Vor vierzig Jahren hatte George Lucas die Vision, dass Lichtschwertkämpfe wie Duelle der Samurai aussehen sollen. Dazu ordnete Lucas die Schauspieler an, die Lichtschwerter mit beiden Händen zu führen, da es sich um schwere Waffen handeln würde. Mark Hamill fand dies immer schade, ganz besonders weil Lucas zu Zeiten der Prequel-Drehs seine Meinung plötzlich geändert hatte. Die neuen Filme unter Disneys Führung setzen eher auf die Emotionalität der Figuren und die Wucht der Schwerter.

Dieser virale Teaser zu einem 2018 erscheinenden Kurzfilm findet irgendwo den Mittelweg und kann den Kampf zwischen Obi-Wan und Vader aus Episode IV sanft updaten ohne unglaubwürdig zu werden. Ich bin gespannt auf das fertige Produkt.

This is a small teaser for a reimagining of the Vader vs Kenobi fight from A New Hope that I am VFX Supervising. More to come soon! Full scene coming in 2018.

Blame it on the streaming revolution. Es ist eine Tatsache, dass DVD- und Blu-ray-Verkäufe sinken, während die Zahl der Streamingnutzer stetig wächst. Ein interessanter Nebeneffekt davon ist, dass kaum einer mehr die Special Features – wenn es denn noch welche gibt – auf den Heimkinoveröffentlichungen schaut. Nun sind die Star Wars Prequels schon vor einiger Zeit erschienen, doch der Klickerfolg des Videos zum “überraschenden” Einsatz von Sets und Miniaturen beweist, dass eine ganz neue Generation scheinbar noch nie die zahlreichen und wertvollen Behind-the-Scenes Aufnahmen vom Dreh der Filme gesehen hat. Selbst eingefleischte Fans, die dann von Disneys Marketingmaschinerie an der Nase herumgeführt wurden, glaubten bei Episode VII würde sich plötzlich viel ändern.

Stattdessen zeigt das Video wie viel eigentlich für die Filme gebaut wurde und dass das Compositing sowie Lucas’ Regieentscheidungen und der Stand der damaligen Technik eher Schuld an dem Look der Filme waren. Trotzdem ist besonders Episode I im Vergleich sehr gut gealtert. Ein Problem meiner Ansicht nach, das keine Erwähnung im Video findet, ist der Wechsel von Film zu Digital nach Episode I. Gerade Episode II wird häufig für seinen schlechten Look kritisiert und das liegt eindeutig an diesem Wechsel.

Die Lichter gehen aus, jetzt noch ein paar Trailer und ein bisschen Werbung, dann beginnt endlich der Film. Folglich wird man in eine ganz andere Welt transportiert, kann loslassen und sich nicht nur in den Sitz fallen lassen. Ein wenig Zeit vergeht. Der zweite Akt hat längst begonnen. Es gab die ersten Actionszenen, es wurde geschossen oder gerannt, geliebt oder gestritten. Gerade jetzt nimmt der Plot etwas an Fahrt auf. Doch dann das: In einem ruhigen Moment des Films wird das Bild plötzlich schwarz, der Ton verstummt. Dies ist kein technisches Problem, sondern es handelt sich um eine bewusste Unterbrechung der Immersion des zahlenden Zuschauers aus rein kommerziellen Zwecken.

Pausen im Kino sind schrecklich. Viele Filmfans aus ländlichen Gegenden kennen das Problem. Ein neuer Film läuft in den Kinos an und man möchte das große Spektakel natürlich auf der möglichst größten Leinwand mit der besten Technologie sehen. Wenn alles glatt läuft, bietet die CineStar Kinokette in meiner Heimat daher die eigentlich beste Kinoerfahrung. Das Saarland ist klein und hat eben viele, kleine Kinos, die entweder historisch interessanter oder von der Ausstattung her charmanter als ein Multiplex sind. Aber wenn ich einen Film mit audiovisueller Wucht sehen möchte, dann gibt es einer Ansicht nach bei uns nur das CineStar als Auswahl.

Bereits vor fünf Jahren habe ich meinem Unmut über Pausen im Kino kund getan. Außer dem CineStar kenne ich in meiner Umgebung kein einziges Kino, das Pausen bei “Überlänge” einlegt. Auch in den schönen Mutiplex-Kinos des Nachbarlands Luxembourg gibt es keine Pausen. In meinem alten Post hatte ich damals die kuriose Auswahl der Pausen dargelegt. Ein Indie-Film mit fast 160 Minuten bekommt keine Pause, während Blockbuster wie Hunger Games mit weitaus weniger Länge unterbrochen wird. Ich hatte damals in dem Sneak-Preview-Forum des Kinos nachgefragt, wie viel Einfluss man als Betreiber auf die Pausen hat und was die offizielle Begründung für die Pausen ist. Die Erklärung kam überraschend deutlich, auch weil die Seite privat geführt wurde. Die Pausen sind von oben angeordnet und dienen, wie vermutet, natürlich nur der Gewinnmaximierung. Ich war überrascht, wie klipp und klar mir das mitgeteilt wurde.

Ich kann den Gedanken der Pausen zumindest im Ansatz nachvollziehen. An den Kinotickets verdienen die Ketten sowieso wenig, der Essensverkauf ist die Haupteinnahmequelle eines Betreibers. Dazu sind Streamingdienste zur enormen Konkurrenz geworden und die sinkende Qualität der Blockbuster hilft auch nicht, die Besucherzahlen zu steigern. Aber Pause sind nicht die Lösung des Problems. Gerade beim Vergleich von Netflix vs. Kino gewinnen die Lichtspielhäuser doch haushoch, wenn es um die Immersion geht. Große Leinwand, hammer Sound – und gerade hier will man dramatisch reinqrätschen und den Zuschauer für 15 (!) Minuten aus dem Filmerlebnis reißen?

Ich beschäfte mich mit dem Thema, weil ich gerade das vergangene Filmjahr reflektiere. Ein Kinobesuch im Sommer hat mich besonders geärgert. Valerian hatte es ohnehin schwer an den Kinokassen. Dass der Film dann noch eine Pause von – ich habe die Uhr mitlaufen lassen – 16 Minuten und 43 Sekunden erleiden musste, hat sicherlich nicht geholfen. Dass jedoch vorher weder online noch offline deklariert wurde, dass der Film pausiert werden würde, sondern erst im Kinosessel vor dem direkten Beginn des Films eine Nachricht eingeblendet wurde, brachte mich zur Weißglut. Was für ein perfides Spiel mit dem Zuschauer. Erst wenn er nicht mehr davonrennen kann, wird ihm bewusst gemacht, dass er in einem anderen Kino die bessere Erfahrung gehabt hätte. Dazu wird dann doch in der gesamten Pause eine Essenswerbung eingeblendet. Die meisten Zuschauer bleiben ohnehin genervt sitzen. Das Essen ist teuer genug, groß können die Einnahmen also nicht wirklich sein. Ein anekdotischer Beweis, aber dennoch glaube ich nicht, dass sich das bei einer Rechnung wirklich groß lohnt.

Das scheint dem CineStar aber egal zu sein. Die Kinoerfahrung oder der Zuschauer liegen ihm scheinbar ohnehin nicht am Herzen. Bereits vor einigen Jahren tauschte man die Kinotickets in Kinoquittungen um. Statt einem kleinen Stück Erinnerung gibt es nun eine Kaufbestätigung. Ich sammelte diese Tickets gerne in einer Box und klebte sie vor langer Zeit mal als ein Geschenk für einen Freund in ein Scrapbook, denn die Besuche im CineStar waren für uns immer schöne Erinnerungen. Wieso der Wechsel zur Kinoquittung? Auf der inzwischen gelöschten Facebook-Seite des Saarbrücker CineStars (in der Zwischenzeit wurden alle lokalen Seiten gelöscht, es gibt nur noch eine zentrale Anlaufstelle für das CineStar auf Facebook) wurde mir keine schlüssige Antwort gegeben. Mit Kinotickets lässt sich kaum nicht die Umwelt retten. Sind reguläre Tickets also einfach zu teuer? In der vagen Antwort des Kinos wurden damals auch Vorteile für den Zuschauer angesprochen, die sich mir bis heute nicht erschließen wollen.

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Währenddessen sehe ich schöne Fotos wie das von Bianca, für die der Kinobesuch von Die Schöne und das Biest als Disney-Megafan natürlich ein besonderes Erlebnis ist, an das sie sich noch in vielen Jahren erinnern wird – auch dank der schönen Tickets.

Was also tun? Längere Fahrten ins nahe gelegene Ausland auf sich nehmen? Kleinere Kinos noch mehr unterstützen und bei bildgewaltigen Blockbustern in den sauren Apfel beißen? Das CineStar scheint zu wissen, dass es keine wirkliche Alternative gibt. So macht das keinen Spaß mehr. Mein Vorsatz in Sachen Film für das neue Jahr scheint also klar.

In ihren Sitzen mit Kabeln festgebunden und Getränke schlürfend haben die Besatzung der ISS The Last Jedi am Heiligabend gesehen. So eine Momentaufnahme wird mich niemals nicht komplett verblüffen.

Han Solo mit grüner Haut, Stormtrooper mit Lichtschwerter und ein weiblicher Luke namens Starkiller. Die ersten Entwürfe von Star Wars sind berühmt-berüchtigt für die wilden kreativen Entscheidungen. Am Ende wurde das Universum etwas konventioneller, doch zuvor hat George Lucas zusammen mit Concept Artist Ralph McQuarrie diese Ideen zumindest auf dem Papier ausgespielt. Die Zeichnungen sind heute natürlich legendär und unter Fans schwer beliebt. 2013 gab es eine Comic-Adaption von DarkHorse, Hasbro brachte zum 30. Geburtstags eine ganze Serie an Actionfiguren auf den Markt und Sideshow Collectibles bietet hochwertige Statuen der Entwürfe an, die Sammlerherzen höher schlagen lassen.

Da geht noch mehr, dachten sich die Schüler der DAVE Film School und haben aus den Zeichnungen einen Trailer produziert, der erstaunlich nahe an den Originalzeichnungen dran ist. Die Figuren bewegen sich kaum und man versucht auch erst gar nicht, eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Stattdessen sind es nur minimal animierte Umsetzungen der Szenen, was ich für ziemlich clever und wirklich effektiv halte.

Mark Hamill – Hurt

17 Dec, 2017 · Sascha · Film · 7 comments

I LOVE YOU MARK
(Mein Video ist aber besser)

Disney killt die Star Wars Episode

13 Dec, 2017 · Sascha · Film · 1 comment

Wenn in der Vergangenheit ein Star Wars Film endete, erschienen im Anschluss Geschichten in anderen Medien, die mehr von den Reisen der Helden erzählten. Bereits 1978 erschien der erste Expanded Universe Roman Splinter of the Mind’s Eye von Alan Dean Foster. Auch das Holiday Special, dessen Kanon-Status sowie Mehrwert Thema häufiger Diskussionen war, erschien im gleichen Jahr. Von 1977 bis 1986 veröffentliche Marvel Star Wars Comics. Bereits während die alte Trilogie in den Kinos lief, wurden Büchertrilogien über Han Solo und Lando Calrissian veröffentlicht. Später, während der Prequel Trilogie, wurde das Cross-Media-Storytelling zum Standard. Tartakovskys Clone Wars verband Episode II mit Episode III. Jugendbuchromane gaben Einblicke in die Trainingsjahre von Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi als Padawan.

Viele Bücher und Comics verbanden die Filme miteinander. Manchmal auch Videospiele. Nichts musste gelesen werden, um die Filme zu verstehen oder zu genießen. Aber durch die Erzählungen entstand das Gefühl eines erweiterten Universums. Unterstützt durch die großen Zeitspannen von 13 bzw. 4 Jahren, die die Trilogien abdecken, konnten Lücken gefüllt und weitere Abenteuer erzählt werden. Als Gesamtprodukt konnte George Lucas auf ein immenses Universum blicken, vorangetrieben durch die Kinofilme, die zwar narrativ zusammenhängen und aufeinander aufbauen, aber nicht chronologisch aufeinander folgen. Star Wars Episoden wurden somit zum Einblick in ein riesiges Universum. Die Episoden fokussierten sich auf die wichtigsten Momente der Skywalker-Familie, die den Lauf der Galaxis wesentlich mitbestimmten.

Die neue Star Wars Trilogie unter der Führung von Disney tut dies nicht mehr. Ja, es erscheinen auch weiterhin Bücher und Comics und kürzlich sogar auch wieder Videospiele, aber sie sind trotz ihrer extrem bewussten Verknüpfung nur minimal mit den Filmen verknüpft und spielen viele Jahre vor den neuen Filmen. Luke findet in Battlefront II einen Kompass und im Comic Shattered Empire zwei Machtbäume (Ja, wirklich.), die eventuell in The Last Jedi ins Spiel kommen werden. Doch noch weiß ich von nichts, da ich den Film nicht gesehen habe. Was jedoch bereits jetzt schon feststeht, ist, dass Episode VIII den neuen Schritt wagt und keinen Zeitsprung zwischen die Episoden baut. Damit verkommt die Episode eben nur zum sehr direkten Sequel.

Dies ist eine Konsequenz von Disneys fehlender Vision für diese Trilogie. Weder Abrams, noch Kennedy oder Lawrence Kasdan scheinen eine Idee davon zu haben, was mit Luke Skywalker zu tun ist. Also vermischen sie zwei Filme, die Suche nach Luke Sykwalker und die um den Kampf der Resistance gegen die First Order, die zusammen nicht funktionieren. Alleiniger Synergieeffekt: Die Auflösung um Luke Skywalker wird ein paar Jahre verschoben, jemand anderes soll ich darum kümmern. Das ist schwach. Selbst Mark Hamill wusste nicht, was von ihm in den finalen Momenten des Films als Schauspieler verlangt wurde. Er hat mehrfach betont, dass er unzufrieden mit der stiefmütterlichen Behandlung von Luke als Figur ist. Direkte Anfragen bei JJ Abrams, was seine Figur denkt und fühlt und durchgemacht hat, blieben unbeantwortet. Selbst Rian Johnson musste am Ende des Drehs einspringen, um seine persönliche Vision durchzusetzen; er bat Abrams um eine Änderung des finalen Moments.

Ist das jetzt alles so schlimm? Die Frage wird erst The Last Jedi vollends beantworten können. Es ist sicherlich ein Experiment. Was wird zum Beispiel im Title Scrawl stehen? Der Inhalt von The Force Awakens? Gibt es endlich mehr Informationen darüber, wie die Neue Republik auf die Zerstörung des Hosnian Prime Systems reagierte? Und wie wird nun alles fortgeführt? Gibt es Zeitsprünge innerhalb des Films? Wird die Erzählung einfach mehrere Monate abdecken – wie Empire das mühelos tut?  (weiterlesen…)

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