null

Ich habe zwar die Bücher nie gelesen, bin aber dank der großartigen TV-Serie großer Fan von G.R.R. Martins Welt Westeros. Genau wie bei Mittelerde oder Star Wars ist das Universum an sich schon interessant genug und es sind nicht nur die Charaktere, die die Geschichte erzählenswert machen. Eine der Besonderheiten der Welt sind die langen und teilweise unberechenbaren Jahreszeiten. “Winter is Coming”, mahnt uns Herr Stark. Aber wieso genau sind die Jahreszeiten so lang und unberechenbar und – am wichtigsten – ist das überhaupt möglich? io9 weiß mehr:

This makes for some pretty great fantasy, but is this actually possible? And is there any chance that variable-length seasons as portrayed in Game of Thrones could eventually happen on Earth?

The answer is yes. And in fact, there are at least five scientific explanations that can help explain what’s going on in the Seven Kingdoms.

[...]It’s important to note that the Earth’s axis of rotation is extremely stable. If it wasn’t, the Earth’s tilt would be very wobbly, resulting in inconsistent and unpredictable seasonal lengths like the ones portrayed in Game of Thrones.

5 Scientific Explanations for Game of Thrones’ Messed-Up Seasons.

upstreamcolorshane

Ein Regisseur macht einen Film, dann kommt neun, lange Jahre nichts mehr. Sein zweiter Film feierte Premiere auf dem Sundance Filmfestival und alle sind gespannt. Das passiert selten, aber wenn es sich um Shane Carruths Nachfolger zu seinem Kulthit ‘Primer’ handelt, macht das alles schon mehr Sinn. Gestern feierte sein neuer Film ‘Upstream Color’ Premiere und die ersten Reaktionen sind deutlich gemischt, aber ich habe auch nichts anderes erwartet. Heute noch zeige ich Leuten ‘Primer’ und während manche sofort mitdiskutieren wollen, fühlen sich sehr viele abgestoßen. Worauf sich alle einigen können, ist jedoch, dass ‘Upstream Color’ visuell beeindruckt. Die Geschichte hat einen kleinen Sci-Fi-Hook, aber ist viel mehr mit dem Erforschen der Bedeutung der menschlichen Identität beschäftigt, soll dabei aber ähnlich wie ‘Primer’ kryptisch vorgehen.

Ich stimme zwar dem FilmCritHulk zu, aber es ist trotzdem interessant die Reaktionen zu lesen.

Der Film wird auch auf der Berlinale laufen. Geht jemand hin?

Heimkinos

22 Jan, 2013 · Sascha · Sponsored · 0 comments

heimkino1Ich wurde gefragt, ob ich über “Heimkinos zum Staunen” mit “5.1 Lautsprecher für das Wohnzimmer” schreiben würde. Eigentlich habe ich es gar nicht so mit Heimkinos. So aus Prinzip. Ich verstehe auch die Deutschen nicht, die generell ungern ins Kino gehen. Nichts kann mir annähernd eine Kinoerfahrung wiedergeben wie das Kino selbst. Alleine wenn ich nur daran zurückdenke, wie schön es war ‘The Master’ in 70mm in den USA zu sehen, werden meine Augen feucht. Gerne würde ich eine solche Erfahrung wieder im Kino erleben, aber zu Hause kann dann so eine auf einem schlechten System abgespielte DVD auch nachträglich was versauen. Dazu bin ich noch Student und bei Technik, insbesondere bei einem solchen Systemen, kriegt man das, was man bezahlt – und viel wär das bei mir nicht momentan.

Aber mein Fernseher regt mich auf und es muss sich was ändern. Aus irgendeinem Grund reagiert nicht mehr auf die Fernbedienung. Liegt nicht an den Batterien, habe ich schon gecheckt. Ich könnte mir natürlich einfach eine neue Fernbedienung kaufen, immerhin beobachte ich schon länger Auktionen bei eBay für so eine Alles-in-Einem-Fernbedienung, aber das löst nicht mein Problem. Mein Fernseher regt mich nämlich auch insofern auf, dass er ein bisschen alt ist. Sechs Jahre nun. Das ist kein Seniorenalter für Fernseher, aber die Technik hat sich weiterentwickelt und für einen großen Fan von Film und Fernsehen wie mich wäre es schon schön, wenn der Fernseher auch mal die Blu-Ray-Sammlung möglichst so wie es gedacht war abspielt.

heimkino2Aber dieses Format stirbt ja ohnehin aus. Durch den Kauf (und dann den Umtausch für ein funktionierendes Gerät) eines AppleTVs hat sich mein Filmkonsum deutlich gesteigert und wie man meiner diesjährigen Watchlist entnehmen kann, erfreue ich mich meines Gerätes und dem heimischen Konsums. Doch das ist alles nur halb so toll, wie es sein könnte und nicht einmal annähernd so einnehmend, wie ich es mir wünsche. Ich bin dem Heimkino gar nicht mehr so abgeneigt, aber da muss schon ein richtiger Beamer her, für den ich momentan gar keinen Platz noch das Geld habe. Ich muss also im Lotto gewinnen um mir mein persönliches Kino zu kaufen. Das ist die Lösung. First World Problems, yo!

beforemidnight2013

Im Rahmen meines Jahresrückblicks listete ich auch meine Filmhighlights 2013 auf und Richard Linklaters ‘Before Midnight’, der große Abschluss der von mir geliebten Before-Trilogie, spielt da ganz oben mit dabei. Meine Erwartungen könnten nicht höher sein. Nun feierte der Film seine Premiere auf dem Sundance Filmfestival und die ersten Eindrücke trafen über Twitter ein. Ich lasse die mal für sich sprechen und sage nur, dass ich außerordentlich erfreut bin und es kaum abwarten kann diesen Film zu sehen.

Wow! Morgen feiert übrigens Shane Carruths zweite Regiearbeit nach ‘Primer’ (2004) Premiere und da bin ich auch mächtig gespannt. In der Zwischenzeit gibt es ein paar neue Stills zum Film, die ein wenig mehr vom Setting in Griechenland zeigen.

the master review

Vereinigte Staaten, 2012
Regie: Paul Thomas Anderson
Drehbuch: Paul Thomas Anderson
Darsteller: Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams
Länge: 137 Minuten
Rating: ★★★★★

“You have wandered off the proper path, haven’t you?”

Paul Thomas Anderson, unter seinen Verehrern häufig auch schlicht PTA genannt, ist einer der letzten großen Autorenfilmer Hollywoods. Mit seiner recht kurzen Filmographie hat er bereits eine tiefe Kerbe in die Filmlandschaft geschlagen und beschäftigt Kritiker wie Fans mit seinen kontroversen und fesselnden Filmen. Wenn man der Berichterstattung im Vorfeld trauen durfte, sollte er mit ‘The Master’ alledem die Krone aufsetzen. Was hätte dieser Film nicht alles sein sollen: Magnum Opus von PTAs Karriere, die große Abhandlung über L. Ron Hubbard, eine Abrechnung mit Scientology, der umstrittenen Religion bzw. Sekte (je nachdem, wen man fragt), die besonders in Hollywood in der anfälligen Entertainmentindustrie um sich greift. Und dann überrascht Anderson alle, und wahrscheinlich auch sich selbst, mit einem unzugänglichen, aber tiefen Film über eine Männerfreundschaft zwischen Macht, Homoerotik und Alkohol.

Der zweite Weltkrieg endet und Freddie Quell (Joaquin Phoenix) muss ins Leben zurückkehren. Eigentlich steht ihm Tür und Tor offen, doch er hofft die Bilder des Krieges im Alkohol, dem er bereits während dem Krieges erlegen ist, zu ertränken. Er wird Photograph, trinkt, schläft mit Frauen, trinkt mehr, verliert seinen Job, mischt sich seinen eigenen Alkohol zusammen, stolpert von Job zu Job, von Land zu Land und endet betrunken auf einer Schiffsparty im Hafen San Franciscos. Das Schiff verlässt den Hafen und Freddie ist ein blinder, aber willkommener Passagier des “Meisters”, Lancaster Dodd, (Philip Seymour Hoffman) und den Anhängern seiner Sache (engl. “The Cause”). Dieser ist vollkommen fasziniert von Freddie, dem animalischen Rumtreiber, der einen perfekten Kandidaten darstellt, um eine Transformation zu durchlaufen und das Menschenbild des Meisters zu bestätigen.

Weil ‘The Master’ eben vornehmlich von seinen Figuren vorangetrieben wird, ist es nicht überraschend, dass am meisten die Darbietungen der Schauspieler hervorstechen. Insbesondere an Joaquin Phoenix geht in diesem Film nichts vorbei, für dessen Figur er sich völlig verwandelt hat. Wenn man Rollen von ihm vor 8-10 Jahren in Betracht zieht und ihn hier sieht, sind das zwei komplett verschiedene Menschen und auch Schauspieler. Seine Mimik und Gestik sind völlig sonderbar, teilweise befremdlich, aber stets faszinierend. Er verzieht argwöhnisch den Mund, murmelt betrunken seine Sätze komisch heraus, seine Haltung ist triebhaft gekrümmt und er starrt Frauen mit der Intensität eines Löwen auf der Jagd an.

Lancester und Freddie bilden die zwei Extremen der menschlichen Natur. Freddie, der sich seinen animalischen Zügen voll hingibt, und Dodd, der stets versucht diese zu unterdrücken und für ein von der Natur losgelösten Menschbild kämpft. Hoffman schafft es seiner Figur stets die nötige Autorität zu verleihen, obgleich man in Interaktionen mit anderen Figuren – insbesondere hier sei die großartige Diskussion mit einem Kritiker (Christopher Evan Welch) erwähnt – immer merkt, dass der Mann hinter seinen Büchern von Selbstzweifel und Orentierungslosigkeit geplagt ist. Wäre da nicht seine Frau, gespielt von der großartigen Amy Adams, die ihm zur Hand geht und ihm die Richtung zeigt, wäre er womöglich genauso verloren wie Freddie, mit dem er eine Liebe für den Alkohol teilt. Adams’ beeindruckende Präsenz erreicht die Schauspielerin durch ganz wenige Dialoge und ihren eindringlichen Blick und sie empfiehlt sich mit ihrer Darstellung, genau wie die zwei Männer, für einen Oscar.

Andersons Regie ist gewohnt souverän, er erzählt in nur einer einzigen Einstellung so viel, sodass der Vergleich mit dem Meister des Kinos Orson Welles in Ben Afflecks Golden Globes Dankesrede keineswegs übertrieben ist. In Kombination mit den Bildern von Mihai Malaimare Jr. und der Projektion des Films in 70mm ergibt sich ein für mich unvergessliches Kinoerlebnis, ganz abseits der Geschichte. Anderson eröffnet den Film noch während des Krieges, verzichtet aber auf Kriegsschauplätze und zeigt stattdessen das einöde Leben der Soldaten während der Reisen. Es ist schwer zu beschreiben, aber Andersons Blick auf das tosende Meer hat etwas Neues, etwas Frisches. So scharf und blau habe ich das Meer im Kino noch nicht gesehen. So verhält es sich mit fast allen Einstellungen des Films; insbesondere bei zwei Szenen in der Wüste, die durch ihre beeindruckenden Bilder und Regie nachwirken.

Inhaltlich ist ‘The Master’ schwer zu greifen. In der US-Szene streitet man sich immer noch darüber, ob und, wenn ja, welche Bedeutung ‘The Master’ hat. Der Film hangelt sich parallel zum Leben der Charaktere von Szene zu Szene, ohne, dass es ein genaues Ziel gibt. Ob dies von Anderson gewollt ist, oder nicht, daran scheiden sich Interpretationen. Dass Hoffmans Charakter definitiv auf Hubbard basiert, ist ohne Zweifel klar, aber der hauptsächliche Fokus liegt auf Quell und Dodd selbst. Es ist ihre Männerfreundschaft, die teilweise stark homoerotische Untertöne anschlägt, zum Beispiel als Freddie und Dodd ihre Versöhnung auf dem Boden ringend feiern oder Dodd ein trauriges Lied über die verlorene Freundschaft (“A slow boat to China” – weg, wo Freddie nicht folgen kann?) anstimmt. Und Amy Adams ist ja auch noch irgendwo zwischen Macht und Sexualität dabei, die die eigentliche Oberhand hat, über Dodd verfügt und ihm sagt, was und wie er es zu befehligen hat und beweist, dass hinter einem mächtigen Mann eine noch stärkere Frau steht.

Ebenso wird kritisiert, dass Freddie als Figur nicht wächst, was höchst umstritten und ich für falsch halte. Quell lässt sich nicht zähmen, er wird gebrochen von Dodd, keine Frage, aber er kann ihn schlussendlich nicht für seine Sache gewinnen. Freddie wird immer der Rumtreiber bleiben, der er ist, aber Dodd versah ihn mit einem bestimmten Werkzeug, mit dem er jetzt seine Umfeld beeinflussen kann und ihm nicht mehr ausgesetzt ist (Sexszene mit der Frau aus der Bar). Freddie ist nicht mehr ausgeliefert und kann mit seinen Traumata besser umgehen und beginnen, sie zu verarbeiten.

Paul Thomas Andersons sechster Film ist ebenso anziehend wie befremdlich. Man verliert sich in den Bildern und der Geschichte, die interpretationsfreudlich und zutiefst bereichernd ist, auch wenn sie nur schwer zugänglich ist. Handfeste Aussagen findet man schwer und vielleicht ist das beim Thema Religion auch keine so schlechte Sache.

‘Frankenweenie’ Review

20 Jan, 2013 · Sascha · Film,Review · 2 comments

Vereinigte Staaten 2012
Regie: Tim Burton
Drehbuch: John August
Darsteller: Charlie Tahan, Martin Short, Martin Landau, Winona Ryder
Länge: 87 Minuten
Rating: ★★★★½

“They like what science gives them, but not the questions science asks.”
“Ladies and gentlemen, I think the problem here is… you are all very ignorant.”

Im Jahr 1984 macht der junge Tim Burton einen Kurzfilm namens Frankenweenie für Disney über einen Jungen, der seinen toten Hunden wieder zum Leben erweckt. Der Film war so erfolgreich, dass Burton gefeuert wurde. 28 Jahre später macht Tim Burton den gleichen Film erneut, nur länger, in Stop-Motion und Schwarz-Weiß – und erneut für Disney. Es zeigt schön, wie weit Tim Burton gekommen ist und wie Leidenschaftsprojekte es trotz widriger Umstände schaffen können, realisiert zu werden. Burton kehrt somit in seine Vergangenheit zurück und das überaus erfolgreich. ‘Frankenweenie’ ist ein visuell bestechender, leidenschaftlich geschriebener und mit Herzblut gemachter Film.

Viktor Frankenstein ist ein kleiner Junge und lebt mit seiner unscheinbaren Familie in der Vorstadt. Viele Freunde hat der kleine Nerd und Wissenschaftler in spe bis auf seinen treuen Hund Sparky jedoch nicht und somit lebt er ein glückliches, aber einsames Leben. Das stört ihn nicht, denn immerhin tut er das, was er am liebsten mag. Doch seine Eltern sehen darin eine Bedrohung und zwingen ihn dazu Sport auszuprobieren. Als Sparky bei einem Baseballspiel tödlich verunglückt, bricht für den jungen Viktor eine Welt zusammen. Sein neuer Physiklehrer Rzykruski, der die Kinder für einen Wissenschaftswettbewerb ermutigt, bringt Viktor jedoch auf eine verrückte Idee. Also gräbt Viktor Sparky aus, flickt ihn zusammen und erweckt ihn mit Hilfe eines Blitzes wieder zum Leben. Doch Viktors neu gewonnenes Glück ist erst der Anfang einer ganzen Reihe von Problemen.

Eine morbide Geschichte über einen Jungen, der sein Haustier ausgräbt und wieder zum Leben erweckt hat es nicht leicht bei Eltern, die mit ihren Sprösslingen am Wochenende mal dem Kino einen Besuch abstatten wollen. Man füge das Nischengenre Stop-Motion-Animation hinzu und drehe den Film noch in Schwarz und Weiß und fertig ist der Marketingclusterfuck. Doch wer sich traut eine Karte zu kaufen, wird mit Burtons Magie aus vergangener Zeit belohnt, die vor allem im Subtext überraschenderweise viel zu sagen hat.

Allen voran steht dort der ausländische Lehrer im Vordergrund, der die Wissenschaftsignoranz und den Hass in der amerikanischen Gesellschaft abstößt. Als er da der versammelten Elterngemeinschaft sagt, dass sie dumm sind, ist das einer der Momente des Films. Dass er dann von seinem Posten gefeuert wird, ist es John Augusts Abrechnung mit dem Stillschweigen des Klimawandels, dem Hass der Tea Party und schlicht der dargestellten Unmöglichkeit des anders seins und dem Fragen stellen.

Während August seine Rahmengeschichte um das Loslassen geliebter Lebenspartner geschickt mit kleinen Botschaften an die großen Zuschauer spickt, verbeugt sich Tim Burton im dritten Akt vor den B-Movie-Monstern seiner Kindheit. Die Synchronisation ist authentisch und liebevoll, das 3D gerne gesehen und wirkungsvoll. ‘Frankenweenie’ ist ein wunderschöner Film, visuell und narrativ, und schlichtweg der beste Animationsfilm des Jahres. Der Oscar wäre hochverdient.

shoutoutloudswalking

Bald schon erscheint das vierte Album meiner Lieblingsband und auf das Konzert in Frankfurt geh ich auch. Alles super also, aber die Shout Out Louds legen noch eine Schippe drauf und veröffentlichen bereits ihre zweite Single aus dem neuen Album ‘Blue Ice’.


via Feingut

“That is space operating on our culture and you can not even put a price on that.”
Dr. Tyson über die Bedeutung von der Eroberung des Weltalls und die Auswirkung auf unsere Gesellschaft.