Warcraft CGI Ork

Es gab lange bereits lange vor dem Release Gerüchte um den endgültigen Schnitt und die Länge von Warcraft. Dass es fertige Szenen gibt, die sehr wichtig für die Kohärenz und wahrscheinlich mit Blick auf die Länge des Films traurigerweise herausgeschnitten wurden, belegte die Veröffentlichung eines 90-sekündigen Clips vor ein paar Tagen. Man kann nur vermuten, wieso eine Szene, die jede Menge Kohle gekostet haben muss, aus einem Film geschnitten wurden, in dem sowieso jeder Szenenwechsel einer Teleportation von einem Kontinent zum anderen gleicht. Viele Hoffnungen ruhten auf einem Director’s Cut, der den Film besser machen würde, doch den schlug Duncan Jones bereits vor Wochen aus. In einem sehr lesenswerten Interview auf Thrillist hat er nun verraten, wieso:

Is there a three-hour version of Warcraft?
No, there’s not. A lot of people ask me, “When is the director’s cut coming out?” There will never be a director’s cut. With a film like this, where there are so many visual effects, every concession that you make you lose those shots. They cease to exist because the effects work never gets done. Some of it’s not even at that stage. You go through a writing stage right up to the deadline of shooting the thing. [You lose] ideas in the writing process. Then sets change for whatever reason and notes come in. You’re changing things around a three-and-a-half-year process. You get these little changes which are constantly course-correcting you. So there is no possibility of there ever being a director’s cut. It’s purely in my head.

Mit einer immer größer werdenden Kluft zwischen Blockbuster und Indie scheint es wohl dazu zu kommen, dass DCs immer seltener werden, besonders bei einem Film wie Warcraft, der zu großen Teilen im Computer entsteht. Ein Indiefilmemacher hat natürlich seine Budgetbegrenzungen, aber ansonsten sehr große Freiheiten und regelmäßig einen Final Cut. Dieses Privileg genießen in dieser Größenordnung nur sehr wenige Regisseure. In dem Interview geht Jones als Regisseur mit Erfahrungen in beiden Welten darauf ein.

Die Effekte für einen Film dieser Größenordnung aber fertigzustellen, ist schlicht zu teuer. Gerade wenn es sich um einen eher zaghaften Erfolg wie hier handelt. Und umso größer und effektlastiger die Filme werden, umso seltener werden DCs. Dass diese einen Film nicht unbedingt besser machen, bewies zuletzt der Ultimate Cut von Batman v. Superman, aber bei Warcraft habe ich die Vermutung, dass sehr wichtige Elemente mit Sorge um das Pacing und die Aufmerksamkeit der normalen Kinogänger rausgenommen wurden.

Übrigens auch sehr interessant ist sein Verhältnis zu Mute, seinem langwährenden Science Fiction Projekt, das er gerade in Berlin preppt.

Now you’re in Berlin prepping Mute. You didn’t take a break.
Mute is massively therapeutic for me. It really is. I’m equally proud and furious about Warcraft. I love it. I spent so much time on it. I put all my heart into trying to make it work. Parts of it, I think, work, but it also drives me crazy that I wasn’t able to push through everything that I knew needed to happen in order to make the film I knew it could be.

Höchst interessante und offene Worte von einem Filmemacher, der damit sicher nicht alleine dasteht.

Absolutely based. Praise be, Waititi, praise be. Darauf hat das ganze MCU hingearbeitet.

Eigentlich hatte Uwe Boll genug. Er sagte “Fuck you all” zu Hollywood, Crowdfunding und dem Filmemachen. Nun kommt Rampage 3 aber trotz der fehlgeschlagenen Kickstarter-Kampagne am 28. Oktober in die deutschen Heimkinos. Seinem Versprechen in Rente zu gehen hält er jedoch ein. Zum Abschied gab es nun also die einmalige Chance für Moviepilot, Boll während der PR-Kampagne für den Filmcheck zu verbuchen und ihm in einem Rundgang durch eine Videothek ein bisschen auf den Zahn zu fühlen.

Und siehe da, Herr Boll hat einen ziemlich treffsicheren Geschmack. Was auch wieder beweist: Nur weil man Filme schaut und “versteht, was sie gut macht”, heißt doch noch lange nicht, dass man auch gute Filme machen kann. Eine wichtige Lektion für viele Hobbykritiker. Seine Aussagen zum Independentfilm und den Streamingdiensten sind zwar völliger Quatsch, aber insgesamt ist das doch ein süßes Video geworden. Mit Uwe würde ich gerne mal einen trinken gehen.

Und ich möchte bitte ein Gif von ihm vor den ganzen Young Adult Filmreihen und dem Untertitel “Und der ganze Scheiß hier!”.

Update! Danke Stefan! uwe boll young adult

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arrival poster gifDenis Villeneuves diesjährige Science-Fiction-Hoffnung Arrival (hier der fantastische Teaser Trailer) hat zwölf teilweise schöne und teilweise weniger schöne Poster erhalten, passend zu jedem gelandeten Ufo. (Ein Plot Point, der je nachdem ob man den neuen Trailer gesehen hat, neu oder bereits bekannt ist.) Natürlich hat IMP Awards alle zwölf in hoher Auflösung, aber ich habe mich mal dafür entschieden, nur die Einstellung aus dem Trailer hier einzubinden, weil es eines der wenigen Poster ist, das funktioniert. Es verkörpert die Größe des Raumschiffs in Relation zur Umwelt und der monumentale Moment wird gut verkauft – gleichzeitig sieht es übrigens auch nicht nach Photoshopquatsch aus.

Außerdem erhält Arrival ein nettes ARG durch whyaretheyhere.com. Da ich möglichst ohne Vorwissen ins Kino möchte, setze ich mal aus. Wer sich jedoch einbringen möchte, erhält auf Reddit ein paar Anhaltspunkte.

Ich wollte schon länger über kaptainkristian bloggen, der erstklassige Video-Essays über die Einartigkeit des Comics Watchmen oder die vielfältige Musik von den Gorillaz macht. Nun hat er eins über Jurassic Park gemacht und erneut ergibt sich ein richtig stimmiges Bild aus Meinung, historischer Überblick und großartiger Videobearbeitung. Letztere ist wahrscheinlich auch das entscheidende Merkmal, das ihn momentan über die anderen Videomacher hebt.

Auch wenn sich Grafikdesigner Mike Mitchell in seiner Star Wars Serie eher unbekannteren Figuren aus der weit, weit entfernten Galaxie widmen wollte, musste natürlich irgendwann der Fanfavorit schlechthin, Boba Fett, an die Reihe kommen. Und siehe da, der Kopfgeldjäger ist das bisher beste Werk in der Reihe (Threepio wurde auf den zweiten Platz gedrückt). Neben dem Mandolorianer gibt es auch den AT-AT Fahrer, ebenfalls eine sehr hübsche Zeichnung. Und das Beste: Es ist eine timed edition; das bedeutet, dass jeder einen Druck erhält, der einen will. Tolle Serie, bitte mehr!

mondo atat drivermondo boba fett
12″x16″ giclee. Signed & Hand numbered. Timed-Edition available from Thursday (8/25) at 12PM CST through Sunday (8/28) at 12PM CST. Printed by Static Medium. Expected to ship in 6-8 weeks. $55

Ihr habt es natürlich alle mitbekommen: Die BBC hat 177 Kritiker gebeten, die besten Filme des neuen Jahrtausends zu wählen. Jeder durfte zehn Titel einsenden und seit der Veröffentlichung stellen auch alle anderen ihre Top 10 Listen online. Dieses Blogstöckchen lässt sich PäffPäffPäff selbstverständlich nicht entgehen. Und hier sind sie, die ZEHN BESTEN FILME des neuen 21. Jahrhunderts! (weiterlesen…)

Im September habe ich über die erfolgreiche Crowdsourcing-Kampagne von The Prequels Strike Back berichtet, einem Dokumentarfilm, der den Ruf der Star Wars Prequels und George Lucas’ Namen durch die sogenannte Ring Theory retten will. Ich zitiere von damals:

Ich habe auch die Ring Theory gelesen und verstanden, kann bis heute aber einfach keinen Mehrwert feststellen. Ich verstehe, dass sich daraus eine hübsche Bachelor-Arbeit für das Filmwissenschaftsstudium ergibt und sich die Argumente schön visuell aufarbeiten lassen. Aber das führt mich immer noch nicht dazu, der zentralen These zuzustimmen, dass es sich hier um ein bisher unerreichtes “level of storytelling sophistication” handelt.

Nun wurde der Trailer für den Film online gestellt, der bereits am 14. September digital veröffentlicht wird.

Wer sich mit der Thematik einmal auseinandergesetzt hat und prinzipiell interessiert ist, wird nichts Neues aus dem Trailer ziehen können. Wer kein Interesse an der Thematik hat, wird sich den Film nicht ansehen. Das ist das zentrale Problem dieses Dokumentarfilms. Er ist eine wiedergekäutes Fan-Debatte, die keine neue Seiten aufdecken wird, sondern das Ganze lediglich “von Fans für Fans”™ verfilmt.

Und selbst das ist nicht neu. The People vs. George Lucas (Kritik) hat bereits vor einigen Jahren die Argumente für und gegen die Prequels abgedeckt und die uralte Minidoku der RedLetterMedia-Leute von 2002 (!) hat ebenfalls die individuelle Beziehungsebene zu den Filmen sehr gut dargestellt. Dass trotz des “too much cgi”-Memes sehr viel mit Miniaturen gearbeitet wurden, ist für einen Fan kein Novum und macht einen Film auch nicht besser oder schlechter.

Ich werde mir mein finales Urteil natürlich für nach dem 14. September aufheben, aber wer mit der Tagline “Are you ready to unlearn the prequels?” wirbt, muss schon mehr bieten.