Valar Morghulis, liebe Hörer. René und Sascha reden in der neuen Werewolves on Wheels Ausgabe über die größte Serie links des Mondes: Game of Thrones. Bevor wir jedoch zur neuen Folge “Dragonstone” Stellung nehmen, sprechen wir in neuen Segmenten über Hörerfeedback und Neugikeiten im Themenfeld des Podcasts.

Das Intro sowie die großartigen neuen Bumper wurden uns freundlicherweise vom großartigen Herrn Kaschke eingesprochen, Musik und Produktion von 3typen.

Shownotes:

Feedback (05:00)
Ein Plädoyer für faire Filmkritik
Ein Pläydoer für unfaire Filmkritik
Ist Filmkritik subjektiv? Ein Filmanalyse-Spezial
News (14:20)
Emmy Nominierungen
Der 13. Doctor
Solidarity at an All-Female Screening of ‘Wonder Woman’
Review (26:00)
The true meaning behind Ed Sheeran’s “new” song on ‘Game of Thrones’

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2017 ist jetzt schon zur Hälfte rum, Zeit einen Blick zurück auf das bisherige Serienjahr zu werfen. Da die Werewolves on Wheels bisher nur LOST in diesem Jahr abgehakt haben, gibt es einiges zu besprechen. Es folgt: Die Geschichte von René und Sascha und den vierzig Serien.

Wir haben die folgende Liste ein wenig gestreckt und Serien mitgenommen, die wir nur zum Teil oder gar nicht gesehen haben, aber damit müssen wir jetzt alle leben. Spiel, Spaß und Überraschung! Da dürfte ja für jeden was dabei sein.

1. Handmaid’s Tale
2. Fargo
3. Star Wars Rebels
4. The Walking Dead
5. Fear The Walking Dead
6. Blood Drive
7. Taboo
8. The OA
9. The Expanse
10. Crashing
11. The Mist
12. Master of None
13. Attack on Titan
14. Girls
15. Silicon Valley
16. The Young Pope
17. Real Time with Bill Maher
18. Feud
19. The Leftovers
20. Dear White People
21. House of Cards
22. Lemony Snicket
23. Prison Break
24. Preacher
25. South Park
26. American Gods
27. Legion
28. Twin Peaks
29. Supergirl
30. House of Cards
31. Macgyver
32. New Girl
33. Dirk Gently
34. 13 Reasons Why
35. Glow
36. Rick & Morty
37. Game of Thrones
38. Better Call Saul
39. Star Trek Discovery
40. Stranger Things

Shownotes:

Böhmi blockt Saschi
Scientist Man Analyzes Ghostbusters (2016)
The OA Review

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AMC

Ein Wunder ist geschehen. Fear The Walking Dead hat die grausige 2. Staffel hinter sich gelassen, findet im Midseason-Finale zurück zur Anfangsgröße und kann thematisch tiefgehend und aufrichtig einen uramerikanischen Konflikt klären. Ach, Zombies gibt’s auch.

Nach kurzen fünf Wochen ist bereits alles vorbei. Die 3. Staffel von Fear the Walking Dead geht mit einem zweistündigen Midseason-Finale vorläufig in Sommerpause und kehrt erst in einigen Monaten wieder zurück. Und doch ist in dieser kurzen Zeit einiges passiert, was die Serie qualitativ um Längen nach vorne bringt und das Spin-off stärker von der Mutterserie abgrenzt.

Zunächst einmal wäre da erneut die gute Arbeit der Regisseure zu erwähnen, respektive Jeremy Webb und Andrew Bernstein. Fear The Walking Dead setzte sich visuell bereits in der Vergangenheit stark von anderen Geschichten innerhalb des Walking Dead-Universums ab, doch in der 3. Staffel legte man noch einmal eine Schippe drauf. Man nimmt sich dem Setting vollkommen an, arbeitet oft mit Kamerafahrten und Totalen der Natur, die die Weite der Ländereien unterstreichen, über die hier in den Folgen ganz besonders gestritten wird. Gleichzeitig versinken die Figuren oft in der Landschaft, werden von der Natur quasi verschlungen oder teilweise bedeckt. All dies betont den Sieg der Natur, eine Rückkehr zu einem Zustand, der vor einigen Jahrhunderten noch hier an diesen Plätzen herrschte. Der Kampf um Gerechtigkeit der Natives rückt somit direkt ins Zentrum des visuellen Storytellings, doch der blutige Ausgang wird von der Weite des Landes untergraben. In einem so großen Land wird am Ende um eine kleine Ranch und das umliegende Land gekämpft und getötet? Es tut sich die Frage auf: Wieso muss es so weit kommen?

Darüber hinaus spinnt sich Fear The Walking Dead keinen bedeutungsschwangeren Konflikt wie die Mutterserie zusammen, sondern arbeitet mit realitätsnahen Szenarios. Nicht umsonst zieht sich die Frage nach der Wasserversorgung durch die gesamte Staffel. Der trockene Südwesten der USA an der Grenze zu Mexiko vermag vielleicht in der Border-Story in der 2. Staffel als Handlungsort enttäuscht haben, hier blüht das Szenario jedoch tatsächlich auf. Nicht zuletzt dank der interessanten Natives, die leider etwas zu kurz gekommen sind und bisher hauptsächlich durch grimm guckende Clan-Mitglieder und den sympathischen, wenn auch ruchlosen Anführer Qaletaqa Walker (Michael Greyeyes) verkörpert werden. Die Gefahr einer klischeehaften Darstellungen mit dem sensiblen Thema des Konflikts der Ureinwohner Amerikas wurde bis auf wenige Ausnahmen gut umschifft, auch wenn bisher das Individuum repräsentativ für das Kollektiv herhalten muss. In der zweiten Staffelhälfte jedoch wird man dies hoffentlich noch nuancierter gestalten.

Im Midseason-Finale erhalten wir einen Einblick in die lange Konfliktgeschichte zwischen Jeremiah Otto und der Walker-Familie des Black Hat Clans. Es ist zu begrüßen, dass der Anlass des jetzigen Konflikts durch die Wassernot in der Apokalypse pragmatischer Art ist, die Austragung jedoch basierend auf älteren Missetaten eskaliert. So vermeidet man die zu blanke Darstellung von Rassismus, wobei dieser schon recht früh in der Finalfolge gegenüber Ofelia (hello again!) und “braunen Menschen” Ausdruck findet. Trotzdem bleiben der Patriarch auf der Ranch sowie sein Gegenspieler niemals langweilige Stereotypen. Unschuldige starben in beiden Lagern, beide Seiten haben ihre nachvollziehbaren Gründe und jeder hat ein bisschen Recht. In der Mitte befinden sich unsere Hauptfiguren, die sich nun für eine Seite entscheiden müssen. Ihre Entscheidung, Troys Taten zu decken und Jake (Sam Underwood) bei diplomatischen Versuchen zu unterstützen, stellt sich am Ende als erfolgreich heraus.

Das Interessanteste an diesem Ende der Halbstaffel ist jedoch der überraschende Ausgang des Konflikts. So aufrichtig und nuanciert die Serie die Spannungen zwischen weißen Amerikanern und den jahrhundertelang diskriminierten und unterdrückten Natives auch auf den Bildschirm bannen will, Fear The Walking Dead bleibt eine Zombieserie. Als solche ist sie getrieben von wiederkehrenden Plots, Archetypen und Situationen. Während Madisons (Kim Dickens) Charakterisierung etwas holprig erscheint, ist ihre schlussendliche Entscheidung jedoch spannend und fast schon revolutionär. Sie entscheidet sich zwar für die Ranch, da diese ihrer Familie – deren Schutz nach wie vor das einzige und oberste Ziel ist (und somit erhält Travis‘ Tod rückwirkend doch eine Bedeutung) – bessere Ressourcen bietet. Gleichzeitig baut sie jedoch einen Friedensvertrag auf einer Lüge auf, die sie mit Walker fast schon auf freundschaftliche Art verbindet. Madison kann vielleicht nicht die Missetaten von Jeremiah aus der Welt schaffen, doch sie kann zumindest für etwas Genugtuung sorgen.


AMC

In der andauernden Feindschaft der Männer kann die “weiße Frau” womöglich Abhilfe schaffen. Madison und Ofelia erleben nicht umsonst Frauen- und Fremdenfeindlichkeit, Alicia wird in der Folge sogar quasi als Ware angeboten. Selbst Walker missbraucht Ofelias Vertrauen. Dabei sind es aber trotz aller Feindseligkeiten insbesondere die unterdrückten Frauen, die in der Staffel das Ruder an sich reißen. Madison entscheidet sich endlich für eine härtere Gangart, Alicia weiß Jake um den Finger zu wickeln, während Nick grübelt, Jeremiah sich in den Alkohol flüchtet und Troy Freunde ermordet, um Kontrolle zu wahren. Besonders die beiden Otto-Brüder sind trotz ihrer Anlehnung an Kain und Abel doch die interessantesten Neuzugänge der Staffel und sie bleiben – ebenso wie der schwelende Konflikt – Gott sei Dank erhalten. Diese geschundenen Männer müssen nun mit einer Welt klarkommen, in der eine Frau herrscht, die einen geheimen Vertrag mit dem Erzfeind ihres toten Vaters hat. Ein toller Nährboden für Konflikte! The Walking Dead liebt es, Männlichkeit zu propagieren. Wer will schon Eugene sein, wenn er Abraham, Rick oder Negan sein könnte? Fear The Walking Dead hingegen hinterfragt nicht nur diese toxische Männlichkeit auf einer persönlichen Ebene, sondern deckt auch die strukturellen Gräueltaten auf. Nicht umsonst werden in den finalen Momenten der Folge zwei Väter (Madisons Vater in der Erzählung) und Otto einige Minuten später (durch den Ziehsohn gleichwohl!) getötet.

Dazu endet endlich ein Midseason-Finale nicht in einem großen Shootout, bei dem unsere Helden fliehen und in alle Winde verstreut werden. Auch die Zombies werden im Zaum gehalten. Stattdessen übernehmen die Clarks Kontrolle über ihr Schicksal und das bedeutet in diesem Szenario auch Verantwortung gegenüber der Vergangenheit Amerikas und dem Boden, auf dem sie jetzt Zuflucht finden.

Zuletzt sei noch Strand erwähnt, dessen Geschichte nicht so wirklich in das Finale passen will. Daniel bleibt bis auf eine Vision ganz dem Finale fern, doch Victor erhält einen ganzen Handlungsstrang. Er findet nämlich auf der Suche nach Proviant sein verschollenes Schiff Abigail, das auf Grund gelaufen ist. Er entledigt sich der Zombiecrew und feiert ein letztes Mal auf dem Schiff. Er scheint dem Ende nahe, doch dann empfängt er einen russischen Kosmonauten von der ISS auf seinem Funkgerät (über den sich bitte(!) die nächste Webserie drehen muss). Ein kleines Gespräch folgt und er schöpft neuen Mut. Er fackelt sein Schiff ab und betritt wie Phoenix aus der Asche den Strand (Ha!) als neuer Mann.

Fear The Walking Dead hatte sich in der ersten Staffelhälfte viel vorgenommen und mehr erreicht. So richtig passen all die Puzzlestücke noch nicht zusammen, doch nach der katastrophalen letzten Hälfte der 2. Staffel besteht nun wieder die Hoffnung, dass das Spin-off tatsächlich zu wahrer Größe heranwachsen kann. Die ersten Anzeichen waren in der 1. Staffel zu sehen, die 3. Staffel wartet nun wieder mit großen Ambitionen auf. Insbesondere, auch das sei wieder hervorgehoben, durch die Regie und die Kameraarbeit, aber auch durch das Szenenbild, die Kostüme und die Schauspieler lohnt es sich wieder der Serie eine Chance zu geben.


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Langsam aber stetig mausert sich Fear The Walking Dead in einer beeindruckenden Zombieserie heran. Die Folge vor dem Midseason- Finale rückt alle Figuren in Position für ein hoffentlich explosives Finale.

Zombienarrativen sind im Genre des Western zu verordnen. Natürlich gelang das Genre mit George A. Romero durch seine Kapitalismuskritik zu großem Ruhm, als der Altmeister seine Untoten durch ein Einkaufszentrum wandeln ließ. Seither haben viele Filmemacher den toten Körper mit neuem Leben eingehaucht und dem Zombie ihre ganz eigene Symbolkraft verliehen. Doch in allen Narrativen agieren die Zombies darüber hinaus als Naturelement, das die Frontier, die Grenze der Zivilisation in der Erschließung des amerikanischen Kontinents, wieder direkt vor die eigene Haustür in die Vorstadt versetzt.

Niemand weiß dies besser als Robert Kirkman. Sein Comic war von Beginn an auf lange Sicht angelegt. Er wollte erforschen, was nach dem Verlassen des Einkaufszentrums, der Flucht aus der Großstadt und den anfänglichen Situationen geschieht. Völlig korrekt landete Kirkman beim Western, denn sein Comic ist voll von der Ästhetik. Weite Landschaften, umherziehende Menschen auf Pferden, kleine Orte entlang einer Straße, eine Farm, böse Gangs und natürlich der Sheriff im Zentrum, der verzweifelt und völlig überfordert für Ordnung im Chaos sorgt. Der Comicautor weiß völlig zurecht, dass sich eine langfristig angesetzte Zombienarrative mit der Rückeroberung der Wildnis beschäftigen muss; dass die wahre Herausforderung im zivilisatorischen Wiederaufbau in der Postapokalypse liegt, nicht nur im Überleben der Apokalypse. Deshalb ist auch der aktuelle Handlungsstrang in Fear the Walking Dead um die seit Jahrhunderten unterdrückten Ureinwohner Amerikas so vielversprechend.

AMCs Serienadaption hat sich den neuesten Widersachern aus dem Comic noch zu widmen, doch so viel sei verraten: Auch die damaligen „Savages“ finden in Kirkmans Story eine höchst interessante Umsetzung. Es ist deshalb kein Wunder, dass auch Fear The Walking Dead sich in dieser Woche völlig auf den Kampf zwischen dem Otto-Clan auf der Ranch und den Walker-Natives fokussiert. Es wird sich noch zeigen müssen, wie interessiert und aufrichtig die Serie die äußerst ansprechende Thematik behandeln wird oder sie womöglich nur schändlich als Plotdevice einsetzt. Bisher jedoch läuft alles auf einen spannenden Ausgang dieser Bedrohungslage hinaus. Dieser Umstand gewinnt durch sein sehr glaubhaftes Setting noch an narrativer Wucht, sodass auch diese ansonsten langsame, wenn auch kompetent erzählte Folge überzeugen kann.

Gerade die angesprochene Kompetenz rückt das Serien-Spin-off in den letzten Wochen deutlich nach oben auf meiner Beliebtheitsskala. Dave Ericksons Autorenteam und Regisseure wissen das Setting äußerst klug zu nutzen. Vor allem visuell setzt sich Fear The Walking Dead von der Mutterserie ab. Körnige, entsättigte Bilder sowie ein Fokus auf Nahaufnahmen der Schauspielgesichter sind kreative Entscheidungen, Aufnahmen aus Georgia als Virginia umzusetzen, jedoch nicht. Im Kontrast funktioniert Fear the Walking Dead deshalb besser, weil die Serie sich ihres Settings völlig und authentisch annimmt. Das schließt die beeindruckenden, trockenen Landschaften ein, aber eben auch die historischen Kontexte. Der Walker-Clan braucht bisher deshalb so wenig Einführung und Charakterisierung, um bedrohlich und dringlich zu wirken, weil der Zuschauer um die Unterdrückung der Natives weiß. Sogar die eigentlichen Antagonisten des Walker-Clans geben in dieser Folge zu, dass auf der titelgebenden roten, staubigen Erde viel Unrecht geschehen ist und selbst Recht und Ordnung den Natives vor Gericht kein faires Zugeständnis machen konnten. Wieso also sollten die Diskriminierten, die Ausgestoßenen und Unterdrückten nach dem Zusammenbruch der Zivilisation sich nicht ihre Heimat zurückerobern wollen? Ihre Motivation ist klar, ihre Drohung direkt und die zögerliche sowie gespaltene Reaktion der Rancher sorgt für einen spannenden Konflikt.

Die Episode ist schön aufgeteilt. Jeweils ein Familienmitglied der Clarks versucht je einen Otto zu beeinflussen. Alicia (Alycia Debnam-Carey) erfährt durch Jake viel über die bisherige Geschichte des Kampfes mit dem Walker-Clan und Jake erhofft sich, den Konflikt friedlich lösen zu können. Seine diplomatischen Ambitionen ehren ihn sicherlich, doch angesichts des sonst stets explosiven Midseason-Finales muss bezweifelt werden, wie erfolgreich er sein wird. Gleichzeitig wird er ohnehin bereits von Alycia insofern manipuliert, als dass er ihr das Schießen beibringt. Das Ziel scheint klar.

Währenddessen verbringen zwei ehemalige Abhängige noch mehr gemeinsame Zeit. Nick (Frank Dillane) hat sich in der neuen Hütte relativ gut eingelebt. Dieses neue Leben, inklusive Beziehung mit Luciana, hat die Figur ein bisschen gelähmt. Nick, der sonst immer aktiv und selbstbestimmt war, wirkt in der dritten Staffel gehemmt. Dass ihm die Tötungen seiner neuen Freunde im Finale stark zugesetzt haben, lässt ihn in einem guten Licht dastehen. Doch der Ex-Junkie war bisher immer eine proaktive Person, die hoffentlich bald nicht nur still beobachtet sowie ab und an einen abschätzigen Kommentar ablässt. Vielleicht liegt dies aber auch an Jeremiah Otto, dessen ambivalente Charakterzeichnung keine klare Linie für Nick zum Gegenangriff übrig lässt. Patriarch Otto zögert aktuell, vermutet sogar seinen eigenen Sohn hinter den Angriffen auf die Familie, die die Ranch verlassen hat. Troy hat bereits Schreckliches getan und es ist ihm definitiv zuzutrauen, doch wir wissen auch, dass Ofelia auf Familienvater Otto im Finale der letzten Staffel traf und seither nicht mehr aufzufinden ist. Jeremiah dürfte noch das ein oder andere Geheimnis mit sich tragen und sein alkoholischer Rückfall zeugt von innerer Zerrissenheit. Womöglich hat er sogar seinen eigenen Sohn zu der Tat beordert und hadert mit seiner Entscheidung.

Die interessanteste Partie liefern sich jedoch währenddessen Madison und Troy. Der aggressivere Teil der Brüder hat in den wenigen Episoden mit seiner Person bereits einen großen Eindruck hinterlassen; insbesondere weil seine Figur den schmalen Grat zwischen nachvollziehbaren Handlungen und lächerlichem Overkill erfolgreich meisterte. Während ihre Kinder beschäftigt sind, mutiert Troy fast schon zu etwas wie ihrem Ziehsohn. Der junge Mann kann in seiner Verwirrung gut manipuliert und geformt werden, sodass sich Madisons prägende Wirkung schnell zeigt. Madison ist in der Abwesenheit ihres Mannes endgültig zu einer Person geworden, die handelt. Gut so! Kim Dickens wartet seit zwei Staffeln auf diese Chance. Nun kann sie zeigen, dass ihre Figur in der Konstellation die spannendste Anführerin ist, die es bisher gab. Denn aktuell agiert sie verdeckt im Hintergrund und versucht, alle Fäden zu ziehen. Sie weiß die Einwohner aktiv zu beeinflussen, kennt gleichzeitig jedoch ihre Grenzen und versteht klar, wann sie zu kuschen hat.

Insgesamt haben mich die letzten beiden Episoden so von der Serie überzeugt, dass ich noch mehr Angst habe, vom Finale enttäuscht zu werden. Während die Ranch-Frage hoffentlich nicht bereits im Finale endgültig geklärt wird (dafür ist er doch viel zu interessant und thematisch vielversprechend) und die Figuren wieder in die Welt dort draußen geschickt werden (wobei bereits Colorado als mögliches Ziel diskutiert wurde), müssen wir uns sicherlich durch die nächste Ofelia/Daniel/Strand-Storyline quälen. Das Problem ist ja nicht nur, dass Mexiko, das Hotel sowie die Sache aus der zweiten Staffel mit Daniel und Strand, geographisch und emotional so weit entfernt ist und die Ranch-Storyline in keinster Weise berührt. Das echte Rätsel ist, dass weder Daniel noch Strand in der Konstellation der Haupthandlung der Serie etwas hinzufügen würden. Im Gegenteil. Sie würden momentan nur stören.

“We have to go back!”

LOST …and found, heißt es im 87. Wowcast – René und ich finden endlich wieder zusammen, um über Serien zu reden. Jedoch ist es in diesem 100. gemeinsamen Podcast nicht nur irgendeine Serie, sondern die, laut 50% des Podcasts, beste Serie aller Zeiten: ABCs LOST.

Nach einer Hörerumfrage sollte die siebte Episode der fünften Staffel, “The Life and Death of Jeremy Bentham”, besprochen werden. In rund einer Stunde wird über Jesus-Figuren, Inselkorken, Inselmythologie und Zeitreisen aufgeklärt. Außerdem gibt es allgemein ein kleines Resümee sowie einen Ausblick auf die kommenden Ausgaben.

Shownotes:

LOST-Umfrage
LOSTpedia-Eintrag der Folge

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Die Einschaltquoten sinken, die Qualität steigt. Im Geheimen hat sich Fear the Walking Dead in der Pause zwischen den Staffeln neu erfunden und überzeugt mit ambitioniertem Storytelling und beeindruckenden Bildern.

Fear the Walking Dead hat sich in dieser Woche ein ganzes Stück Arbeit aufgeladen. Gleichzeitig vier Handlungsstränge möchten erzählt werden, die sich nur teilweise bis gar nicht in die Quere kommen und dazu werden bereits jetzt die Weichen für zukünftige Folgen gestellt. Die großen Erwartungen eines Mid-Season-Finales schweben schließlich immer über einer Serie im The Walking Dead-Universum.

Es liegt vor allem an den Bildern von Regisseur Daniel Stamm, der deutsche Schöpfer hinter u.a. Der letzte Exorzismus, dass die Folge Burning in Water, Drowning in Flame funktioniert. Cineastisches Storytelling auf dem kleinen Bildschirm sind die Fernsehzuschauer längst gewöhnt. Doch während The Walking Dead ständig in immer gleichen Gegenden entsättigte Bilder wilder Wälder von Georgia als Virginia verkauft, gelingt es der Schwesterserie Fear the Walking Dead jede Woche zumindest nicht visuell aus der Reihe zu tanzen. Ganz im Gegenteil sogar, Stamm findet hier großartige Bilder und stellenweise poetische Momente inmitten der chaotischen Nachwelt.

Bei der Bewertung der Geschichte muss zunächst jedoch noch Zurückhaltung geübt werden. Während die letzten Episoden sich eher auf eine einzige Figur konzentrierten, versucht die 5. Folge der 3. Staffel nun alle Figuren bis auf – das wird jetzt echt langsam alt, liebe Autoren – Ofelia ein Stück nach vorne zu bringen. Bei einigen Charakteren heißt das eine geographische Veränderung, andere verharren derweil an sicheren Orten, lernen jedoch neue Sichtweisen kennen oder vertiefen ihre Beziehungen zu ihren Mitmenschen.

Der vielversprechendste Handlungsstrang in dieser Folge erzählt von Madisons (Kim Dickens) Expedition mit Troy zu dem Außenposten, der sich über Funk nicht mehr kontaktieren lässt. Auf dem Weg zum Zielort treffen die Soldaten auf die pro Episode gesetzlich vorgeschriebene Zombiegruppe und hacken sie nieder. Madison kann sich dabei als fähige Kämpferin beweisen und den Respekt der Soldaten einholen, später sogar Troys Autorität und Führungsanspruch untergraben. Troys Gefallen beim Zerstückeln der Zombies wird dadurch intensiviert, dass es ehemalige Kriminelle eines Gefängnistransports sind. Das Ganze erhält einen bitteren Beigeschmack, da Troys unmenschliche Sport-Perspektive von den Figur und der Serie selbst in keinster Weise kommentiert wird. Als hätten diese Gefangenen es mehr verdient als die restlichen Walker.

An dem Außenposten angekommen, entdeckt die Gruppe schnell die verbrannten Überreste der Soldaten sowie einen skalpierten Überlebenden, dem der Gnadentod erwiesen wird. Als Täter stellt sich ein indigener Clan namens – drum roll, please – Walker heraus. Qaletaqa Walker (Michael Greyeyes) mutiert binnen wenigen Sekunden Screentime. Seine Drohungen wirken nach, seine Präsenz ist furchterregend. Dazu hat er im Gegensatz zum Governor und anderen Helden wie Bösewichten aus dem The Walking Dead-Universum kein gimmickhaftes Alleinstellungsmerkmal. Es handelt sich schlicht um einen entschlossenen Mann, der bereit ist, für seine Ziele alle Wege zu beschreiten. Das ist furchterregender als zehn Negans.

Dass die Natives bereits auch in der jüngeren Vergangenheit schlecht behandelt wurden und nun ihr Gebiet zurück gewinnen wollen, lässt auch Jeremiah Ottos Dialog mit Nick (Frank Dillane) erahnen. Dieser schwärmt von der Schönheit eines Revolvers, der Waffe, die den Westen erobert hat. Dazu fallen natürlich rassistische Beleidigungen wie “the red man”, um das Bild komplett abzurunden. Nick hat sich in der vergangenen Staffel wenig verändert und bleibt bis jetzt schwach. Seine Zeit mit Luciana und Jeremiah in der Folge ist durchaus interessant, da sie die Zerrissenheit dieser frühen Zeit in der Postapokalypse gut hervorheben. Jetzt haben die Figuren noch eine tatsächliche Wahl, während zu späteren Zeiten die Aufnahme in eine fähige Gemeinschaft vielleicht weniger einfach vollzogen werden kann. Das Ganze gleicht ein bisschen der Reise nach Jerusalem, nur hat die Musik noch nicht aufgehört zu spielen.

Gleichzeitig kommen sich Troys Bruder Jake und Alicia (Alycia Debnam-Carey) diese Woche ein ganzes Stück näher. Alicia ist jung, Jake ebenso. Sie reden über Bukowski und haben Sex. Es ist schön, dass nach der kurzen Party mit dem Zombiekopf und Nicks Entwicklung zum Mann die Teenagerperspektive nicht ganz fallen gelassen wird. Außerdem ist die Nonchalance dieser Entwicklung sehr zu begrüßen. Gerne könnte die Serie öfter Sachen einfach mal machen. Manche Dinge sind in dem entrückten Kontext leicht nachzuvollziehen, auch ohne große Einführung. Der Zuschauer ist ja auch nur ein Mensch. Traut ihm mehr zu!

Die Episode wird erneut von Daniels (Rubén Blades) und Strands Eskapade durch die Straßen Mexikos heruntergezogen. Es ist sehr schade, dass der überaus interessante und visuell beeindruckende Damm als Handlungsort so schnell schon wieder verlassen wurde. Doch die Hotelgeschichte will abgeschlossen werden und Daniel muss natürlich nach seiner Tochter Ofelia suchen, die höchstwahrscheinlich ohnehin auf der Familienfarm der Ottos gefangen gehalten wird. Daher ist es schwer einzuschätzen, inwieweit die Staffel überhaupt Interesse an der Ranch hat. Der drohende Konflikt könnte die Figuren wieder in alle Winde verwehen. Nach dem enttäuschenden Aufenthalt auf der Militärbasis würde mich nichts mehr überraschen. Wobei, und das muss unbedingt wiederholt werden, Fear the Walking Dead holt trotz des wohl sinkenden Budgets immer das Beste aus seinen Locations rausholt.

Insgesamt funktioniert das alles bis auf wenige Ausnahmen sehr gut und es kommt fast schon wieder etwas wie Freude auf. Nach der elend langen zweiten Hälfte der letzten Staffel marschiert diese dritte Staffel nach einem holprigen Start gut voran. Es bleiben noch drei Folgen bis zur Pause. Hoffentlich bleibt die Serie auf Kurs.


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Nach dem in hauptsächlich negativer Hinsicht spektakulären Auftakt fährt Fear The Walking Dead in der dritten Folgen der neuen Staffel erwartungsgemäß einen Gang zurück und erzählt in zwei Handlungssträngen die gleiche Geschichte.

Ich muss gestehen: Kurz kam Hoffnung auf. Die neue Folge der 3, Staffel von Fear the Walking Dead startet überraschenderweise mit einem Cold Open, das durchaus auch qualitativ überzeugt. Fernab von Zombies und Jahre vor der Apokalypse bereitet sich der Familienvater Otto auf die Apokalypse vor. Er ist ein sogenannter Prepper (Aus dem Englischen “to prepare”). Das sind Menschen, die von einer kommenden Katastrophe überzeugt sind und sich bereitsn in der Gegenwart bestmöglich darauf vorbereiten wollen. Das schließt Waffen, Munition, aber auch einen ordentlichen Bunker sowie reichlich Essen ein. Familienvater Otto geht aber noch einen Schritt weiter. Er hat eine VHS-Reihe mit dem bedeutungsschwangeren Titel TEOTWAWKI – The end of the world as we know it – produziert und möchte auch andere Menschen trainieren, hart und kompetent in der Apokalypse durchgreifen zu können, während der Rest der Menschheit untergeht.

Die Psyche dieser Prepper, die sie zu diesen teuren und zeitintensiven Schritten verdammt, ist interessant und Fear The Walking Dead weiß dies auch in dieser Folge clever aufzugreifen. Das Setting der Apokalypse ist höchst fruchtbar für gescheiterte Existenzen und Charaktere mit Fluchtambitionen. In der Postapokalypse werden die Karten neu gemischt. Wer sich zuvor auf das Ende vorbereitet hat, steht auf einmal besser gestellt dar. Sich daher die Endzeit herbei zu wünschen, hat viel mit Frust, Angst und dem Gefühl zu tun, von der modernen Welt überfordert zu sein. Es ist daher kein Wunder, dass Zombieserien bzw. das gesamte Zombiegenre in unseren spätkapitalistischen Zeiten so boomt.

Und somit wäre zumindest der Start geglückt. Er ist seltsam, man ist verwundert und schaut nach, ob man sich nicht verklickt hat. Bilder des Untergangs, eine mögliche Rettung und später dann die pragmatische Umsetzung sowie der Grund des Ganzen. TEOTWAWKI ist bei Weitem nicht die schlechteste Episode der Serie. Trotz den offensichtlich konstruierten Figurenkonstellationen und ihrem durchschaubaren Ausgang kann man nicht umhin einzugestehen, dass Figuren wie Troy oder Jake Potential haben. Ihr unverarbeiteter Familienkonflikt um den Alkoholmissbrauch der Mutter ist so klischeehaft wie authentisch und erklärt die zerklüftete Familienbeziehung sehr gut. Auch unsere alten Figuren konnten in dieser Folge in ihrer vorsichtigen Haltung gegenüber ihrer neuen Heimat durchaus charmant wirken. Gerade Madisons (Kim Dickens) Eingeständnis, dass sie schwer zu mögen ist, lockert die sonst grüblerische Figur enorm auf.

Ein Highlight dieser Episode von Fear the Walking Dead waren wie so oft die Teenager der Serie. Nachdem Nick (Frank Dillane) in der letzten Staffel erwachsen und auch Alicia (Alycia Debnam-Carey) deutlich härter wurde, ist es schön zu erkennen, dass man nicht davor zurückschreckt, Teenager auch noch mal Teenager sein zu lassen. Die Bibelgeschichte schrie nach einem aufgezwungenen Psychoding, das eine fanatische, eventuell sogar extrem religiöse, Gedankenwelt der Einwohner vermuten ließ, doch dann kommt ein angenehmer Twist mit passender Umsetzung. Die Kids nehmen Drogen und schauen sich im Rausch einen Zombiekopf namens Jeff an, der in einem Vogelkäfig gefangen ist. Das untermalt gut die grundlegende Stimmung dieser ängstlichen Teenies, die sich aufgrund ihrer bisherigen Sicherheit der harten Realität dort draußen nicht stellen mussten und mit Jeff Schabernack treiben können, um sich cooler zu fühlen.

Leider, leider wird diese Folge jedoch wieder durch eine öde Nebenhandlung heruntergezogen. Victor (Colman Domingo) hat sich in der letzten Folge via Auto vom Acker gemacht und trifft nun auf einen alten Bekannten, von dem er sich ein wenig Hilfe verspricht. Dort angekommen überschätzt er wie so oft sein Glück und wird von den Schergen des Drogenbosses aufgegriffen. Ganz werden die Karten also auch in der Apokalypse nicht neu gemischt. Altlasten können einen immer noch einholen, wie der glatzköpfige Freund beweist. Man kann sich also auf zweierlei Art und Weise auf die Apokalypse vorbereiten, wirklich verändern wird man sich aber nicht. Die Vorstellung, dass man sich plötzlich neu erfinden kann, bleibt ein Wunschdenken.

Die Bilder von gefesselten Menschen, die von Schergen tief hinuntergeworfen werden, erinnern an die Exekutionen von Homosexuellen durch die Terroristen des Islamischen Staates. Dass die Figuren, unten angekommen, lebend auf Zombies landen und fortan lebendig gefressen werden, macht die Sache nicht besser. Diese Allegorie, gewollt oder ungewollt, verschlechtert sich dazu noch, wenn man überlegt, dass diese Szene wie so oft nur aus zwei Gründen eingestreut wird: Um auch wirklich dem letzten Deppen beizubringen, dass mit Victors Freund nicht zu scherzen ist und er sich geirrt hat. Und zweitens ist es die Erinnerung, dass aus Sicht des Senders oder der Autoren keine Folge von Fear the Walking Dead ohne einen brutalstmöglichen Zombietod auskommen kann. Wenn diese ausbeuterische Vorgehensweise mal wenigstens für eine Woche eine Pause machen könnte, wäre ich sehr erleichtert.

Der Schrecken nimmt jedoch kein Ende. Daniel Salazar (Rubén Blades) lebt – natürlich – und trifft Victor vor seinem Gefängnis an. Die Wendung des Schicksals ist nicht ganz so ärgerlich wie bei Glenns spektakulären Mülltonnentrick in der Mutterserie, aber Fear The Walking Dead scheint schlicht darauf zu bauen, dass der Zuschauer Daniel bereits vergessen hat – nicht, dass seine Rückkehr irgendwie gut inszeniert oder überraschend ist. Apropos Rückkehr: Von Ofelia fehlt bisher noch jede Spur, doch die Person, die sie in der letzten Staffel fand, könnte Aufklärung schaffen. Die Verbindung führt uns auch zum Ende der Folge: Madison erklärt sich bereit, einen Außenposten aufzusuchen, der scheinbar überrannt wurde. Mich beschleicht das Gefühl, dass man die Figuren wieder zusammenführen will…


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Nach einer fulminanten 1. Staffel und einem enttäuschenden Sequel muss Fear The Walking Dead im zweistündigen Auftakt der neuen Staffel beweisen, ob die Serie noch etwas zu sagen hat – oder ob sie nur die Sommerpause zur Mutterserie überbrücken soll.

Was ist nach mehr als einem Dutzend Staffeln, nach über 150 Comics und mehreren Spielen noch im The Walking Dead-Universum zu sagen? Wie kann sich eine Geschichte in dem Universum, das sich narrativ bereits in einem Medium im Hamsterrad dreht und repetitiv Plot-Entwicklungen durchkaut, wirklich vom Rest abheben?

Fear the Walking Dead fand die Antwort auf die Frage in den Anfängen der Apokalypse. Noch lange bevor Rick aus seinem Koma aufwachen sollte, kämpft sich eine Patchwork-Familie durch den zivilisatorischen Fall in Los Angeles. Die kurze, 1. Staffel konnte beinahe durchweg überzeugen. Bis auf einen unerfreulichen Zeitsprung, der die interessanten Aspekte des Zusammenbruchs der Ordnung überspringt, und den typischen Klischees des Zombie-Genres, bot die Serie einen faszinierenden Überblick über die Unmenschlichkeiten am Rande des Abgrunds. In teilweise großartigen Sequenzen inszenierte die Serie wortlos die bedrückende Ohnmacht und Traurigkeit des menschlichen Verfalls. Auch die Figuren konnten in der 1. Staffel von Fear the Walking Dead zaghaft überzeugen, blieben aber zunächst in den erwartbaren Arcs der Genrekonventionen gefangen.

Mit der 2. Staffel breitete sich der Zerfall virusartig von der Narration zur Qualität der Serie aus. Die Erhöhung der Episodenanzahl von sechs auf fünfzehn Folgen pro Staffel – in der 3. wurde übrigens noch einmal auf sechszehn erhöht – tat der Serie nicht gut. Die Hektik der Apokalypse war verschwunden, Plots wurden auf die Anfänge und Finalfolgen einer Staffel verteilt, dazwischen herrschte große Leere. Ständig müssen in Fear The Walking Dead Figuren zueinanderfinden. Dieser Drang könnte, angesichts der Patchwork-Familie als emotionaler Kern der Serie, tatsächlich eine spannende und unterhaltende Storyline bieten. Doch Fear The Walking Dead verstreut seine Figuren, sofern einmal vereint, direkt wieder in alle Winde. Die Autoren scheinen nicht zu wissen, keine Pläne zu haben, was die Serie ausmacht, wie die Figuren miteinander interagieren sollen oder wie Fear sich langfristig thematisch positioniert. (weiterlesen…)