Repewt 2018

01 Feb, 2018 · Sascha · Personal · 9 comments

Ein Monat des neuen Jahres ist bereits ins Land gezogen und hier ist nichts wirklich passiert. Die Postfrequenz hat sich in den vergangenen Jahren allgemein gesenkt, ist aber dann doch in den letzten Monaten fast gänzlich eingebrochen. Das hat unterschiedliche Gründe, die ich hier nicht großartig breittreten möchte. Berufsalltag, viele Krankenhäuser, ein Umzug, eine Abmahnung; und irgendwie hat dann noch The Last Jedi der ganzen Sache die Krone aufgesetzt. (Was für ein beschissener Film. Keine Sorge, irgendwann kriege ich dann den Arsch schon hoch, um genau zu sagen wieso.)

Mich zieht das runter. PewPewPew ist mein Baby und wenn ich es so vernachlässige, werde ich traurig. Dass nur noch rund ein Viertel der Leser aus den Hochzeiten hier mitliest, ist auch sicherlich nicht nur der Verschiebung von Bloginhalten auf soziale Medien zuzuschreiben. Deshalb poste ich diesen Beitrag, vor allem um mich selbst anzuspornen. Weil wie doof würde so ein Rocky-Trainingssequenz-Post aussehen, wenn danach nichts folgen würde? Eben.

Der 100. Wowcast kommt wohl hoffentlich Ende der Woche. Es wird wahrscheinlich unser letztes gemeinsames Projekt für die absehbare Zeit sein.

Die Kulturindustrie wird weiterlaufen, richtig ausgelastet bin ich damit in Sachen Podcasting aber nicht. Ich habe sowieso schon länger Bock da einfach mehr, anderes und besseres Zeug zu machen, als nur zwei Stunden in ein Mikrofon zu labern. Watch this space.

Und jetzt in Dauerschleife:


Bluehole Studio

Dieser Artikel erschien zuerst in der 12. Ausgabe des WASD-Magazins.

Playerunknown‘s Battlegrounds ist schon jetzt das beliebteste Spiel des Jahres. Dabei geht es doch eigentlich nur darum, andere Spieler zu eliminieren und als Letzter zu überleben. Wieso bereitet das so vielen so viel Spaß?

Ich verstecke mich hinter einem Baumstamm und weiß, dass jede falsche Bewegung gleich meine letzte sein könnte. Aus dieser Nähe sind die Einschusslöcher im Holz gut zu erkennen. Es sind verfehlte Schüsse einer Person mit Mantel und Scharfschützengewehr, die gut 100 Meter entfernt auf einem Hausdach sitzt und mich beobachtet. Man will mich umlegen. Ein Blick in mein Inventar offenbart meine missliche Lage. Eine Granate, die ich nicht weit genug werfen kann. Eine Maschinenpistole, deren Kugeln auf diese Entfernung zu sehr streuen. Ein Scharfschützengewehr, jedoch ohne Visier. Einige Meter östlich erwartet mich Rettung in Form einer hohen Hausmauer. Riskiere ich den Sprung und hoffe auf die fehlende Präzision meines Gegenspielers oder verharre ich hier und hoffe auf–

KA-POWW! Bevor ich mich entscheiden kann, ertönt ein Schuss aus der Ferne. Westen. Ich erkenne einen Blutspritzer auf dem Hausdach und ergreife meine Chance. Ich renne. In Sicherheit angekommen, überprüfe ich meine Situation erneut. Noch zwei Spieler am Leben. Nur noch ich und der unidentifizierte Killer. Doch mir bleibt keine Zeit, lange Pläne zu schmieden. Das Spielfeld verkleinert sich und ich bin gezwungen, mein Versteck zu verlassen. Ich laufe über ein Feld und hoffe, dass mein Gegner sich ebenfalls bewegen muss. Ein Schuss. Ich bin getroffen und lege mich hin. Es bleibt mir keine Zeit, meine Wunde zu verarzten. Südlich erkenne ich noch einen schwarzen Fleck am Rand einer blau schimmernden Mauer. Ein weiterer Schuss und ich bin tot.

Taktik ist alles in Playerunknown‘s Battlegrounds – oder zumindest Taktik im Rahmen des Möglichen. Schon jetzt ist PUBG, wie es von der Spielerschaft abgekürzt wird, eines der erfolgreichsten Spiele des Jahres. Trotz Early Access wurden alleine in den ersten sechs Monaten zehn Millionen Exemplare verkauft und tägliche Spielerspitzen weit über Valves hauseigenem DotA 2 erreicht. Doch was macht das Spiel so erfolgreich und unterhaltend? (weiterlesen…)

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Den letzten Blogeintrag dieses turbulenten und teilweise echt doofen Jahres widme ich einem positiven Highlight aus 2017: Dem Kulturindustrie-Podcast, in dessen achter Folge wir getrennt unsere Jahreshighlights besprechen.

Meine üblichen Jahresbestenlisten kommen dann erst im Laufe des neuen Jahres, aber schon bis Ende Januar. Ich habe teilweise einige Sachen noch nachzuholen und jetzt gegen Jahresende auch wenig Zeit gehabt. Die Listen sind mir immer wichtig, deshalb wird das noch folgen, aber ordentlich dann.

Ich wünsche euch alles Gute im neuen Jahr und einen guten Rutsch. Danke, dass auch nach fast einem Jahrzehnt hier fleißig mitgehört, mitgelesen und kommentiert wird.

Shownotes:

Diesmal gemeinsam, aber getrennt!
Jeder von uns berichtet von den persönlichen Highlights des Pop- & Kulturjahres.
Wir freuen uns auf ein aufregendes neues Jahr mit vielen Filmen, Serien, Spielen, Youtubevideos, Artikeln, Essays, Musik und allem, was sonst so in unser Beuteschema passt!

Kulturindustrie auf Twitter – @kultindustrie
Schickt uns eure Empfehlungen per Sprachnachricht an podcast@kulturindustrie,de

Alex auf Twitter @alexmatzkeit – Lucas auf Twitter @kinomensch – Mihaela auf Twitter @mihatory – Sascha auf Twitter @reeft

Musik: Gipfeltreffen | gipfeltreffenband.de/

Links zu Soundcloud und Podcast-Feeds:

Soundcloud: 008 – Unsere Highlights 2017
iTunes: Kulturindustrie
Podcast-Feed: http://feeds.soundcloud.com/users/soundcloud:users:331600180/sounds.rss

Die neue Ausgabe des weltbesten Spielemagazins aller Zeiten ist draußen. Ab sofort könnt ihr die zwölfte Ausgabe der WASD über Spaß in Videospielen käuflich erwerben. Oder ihr könnt bei der Pew³-Verlosung gewinnen, dazu unten mehr.

In der zwölften WASD geht es um Spaß, und das wirft immer eine Menge Fragen auf: Spaß, was ist das überhaupt? Müssen Computerspiele überhaupt Spaß machen und wie viel Spaß kann man überhaupt mit dem Maggi Chatbot haben? Wir zählen Clowns in Computerspielen, segeln einsam über das Meer und streiten uns über Walking Simulatoren. Die zwölfte WASD macht Spaß, auch und gerade deswegen, weil sie ebenso die ernsthaften Seiten dieses Thema beleuchtet.

Weiterhin war es mir wieder eine große Ehre einen Text für diese großartige Sammlung beisteuern zu dürfen. Seit einigen Monaten ist hier die Postfrequenz noch deutlicher als vorher zurückgegangen, was an meiner anhaltenden Faszination für PlayerUnKnown’s Battlegrounds liegt. Das Battle Royale Spiel hat dieses Jahr nicht nur mich in seinem Bann gezogen. 2017 dominierte das Spiel die Steam-Charts. Aber wieso eigentlich? In dem Spiel geht es nur ums Gewinnen und dieser Weg führt über Leichen. Anders wie wie z.B. bei Counter-Strike fehlt es Battlegrounds an innerer Ordnung oder sogar einer Geschichte. Räuber und Gendarm? Fehlanzeige. Das übergeordnete Ziel ist der Sieg durch zahlreiche Tötungen in einem kontextlosen Raum. Wieso also macht das Spiel so viel Spaß? Ich hab’s für euch rausgefunden.

Einige Leseproben gibt es hier. Oder falls ihr bereits schon jetzt überzeugt seid, könnt ihr die neue Ausgabe direkt im Shop kaufen. Noch besser: Ihr schließt gleich ein Abonnement ab. Dann gibt es nämlich zusätzlich zum Preisvorteil und der Posterprämie ein Starter-Kit mit fünf edlen Letterpress-Lesezeichen.

 

Zum Start der 12. Ausgabe verlost PewPewPew zwei Exemplare. Um teilzunehmen, hinterlässt du mir einen Kommentar unter diesem Post bis zum kommenden Sonntag (3. Dezember 2017, 24 Uhr). Schreibt mir, welche Spiele euch am meisten Spaß machen und wieso. Die Gewinner zieht wie immer random.org.

@PewPewPewBlog

13 Nov, 2017 · Sascha · Personal · 0 comments

Kurze Durchsage: Der Blog hat jetzt seinen eigenen Twitter-Feed, dem ihr folgen könnt. Zwei Gründe: Ich vergesse häufig die neuen Beiträge auf Twitter zu teilen. Außerdem möchte vielleicht jemand nur den Updates des Blogs folgen, ohne meinen anderen Kram in der Timeline haben zu wollen. So there you go: @PewPewPewBlog

29 30

24 Oct, 2017 · Sascha · Personal · 2 comments

Ich mache manchmal auch Fotos und veröffentliche sie auf Flickr oder meinem Portfolio. Gestern Abend war der Sonnenuntergang ganz besonders schön.

Dieser Artikel erschien zuerst in der 11. Ausgabe des WASD-Magazins.

divbar
Videospiele sehen schwarz und zeigen extreme Konsequenzen und Reaktionen auf den Klimawandel

Spoiler-Warnung: Dieser Text verrät das Ende einiger Spielewelten. Und noch eine Spoiler-Warnung: Wenn das mit der Umweltzerstörung so weitergeht, dann verabschiedet sich irgendwann auch die echte Welt. Für diese deprimierende Tatsache, haben einige Videospiele ein paar faszinierende Antworten parat.

Die Ozeane erwärmen sich schneller als befürchtet, das Arktiseis schmilzt, jedes Jahr erleben wir neue Hitzerekorde, in Afrika kommt es zu immer schlimmeren Dürren und die Waldbrände in den USA mutieren zu einem ganzjährigen Phänomen. Es stimmt schon: Der Planet hat schlimmere Phasen in seiner Geschichte durchlebt – der Mensch allerdings nicht.

Meteoriteneinschläge, Ausbrüche von Supervulkanen, Eiszeiten – insgesamt hat das Leben auf der Erde bisher fünf Phasen des Massenaussterbens überlebt. Biologen warnen, dass aktuell die sechste Phase ansteht: Das Anthropozän, das durch den Menschen geprägte Zeitalter, könnte bis zu 75 Prozent der Spezies ausrotten. Aber es will uns einfach nicht gelingen, das Ruder herumzureißen, um das Absterben der Flora und Fauna aufzuhalten.

Extremfall als Normalität

In Videospielen sind lebensfeindliche Umgebungen ja nicht gerade eine Rarität. Die “Fallout”-Serie handelt von der Welt nach einem verheerenden Atomkrieg, in “Half-Life” muss Gordon Freeman die Menschen vor Außerirdischen retten und in zahllosen Spielen wollen uns Zombies an den Hals. Einige Konzepte jonglieren mit den Genrekonventionen, wie jüngst “Everybody’s Gone To The Rapture”, aber im Kern geht es meist ums nackte Überleben. Und so bedrohend diese Momente auch sein können, meist beschränkt sich die Gefahr auf das Individuum, den Spieler, nicht den Planeten.

Hier und da allerdings, lassen Videospiele den Helden in der Postapokalypse nicht mehr nur kosmetische Großtaten vollbringen, sondern gleich ein neues Zeitalter einläuten. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Spieler in der tristen Klima-Apokalypse verweilen oder zaghaft versuchen musste, die Zivilisation wiederaufzubauen. Im Gegenteil: In manchen Spielen, kann er den ganzen Quatsch gleich ganz beenden – und der Welt so etwas Erholung gönnen. Dass diese Geschichten dann eben oft mit einem herben Dämpfer für die Menschheit enden, ist dann ein Teil der Botschaft, ganz so als wolle man uns sanft anstupsen und darauf hinweisen, es bitteschön erst gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Und vielleicht ist die Hoffnung dahinter, dass sich Spieler und Spielerinnen vom Couchpotato zu AktivistInnen entwickeln, wenn sie sehen, welche radikalen Schritte irgendwann nötig wären, um die Flora und Fauna zu retten.

Under The Sea

Während das Great Barrier Reef letztes Jahr von Wissenschaftlern für quasi tot erklärt wurde, konnten sich Indiegamer immerhin noch “Abzûs” Korallenriffe bewundern. Entgegen der religiösen Wanderung durch düstere Täler und Wüsten des spirituellen Vorgängers *Journey bietet “Abzû” flinkes Gameplay in einem lebhaften Ozean. Trotz der zahlreichen Bewohner und farbenfrohen Pflanzenwelt ist diese Unterwasserwelt aber nicht so paradiesisch, wie es auf den ersten Blick scheint. In Wahrheit bedroht nämlich eine von Menschenhand kreierte Technologie die Natur.

In “Abzû” verleiht eine natürliche Machtquelle der Zivilisation ihre Kraft, doch ihre Gier nach mehr führt zu ihrer technologischen Apokalypse, die selbst nach dem Verschwinden der Menschen die Bewohner des Meeres nachhaltig bedroht. Der Twist: Der spielbare Sporttaucher entpuppt sich als menschenähnlicher Roboter, der realisiert, dass nicht der stereotypische weiße Hai sein Feind ist, sondern er selbst ausgerechnet die Macht zerstören muss, die ihm Leben einhaucht. Denn nur so hat die Natur eine Chance und symbolisch wächst am Ende Gras in Zeitraffer über die technologischen Wunden vergangener Zeiten.

(weiterlesen…)