Hier eine herrliche Sammlung von Clips aus den letzten Jahren und von der gerade laufenden Celebration in Orlando, in denen Mark Hamill über seine Rolle innerhalb der neuen Trilogie spricht. Hamill ist finanziell gesichert auf Lebenszeit und er macht diesen Convention-Zirkus nicht erst seit ein paar Jahren. Er braucht sich also um nichts Sorgen zu machen, weshalb er schon seit Längerem seinem Unmut über die neue Trilogie Luft macht. Seine völlig korrekten Analysen sind nicht als Jammerei eines Schauspielers zu beschreiben, der sich mehr erhofft hatte. Hamill ist ein echter Fan, dem die Qualität des Films tatsächlich am Herzen liegt. Man hört immer den Stolz aus seinen Erzählungen heraus, Teil dieser noch heute so angesehen Trilogie gewesen zu sein. Dass er in seiner Kritik jetzt so deutlich wird, dass Kathleen Kennedy einschreiten musste, lässt mich fasst an Lukes Tod in The Last Jedi glauben. Als ob er wirklich nichts mehr zu verlieren hätte.

Zero fucks gibt übrigens auch Harrison Ford, der zusammen mit George Lucas leider dem völlig anstrengenden Anthony “FUN FUN FUN!” Carboni ein Interview geben musste. Hilarity ensued. Fun times indeed.


Also ich bin nicht wirklich verrückt nach dem Trailer, aber vielleicht ist das auch ein gutes Zeichen. The Force Awakens hatte atemberaubende Trailer und wie ich zum Film stehe, verarbeite ich hier öffentlich in Therapie seit über einem Jahr.

Aber nein, Spaß beiseite. Das sieht gut aus. Das ist für mich ein großer Schritt nach vorn. Es gibt neue Raumschiffe, neue Designs und Figuren, auch die Einstellungen sind nicht so sklavisch an die alte Trilogie gebunden wie noch in Episode VII. The Last Jedi verspricht hier im Trailer ein dunkler, mystischer und sehr emotionaler Film zu werden. Ich vertraue auf Rian Johnson. Hier eine kurze Besprechung der wichtigen Szenen:

Ich habe sehr hohe Erwartungen an das Training von Rey. Irgendwie muss es ja nun Sinn ergeben, weshalb sie ohne Ausbildung bereits so stark war. Der Trailer verspricht in wirklich teils großartigen Einstellungen einen emotionalen Kampf mit ihrem Meister und sich selbst, der wesentlich ausgeprägter und dunkler ablaufen wird als das noch bei Yoda und Luke der Fall war. Immerhin scheint Luke gar nicht mehr an die Jedi zu glauben, Yoda war dagegen relativ schnell umgestimmt und fröhlich.

Dieser Shot bereitet mir ein bisschen Bauchweh. Auch der, wo Reys Hand Staub von dem Symbol des Jedi-Ordens streicht. (Kleine Spoiler folgen nur für diese Einstellung.) Wer die Gerüchte um den Film und den Jedi-Baum verfolgt hat, wird wissen, was ich meine. Ich halte die Idee, sofern die Gerüchte stimmen, für relativ kontraproduktiv. Die Macht näher zu erforschen – okay. Aber unbedingt näher zu erklären mit Gaia-Quatsch? Das sind dann die Midichlorianer nur in grün. Hoffentlich nicht.

Wenn wir gerade vom Jedi-Orden sprechen: Ich halte diese Einstellung für einen Flashback. Eigentlich hätte das Abrams schon machen müssen, aber hat er nicht – deshalb räumt Johnson jetzt die Unordnung auf. Wir sehen auch Phasma kurz in den Flammen mit ihrem Trupp. Das ist bestimmt der Angriff der First Order / Knights of Ren auf Lukes neuen Jedi-Tempel.

Oscar Isaac stiehlt mir mein Herz. Tolle Action, der Angriff auf die Resistance scheint zu zeigen, dass die First Order nicht mit Starkiller Base unterging. Ähnlich wie in The Empire Strikes Back kommt ein Rückschlag früh im Film. Ich hoffe, dass die Parallelen nicht wieder zu offensichtlich sind.

Apropos offensichtliche Parallelen. Immerhin sind die Raumschiffe neu und aufregend und ich bin gespannt, wie sie funktionieren – und ob mich das alles zu sehr an The Empire Strikes Back erinnern wird.

Now this is podracing!

Dies ist der einzige Shot von Finn im Trailer. Er wird kurz nach diesen neuen Speedern gezeigt. Sitzt er dort drin und steuert sie? Ist er doch noch länger verletzt im Film?

Das könnten Leia oder Laura Derns Figur sein, die eine Resistance-Anführerin spielt. Hübscher Shot aber, mir gefällt das Interface sehr. Hübsches Update des traditionellen Designs.

Und es sieht so aus, als ob die Neue Republik doch nicht ganz zerstört wurde. Hier verteidigen mächtige Fregatten einen Planeten, die Schiffe erinnern an aufgemotzte Nebulon-Bs. Sehr hübsch.

Kylo Ren und Rey im Kampf, wahrscheinlich auf Ahch-To. Bring it!

Insgesamt ein sehr schöner Teaser, der eben noch viel zurückhält. Kelly Marie Trans Figur namens Rose wurde im Trailer nicht gezeigt, ebenso fehlen Benicio del Toro und Laura Dern. Wir sahen noch nichts von der Game of Thrones Stadt in der gedreht wurde. Snoke fehlt, Hux fehlt, Chewie fehlt. Da kann noch mehr kommen, aber ich werde es wohl bei diesem Teaser belassen und mich dann im Kino hoffentlich überraschen und erfreuen.

Bottom line:

Star Wars: The Last Jedi startet am 14. Dezember 2017 in den deutschen Kinos.

Dass The Force Awakens es nicht schaffte, unsere Helden aus Return of the Jedi noch einmal versammelt wie am Ende im Dorf der Ewoks auf die Leinwand zu bringen, war ein ganz großer Kritikpunkt für mich. Dass Mark Hamill und Harrison Ford nie wieder im gleichen Frame stehen würden, galt für mich als gesichert.

Da es sich aber bei dem Film um eine Kopie von Episode IV handelt, hatte ich Geduld. Lando taucht ja auch erst im zweiten Teil der alten Trilogie auf, also wird er nun in Rian Johnsons The Last Jedi mitwirken. Billy Dee Williams zerstörte heute aber nun diese Träume. Lando wird nicht in Episode VIII dabei sein. Das macht mich enorm wütend, da nun auch ein Wiedersehen von Leia und Lando nicht drin ist. Vielleicht kann Colin Trevorrow ihm mehr Gebühr zollen. Mit Legacy-Charakteren kennt der Jurassic World Regisseur sich schließlich ganz gut aus.

Spoiler-Warnung [Markieren zum Lesen]: Das bedeutet auch, dass Lando _nicht_ bei Han Solos Beerdigung anwesend sein wird. Fuck. This.

Ein bisschen erfreulicher ist diese Foto von einem Panel zu Star Wars Rebels, bei dem Captain Rex in dem Kommando-Outfit der Rebellen Allianz zu sehen ist, das die Truppen auch im Kampf auf Endor tragen. Schon bevor Rex in Rebels wieder auftauchte, gab es Fantheorien zu dem alten Kämpfer in den Reihen der Rebellen, der dem Klon sehr ähnlich sieht. Dies wird nun scheinbar zum Teil des offiziellen Kanons. Man muss nicht immer alles verbinden, eine Andeutung oder Wahrscheinlichkeitsrechnung der Fans hätten auch gereicht, aber okay — das ist schon cool.

Hier mal ein Video-Essay der etwas anderen Art: InfoWars-Chef Alex Jones verbindet antisemitische, rassistische Verschwörungstheorien über die “Globalisten” (read: JUDEN!) mit Ridley Scotts Alien: Covenant. Das leuchtet ein. Ich meine, die Verbindung liegt ja auf der Hand. Guardians of the Galaxy spielt da auch mit rein. Natürlich.

Mit dem Panel zum 40. Geburtstag von Star Wars begann heute die Celebration in Orlando. Zu Gast waren alle bekannten und wichtigen Gesichter des Franchises. Warwick Davis moderierte durch die Show und brachte zunächst George Lucas und Kathleen Kennedy auf die Bühne. Später kamen noch Mark Hamill, Harrison Ford, Anthony Daniels, Billy Dee Williams und Peter Mayhew hinzu, aber auch Hayden Christensen und Ian McDiarmid sprachen mit George über die Prequels und Lichtschwertgeräusche.

Liam Neeson sowie Samuel L. Jackson wurden per Video reingeschaltet. Jackson wurde auch in diesem kleinen Clip nicht müde zu betonen, dass Jedi Stürze aus sehr großer Höhe überleben können. Süß. Ewan McGregor ist ebenfalls sehr bemüht, seine Rückkehr zu Star Wars auf Instagram anzuteasen. Er war nicht Teil des Panels, sondern wird wohl im Laufe des Wochenendes offiziell zur Ankündigung seines Obi-Wan Standalone-Films auf die Bühne finden.

Ebenfalls schmerzlich vermisst wurde Carrie Fisher. Ihr widmeten Lucas, Kennedy und Fishers Tochter Billie Lourd herzerwärmende Worte, bei denen kein Auge trocken blieb. George Lucas via THR:

“She played a part that was very smart, and she was having to hold her own against two big lugs, goofballs that were screwing everything up,” Lucas said. “She was the boss. It was her war, and when I cast it, I said I want somebody young to play the part. I want somebody very young. When Carrie came in, she was that character. She was very strong, very smart, very funny, very bold, very tough, and there really wasn’t much of a question. There are not very many people like her. They are one in a billion. For this particular part, it was absolutely perfect. … She wore a dress through the whole thing, but she was the toughest in the group. She was very challenging in terms of pointing out that certain pieces of dialogue were a little hard to say. She was brilliant, and obviously we will all miss her, but she will always be the princess who took command and never backed down, never was in jeopardy. She was always helping the other guys get out of the messes she created. We’ll all love her forever and ever.”

Emotionales Highlight war dann dieses grandiose Tribute Video, nach dem der Vorhang neben der Bühne fiel und John Williams samt einem Orchester “Leia’s Theme” spielte. Das “Main Theme” und der “Imperial March” folgten, danach war Schluss. Keine Ankündigungen, stattdessen ein Blick zurück auf Freundschaft, Liebe zum Franchise und eine Ehrung von Carrie. Sehr geschmackvoll und emotional.

Im März habe ich relativ wenig gebloggt und bin auch ein wenig davon abgerückt, zu dem Trailer unbedingt schnell ein Posting zu haben. Daher hole ich jetzt alles nach, was ich verpasst habe. Wie immer ist das natürlich keine komplette Zusammenfassung, sondern eher eine Selektion der Filme, die ich auch schauen will.

Ich mag Edgar Wright als Person sehr, seine Filme fand ich jedoch nie so wirklich kultig wie viele andere Moviegeeks. Klar, ich mag sie allesamt und Scott Pilgrim ist die bis heute beste Comic-Adaption, aber ich vergöttere ihn nicht.

Having said that… Baby Driver looks fun. Fine? I dunno. Die ganzen Trailer bisher versprechen einen richtig schönen Actionfilm mit großartigen Verfolgungsszenen und witzigen Figuren. Sieht für mich insgesamt wie das cineastsiche Äquivalent von Fast Food aus. Man will es, man isst es, man genießt es – und ist das noch hungrig und denkt fünf Minuten später nicht mehr drüber nach. (weiterlesen…)

Ich bin in den letzten Wochen mit den Trailern zu all den tollen Serienhighlights kaum nachgekommen. Deshalb hier gesammelt erste Einblicke ins Peak TV der kommenden Wochen.

Vielleicht war ich mit dem “Peak TV” auch ein bisschen voreilig, aber keine Sorge, das kommt gleich. Zuvor gibt es einen ersten Einblick in Spike TVs (of all places) The Mist, eine Adpation von Stephen Kings Novelle. Ich habe erst neulich wieder Frank Darabonts Film gesehen, in glorreichem Schwarzweiß, und halte ihn auch zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung für einen außerordentlichen Monsterfilm und ein gruselig-prägnantes Portrait der amerikanischen Gesellschaft. Genau deshalb brauche ich keine in die Länge gezogene, verwässerte Adaption, in der der Nebel die Leute irgendwie verrückt macht, und sei es noch so nahe an Kings Vorlage. (weiterlesen…)

Das Netflix-Stigma

12 Apr, 2017 · Sascha · Featured,Film · 3 comments

Dieser Tweet hatte einigen Zuspruch erfahren und ich wollte das Gefühl noch einmal ganz kurz in einer etwas längeren Form auf dem Blog festhalten. Und genau das soll es auch sein, die Beschreibung eines Gefühls, ohne große Zahlen (die Netflix ohnehin nicht preisgibt) und Box-Office-Crunching.

Das Netflix-Original Branding hat keine besondere Bedeutung. Netflix drückt seinen “Original”-Stempel auf Eigenproduktionen, eingekaufte Serien und Filme sowie Serien, die zum Beispiel nur über Netflix ausgestrahlt werden, sonst aber nichts mit Netflix am Hut haben (siehe z.B. Better Call Saul in Deutschland). Das verwässert die Marke ungemein und lässt alles sehr undurchsichtig erscheinen.

Von Netflix produzierte Filme mit Oscar-Hoffnungen werden im gleichen Atemzug wie Adam Sandlers neuer Urlaubsdreh genannt. Netflix veröffentlichte im gleichen Jahr Ridiculous Six und Beasts of No Nation und während dieser Move natürlich die Bandbreite des Streamingdiensts unterstreicht, gibt es aber auch einen ungewollten Nebeneffekt. Ich vermute, dass das sonstige Line-Up aus The Do-Over, Tallulah, XOXO, Spectral oder Special Correspondents anderen prestigeträchtigeren Filmen die gewisse Aura eines Awardsfilms raubt.

Der direkte Vergleich zwischen Amazons Manchester by the Sea und Netflix’ Beasts of No Nation bietet sich an. Netflix kaufte die internationalen Rechte an Beasts auf, veröffentlichte den Film in einigen Kinos und zeitgleich online. Dies rief einen Boykott einiger Kinobetreiber hervor. Amazon kaufte Manchester by the Sea nach einer erfolgreichen Premiere auf dem Sundance Filmfestival (Netflix tat dies jetzt ebenso mit The Discovery). Amazon Studios brachte Manchester zunächst in die Kinos, bevor der Film im Januar online erschien.

Als Netflix vor einem Jahr bei den Oscars leer ausging, wurde dies teilweise als eine Absage an Streamingdienste wie Netflix und dergleichen angesehen. Der Film Manchester by the Sea konnte jedoch, der eben nicht nur halbherzig wie Beasts in einigen Kinos in Los Angeles und New York lief, um sich für die Oscars zu qualifizieren, in diesem Jahr zwei Trophäen mit nach Hause nehmen und insgesamt 6 Nominierungen für sich verbuchen, unter anderem die für den besten Film. (weiterlesen…)