Musik - PewPewPew

Der wunderbare Hibou aka Peter Michel veröffentlichte diesen tollen vibey Frühlingstrack auf Französisch und wahrscheinlich wird davon in Zukunft mehr kommen, denn er zieht jetzt nach Paris um. Hibou spielten mir mein letztes pre-Lockdown-Konzert in Luxemburg und ich hoffe, dass es vielleicht bald wieder mehr Shows von ihm in der Nähe gibt. Definitiv einer meiner Lieblingskünstler der letzten Jahre und ein ein maßgeblicher Künstler im Dreampop-Genre.

Musik und Video passen nicht zusammen (muss ja nicht der Fall sein, hier werden aber parallel zwei Geschichte erzählt, eher verwirrend), mag aber beides sehr. Der Rest vom neuen Album OK Human ist genau wie alle anderen Weezer-Alben mit der Ausnahme von Weezer: Ein paar Standouts, alles nett, nichts weltbewegendes.

Das Musikvideo finde ich dagegen schon hübscher. Ist schon was dran, dass ICQ und MSN früher zu einer anderen Sorte Treffen im wahren Leben ohne größeren Computerzwischenebenen dann führten und Smartphones heute eher stören, aber das ist auch ein abgedroschenes Thema. Wie man sich früher traf, so den Menschen hinter dem Bildschirm, ist hier aber hübsch visualisiert.

Neue FOALS CCTV Sessions

13 Feb, 2021 · Sascha · Musik · 0 comments

FOALS haben mal wieder spannende CCTV Sessions am Start. Durch die Pandemie waren die Konzerte der zweiten Veröffentlichung von Everything Not Saved Will Be Lost limitiert, viele der Songs konnten nicht gespielt werden. Daher gab es im letzten Jahr viele Remix-Versionen ihrer Songs und nun gibt es als Abschluss eine neue CCTV-Session, wo sie die Kameras im Studio einfach laufen lassen und ihre Songs runterbrechen, leicht abwandeln, und eine primitivere, leichtere, zärtlichere Version kreieren und sich darin, dadurch dass man die Kameras nach einer gewissen Zeit Big-Brother-Style vergisst, verlieren. (weiterlesen…)

Funktioniert nicht in allen Beispielen, da der Parental Advisory Sticker eben nur bei Explicit Content funktioniert und sich einige Motive daher beißen. Aber hey, die Idee ist klasse. Mit ein bisschen mehr Type-Kunst könnte man hier mehr rausholen.

Live: Phoebe Bridgers @ SNL

12 Feb, 2021 · Sascha · Fernsehen,Musik · 0 comments

Phoebe Bridgers spielte am vergangenen Wochenende bei SNL zwei Songs und erntete einen Shitstorm. Ich fand den Auftritt ironischerweise sehr lahm, da extrem verhalten und ein schlechter Mix mit flachem Sound und viel zu leiser Stimme. Auch total typisch für SNL-Live-Versionen. Aber am Ende des zweiten Songs “I Know The End” zerstörte Phoebe ihre Gitarre, bzw. versuchte dies in einem geplanten Stunt inklusive vorinstallierten Funken, hatte jedoch nicht genug Kraft, um das Ding richtig zu zerbersten. Süß. Ein paar Boomer hat das extrem erzürnt und Phoebe erntete einen richtigen Shitstorm auf Twitter ein. Wo kommen wir denn da bitte hin? Rock’n’Roll muss dringend wieder zurückkehren zu Schlangen und Blut auf der Bühne, vielleicht beißt jemand schnell nochmal einer Taube den Kopf ab oder so, bitte.

Robin Pecknold, Frontmann der Fleet Foxes, performte mit Unterstützung des Resistance Revival Chorus ein einmaliges Konzert in der Brooklyner St. Ann & the Holy Trinity Kirche. Pecknolds Bruder Sean führte Regie bei dem Konzertfilm, der unter dem Titel A Very Lonely Solstice Livestream kurz vor Weihnachten streamte und dann dank großer Fanbegeisterung etwas verlängert bis Silvester online blieb. Es existieren illegale Kopien im Netz, meine Hoffnung bleibt es aber, dass Robin die Aufnahme noch offiziell veröffentlichen wird. Nun erschien eine erste Auskopplung zu “I’m Not My Season”.

Das neue Album der Fleet Foxes, Shore, welches Pecknold im Alleingang während des Lockdowns ohne die restlichen Bandkollegen produzierte, war nicht nur mein persönliches Lieblingsalbum des Jahres, sondern wahrscheinlich auch einer der wenigen Lichtpunkte im vergangenen Jahr. Wir besprachen das Album in der Kulturindustrie und ich überschlug mich quasi mit Lob. Aus meiner Sicht aber völlig gerechtfertigt natürlich. Musik ist ein ständiger Begleiter in meinem Leben, der gute Momente besser und schlechte Momente weniger schlimm macht. Sie ist ein emotionale Zündholz und oft ein nostalgisches Tor in andere Zeiten. Shore ist für mich ein perfektes Album, welches die schwierigen Lebensphasen mit goldenen Sonnenstrahlen erwärmt. Das hatte im letzten Jahr natürlich einen besonderen Effekt. Selten hat mich Musik so intim berührt, mit jedem Song so gepackt. Ein Meisterwerk.

Für Stephen Colberts Late Show und das Intro des Films sang Robin zusammen mit dem Chor zwei Lieder ein, doch für den Rest des Konzerts sitzt er hoch über den Kirchenbänken neben der Orgel und singt in der scheinbar völlig leeren Kirche nur mit seiner Akkustivgitarre ausgestattet Songs vom neuen Album und dem Œuvre der Band. Besser kann es die Fleet Foxes eigentlich nicht treffen, denn der pastorale Klang der Band verbunden mit den existenziellen Zweifeln in den Texten Pecknolds kommen hier getragen von der Architektur einer zum Himmel reichenden Elegie gleich. Der gefeaturete Titel oben markiert den Abschluss des relativ kurzen Konzerts und fasst mit dem wunderbaren Vers “I’m not the season I’m in.” alles zusammen, was dieses intime Konzert so besonders machte.

Musikvideo: Rory Ryan – For You

04 Feb, 2021 · Sascha · Musik · 0 comments

Die kreativen Edits der Cutterin hinter dem überaus erfolgreichen Kanal I’m a cyborg but that’s ok verhelfen ihr bald nicht nur zu einem YouTube-Award, sondern den gefeatureten Indiekünstlern häufig zu einem gewissen Fame oder Durchbruch. Viele der Künstler haben einen Song, wie zum Beispiel “The Trip” von Still Corners, der prominent in einem vielgeklickten Video vorkommt und folgerichtig auch auf Musikstreamingdiensten wie Spotify die mit Abstand meisten Klicks hat. Ist die Symbiose aus Song und Musik besonders gut, kann dies Künstlern zu massenweise neuen Hörern und Fans helfen. Viele Künstler wie z.B. Currents Joys erwähnen explizit den Kanal lobend als Grund ihres Erfolgs.

Dieser Hype geht inzwischen so über, dass neue Indie-Typen nicht mehr versuchen, ihre Musik bei einem Label unterbringen, sondern sie gleich selbst veröffentlichen und über den viralen Hit auf Aufmerksamkeit und Fans hoffen. Und dann eben wahrscheinlich dann doch einen Plattenvertrag. Aber da es so einfach geworden ist, Musik zu veröffentlichen, ähnlich wie bei Filmen, ist es schwieriger denn je geworden, gehört zu werden bzw. überhaupt aus der Masse herauszustechen.

Fallbeispiel Rory Ryan: Der Indiemusiker veröffentlichte seine allererste Single “For You” in Kooperation mit Cyborg auf YouTube. Das Musikvideo, sonst vom Label mit viel Aufwand und Geld bereitgestellt, wird hier einfach aus den schönsten Szenen aus dem Film I Believe In Unicorns zusammengeschnitten. Fällt auch gar nicht auf. Passt einfach. Der herzzerbrechende Coming-of-Age-Film mit Stranger Things-Star Natalia Dyer flog damals zum Start ironischerweise trotz des Netflix-Durchbruchs leider etwas unter dem Radar, doch vielleicht finden nun neue Zuschauer zu dem Streifen. Synergieeffekte! Ich mags.

Und weiter geht’s: Erst Ende November veröffentliche King Gizz das, huch, oh Schreck, einzige Album des vergangenen Jahres. Selbst Corona kann also der Band, die 2017 fünf Alben veröffentlichte, etwas anhaben. Die Australier scheinen aber den Lockdown gut genutzt zu haben, die erste Single “O.N.E”. kündigt zwar bisher offiziell noch kein neues Album, doch wo ein neuer Track ist, kann eine neue Platte nicht weit sein. “More to follow” hieß es auf Facebook! Wenn es so klingt wie hier, dann gerne. Mit dem letzten Album K.G, einer Rückkehr zum microtonalen Sound von Flying Banana, wurde ich nicht so wirklich warm wie mit Infest The Rats’ Nest. “O.N.E.” jetzt wirkt eher wie ein Medley des ganzen Sounds der Band selbst und ist ein guter Startpunkt für mehr.