Man muss nicht immer tagesaktuell sein, weshalb ich hier diesen Clip posten will, der schon einige Monate auf dem Buckel hat, jedoch noch immer äußerst sehenswert ist. Die guten Leute hinter KurtToons hatten nämlich damals kurz nach der Übernahme von Lucasfilm durch Disney diesen Clip erstellt, in dem Georgie einfach mal seinen ganzen angestauten Ärger rauslässt.

Dass er das im wahren Leben immer noch nicht getan hat, bewundere ich ja seit Jahren und das spricht nur für denn Mann, immerhin versuchen weinerliche Manchildren wie ich ihm seit Jahren zu sagen, in welche Richtung er sein Lebensprojekt steuern soll. Irgendwann hat man dann auch mal die Schnauze voll, das ist verständlich und menschlich.

Daher ist es doch schön, dass der Meister sich nicht mehr darum scheren muss und endlich seine kleine Indiefilmchen drehen kann, an denen er schon seit den Achtzigern am werkeln ist. Nach einer so langen Produktionszeit werden sie sicherlich genauso formvollendet wie Red Tails.

Leseempfehlung: The Phantom Lucas von Nathan Rabin über Lucas, seine Fans, The People Vs. George Lucas und die möglichen Folgen für Abrams, sollte er die unerreichbar hohen Erwartungen übertreffen.

Transcendence Trailer

17 Apr, 2014 · Sascha · Film,Sponsored · 0 comments

In Transcendence spielt Johnny Depp den brillianten Wissenschaftler Will Caster, der von technophoben Ökoterroristen ermordert wird, vorher jedoch sein Bewusstsein noch auf ein Computernetzwerk hochladen kann. Damit wird er zum ersten Mensch, der durch transhumanistische Technologie den Tod besiegt. Doch die Probleme hören nicht auf. Der Mensch besteht eben aus mehr als einer Kombination aus Einser und Nullen und schon bald könnte die ganze Welt in Gefahr sein.

Auch wenn der Film bisher kaum gute Kritiken in der US-Presse erhielt, bin ich noch guter Dinge von Wally Pfisters Regiedebüt genau das zu bekommen, was ich mir wünsche: Einen kitschigen 90s Action-Thriller im Stile von Michael Crichton. Genau daran jedoch scheinen sich viele zu stoßen. Hier ist ein Auszug der Review von The Verge.

The problem here is that Transcendence seems to think it was actually made in the 1990s. PINN sounds smart enough to pass the Turing test, but Siri does a better job at speech synthesis. Digital Will has access to nearly unlimited computing power, but he’s unable to generate a photo-realistic image of himself — presumably because a glitchy version feels more “cyber” to audiences. It’s the kind of movie where the good guys plan to solve a problem by “hacking” a system and uploading a magical computer virus, and Y2K doomsday fears are used as a casual reference point.

Hoffen wir mal, dass sich Bryan Bishop hier nur von der strengen Brille seines Arbeitgebers inspirieren ließ und die Depp-Cloud ein bisschen zu genau hinterfragte. You get one lie. Don’t disappoint me, Mr Pfister. Kinostart ist der 24. April.

How FROZEN Should Have Ended

16 Apr, 2014 · Sascha · Film · 5 comments

Yes! YES! GENAU. SO. Ich war einer der wenigen Überlebenden, die nicht vom Frozen-Virus infiziert wurden und irgendwo in meinem Entwurflager im Keller des Blogs schlummert auch noch ein Artikel mit der Überschrift “Meine Probleme mit Frozen”, aber ich war dann anschließend von der Hysterie-Welle so abgeturnt worden, dass ich nicht einmal mehr die Energie aufbringen konnte, diese mit den Adele Dazeem Fans zu debattieren.

Nachdem jetzt auch den letzten Fans die Zombiehymne aus den Ohren raushängt, haben sie die Message endlich verstanden und lassen den Film ein bisschen los, was für Abstand sorgt und eine kritische Auseinandersetzung möglich macht. Das erfreut mich, denn nun bin ich nicht mehr so allein und finde mich in der illustren Runde mit den Leuten hinter den How It Should Have Ended Videos wieder, die sich Elsas grauenvolle Geschichte vorgeknöpft haben und ihr Video mit einem netten Spin versehen.

Der finale Trailer zum X-Men-Kontinuitätsheilsbringer Days of Future Past schafft es endlich, den konvoluten Plot dem Otto Normalverbraucher unter den Kinogängern näherzubringen. Those in the know kriegen dafür ein paar nette Szenen mit Logan, der ganz im First Class-Style das Team zusammensucht, und jede Menge Spektakel dank Magneto sowie Andeutungen von Todesopfern unter den Zukunftsmutanten.

Vor ein paar Tagen gab es bereits eine Minute aus dem ersten aufregenden Kampf auf verlorenem Posten in der Zukunft zu sehen. Ich muss wirklich sagen, dass das alles sehr gut aussieht. So gut sogar, dass ich fast gewillt bin, Singer für Quicksilvers lächerliches Outfit zu vergeben. Aber eben nur fast. (via)

Das sehr unterhaltsame Buch Film Critic: A Decade Behind the Scenes of the Movie Industry soll verfilmt werden und Autor Laremy Legel stellt das Projekt auf Kickstarer persönlich vor. Ich mag Laremy sehr und würde mich freuen, wenn das Projekt die Ziele zur Finanzierung erreicht.

Two years ago, in order to get better at my craft, I decided to read a book on film criticism. I went over to Amazon, typed in “Film Critic” and quickly realized there was no book by that name. Oh, there are books about how to become a critic, or books of specific criticism and essays on particular actors or themes, but no broad overview of the wackiness that is the life and times of a modern film critic. “Huh”, I thought to myself, “Why don’t I just write a book called “Film Critic?” So that’s exactly what I did.

Kickstarter: Film Critic: The Movie.

Ich selbst bin kein professioneller Filmkritiker, aber habe in meiner Zeit als professioneller Internetmensch durch PewPewPew ein paar kennengelernt und einige Anekdoten aus dem anstrengenden, kuriosen und oftmals wirklich surrealen Leben mitbekommen. Ob es der Kampf mit Agenturen oder “DVDKritik”er sind, die mit ihren Gangsterfreunden Popcornschlachten bei Pressevorführungen machen, ich fand es immer interessant. Laremy ist auch als Podcaster aktiv und oft bei meinem geliebten Frotcast anwesend. Er könnte durchaus auch als Stand-Up Comedian erfolgreich sein, weshalb ich jetzt mal versichere, dass man von dem Projekt großartige und vor allem unterhaltsame Ergebnisse erwarten kann.

THE LEGO MOVIE Review

09 Apr, 2014 · Sascha · Featured,Film,Review · 1 comment

©Warner Bros.

©Warner Bros.

USA 2014
Regie: Phil Lord & Christopher Miller
Drehbuch: Phil Lord & Christopher Miller
Darsteller: Chris Pratt, Elizabeth Banks, Morgan Freeman, Will Arnett, Liam Neeson, Will Ferrell
Länge: 100 Minuten

Ein kurzer Blick in die Kinogeschichte verdeutlicht die enormen Gefahren, die man mit der Verfilmung der LEGO Steine umschifft hat. Zunächst einmal wären da die schrecklich lieblosen Verfilmungen der Hasbro Produkte. Weiterhin gilt es den großen See aus lieblosen und uninspirierten Animationsfilmen zu umschiffen, den LEGO bereits selbst mit unzähligen B-Produktionen gefüllt hat. Und schlussendlich ist der Film, wenn man ihn von allem Charme und kreativem Spiel befreit, ein 100-minütiger Werbefilm für ein Produkt. Obgleich der Nostalgie und dem Charme der Bausteine, würde dies schnell kapitalismuskritische Rufe hervorbringen. Ironischerweise sollte sich später das Gegenteil in die Tat umsetzen.

Dass Phil Lord und Chris Miller also am Ende so erfolgreich waren, ist erfreulich, war aber irgendwo abzusehen. Das kreative Duo ist spätestens nach dem großen Erfolg dieser Verfilmung das Go-To-Team für charmante und selbstironische Wiederbelebungen von totgeglaubten oder schwer zugänglichen Projekten. Nicht ohnehin waren sie jetzt das Wunschteam des Studios für Ghostbusters 3. Nach ihrem Animationshit Cloudy With A Chance of Meatballs gelang ihnen mit 21 Jump Street die Comedy-Überraschung des Jahres 2012, nachdem sie bereits mit ihrer Serie Clone High Kultstatus erreicht hatten. Dass mit The LEGO Movie die kurze Karriere dieser kreativen Zusammenarbeit nun ihre Krone aufgesetzt bekommt, war also abzusehen – und ist dennoch überraschend. Die Analyse eines Geniestreichs.

Brave New Lego

In unserer postmodernen Welt normal zu sein, ist fast unmöglich. Doch Emmet hat es geschafft. Emmet ist normal und sehr froh damit, zumindest oberflächlich. Dabei tut er alles, was die Regierung anordnet. Er kennt seinen Platz und geht genau nach Plan vor. Er macht Frühsport, rasiert sich, kauft überteuerten Kaffee und schaut die unlustige und monotone Sitcom (gleichzeitig auch die einzige Fernsehunterhaltung) Where Are My Pants, in der Folge um Folge die titelgebende Frage gestellt, aber nie gelöst wird. Und natürlich singt und summt er die allgegenwärtige und völlig enervierende Pop-Hymne Everything is Awesome, während in Wahrheit aber natürlich nicht alles awesome ist. Emmet ist in Wahrheit tief traurig, er findet keinen Anschluss bei seinen Bauarbeiterkollegen.

Auch die Welt an sich erfährt einen dystopischen Anstrich. Der geniale Song des Trailers dient schlussendlich nur dem Zusammenhalt dieser Welt und dem stetigen Fortschritt der Baupläne der Regierung. Eine Abweichung des Plans oder kreative Eigenansätze scheinen verboten. Doch Emmets Schicksal soll sich dramatisch ändern als er der Rebellin Wyldstyle begegnet, die von einer Verschwörung vom Präsidenten Business berichtet. Diese kann nur noch von Emmet selbst verhindert werden, denn er ist der Besondere. Mehr braucht Emmet gar nicht mehr zu hören, es ist bereits um ihn geschehen. Blind vor Liebe folgt er Wyldstyle auf ein Abenteuer durch das LEGO Universum, trifft auf auf Batman und stolpert von einem Missgeschick ins nächste.

Sieg in zwei Zügen

Lord und Miller schaffen es auf ihrer hyperaktiven Reise vor allem durch den Look ihrer LEGO-Welt zu überzeugen. Die Animation, trotz ihrer fotorealistischen Bilder aus dem Computer, schafft es die erhoffte Stop-Motion-Ästhetik vieler Amateur- und Fanfilmchen zu emulieren, dabei jedoch einen distinktiven Charakter zu entwickeln, der diese Welt greifbar macht. Mit verantwortlich für diese schicken Animationen ist Regisseur und Cutter Chris McKay, bekannt für Robot Chicken, der außerdem das nun unausweichliche Sequel des LEGO Films übernehmen wird. Doch nicht nur die Animationen erwecken diese kunterbunte Welt zum Leben, auch die obsessive Detailverliebtheit wird von Fans für Fans zelebriert. Angefangen bei Interpretationen von Elementen im LEGO-Universum bis hin zu zwei leicht verrückten Steinen an einer Bettkonstruktion, die den DIY-Baucharakter des Spielzeugs simulieren sollen, wird das Fanherz wohlig umsorgt. Ebenso gibt es mit dem kaputten Astronautenhelm Referenzen an die kultige Geschichte der Bausteine. (weiterlesen…)

Viele Worte wurden über das Für und Wider verloren, doch schlussendlich wurde der Film über Kickstarter schnell finanziert, weil es genug Leute gab, die ihn sehen wollen. Nun kommt der Nachfolger zu Zach Braffs Kulthit Garden State bald in die amerikanischen Kinos (25.07). In Deutschland gibt es noch keinen Starttermin.

In Wish I Was Here spielt Zach Braff einen spirituellen Bruder seiner Figur in Garden State. Zehn Jahre später mit 35 hat seine neue Figur Aidan immer noch nicht das Leben so richtig sein Leben im Griff. Als Schauspieler schlägt sich der Vater und Ehemann gerade so durch, aber den Sinn seines Lebens hat er noch nicht gefunden. Als sein Vater krank wird und er sich die hohen Bildungkosten einer Privatschule für seine Kinder nicht mehr leisten kann, nimmt er das alles selbst in die Hand und entdeckt die schönen Seiten des Lebens.

Mit dabei sind Donald Faison (natürlich), Kate Hudson, Many Patinkin, Ashley Greene, Jim Parsons, Josh Gad und Joey King. Das sieht alles wunderbar aus, ein Film genau nach meinem Geschmack. Aber natürlich hat er genau die erwartbaren Idiosynkrasien, die ihn angreifbar machen. Dazu ist das typische Indie-Feeling hier dominant, das bei dem Produktionshintergrund zweifelhaft ist.

Oh, and The Shins. Of course.