Die neue Episode der Kulturindustrie hat mal wieder die ganze Breite zu bieten: Rap-Album, Kultcomic und Deutschlands Serienhoffnung Nummer eins. Ich erfreue mich weiterhin enorm an diesem schönen Podcast und bin sehr stolz auf die bisherige Entwicklung dieses Projekts. Am meisten bin ich jedoch stolz auf mich selbst, ich habe nämliche in Rap-Album von vorne bis hinten durchgehört und es “eigentlich für ganz okay, ne?” befunden. Baby steps!

Shownotes:

Themen: “Asterix in Italien”, der neue Comicband von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad. “Alle gegen Alle”, das neue Album des Rapduos Zugezogen Maskulin. Und “Babylon Berlin”, die neue Serie von Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handlöchten. Außerdem wieder: Persönliche Empfehlungen von jedem von uns – und von euch.

01:40 – Asterix in Italien
17:50 – Zugezogen Maskulin: Alle gegen Alle
33:15 – Babylon Berlin
51:22 – Empfehlungen

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Leute, Leute, ich bin wirklich stolz auf diesen Podcast. Ich fühle mich geehrt Teil des Ganzen zu sein und zusammen mit drei anderen so schlauen und eloquenten Menschen Sachen besprechen zu dürfen. Toll!

Shownotes:

Themen: “Menschenwerk”, Han Kangs Roman über das Massaker von Gwangju. “Blade Runner”, Ridley Scotts Sci-Fi-Neo-Noir Klassiker in seinem 35. Jahr. Und “Blade Runner 2049”, Denis Villeneuves Fortsetzung dieses Klassikers mit Ryan Gosling. Außerdem: Persönliche Empfehlungen von jedem von uns.

01:32 – Menschenwerk
15:16 – Blade Runner
28:53 – Blade Runner 2049
50:09 – Empfehlungen

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AMC/Skybound

Balsam für die Seele aller vergraulter Walking Dead Fans: Schauspieler Laurie Holden fand Andreas Storyline im Finale der dritten Staffel von The Walking Dead auch völlig beschissen. Auch für mich starb die Serienadaptation in dieser schrecklichsten aller Folgen, wie man in meiner Review von damals nachlesen kann.

Der damalige Showrunner Glen Mazzara hat die Serie dermaßen versaut, dass heute Rick mit Michonne zusammenlebt. They make it work, wie man im Englischen sagt, aber auch der heutige Showrunner Scott Gimple weiß, dass dies nicht mehr viel mit der eigentlichen Comic-Vorlage zu tun hat. Holden würde mir wohl zustimmen:

And Holden described the direction the TV show took as “complete and utter nonsense”. “I think the departure from book Andrea to the screen was a mistake,” she said, speaking at a fan convention. “I mean, it’s not like I couldn’t pull it off. I think the whole stuff that they wrote about Andrea and the Governor was complete and utter nonsense. I did the best that I could to tell that narrative and to justify it where Andrea kept her heart. I love Scott Gimple for giving me a gorgeous death with redemption so that you understood, and she wasn’t a victim – she died on her own terms. But I think that there was so much beautiful narrative that was lost, and that she should have been there for a long time and been the leader that [Robert] Kirkman created in the comic book.” (via)

Zuvor hatte sich Holden bereits einmal zum Thema geäußert. Eigentlich hatte sie eine Zuversicherung, dass Andrea bis zum Ende mitspielen würde (bzw. zumindest über acht Staffeln). Am Tag vor dem Dreh erhielt sie jedoch spät nachts den Anruf, der alles ändern sollte. Das unterstreicht für mich nur die Unüberlegtheit dieses gravierenden Fehlers.

Charlie Brooker hat die Black Mirror-Bücher jetzt offiziell angekündigt. (via BoingBoing)

Die Stories in der ersten Ausgabe der Anthologie-Reihe kommen von Cory Doctorow, Claire North (The First Fifteen Lives of Harry August) und Sylvain Neuvel (Sleeping Giants), das Teil erscheint im Februar 2018, zwei weitere Teile sind geplant.

Ich bin nicht unbedingt der größte Fan dieser Idee (und überhaupt weiteren Episoden/Erzählungen). Black Mirror funktioniert nach meinem Empfinden nur begrenzt und je mehr die Idee verwässert wird, desto beliebiger wirken die früher sehr bissigen Kommentare.

Dazu fehlt mir bei einem Buch halt auch einfach das visuelle Element. Natürlich kreiere ich in meinem Kopf die beschriebenen Gadgets selbst, aber bei einem Buch sieht halt jeder etwas anderes und gerade die Inszenierung von Technologien der nahen Zukunft war bei Black Mirror für mich immer ein besonderer Reiz.

Wie bereits vor zwei Jahren wird es eine Welle an Star Wars Büchern und Comics geben, die Teil der übergeordneten “Journey to The Last Jedi” sein werden. Die Kollegen von Star Wars Union haben einen sehr guten Überblick über die gesamte Bandbreite an anstehenden Veröffentlichungen, StarWars.com bietet einige Statements der Autoren.

Wirklich interessant hinsichtlich neuer Informationen oder Geschichten dürften lediglich die Jugendbücher über Luke und Leia sowie die zwei Geschichten über Captain Phasma sein. Ob zwei EU-Geschichten ihre lächerliche Figur jedoch retten können, bleibt zu bezweifeln. Die Kollegen von der Jedi-Bibliothek haben detaillierte Informationen zum Del Rey Books Panel und der neuen Marvel Comic-Serie über Captain Phasma.

Persönlich spannender finde ich dagegen jedoch die Neuigkeiten aus dem Hause Hasbro. Die Black Series Linie bekommt diese wunderhübschen (leider San Diego Comic-Con Exclusives) Neuzugänge, insbesondere Thrawn (mit diesen vielen schicken zusätzlichen Items) ist ein Highlight, doch gegen Jaina Solo kommt nichts an. Ich warte seit fast zwei Jahrzehnten auf diese Figur und könnte mit der Umsetzung nicht glücklicher sein. Auch die Rückkehr der Vintage Collection ist erfreulich.

Thrawn-Schöpfer Timothy Zahn scheint ebenfalls überglücklich mit seiner Figur. #BlessedImage

Weitere kleine Bits & Pieces wie zum Beispiel einer Sweded Version vom Celebration Floor der Vader-Szene aus Rogue One nach dem Jump. (weiterlesen…)

Del Rey veröffentlicht im Oktober anlässlich des vierzigjährigen Geburtstags von Star Wars einen Kurzgeschichtenband, der 40 Geschichten über Randfiguren aus A New Hope beinhalten wird. Die passend betitelte Sammlung From A Certain Point Of View wird sich mit X-Wing Piloten, Droiden-suchenden Stormtroopern oder vielleicht auch Mon Mothma oder Tarkin beschäftigen. Die Geschichten werden von so ziemlich allen Autoren des neuen Kanons beigesteuert, aber auch Drehbuchautoren wie Gary Whitta (Rogue One) sind mit dabei.

Neu ist diese Entwicklung nicht. Bereits in vergangenen Jahrzehnten gab es Veröffentlichungen wie Tales from Mos Eisley Cantina oder Tales from Jabba’s Palace, aber auch im neuen Kanon finden sich solche Sammlungen wie Tales From a Galaxy Far, Far Away oder die Adventures in Wild Space Reihe.

Ich freue mich sehr auf diese Kurzgeschichten, die mir als Genre schon immer sehr im Star Wars Universum gefallen haben. Was mich ein wenig nervt, ist die Begrenzung auf Episode IV, auch wenn die Veröffentlichung zum Geburtstag diese Entscheidung verständlich macht. Sofern wir also 2020 eine Sammlung zu The Empire Strikes Back erhalten, bin ich glücklich.

Randnotiz: Disney verscharrt die Prequels. Es ist ja in Ordnung, wenn man bei den Filmen zunächst einmal nahe der Alten Trilogie bleibt und es gab ja auch mehr als ein Jahrzehnt an großartigen Expanded Universe Stories rund um die Prequel Trilogie, aber dass es bisher kaum neue Geschichten bis auf zwei, drei stiefmütterliche Comic-Einwürfe (5 Ausgaben oder weniger jeweils)  fünf Jahre nach der Übernahme gibt, ist schon bezeichnend.


Skybound

Ich hatte mir vor zwei Wochen ja die Meldung um den Vorbestellungsrekord der neuen The Walking Dead Comic-Ausgabe zum Anlass genommen, um ein bisschen über die möglichen Folgen zu fachsimpeln. Spoiler: Natürlich ist nichts passiert, bis auf Paula starb niemand im neuen Comic (womit Mikey nun Vollwaise ist) – wobei die Geschichte ja auch noch nicht vorbei ist. Rick kam erneut in eine Gefahrensituation und wurde durch Plot Amror Negan gerettet. Eigentlich 1 ganz schöne Wendung vong Ereignisse her, wenn mang drüber denkt.

Und trotzdem: Zehntausende Zombies, ein ganzer Krieg gegen maskierte Gegner, die sich inmitten der Horden an Walkern mit Messern verstecken und heimtückisch Leute umlegen… und niemand stirbt? Ja, eigentlich macht das Sinn, wenn man überlegt, gegen wen die Whisperer angetreten sind. Das sagt auch Robert Kirkman in den Letter Hacks, der Sektion am Ende einer Ausgabe, in der der Autor Fragen seiner Fans beantwortet.

In my opinion, there should be less death in the book now, much less, because the careless people, the scared people, the people learning how to live in this world are already dead. This is the cream of the crop, so to speak. So, yes, there can be a conflict like the Whisperer War, and there can be very little death. You think Michonne is going to just let herself get bitten by a zombie or stabbed by a Whisperer at this point? It wouldn’t be believable! Rick, Andrea, Carl, Jesus, Dwight, Negan, Maggie, these people are tempered steel! That’s not to say they’re invulnerable, or ‘safe’ now but it would take a lot to kill them.


Skybound

Damit kann ich gut leben, schlussendlich besteht der ultimative Reiz von The Walking Dead für mich darin – zumindest der Comic-Version -, dass die Langzeitfolgen der Zombieapokalypse tiefgründig erörtert werden können. Laut der etwas schwammigen Timeline findet der Kampf am 1481. Tag nach dem Beginn des Untergangs statt, was mehr als vier Jahren entspricht. Macht Sinn. Wenn Kirkman und Adlard jetzt noch aufhören könnten, bestimmte Tode auf den Covern und in Interviews anzuteasern… Oder Kirkman sagt das alles nur, sodass die Leser sich sicher wähnen, wenn der Troll-Autor dann wirklich zuschlägt.

Robert Kirkman, Charlie Adlard und das The Walking Dead Team dürfen stolz sein, denn die kommende Ausgabe #163 hat einen Vorbestellungsrekord gebrochen. Bis jetzt wurden über 730.000 Exemplare verkauft, womit die Ausgabe alle anderen Comics der letzten 20 Jahre übertrumpft. Hier sind drei Gründe dafür:

1. Der Preis

Der letzte Comic, der ähnlich viele Vorbestellungen erreichte, war eine 10¢-Ausgabe von Batman. Auch TWD #163 hat zum 25. Jubiläum von Image Comics einen reduzierten Preis von nur 25¢. The Walking Dead ist zwar sonst nicht wirklich teuer, aber eine reduziete Ausgabe lassen sich viele Leser und Sammler wohl nicht entgehen.

2. Der Inhalt

Der letzte Arc, The Whisperer War, ging relativ versöhnlich zu Ende. Zum Beginn sah man am Ende eine Seite mit etlichen Panels, in jedem war eine Hauptfigur abgebildet. Dies wurde von vielen als Warnung interpretiert, quasi eine Variante des Days of Future Past Covers, das nur auf den Rotstift wartet.

Bis auf Father Gabriel haben jedoch alle überlebt. Die Whisperer sind bis auf Beta und seine treuesten Gefolgsleute erledigt. Eigentlich scheint der Krieg gewonnen, doch dann endet der Comic mit dieser doppelten Splash page, die das ganze Ausmaß der Zombiehorde der Whisperer zeigt – ein Dead man’s switch der Whisperer.


Skybound

The Walking Dead hat seit über 80 Ausgaben die Hauptfiguren nicht mehr die volle Macht der Zombies spüren lassen. Sie entwickelten sich zu einer Naturgewalt, die in den Hintergrund gedrängt wurde, um Geschichten über Negan und andere Probleme beim Wiederaufbau der Zivilisation zu erzählen. Die Rückkehr der Zombies durch die Whisperer beschränkt die Narrative wieder aufs Wesentliche, auf das eigentliche Überleben in der Postapokalypse.

Dazu verspricht die Synopse der Ausgabe, dass “alles verloren ist” und der Titel ist “Conquered” – das ist eine Ansage. All das verspricht einige Tode, jede Menge Action, Blut und Gedärme. Die Gorehounds wittern Blut und warten natürlich sehnlichst auf die neue Ausgabe.

3. Das Cover

Man kann zum Stil von Charlie Adlard stehen wie man will, aber hier handelt es sich um ein atemberaubendes Cover mit starker Symbolik. In Verbindung mit der nächsten Ausgabe “A Fallen House” ist es nicht weit hergeholt, dass Rick dieses Mal tatsächlich sterben könnte. Die Todestheorien um Rick kommen immer wieder bei wichtigen Punkten in dem Comic auf, für Fans der Comics ist es wahrscheinlich das Lieblingsthema schlechthin. Mit dem Fall von Alexandria, Ricks Lebensprojekt nach der Apokalypse, ist sein Tod dieses Mal jedoch nicht nur ein weit hergeholtes Hirngespinst. Und das ist eben Ricks Prothese auf dem Cover – umgeben von Zombies, die wie er alle synchron die Hände gen Himmel strecken.

Kirkman ist ein Troll, besonders was die Cover angeht. Vielleicht soll die Darstellung nur symbolisieren, dass Ricks Gruppe inmitten der Zombies untergeht. Womöglich aber auch sind die Bewohner von Alexandria unter die Zombies gegangen, ganz wie die Whisperer, um sich so aus der Safe Zone zu stehlen. Es kann auch sein, dass Adlard und Kirkman dies einfach nur für ein cooles Cover hielten und es deshalb konzipierten. Oder am Ende steht Rick Grimes doch tot-und-doch-nicht-tot inmitten eines Meers an Zombies. Wir wissen es nicht. Aber dieses Cover provoziert, es regt Diskussionen an, und es verkauft Ausgaben.