Und nochmal Jack Johnson. Der Musiker war vor seiner Karriere als bester Mensch der Erde auch mal Pro-Surfer und hat einige Filme über das Surferleben gedreht. Daher hat er noch viele Kontakte zu Filmemachern wie Emmett Malloy, der zusammen mit seinem Bruder viele bekannte Musikvideos gedreht hat und nun endlich den großen Durchbruch zu den Features geschafft hat. Im Indie-Streifen The Tribes of Palos Verde geht es um Affären, Coming-of-Age-Probleme und das Surfen. Den Trailer gibt’s hier auf YouTube.

Jack und die Malloys sind häufige Kollaborateure, Emmett hat zum Beispiel die tolle Tourdoku Jack Johnson en concert gedreht. Für den Start des Films steuert der Musiker nun eine neue, langsamere Version von Only The Ocean bei. Only The Ocean ist der Closer des letzten Albums To The Sea, welches das letzte Johnson-Album ist, das mir so richtig gut gefiel und die Filmversion sagt mir noch ein Stück mehr zu als das Original. Grund also auch mal in den Film zu schauen, der Soundtrack lässt sich nämlich auch sehen.

Ich bin nicht der größte Fan von Jack Johnsons neuem Album, aber der Song Big Sur blieb hängen. Big Sur ist ein Streifen wunderschöner, größtenteils unbewohnter Natur an der Küste Kaliforniens. Ich war dort vor einigen Jahren mal den Highway 1 runtergefahren; eine Erfahrung, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Egal, wo man hinschaut, schöne Motive für Bilder.

Tyler Mandosn hat für den chilligen Song einen Road-Trip durch Big Sur gemacht und seine Aufnahmen in diesem schönen Video zusammengeschnitten.

The National haben nach ihrer Europa-Tour wieder amerikanischen Boden betreten und haben im neuen Studio von KEXP ein paar Songs zum Besten gegeben. Die Band ist inzwischen so eingespielt, dass sich eine Live-Performance wie die nächste anhört – was ich ganz positiv meine, ohne negative Aussetzer eben. Trotz Berningers akrobatischen Aktionen auf der Bühne ist die Band eben total professionell. Ein kleines Weihnachtsgeschenk gibt es von den fünf Cincinnati-Boys ebenfalls: den neuen Song Rylan, der sofort in meinem Top 3 der Sleep Well Beasts Songs schießen würde, wenn er denn bei der Veröffentlichung dabei gewesen wäre. Ein Hammerteil, vor allem eben wieder dank den Gitarrenriffs von Bryce Dessner.

Playlist:
Nobody Else Will Be There
Guilty Party
Carin at the Liquor Store
Rylan

Musikvideo: MGMT – When You Die

17 Dec, 2017 · Sascha · Musik · 0 comments

MGMT hauen zum Release ihres neuen Albums einen Knaller nach dem anderen raus. Im neuen Video zum sympathischen “When You Die” hat Alex Karpovsky als Hobbyzauberer einen Trip mit fatalen Folgen.

Expedition Queen

15 Dec, 2017 · Sascha · Internetgold,Musik · 2 comments

#QualityContent

Ich habe mir erst noch beim Autofahren vor wenigen Tagen gedacht, als “Dark Side of the Gym” zum hundersten Mal durch meiner Spotify-App lief, dass man aus dieser schwelenden Ballade doch eigentlich ein schönes Musikvideo machen könnte. Magische Kräfte habe ich noch nicht, aber das ist doch mal ein Zufall: The National haben einen romantischen Tanz filmen lassen, ohne Zwischentöne und Schnickschnack. Die reduzierte Aufmachung in Verbindung mit den liebevollen und schwungvollen Bewegungen ist eine tolle Kombination. Die Rechnung geht auf.

Ich hatte jedoch eine etwas dunklere Version des Videos im Kopf. Der oft wiederholte Vers “I’ll keep you in love with me for a while” hatte für mich immer etwas Dunkles. Im besten Fall handelt es sich um eine Selbsterkenntnis, dass Liebe im Leben des Sängers auf Grund der eigenen charakterlichen Verfehlungen nie von Dauer ist. Im schlimmsten Fall handelt es sich um eine Art moderne Version von Falcos “Jeanny”, bei der, an den vielen Wiederholungen erkennbar, Zwang im Spiel sein muss.

Stattdessen entschied sich die Band für die ganz buchstäbliche Umsetzung. Passt für mich auch.

Inszeniert wurde das Video von Ballett-Boy-Wonder Justin Peck, der bereits mit einem Tanz durch die New Yorker U-Bahn entzückte und ein Freund von The National Gitarrist Bryce Dessner. Zusammen hatten die beiden Künstler zuvor bereits ein Märchen von Hans Christian Andersen für die Bühne adaptiert. Nun bewegt sich Peck zusammen mit einer häufigen Tanzpartnerin Patricia Delgado inmitten von Ballons zu dem besten Titel der zweiten Hälfte des Albums.

Sleep Well Beast fängt für mich grandios an. Ein Knallersong nach dem anderen, aber spätestens am “Turtleneck” gibt es einen tonalen Bruch, von dem sich das Album erst allmählich erholt. “Dark Side of the Gym” ist dabei für mich das Highlight, Berningers Bariton passt perfekt zu den Lyrics und die Musik lässt einen schwelgen, weshalb das Ballett ein wirklich guter Einfall war. Besonders die Glitch-Experimente am Ende, die dann in ein orchestrales Arrangement übergehen, begeistern mich nach wie vor.


Die neue Episode der Kulturindustrie hat mal wieder die ganze Breite zu bieten: Rap-Album, Kultcomic und Deutschlands Serienhoffnung Nummer eins. Ich erfreue mich weiterhin enorm an diesem schönen Podcast und bin sehr stolz auf die bisherige Entwicklung dieses Projekts. Am meisten bin ich jedoch stolz auf mich selbst, ich habe nämliche in Rap-Album von vorne bis hinten durchgehört und es “eigentlich für ganz okay, ne?” befunden. Baby steps!

Shownotes:

Themen: “Asterix in Italien”, der neue Comicband von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad. “Alle gegen Alle”, das neue Album des Rapduos Zugezogen Maskulin. Und “Babylon Berlin”, die neue Serie von Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handlöchten. Außerdem wieder: Persönliche Empfehlungen von jedem von uns – und von euch.

01:40 – Asterix in Italien
17:50 – Zugezogen Maskulin: Alle gegen Alle
33:15 – Babylon Berlin
51:22 – Empfehlungen

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Schickt uns eure Empfehlungen per Sprachnachricht an podcast@kulturindustrie.de

Alex auf Twitter @alexmatzkeit – Lucas auf Twitter @kinomensch – Mihaela auf Twitter @mihatory – Sascha auf Twitter @reeft

Musik: Gipfeltreffen | gipfeltreffenband.de/

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Soundcloud: 003: Babylon Berlin, Asterix in Italien, Zugezogen Maskulin
iTunes: Kulturindustrie
Podcast-Feed: http://feeds.soundcloud.com/users/soundcloud:users:331600180/sounds.rss