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Update: The Martian ist ab sofort erhältlich. (Amazon-Partnerlink), Photo via Mars Society

Neben den Qualitfikationen in ihren Disziplin spielt bei der Auswahl von Astronauten die Fähgikeit, nicht die Nerven zu verlieren, die größte Rolle. Dass wenn, wie der Engländer sagt “die Scheiße den Ventilator trifft”, der Astronaut trotzdem noch die Übersicht behält und dann genau die klugen Entscheidungen trifft, wenn sonst jeder andere Mensch versagen würde.

Mark Watney ist daher eine ausgezeichnete Wahl gewesen. Er sitzt nämlich in der schlimmsten Situation fest, in der ein Mensch in der Geschichte jemals war. Denn in der nahen Zukunft wird er bei der dritten Expedition zum Mars für tot gehalten und bei einer turbulenten Evakuierung auf dem Mars zurückgelassen. Doch er hat überlebt. Was ihn jedoch traf, durchbohrte und das Einschlagsloch perfekt versiegelte, war die Kommunikationsantenne des Marshabitats – und die einzige Kontaktmöglichkeit zur Erde. Mark Watnes lebt. Und ist alleine. Auf dem Mars.

Das Beste an Andy Weirs Roman ist der Ton. Watney ist ein großartiger Charakter, der selbst in dieser Situation nicht seinen Sinn zu Scherzen verliert. Die Verzweiflung seiner Situation drückt er durch sein Fluchen aus; so ist sein erster Satz “I’m fucked”. Während er annimmt, dass auf der Erde gerade Trauerfeiern und symbolischer Beerdigungen für ihn stattfinden, führt er ein Tagebuch für Ares 4, die nächste Marslandung in rund 4 Jahren. Selbst mit dem Proviant, der für 6 Crewmitglieder ausgelegt ist und einer ordentlichen Diät, würde er gerade mal nur so knapp über ein Jahr hinaus überleben. Doch Watney verliert nicht die Hoffnung.

Er ist Botaniker und hat Erdproben dabei. Während seiner Mission sollte diese nutzen um Kartoffeln zu züchten – und genau das wird er jetzt tun. Sein Habitat funktioniert er zum Treibhaus um. Weir geht dabei strikt wissenschaftlich vor. Das Buch ist eine kleine Herausforderung, aber Science-Fiction-Fans werden ganz auf ihre Kosten kommen. Weir rechnet einem mit Quadratmetern Anbaufläche, Kubikmetern Wasser und den Instrumenten, die Watney zur Verfügung stehen, vor, wie ein Astronaut tatsächlich in dieser Situation überleben könnte. Zumindest für eine Weile. Watneys Beschreibungen sind dabei, wie sich das für einen Botaniker / Ingeneur gehört, sehr detailliert. Die NASA soll später basierend auf seinem Logbuch genau nachvollziehen können, welche Schritte er unternommen hat; wie er überleben konnte oder woran er starb.

Gerade wenn Watneys detailliertes Wissenschaftsessay droht ein wenig langweilig zu werden und es so aussieht, als ob er tatsächlich über Jahre hinweg in diesem kleinen Raum überleben könnte (Problem: Selbst wenn Watney überleben würde, er müsste über 3000km zur ungefähren Landefläche von Ares 4 kommen), macht Weir etwas, das in der Literatur oft als Anfängerfehler oder nur sehr schwierig umzusetzen angesehen wird: Er bricht die Perspektive und wir befinden uns auf der Erde bei der NASA. Wir erfahren, wie sich der Direktor und seine Mitarbeiter verhalten und wie man den Fall Ares 3 / Watney behandelt. Durch einen Routinecheck bemerkt ein Mitarbeiter, dass sich etwas außerhalb des Habs bewegt hat. Eins führt zum Anderen und die NASA muss die furchtbare Tatsache feststellen, dass Watney am Leben ist.

Es entwickelt sich ein großartiges Hin und Her zwischen einem auf dem Mars werkelnden Watney und der NASA (deren Photos für die Öffentlichkeit zugänglich sind), die sich Gedanken machen muss, wie man mit der Situation öffentlich umgeht, ob und wie man das der sich auf dem Heimweg befinden Ares 3 Crew erzählt und ob es eine Chance auf Rettung für oder Kontaktmöglichkeit zu Watney gibt. Es ist ein Geniestreich seitens Weir und er geht vollends auf. Die Geschichten sind komplementär und nie langweilig. Das Pacing ist einnehmend, ständig will man wissen, was sich gerade auf der anderen Seite tut.

Andy Weir schafft es in seinem Roman sowohl den wissenschaftlichen Aspekt der Geschichte vollkommen zu beleuchten und die menschlichen Momente nicht zu vergessen. Während Watney ein ausgereifter Charakter ist, müssen jedoch die meisten anderen Figuren eher bekannte One-Note Rollen übernehmen, die aber im Gesamtgefüge komplett funktionieren. Eine genauere Charakterisierung für die vielen Nebencharaktere wäre ohnehin durch den Perspektivenwechsel nur schwierig zu vollziehen. So bleiben wir oft bei Watney und lernen ihn besser kennen und sein Einfallreichtum und seinen Humor zu schätzen. Das Buch ist wirklich enorm lustig, das kann ich nicht genug unterstreichen.

Die Geschichte nimmt teilweise wahnwitzige Züge an, die aber allesamt realistisch sind und mit heutiger Technik umzusetzen wären. Weirs Roman trifft aber auch einen schmerzhaften Punkt. Wir fliegen seit Jahrzehnten nicht mehr weiter als das Orbit der Erde. Bemannte Raumfahrtmissionen sind von der NASA seit dem Ende des Space Shuttle Programms ebenfalls beendet. Vielleicht könnten wir schon den Mars besuchen, wenn wir nur zusammenarbeiten würden. Denn wenn wir dies tun, oder dazu gezwungen werden wie im Fall der Geschichte, können wir Großartiges leisten.

Weirs Roman ist daher unglaublich inspirierend und lässt Space-Enthusiasten mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück. Doch die Geschichte ist viel größer als das. Es geht um den Kampf eines Mannes mit dem Sinn seiner Existenz und der Gleichgültigkeit des Universums. Es geht um den Kampf von Wissenschaft gegen politische Öffentlichkeitsarbeit, einem Stellvertreterkrieg der Macher gegen die Laberer. Mark Watney ist ein Macher. Seine Geschichte auf dem Mars ist inspirierend, gut recherchiert und spannend. Die letzten 200 Seiten kann man das Buch nicht beiseite legen.

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Andy Weir ist im Netz wahrscheinlich bisher am meisten für seine virale Kurzgeschichte The Egg bekannt. Seine selbst veröffentlichte Kindle Version von The Martian hatte ich glücklicherweise letztes Jahr durch einen Tipp von meinem Roommate in Montana gekauft und erst jetzt gelesen. Vor Kurzem verkaufte er die Lizenz und sogar eine Filmadaption ist in Planung. Drew Goddard (Cloverfield, The Cabin in the Woods) soll Regie führen. Das macht mich glücklich. Die gebundene Ausgabe von Del Rey erscheint im Februar 2014 oder die Audio-Ausgabe.

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Sehr hübsches Viral zu Bryan Singers neuem X-Men Film Days of Future Past, das uns Trask Industries und deren Sentinels vorstellt. Diese wurden vom Wissenschaftler und Firmenchef Bolivar Trask erfunden, im Film wird dieser von Peter Dinklage gespielt. Und er trägt einen Schnurrbart. Fantastisch.


via /Film

Wer die After-Credits-Szene von The Wolverine oder vom neuen X-Men Film gehört hat, der weiß, dass das X-Men Universum unter Aufsicht von Mark Millar und Leitung von Bryan Singer nun wieder vereinigt werden wird. First Class und die alte Generation kommen zusammen. Die Geeks weisen zwar darauf hin, dass es bereits jetzt durch dieses Viral Kontinuitätsprobleme gibt (die gab es auch dank First Class), aber dafür ist DOFP ja ein Zeitreisefilm, der das X-Men Film Universum auf Vordermann bringen kann. Und deshalb sehen wir auch Sentinels bei den Studentenprotesten oder der Amtseinführung von Ronald Raygun, denn in der anderen Zeitlinie wurde 1973 Trask Industries gegründet. Der Clip spricht von 50 Jahren, also werden wir Wolverine erst 2023 begegnen. Oder so. Mein Kopf tut weh.

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Ben Stiller. Da denkt man zunächst an ulkige Kultkomödien wie Zoolander oder eher mäßige DVD-Unterhaltung, in der er früherem Erfolg nachzueifern scheint. Auch seine Ausflüge in Dramen, wie zuletzt in Noah Baumbachs Greenberg, waren eher von mäßigem Erfolg gekrönt. Daher verwundert es, dass bei dem Remake der 1947 Verfilmung von James Thurbers Kurzgeschichte über einen Lektor beim Life Magazine, der sein Leben ändern will und hinaus in die weite Welt zieht, Ben Stiller sowohl Regie führt als auch die Hauptrolle übernimmt. Dabei ist Stiller erprobter Regisseur und der Trailer zum Film stellt das eindeutig klar:


via First Showing

Es ist zwar noch ein bisschen bis Jahresende und vielleicht lehne ich mich da jetzt etwas weit aus dem Fenster, aber: Trailer des Jahres!? Vielleicht liegt es auch nur daran, dass sich die meisten Trailer heutzutage durch die zwei Minuten Vorschau mit Dubstep dubbwubben und so viel wie möglich vom Film zeigen wollen. Hier kommt man fast gänzlich ohne Dialog aus und verkauft das Feeling des Films, das durch den Song Dirty Paws von Of Monsters and Men perfekt eingefangen wird (an dieser Stelle möchte ich auch auf das großartige Cover von Skeletons von den YYYs verweisen). Diese Tagträumerei und Aufbruchstimmung erinnert ein wenig an Gondry; mal sehen, ob Stiller sich nach seinen soliden Werken dieses Mal visuell übertrifft. Das schaut schon verdammt beeindruckend und ungewöhnlich aus. Dazu sehen wir noch Patton Oswalt, Adam Scott, Sean Penn und Kristen Wiig in den Nebenrollen. Ich habe das Gefühl, dass der Film eine riesige Überraschung werden könnte dieses Jahr.

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Wie bereits angekündigt war ich zu Gast auf der Star Wars Celebration Europe II in Essen am vergangenen Wochenende und was soll ich sagen? Natürlich war es ein fantastisches und einmaliges Erlebnis. Ich sah jeden Star, hielt C-3PO überrascht die Toilettentür auf und unterhielt mich mit Chef-Sammeler Steve Sansweet. Weiterhin gab es Episode II in 3D zu sehen, die Rückkehr der Jedi-Ritter im Park mit vielen Fans und jede Menge Merchandise – wie sich das gehört. Fangen wir an!

Rancho Obi-Wan Experience

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Direkt mal die mit coolste Geschichte auf der Celebration war die Rancho Obi-Wan Experience von Steve Sansweet und seiner Crew. Die Ausstellung, die extra aus Kalifornien eingeflogen wurde, bestand aus einer großartigen Mischung aus Sammelfiguren, Kuriositäten und einfach seltenem und teilweise ulkigem Zeug (My little Star Wars Ponies!?). Das Highlight war jedoch zweifellos Herr Sansweet selbst, der stundenlang dort ausharrte und sich für jeden Fan (es gab mehrere Tausend Besucher am Tag und der 1138. bekam eine kostenlose Mitgliedschaft im Club) Zeit nahm und für Autogramme und Photos bereit stellte. Mir unterschrieb er sein Lexikon der Actionfiguren (Amazon-Partnerlink) und wir unterhielten uns kurz über die Celebration und Deutschland.

Interessanter waren jedoch seine Kommentare zu den neuen Filmen. Er muss durch seine Verbindungen zu Lucasfilm wohl öfters darauf angesprochen werden, denn er wimmelte das schnell ab: “Ich weiß davon gar nichts.” Als er jedoch merkte, dass ich wirklich an seiner Meinung und nicht der Story interessiert bin, lockerte sich das Gespräch auf. Er freut sich ehrlich gesagt darauf ohne Vorkenntnis ins Kino zu gehen und die Filme einfach so als Fan anstatt als Mitarbeiter von Lucasfilm zu genießen. Als Manager der Fan Relations während der Sequel-Ära hatte er sicherlich auch nicht immer einen leichten Job. Von den Spin-Offs hält er nicht soviel, zumal sie ja noch nicht komplett offiziell angekündigt worden sind. Das muss man abwarten. Auf meinen Kommentar, dass immerhin neue Actionfiguren rausspringen würden, selbst wenn die Filme den Han Solo oder Boba Fett Mythos zerstören würden, musste er schmunzeln und dann enttäuscht den Kopf schütteln.

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via reddit

90s Gold right here! Das ist wohl das lustigste und süßeste Video, das ihr heute sehen könnt: Ein Mops schaut das herzzerreißende Finale von Zurück nach Hause, wo Peter glaubt, dass Shadow die unglaubliche Reise doch nicht überlebt hat und wir als Zuschauer wissen, dass er zuletzt nicht aus einer Grube rausklettern konnte. Da soll mal noch einer erzählen, dass Tiere nicht verstehen, was um sie herum passiert.


via Langweiledichnet

Ich bin dank der Celebration Europe II in Essen noch voll im Star Wars High und daher kann mir nicht genug selbstgemachtes Cosplay-Zeug kommen. Hier ist Adam Savage von den Mythbusters, der leidenschaftlicher Sammler von Harrison Fords Filmwaffen ist und bereits Deckards und Indys Waffe hat. Der perfekte DL-44 Blaster fehlt ihm jedoch. Mir auch und ich teile dieses Video mit einer Mischung aus Neid und Faszination.

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Photo via Rancho Obi-Wan

Während ihr das hier lest, bin ich schon auf dem Weg nach Essen um die Star Wars Celebration zu besuchen. Damit geht ein Kindheitstraum von mir in Erfüllung, ich könnte nicht glücklicher sein. Es wird natürlich einen ausführlichen Bericht mit etlichen Photos geben, aber ich werde wohl auch schon den Tag über was online stellen via Twitter und Instagram. Falls euch das also interessiert, könnt ihr mir da folgen und vorbeigucken. Leider wird es mir nur möglich sein morgen vor Ort zu sein, aber immerhin gibt es neben Episode II in 3D (schwacher Trost) und Ian McDiarmid (Der fucking Imperator!) jede Menge cooler Panels und Zeug zu erleben. Ich bin gespannt!

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Erst vor Kurzem las ich noch ein Buch, in dem, ohne viel zu verraten, ein Rendevouz im All stattfinden muss, sonst gibt es Tote. Man denkt da so gar nicht dran, aber die Geschwindigkeiten (und Unterschiede derer) dort oben im All sind enorm und nichts bremst einen ab. Es gibt also prinzipiell nichts Schlechteres als dort oben zu schnell oder zu langsam zu sein, beziehungsweise seine Geschwindigkeit und Richtung nicht anpassen zu können und dann hilflos ins All abdriften zu müssen.

So passiert es aber Clooney und Bullock im letzten Clip der Marketingoffensive. Die Beiden haben die Explosion des Shuttles überlebt und hoffen auf Rettung bei der ISS, sind jedoch zu schnell und die Treibstofftanks der Richtungsdüsen sind leer. Übrigens scheint die Crew der ISS hier den Notlandefallschirm im Weltall geöffnet zu haben, sodass die Astronauten was haben um sich festzuhalten. How cool is that?


via Indiewire

In Verbindung mit einigen Shots im Trailer kann man sich nun ausmalen, wie es nach dem Ende des Clips weitergeht. Hätte ich jetzt nicht wissen müssen, aber wenn das nötig war um die Leute in die Kinos zu bringen, von mir aus. Immerhin ist dies auch der erste Clip, der meine bisher eher unbeeindruckten Non-Geek-Freunde laut “HOLY SHIT!” ausrufen ließ. Mission successful, Warner Bros. Und es ist wohl nicht übertrieben, wenn man sagt, dass Cuarón hier mit Lubeszki revolutionäre Bilder zaubert. Das ist atemberaubend.