Das Ghostbusters Remake ist ein fürchterlicher Film. Paul Feigs Film ignoriert die Geschichte der Reihe, die ihm die große Aufmerksamkeit erst garantiert, erarbeitet gleichzeitig nichts Neues und tut etwas Unverzeihliches, das keine Komödie tun darf: Er ist schlicht nicht lustig.

Es gibt viele gute Gründe, den Film nicht zu mögen. Dazu gehört nicht, dass es die etablierten Figuren und Geschichten ignoriert. Dazu gehört nicht, dass das Marketing absolut katastrophal war. Dazu gehört ebenfalls nicht, dass die Schauspielerinnen nicht lustig sind. Und ganz sicher gehört dazu nicht, dass Frauen die Hauptrolle spielen. Es liegt auch nicht an den etlichen Witze über Flatulenz, Brüste, Queefs oder Penisse. Auch das laute Schreien, obwohl unlustig und kein Stück besser als in den Trailern, ist kein grober Fehler.

Stattdessen versagt Paul Feig bei den wichtigsten Elementen einer Komödie. Weder schafft es Feig, eine stringente Tonalität zu inszenieren, noch trifft er das für Humor essenzielle Timing. Solche konzeptionellen Ansätze sind ohnehin nicht der Style des Regisseurs. Wie Hemsworth in einem Video bestätigte ist die Arbeitsmethode von Feig die von vielen modernen Komödiegiganten wie Judd Apatow: Einfach die Kamera laufen lassen, ein paar Sätze aufsagen lassen und improvisieren – irgendwie wird es schon funktionieren. Spätestens im Editing Room müsste dem Mann dann auffallen, dass seine Version der Impro-Methode fehlschlägt. Doch der Film beweist seine Unfähigkeit. (weiterlesen…)


Christopher Nolans Dunkirk ist umstritten. Das ist keine Überraschung. Der oft kontrovers diskutierte Regisseur will mit seinem Film überwältigen, in dem er eine Virtual Reality Erfahrung ohne Brille auf die Leinwand projiziert. Doch zu welchem Zweck? Und ist das überhaupt richtig so? Handelt es sich hier um einen politischen Film oder will Nolan nur große Bilder? Über das und vieles mehr habe ich mit Lucas gesprochen, der erneut so freundlich war, mich in seinen Longtake Podcast einzuladen.

In Episode #88 sprechen Sascha (von pewpewpew und Wowcast) und Lucas B. über Christopher Nolans Kriegsdrama Dunkirk. Dabei geht es um Überwältigungskino, Maschinenfilme, Ordnung, Chaos und Krieg als abstraktes Prinzip. (Enthält Spoiler.)

Für Feedback oder Fragen schreibt ihr den Leuten bitte eine Mail an feedback@longtake.de oder ihr folgt @longtakede direkt auf Twitter.

Shownotes
00:32 – Intro + Vorstellung des Gasts
1:45 – Einführung: Dunkirk
4:00 – Nolans Mission
8:50 – Denken im Kino
15:14 – Nationalpathos
25:50 – Maschinenbauer Nolan
32:15 – Montage
39:22 – Ein Anti-Kriegsfilm?
43:45 – Der Soundtrack
52:03 – Melodramatische Zuspitzungen
1:02:21- Bilder, die uns im Kopf geblieben sind
1:08:40 – Fazit: Dunkirk
1:11:50 – Social Media + Verabschiedung

(Ausschnitte aus den Filmen unterliegen dem Copyright des entsprechenden Filmverleihs und werden aus rein journalistischer Intention unkommerziell genutzt.)

Das vermeintliche Mysterium um das virale Close Encounters Video ist gelüftet. Natürlich handelt es sich um einen Re-Release in den US-amerikanischen Kinos zum 40. Jubiläum des Films. Die überarbeitete 4K-Fassung erhält zum Start auch diesen modernen Trailer, der davon ausgeht, dass man den Film schon gesehen hat.

Man hätte da ein bisschen mehr das Mysterium um die Landung der Außerirdischen für Newbies aufrecht erhalten können. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich das heutige Filmmarketing mit Klassikern mischt und hier gefällt mir insbesondere der Einsatz von Williams’ bedrohlichen Tönen der Aliens zum Beginn des Trailers. Quasi der Vorgänger des Inception-BRAAAHMs. Später wird das alles ein bisschen zu konventionell, auch dank der beliebigen Musikuntermalung, aber immerhin ist das Ding noch besser als der originale “Trailer”, der eher einem heutigen Featurette entspricht. Als Artefakt aber eigentlich auch ganz süß, das zum Nachdenken anregt. Wie werden Trailer wohl in 40 Jahren aussehen?

Über einen deutschen Re-Release gibt es übrigens noch keine Informationen, aber ich gehe mal davon aus, dass wir da leer ausgehen werden. Schade, denn ich würde einen meiner absoluten Lieblingsfilme wirklich gerne mal im Kino erleben.

Comic-Con! In der berühmt-berüchtigten Hall H des San Diego Convention Centers gab es übers Wochenende wieder viel Hype um neue Filme und Serien. Hier ein kleiner Überblick über das, was ich grundlegend interessant finde.

Fangen wir doch mit Stranger Things an. Ich habe zu der Serie ein wohl dokumentiertes, eher gespaltenes Verhältnis und will sie eigentlich mögen. Doch die leeren Referenzen und der pathologische Achtzigerjahre-Eskapismus stören mich sehr. Die zweite Staffel steht der ersten in scheinbar nichts nach. Die Kinder retten verkleidet als Ghostbusters erneut ihr Dorf und wohl auch ihre Freundin Eleven. Mir soll’s recht sein.

Es sollte mich nicht mehr überraschen, aber es ist immer wieder erstaunlich wie viel diese großen Superheldenfilme in den letzten Jahren auf den Bildschirm zaubern und wie egal mir das gleichzeitig ist. Dabei hätte ich eigentlich großes Interesse an einem ernsteren Film, der sich den existenziellen Qualen von Superhelden widmet. Das ist aber vorbei, das DCEU kann nämlich auch witzig sein. Teilweise erkennt man hier schon eine Dichotomie in der Regiearbeit, wahrscheinlich ausgelöst durch die Übernahme von Joss Whedon.

Dass der Bösewicht bisher kaum in Erscheinung tritt, wird wohl bestimmt nichts damit zu tun haben, dass interessante Aspekte bis zum Kinostart geheim gehalten werden sollen. Stattdessen fokussiert sich der Film erneut darauf, dass die Figuren zusammenfinden müssen, ihre Unterschiede überwinden und dann alle einmal draufhauen dürfen. Naja. Auf der einen Seite entspricht das dem ausdrücklichen und fairen Wunsch vieler Fanboys, die ihre Helden einmal versammelt auf der Leinwand sehen wollen. Auf der anderen Seite verspricht das eher einen flachen Film. (weiterlesen…)


Wie schlimm sind Spoiler wirklich? Kann man Spoiler überhaupt kategorisieren und unterscheiden? Sollte es einen Spoiler-Knigge geben, der uns zeigt, wie man sich im Internet am besten verhält? Und wenn ja, was steht drin? Nach der letzten Podcastaufnahme ließen René und Sascha die Mikros einfach laufen und unterhielten sich lose über Spoiler. Ihr dürft gerne in den Kommentaren mitdiskutieren und einige Regeln mit uns aufstellen.

Shownotes:

Mr. Diabetes
Kleinstadtgedanken
Blogger in Dresden
Studie: Spoiler sind cool

Links zu MP3, Soundcloud und Podcast-Feeds:

MP3: wowcast-spoiler.mp3 (58MB)
Soundcloud: Wowcast Afterdark: Wie schlimm sind Spoiler?
iTunes: NC-Podcast
Podcast-Feed: http://feeds.feedburner.com/nc-podcast

Die Disney D23 Expo ist eine Fanmesse für die kommenden Filme des Mäuseunternehmens, die alle zwei Jahre stattfindet. Bei der Bandbreite und dem Aufgebot, das scheinbar von Jahr zu Jahr wächst, könnte man aber wohl bald auf einen jährlichen Rhythmus umschalten. Es gab viele Videos, Trailer und Neuigkeiten. Let’s jump right in.

Das Highlight war natürlich das jährliche Star Wars Behind-the-Scenes Video. Die bisherigen Videos, insbesondere das zu The Force Awakens, waren sehr erfolgreich und halfen einen Mythos um die Filmproduktion zu kreieren, während sich hinter den Kulissen eigentlich die Probleme häuften. Pewfreund Matthias hat auf Moviepilot eigentlich alles perfekt zusammengefasst, was man zu dem Video sagen könnte. Da ich neugierig war und bereits über ein paar Story Leaks Bescheid weiß, hat das Video für mich einen faden Beigeschmack; scheint es doch einige Gerüchte, von denen ich nicht unbedingt ein Fan bin, zu zementieren. Ich schließe weiterhin nicht aus, dass mich Rian Johnson mit The Last Jedi überraschen kann, aber ich sehe langsam rot was diese Trilogie angeht. Mal abwarten bis Dezember. (weiterlesen…)

A24 hat einen ersten Teaser Trailer zu The Disaster Artist veröffentlicht. Die gleichnamige Buchvorlage von Schauspieler Greg Sestero schildert die ulkigen Umstände beim Dreh der Filmlegende The Room. Ich bin mir sicher, dass Rogen, Franco und Co. aufrichtige Leidenschaft mitgebracht haben, um den Stoff in einen schönen Film zu verwandeln, aber hier sieht man es noch irgendwie nicht. Bei James Fancos Performance bin ich mir auch noch etwas unsicher. Trotzdem sind die ersten Reviews bisher aber voll des Lobes für den Film und so wie wir die bisherigen Projekte der Freunde kennen, wird es sicherlich eine herzenserwärmende Geschichte über schwierige Männerfreundschaften werden, die in einer liebevollen Umarmung enden.

Für mein Empfinden ist das ironische Abfeiern dieses Films inzwischen ein totes Meme, aber Rogen, Franco und Co. dürften da schon etwas Eigenständiges gemacht haben.

John Hughes’ Spiderman

16 Jul, 2017 · Sascha · Film · 0 comments