Das Netflix-Stigma

12 Apr, 2017 · Sascha · Featured,Film · 3 comments

Dieser Tweet hatte einigen Zuspruch erfahren und ich wollte das Gefühl noch einmal ganz kurz in einer etwas längeren Form auf dem Blog festhalten. Und genau das soll es auch sein, die Beschreibung eines Gefühls, ohne große Zahlen (die Netflix ohnehin nicht preisgibt) und Box-Office-Crunching.

Das Netflix-Original Branding hat keine besondere Bedeutung. Netflix drückt seinen “Original”-Stempel auf Eigenproduktionen, eingekaufte Serien und Filme sowie Serien, die zum Beispiel nur über Netflix ausgestrahlt werden, sonst aber nichts mit Netflix am Hut haben (siehe z.B. Better Call Saul in Deutschland). Das verwässert die Marke ungemein und lässt alles sehr undurchsichtig erscheinen.

Von Netflix produzierte Filme mit Oscar-Hoffnungen werden im gleichen Atemzug wie Adam Sandlers neuer Urlaubsdreh genannt. Netflix veröffentlichte im gleichen Jahr Ridiculous Six und Beasts of No Nation und während dieser Move natürlich die Bandbreite des Streamingdiensts unterstreicht, gibt es aber auch einen ungewollten Nebeneffekt. Ich vermute, dass das sonstige Line-Up aus The Do-Over, Tallulah, XOXO, Spectral oder Special Correspondents anderen prestigeträchtigeren Filmen die gewisse Aura eines Awardsfilms raubt.

Der direkte Vergleich zwischen Amazons Manchester by the Sea und Netflix’ Beasts of No Nation bietet sich an. Netflix kaufte die internationalen Rechte an Beasts auf, veröffentlichte den Film in einigen Kinos und zeitgleich online. Dies rief einen Boykott einiger Kinobetreiber hervor. Amazon kaufte Manchester by the Sea nach einer erfolgreichen Premiere auf dem Sundance Filmfestival (Netflix tat dies jetzt ebenso mit The Discovery). Amazon Studios brachte Manchester zunächst in die Kinos, bevor der Film im Januar online erschien.

Als Netflix vor einem Jahr bei den Oscars leer ausging, wurde dies teilweise als eine Absage an Streamingdienste wie Netflix und dergleichen angesehen. Der Film Manchester by the Sea konnte jedoch, der eben nicht nur halbherzig wie Beasts in einigen Kinos in Los Angeles und New York lief, um sich für die Oscars zu qualifizieren, in diesem Jahr zwei Trophäen mit nach Hause nehmen und insgesamt 6 Nominierungen für sich verbuchen, unter anderem die für den besten Film. (weiterlesen…)

Als Kultfilm lässt Blade Runner seit 35 Jahren die Fanherzen höher schlagen. Besonders das Produktionsdesign von u.a. Syd Mead ist so ikonisch und bis heute futuristisch, dass Künstler einfach nicht von Ridley Scotts Meisterwerk ablassen können. Der Film selbst hat mehrere großartige Poster hervorgebracht, die bis heute gerne an Wänden gesehen werden und auf eBay für viel Geld den Besitzer wechseln.

Grafikdesigner Kilian Eng widmete sich Blade Runner vor einigen Jahren, damals ging es um die Veröffentlichung des OSTs auf Vinyl. Von den Zeichnungen fand ich damals das Poster mit den vielen Regenschirmen von Illustrator Raid71 am schösten, der sich danach erneut diesem Motiv hingab.

Wenn man mich fragt, sind Engs Poster immer ein großes Risiko, die Definition von Hit-or-Miss. Gerade das macht das kostspielige Posterhobby so riskant. Der Künstler, der fast ausschließlich Moebius-inspirierte Science-Fiction Prints produziert, könnte jedoch nicht besser zu diesem Motiv passen. Die Variant-Edition hat sogar noch eine hübsche Veränderung und einen Aluminium-Variant gibt es ebenfalls. Das Ganze war leider ein privater Auftrag von Posterfans, daher gibt es das Ding nicht zu erwerben. Höchstens auf dem Sekundärmarkt. An der Schönheit ändert das aber nichts.

Marvel hat einen ersten Teaser zu Thor: Ragnarok online gestellt und siehe da: Auch wenn die Marvel-Ästhetik scheinbar unüberwindbar scheint, kann Regisseur und all around cool dude Taika Waititi seinen Stil wenigstens ein bisschen retten.

Ich habe mich noch nie zuvor auf einen Thor-Film gefreut, das hat sich gerade geändert. Hohe Erwartungen habe ich dennoch nicht wirklich, das wird mit ein paar Abänderungen durch Waititi natürlich wieder großer Marvel-Müll. Der Film erscheint hier nur leichtfüßig und spaßig, da ihn die Thanos-Verbindungen, die im Film großzügig eingebaut sein werden, noch nicht runterziehen. Sollte der Film jedoch Tom Hiddleston, Tessa Thompson, Karl Urban (!), Cate Blanchett (!!), Jeff Goldblum (!!!) und Sam fucking Neill fürs Franchise-Building verbraten, wird es schwer sein, ihm das zu verzeihen.

Happy 10th Birthday, Sunshine!

05 Apr, 2017 · Sascha · Film · 6 comments

Danny Boyles Sunshine, mein liebster Science-Fiction Film des neuen Jahrtausends (neben Interstellar), wird heute offiziell 10 Jahre alt. Am 5. April 2007 lief der Film offiziell in den britischen Kinos an. Ich habe den Film erst am 27. April gesehen, als ich direkt nach meiner letzten Abiturprüfung ins Kino hüpfte. Ich hatte ohnehin seit etlicher Zeit vor, viel über und mit Sunshine zu machen, wurde jetzt aber leider von dem Jubiläum völlig überrumpelt, deshalb oben nur der erste, unglaublich geile Trailer von offizieller Quelle (damalige Social Media Betreuerin, dazu später mehr). Zu meinem persönlichen Jubiläum werde ich dann in drei Wochen noch mehr schreiben. Das Zehnjährige wollte ich aber nicht ohne Blogeintrag verstreichen lassen. Also: Alles Gute und vielen Dank, Danny Boyle und Alex Garland!

Übrigens total kurios: Heute hatte ich mein Icarus II Shirt von Last Exit to Nowhere an, das mir der gute Alex vor einiger Zeit geschenkt hat. Das nennt man wohl Schicksal.

Lego-Fanatiker hachiroku24 hat einen ganzen Monat an diesem Shot-for-Shot Remake der Rogue One Vader Szene aus Lego-Bausteinen gearbeitet und das Endergebnis ist absolut grandios. Nicht nur die Animationen lassen sich sehen, insbesondere die Belichtung macht diese Nachstellung so großartig, auch wenn der originale Filmsound natürlich sehr hilft. Ganz toll ist auch der Einsatz von Rauch, wenn Vader Rebellen abschnetzelt. Ich glaube, besser kann man es nicht machen.


Lucasfilm

Hoffnung für alle verscholtenen Star Wars Fans, die nichts von MaRey Sue wissen wollen: Nach der neuen Trilogie und den ersten Standalone-Filmen will sich Lucasfilm der legendären Star Wars Underworld Serie annehmen. Bereits vor einigen Tagen berichtete Star Wars Union über einige Gerüchte, die die Zukunft des Franchises betreffen.

Es scheint einen Plan zu geben, einige Jahre nach dem Ende der Sequel-Trilogie eine Pause bei den Star Wars Kinofilmen einzulegen. Der Grund dafür ist, dass TV-Projekte in den nächsten Jahren im Mittelpunkt stehen werden. Der zweite Grund ist, dass man vorhat, den Markt nicht zu übersättigen, um die Nachfrage nach Star Wars zu stärken.

Nun gibt es seit wenigen Stunden konkrete Informationen. Der Erfolg von Rogue One hat bewiesen: Star Wars funktioniert auch abseits von Jedi, Lichtschwertern und der Macht. Stattdessen soll Underworld, das letzte Projekt von George Lucas, endlich die dunklen und dreckigen Ecken der Galaxie beleuchten. Die Serie sollte sich Kopfgeldjägern, Schmugglern, Piraten und sonstigen zwielichtigen Gestalten des Outer Rims und den unteren Gebieten Coruscants und Nar Shaddaas widmen. (weiterlesen…)

Die Kämpfe zwischen den Fanboylagern sind schon immer doof gewesen. Ich mag Star Wars und Star Trek, weil ich Science-Fiction liebe. Mir gefällt Iron Man und The Dark Knight, weil Superheldenfilme durchaus spannend sein können.

Marvel hat ästhetisch wenig zu bieten. Das MCU hat seine Anziehungskraft in Schauspielern, guter Laune und generischen Geschichten gefunden. Dazu funktioniert das Cinematic Universe makellos. Die Überlagerungen mögen gimmicky sein, fungieren aber als Kleber für ein Gesamtgefüge, das seine Zuschauerschaft an sich bindet und somit Flops an der Kinokasse vorbeugt.

Gegnern dieser Maschinerie muss das nicht gefallen, aber Kevin Feige und seinem Unternehmen gebührt Respekt für die Leistung im vergangenen Jahrzehnt.

Was uns zum DC Expanded Universe und dem neuen Trailer für Justice League bringt. Vier Jahre sind zwischen dem Start und dem ersten wirklichen Team-Film vergangen, ganz ähnlich wie zwischen Iron Man und The Avengers. Die Unterschiede jedoch sind dramatisch. Keine der Figuren im Trailer hat bisher einen Standalone-Film für sich verbuchen können, niemand ist wirklich interessant oder definiert. Höchstens Ben Afflecks Batman, der jedoch sehr zwiegespalten aus seinem Aufeinandertreffen mit Superman ging. Und genau dieser Superman fehlt. Es ist eine klaffende Lücke im Trailer. Die einzige Figur, die annähernd spannend ist, liegt in einem Sarg und wird nicht einmal angeteasert.

Ebenso wie seine Figuren ist der Trailer selbst völlig vage. Nach diesem Trailer ist nichts klar, außer dass es eine Justice League aus Helden gibt, die zusammenkommt. Punkt. Für die Antagonisten bleibt überhaupt keine Zeit im Trailer. Wer ist die Bedrohung? Woher kommt sie? Welche Fähigkeiten hat sie? Alles egal, es kommt jemand und das Andere muss immer zerstört werden. Für das faschistoide Kino Snyders ist das völlig normal. Apropos Snyder: Dass Warner Bros. dem Regisseur weiterhin vertraut, führt auch hier wieder zu lächerlichen Resultaten. Erneut kämpfen Superhelden in irgendwelchen Gängen, Räumen oder grauen Altbaulandschaften, die an Detroits Problembezirke erinnern. Die großen Kämpfe gegen die Armee sehen jetzt schon schwammig und zu dunkel aus und erinnern an die schlimmsten Szenen aus The Hobbit: The Battle of the Five Armies. In 3D wird das sicherlich nicht besser aussehen.

Mir macht das Schreiben solcher negativen Impressionen keinen Spaß. Das DCEU kann einem wirklich leid tun.

Supercut: Badewannen in Filmen

26 Mar, 2017 · Sascha · Film · 0 comments

Da sind jetzt auch Duschen dabei und die Liste ist sicher nicht komplett, aber insgesamt hat Cutter Nacho Ozores hier schön dargestellt, wie sexy, verletzlich und intim unsere Pflegeeinheiten sein können.