Ich hatte das Video zunächst nur auf Facebook, aber ich muss es mir doch ins Blog hauen. Ist einfach zu gut. Typ filmt gerade Kick Ass 2 ab, während sein Sitznachbar zu laut seine Chips frisst. Was dann passiert, ist Realsatire. Es beschreibt so eine gewisse Subkultur des Kinogängers anno 2013 perfekt. Fast schon ein Stück Kunst.

Wow…und weil ich heute in Trolllaune bin, hier der CoD: Ghosts Trailer zum Vergleich.

The National Live At Studio KcRW

19 Aug, 2013 · Sascha · Musik · 0 comments

Sehr schöne Live-Performance von Matt Berninger und seinen Bandkollegen minus Drummer Bryan Devendorf, weshalb sich die Songs eben anders und vor allem ruhiger anhören. One night only, quasi. Zwischen den Songs gibt es immer ein paar schöne Einblicke in aktuelle Projekte und Bandanekdoten.


via Reddit

Ehe ist Krieg, Beziehung ist Kampf. Dumme Sprüche, kennt man alle. Aber wenn sich der Partner überraschend trennen will, wirkt das trotzdem wie ein Stich ins Herz. Jonathan Ng hat daher ein herzzerreißendes Telefonat, in dem sich die Freundin trennen will, als Kung Fu Kampf animiert. Because why not? Herausgekommen ist ein kleiner Kurzfilm, der herrlich animiert (man beachte die wunderschönen Wasserfarben im Hintergrund) ist und sich vor allem dank seiner formidablen Sprecher so unglaublich real anhört. Manly tears were shed.

In this “crouching love, hidden breakup” story, inspired by 50’s Shanghai water ink animation & kung fu films, themes of distance, tradition, art and longing dominate a telephonic conversation as a martial arts tango provides the visual backdrop.

Wem die Geschichte so gut gefallen hat und Prints und DVDs will, dem wird auf der offiziellen Seite geholfen.

Die Reviewentwürfe sammeln sich seit teilweise Monaten und nun wird mal durchgefegt für den Herbst. Daher hier ein paar lose Gedanken zu ein paar Filmen.

Troll Hunter

Wie erfrischend es doch ist, wenn das Found Footage mal nicht für eine billige Horrorproduktion benutzt wird. Das bewies Josh Trank letztes Jahr mit Chronicle und Troll Hunter ist ein weiteres Beispiel dafür. Trolle sind real und eine kleine Filmcrew schließt sich einem Trolljäger an. Dieser arbeitet für die Regierung und versucht die Trolle in ihrem natürlichen Lebensraum zu behalten. Die drei Filmleute wandern als mit dem Typen umher. Wirkt alles ein wenig zu episodisch für mich, aber dafür ist das Finale sehr beeindruckend, auch wenn das Ende sehr frustrierend ist. Ansonsten erfindet der Film das Rad nicht neu und verharrt stets in den Genrekonventionen, eingeegent von Wackelcam, keuchenden Figuren und unpassenden Einstellungsspielchen. Aber dafür funktioniert das Worldbuilding inklusive Trollregeln, Trollrüstungen und mehr so fulminant, dass das alles nicht stört. Die Trolle an sich sind so unverbraucht und alles wirkt so frisch, dass man großartig unterhalten wird.

Rating: ★★★★☆

its_a_disaster

Stell dir vor du bist endlich wieder in einer Beziehung und deine Freundin will dich ihren Freunden vorstellen. Diese sind jedoch alle viel zu sehr mit ihren eigenen Problemen und interpersonellen Konflikten beschäftigt, dass du gar nicht so auffällst und den Tag eigentlich genießen könntest. Wenn da nicht so ein Arschloch wäre, das in der Nähe sogenannte dirty bombs hochgejagt hätte. Nun kannst du nicht fliehen und musst den letzten Tag deines Lebens mit diesen nervigen Leuten verbringen.

Meines Wissens existieren nun mit It’s A Disaster und Right At Your Door zwei No-Budget Filme über dirty bombs, die die Figuren in ihren Häusern einschließen. It’s A Disaster mit Right At Your Door zu vergleichen wäre jedoch nicht fair, denn die Filme bewohnen zwei völlig unterschiedliche Genre. It’s A Disaster versucht nicht wirklich die Folgen dieser Katastrophen zu erkunden und ist daran gar nicht interessiert. Es ist leider nur ein MacGuffin um uns einer Gruppe von Leuten vorzustellen, die selbst eine tickende Zeitbombe ist. Die Terroristen liefern nur einen Grund zur Explosion.

Der gesamte Film spielt in einer Location, dem Haus, und lediglich die Dialoge dienen zu Unterhaltung. Echte Spannung kommt zur keiner Zeit auf. Solange man nicht zu viel erwartet, wird man dank cleveren und witzigen Dialogen unterhalten, die einen aber nie laut auflachen lassen. Dazu kommt, dass der Film trotz seiner ohnehin kurzen Laufzeit im dritten Akt unglaublich gezogen wird. Dafür ist die letzte Szene jedoch wahnsinnig lustig und unterstreicht den offenen Ansatz mit den Themen des Films wie Vertrauen und Liebe.

Rating: ★★★☆☆

Jiro Review

Jiro Dreams of Sushi ist die beste Dokumentation der letzten Jahre. In einer kongenialen Mischung aus Food Porn und Familiendrama erzählt Regisseur David Gelb die Geschichte um das Restaurant von Masuhiro Yamamoto. Musuhiro stammt aus ärmlichen Verhältnissen, von seinem Vater kennt er nur Geschichten und trotz diesen Umständen schaffte er es mit seinem Restaurant an die Spitze Japans und erhielt als erster und bisher einziger Sushikoch die Drei-Sterne-Auszeichnung von Michelin. Makroaufnahmen von Sushi lenken ab und an gewollt aber, können aber nie wirklich das interne Zerwürfnis der Familie überschatten. Jiros ältester Sohn, der oft als eigentlich besserer Koch und wahrer Meister hinter dem Erfolg angedeutet wird, kann aus Familienehre nie den Vater zum Aufhören bitten. Das wäre ohnehin das Todesurteil für den 92-Jährigen, der seit Anbeginn nur für Sushi und seine Restaurant lebte. Sein anderer Sohn konnte derweil beim Vater lernen, aber sich später abspalten und sein eigenes Restaurant eröffnen. Trotz des massiven und finanziellen Erfolgs ist eine unterschwellige Tragik immer zu verspüren. Jiro Dreams of Sushi ist daher eine großartige und unterhaltende Meditation über Perfektionismus und Erfolg, aber auch über Tradition und Loyalität und die Frage, wie man im Leben das Glück im Beruf finden kann.

Rating: ★★★★★

Now-You-See-Me-First-Trailer

Louis Leterriers Now You See Me stellt uns in charmanter und verspielter Weise vier sympathische Magier, Straßentrickser und Mentalisten vor. Nur um sie dann in den Hintergrund zur rücken als sie alle von einer mysteriösen fünften Figur kontaktiert werden, die ihr Leben verändern soll. Ein Jahr später sind die Vier ein gefeiertes Bühnenteam in Las Vegas und leben ihren Traum in Saus und Braus. Bei einem Coup lassen sie scheinbar einen französischen Touristen nach Paris teleportieren und dort eine Bank ausrauben. Das FBI schaltet sich ein und es entwickelt sich ein kurzweiliges Katz-und-Maus-Spiel.

In Nebenrollen tragen Michael Caine und Morgan Freeman einen Stellvertreterkrieg aus. Hier versucht ein TV-Reporter über den Manager an Geheimnisse zu gelangen. All dies ist relativ unspanennd und trägt nicht viel zu eigenen Jagd bei. Die Charaktere bleiben derweil stets flach, über die anfänglichen fünf Minuten Charakterisierung lernen wir unsere Helden nie genauer kennen. Stattdessen dürfen sie clevere, aber auch schnell ermüdende One-Liner rausplappern, die das Publikum an Ocean’s Eleven erinnern sollen.

Am ärgerlichsten, und deshalb auch diese niedrige Wertung, ist dann aber der Twist. (Spoiler folgen jetzt.) Was eine ganz nette Ensembleunterhaltung hätte sein können, wird plötzlich durch einen unvorhersehbaren Twist zu einem Racheakt einer Person. Der Twist kommt deshalb so ungesehen, weil er absolut keinen Sinn macht. Der von Mark Ruffalo großartig gespielte Polizist stellt sich als Magier heraus, der sich für den Tod seines Vaters rächen möchte – dazu hat er dann Jahre gewartet, in denen er sowohl zum meisterhaften Magier als auch Polizisten wurde, der dann dank seinen neuen Komplizen endlich die Chance sieht seinen Plan durchzuziehen. Alles davor spielt keine Rolle mehr, jedes Bild dient jetzt nur noch diesem pseudodramatischen Racheakt, der sich fernab menschlicher Logik abspielt.

Rating: ★★☆☆☆

Man-of-steel-Christ-pose

Geht ganz schnell: Man of Steel ist kein Superman-Film. David Goyer, Nolans Einflüsse und Snyder sind viel mehr mit der interessanten, aber unmenschlichen First-Contact-Idee beschäftigt. Dazwischen geht Clark Kent einfach verloren. Wir sehen in zusammengeschusterten Rückblenden seine schwierige Kindheit, während er hier und da Menschen rettet. Noch fehlt ihm die Richtung, er ist Jesus ohne seinen Sinn. Die Parallelen (Kent ist 33 im Film) und symbolschwangeren Bilder Snyders werden einem so sehr eingetrichtert, dass man das Kopfweh bekommt. Bis auf Jor-El, bei dessen überlangem Intro man ästhetisch alles an die Wand warf und abwartete, was kleben bleibt, sind die meisten Nebenfiguren trotz beeindruckender Besetzung marginalisiert worden und funktionieren entweder nur als Plot Device (Lois), emotionaler Beeinflussung (Perry White & Crew) oder Charaktersierung von Clark (Pa Kent). Besonders schwach bleibt dabei Kevin Kostners Pa Kent, der eigentlich in den Trailern noch ein kleines Highlight vermuten ließ.

Besonders ärgerlich wird es dann aber im letzten Akt in dem Superman gegen ein CGI-Tentakel-Monster abseits unseres Interesses kämpfen muss, während Metropolis gerade zerstört wird. Holy 9/11 images, Batman! Da fallen Häuser reihenweise um und wir sehen wie Menschen in die Luft gesogen werden und dann mit fürchterlicher Kraft gen Boden geschmettert werden. Darauf wird selbstverständlich wie schon bei Star Trek Into Darkness nicht eingegangen. Wie im wahren Leben werden wir mit den Bildern bombadiert, ohne dass man einen Diskurs zur Verarbeitung eröffnen kann. Aber nach dem Kampf in Smallville, bei dem man sich eigentlich bereits satt gesehen hatte, musste dank Hollywood-Blockbuster-Logik wohl ein noch größeres Finale im dritten Akt alles toppen, aber das geht dann doch irgendwann zu weit und wirkt überfordernd und abschreckend. Und dann lässt Goyer Superman im finalen Kampf mit Zod ganz Metropolis zum Spielplatz werden, während Hundertausende im Sterben liegen. Dann muss Superman plötzlich Zod töten (!), weil sonst vier Menschen sterben. Inklusive Lois schafft es Superman somit 5 Leute zu retten. Goyer und DC haben sich dort ein Loch gegraben und es wird spannend sein, ob und wie sie dort herausklettern können.

Rating: ★★☆☆☆

pgbnr

Es wird im Filmjahr 2013 schwer werden einen Film zu finden, der langatmiger, uninteressanter, grotesker ist und dabei so wenig zu sagen hat wie Michael Bays Pain & Gain. Selbt die nahe dem absurden Finale einblendete Schrift, dass sich dies immer noch um eine wahre Geschichte handelt, kann das Desinteresse nicht überwinden. Was Bay hier bei der wahren Geschichte um Daniel Lugo und seine Mittäter vorfindet, ist ein unterhaltsamer Thriller mit Humor dunkelster Art mit einer Maximallänge von gut 90 Minuten. Stattdessen bläst Bay die Story unnötigerweise auf 130 Minuten auf, sodass die Story-Fetzen nur noch mit einem penetranten Voice-Over ALLER Figuren zusammengehalten werden kann, die uns stets erzählen, wie unfair die Welt doch ist, weil sie nicht im Mittelpunkt stehen. Verständlich, dass Bay Interesse für die Geschichte aufbringen konnte. Wahlberg und Freunde machen alle ihren Job ganz gut, lassen aber teilweise auch spüren, dass sie nicht so recht wissen, wo der Film tonal gerade zu finden ist. Zwischen seinen Transformers-Blockbustern wollte Bay einen kleinen Film machen. Herausgekommen ist ein überladener, überlanger Film, der selbst beim US Publikum floppte. Zu recht.

Rating: ★½☆☆☆

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Vereinigte Staaten, 2013
Regie: Andrew Niccol
Drehbuch: Andrew Niccol
Darsteller: Saoirse Ronan, Diane Kruger
Länge: 125 Minuten
Rating: ★☆☆☆☆

Während der Abspann über die Leinwand projiziert wird, dass man gerade den neuen Film von Andrew Niccol gesehen hat. Niccols Gattaca gehört für mich zu den zeitlosensten Filmen über den menschlichen Zustand, den besten Science-Fiction Filmen aller Zeiten und ist vielleicht mein definitiver Lieblingsfilm. Doch nach einigen mäßigen Versuchen den Erfolg zu wiederholen, erleidet er nun die völlige Bruchlandung.

Niccol ist stets faszniniert von innergesellschaftlich ausgetragenen Konflikten, die als Setting für intime menschliche Geschichten dienen. In Gattaca wird durch die Erschaffung von genetisch manipulierten Menschen eine neue Unterklasse geschaffen. In In Time wird Zeit zu Geld und die Unterprivilegierten sterben auf offener Straße, während die Reichen sich einer jahrhundertelangen Party sicher sein können. In The Truman Show ist die Gesellschaft selbst ein virtuelles Konstrukt, das in ständiger Gefahr ist mit ihrer Hauptperson in Konflikt zu geraten und so die Simulation zu zerbrechen.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Niccol sich von Stephanie Meyers Roman The Host (deutsch: Seelen) angezogen fühlt. Wir beginnen wo Invasion of the Body Snatchers aufgehört hat. Der Kampf der Menschheit ist am Ende. Aliens, die sich als pulsierende, parasitartige Lichtigel in den Hirnstamm der Menschen einsiedeln, haben die Erde kolonialisiert. Sie übernehmen die Körper der Menschen und unterdrücken die Persönlichkeit ihres Wirts. Aber dabei meinen es die Aliens nur gut mit uns. Oder mit der Erde. Binnen weniger Wochen sind alle Probleme der Menschheit gelöst. Rassismus, Hunger und Gewaltverbrechen gehören der Vergangenheit an. Nur eine kleine Gruppe von Menschen schafft es noch Widerstand zu leisten.

In dieser Welt hat es Melanie Stryder lange geschafft zu überleben. Eines Abends wird sie in ihrer Wohnung von einem jungen Mann überfallen. Sein erster Instinkt, als er merkt, dass sie noch menschlich ist? Ein Kuss. Die beiden Überlebenden verlieben sich ineinander und führen ein gemeinsames Leben; immer auf der Flucht, bis Melanie entdeckt und in die Enge getrieben wird bis ihr letzter Ausweg der Sprung aus dem Fenster ist. Der sichere Tod, aber immer noch besser als Alien zu enden. Ihre Verfolger haben sich ganz der Erde angepasst. Die Außerirdischen passten sich der menschlichen Technologie an, verfügen aber über magische Heilsprays, die Tote wieder lebendig machen. So geschieht es mit Melanie, der daraufhin Wanda, kurz für Wanderer und eine uralte, viel bereiste Außerirdische, eingesetzt wird. Diese soll Melanies Erinnerungen anzapfen und die Seeker, unter Führung von Diane Kruger, auf die Spur der letzten Überlebenden bringen. Doch Melanie kann überleben und trägt im gemeinsamen Bewusstsein einen verbalen Kampf mit Wanda aus.

Diese Szenen sind unfreiwillig komisch, da Niccols selbst nicht weiß, wie er den inneren Kampf von Melanie und Wanderer auf die Leinwand übertragen soll. Zu meist verlässt Saoirse Ronan ein Gespräch, stellt sich ein wenig entfernt vom Geschehen hin und blickt in die Ferne. Dann hören wir die hallende Stimme Melanies, die Wanderer bittet, etwas zu tun oder etwas zu lassen. Wanderer spricht derweil ihren inneren Dialog mit Melanie laut aus. All dies geschieht während Charaktere weiterhin im Szenenbild stehen und verwundert die Situation beobachten.

Exposition findet über Voice-Over statt, das Setting und seine durchaus interessanten Auswirkungen auf das alltägliche Leben der neuen Welt werden nie betrachtet und sind für die Produktion gar nicht interessant. Dabei wäre genau dies in dem ohnehin viel zu langen Film eine notwendige Investition gewesen. Das mit größte Problem des Films ist, dass wir nie die eigentliche Invasion mitbekommen und die Motivationen der Aliens, insbesondere die von Dianes Krugers Seekerin, stets nebulös bleiben. Wieso jetzt diese autark im Versteck lebende Gruppe von Überlebenden unbedingt ebenfalls assimiliert werden muss, wird nie eindeutig erklärt und sogar von den Aliens in Frage gestellt. Als einziger Antrieb verbleibt der nie verdeutlichte Hass von Frau Seeker. Weiterhin leidet der Film unter seiner direkten Umsetzung. Auf dem Papier wird man nicht über jede Fahrt nachdenken, doch wenn ein Lastkraftwagen durch die Wüste Nevadas brettert und dabei unglaubliche Mengen Staub aufwirbelt, wirft dies die Frage auf, weshalb die Aliens nicht Satellitentechnologie nutzen um so die letzten Rebellen verfolgen zu können. Sie kennen immerhin das ungefähr Gebiet in dem sich die Rebellen befinden.

Aber all dies wäre doch zu entschuldigen. Immerhin handelt es um eine Liebesgeschichte für Teenager, die sich nicht wirklich den Hard-Sci-Fi Elementen seines Settings stellen will oder muss. Der Todesstoß kommt in Form der Vorlage, denn es handelt sich um eine Adaption eines Teenagerromans von der überzeugten Mormonin Stephanie Meyer (Twilight). Ihre Frauen sind schwach, müssen sich unterordnen und geschützt werden – sind dies all noch selbst schuld. In der Twilight-Reihe wird dies am deutlichsten sichtbar, wenn der eigentliche Held Edward seine Liebe Bella direkt in die Opferrolle zwängt:

It is partially your fault. If you didn’t smell so appallingly luscious, he might not have bothered.

Victim blaming 101. Und genau so ist es auch in Seelen, nur noch schlimmer. Wir lernen nie viel von der Vorgeschichte, der Invasion oder wie Melanie all die Zeit überlebt hat. Sie hatte Glück und passte sich an. Daraufhin wird sie überrumpelt und direkt geküsst. Eine Liebe entsteht von der wir nie viel sehen. Meyers Verständnis einer Beziehung bewegt sich auf dem Niveau ihrer Leserschaft. Küssen heißt Liebe.

Weiterhin erfahren wir nie, weshalb Melanie von den Seekern aufgespürt wird. Wieso befindet sie sich in diesem Gebäude zu diesem Zeitpunkt? Wieso ist sie alleine? Alle Tatumstände sind unbekannt. So ist es besonders bezeichnend, dass die erste Reaktion auf ihre Rückkehr zur Rebellengruppe ein Faustschlag ins Gesicht ist – von ihrem Freund. Klar, Wanderer hat von Melanie Besitz ergriffen, aber Melanie steht doch noch immer vor ihm. Ist es auch ihre Schuld? Hat sie nicht genug aufgepasst? Hat sie es provoziert? Wir erfahren es nie und fühlen die Verzweiflung und Verwirrung in negativem Sinne, die durch die Morddrohungen direkt auftreten. Nein, das Opfer kann nicht mehr in die Gemeinschaft zurück, es muss aussortiert werden. Es ist zu bestraften. Immerhin drang etwas in sie ein und nun ist sie nicht mehr wie zuvor oder es wert, geliebt zu werden. Ob dies gegen ihre Willen geschah, spielt keine Rolle.

Die Auflösung des nervigen Beziehungsdreiecks geht ganz ähnlich wie in der Vampir-Quadrilogie von statten. Die Protagonistin teilt sich einfach in zwei und jeder Mann bekommt eine ab. So muss es sein im Patriarchat. Ein einziger Lichtblickt bleibt hierbei, dass es sich nicht erneut um ein Kind handelt.

Nein, The Host ist nicht Andrew Niccols großartige und erhoffte Rückkehr zum intelligenten Science Fiction Kino. Dafür adaptiert er auch ohnehin das falsche Buch. Aber auch die ästhetischen Entscheidungen sind nicht immer nachvollziehbar. Immerhin heißt es in den Credits “Written for the Screen”, was ein paar gewisse Freiheiten bei einem Auteur dieses Formats andeuten könnte. Die Umsetzung bewegt sich jedoch tragischerweise sklavisch nah an ihrer Vorlage, die ihre Zielgruppe schändlich behandelt und mit falschen Moralvorstellungen für das Leben vorbereitet. Der Schaden des Films wirkt über den Kinobesuch hinaus.


via Gizmodo

Einen Monat vor dem Kinostart im Mai 1977 konnte George Lucas einen Merchandise-Vertrag mit der damals recht unbekannten Spielzeugfirma Kenner abschließen. Die Designer sahen den Film und sollten alles photographieren oder notieren, das sich aus ihrer Sicht als Spielzeug eignen könnte. Sie stießen auf eine Goldgrube. Doch bis zum Weihnachtsgeschäft 1977 waren die Figuren einfach nicht mehr herzustellen, dafür ist die Produktionszeit einfach zu lang. Um die Figurenreihe aber trotzdem unter den Weihnachtsbaum zu bringen, wird eine leere Box mit dem Versprechen, dass die Figuren nachgeliefert werden, verkauft.

Drei Jahre später. Boba Fett wird zur coolsten Sau der Galaxie und ein Spielzeug muss her. Er soll sogar eine Rakete von seinem Rücken abschießen können; doch Kenner hat Angst, dass Kinder die Kleinteile verschlucken können und beendet die Produktion. Der Prototyp – und selbst der Entschädigungszettel an Vorverkaufskunden – wird zum begehrten Sammlerobjekt.

Die Geschichte der Star Wars Figuren ist so breit gefächert wie die Galaxie selbst. Plastic Galaxy, eine Dokumentation von Brian Stillman, widmet sich all diesen kleinen Anekdoten, aber auch dem übergeordneten Phänomen des Filmmerchandises, für das Star Wars Tür und Tor geöffnet hat. Zu Wort kommen Sammler und sogar frühere Designer von Kenner, die von Anfang an dabei waren. Der dreizehnminütige Ausschnitt oben wird als “Teaser” beworben und verspricht eine Veröffentlichung im kommenden September.

Als Dying Light angekündigt wurde, war ich schon nicht sonderlich begeistert: Open-World mit Zombies und Parkour-Elementen von Techland, den Entwicklern von Dead Island, das mich 2011 so sehr enttäuschte wie kaum ein Spiel zuvor. Nun gibt es nach dem CGI-Trailer der E3, der es mir nicht wert war hier gepostet zu werden, erstmals handfeste Fakten in Form eines zwölfminütigen Gameplay-Videos. Für sich alleinstehend sieht das Spiel natürlich recht gut aus, doch prinzipiell ist es nichts weiter als ein Baby von Mirror’s Edge und Dead Island. Die Parkour-Mechaniken sind sogar bis ins kleinste Detail und so dreist von Mirror’s Edge abgekupfert worden, dass ich mir relativ sicher bin, dass es da noch eine Rückmeldung seitens DICE geben wird. Ansonsten ist das Kampfsystem fast nahezu identisch mit dem repititven Gameplay-Elementen aus Dead Island. Gähn. Immerhin gibt es einen Wechsel bei Nacht mit einer gehörigen Portion Stealth-Gameplay, aber wenn man immer abhauen kann, wird sich das bestimmt auch nicht wirklich oft durchsetzen. Color me disappointed. Again. Und von dem Voice-Acting will ich gar nicht erst anfangen!