Jack Johnson war mein Lieblingskünstler der Nullerjahre. Daran besteht kein Zweifel und mein Fandom ist im Blog wohl dokumentiert. In den letzten Jahren wurde es jedoch etwas stiller um Jack, er konzentrierte sich mehr auf Familie, soziale Projekte oder Dokumentationen. Das 2010 erschiene Album To The Sea hinterließ bei mir trotz drei/vier Knallersongs keinen bleibenden Eindruck, im Unterschied zu den früheren Alben, bei denen ich jeden Song mitsingen kann. Das kompliziert betitelte Folgealbum From Here To Now To You (bei mir im Kopf als From Here Now To You steckengeblieben) kaufte ich mir nicht einmal mehr für die Sammlung. Bis auf die wunderschöne Singleauskopplung I Got You blieb mir auch nichts im Gedächtnis.

Ich bin ein bisschen aus dem Fandom gefallen. Das möchte ich ändern. Glücklicherweise kommt am 8. September 2017 Jacks inzwischen siebtes Studioalbum auf den Markt und es trägt den umständlichen Namen All the Light Above It Too. Auch die erste Singleveröffentlichung finde ich von der Melodie jetzt nicht umwerfend und es wird kein Klassiker des Sängers werden. Dafür wurde das Video aber wieder umweltfreundlich von ihm und mit Hilfe seiner Kinder im Eigenheim gedreht. Darin kritisiert er Trump und reißt Mauer ein. Kann man machen.

Mit seiner Kritik an Trump und dem Klima-Aktivismus ist er wohl noch weit nicht am Ende, seine Leidenschaft definiert das Album viel mehr. Dem Rolling sagte er:

“This album shares what has been on my mind during the past year or so,” Johnson said of the record. “A year in which I sailed through the North Atlantic Gyre for a documentary about plastic pollution in the ocean. A year in which Trump was elected as the President of the United States. A year in which I camped, surfed, got stitches, explored, dreamed, shared time and endless conversations with my family and friends … all of which inspired these songs. I usually make sketches of the songs first then set up a time to actually record the album. This time around the original sketches became the final versions. I didn’t want to lose any of the spirit that a song has in its rawest form.”

Ich bin sehr gespannt. Der politische Jack Johnson ist in den letzten Jahren viel mehr im wahren Leben auftreten, weniger in seinen Songs. Nach der Aussage verspreche ich mir vom neuen Album sehr viel. Aktuell ist Jack auf Tour in Nordamerika. Im Jahr 2014 folgte auf den Release von To The Sea im Vorjahr eine Weltournee. Ich gehe davon aus, dass Jack auch im nächsten Jahr bei uns in Europa zu sehen sein wird. Das wäre dann genau zehn Jahre nachdem ich ihn das letzte Mal live spielen gesehen habe. Wäre geil.

Die Legenden von Super Deluxe haben zusammen mit Alex Jones den besten Bon Iver Song aller Zeiten kreiert und ihr könnt ihn hier runterladen. Als nicht allzu großer Fan von Bon Ivers beliebigem Gemurmel finde ich, dass die Bullshit-Lyrics von Jones hier ihr Deckelchen gefunden haben.

Come for the headline, stay for the amazing tunes! Während der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag war Ehrengast Donald Trump wohl etwas verwirrt von den Beats der Blaskapelle. Oder er ist kein Fan von Daft Punk. Anders ist sein Gesicht nicht zu erklären.

Ich liebe den Unterschied in den Gesichtern von Macron und Trump und ich will sofort ein ganzes Coveralbum. Das ist super geil. Tolles Detail: Teilweise wippt Trumps Pony dank des Winds mit im Takt.

In einem netten und kurzen Making Of Video erklärt Game of Thrones Composter Ramin Djawadi wie er zu seiner Arbeit fand und wie er die Musik, die vielleicht wichtigste Komponente in HBOs Erfolgsserie, komponiert. Am Ende geht der Deutsch-Iraner noch auf sein fantastisches Stück “Light of the Seven” ein, in dem zum ersten Mal in der Serie überhaupt das Klavier eingesetzt wurde, weshalb man als Zuschauer direkt von Beginn an verwirrt ist. Das war für mich neu und hat bei mir unterschwellig richtig gut funktioniert. Der Mann weiß eben, was er tut. Leider immer noch ohne Emmy, aber das wird sich hoffentlich bald dank diesem Meisterstück ändern.

Neuer Track von Radioheads bald erscheinender Neuauflage von OK COMPUTER namens OK NOT OK zum 20. Jubiläum, inklusive drei neuen Tracks. Das Video erinnert mich in gewisser Weise an ein Prequel zu Jonathan Glazers Video für Karma Police. Der Typ lief einfach weiter davon und endet irgendwann auf einer Landstraße…

Als ob sie es gewusst hätten! Am Tag des verkündeten Austritts der Vereinigten Staaten aus dem Paris-Klimaabkommen haut Arcade Fire diesen wunderschönen Song zum Apokylapsendance raus. Ist eben doch nicht alles schlecht. Die Single stammt vom gleichnamigen Album “Everything Now” und man hat auch die Webseite passend eingerichtet. Neato!

Vier lange Jahre mussten Fans von The National auf ein neues Album der Band warten. Auch ich zähle die Musiker um Frontmann Matt Berninger zu meinen Lieblingskünstlern und freue mich enorm auf neues Material. Die Band geht im Herbst auch auf Tour, einen Stop in Deutschland werde ich mir wohl endlich auch mal live ansehen.

Die erste Songauskopplung “The System Only Dreams in Total Darkness” gibt einen ersten Vorgeschmack auf den leicht veränderten Sound der Band, der ein wenig von den elektronischeren Tönen von Matts Pausenprojekt El Vy inspiriert zu sein scheint. Die verzerrte E-Gitarre hat mir zunächst überhaupt nicht zugesagt, aber nach ein paar neuen Versuchen gefällt mir der Song inzwischen sehr. Insbesondere das Gitarrensolo in der Mitte sowie der Refrain mit der Frauenstimme und den Trompeteneinlagen sind schon sehr eindeutig dem gewohnten Sound der Band zuzuschreiben. Das Lied endet am Ende ein wenig abrupt für mein Gefühl, das könnte wahrscheinlich live noch etwas mehr gegen Ende explodieren, wie die Band es zum Beispiel mit Songs wie “About Today” öfter macht.

Paul Swartzel ist anscheinend ein riesiger Fan von Dennis Nedry, immerhin hat er dieses Musikvideo über den Programmierer aus Jurassic Park produziert, in dem der BioSyn-Spion den Vorfall auf Isla Nublar überlebt hat und nun von seinen 1,5 Millionen Dollarn Embryo-Money ein schönes Leben führt. Das Video wurde bereits vor über einem Jahr produziert und hat gerade einmal knapp über 1000 Hits. Das liegt daran, dass es ziemlich schlecht ist. Aber als Jurassic Park Hardcorefan erkenne ich die Leidenschaft und gebe ein A for effort.

Semi-related: Ich mochte immer sehr wie brutal und krass (hinsichtlich der Eskalation der Ereignisse) Crichton Nedrys Tod im Roman inszeniert hat.