© Dark Horse

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Verbunden mit der Nachricht, dass die neue Trilogie 30 Jahre nach der OT spielt, bedeutet die nun angekündigte Rückkehr von Peter Mayhew als Chewbacca, dass JJ Abrams und Disney das EU komplett verleugnen. Man verstehe mich bitte nicht falsch. Ich traf Mayhew selbst bei der letztjährigen Celebration Europe II und ich beteiligte mich bei der Kickstarterkampagne für seine Knieoperation, ich freue mich riesig für diesen Kerl.

Aber die Rückkehr von Chewie bedeutet auch, dass man sich weder an der Timeline oder den Schicksalen einzelner Figuren orientiert. Immerhin starb Chewie zu Beginn der New Jedi Order Reihe. Klar, Chewie kann auch jetzt immer noch das Zeitliche segnen in diesem Film, aber ich glaube dann eher an einen gemeinsamen Tod von Han und Chewie im Falken, quasi als Opfer oder Ultima Ratio. Der Tod von Chewie hat Han im EU so unglaublich getroffen und neu definiert, dass ich mir die Figur heute kaum noch ohne diesen Vorfall vorstellen kann.

Ist eigentlich nicht wirklich eine Meldung wert, aber ich will das hier trotzdem nochmal für mich in Worte fassen. Das EU ist tot.

Es war schon immer klar, dass trotz den monströsen Kreaturen, dem Ursprung der Apokalypse und der Umformung unserer Gesellschaft, schlussendlich der Mensch selbst sein ultimativer Gegner in der Welt von The Walking Dead sein sollte. Es steht in der DNA der Geschichte geschrieben. Spätestens seit der entscheidenden Machtprobe zweier Männer um eine Frau, dem ältesten Konflikt der Welt, am Ende des ersten Bandes, schien dies die größte Bedrohung in dieser Welt. In gewisser Hinsicht hat sich nie viel verändert.

Autor Robert Kirkman hat dies bereits früh in seiner Geschichte um Rick und seine Überlebenden aufgezeigt. Seit dem Showdown mit dem Governor schien ein Wiederaufleben dieses drohenden Untergangs der besonders ironischen Art unausweichlich. Es gab immer wieder aufkeimende Gefahren wie die Hunter oder die Marauder, und bereits seit dem ersten Volume wissen wir, wie Kirkmans Figuren in dieser neuen Welt ihre Moral definieren und das Endresultat ist stets gleich: Am Ende hilft nur Gewalt und die Eliminierung dieser Gefahr ist unausweichlich. Rick hat diese Lektion durch den Angriff des Governors gelernt, aber noch eine weitere: Angriff ist die beste Verteidigung. Dies zeigt er im 20. Band auch auf fulminante Art und Weise, aber es erscheint nie völlig überraschend oder, wie viele Fans Kirkman bereits seit der Einführung der Figur von Negan vorwerfen, redundant.

All Out War Review 1

Inzwischen dürfte klar sein, dass Negan alles andere als ein zweiter Governor, oder auch nur die Kehrseite dieser Medaille ist, wie ich es noch vor zwei Jahren vermutete. Negan hat viele Idiosynkrasien, die ihn so beliebt machen, dass viele Fans sich den wahrscheinlichen Tod und Wegfall der Figur kaum wünschen können. Die Ironie dabei: Negan müsste gar nicht aus dem Comic ausscheiden. So dramatisch sein Eingang ins Geschehen um Rick und seine Überlebenden auch war, so undramatisch ist sein Angebot. Die Hilltop und Ezekiels Königreich konnten unter Negans Diktakt leben. Inwiefern sich sein Zuspruch für Schutz auch in Wahrheit auswirkte, werden wir nie erfahren. Aber eine Situation wie der Angriff einer Horde auf die Alexandra Safe Zone wäre mit Negan sicherlich leichter gewesen als ohne seine Unterstützung, denn auch er würde ungern Produzenten verlieren. Ein Leben unter Negan wäre kein Zuckerschlecken gewesen, aber es wäre ein Leben gewesen, eine Alternative. Und in dieser Welt, wie Kirkman sie zeichnet, gibt es nicht viele Optionen, an deren Ende das Überleben gesichert ist.

All Out War Review 2

Nun liegt all das in Scherben. Die Alternative, so oft sie auch angeboten wurde – selbst nach horrenden Verlusten auf der Seite der Savior – wurde stets von Rick abgeschlagen. Deshalb sind auch die Vorwürfe an Kirkman so unverständlich. Negan muss gar nicht so anders als der Governor sein. Er stellt nur eine weitere Gefahr dar. Die wichtige Veränderung fand innerhalb der Überlebenden, und insbesondere bei Rick statt. Seit dem Angriff auf die Safe Zone und der Zerlegung der Horde, war es ruhig. Fast schon zu ruhig, wie sich viele Leser oft beschwerten. Aber es fand eine unglaublich wichtige Entwicklung statt. Rick und seine Gruppe sahen, dass diese Apokalypse, so schrecklich sie auch sein mag und so schwer die unausweichliche Rückkehr nach dem natürlichen Tod in dieser neuen Welt auch zu schlucken ist, machbar ist. In “A Larger World” ging es um nichts anderes. Und deshalb ist auch die Option Negan nicht möglich. Rick und seine Figuren haben die große Freiheit genossen und wieder Hoffnung getankt, ein Rückfall in eine niedere Position ist nicht mehr möglich, vorher würde man dafür kämpfen und sich für dieses neue Ideal opfern.

Und genau dies erleben wir jetzt. Der Angriff auf Negans Unterschlupf ist großartig inszeniert. Gleichzeitig erleben die Bewohner der Hilltop entgültig, dass sie unter ihrem momentanen Anführer niemals wieder in den Genuss von Freiheit kommen würden. Die Terrorherrschaft Negans würde nie beendet werden. Später übernimmt Maggie das Kommando und soll für eine großartige Wendung sorgen, inklusive einem Badass-Moment, der seinesgleichen sucht in der langen Geschichte dieser Figur. Doch auch der glorreiche Plan, Negan in seiner Festung festzunageln, schlägt leicht fehl. Rick wird in einer finalen Opferrolle daran gehindert, weil die Leute inzwischen zu sehr an ihn glauben und so übernimmt Holly für ihn aus freien Stücken. Sie ist es auch später, die vor den Toren Alexandrias angekarrt wird und als trojanisches Pferd Rick und Co. in die Bredouille bringt. Binnen weniger Panels verabschieden wir uns von mehreren Figuren, während Negan seinen Sieg feiert. Erneut ist er zu überheblich, aber dies wurde längst zu einem Charakterzug, den wir alle genießen.

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Wieso ihn aber bisher nichts zu Fall brachte, ist kaum zu erklären. Larger-than-life bedeutet wohl auch Too-large-for-death. Wenn es eine Kritik geben kann, dann die, dass sein Tod bisher ausgeblieben ist. Negan, anders als der Governor, steht an vorderster Front. Er ist stets im Rampenlicht und könnte von einem Sniper oder auch einer normalen Handwaffe getötet oder immerhin mal getroffen werden. Seine Plot Armor wird sichtbar und die Verschiebung seines unausweichlichen Schicksals auf das Ende dieser langen Doppelvolumes wird immer erkennbarer und lässt die Konstruiertheit der Geschichte durchblicken.

Wie Dwight, der binnen kürzester Zeit drei Savior umlegen und Jesus retten kann, einfach nicht den richtigen Moment findet, sagt jedoch mehr über ihn aus als Negans Plot Armor. Dwight ist der vielleicht interessante Charakter im laufenden Comic, als dass seine Ausrichtung nicht klar erkennbar ist. Die Angst einer Hydra in Negans Unterschlupf ist unbegründet, da die Spannungen zwischen ihm und vielen Einwohnern deutlich  und teilweise in den Gesichtern der Figuren selbst unverkennbar ist. Im Falle von Dwight ist dies sogar buchstäblich gemeint. Innerlich wird er wohl auf Ricks Sieg hoffen, hält sich aber stets das Hintertürchen offen, in Negans Truppe zurückzufallen. So schrecklich das auch für ihn wäre, er würde dies akzeptieren und ein Leben nennen. Denn für ihn, anders wie für unsere Gruppe, scheint Negan noch eine Option. Sollte sich dies nicht ändern, könnte er die Achillessehne in Ricks Plan sein.

Dass der Plan, die Comics zwei Mal pro Monat zu veröffentlichen, so gut funktioniert, ist jedoch überraschend. Charlie Adlards Kunst befindet sich zwar nicht auf dem künstlerischen Höhepunkt, doch die Geschichte gibt eine Vielzahl für Splash Pages und Double Spreads her, die atemberaubend sind und die Dramatik dieser Geschichte lebendig werden lassen. Vorwürfe, man könnte Figuren kaum noch voneinander unterscheiden oder dass viele männliche Figuren aussehen wie Rick, sind nicht nur unbegründet, sondern schlicht falsch.

Random Thoughts:
- Negans One-Liner über Lucille II ist wahrscheinlich mein Lieblingszitat des Comics
- Ich will nicht glauben, dass Shiva gestorben ist und getreu dem Motto, dass Comicfiguren, deren Tod nicht explizit gezeigt, am leben sind, verlasse ich mich hier drauf: “Shiva is one of the three main Hindu Gods. She is known as the Destroyer. However, in conjunction with Brahma the Creator and Vishnu the Preserver, Shiva is an essential part of an endless cycle of existence.”
- Dass Ezekiels Untertanen bei dem Angriff so scheitern, fand ich ein wenig überzeichnet
- Als Eric in den Armen von Aaron stirbt, habe ich ein paar Tränchen verdrücken müssen.

All images © Image Comics / Cross Cult

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Schöner Aprilscherz vom offiziellen The Walking Dead Comic: Fanfavorit Daryl Dixon kommt ab Ausgabe 129, das wäre in ein paar Monaten, auch bald im Comic vor. Bereits im Something to Fear Arc gab es Gerüchte, dass Daryl im Comic auftauchen könnte. Diese wurden durch ein Cover mit einem Savior inklusive Armbrust befeuert. Heute wissen wir, dass diese Figur schlussendlich Dwight wurde, die momentan vielleicht wichtigste Figur im Comic. Das obige Bild ist natürlich auch eine abgewandelte Version von ihm, inklusive Eugene vor der Alexandria Safe Zone, aus einer vorherigen Ausgabe des Comics.

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Auf der offiziellen Walking Dead Seite hat man nun frisch von der Toy Fair in New York die dritte Reihe an Comic-Figuren vorgestellt und ich muss sagen: McFarlane hat ganze Arbeit geleistet. Ho-lee-shiiit, sehen Andrea und Rick badassmäßig aus. Genau, wie man sie aus dem Comic kennt. Dazu gibt es noch einen Punk Zombie, der es zu zweifelhafter Berühmtheit brachte. Auf dem Photo nicht abgebildet ist Dwight, der ebenfalls eine Figur bekommt. Nach den eher enttäuschenden Comic-Figuren gibt es nun neben dem genialen Negan endlich gute Actionfiguren für die Hauptcharaktere. Bald kann man ja ganze Diorama nach aktuellen Ausgaben des Comics nachbauen. Geil!

The Walking Dead CGC .5

Jemand hatte die erste Ausgabe von The Walking Dead jahrelang auf dem Rücksitz im Auto liegen bis ein Kollege mal meinte: “Ey, Zombies, Alter! Dat is total viel wert!”. Dann senden sie es ein und lassen es von der CGC graden – und bekommen mit 0,5 das schlechteste Rating aller Zeiten. Das Ding geht trotz oder wahrscheinlich gerade wegen seinem trashigen Charme und der süßen Geschichte bei eBay für rund 300 Dollar weg und die Berichterstattung fängt erst an. Dürfte also doch die üblichen vierstelligen Bereiche noch erreichen. Hey, I’d buy that for a dollar. (via)

walkingdeadvol19Der Krieg ist unausweislich. Wir wissen dies nicht nur dank der seit über 30 Ausgaben herrlich ausgearbeiteten Atmosphäre seitens Kirkman, sondern auch auf Grund der bereits während der Veröffentlichung dieses Volumes angelaufenen Pressemachinerie für den kommenden Sondersammelband All Out War. Bevor dieser jedoch beginnen kann, müssen finale Linien in den Sand gezogen werden und March To War erledigt nicht nur dies, sondern unterstreicht erneut sowohl die Bedrohung durch Negan und die Brisanz der Situation als auch Ricks größte Schwächen.

In der sich bildenden Allianz ist die Hilltop weiterhin die unsichere Konstante. Ohne Gregorys Wissen bildet Jesus eine kleine Gruppe von Freiwilligen, die sich der übergeordneten Armee anschließen können. Dies kann nur schiefgehen. Gregory als Wildcard dürfte ebenfalls im späteren Verlauf noch interessant werden; zunächst aber muss Jesus seine Eingeweihten selbst unter Kontrolle halten. So versucht nämlich einer seiner Wächter, Kal, die Saviors zu warnen.

Wir erfahren, dass es fest instanzierte Meldepunkte gibt und Negans System wirklich beeindruckend funktioniert. Es ist ja weiterhin fraglich wie Ricks Leute und Alexandria so lange unbemerkt bleiben konnten, aber da die Abstände nie näher spezifiziert werden, geht das schon in Ordnung so. Immerhin kann Jesus die Situation schnell beruhigen ohne Verdacht zu schöpfen und das alleine untermalt erneut die Ignoranz der Savior.

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Am anderen Ende von D.C. treffen Rick und Co. zum ersten Mal auf Ezekiel. Michonne und Shiva haben ein kurzes Standoff, aber nach ein paar Seiten hat sich alles beruhigt. Die Gruppenanführer können sich alle ein Bild vom beeindruckenden “Königreich” machen, aber nach wie vor scheint nichts Alexandria an Komfort überbieten zu können. Ein weiterer Grund für die Siedlung zu kämpfen. Die Strukturen im Königreich selbst sind ebenfalls höchst interessant und nach dem theatralischen Eingang von Ezekiel in den Comic fällt seine Maske verhältnismäßig schnell.

Er offenbart Rick die Probleme seiner Siedlung und mit Michonne hat er sowas wie ein kleines Date auf dem Dach der Schule, wo wir seine Entstehungsgeschichte (inklusive wie und warum der Typ einen Tiger hat!) erfahren und die beiden sich näher kommen. Sie lächelt und scheint in Ezekiel tatsächlich die Erleichterung zu finden, die sie schon seit Ewigkeiten sucht. Basierend auf den bisherigen Entwicklungen und Kirkmans Vorliebe für dunkle Enden kann dies nichts Gutes für Michonne bedeuten.

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Dwight befindet sich ebenfalls dort und scheint eine Meuterei bei den Savior vorzubereiten. Alles scheint zu funktionieren, doch dann erscheint Negan unerwartet am Tor von Alexandria. Er will seine Anteile etwas früher haben und wartet auf die Rückkehr von Rick. Eine erneute Suche nach Lebensmitteln wird vorgeschoben, sodass die Abwesenheit nicht verdächtig ist. Interessanterweise jedoch wird diese Abwesenheit durch Spencer genutzt, der Rick verrät und sich als möglicher Nachfolger vorschlägt, sofern Negan ihn zum Anführer ernennen und Rick erledigen würde. Holy cow! Und selbst Negan gefällt dies überhaupt nicht. Er ersticht Spencer kurzerhand und beendet somit diese nervige Storyline.

Spannenderweise begründet er dies durch seine persönliche Ablehnung für Verrat. Erneut betont# Negan also die Möglichkeit, dass, sofern seinem System – ganz egal wie unfair und brutal es auf den ersten Blick erscheint – Folge geleistet wird, eine friedliche Herrschaft und Koexistenz möglich ist. Und hier gelingt Kirkman eben mit dieser Figur der Geniestreich. So unberechenbar Negan auch in seinen Interaktionen scheinen mag und so brutal sein Eingang im Comic auch war, er folgt einem inneren Kodex. Ganz im Gegenteil zu der psychopatischen Episode des Governors.

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Rick ist dies jedoch egal. Er hat gesehen wozu die Savior fähig sind und will nach dem Aufkeimen seiner Hoffnung in den Ausgaben vor #100 nicht von seiner Vision abhalten. Negan muss sterben und er sieht eine Möglichkeit dazu als dieser in einem Van davonfährt. Sein Anschlag geht so schief wie nur möglich und sogar Andreas Schicksal scheint kurzzeitig besiegelt zu sein. Nur in letzter Sekunde kann der erneut exzellent vorbereitete Negan durch eine Befreiungsaktion der neu geformten Allianz vertrieben werden. Der Krieg hat begonnen.

Dummerweise hat Rick erneut durch seinen Übermut den Überraschungseffekt verspielt, was aber durchaus positive Auswirkungen auf den gesamten Konflikt haben wird. Rick hat außerdem erfahren, dass Negans Gruppe zahlenmäßig gar nicht mehr so enorm überlegen ist nach den letzten Angriffen und zum momentanen Zeitpunkt sehr verletztlich ist. Außerdem wird er taktisch unkonventioneller denken müssen als der bisher dominierende Aggressor. Genau hier wird der kampferfahrene Rick womöglich überlegen sein durch seine Konflikte mit dem Governor. Vielleicht hat er etwas dazugelernt.

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Autor: Christophe Bec
Illustration: Christophe Bec & Stefano Raffaele
Verlag: Splitter
Erschienen: 10/2013
ISBN: 978-3-86869-644-8
Amazon, Splitter
Seitenzahl: 48 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahre
Bilder © Splitter

Es musste ja so kommen. Nach der grandiosen Steigerung der letzten Episode muss wieder ein Durchatmer kommen, bevor sich die Spannung dann schlussendlich zur Invasion hochsteigert. Die Folge Nekromanteion führt jedoch nervige Konzepte ein, die bereits vergessen schienen, und schafft es kaum mit neuen Standorten die Geschichte weiter zu befüttern. Eine kleine Enttäuschung.

Story

Wir beginnen diesen Teil mit der Einführung des Nekromanteion in Griechenland. Primär ist dieser Standort lediglich ein Plot Device, was sehr schade ist und sich mit fortschreitenden Ausgaben der Serie immer mehr zu häufen droht. Es gibt zwar wiederum eine nette Vermischung zwischen Realität und Legende, doch schlussendlich dient dieser Rückblick in Hassans Vergangenheit nur der Flucht zurück in die richtige Welt für die Gestrandeten in Providence. Und diese Geschichte wird dann noch insofern in die Länge gezogen, dass man die Reise nicht einmal komplett durchführt – stattdessen gibt es noch mehr Luftaufnahmen dieser zerstörten Parallelwelt, die wir nun schon seit 5 Ausgaben kennen.

Der weitere Verlauf ist ebenfalls nur Exposition oder der Transport von Figuren von A nach B. Am interessantesten ist dann zur Abwechslung wirklich einmal mehr die nächste Aktion, die um 13:13 passiert: Die Pioneer-10 Sonde stürzt in Washington D.C. ab – und auf der angebrachten Plakette zur Findung der Erde wurden die Zeichnungen von Mann und Frau entfernt. Die Drohung der kommenden Invasion kann also nicht mehr deutlicher sein. Sie sind da oben und warten.

NASA-Chef Spraudling befindet sich immer noch bei seinem Freund in der abgelegenen Hütte und der schlägt vor, erneut ein Signal der Art von Arecibo ins All zu schicken – weil sie eben da sind. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er damit Kontakt zu den Invasoren oder einer womöglich zweiten Rasse herstellen möchte. Es klang für mich nach Letzterem, das wäre auch die spannendere Möglichkeit, aber auch eine, die von der Physik nicht zugelassen wird.

Der Präsident verliert währenddessen völlig die Kontrolle. Aber statt dass man diese Situation ausnutzt, begibt sich Spraudling zu dem mysterösen Würfel, der angeblich heilende Kräfte besitzt. Seine kranke Frau ist ihm also wichtiger als die drohende Invasion. Emotional nachvollziehbar, aber nicht unbedingt logisch. Gutes Drama.

Die gesamte Situation um Project Blue Book sowie die Machenschaften der eingesperrten Astronauten in Alaska macht für mich weiterhin keinen Sinn, aber das ergibt sich vielleicht demnächst.

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Illustration

Es gibt erneut nichts zu bemängeln. Raffaele und Bec bringen kräftige Farben ins Spiel und lassen viele Szenen in dunklen Räumen oder bei Nacht spielen, während es nur eine oder wenige Lichtquellen gibt. Das ist sehr atmosphärisch gestaltet und beeindruckend. Die Figurenzeichnung bleibt erneut durchwachsen, insbesondere die kaum unterscheidbaren Frauen (vielleicht hätten auch bei der ein oder anderen einfach mal blonde Haare besser funktioniert?) bleiben ein Ärgernis.

Weiterhin gelingt der großartige Wechsel zwischen zwischenmenschlichen Gesprächen und dem großen Schauspiel. Der Crash der Sonde, das Projekt HAARP oder das leergefegte Rom von oben bieten allesamt tolle Möglichkeiten sich auszutoben und die beiden Zeichner nutzen sie. Dazu erzählen oftmals ganze Seiten die Geschichte ohne Dialog. Auf der einen Seite unterstützt dies den Eindruck vom Geschick der Macher, andererseits verlässt einen nicht das Gefühl, dass man hier hätte kürzer erzählen können und man lediglich weiter rausgezögert hat.

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Fazit

Leider kommt nach dem Hoch in der letzten Ausgabe nun wieder eine Füllepisode, die notwendig ist, aber wiederum auch sehr in die Länge gezogen wird um sich die Augenschmäuse wieder für eine einzelne Folge aufzuheben. Schade.

Rating: ★★½☆☆

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Laut einem Insider bei BadassDigest soll AMC gerade an einer Pilotfolge für Preacher arbeiten. Dass AMC mit dem Abgang von Breaking Bad und bald Mad Men (sowie der Übergabe von The Killing an Netflix) momentan ein Serienproblem hat und nach dem Comic-Erfolg im FSK 18 Bereich mit The Walking Dead keine Scheu mehr vor dem Material haben dürfte, lassen mich dieser Meldung Glauben schenken. An einer Adaption wird seit Jahren gearbeitet und jedes Mal wurden Fans enttäuscht. Dieses Mal können wir aber Glück haben.

Sources tell me that the network has ordered a pilot based on the classic Vertigo comic by Garth Ennis and Steve Dillon. In the comic Jesse Custer is a small town preacher who is torn by booze and sin and who finds himself the vessel for a strange entity – the child of a mating between an angel and a demon. Filled with immense power, including The Word of God, which makes anyone do whatever he says, Jesse goes hunting for the Lord Almighty, who has abandoned creation. He aims to make him pay for leaving his children behind. Joining Jesse on his journey is his ex-girlfriend Tulip, who is now a hit woman, and a hundred year old Irish vampire named Cassidy. Along the way they battle secret religious commandoes, the retarded descendent of Christ, a guy who fucks meat and even each other.

Update: Seth Rogen twitterte nach der Veröffentlichung des Artikels Namen der Figuren aus dem Comic und Folgendes:

Wow!