PewPewPew does #Horrorctober 2016

17 Sep, 2016 · Sascha · Film · 3 comments

horrorctober2016

Eines der spaßigsten Blogstöckchen der deutschen Filmblogosphäre, das gleichzeitig den schlechtesten Namen aller Zeiten hat, geht bei mir in die dritte Runde. Der Titel des Blogeintrags ist aber schon mal gelogen, in den letzten beiden Jahren (2015, 2014) gelang es mir nämlich nicht wirklich den #Horrorctober zu beenden. Ich könnte mit den ungesehenen Titeln eine ganze Liste für dieses Jahr gestalten, beginne aber lieber eine mit neuen Filmen, auf die ich wirklich Bock habe. Mal sehen, wie weit ich dieses Jahr komme. Die Liste gibt es auch auf Letterboxd.

Ich mag Fallout nicht. Kommt nicht auf den Titel an, ich hatte einfach noch nie etwas an der Spielereihe und das wird auch in der Zukunft so bleiben. Vor einigen Jahren hatte ich einmal Fallout 3 als Weihnachtsgeschenk erhalten und dem Spiel eine Chance gegeben, aber mehr als ein dutzend Stunden schaffte ich nicht.

Das liegt nicht daran, dass mir das Setting nicht gefällt oder ich das Spiel für schlecht halte, sondern schlicht an der ästhetischen Gestaltung der Postapokalypse im Fallout-Universum. Mir gefällt diese staubige, mutierte Welt mit ihren Braun-in-Braun-Tönen überhaupt nicht.

Ein Mod, den ich auf dem großartigen Modder-Channel hodilton gefunden habe, schafft jedoch Abhilfe. Mit ihm wird die Welt in eine grüne Oase verwandelt, in der Wälder, Gräser und Sträucher das Wasteland zurückerobert haben. Das finde ich realistischer (mir ist bewusst, dass es bei Fallout nicht darum geht, but still) und einfach hübscher. So einen Mod gab es bereits für Fallout 3 und ich hatte es trotzdem nicht gespielt. So wird es sich wohl auch mit dem vierten Titel halten, aber hübsch ist es trotzdem.

Schnell! Summt euren Lieblingssoundtrack aus einem Marvel-Film! Hmm, joa, gar nicht so einfach, oder?

Tony Zhous neues und unglaublich gutes Video-Essay fragt am Beispiel des Marvel Cinematic Universes, wieso sich die Filmmusik in so vielen Blockbuster gleicht und einfach keine emotionale Verbindung mehr mit dem Zuschauer eingehen kann. Die Antwort liegt nahe, doch sie verblüffte mich als relativ unbewanderter Mensch in Sachen musikalischer Komposition enorm. Und wie bei so vielen Problemen, die Hollywood aktuell plagen, sind die Symptome und Gründe auch hier systematisch und man fragt sich unweigerlich, wie sich diese risikoscheue Filmfabrik jemals wieder aus ihren Fesseln befreien kann. Natürlich gibt es immer wieder Lichtblicke, aber Zhous Argumente sind nicht von der Hand zu weisen.

Zuletzt jedoch ein positiver Ausblick in die Zukunft: Michael Giacchino komponiert die Filmmusik für Doctor Strange. Vielleicht wird das ja mal was. Hier noch eine Extraversion nur mit Temp-Musik-Vergleichen: (weiterlesen…)

strangerthingsstandbyme
Stranger Things / © Netflix

In der neuen Ausgabe des The Canon Podcasts von Devin Faraci und Amy Nicholson ging es um Stand By Me und ob Rob Reiners Klassiker gut genug ist, um in den Kanon der besten Filme aller Zeiten aufgenommen zu werden.

Inspiriert durch die Rahmengeschichte im Film hat Faraci für mich wunderbar festgehalten, wieso Stand By Me auch noch nach Jahren funktioniert sowie mit zukünftigen Generationen eine emotionale Verbindung aufbauen wird und wieso Stranger Things, in der Stand By Me direkt zitiert wird, nur ein 80s-Eskapismus-Referenzen-Flickwerk ist.

“I’m not wild about the era that I grew up in, which is the era Stranger Things is set in. I’m not wild about it. But here’s the interesting thing about nostalgia and Stand By Me. […] The reason why [Stand By Me] resonated with me as a 12-year-old kid in ’86 – I have no connection to the 50s – is that it’s nostalgia for a state of being and not nostalgia for a thing. It’s not predicated on nostalgia for, even though it’s full of songs, it isn’t predicated on nostalgia for the songs, it isn’t predicated on nostalgia for a certain kind of soda pop, it isn’t predicated on a certain tv show, it’s predicated on that state of being, that state of being a 12-year-old boy, in this weird moment between being a child and an adoslescent. […]

One of the things I love about this movie is the line that these kids walk, which is that they walk a line between being silly and childish and sort of aware of death and bad things in the world. And they live in an exact moment, you know, it’s gonna get beaten out of them any minute now where they can sit there and cry to each other. They live in that exact moment. And I think that’s really beautiful and it’s a beautiful little moment in your life that I think that this movie really captures. It’s nostalgia for that moment as opposed to nostalgia for 1956 or nostalgia for 1983, it’s nostalgia for what was it like to live right on the line between innocence and knowledge.”

Happy 50th Star Trek!

08 Sep, 2016 · Sascha · Film · 3 comments

Heute ist der 50. Jahrestag der Erstausstrahlung von Star Trek (TOS) und da ich gar kein so großer Star Trek Fan bin (nicht aus Prinzip, liebe den Serienethos, einfach zu wenig gesehen und freue mich riesig auf Discovery) und schon so viele wunderbare Artikel heute geschrieben haben, möchte ich nur dieses Bild teilen, das mir eine enorme Gänsehaut bereitet hat. Auf die nächsten 50 Jahre!

Warcraft CGI Ork

Es gab lange bereits lange vor dem Release Gerüchte um den endgültigen Schnitt und die Länge von Warcraft. Dass es fertige Szenen gibt, die sehr wichtig für die Kohärenz und wahrscheinlich mit Blick auf die Länge des Films traurigerweise herausgeschnitten wurden, belegte die Veröffentlichung eines 90-sekündigen Clips vor ein paar Tagen. Man kann nur vermuten, wieso eine Szene, die jede Menge Kohle gekostet haben muss, aus einem Film geschnitten wurden, in dem sowieso jeder Szenenwechsel einer Teleportation von einem Kontinent zum anderen gleicht. Viele Hoffnungen ruhten auf einem Director’s Cut, der den Film besser machen würde, doch den schlug Duncan Jones bereits vor Wochen aus. In einem sehr lesenswerten Interview auf Thrillist hat er nun verraten, wieso:

Is there a three-hour version of Warcraft?
No, there’s not. A lot of people ask me, “When is the director’s cut coming out?” There will never be a director’s cut. With a film like this, where there are so many visual effects, every concession that you make you lose those shots. They cease to exist because the effects work never gets done. Some of it’s not even at that stage. You go through a writing stage right up to the deadline of shooting the thing. [You lose] ideas in the writing process. Then sets change for whatever reason and notes come in. You’re changing things around a three-and-a-half-year process. You get these little changes which are constantly course-correcting you. So there is no possibility of there ever being a director’s cut. It’s purely in my head.

Mit einer immer größer werdenden Kluft zwischen Blockbuster und Indie scheint es wohl dazu zu kommen, dass DCs immer seltener werden, besonders bei einem Film wie Warcraft, der zu großen Teilen im Computer entsteht. Ein Indiefilmemacher hat natürlich seine Budgetbegrenzungen, aber ansonsten sehr große Freiheiten und regelmäßig einen Final Cut. Dieses Privileg genießen in dieser Größenordnung nur sehr wenige Regisseure. In dem Interview geht Jones als Regisseur mit Erfahrungen in beiden Welten darauf ein.

Die Effekte für einen Film dieser Größenordnung aber fertigzustellen, ist schlicht zu teuer. Gerade wenn es sich um einen eher zaghaften Erfolg wie hier handelt. Und umso größer und effektlastiger die Filme werden, umso seltener werden DCs. Dass diese einen Film nicht unbedingt besser machen, bewies zuletzt der Ultimate Cut von Batman v. Superman, aber bei Warcraft habe ich die Vermutung, dass sehr wichtige Elemente mit Sorge um das Pacing und die Aufmerksamkeit der normalen Kinogänger rausgenommen wurden.

Übrigens auch sehr interessant ist sein Verhältnis zu Mute, seinem langwährenden Science Fiction Projekt, das er gerade in Berlin preppt.

Now you’re in Berlin prepping Mute. You didn’t take a break.
Mute is massively therapeutic for me. It really is. I’m equally proud and furious about Warcraft. I love it. I spent so much time on it. I put all my heart into trying to make it work. Parts of it, I think, work, but it also drives me crazy that I wasn’t able to push through everything that I knew needed to happen in order to make the film I knew it could be.

Höchst interessante und offene Worte von einem Filmemacher, der damit sicher nicht alleine dasteht.

Absolutely based. Praise be, Waititi, praise be. Darauf hat das ganze MCU hingearbeitet.

Eigentlich hatte Uwe Boll genug. Er sagte “Fuck you all” zu Hollywood, Crowdfunding und dem Filmemachen. Nun kommt Rampage 3 aber trotz der fehlgeschlagenen Kickstarter-Kampagne am 28. Oktober in die deutschen Heimkinos. Seinem Versprechen in Rente zu gehen hält er jedoch ein. Zum Abschied gab es nun also die einmalige Chance für Moviepilot, Boll während der PR-Kampagne für den Filmcheck zu verbuchen und ihm in einem Rundgang durch eine Videothek ein bisschen auf den Zahn zu fühlen.

Und siehe da, Herr Boll hat einen ziemlich treffsicheren Geschmack. Was auch wieder beweist: Nur weil man Filme schaut und “versteht, was sie gut macht”, heißt doch noch lange nicht, dass man auch gute Filme machen kann. Eine wichtige Lektion für viele Hobbykritiker. Seine Aussagen zum Independentfilm und den Streamingdiensten sind zwar völliger Quatsch, aber insgesamt ist das doch ein süßes Video geworden. Mit Uwe würde ich gerne mal einen trinken gehen.

Und ich möchte bitte ein Gif von ihm vor den ganzen Young Adult Filmreihen und dem Untertitel “Und der ganze Scheiß hier!”.

Update! Danke Stefan! uwe boll young adult