Skybound

Ich hatte mir vor zwei Wochen ja die Meldung um den Vorbestellungsrekord der neuen The Walking Dead Comic-Ausgabe zum Anlass genommen, um ein bisschen über die möglichen Folgen zu fachsimpeln. Spoiler: Natürlich ist nichts passiert, bis auf Paula starb niemand im neuen Comic (womit Mikey nun Vollwaise ist) – wobei die Geschichte ja auch noch nicht vorbei ist. Rick kam erneut in eine Gefahrensituation und wurde durch Plot Amror Negan gerettet. Eigentlich 1 ganz schöne Wendung vong Ereignisse her, wenn mang drüber denkt.

Und trotzdem: Zehntausende Zombies, ein ganzer Krieg gegen maskierte Gegner, die sich inmitten der Horden an Walkern mit Messern verstecken und heimtückisch Leute umlegen… und niemand stirbt? Ja, eigentlich macht das Sinn, wenn man überlegt, gegen wen die Whisperer angetreten sind. Das sagt auch Robert Kirkman in den Letter Hacks, der Sektion am Ende einer Ausgabe, in der der Autor Fragen seiner Fans beantwortet.

In my opinion, there should be less death in the book now, much less, because the careless people, the scared people, the people learning how to live in this world are already dead. This is the cream of the crop, so to speak. So, yes, there can be a conflict like the Whisperer War, and there can be very little death. You think Michonne is going to just let herself get bitten by a zombie or stabbed by a Whisperer at this point? It wouldn’t be believable! Rick, Andrea, Carl, Jesus, Dwight, Negan, Maggie, these people are tempered steel! That’s not to say they’re invulnerable, or ‘safe’ now but it would take a lot to kill them.


Skybound

Damit kann ich gut leben, schlussendlich besteht der ultimative Reiz von The Walking Dead für mich darin – zumindest der Comic-Version -, dass die Langzeitfolgen der Zombieapokalypse tiefgründig erörtert werden können. Laut der etwas schwammigen Timeline findet der Kampf am 1481. Tag nach dem Beginn des Untergangs statt, was mehr als vier Jahren entspricht. Macht Sinn. Wenn Kirkman und Adlard jetzt noch aufhören könnten, bestimmte Tode auf den Covern und in Interviews anzuteasern… Oder Kirkman sagt das alles nur, sodass die Leser sich sicher wähnen, wenn der Troll-Autor dann wirklich zuschlägt.

Robert Kirkman, Charlie Adlard und das The Walking Dead Team dürfen stolz sein, denn die kommende Ausgabe #163 hat einen Vorbestellungsrekord gebrochen. Bis jetzt wurden über 730.000 Exemplare verkauft, womit die Ausgabe alle anderen Comics der letzten 20 Jahre übertrumpft. Hier sind drei Gründe dafür:

1. Der Preis

Der letzte Comic, der ähnlich viele Vorbestellungen erreichte, war eine 10¢-Ausgabe von Batman. Auch TWD #163 hat zum 25. Jubiläum von Image Comics einen reduzierten Preis von nur 25¢. The Walking Dead ist zwar sonst nicht wirklich teuer, aber eine reduziete Ausgabe lassen sich viele Leser und Sammler wohl nicht entgehen.

2. Der Inhalt

Der letzte Arc, The Whisperer War, ging relativ versöhnlich zu Ende. Zum Beginn sah man am Ende eine Seite mit etlichen Panels, in jedem war eine Hauptfigur abgebildet. Dies wurde von vielen als Warnung interpretiert, quasi eine Variante des Days of Future Past Covers, das nur auf den Rotstift wartet.

Bis auf Father Gabriel haben jedoch alle überlebt. Die Whisperer sind bis auf Beta und seine treuesten Gefolgsleute erledigt. Eigentlich scheint der Krieg gewonnen, doch dann endet der Comic mit dieser doppelten Splash page, die das ganze Ausmaß der Zombiehorde der Whisperer zeigt – ein Dead man’s switch der Whisperer.


Skybound

The Walking Dead hat seit über 80 Ausgaben die Hauptfiguren nicht mehr die volle Macht der Zombies spüren lassen. Sie entwickelten sich zu einer Naturgewalt, die in den Hintergrund gedrängt wurde, um Geschichten über Negan und andere Probleme beim Wiederaufbau der Zivilisation zu erzählen. Die Rückkehr der Zombies durch die Whisperer beschränkt die Narrative wieder aufs Wesentliche, auf das eigentliche Überleben in der Postapokalypse.

Dazu verspricht die Synopse der Ausgabe, dass “alles verloren ist” und der Titel ist “Conquered” – das ist eine Ansage. All das verspricht einige Tode, jede Menge Action, Blut und Gedärme. Die Gorehounds wittern Blut und warten natürlich sehnlichst auf die neue Ausgabe.

3. Das Cover

Man kann zum Stil von Charlie Adlard stehen wie man will, aber hier handelt es sich um ein atemberaubendes Cover mit starker Symbolik. In Verbindung mit der nächsten Ausgabe “A Fallen House” ist es nicht weit hergeholt, dass Rick dieses Mal tatsächlich sterben könnte. Die Todestheorien um Rick kommen immer wieder bei wichtigen Punkten in dem Comic auf, für Fans der Comics ist es wahrscheinlich das Lieblingsthema schlechthin. Mit dem Fall von Alexandria, Ricks Lebensprojekt nach der Apokalypse, ist sein Tod dieses Mal jedoch nicht nur ein weit hergeholtes Hirngespinst. Und das ist eben Ricks Prothese auf dem Cover – umgeben von Zombies, die wie er alle synchron die Hände gen Himmel strecken.

Kirkman ist ein Troll, besonders was die Cover angeht. Vielleicht soll die Darstellung nur symbolisieren, dass Ricks Gruppe inmitten der Zombies untergeht. Womöglich aber auch sind die Bewohner von Alexandria unter die Zombies gegangen, ganz wie die Whisperer, um sich so aus der Safe Zone zu stehlen. Es kann auch sein, dass Adlard und Kirkman dies einfach nur für ein cooles Cover hielten und es deshalb konzipierten. Oder am Ende steht Rick Grimes doch tot-und-doch-nicht-tot inmitten eines Meers an Zombies. Wir wissen es nicht. Aber dieses Cover provoziert, es regt Diskussionen an, und es verkauft Ausgaben.

FroxikonCover

Mein Buddy Owley bringt heute seinen zweiten Bildbuch, das Froxikon, ein Lexikon über Frösche heraus! Das Büchlein enthält süße Zeichnungen von vielen Froscharten und wissenswerte Fakten. Erhältlich ist das Werk beim Machaon-Verlag für 18 Franken.

Und mit dem Kauf wird auch noch eine gute Tat vollbacht: Für jedes verkaufte Exemplar gehen 5 Franken an Amphibian Survival, ein vom Zoo Zürich betreutes Projekt zur Erhaltung gefährdeter Amphibienarten.

FroxikonE

Comic Woes

09 Aug, 2016 · Sascha · Comics · 2 comments

Sascha Lobo hat in seinem Vortrag auf der diesjährigen re:publica angedroht, Blogger und Internetmenschen mit peinlichen Beiträgen zu erpressen, um sie für sich und sein “Age of Trotzdem” zu rekrutieren. Ich schreibe diese Worte gerade in dem vollen Bewusstsein, dass dies so ein Beitrag sein wird. Ich habe auch lange darüber nachgedacht, ob ich ihn wirklich veröffentlichen soll. Nun lag er hier, fertig geschrieben, seit Monaten in der Entwurfablage und ich habe mich, das ist für euch zu diesem Zeitpunkt keine Überraschung mehr, doch dafür entschieden. Weil mich da eine Sache sehr nervt; und ich vielleicht einen da draußen erreiche, der mich versteht.

divbar

Auf meiner ewigen Suche nach dem ultimativen First World Problem bin ich auf einen vielversprechenden neuen Kandidaten gestoßen. Ich bin ein großer Fans des brasilianischen Comic-Künstlers Léo, dessen Science Fiction Reihen mir über die Jahre sehr ans Herzen gewachsen sind. Vor allem seine Trilogie um die retrofuturistischen Siedler nahe den Sternen Betelgeuze und Aldebaran sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die Geschichte, auch wenn sie in der Zukunft spielt, kann sehr gut das Frontierleben des Wilden Westens darstellen, inklusive einem cleveren Twist, der die Exploration der neuen Planeten zu einem spannenden Mix aus Science Fiction und einer Jules Verne Abenteuergeschichte aus dem 19. Jahrhundert gestaltet.

Betelgeuze und Alderbaran gibt es von Epsilon seit Jahren als Gesamtband. Dabei handelt es sich um wunderschöne, massive Comics im Din A4 Format von Epsilon. Als die beiden Teile vor vielen Jahren erschienen, kaufte ich sie mir und verschlang sie binnen Stunden. Seither warte ich auf die Fortsetzung Antares, die der Verlag Epsilon nur mit einiger Verzögerung mehrteilig auf den Markt brachte. Die Versprechungen, dass auch Antares, sofern die Reihe abgeschlossen ist, als Gesamtband erscheinen würde, gibt es schon ewig. Seit mehr als einem halben Jahrzehnt checke ich regelmäßig Updates im deutschen Comicforum. Der Frust dort ist groß. Selbst die einzelnen Teile erschienen dort nur mit massiver Verzögerung. Mein Lieblingszitat: “Anatares 6 erscheint bei Epsilon auch im November. Unklar ist nur in welchem Jahrhundert.” Das gleiche Problem betrifft übrigens auch die Reihe Golden City, ebenfalls von Epsilon verlegt.

antares
Splitter

Doch zur Jahreswende dann der Knaller: Der Splitterverlag hatte angekündigt, dass man in Zukunft die Leo-Lizenz für Deutschland übernommen hätte und die Comics fortan veröffentlichen würde. Dieser Veröffentlichungsmarathon geht nun endlich Anfang Oktober zu Ende, wenn der sechste Teil der Antares-Reihe auf den Markt kommt. Eigentlich wäre das ein Grund zur Freude – und das ist er auch, ich warte seit Jahren auf den Ausgang der Geschichte um die Hauptfigur -, aber eine Gesamtausgabe ist nicht geplant. Schlussendlich werden die Comics dann im Regal lieblos nebeneinander stehen und ich finde es als Sammler nervig, wenn dann dort nicht drei Gesamtausgaben, sondern zwei dicke neben sechs dünnen Comics stehen, die dazu noch nicht einmal die gleiche Größe haben.

splitter epsilon vergleich

Wie oben beschrieben, handelt es sich hier um das größte Nicht-Problem aller Zeiten. Dann kaufe ich mir halt einfach in Zukunft die gesamten Ausgaben bei Splitter und kann die Geschichte zeitnah ohne größeren Frust und Ärger konsumieren. In einem Interview mit Comic-Report hat Horst Gotta vom Splitter-Verlag ebenfalls die Bedenken der Fans aufgegriffen und diverse andere Serien in Aussicht gestellt.

Für 2016 sind einige Überraschungen bekannt gegeben worden. Der Einzug des Science-Fiction-Kosmos von Leo hatte sich zwar zuletzt mit Centaurus angekündigt, aber jetzt kommen mit Antares und Namibia auch Serien zu Splitter, die Konkurrent EPSiLON im Programm hatte. Wie kam es dazu?

Mit den Problemen auf anderer Seite wurden diese Lizenzen allgemein frei (auch weitere Leo-Serien) und wir wurden direkt gefragt, ob wir sie alle bringen wollen. Wir entschieden uns, erst einmal ein Angebot für zwei Serien abzugeben und den Rest der Entscheidungen auf 2017 zu verschieben. Das ist Status. …

Was kommen wird, entscheidet sich nach dem Erfolg dieses Kern-Universums. Die Autorenpflege ist ein großes Grundprinzip unseres Handelns … trotzdem sind diese Lizenzen – unseres Wissens nach – weiterhin frei, von uns nicht blockiert.

Wir haben beim Lizenzgeber jedoch angesprochen, dass wir, bei Erfolg, das Leo Universum komplett verlegen werden. Das war ein wichtiges Anliegen des Lizenzgebers Dargaud, da sie diese in Frankreich sehr erfolgreichen Serien in Deutschland bei einem Verlag sehen wollen.

Das ist auch der Wunsch der Fans von Leos Serien. Sie würden gerne alle seine Comics bei Splitter sehen, weil sie über viele Jahre – wider besseren Wissens – von anderer Seite stiefmütterlich behandelt wurden. Deshalb gezielt gefragt: Wie stehen die Chancen, das auch Aldebaran, Kenya & Co. eine Heimat bei Splitter finden?

Meine Antwort zuvor nimmt den Gedanken schon auf. Wir bringen erst einmal diesen aktuellen Katalog hinter uns … eine weitergehende Entscheidung fällt frühestens Sommer 2016. Der massive Start soll jedoch klar machen, dass wir es (wie immer) ernst meinen. Viele Leo-Fans haben lange genug gewartet.

Na das hört sich doch fantastisch an. Centaraus gefällt mir auf Anhieb und auch die restlichen Comic haben mich immer interessiert, aber die Veröffentlichungspolitik des früheren Verlags hat mich stets abgeschreckt.

Insofern ist dies ein langer Post, der
1. Freude über das langjährige Warten ausdrücken will,
2. die “Neuigkeit” über diese Comicveröffentlichung (mit einiger Verspätung) verkündet,
3. aber über die visuelle Darstellung im Regal nach so langer Wartezeit jammern will.

Meh.

Jaina
DarkHorse

Mein Wunsch geht in Erfüllung: Jaina Solo hat die Abstimmung auf StarWars.com gewonnen und wird Teil der 6″ Black Series. Ich sammel die nicht, aber eine Jaina-Figur kaufe ich mir trotzdem. There’s always a bit of truth in legends!

Neben Hasbro gibt es natürlich auch noch Hot Toys, die Star Wars Toys für den etwas dickeren Geldbeutel auf den Markt bringen. Am besten gefällt mir dieser Luke Skywalker als Jedi Meister. So etwas wollte ich, spätestens seit ich mit dem Lesen der New Jedi Order 1999 angefing, schon immer haben. Genial.

Außerdem gibt es bereits eine Jyn Erso Figur, die sogar in exklusiver Verpackung nur auf der SDCC zu haben ist. Rey war jetzt nicht mein Geschmack, aber eine coole Rebellin macht schon was her.
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Official SAGA Action Figures

22 Jul, 2016 · Sascha · Comics,Toys · 0 comments

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Zur San Diego Comic-Con hat Skybound in Zusammenarbeit mit den Schöpfern von Saga die ersten zwei Actionfiguren aus dem aktuellen Stern am Comic-Himmel kreiert. Es handelt sich natürlich um Alana und Marko. Das 2er-Set für $50 ist bereits ausverkauft und geht bereits auf eBay für das Doppelte weg. Gut, dass ich dafür momentan sowieso kein Geld habe. Sonst würde ich mir das tatsächlich überlegen. Ich hoffe aber mal, dass die große Nachfrage eine ganze Reihe an Actionfiguren nach sich zieht. Ich hätte nämlich schon ganz gerne so eine Prince Robot Actionfigur hier auf dem Schreibtisch.

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Skybound is proud to present Alana and Marko from Brian K. Vaughn and Fiona Staple’s groundbreaking series Saga, available in action figure form for the first time! Each figure stands 5 inches and is paired with iconic weapons, like Alana’s mace and Marko’s sword.

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Vor etwas mehr als acht Jahren machten die zwei Comic-Größen Robert Kirkman und Brian K. Vaughan einen Deal aus: Vaughan soll seinen digitalen Comic The Private Eye, den der Künstler Marcos Martin zeichnete, über die Druckpressen des Image-Verlags in analoger Form veröffentlichen und dafür würden Vaughan und Martin in Kirkmans Walking Dead Universum rumspielen dürfen.

Dieser Scherz wurde vor geraumer Zeit nun zur Realität, ich vergaß nur darüber zu bloggen. Natürlich habe ich schnellestens den Comic, der unter dem Titel The Walking Dead: The Alien veröffentlicht wurde, gelesen. Es gibt ihn kostenlos auf Vaughans DRM-freiem Online-Verlag Panel Syndicate.

the walking dead barcelona
PanelSyndicate

The Alien handelt nicht von der ironischen Alien-Invasion am Ende von Issue 75, sondern spielt tatsächlich im eigentlichen Comic-Universum und ist Teil des offiziellen Kanons. Leider handelt es sich nur um eine einmalige Angelegenheit – diese lohnt sich aber vor allem für langjährige Fans der Comics. (SPOILER-WARNUNG (weiterlesen…)

Gratis Comic Tag 2016

15 May, 2016 · Sascha · Comics · 7 comments

Ich wünsche euch einen frohen Gratis-Comic-Tag! Hoffentlich wurdet ihr reicht beschenkt. Ich war wie immer bei meinem hiesigen Dealer und habe dieses Mal eine etwas kleinere Auswahl getroffen, auch da ich sonst nicht wie in den letzten Jahren viele der Comics am Ende wegwerfen möchte und dadurch anderen potentiellen Lesern die Comics klaue. Bei uns ist es aus Kontingentsgründen so, dass jeder prinzipiell zunächst einmal zwei Comics kostenlos bekommt und dann für weitere Einkäufe und deren Höhe eine bestimmte weitere Anzahl an Comics aussuchen darf. Ist das eigentlich in anderen Städten auch so?

Jedenfalls habe ich mir dieses Mal nur Comics ausgesucht, die ich wirklich haben wollte. Hier ist eine kleine Übersicht:

gratiscomictag2016

Star Wars

Da ich jeden in Deutschland jemals veröffentlichten Star Wars Comic (bis auf die originalen Marvel-Sachen von annodazumal) besitze, greife ich hier wie in jedem Jahr zuallererst zu. Kanan ist ein überlebender Jedi und kämpft sich in Star Wars: Rebels mit seinen Rebellenfreunden gegen die bösen Imperialen wöchentlich auf dem Fernseher durch. Pluspunkt: Kanan ist auf Grund seiner Vergangenheit, seinem Misstrauen und Vorwissen die vielleicht interessanteste Figur der Serie. Seine Hintergrundgeschichte wurde aber bereits mit einem ganzen Roman erzählt, nun versucht ein Comic weitere Informationen zu liefern.

Ich habe meine Probleme mit der bisherigen Veröffentlichung der Star Wars Comics seit der Übernahme durch Marvel. Darüber werde ich an anderer Stelle noch einmal ausführlich schreiben und das hat auch nichts mit Kanan, dem Comic, zu tun. Die Vorschau, die das erste Issue der in den USA bereis abgesetzten Serie beinhaltet, interessiert mich leider überhaupt nicht. Geschichten über Jedi-Padawane war ich schon am Ende der damaligen Reihe von Jude Watson leid. Das war vor 14 Jahren. Ich hoffe, dass sich Marvel demnächst endlich dem Expanded Universe ernsthaft annimmt und diese neue Timeline auch endlich mal breiter erzählt.

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Fight Club 2

Chuck Palahniuk findet, dass er seine Geschichte um den Erzähler und Tyler Durden weitererzählen muss. Ich würde ihm da prinzipiell widersprechen, wollte mich aber auf einen kleinen Teaser einlassen. Die Fortsetzung eines so kultigen Stoffes so viele Jahre später hat immer einen faden Beigeschmack, aber Palahniuks Karriere ist eigentlich alive and well. Also hat er vielleicht doch etwas auszusagen und es nicht nur ein cash grab?

Nach dem kleinen Teaser im Gratiscomic kann ich diese Frage nicht wirklich beantworten. Der Erzähler heißt jetzt Sebastian, ist älter, hat eine hohe Stirn und lebt zusammen mit Marla und einem Sohn genau das Leben, das er immer so gehasst hat. Um Tyler und seine Probleme zu bewältigen, nimmt er haufenweise Medikamente – die ihm seine Frau nun vorenthält, weil sie mal wieder richtig von Tyler durchgefickt werden will. Hmmm. Okay.

Da ich ohnehin nie die Kultverehrung des zugegebenermaßen guten Films von David Fincher verstand, werde ich es wohl bei der Preview belassen. Was mir jedoch gut gefiel, war wie Zeichner Cameron Stewart die mentalen Probleme des Erzählers auf die Seite bringt und dabei z.B. mit der Anordnung der Panels spielt. Fast so, als würde der Comic – ganz wie der Geisteszustand des Erzählers – auseinanderfallen.

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EI8HT

Eine Parallelwelt, Eingeborene, jede Menge Science-Fiction-Geblubber, ein Mysterium um die Zahl 8 und irgendwas mit Nazis. EI8HT ist feinstes faux-franko-belgisches Abenteuerkino aus dem Hause Dark Horse. Vom Hocker reißt mich der Stoff aber auch genau deshalb nicht. Bis jetzt bewegt sich der Comic zu sehr auf ausgetrampelten Pfaden und er zeigt noch keine Anlässe, diese zu verlassen.

Was mich dennoch überzeugt, EI8HT demnächst eine Chance zu geben, ist der Zeichenstil von Rafael Albuquerque, dem preisgekrönten Künstler aus Brasilien. Er arbeitet mit großen Gesichtern, ausdrucksvollen Mimiken und lässt die Figuren, die in einer Art zeitlosem Raum gefangen sind, in einem graublauen Einheinsbrei erfolgreich schwerelos und ungebunden wirken. Dazu spielt die Erzählebene mit unterschiedlichen Zeiten, was jeweils durch eine ausdrucksvolle Hintergrundfarbe signalisiert wird. Das gefällt.

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Pokémon

Habt ihr Pokémon – Blau/Rot gespielt? Dies ist die kanonische Erzählung des Stoffes. Panini veröffentlicht seit Anfang 2016 die Geschichte um Rot – ebenfalls wie Ash ein Junge aus Alabastia, der es sich als Ziel setzt, die Pokémonwelt zu erobern. Der Manga ist sehr schlicht gehalten, erzählt seine kindliche Geschichte in Schwarz und Weiß sowie einfachsten Zeichnungen. Junge Einsteiger sowie Mangafans dürften eher das Zielpublikum sein, nostalgische Fans greifen besser zur Pokémon Origins Serie.

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Love Addict

Typ, 30, Single, lebt in Brooklyn und sucht nach der großen Liebe. Er ist ein eher zurückgezogener Animationskünstler, der nicht auf schnellen Sex aus ist. Sein Mitbewohner ist das Gegenteil und meldet ihn bei OKCupid Lovebug an und von dort an beginnt eine Aneinanderreihung von Dates, die mal gut, mal schlecht laufen.

Koren Shadmis höchst autobiographische Geschichte (Und was liegt nicht nur daran, dass der Typ im Comic “K.” heißt.) kann überzeugen. Ich kenne Shadmis schon länger und seine ausgewaschenen Farben gefallen mir sehr, aber wieso er hier größtenteils auf einen komplementären Ansatz aus lila und orange setzt, weiß ich noch nicht. Es gibt zumindest keine thematische Trennung.

Trotzdem überzeugt mich der Stoff sehr, die Figuren sind süß und schlicht und ich habe mir Love Addict bereits bestellt. Für meinen Geschmack sind die Frauenfiguren leider bisher so extrem stereotypisch und wenig komplex dargestellt worden, was aber auch durch den verkehrten Blick der Hauptfigur auf die Welt verklärt werden kann. Ich hoffe, dass der Comic dies am Ende aufschlüsselt und K. sich selbst seiner Schwierigkeiten und Makel bewusst wird.

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