. Von den Zeichnungen fand ich damals das Poster mit den vielen Regenschirmen von Illustrator Raid71 am schösten, der sich danach erneut diesem Motiv hingab.

Wenn man mich fragt, sind Engs Poster immer ein großes Risiko, die Definition von Hit-or-Miss. Gerade das macht das kostspielige Posterhobby so riskant. Der Künstler, der fast ausschließlich Moebius-inspirierte Science-Fiction Prints produziert, könnte jedoch nicht besser zu diesem Motiv passen. Die Variant-Edition hat sogar noch eine hübsche Veränderung und einen Aluminium-Variant gibt es ebenfalls. Das Ganze war leider ein privater Auftrag von Posterfans, daher gibt es das Ding nicht zu erwerben. Höchstens auf dem Sekundärmarkt. An der Schönheit ändert das aber nichts.