Musikvideo: Kettcar – Wagenburg

16 Sep, 2017 · Sascha · Musik · 0 comments

Nach dem tollen “Er schnitt Löcher in den Zaun” war ich ja erst noch so “Woah, Kettcar sind zurück?” und nach “Wagenburg” bin ich jetzt voll “ALTER KETTCAR SIND ZURÜCK!”

Wo Egoschweine erst alleine
und dann zusammen, nur an sich denkend,
sich zu einem Wir verlieren

Was eine wunderschöne, nuanciert verzweifelte Bilanz unserer Zeit. Zwei Hammersongs am Stück, Album in knapp einem Monat, Tour startet in meiner Stadt. Besser geht’s nicht.

Die im Juni aufgenommene Live-Show von The National in Paris, bei der einige Songs aus “Sleep Well Beasts” zum ersten Mal vor Publikum gespielt wurden, ist wieder online. Pitchwork nahm den Auftritt damals zum großen Unmut vieler Fans nach ein paar Tagen wieder offline, wahrscheinlich aus irgendwelchen rechtlichen Gründen. Nun ist das Teil wieder online, grandioser Auftritt. Ich habe mir inzwischen übrigens jetzt doch Karten besorgen können und blicke überglücklich dem Oktober entgegen.

Setlist:

0:32 – Nobody Else Will Be There
4:53 – Day I Die
9:35 – Matt discusses his coffeepot of wine
10:02 – Walk It Back
16:25 – The System Only Dreams in Total Darkness
20:48 – Guilty Party
26:48 – Carin At the Liquor Store
30:36 – Apartment Story
34:29 – Daughters of the Soho Riots
39:20 – Sleep Well Beast
46:48 – Fake Empire
51:35 – Terrible Love
56:21 – Turtleneck

Aaron Dessner von The National hat für sich und seine Band ein perfektes Aufnahmestudio aufs Grundstück gebaut, welches man auch auf dem Cover des neuen Albums “Sleep Well Beast” in Szene gesetzt bestaunen darf. Die fünf Bandmitglieder sowie einige bekannte Gesichter haben sich dort zusammen vor einiger Zeit mit dem Oscar-nominierten Filmemacher Marshall Curry getroffen, um die Aufnahme der neuen Platte in 360°/VR zu dokumentieren. Herausgekommen ist ein annehmlich Bandportrait, das nie an das Meisterwerk Mistaken for Strangers von Berningers eigenem Bruder herankommen kann. Trotzdem ist es auf jeden Fall auf Grund der Soundbites und Einblicke in die Entstehung von “Sleep Well Beast” wert gesehen zu werden.

Der Live-Auftritt auf der runden Bühne im Video war Teil einer CBS This Morning Performance, die auch den Weg online gefunden hat. (weiterlesen…)

Mir kam heute Mittag beim Warten auf die neue Platte meiner Lieblingsband The National die Idee, dass ich jeden einzelnen Song der Band noch einmal vorher hören könnte. Die Veröffentlichung von “Sleep Well Beast” ist bei uns im Haus sowas wie ein Feiertag und die Marvelnerds gucken das ganze MCU ja schließlich auch noch einmal von vorne bis hinten durch bevor sie im Kino den neuen Thor-Streifen sehen. Also habe ich angefangen und es tatsächlich vor Mitternacht geschafft.


The National

Ich dachte, ich verewige den Reviewthread auch im Blog.

The National (2001): It’s all there already but not really fully realized. Besides a general moodiness, nothing sticks. Lacks melodies.

Sad Songs for Dirty Lovers (2003): Matt found his voice, the instruments are let loose. Strong instrumental parts, yet no real coherence. Incredibly strong standouts, but it kind of fizzles out toward the end and lingers too much on Matt’s lost loves. “Lucky You” is GOAT tho.

Cherry Tree EP (2004): This EP is better than some albums. The precursor of what’s to come with Alligator & the tune that’ll come to define ’em. A stronger emphasis on riffs & drums. There’s a more melodic variety and a balance between a catchy corus and meaningful lyrics. It also features “About Today,” perhaps the most beautiful song about a failing relationship. A start for the emotional anxiety of Boxer.

Alligator (2005): And there it is, the band we love so much. The screaming, the elegiac lyrics, the build-ups, the “sound.” Fully realized.

Boxer (2007): Hard to overstate the importance, timeliness and perfection of this album. Every song lands, the progression is flawless.

The Virginia EP (2008): A mixed bag, although I prefer some of the live recordings to the studio versions. “Blank State” is a lot of fun.

High Violet (2010): Stellar! Lyrically their best album imho and on par with Boxer. Love how the piano balances out the pounding guitars. Extra tweet just to say how much I love the “You’re the voice that’s swallowing my soul” line: Immensely. It’s also the album on which Matt sounds most inebriated which adds, like, so much.

Trouble Will Find Me (2013): I don’t really have an opinion on this album other than it’s their most accessible one. There is a slight shift towards a faster tempo and more pushing drums. Which feels like the natural next step in the evolution of the band. “Don’t Swallow The Cap” is my favorite here. It’s their most pop song ever, while still staying true to their tunes. Great stuff.

Irgendwie in den letzten Tagen an mir vorbeigegangen: Der erste Song des neuen Kettcar-Albums fetzt extrem. Video auch top!

Jaja, ich weiß, als ich von einem Retro-Musikvideo als Promo für die Blu-ray von Guardians of the Galaxy 2 musste ich auch erst einmal laut seufzen. Doch das Ding kann überraschenderweise was und versprüht trotz dem immer anstrengenden David Hasselhoff einen charmanten Dschinghis Khan Vibe, der mir immer gut abgeht. Und überhaupt gab es da schon viel schlimmere Aktionen und virale Versuche, sodass das hier wohl dank James Gunn ziemlich gut in Erinnerung bleiben dürfte – im Unterschied zu Guardians of the Galaxy 2.

Ich habe meine Probleme mit “Everything Now”, aber Arcade Fire sind auf der Bühne immer ein intensives Highlight, weshalb sich jeder Fan diese mit ein paar schönen Covern bestückte Performance ansehen sollte. Ich habe die Band erst Anfang Juli live gesehen und auch wenn die neue musikalische Ausrichtung mir nicht unbedingt zusagt, hat die Band nichts von ihrer enigmatischen Energie früherer Zeiten eingebüßgt. Eher im Gegenteil: Everything now.

00:00:06 Everything Now (Continued) – intro
00:02:05 Everything Now
00:07:19 Rebellion (Lies)
00:12:31 Here Comes the Night Time
00:19:46 Signs of Life
00:25:17 Electric Blue
00:29:41 No Cars Go
00:36:03 Keep the Car Running
00:40:37 The Suburbs – dedicated to David Bowie
00:45:47 The Suburbs (Continued)
00:47:04 Ready to Start
00:51:39 Neighborhood #1 (Tunnels)
00:56:47 Sprawl II (Mountains Beyond Mountains)
01:02:40 Reflektor
01:09:49 Afterlife – with snippet of New Order’s 01:14:46 “Temptation”
01:15:23 Creature Comfort
01:21:09 Neighborhood #3 (Power Out)
01:28:05 -encore break-
Encore:
01:29:37 Wake Up
01:35:54 Mind Games – John Lennon cover, with snippets from Radiohead’s 01:40:59 “Karma Police”, David Bowie’s 01:41:26 “Oh! You Pretty Things”, and Arcade Fire’s own 01:42:35 “Wake Up”.

Jack Johnson war mein Lieblingskünstler der Nullerjahre. Daran besteht kein Zweifel und mein Fandom ist im Blog wohl dokumentiert. In den letzten Jahren wurde es jedoch etwas stiller um Jack, er konzentrierte sich mehr auf Familie, soziale Projekte oder Dokumentationen. Das 2010 erschiene Album To The Sea hinterließ bei mir trotz drei/vier Knallersongs keinen bleibenden Eindruck, im Unterschied zu den früheren Alben, bei denen ich jeden Song mitsingen kann. Das kompliziert betitelte Folgealbum From Here To Now To You (bei mir im Kopf als From Here Now To You steckengeblieben) kaufte ich mir nicht einmal mehr für die Sammlung. Bis auf die wunderschöne Singleauskopplung I Got You blieb mir auch nichts im Gedächtnis.

Ich bin ein bisschen aus dem Fandom gefallen. Das möchte ich ändern. Glücklicherweise kommt am 8. September 2017 Jacks inzwischen siebtes Studioalbum auf den Markt und es trägt den umständlichen Namen All the Light Above It Too. Auch die erste Singleveröffentlichung finde ich von der Melodie jetzt nicht umwerfend und es wird kein Klassiker des Sängers werden. Dafür wurde das Video aber wieder umweltfreundlich von ihm und mit Hilfe seiner Kinder im Eigenheim gedreht. Darin kritisiert er Trump und reißt Mauer ein. Kann man machen.

Mit seiner Kritik an Trump und dem Klima-Aktivismus ist er wohl noch weit nicht am Ende, seine Leidenschaft definiert das Album viel mehr. Dem Rolling sagte er:

“This album shares what has been on my mind during the past year or so,” Johnson said of the record. “A year in which I sailed through the North Atlantic Gyre for a documentary about plastic pollution in the ocean. A year in which Trump was elected as the President of the United States. A year in which I camped, surfed, got stitches, explored, dreamed, shared time and endless conversations with my family and friends … all of which inspired these songs. I usually make sketches of the songs first then set up a time to actually record the album. This time around the original sketches became the final versions. I didn’t want to lose any of the spirit that a song has in its rawest form.”

Ich bin sehr gespannt. Der politische Jack Johnson ist in den letzten Jahren viel mehr im wahren Leben auftreten, weniger in seinen Songs. Nach der Aussage verspreche ich mir vom neuen Album sehr viel. Aktuell ist Jack auf Tour in Nordamerika. Im Jahr 2014 folgte auf den Release von To The Sea im Vorjahr eine Weltournee. Ich gehe davon aus, dass Jack auch im nächsten Jahr bei uns in Europa zu sehen sein wird. Das wäre dann genau zehn Jahre nachdem ich ihn das letzte Mal live spielen gesehen habe. Wäre geil.