Es war anfänglich keine bewusste Entscheidung, aber mit großer Überraschung und Freude kam irgendwann die Realisation: Teaser kann man vielleicht schauen, Trailer sollten vermieden werden. Filme, deren Trailer ich nicht gesehen habe, mag ich hinterher oft viel mehr. Und selbst wenn dem nicht so ist, bleibt die Immersion immer noch viel größer, weil ich der Geschichte vertraue und ihr folge statt mental Bilder aus dem Trailer abzuhaken.

Manchmal mache ich aber eine Ausnahme und falls ihr immer noch nicht überzeugt seid, solltet ihr mir jetzt auch einfach vertrauen: Ihr müsst diesen Valerian Trailer sehen, der sehr prominent eine Verfolgungssequenz featuret, die in den vorangegangenen Videos nur angeteaset wurde. Dazu wurde die Geschichte im Trailer aufs Wesentliche reduziert und diese Version von “Gangsta’s Paradise” empfinde ich als verdammt atmosphärisch. Weiterhin wirken die farbenfrohen Bilder in der aktuellen Blockbusterlandschaft wie eine Erfrischungskur. Ja, ich bin mir sicher: Das wird mein Sommerhighlight. Luc Bessons Adaptation von Valerian startet bei uns am 20. Juli in den Kinos und dürfte wohl ein ähnliches Schicksal wie John Carter an den Kinokassen erleiden. Das ist sehr schade, die Comicreihe Valerian und Veronique bietet nämlich Material für ein ganzes Franchise.

In den Unweiten des Internets, insbesondere auf Imageforen, fand ich seit Jahren immer wieder das obige Bild als Wallpaper-Vorschlag und hatte es sogar für einige Zeit mal als Desktophintergrund. Es inspirierte mich. Wie kann eine Zivilisation so überleben und wie ist es dazu gekommen, dass plötzlich Städte auf riesigen Maschinen herumfahren? Und sind das dort Menschen rechts zwischen den Fahrspuren, die sich scheinbar verstecken müssen? Eigentlich müsste man doch eine Geschichte dazu erzählen können, vielleicht sogar einen Film drehen. Aber Moment, so etwas wird ja nicht einfach so verfilmt heutzutage.

Vor einigen Wochen wurde meine Ignoranz weggeblasen. Die Zeichnung ist ein Promobild für die Buchreihe Mortal Engines von Philip Reeve, in der riesige Städte in der Postapokalypse herumdüsen und andere Städte angreifen und “auffressen”. Es wird noch besser: Peter Jackson verfilmt die Reihe und hat bereits eine erste Konzeptzeichnung veröffentlicht.


via Peter Jackson

Hier eine Zusammenfassung der Hintergrundgeschichte von Reddit.

Probably about two millennia ago the Ancients (who appear to be humans from around the late 21st to early 23rd century) destroyed themselves in the Sixty Minute War. The weapons used completely fucked up Earth and caused natural disasters and dried up oceans and left it completely unrecognizable. A lot of technological knowledge was lost after the Sixty Minute War so all modern technology is a sort of Victorian-Era Steampunk. Working Ancient tech, which is much more advanced, is incredibly rare and highly sought after though.

Anyway to escape all the turmoil, and to survive, humans built cities on giant traction wheels and built them up on tiers like a wedding cake. These cities then drove around chasing and “eating” (hooking them into the ‘gut’ of the city to be stripped of resources and the people turned into slaves) smaller towns and cities.

This has been happening for hundreds of years now but, because it’s not a sustainable way of living, ‘food’ has grown scarce. The book is set around London, which was the first traction city.

None of this is actually the story of the book it’s just the world it’s set in. There’s this whole fantastic story that happens which should translate really well into a blockbuster movie.

Ich freue mich nach Jahren des Fantasierens auf den Film und erfreue mich bis dahin an meiner Ignoranz. Ist euch das auch mal passiert, dass euch so eine Entwicklung kalt erwischt hat? Ich hätte ja danach googlen können. lol

Happy 40th Birthday, Star Wars!

25 May, 2017 · Sascha · Film · 0 comments

Was kann man noch über Star Wars schreiben, was nicht bereits woanders und besser geschrieben wurde? Trotzdem wollte ich trotz meines im Blog wohl dokumentierten, schwächelnden Fandoms nicht den 40. Geburtstag eines Universums verpassen, das mir so viel gegeben und bedeutet hat. Von daher ein riesiges Dankeschön an George Lucas und seine vielfältigen, unverzichtbaren Kollaborateure, die mir unzählige Stunden an Unterhaltung, Freude und Freunde beschafft haben. Auch wenn ich bis auf Rogue One wenig mit der aktuellen Renaissance des Franchises anfangen kann, bleibt mir der Rest ja für immer erhalten.

Passend zur Premiere des Films in Cannes hat Netflix endlich einen langen Trailer zu Bong Joon-hos neuen antikapilatischen Science-Fiction Epos Okja veröffentlicht. Darin hat der gute Mann inzwischen recht viel Erfahrung und auch Okja dürfte qualitativ den Vorgängern in nichts nachstehen. Das verspricht alleine schon der großartige Cast und diese schönen Anime-esken Szenen. Besonders das Design des titelgebenden Wesens ist natürlich super wichtig, sodass selbst der größte Fleischesser dem veganen Thriller etwas abgewinnen kann. Das ist gelungen, würde ich sagen. Vor allem die Bewegungen wirken so flüssig und lebendig, wie ein Live-Action Ghibli Film.

Die neue Planet of the Apes Trilogie mag nicht nur durch die CGI-Technik und eine gepflegte Portion Posthumanismus zu überzeugen, auch der IKEA Monkey sieht im neuen Trailer ziemlich fesch aus. Er scheint sein Trauma vor 5 Jahren gut überstanden zu haben und ist inzwischen zu einem süßen, knuffigen Äffchen herangewachsen, das bei Caesars Revolution wohl eine wichtige Rolle spielen wird. Vielleicht ja als Fashionberater, immerhin zeigt er seinen Sinn für Geschmack mit diesem wunderschönen, blauen Parka.

Blödsinn beiseite, ich mag an den Filmen sehr, dass die Hauptfiguren tatsächlich die Affen sind und die menschlichen Widersacher von Film zu Film wechseln. In den Trailern erscheint mir dieses winterliche Szenario, wenn auch thematisch passend, ein wenig beliebig, aber ich bin gespannt wie man jetzt diese letzte Enklave in die übergeordnete Story einbauen wird.

Ich bin kein Fan der Teaser für Trailer, eigentlich ist das eine ziemliche Plage, aber dieses Teil mit Charlton Hestons Voiceover funktioniert trotz den eher gegensätzlichen Bildern aus Filmen und historischen Aufnahmen enorm gut.

WOODSHOCK Trailer

10 May, 2017 · Sascha · Film · 2 comments

Ich habe noch nie von der scheinbar sehr erfolgreichen Modemarke Rodarte gehört, aber die beiden Gründerschwestern Kate und Laura Mulleavy haben einen Film gedreht, dessen Trailer mich ziemlich umhaut. Trailer vom Studio A24 sind immer ein Highlight, aber hier sieht man schon am Rohmaterial, dass es sich bei dem Film zumindest visuell um ein wahres Fest handeln muss.

Theresa (Kirsten Dunst) a woman in the wake of profound loss, torn between her fractured emotional state and the reality-altering effects of a potent cannabinoid drug.

In Woodshock wandelt Kirsten Dunst durch träumerisch eingefangene, kalifornische Wälder, nachdem sie irgendwie Probleme mit Drogen und ihrer Mutter hatte. Oder so. Ist mir bei den Bildern auch zunächst einmal relativ egal was da passiert. Bei dem Film handelt es sich um den Debütstreifen der Schwestern, die zuvor nur einmal mit Darren Aronofsky an den Kostümen für Black Swan zusammenarbeiteten. Neben Dunst sind auch Pilou Asbæk, Jack Kilmer und Lorelei Linklater zu sehen.

Das ist auch so ein bisschen mein Traum. Irgendwie reich werden und dann selbst die eigenen Filmideen produzieren.

Bereits im Posting zu dem Teaser Trailer liest sich die Auflistung der involvierten Talente wie ein reines Fest. Und der offizielle Trailer verspricht nun auch wahrhaftig großartige Bilder sowie bemühte Darsteller, aber irgendwie will der Funke bei mir nicht so wirklich überspringen.

Liegt es einfach nur an meiner zynischen Erwartungshaltung oder ist der Trailer tatsächlich so “2017”? Sofern der Trailer nicht herausragende Actionszenen zurückhält, wirkt das alles recht standardmäßig. Das Produktionsdesign versucht die großen Fußstapfen auszufüllen und wagt nur teilweise eigene Schritte, erinnert insgesamt aber ebenso wie die Geschichte und die angepriesene Charakterentwicklung an den erst kürzlich erschienenen Ghost in the Shell. Alles in allem erinnert mich das irgendwie an das Total Recall Remake.

Nichts hier im Trailer verspricht ein sanftes oder ruhiges Erlebnis wie in Teilen des Originals. Ist das die Maxime des modernen Trailerschnitts oder ein echter Vorgeschmack auf den wahren Film? Geht es heutzutage einfach nicht mehr anders? Blade Runner 2049 steckt in der Zeit fest, während das Original zeitlos ist. Zweifel über Zweifel. Gott, nein, Roger, bitte rette uns!

Eine gute und eine schlechte Nachricht: Pat Johnsons autobiographischer Star Wars Film 5-25-77 kommt eeendlich in die Kinos. Natürlich am 25. Mai. Ich fühle mich langsam wie ein Verrückter, der ständig über das Ende der Welt oder die Rückkehr von Jesus berichtet, nachdem bereits der Film mehrfach angekündigt wurde und dann trotzdem nicht fertiggestellt oder veröffentlicht wurde. Doch nun scheint es endgültig zu sein.

Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass passend zum Film dieser unsägliche Trailer veröffentlicht wurde, der eine fürchterliche musikalische Untermalung hat, die teilweise die Dialoge völlig übertönt. Dazu kommt noch ein unprofessionell wirkender Font und der spaßige Dazed and Confused meets Sweded-Filmmaking Hauch ist verflogen. Lieber noch einmal den alten Trailer anschauen und gutes Hoffen. Ich habe ja ehrlich gesagt gar keine großen Erwartungen an den Film, ich glaube sogar, dass er recht schlecht sein wird. Wieso sonst sollte der Film keinen Verleiher finden und solche Probleme haben, wenn es sich doch bei dem Thema um ein so vermarktbares wie Star Wars handelt. Aber nach einem Jahrzehnt an blue balls ist die Neugier einfach enorm.