Seitdem Zack Snyder den Regieposten bei Justice League verlassen hat, wurde es etwas still um den Regisseur. Ganz untätig blieb er in seiner persönlichen Auszeit jedoch nicht. Snyder ist dazu der Auffassung, dass man einfach rausgehen und etwas drehen soll, wenn man einen Film machen will. Die Möglichkeiten dazu hat heute jeder in seiner Hosentasche. Um das seinen Schülern eines Kurs, den er bald lehren wird, zu beweisen, hat er einen Kurzfilm in seinem Stil mit dem iPhone gedreht.

Natürlich hat er jede Menge Gadgets benutzt (Zeiss ExoLens und Mount, Smartphone Rigs,einen Kessler Pocket Dolly sowie eine Drohne und die FiLMiC Pro app um die Kamera zu kontrollieren), sodass der Look seinen Filmen in nichts nachsteht. Ich finde, das ist gelungen. Dazu braucht man auch noch eine kleine Crew, Schauspieler, Kostüme und einen professionellen Coloristen für die Postproduktion, aber an und für sich will er ja nur beweisen, dass einen heute nichts mehr wirklich zurückhalten muss. Es muss also niemand wie Werner Herzog eine Kamera aus einem Muserum stehlen, um einen Film zu drehen.

Nettes Teil auf jeden Fall und es freut mich, dass der Mann wieder hinter der Kamera steht.

Alicia Vikander ist Lara Croft. Sobald man als Schauspieler/in den Oscar in der Tasche hat, heißt es: Zahltag. Der Gewinn eines Oscars markiert jedoch häufig den Anfang vom Ende der Karriere. Halle Berry bekam den Oscar und machte Catwoman. Adrien Brody spielte Klaivier und kämpfte dann gegen King Kong. Es gibt etliche Beispiele, die diesen Oscar-Fluch beweisen könnten, doch die Karriere von Vikander ist noch so jung, so frisch und dennoch mit bereits guten Darstellungen versehen, dass ihr ein Eintrag in etwaigen Bildergalerien erspart bleiben dürfte.

Trotzdem ist eine Videospielverfilmung riskant. Die meisten Adaptionen sind cineastisches Gift. Der große Hoffnungsträger der Spieleverfilmung Warcraft war der letzte Nagel im Sarg des Genres. Warcraft war zwar visuell ambitioniert und treu umgesetzt. Mehr aber auch nicht. Gleiches dürfte für Alicia Vikander und ihr Tomb Raider Reboot gelten. Am meisten interessiert mich tatsächlich wie teilweise treudoof die Einstellungen und scheinbar auch die Handlung vom Spiele-Reboot (2013) kopiert wurden. Ich mochte das Spiel sehr, weshalb mich das nicht weiter stört und Vikander entspricht auch eher meiner idealen Lara. Color me intrigued.

August 21st, 2017

16 Aug, 2017 · Sascha · Film · 0 comments

Auch bei all dem beachtlichen Fortschritt in der Raumfahrt (SpaceX flog zum Beispiel erst gestern wieder mit der Falcon 9 eine Dragon-Ladung für die ISS ins All und landete die Rakete wieder sicher und routinemäßig auf dem Boden), aber bei diesem Tweet musste ich wirklich kurz schlucken. Ich dachte auch wir wären einfach weiter. Die ESA treibt zwar die Pläne für ein Monddorf der Nationen voran, aber naja. Weiter eben.

Die wunderbaren Menschen von den Auralnauts haben für alle Studio Execs die Formel für erfolgreiche Trailer auf das Wesentliche reduziert und in einem schnittigen Video festgehalten. Kann man nichts falsch machen.

Loving Vincent ist ein Film über Vincent van Gogh. Der Film ist jedoch kein schlichtes Biopic, sondern ein animierter Spielfilm, der im Stil von van Goghs Gemälden erzählt wird. Der Effekt wird dadurch erzielt, dass 65000 individuelle Frames von 125 professionellen Künstlern gemalt wurden – Öl auf Leinwand. Dazu leihen bekannte Darsteller wie Saoirse Ronan, Jerome Flynn oder Chris O’Dowd den Figuren ihre Stimmen. Loving Vincent läuft am 28. Dezember 2017 in den deutschen Kinos an und dürfte ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk für Filmfreunde werden.

The film brings the paintings of Vincent van Gogh to life to tell his remarkable story. As remarkable as Vincent’s brilliant paintings, is his passionate and ill-fated life, and mysterious death.

Loving Vincent ist besonders, aber nicht einmalig. Bereits Ende der Neunzigerjahre gewann der Kurzfilm The Old Man and the Sea (von Alexander Petrow, nach Hemingways Novella) den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. In knappen zwanzig Minuten erzählt der Film vom alten Mann und seinem Kampf gegen die Natur. Petrows Film wurde auf Glasschreiben gemalt und erzielt einen ganz eigennartigen, traumhaften Effekt, bei dem die Farben fast ineinander verschwimmen. Insofern ist die Idee von Loving Vincent nicht neu, dafür aber in der Spielfilmlänge wesentlich ambitionierter.


Marvel

Jaja, ich weiß, als ich von einem Retro-Musikvideo als Promo für die Blu-ray von Guardians of the Galaxy 2 musste ich auch erst einmal laut seufzen. Doch das Ding kann überraschenderweise was und versprüht trotz dem immer anstrengenden David Hasselhoff einen charmanten Dschinghis Khan Vibe, der mir immer gut abgeht. Und überhaupt gab es da schon viel schlimmere Aktionen und virale Versuche, sodass das hier wohl dank James Gunn ziemlich gut in Erinnerung bleiben dürfte – im Unterschied zu Guardians of the Galaxy 2.

Und Täglich Grüßt Bill Murray

12 Aug, 2017 · Sascha · Film · 0 comments

Bill Murray hat die Premiere der Musicaladaption von Groundhog Day besucht und war am zweiten Tag der Vorstellung wieder da. Hihi.

Das Ghostbusters Remake ist ein fürchterlicher Film. Paul Feigs Film ignoriert die Geschichte der Reihe, die ihm die große Aufmerksamkeit erst garantiert, erarbeitet gleichzeitig nichts Neues und tut etwas Unverzeihliches, das keine Komödie tun darf: Er ist schlicht nicht lustig.

Es gibt viele gute Gründe, den Film nicht zu mögen. Dazu gehört nicht, dass es die etablierten Figuren und Geschichten ignoriert. Dazu gehört nicht, dass das Marketing absolut katastrophal war. Dazu gehört ebenfalls nicht, dass die Schauspielerinnen nicht lustig sind. Und ganz sicher gehört dazu nicht, dass Frauen die Hauptrolle spielen. Es liegt auch nicht an den etlichen Witze über Flatulenz, Brüste, Queefs oder Penisse. Auch das laute Schreien, obwohl unlustig und kein Stück besser als in den Trailern, ist kein grober Fehler.

Stattdessen versagt Paul Feig bei den wichtigsten Elementen einer Komödie. Weder schafft es Feig, eine stringente Tonalität zu inszenieren, noch trifft er das für Humor essenzielle Timing. Solche konzeptionellen Ansätze sind ohnehin nicht der Style des Regisseurs. Wie Hemsworth in einem Video bestätigte ist die Arbeitsmethode von Feig die von vielen modernen Komödiegiganten wie Judd Apatow: Einfach die Kamera laufen lassen, ein paar Sätze aufsagen lassen und improvisieren – irgendwie wird es schon funktionieren. Spätestens im Editing Room müsste dem Mann dann auffallen, dass seine Version der Impro-Methode fehlschlägt. Doch der Film beweist seine Unfähigkeit. (weiterlesen…)