John Wick zählte zu den überraschendsten und besten Actionfilmen der letzten Jahre. Keanu Reeves ging voll in der Rolle des mysteriösen Söldners auf, der sich eigentlich zur Ruhe setzen will, aber noch eine Rechnung offen hat. Diesen Witz wiederholt man jetzt für das Sequel. Noch wirkt er charmant und den kinetischen Kampf-Schuss-Stil der Regisseure (Moviepilot: “Was macht eine gute Actionszene aus?”) finde ich ebenfalls weiterhin erfrischend. Einen dritten Teil sollte man sich aber zumindest aus kreativer Sicht gut überlegen. Keanu darf aber eh alles. Ich meine…

Fast sechs Jahre sind seit der letzten Star Wars Review von Mr. Plinkett vergangen. In der Zwischenzeit ist einiges passiert, nicht nur hinsichtlich des Film-Franchises. Deshalb wadet Mike Stoklasa als Mr. Plinkett in seinem neuen Video, das nicht umsonst “The Star Wars Awakens Review” und nicht “The Force Awakens Review” heißt, durch etliche Neuerung und Konversationen der letzten Jahre. Und daher argmuentiert er gegen die Anhänger der Star Wars Ring Theory und die Prequel Fan Renaissance bevor er sich endlich mit The Force Awakens auseinandersetzt, den er ja eigentlich recht toll fand.

Dies ist punktuell durchaus unterhaltend und man erhält ein gutes Gefühl, weil man die eigene Meinung vorgetragen bekommt, aber das ist zu großen Teilen auch sehr langweilig oder zumindest langatmig, da die Theorien und Internetphänomene erst erklärt werden müssen, bevor Mike sie auseinandernimmt. Wer sich damit seit Längerem beschäftigt, findet hier wenig Neues.

Dann aber gibt es in dem letzten Drittel des neuen Videos von Red Letter Media endlich die Review zu Episode VII. Mike ist inzwischen wie viele der zunächst begeisterten Fans etwas desillusioniert (da TFA spätestens beim zweiten Viewing seine Schwächen brutal offenbart), aber immer noch recht positiv. Er wiederholt viele bekannte Talking Points aus dem Netz und stört sich im Unterschied zu mir zum Beispiel wenig an der Mystery Boxification des Franchises. Stattdessen bietet er seine eigene Version des Films, da dieser laut ihm hauptsächlich an verpassten Chancen leidet. Den einzigen wirklich interessanten Punkt, den ich so kaum bisher irgendwo sah, ist die Sache mit dem sterilen Storytelling. Ja, das wurde sicherlich bereits mehrfach an Abrams’ Arbeit kritisiert, aber an der Entsexualisierung des Films hat das so kaum bisher einer festgemacht.

Insgesamt aber muss man als langjähriger Fan dieser Videos enttäuscht sein. Ich schaue mir die Prequel Reviews bestimmt einmal im Jahr an, weil es unglaublich unterhaltsame und lustige Videos sind. Nicht, weil ich dabei meine Jar Jar Binks Voodoo Puppe in einem Ritual quäle. Diese Review passt eigentlich zur gesamten neue Flut an Star Wars Filmen, die jetzt nicht mehr abebben wird. Es geht weniger um die vielen Probleme an The Force Awakens, als um die generelle Müdigkeit des Fan-Seins, die sich seit der Disney’schen Wiedergeburt bei vielen älteren Anhängern der Filmreihe eingebürgert hat. Das war wohl notwendig und das kann ich verstehen. Ironischerweise verwandelt Stoklasa sein Video damit jedoch zu einer verpassten Chance.

JFK vs. NIXON vs. TRUMP

28 Sep, 2016 · Sascha · Film · 1 comment

Presented without comment.

Firewatch wird verfilmt

27 Sep, 2016 · Sascha · Film · 0 comments

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THR berichtet, dass Campo Santos Firewatch verfilmt wird. Der Spieleentwickler schließt sich zusammen mit dem Filmproduzenten Good Universe, um die Grenzen zwischen Videospielen und Filmen zu überbrücken. Eine Adaption von Firewatch, einem der besten Spiele des Jahres, sei ein erstes gemeinsames Projekt.

“When we met Good Universe we were floored by how they recognize, cultivate and produce incredible stories. It’s rare you meet another group that shares so many of your values and makes the process of creating things even more exciting. We can’t wait to see what we make together,” said Campo Santo founder Sean Vanaman, who announced the deal with co-founder Jake Rodkin and Good Universe’s co-founder Joe Drake and vp international Akshay Mehta.

Ich bin kein großer Fan der Filme, die Good Universe bisher produziert hat. Firewatch funktioniert vor allem auf Grund der einmaligen grafischen Gestaltung sowie einer hoch emotionalen Story, die dem Spieler nicht das gibt, was er will. Gerade dieser Punkt macht das Spiel und das Ende so besonders. Sollte man daraus eine treue Adaption produzieren können, eventuell sogar mit den Sprechern Cissy Jones und Rich Sommer aus dem Spiel und einem talentierten Indie-Regisseur, hätte der Film definitiv Chancen auf Preise, zum Beispiel beim Sundance Filmfestival. Das halte ich für gar nicht unabwegig.

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Vor ein paar Monaten hatte Matt Vince diese fantastischen Fake-Poster für einen Zelda-Film im Stil von Studio Ghibli gemalt. Die Dinger gingen viral, auch ich habe sie hier irgendwo auf dem Blog and that was that. Dachte ich jedenfalls! Dieses großartige Hirngespinst hat Matt weitergesponnen und in einen Trailer verwandelt. Check it out!

Kann das bitte echt sein? Bitte? Wieso ist das nicht echt? Nintendo wird das Ding wahrscheinlich noch eher löschen als Matt Vince für dieses wunderschöne Video irgendwelche Kompensationen oder Kooperationen anzubieten. Ich habe auch nicht wirklich mehr zu sagen. Alles passt. Es ist einfach so wunderschön.

Blade Runner – Future Noir

22 Sep, 2016 · Sascha · Film · 2 comments

Sehr schickes Mood Piece von Andy Kelly, dem Schöpfer der Other Places Videoreihe, die sich mit den Welten in Videospielen beschäftigt. Kein besonderes Video, kein Video-Essay, keine Narration, einfach ein paar Szenen aus dem Film unterlegt mit dem Soundtrack von Vangelis. Manchmal braucht man sowas. Ich möchte oft nicht den ganzen Film gucken, auch nicht einzelne Szenen, sondern einfach die Stimmung des gesamten Films kurz und bündig in einem kleinen Video nachempfinden können. Deshalb mag ich solche Mood Pieces.

Das Drama um das Drehbuch von Prometheus hat mich damals nicht nur dazu inspiriert, die beiden Drehbuchentwürfe von Damon Lindelof und Jon Spaiths zu lesen, sondern auch Spaiths weitere öffentlich verfügbare spec scripts zu durchforsten. Passengers ist ein unglaublich gutes Drehbuch, das ich binnen drei Stunden verschlang. Ursprünglich sollten Keanu Reeves und Rachel McAdams die Hauptrollen übernehmen, nun tun das Mr. und Mrs. Reddit.

Morten Tyldum hat das Drehbuch verfilmt, definitiv nicht meine erste, zweite oder dritte Wahl, da ich seine bisherigen Filme sehr zum Einschlafen finde. Kameramann Rodrigo Prieto (Brokeback Mountain, Argo, The Wolf of Wall Street, Scorseses neuer Film Silence) rettet aber mit sehr hübschen Bildern den Trailer. Insgesamt wirkt mir das aber alles zu glatt und diese Parodie einer Perfüm-Werbung trifft den Nagel auf den Kopf.

A perfume commercial

Jennifer Lawrence and Chris Pratt are two passengers onboard a spaceship transporting them to a new life on another planet. The trip takes a deadly turn when their hibernation pods mysteriously wake them 90 years before they reach their destination. As Jim and Aurora try to unravel the mystery behind the malfunction, they begin to fall for each other, unable to deny their intense attraction… only to be threatened by the imminent collapse of the ship and the discovery of the truth behind why they woke up.

Passengers kommt bei uns am 5. Januar in die Kinos und wird in den USA über Weihnachten jede Menge Kohle scheffeln. Als Konsequenz wird Hollywood sicherlich auf weitere Sci-Fi Geschichten wie Spaiths’ Shadow 19 oder in andere originelle Drehbücher investieren. AHAHAHAHAHA!

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Große Liebe für Star Wars: Pew-Freund Owley bei einem Interview mit Giacchino

Die Umbrüche bei Rogue One: A Star Wars Story reißen nicht ab. Komponist und Oscar-Gewinner Michael Giacchino ersetzt Komponist und Oscar-Gewinner Alexandre Desplat. Erst einmal kein Problem, oder? Giacchino ist ein erstklassiger Komponist und wird seit Jahren als der inoffizielle Nachfolger/Erbe von John Williams gehandelt. Giacchino passt einfach zu Star Wars. Seine melodischen Kompositionen sind einprägsam, seine Musiktitel sind hilarious und er macht mit seinen klassischen Motiven großartige Momente noch größer. Nicht umsonst schrieb LOST-Schöpfer Damon Lindelof Sätze wie “Giacchino plays the momentousness of the moment” in sein Skript. Giacchino liefert ab.

Dass Giacchino den Score nun übernimmt, ist kein “Problem”. Es ist lediglich ein Symptom der Veränderungen an Rogue One, die jetzt Form annehmen. Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Ich bin mir trotz der beschwichtigenden Pieces wie dem in der Disney-nahen Entertainment Weekly sicher, dass der ursprüngliche Pitch eines Kriegsfilms im Star Wars Universum nicht dem endgültigen Film entsprechen wird. Im Trailer sind viele Explosionen, Laser und PewPewPew zu sehen, aber muss eben nicht bedeuten, dass der Ton dem eines Kriegsfilms entsprechen wird. Auch in Marvels Civil War wurde viel gekämpft.

Alexandre Desplat ist nicht “dark and gritty™” und der Film muss diesem Blockbuster-Meme auch nicht folgen, um erfolgreich zu sein oder zu gefallen. Aber Rogue One ist ein Spin-off und versprach zumindest anders zu werden als der bisherige Space Opera Abenteuerfilm, von dem wir inzwischen sieben DVDs im Regal stehen haben. (weiterlesen…)